Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Feuer der Hölle

Das Buch Sohar, Kapitel „Truma (Schenkung)“, Abschnitt 443: Das Urteil der Bestrafungen der Hölle ist, die Bösen dort zu verurteilen. Warum werden sie im Urteil der Hölle bestraft? Die Hölle ist ein Feuer, welches Tag und Nacht brennt, wie die Bösen, die sich selbst im Feuer der Bösen Neigung anheizen, um die Worte der Tora zu verletzen. Mit jeder Erwärmung, die sie selbst in der bösen Neigung anheizen, brennt das Feuer der Hölle in ihnen.

Hölle sind die Stufen der Enthüllung des Egoismus als Böse, wenn ein Mensch sich selbst als ein Empfänger fühlt und das Feuer der Scham in ihm brennt. Dieses Feuer drängt uns dazu, uns zu korrigieren. Mehr noch, in diesem Stadium der Hölle besitzt ein Mensch alles, außer die Eigenschaft des Gebens und deswegen leidet er. Ich habe allen Reichtum, die Erfüllung meines Egoismus, aber ich will ihn nicht. Ich möchte Geben, denn das bringt mich näher an den Schöpfer. Ich möchte kein Empfänger sein! Das ist die Hölle.

Aus dem 2. Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 9.7.2011, Der Sohar.

Die Rettung der EU hängt von der Einheit der gesamten Welt ab

Meinung: (Harald Schumann, einer der führenden deutschen Experten auf dem Gebiet der Globalisierung): Die Eurozone braucht eine gemeinsame Wirtschaftspolitik und eine gemeinsame Wirtschaftregierung. Ansonsten werden die nationalen Bilanzen, die sich voneinander unterscheiden, das ganze Projekt platzen lassen.

Wir müssen eine aufeinander abgestimmte Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik erschaffen, ansonsten ist der Euro zum Scheitern verurteilt. Momentan befinden wir uns in einem Stadium, in dem die Deutschen, die Franzosen und die Holländer begreifen müssen, dass keine Exportüberschüsse angestrebt werden dürfen, während die anderen Staaten sich verschulden.

Die deutschen Wähler müssen begreifen, dass ihre Einkommen darauf basieren, dass andere Länder – Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien – Schulden machen. Und ein Teil dieser Mittel sollte zurückfließen. Aber dafür braucht man Zeit, damit die Menschen es verstehen und akzeptieren können. Und auf dem Weg dahin wird eine aufeinander abgestimmte Wirtschaftspolitik aufgebaut.

Kommentar: Schumann hat eine sehr hohe Meinung von den Menschen – versteht außerdem das Böse unserer Natur nicht, welche absichtlich so geschaffen wurde, damit wir, sofern wir uns nicht korrigiert haben, keinen Erfolg erzielen können. Denn das Ziel des Schöpfers ist nicht ein gutes Leben für Egoisten, sondern der Aufstieg vom Egoismus zum Altruismus, bis hin zum vollständigen Geben und der Liebe, wie Er selbst.

Und die Krisen sind lediglich für die Erkenntnis des Egoismus als böse für uns bestimmt. Darum ist alles, was Schumann aufführt, richtig – wir müssen einen wahrhaft gemeinsamen Raum erschaffen; doch dies wird nur möglich sein, wenn wir wirklich zu einer Einheit werden. Übrigens – die Europäische Union wird es auch nicht schaffen, sich alleine zu korrigieren, sondern nur mit der ganzen Welt zusammen. Doch diese Entdeckung steht der EU noch bevor.

Wann wird das Böse aus der Welt verschwinden?

Frage: Es wurde gesagt; Tu Gutes.“ Doch wie können wir Gutes tun, wenn nur Böses erschaffen wurde und wir immer noch nichts über das Gute wissen?

Meine Antwort: Das Böse wurde absichtlich in unserer Wahrnehmung erschaffen, sodass wir es in Gutes verwandeln können. In Wirklichkeit gibt es das Böse nicht. Unsere Wahrnehmung ist nach innen gerichtet und deshalb erscheint uns alles Gute, das wir in unserm Innern empfangen als Böse. Alles, was in unserm Innern empfangen wird, empfinden wir als Böse, da wir alles, was außerhalb von uns existiert, mit uns vergleichen. Das heißt, das Böse ist die Trennung zwischen mir und anderen.

Das Böse existiert nicht aus sich selbst. Dieses Pradigma nämlich, diese Methode der egoistischen Erfüllung, diese Ausrichtung nach innen ist böse. Sobald wir sie ändern, verschwindet sie sofort und unsere Wahrnehmung all des Bösen in der Welt ebenfalls.

Aus dem virtuellen Unterricht über die Grundlagen der Kabbala, 19.06.2011

Die erste Berührung mit der Methode der Korrektur

Frage: Nur durch die Vervollständigung der derzeitigen Phase versteht das Verlangen, dass es auf die nächste Stufe übergehen muss. Wie können wir die Menschheit davon überzeugen, dass das egoistische Verlangen an seine Grenze stößt?

Meine Antwort: Wir werden nicht jeden überzeugen. Wir wollen, dass die Menschen verstehen, dass es an ihnen selbst liegt. Dieses Bewusstsein sollte nie von uns ausgehen. Im Gegenteil, die klugen Köpfe der Menschheit verstehen, dass es unmöglich ist, das Egoistische fortzuführen, da wir mit diesem Mittel uns selbst und die Erde zerstören. Es ist noch nicht so offensichtlich und erschüttert uns nicht. Jedoch hat es unseren Verstand durchdrungen. Wir verstehen bereits, dass das der Weg des Bösen ist, trotz der Tatsache, dass wir es noch nicht fühlen können. Letztendlich ist eine Empfindung eine vollzogene Korrektur.

Die Menschen sind darauf vorbereitet, über dieses Problem zu diskutieren, haben aber keine Ahnung, wie man es lösen kann. Sie haben einen grundlegenden Zugang zu dieser Methode, ein Verständnis dafür, dass die Natur des Menschen erneuert werden muss, aber sie wissen noch nicht, wie man das vollbringen kann.

Wir werden vom Egoismus zerstört, von unserem „Todesengel“. Die „denkende“ Krone ist willens, dem absolut zuzustimmen. Jedoch sind sie sich noch nicht im Klaren darüber, wie man es reformieren kann und wie gewinnbringend es sein wird. Trotzdem ist es ein Anfang.

Aus dem 5. Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 20.06.2011, „Matan Tora (Das Geschenk der Tora)“

Aus unseren Schwierigkeiten lernen

Frage: Wir sagen, dass übermäßger Verbrauch auf Kosten anderer geht. Doch müssen wir, um das Böse darin zu erkennen, am Ende des Films nachschauen?

Meine Antwort: Nein. Der Schöpfer hat keinen Mangel an Mineralien, Vitaminen, Öl, Benzin, Wasser oder etwas anderem. Er arrangiert für uns in dieser Welt Schwierigkeiten, sodass wir damit beginnen, uns unseres Verlustes bewusst zu werden. Der Schöpfer zeigt dir nicht, dass du die spirituelle Welt in Wirklichkeit vorüberziehen lässt, denn dann würdest du die Freiheit der Wahl verlieren. Stattdessen unterwirft Er dich den Schlägen dieser Welt, aus denen du das Böse deiner Natur erkennen kannst. Du enthüllst nicht den Schöpfer als die Ursache deiner Schwierigkeiten, sondern deinen eigenen Egoismus.

Dann, unfähig ihn zu korrigieren, beginnst du zu bedauern, dass du ihn besitzt. Auf diese Weise erkennst du allmählich das Böse. Was also sollst du damit tun? Wie kannst du aus dieser Falle aussteigen? Langsam aber sicher kommst du der Lösung näher.

Fehlende Mittel, Naturkatastrophen und Menschen, die voneinander stehlen, sind letzten Endes alles künstliche Dinge. Das ist „Kleingeld“, dazu bestimmt, uns zu helfen, die Tatsache zu enthüllen, dass wir einander die spirituelle Welt wegnehmen.

Warum sollte ich tatsächlich das, was ich habe, mit dir teilen und mich selbst nur mit dem Nötigsten zufriedengeben? Es geschieht nur, damit ich daraus lerne und die Verlangen erwerbe, die zur Spiritualität streben. Das ist das Ziel, und alles ist von Anfang an auf diese Weise aufgebaut. Andernfalls hätte jeder Mensch seinen eigenen Planeten.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 22.06.2011, „Matan Tora (Die Gabe der Tora)“

Physisch bin ich in der Gruppe. Und innerlich?

Frage: Stimmt das, dass wir das Böse erst nach dem Überqueren des Machsom erkennen können? Was soll ich aber davor tun?

Meine Antwort: Auf jeder Stufe gibt es ein eigenes Maß, eigene Normen, eigene Kriterien. Genauso unterschiedlich habe ich mich selbst mit vier, fünf, sechs, sieben Jahren wahrgenommen.

Sogar jetzt habe ich die Möglichkeit, das Böse zu erkennen. Physisch befinde ich mich in der Gruppe. Doch befinde ich mich innerlich auch in ihr? Nein. Wozu führt nun dieser Zustand? Was wird aus mir? Denn auf diese Weise werde ich die Spiritualität nicht erreichen können. Es sieht nicht gut aus. Schade um die verlorene Zeit, schade um das Leben, aus dem ich keinen Gewinn ziehen werde.

Und ich beginne, das zu hassen, was mich daran hindert, mich mit den anderen zu verbinden – meinen Unterschied zu Freunden.

Selbstverständlich geschieht das alles im Egoismus, im empfangenden Verlangen, welches die Spiritualität für sich beansprucht, um nichts im Leben zu verpassen. Das führt mich jedoch an den richtigen egoistischen Zustand lo liShma heran, und dann verwandelt die Einwirkung des Lichts ihn in den altruistischen Zustand liShma.

So oder so lässt sich hier ebenfalls die Scham feststellen. Zuerst schäme ich mich dafür, des Diebstahls überführt zu werden, später merke ich, dass es sich nicht lohnt, zu stehlen – zumindest nicht immer. Letztendlich verändere ich mich innerlich so, dass ich nichts von niemandem brauche. Ich möchte nur geben. Das ist mein Bestreben, und es geht mir gut dabei.

Wunderbar – genau das ist der Zustand lo liShma, in dem bereits das Verlangen zu geben, die Handlung des Gebens, enthalten ist. Obwohl es auch eine Entschädigung gibt – ein gutes Gefühl. Auf diese Weise schließen wir uns dem Guten an und verlangen erstmal nicht nach mehr.

Und in der nächsten Phase führt das Licht den Menschen zur Quelle zurück – sogar ohne dass er etwas davon wahrnimmt, und er vereint sich tatsächlich mit Demjenigen, der gut ist und Gutes vollbringt.

Auf diese Weise schließe ich mich zuerst dem Guten an, welches mir selbst gut tut, und gehe dann zum echten Geben an den Schöpfer über.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Gabe der Tora“, 26.06.2011

Jede Stufe beginnt bei Null

Frage: Wenn wir spirituelle Fortschritte erlangen, so dass wir von einer allgemeinen Wahrnehmung dieser Welt zu einer mehr inneren und detaillierten Wahrnehmung übergehen, warum wird dann über eine imaginäre, illusorische Welt gesprochen? Es ergibt sich doch, dass wir einfach unsere Durchlassungskapazität (Zoom) erweitern?

Meine Antwort: Aber diese neue Details, die wir offenbaren, haben andere qualitative Eigenschaften und werden deshalb, anders wahrgenommen. Denn wir enthüllen Elemente des Gebens, die Kraft, die in unserem Material verborgen ist. Es erfolgt auch keine Aufteilung des existierenden Materials, in noch kleinere Teile, Moleküle, Atome und Milliarden von Verbindungen, welche sie untereinander verbinden. Wir enthüllen die Kraft, die sich im Inneren des Materials befindet – die Kraft des Gebens.

Wir kommen aus dem Allgemeinen zum Detail voran, wobei der Unterschied nicht in der Quantität der Details, sondern in ihrer Qualität sichtbar wird .

Bislang ist uns eine vorübergehende besondere Wahrnehmung der Existenz gegeben worden – denn wir befinden uns „in Ohnmacht“. Aber wenn wir anfangen, das Spirituelle zu enthüllen, dann werden uns eigene Wurzeln offenbart, die ganz auf der Kraft des Gebens basieren.

Unsere Welt des Empfangens agiert auf der Basis des Egoismus. Und sie ist illusorisch, weil das Nehmen/Empfangen allein gar nicht existieren kann. Das ist lediglich deshalb erschaffen worden, um aus dieser uns eigenen Illusion, die Wahrnehmung der Realität zu erlangen, welche die wahre Fähigkeit zu einer Existenz besitzt. Nur aus diesem Grund leben wir in der Realität dieser Welt, wenn man dies überhaupt als Leben bezeichnen kann.

Das heißt, unsere Welt ist wirklich illusorisch und existiert nur als unsere Halluzination, die einer Ohnmacht entspringt. In dem Moment, wenn wir zu uns kommen, werden wir verstehen, was es für eine Einbildungskraft ist, die uns das Bild dieser Welt zeichnet, und mit welchem Zweck sie es tut. Sie gibt uns die Möglichkeit, alle 125 spirituellen Stufen absolut selbständig und aus freiem Willen, sowie bis zu der höchsten Stufe hinaufzusteigen – wobei wir jedes Mal mit einer Illusion beginnen.

Jede Stufe beginnt mit der Empfindung des Mangels an Erkenntnis jener neuen Stufe, und mit der Erkenntnis des Bösen. Und dann korrigieren wir das Böse und erreichen somit die Eigenschaft des Gebens dieser neuen Stufe. Wir handeln absolut selbständig, da wir uns noch nicht in der Spiritualität befinden, und sie uns zu nichts verpflichtet. Deshalb können wir uns davon vollständig loslösen, um aus dem unbewussten Zustand zu starten. Und so können wir durch eigene freie Wahl, von einer Stufe zu der nächsten aufsteigen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 29.04.2011

Vierhundert Jahre am Berg des Hasses

Frage: Gehen alle unsere Absichten direkt in den Mund des Pharaos, um ihn zu füttern?

Meine Antwort: Es hängt alles davon ab, was diese Absichten sind. Der Pharao ist eine bestimmte Kraft, das Ego was sich gegenüber dem Licht enthüllt. Er ist eine Reserve des Egoismus, das Verlangen zu empfangen, welches wir erschaffen müssen.

In der Weisheit der Kabbala gibt es keinen „Pharao“ ohne „Israel“, d.h. das Streben in Richtung des Schöpfers im Menschen, der arbeitet, um sich mit den anderen zu vereinigen und das Geben zu erreichen. Deswegen erschafft ein Mensch im Grad seiner Bemühungen in Richtung des Gebens den Pharao, entwickelt seine Verlangen (Kelim) in sich, aus welchen er später flieht und die er danach korrigiert, um dadurch belohnt zu werden.

Die gesamte Arbeit in Ägypten liegt im übereinkommen mit dem Pharao und darin ihn groß zu machen, stark und reich, das bedeutet unser Ego von dem winzigen Punkt unseres natürlichen Egoismus zum Status des Schöpfers wachsen zu lassen. Was gibt uns dieser gesamte Egoismus letztendlich? Er gibt uns die Verlangen nach Essen, Sex, Geld, Ruhm und Wissen, ein winziges Ego in unserer Welt, ein physisches Ego, welches nichts mit Spiritualität zu tun hat. Dieses irdische Ego verlangt nicht einmal nach Korrektur.

Indem wir beginnen an unserer Vereinigung zu arbeiten, entdecken wir Wut, Entfremdung und Gleichgültigkeit in unserer Einheit.

Im Grunde ist das die Enthüllung des Bösen, aber nur wenn ein Mensch es als solches betrachtet. Am Ende kann er sagen, dass er sich mit den anderen nicht verbinden kann und dass es nicht seine Aufgabe ist, noch bevor er angefangen hat. Und einige beginnen, werden aber schwach und „Sterben in Ägypten“.

Aber es gibt diejenigen, die es ertragen, dank dem Verständnis, dass sie keine Wahl haben. Sie halten daran fest, immer und immer wieder, obwohl sie sehen, dass sie weitermachen, um zu verlieren. Und geben ihr bestes, um sich mit den Freunden zu verbinden, die Gruppe zu stärken, trotz ihrer Bemühungen sehen sie, dass nichts hilft. Im Gegenteil, sie erfahren ein Verlangen, ihre Freunde zu kritisieren und sie alle zusammen aus den Augen zu schaffen. Und einmal mehr überkommt sie dieser Blitz des Egoismus.

Deshalb wird alles was ein Mensch verdient, all seine Anstrengungen immer wieder von seinem Ego aufgebraucht, dem Pharao, welcher wächst und gedeiht. Der Mensch selbst baut all diese Eigenschaften in sich auf, durch seine eignen Anstrengungen. Später erreicht er die Stufe, auf der er sein Ego nicht länger aufrecht erhalten kann. Und dann empfängt er alle Gefäße des Pharaos (Kelim), die Verlangen.

Mit anderen Worten beginnt das ägyptische Exil genau mit der Arbeit des Menschen in Richtung der Vereinigung mit den Freunden. Was verdiente Israel tatsächlich, nachdem sie aus Ägypten flohen, als der Schöpfer sie befreite? Sie verdienten die Vereinigung am Berg Sinai (dem Berg des Hasses), zusammen als „ein Mensch mit einem Herzen“, aber nur für einen Moment, bis sie das „goldene Kalb“ formten und wieder fielen. Aber diese Abstürze sind heute von anderer Natur, im Gold, was sie aus Ägypten trugen, nahmen sie die „Ägyptischen Gefäße“ mit, um sie davor zu retten und zu erneuern.

Aber dennoch, was wollten sie während all dieser Jahre des Exils? Sie wollten in sich eine Einheit schaffen, die sie am Ende, am Berg Sinai, erreichten. Und ohne diese schrittweisen Anstrengungen, dem Berg Sinai zu trotzen, wären die „400 Jahre des ägyptischen Exils“ für euch nicht durchlaufen worden.

Aus dem zweiten Teil der Täglichen Kabbala Lektion vom 21.4.2011, Das Buch Sohar

Muss man nach dem Bösen in sich suchen?

Frage: Ist es am Wichtigsten, seinen bösen Trieb zu enthüllen?

Meine Antwort: Wir müssen nicht versuchen, unseren bösen Trieb zu enthüllen, ungeachtet dessen, welche Zustände wir durchlaufen. Das Wichtigste und überhaupt das Einzige, was wir tun können, ist, das Licht an uns heranzuziehen.

Mit Hilfe des Lichts durchlaufe ich alle Etappen, von denen ich jetzt noch überhaupt nichts weiß: ich enthülle meinen bösen Trieb und gehe zu dessen Korrektur und später zur Erfüllung über. Auf diesem ganzen Weg kann mir nur das Licht helfen, sonst nichts.

Ich muss nach dem höheren Licht streben, welches alle Handlungen an mir vollbringt. Und was es macht, in welcher Form und in welcher Reihenfolge – damit beschäftige ist mich überhaupt nicht.

Ich muss nicht daran denken, dass das höhere Licht genau jetzt das Böse in mir zum Vorschein bringen muss – ich weiß nicht, was es zum Vorschein bringen muss. Selbst, wenn es so geschrieben steht, doch ich verstehe noch nicht einmal, was das ist: „der böse Trieb“. Man sollte seine Aufmerksamkeit und seine Konzentration nicht vom Wichtigsten ablenken – vom Anziehen des Lichts.

Anderenfalls beginnen wir, selbst nach dem Bösen in uns zu suchen und über jede schlechte Eigenschaft zu denken, dass gerade das der böse Trieb ist. Doch glaubt mir, wir haben ihn noch nicht enthüllt.

Der böse Trieb ist ein Engel. Das heißt, wenn wir das Böse enthüllen, stellen wir fest, dass der Schöpfer sich in dessen Innerem befindet, und gerade Er selbst verleiht uns diese Eigenschaft.

Deshalb, um den bösen Trieb zu enthüllen, muss ich nicht an den Hass, sondern an die Verbindung denken! Doch dadurch, dass ich der Verbindung entgegenstrebe, wird das, was sie erschwert, enthüllt – der böse Trieb.

Ich strebe immer der Vereinigung entgegen, bis das höhere Licht alle notwendigen Handlungen an mir durchgeführt und mir infolge dessen enthüllt hat, wer ich bin. Ich muss alle Stadien durchlaufen – 1, 2, 3, und in dem vierten Stadium (Bchina Dalet) der Einwirkung des Lichts spüre ich immer, dass ich eine Stufe abgeschlossen und ein neues Verständnis erlangt habe. Und dann wieder: 0, 1, 2, 3 und im vierten Stadium enthüllt sich ein weiteres Verständnis.

Das ändert jedoch nicht meine Einstellung der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft gegenüber. Ich strebe immer nur der Vereinigung entgegen und denke an nichts anderes. Es ist mir unwichtig, welche Zustände ich durchlaufe: seien es gute oder schlechte.

Egal, was sich enthüllt hat, ich richte mich immer nach vorne, und nichts kann mich auf diesem Weg stoppen, weder Gutes noch Böses noch irgendeine philosophische Theorie, die sich plötzlich in meinem Kopf bildet und mich irreführt, als würde ich verstehen, was vor sich geht. Die Ausrichtung der gesamten Aufmerksamkeit muss unveränderlich bleiben – nur auf die Verbindung. Und dann kann ich sicher sein, dass ich das umgebende Licht anziehe.

Sobald du angefangen hast, den Klugen zu spielen und selbst zu entscheiden, was du tun sollst, verlierst du sofort das umgebende Licht. Das Licht ist ganzheitlich und vollkommen, du musst nur nach ihm streben. Es steht geschrieben, dass man bereit sein muss, die Bürgschaft anzunehmen, wie ein Mensch mit einem Herzen – nur daran sollst du denken.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Ich erschuf den bösen Trieb und die Tora als Mittel zu dessen Korrektur“, 17.03.2011

Damit das Böse von der Welt verschwindet

Unsere ganze Arbeit besteht nicht in der Korrektur unserer angeborenen Eigenschaften und nicht in der Erschaffung einer bequemeren Welt für unsere Existenz.

All das Böse, das sich in uns enthüllt, soll möglichst schnell zum Vorschein kommen und uns sein wahres Gesicht zeigen. Das heißt, unsere Aufgabe besteht lediglich darin, unsere Entwicklung zu beschleunigen, um schneller „von einem Bild ins nächste“ zu kommen.

Ich muss daran arbeiten, dass die inneren Bedingungen sich so schnell wie möglich in mir ändern – meine Gedanken und Verlangen, das Herz und der Verstand sich erneuern und ich auf diese Weise zu einem immer fortgeschritteneren, zu dem wahren Zustand übergehe. Alles hängt davon ab, wie ich mich selbst zu einer immer größeren Entwicklung meiner Empfindsamkeit vorantreibe, wodurch ich meine Wahrnehmung dem Licht näher bringe.

Die Aufeinanderfolge dieser Veränderungen ist bereits in dem in mir enthaltenen Programm gespeichert, und ich kann nur deren Geschwindigkeit beeinflussen. Darin besteht meine einzige freie Wahl und die Art, mich selbst auszudrücken – dem Endzustand, der Verschmelzung mit dem Schöpfer, den ich erlangen will, zuzustimmen.

Deshalb müssen wir zusätzliche Kräfte von der Umgebung erhalten und uns zur inneren Entwicklung, zur Enthüllung des Bösen vorantreiben. Wir müssen verstehen, dass alle Zustände, die sich uns enthüllen, zur Klärung dessen bestimmt sind, was mir fehlt, um die Verschmelzung zu erreichen. Diese Mängel bezeichne ich als Böse.

Die Kraft der Bewegung, die Kraft der Beschleunigung kommt nur von der Umgebung. Wie geschrieben steht: „Neid, Genusssucht und Ehrgeiz führen den Menschen aus dieser Welt“. Denn ich selbst will diese Veränderungen nicht – sie sind gegen meine Natur, und ich will mich nicht in Richtung Geben verändern. Doch dadurch, dass die Umgebung mich anspornt und mir einredet, dass es sehr wichtig ist und es sich lohnt, das zu tun, stürme ich in den Zustand, den ich selbst niemals wollen würde.

Die Umgebung gibt mir die Kraft, meiner Natur zu widerstreben, und aus diesem Grund kann ich so große Veränderungen in Richtung Geben ertragen und bin bereit, mich selbst zu annullieren und auf meinen Egoismus zu verzichten. Sie redet mir ein solches Verlangen, das Geben zu erreichen, ein, das stärker als mein natürlicher Instinkt ist, nach dem Genuss für mich selbst zu suchen. Auf diese Weise beschleunige ich meine Entwicklung und komme voran.

Und weil ich das ganze Böse zielgerichtet enthülle, wandelt es sich sofort zum Guten um. Darüber steht geschrieben: „Schau sie nur an – und sie werden gleich zu Staub zerfallen“. Alles hängt von unserer Wahrnehmung jener schlechten Eigenschaften ab, die sich uns enthüllen.

Wenn wir das ganze Übel auf der Welt als unsere Mängel der Wahrnehmung empfinden, wird uns klar, was korrigiert werden muss, um zwei Welten zu einer zu vereinen. Dafür müssen wir immer mehr unsere Umgebung erwecken, um mit deren Hilfe solche Korrekturen unseres Zustandes zu erreichen, dass wir nichts Böses auf der Welt mehr sehen werden!

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Es gibt kein Übel auf der Welt, alles ist notwendig und erfüllt seine Rolle“, 13.03.2011