Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Absicht'

Der Abdruck des Lichtes

Eine Frage, die ich erhielt: Auf welche Weise wird der Schöpfer in unserer richtigen Verbindung geöffnet?

Meine Antwort: Es gibt das Gefäß, und es gibt das Licht. Der Schöpfer wird nur im Gefäß, im Geschöpf offenbart.

Das Geschöpf ist ein Wunsch, der entweder mit einem guten oder aber schlechten Empfinden, d.h. das Vorhandensein von etwas oder den Mangel an etwas.

Der Schöpfer dagegen ist eine Beziehung. Den Schöpfer zu öffnen bedeutet somit, Seine Beziehung zu uns zu enthüllen. Nicht Ihn selbst, sondern Seine Beziehung, d.h. die Form, die ins Material eingekleidet ist, oder das Licht, das ins Gefäß eingekleidet ist.

Das Licht kleidet sich ins Gefäß ein, wenn es seine Eigenschaft annimmt. Was das Licht als solches ist, weiß ich nicht. Und das Gewand des Lichtes bedeutet, dass es sich im Gefäß abdruckt.

Deshalb soll das Kli „weich/empfänglich“ sein, d.h. unter Lichtmangel leiden, das Licht wünschen. Denn das Licht hinterlässt im Gefäß den ihm entgegengesetzten Abdruck, und das Gefäß soll dieses Gegenteil in entgegengesetzter Richtung entziffern, vom Negativen zum Positiven zurückkehren, um das Licht zu verstehen.

Deshalb müssen wir unseren Wunsch zu genießen einschränken (durch den Schirm) und ihn mit der Absicht (mit dem widergespiegelten Licht) versorgen. Wir können das Licht nur dann empfinden, und richtig interpretieren, wenn es in uns den Schirm und das widergespiegelte Licht bildet.

Im Endeffekt empfinden wir die eigene Form, welche das Licht in uns geschaffen hat, und deshalb nennen wir diese Form mit seinem Namen, mit dem Namen des Lichtes.

Genauso ist HaWaJaH eine Form der Schöpfung, die nach dem Schöpfer benannt ist. Nur auf diese Weise erkennen wir Ihn, Seine Form, denn das Wesen des Schöpfers begreifen wir niemals.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 17.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Absicht auf dem Kongress

Eine Frage, die ich erhielt: Welche Absicht wird mir helfen, „das gemeinsame Gebet “ auf dem bevorstehenden Kongress zu erreichen?

Meine Antwort: Unser Kongress ist dem Öffnen der Beziehungen der Liebe zwischen uns gewidmet: „Israel – die Freunde für einander“. Das Isra-El bedeutet „direkt zum Schöpfer“. Jeder beliebige Mensch in der Welt heißt „Israel“, wenn er beabsichtigt den Schöpfer zu enthüllen.

Es ist klar, dass „Gebet Israel“ immer „das gemeinsame Gebet“ ist, und die Absicht, die Bürgschaft zu erreichen, wie es gesagt ist: „wir werden es tun und wir werden hören“, d.h. wir werden die Verbindung zwischen uns aufbauen und darin den Schöpfer offenbaren, zur Verschmelzung, zur Ähnlichkeit der Eigenschaften mit der Kraft des Gebens kommen.

Der bevorstehende Kongress, wie auch unsere ganze Tätigkeit sollen den Menschen erklären, was ihnen bevorsteht . Das Exil ist zur Ende, wir sind in das Land Israel zurückgekehrt und sollen auf die Stufe Israels, direkt zum Schöpfer hinaufsteigen.

Deshalb wird auf uns von der Natur aus ständiger Druck ausgeübt, damit wir die Verbindung untereinander enthüllen und danach das Schöpfungsziel den Völkern der Welt erklären. Es bedeutet eben „Das Licht für die Völker zu sein“ – der ganzen Menschheit zu helfen, die allgemeine Verbindung zu öffnen und gemeinsam auf die geistige Stufe hinaufzusteigen.

In der Wissenschaft der Kabbala wird erklärt, dass die Zeit der Existenz unserer Welt 6000 Jahre beträgt, seit der ersten Korrektur und bis zur endgültigen Korrektur. Heute sind wir im Jahre 5771, und in der Periode, die uns bis zum 7. Jahrtausend blieb, sind wir verpflichtet, die ganze Korrektur zu erfüllen.

Aus dem Programm „Kabbala für die Anfänger“, 11.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Stufe des spirituellen Todes

Eine Frage, die ich erhielt: Rabasch schreibt im Artikel „Ankläger“, dass der Zustand „lo-lischma“ falsch ist und zum Tod führt.
Dennoch wissen wir, dass „lo-lischma“ eine obligatorische und sehr wichtige Stufe ist, von der aus wir zur altruistischen Absicht übergehen. Worum geht es hier?

Meine Antwort: Im Zustand „lo-lischma“ sind meine Absichten auf den persönlichen, materiellen oder spirituellen Vorteil gerichtet.
Es ist der Tod eben. Ich werde nicht tot sein, sondern bin schon tot, weil ich mich im Wunsch „für sich selbst zu genießen“ aufhalte.
Vor diesem Zustand befinde ich mich auf dem tierischen Niveau und existiere im spirituellen Sinne noch nicht. Andererseits ist „lo-lischma“ schon die Beziehung zur Spiritualität: ich will den wahren Zustand verdienen.
Es handelt sich um die Etappen des Aufstiegs: diese Welt, die Vorbereitung (lo-lischma), die altruistische Absicht (lischma) in der Kategorie „Chafez Chessed“ und letztendlich die Stufe der Liebe.
Die Absicht „lo-lischma“ ist im Laufe der Vorbereitung schon sehr gut. Wir erreichen sie von Null bis zu 100 %, bis wir uns vollständig vorbereitet haben.
Hier muss man verstehen, dass inwieweit ich mich in die Abhängigkeit von der Gruppe stelle, insofern komme ich zu „lischma“ voran.
Weder von sich selbst, noch von den Büchern, oder von oben wird der Mensch etwas bekommen, was ihn zu der richtigen Bitte bringen könnte.
Denn „lischma“ ist eine Bitte um die Einheit. Und nur aus der Einigkeit, aus der Ähnlichkeit der Eigenschaften, bittet der Mensch um den Kontakt mit dem Licht, mit dem Geben, mit dem Gebenden.
Hier steckt die Möglichkeit für die deutliche und konkrete Prüfung dahinter: wenn wir die Sachen durch das Prisma der Gruppe, durch die Vereinigung und die Bürgschaft betrachten – dann finden wir dort die Tora, d.h. das Licht, das zur Quelle zurückführt.
Gerade dort wird jedem die Tora geschenkt, wonach der Mensch noch tiefer eingeht, sich den Eigenschaften des Schöpfers annähernd.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 20.10.2010

Und noch mal über die Absicht

Eine Frage, die ich erhielt: In einem der Morgenunterrichte haben Sie gesagt, dass ein Mensch, der die Unterrichte besucht, Dienste übernimmt und sich an der Verbreitung beteiligt, sich nicht zwangsläufig im System befindet.

Andererseits sagen Sie, dass wir, solange wir uns noch im Wachstum befinden, Unterrichte besuchen, uns an der Verbreitung beteiligen, Dienste übernehmen und Verantwortung für die Verpflichtungen, die wir eingehen, tragen müssen. Wie soll man das miteinander verbinden?

Meine Antwort: Das Natursystem an sich ist korrigiert, die Rede ist nur von meiner bewussten Teilnahme und gewollten Erfüllung dessen Gesetze. Darin besteht unsere ganze Arbeit – die Naturgesetze zu erkennen und sie zu erfüllen.

Deshalb, wenn der Mensch sich physisch unter uns befindet, bedeutet das noch nicht, dass er sich am System beteiligt.

Es kann sein, dass er alle Handlungen ausführt, doch „ein Gebot ohne Absicht ist wie ein Körper ohne Seele“. Das Wichtigste ist seine gewollte Erfüllung, sprich die Absicht.

Doch kann ein Mensch, der eine Möglichkeit hat, die Handlung physisch auszuführen, sich nur mit der Absicht zufriedengeben? – Nein, wenn er eine mögliche Handlung nicht ausführt, zeugt es lediglich davon, dass er keine Absicht hat.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“ vom 15.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Formel für die optimale Entwicklung

Der Sohar ist die stärkste Quelle der spirituellen Kraft, aus der wir das Licht, die Kraft – alles, was man sich wünschen kann – schöpfen können. Doch wir müssen verstehen, dass wir alles entsprechend unserem Verlangen erhalten.

Wenn ich das Schöpfungsziel erreichen will und genau darauf gerichtet bin, dann bekomme ich die hundertprozentige Unterstützung und Kraft davon.

Wenn ich aber in eine andere Richtung gehe, dann muss das Licht in dem Maße meiner Abweichung auf mich, auf mein Verlangen zu genießen einwirken, um es zu bezwingen und mich auf den rechten Weg zurückzubringen.

Den Unterschied zwischen dem direkten Weg zum Ziel und der Abweichung davon empfinde ich als Leiden. Diese Leiden zwingen mich, zurückzukehren.

So will auch ein kleines Kind, das ich an der Hand halte, mich zur Seite ziehen, und ich halte es fest und ziehe es zurück, es zieht mich in eine andere Richtung, und ich ziehe es wieder zurück.

Genauso auch wir. Wenn wir von dem Weg abkommen, bringt das Licht uns mit Gewalt zurück. Doch diese Kraft, die als Gegengewicht zu unserem Verlangen wirkt, empfinden wir als böse – bis hin zu Krankheiten, Problemen, Leiden, Kriegen und dem Tod.

Deshalb, wenn wir auf gutem Wege wie liebe Kinder voranschreiten wollen, um nicht mehr zu leiden, müssen wir uns die Frage stellen: wie kann man Gehorsam leisten und auf dem richtigen Weg, direkt und ohne Fehler voranschreiten?

Baal HaSulam schreibt, dass es eine einfache Formel gibt: „Israel (jene, die nach dem Schöpfer streben: Isra – direkt und El – Schöpfer), die Tora (von Or – Licht und Oraa – Anleitung) und der Schöpfer (Kadosh Baruch Hu) sind eins“.

Israel bin ich. Die Tora ist das Licht, das auf mich einwirken und mich auf gutem und direktem Wege vorantreiben wird. Der Schöpfer ist das Geben.

Wie kann ich meine Entwicklung nach dieser Formel organisieren? Baal HaSulam erklärt im Artikel „Die Freiheit des Willens“, dass es nur mit Hilfe der Gruppe möglich ist.

Wenn ich die Erreichung des Ziels mit der Gruppe, in der Gruppe, verbinde, dann füge ich mich in sie ein und will in der Verbindung zwischen uns den Schöpfer enthüllen – auf diese Weise gehe ich zweifelsohne in die richtige Richtung.

Deshalb, wenn wir während des Lesens des Buches Sohar sein Licht anziehen wollen, müssen wir uns möglichst viele Gedanken darüber machen, dass das Licht sich auf die richtige Art und Weise zeigt.

Denn die Tora kann sowohl zum Lebenselixier als auch zum tödlichen Gift werden. Und es kann passieren, dass wir uns in eine vollkommen anderen Richtung bewegen, dann ist es „vorzuziehen, zu sitzen und nichts zu tun“, wie es geschrieben steht.

Darum sollten wir uns mit der richtigen Absicht wappnen und daran denken, dass wir alle zusammen den Sohar lesen, damit das Licht uns die Einheit bringt.

Und es ist unwichtig, was genau wir lesen, wie weit wir verstehen, ob wir hören oder die Sprache kennen. Das Wichtigste ist die Absicht.

Denn die „wundersame“ Kraft (Sgula) des Sohar wirkt auf den Menschen nur in Abhängigkeit von seinem Verlangen. Deshalb lasst uns die Verbindung und in unserer Verbindung die Enthüllung des Schöpfers herbeisehnen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 22.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Der Schöpfer enthüllt sich jedem

Eine Frage, die ich erhielt: Gibt es einen Unterschied zwischen dem Studium des Buches Sohar auf dem Kongress, zusammen mit sehr vielen Menschen und dem Sohar-Studium in unserer Gruppe während der Morgenunterrichte? Was ist wichtiger – Quantität oder Qualität?

Meine Antwort: Die Quantität wertet die Qualität nicht ab. Innerhalb einer großen Anzahl von Menschen gibt es immer welche, die in der Lage sind, sich mehr oder auch weniger zu verbinden, es gibt aber auch welche, die sich überhaupt nicht verbinden können oder es vergessen.

Auf jeden Fall hat die Quantität ebenfalls ihren Vorteil, wie geschrieben steht: „Ich wohne unter Meinem Volk“. Was bedeutet „unter dem Volk“? Die Rede ist hier nicht von einer besonderen Gruppe von Menschen, die auffallen, zielstrebig sind, sich mit der inneren Arbeit beschäftigen können und gut vorbereitet sind.

Der Schöpfer wohnt unter einem ganzen Volk, und nicht innerhalb jener kleinen Gruppe von besonderen Persönlichkeiten, die Er selbst vorangetrieben und zu einer Pyramidenspitze vereint hat. Und doch sagt Er, dass Er sich gerade unter einer großen Menschenmenge befindet.

Die Höhere Lenkung kümmert sich am meisten um die unbelebte Stufe (innerhalb der Menschheit), weniger um die pflanzliche, noch weniger um die tierische und menschliche.

Je schwächer ein Geschöpf, je geringer sein freier Wille, je weniger es in der Lage ist, selbständig für die Korrektur der Schöpfung zu arbeiten, ausgehend vom Schöpfungsgedanken und dem Gesamtsystem, desto mehr kleidet sich die Höhere Lenkung in dieses Geschöpf – und das ist ein Anzeichen für die Enthüllung des Schöpfers (Elokut).

Das heißt, die Rede ist nicht von der Enthüllung des Schöpfers in so hohen Seelen wie Rashbi und allen anderen großen Kabbalisten. Die Enthüllung des Schöpfers wird an der Gemeinschaft und nicht an einzelnen Individuen gemessen.

Aus diesem Grund dürfen wir die große Anzahl nicht nur nicht verachten, sondern müssen sie sogar achten. Die Masse ist durch ihre Anzahl stark und nicht durch einzelne Individuen, die über persönliche Erkenntnis verfügen und persönliche spirituelle Arbeit leisten.

Das Wichtigste ist gerade die gemeinsame Arbeit, denn dadurch lassen wir das Licht sich enthüllen und erlangen die Enthüllung des Schöpfers.

Und persönliche, besondere Arbeit von einzelnen Menschen, unserer Gruppe oder einiger Gruppen ist nur dazu nötig, um uns in diese ganze riesige Masse (in einige Millionen, Milliarden Menschen) einzuordnen und über uns den Lebensgeist an sie weiterzugeben.

Darum ist die Richtung, die Absicht und das Ziel gerade die Gesellschaft, das Volk. Genau aus diesem Grund ist die Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala in den Massen notwendig.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 21.10.2010

Zur Kabbala Akademie

 

Zwei Welten in sich vereinen

Je weiter wir vorankommen, desto verworrener und unberechenbarer wird die Welt. Wir sehen, dass es einen gewissen Prozess gibt, doch wo er hinführt, ist uns unklar.

Die Untersuchungen zeigen, dass unsere Realität nur eine einzige Eigenschaft besitzt – das Verlangen zu empfangen, zu genießen.

Alle Berechnungen auf allen Ebenen werden allein auf dem eigenen Nutzen aufgebaut. Selbst das Geben wird zum Zwecke des Empfangens gebraucht. Wir haben keine Energie für eine Handlung, die nicht auf unser eigenes Wohl gerichtet ist. Was soll man tun?

Die Kabbalisten sagen uns, dass es auch noch eine andere, entgegengesetzte Realität gibt, in der die allumfassende Schöpfungskraft wirkt. Man kann sie als Natur oder als Schöpfer bezeichnen – das ist das Gleiche. Die Rede ist von der absoluten, universellen Eigenschaft des Gebens.

Man kann sich von der Stufe des Empfangens zur Stufe des Gebens nur mit Hilfe dieser globalen allgemeinen Kraft erheben, von der die gesamte Realität erschaffen wurde. Durch unsere Handlungen können wir ihre Einwirkung auf uns hervorrufen, damit sie unsere Natur verändert.

Diese Handlungen sind unkompliziert: wir versuchen, uns zu verbinden, uns selbst im gegenseitigen Geben vorzustellen, und studieren zugleich gemeinsam die Gesetze der vor uns verborgenen Realität.

Dank den Anstrengungen und dem Studium nähern wir uns quasi der Eigenschaft des Gebens an oder ziehen sie umgekehrt an uns heran, damit sie auf uns einwirkt und uns verändert.

Auf diese Weise rufen wir die Annäherung von Eigenschaften hervor, indem wir uns auf den Wellen von schwankenden Empfindungen hoch und runter bewegen. Mal geht es uns gut wegen der Nähe zum Geben, und wir spüren, dass wir vorankommen, mal geht es uns deswegen schlecht.

So schreiten wir voran: mal rechts, mal links, mal durch das Wachstum des Gebens, mal durch das Wachstum des Empfangens. Und wenn wir der Methode treu bleiben, entwickelt sich das Empfangen bis zum Hass in uns, und über dem Hass entwickelt sich immer die Liebe – bis sich das ganze Übel und die ganze Güte, die wir von der Eigenschaft der Liebe anziehen können, enthüllt hat.

Genau dann erschaffen wir eine richtige Kombination aus ihnen beiden – die mittlere Linie. Wir vereinen zwei Welten in uns und existieren in ihnen beiden, während wir die Kraft des Gebens über die Kraft des Empfangens erheben. Genau das nennt sich „empfangen, um einander zu geben“.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 19.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Arbeite den ganzen Tag, wie im Tempel

Eine Frage, die ich erhielt: Es ergibt sich doch, dass jeder von uns die ganze Zeit „das Loch im gemeinsamen Boot bohrt“, aber man muss die eigene Sensibilität erhöhen, um es dies zu verstehen?

Meine Antwort: Wenn wir beginnen damit zu arbeiten, dann werden wir die „613“ Handlungen (die Gebote), und die Fehler (Schagagot) , sowie die Verbrechen (Zdonot) enthüllen, die bezüglich der Bürgschaft gelten. Denn es handelt sich um eine uns „gebotene“ Handlung, die wir erfüllen können!

Das ist eben die einzige freie Handlung, genannt „ein Gebot“, das aus vielen Komponenten (G“E, ACHAP, alle Niveaus des Wunsches) besteht, infolge der allmählichen Korrektur des Wunsches auf die Bürgschaft.

Dies alles wird durch eine winzige freie Öffnung im Durchgang realisiert, worin alle Gebote erfüllt werden. Es gleicht sich einer Geburt: dem Ausgang aus der Gebärmutter durch einen engen Durchgang in diese Welt.

Wenn ich versuche, an die Bürgschaft, an die Nächstenliebe zu denken, dann enthülle ich in diesen Bestrebungen meine eigene höhere Welt.

Deshalb wird gesagt, dass „das Ende der Handlung – im ursprünglichen Vorhaben liegt“, das heißt , ich soll mich bemühen, in einer Absicht zu sein. Alle meine Handlungen sollen auf die Nächstenliebe und die Liebe zum Schöpfer gerichtet sein.

Die Handlung selbst ist nicht wichtig, viel mehr geht es um die Absicht, die ich an die Handlung anbinden kann. Wie darüber gesagt ist, dass dem Schöpfer nicht wichtig ist, wie das Vieh (unsere Selbstsucht) geschlachtet wird, nur die Absicht ist wichtig.

Deshalb bewerten wir nur bezüglich der Absicht, und nicht aufgrund der Handlungen: werden die Fehler und die Verbrechen begangen, oder die Gebote und die Korrekturen erfüllt. Den Schöpfer interessieren deine Handlungen nicht – Ihm ist es wichtig, was du dadurch erreichen willst.

Wenn du beginnst, die Absicht des Gebens, der Bürgschaft zu bilden, dann werden alle deine Handlungen im Leben frei sein!
Alle 360 Grad, die du ausnutzt, verwandeln sich in ein riesiges Rohr, das in die höhere Welt führt!

Und diese Welt verwandelt sich in den Schaffner auf der Reise in die Spiritualität, sie ist nicht mehr das ursprüngliche enge Röhrchen. Es wird durch das Licht Chassadim – durch die Eigenschaft des Gebens und der Liebe ausgedehnt.

Folglich spielt es keine Rolle mehr, was du machen wirst: ob du auf dem Land oder in einer Institution arbeiten wirst, wenn du alles mit der Absicht des Gebens tust, dann wird deine ganze Arbeit, mit der Arbeit im Tempel des Schöpfers verglichen.

Dadurch wird eine ganz andere Beziehung zur Handlung, zum Geben geöffnet. Und daran wird geprüft, was der Fehler oder das Verbrechen sein wird – aber nicht aufgrund der Handlungen, sondern aufgrund der Absicht: die Bestrebung zur Bürgschaft, zur Nächstenliebe und zum Geben.

Somit klärt sich auf, ob du der Sünder oder der Gerechte bist – alles nur aufgrund deiner Absicht.

Die Massen denken, dass alles aufgrund der Handlung bewertet wird, wobei in der Spiritualität nur die Absicht zählt. Deshalb wird gesagt: die Meinung der Tora widerspricht der Meinung der Gastgeber“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“, 12.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum –>

Der Hauptgedanke

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man

„das gemeinsame Gebet“ auf dem Kongress vollbringen? Welchen Gedanken und die Absicht bezüglich der Umgebung soll ich im Laufe des Kongresses festhalten?

Meine Antwort: Zum Kongress werden 7000 Menschen ankommen, eine kolossale Kraft! Wenn diese Menschen beginnen, sich zu verbinden, sowohl die Erfahrenen, als auch die Anfänger – wenn sie einfach in diesem Prozess sein wollen, dann genügt es vorerst.

Denn in der Spiritualität zählt die qualitative Kraft und nicht die quantitative. Wenn es einen Blindenführer gibt, welcher den Weg kennt, dann folgen ihm alle anderen, und er bringt sie zum Ziel.

Wir haben schon eine große und erfahrene Gruppe, die seit 15 Jahren studiert. Diese Menschen verstehen und wissen, was zu tun ist. Selbst wenn noch Tausende von Neulingen hinzukommen würden, spielt es keine Rolle, denn der Geist verbreitet sich von der Spitze der Pyramide.

Deshalb schließen sich alle an eine Richtung an und aus „vielen“ wird „Eins“: „wie ein Mensch mit einem Herz“. Aus der Erfahrung der vorigen Kongresse wissen wir, dass es auf diese Weise geschieht.

Jeder empfängt während des Kongresses verschiedene innere Eindrücke: manchmal möchte man weglaufen, manchmal zurückkommen. Diese Zustände bezeugt die Macht der inneren Arbeit, die Intensität der Korrekturen und der Klärungen, die der Mensch durchgeht.

Im Laufe dieser drei Tage erreicht man die Ergebnisse, die man nicht im Laufe des Jahres erreichen kann. Deshalb ist der Aufenthalt auf dem Kongress außerordentlich nützlich.

Jeden Tag gebe ich auf dem Kongress drei Vorlesungen, außerdem gibt es die Versammlungen der Freunde, die Seminare, die kulturellen Abende, die gemeinsame Mahle und andere Veranstaltungen.

Sie alle sind auf die Bildung einer Einheit gezielt: um den Schöpfer zu eröffnen, sollen wir uns in ein Ganzes verwandeln. Daraus wird klar, was die Regel „Liebe deinen Nächsten, wie sich selbst“ bedeutet.

Durch die Handlungen in solcher Richtung werden wir unbedingt etwas erreichen. Auch wenn die unendliche Verbindung vorerst nicht erreichbar ist, können wir ihren 125zigsten Teil, die niedrigste spirituelle Stufe erlangen.

Dann werden wir eben fühlen, dass zwischen uns das kleine Leuchten existiert, welches uns die Empfindung des Geisteslebens gibt. In dieser Empfindung leben wir über unserem Körper, nehmen das andere Gebiet, die andere Dimension im Vergleich zu unseren körperlichen Sinnesorganen wahr.

Das alles wird durch die Verbindung zwischen uns, durch das gemeinsame Gebet erreicht. „Das Gebet“ bedeutet, dass ich um die Fähigkeiten bitte, vielen Menschen geben zu können, um dadurch – den Schöpfer zu enthüllen.

Die Frage: In welchem Moment des Kongresses kann man solche Empfindung erwarten?

Meine Antwort: Es hängt von der Kongressvorbereitung ab. Wenn wir uns richtig vorbereiten werden – dann werden wir das Material und die Themen der Vorlesungen kennen, die Lieder mitsingen können, an der Zusammenstellung der Fragen teilnehmen, diese dann beantworten – dann wird uns nichts daran hindern, am Ende des ersten Tages die gegenseitige Verbindung und die höhere Kraft zu fühlen, die uns verbindet.

Aus dem Programm „Kabbala für die Anfänger“, 11.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Leere ist der Vorbote für die Offenbarung

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich den Sohar lese, dann konzentriere ich mich auf die Absicht, möchte mich also mit den Freunden verbinden,
empfinde aber den leeren Raum. Soll dieser Raum mit irgendwelchem Begreifen ausgefüllt werden?

Meine Antwort: Nein. Dieser leere Raum wird nicht von Ihnen, sondern von oben ausgefüllt. Denken Sie nur über die Vereinigung nach, und hören Sie
dem Text zu. Außerdem ist nichts mehr notwendig.

Denn alles, was im Text beschrieben wird, soll sich in der Vereinigung aufklären. Es ist sogar sehr gut, dass darin die Leere geöffnet wird. Sie
wird sich später mit dem spirituellen Bild ausfüllen, das während dem Lesen enthüllt wird.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 14.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>