Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen'

Gibt es das Böse?

Gemäß der Weisheit der Kabbala ist das Böse die Enthüllung der egoistischen Einstellung eines Menschen, die er anderen gegenüber hat.

Wir bestehen aus dem Verlangen zu genießen, und dieses Verlangen entwickelt sich auf verschiedenen Stufen: vom individuellen Verlangen nach Nahrung, Sex und Familie über das gesellschaftliche Verlangen nach Geld, Ehre, Macht und Wissen bis hin zum Verlangen den Sinn unseres Lebens zu erkennen. Dieser Wunsch nach Genuss war schon immer die treibende Kraft, die uns zu jeder Handlung oder Überlegung in Richtung der verschiedenen Vergnügen antreibt. In unserer heutigen Zeit hat dieses Verlangen jedoch einen Grad erreicht, der es zum Bösen werden lässt: Es beginnt sich in ein Verlangen zu verwandeln, das auf Kosten der anderen und der Natur genießen will.

Während also der Wunsch zu genießen unserer Natur entspricht und wir ständig den Impuls verspüren, uns dem Genuss zuzuwenden und uns vom Leid zu entfernen, kommt das Böse ins Spiel, wenn unser Wunsch beginnt, auf Kosten anderer zu genießen, d.h. wenn wir uns über andere stellen und sie erniedrigen.

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Über sich lernen

Frage: Angenommen, ein Mensch beginnt mit dem Lesen des Buches „Die Propheten“. Wie liest es ein Kabbalist oder jemand, der in eine andere Dimension entkommen will?

Antwort: Ein Kabbalist liest in kleinen Portionen, denn es ist nicht zum Verschlingen, sonst wäre es als würde man Belletristik lesen.

Um einen kabbalistischen Text zu lesen, muss man sich in ihn vertiefen, über ihn nachdenken, sich in einen bestimmten Zustand versetzen. Es bedarf einer Art kabbalistischer Meditation.

Ein Kabbalist ist jemand, der Bücher mit einem Stift und einem Notizblock studiert. Kurz gesagt, es ist nicht das Lesen, sondern das Studieren. „Die Propheten“ ist kein einfaches Buch. Es ist schwer zu vermitteln, wie ein Kabbalist es liest.

Es ist eine Studie über sich selbst durch andere Charaktere, d.h. Menschen, die in unserer Welt existierten und den Schöpfer verstanden haben. Sie handelten nur zu dem Zweck, sich Ihm zu nähern, Ihn positiv zu beeinflussen, damit der Schöpfer sich ihnen annähert und ihnen die Möglichkeit gibt, die Welt durch sie positiv zu beeinflussen.

Aus dem Fernsehprogramm „ Die Geheimnisse des ewigen Buches“ 13.09.21

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Warum haben manche Menschen Gewaltausbrüche?

Ausbrüche gibt es nicht nur bei manchen Menschen, sondern auch auf der unbelebten, der pflanzlichen und der tierischen Ebene der Natur. Es gibt verschiedene Fälle, in denen die Spannung ausbricht, um zu einem ausgeglichenen Zustand zu führen.

Zum Beispiel entstehen Vulkanausbrüche, nachdem sich unter der Erde viel Spannung aufgebaut hat und ein Zustand erreicht ist, in dem es unmöglich ist, die innere Spannung weiter zu halten. Die äußere Hülle kann die innere Spannung nicht mehr festhalten, und wir sehen dann, wie vulkanische Lava und Asche aus der Erde hervorbricht.

So funktioniert es in der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur, aber auch im menschlichen Dasein. Der Mensch hat mehr Gründe für Ausbrüche als der Rest der Natur, weil er in einem komplexen Netz sozialer Interaktionen lebt. Im Allgemeinen leben wir in einem geschlossenen System, das uns ständig mit allen möglichen Problemen und Schmerzen belastet, und wenn die Spannung unserer ständig wachsenden Sehnsüchte auf ein entsprechendes Maß an Spannung in unseren sozialen Beziehungen trifft, dann entsteht ein zunehmender Impuls zum Ausbruch, sei es auf persönlicher Ebene in der Familie, sei es auf gesellschaftlicher Ebene bei öffentlichen Ausbrüchen oder sogar auf nationaler Ebene, wenn bestimmte staatliche oder nichtstaatliche Akteure Gewalt entfesseln.

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Was ist die materielle Welt, was die spirituelle? (Quora)

Die materielle Welt, von der Weisheit der Kabbala ganz einfach als „diese Welt“ bezeichnet, ist in Wirklichkeit nichts anderes als unsere eigene innere Wahrnehmung der Realität. Es scheint uns als existierte da draußen eine Welt, die außerhalb unserer inneren Wahrnehmung liegt, tatsächlich befindet sich aber alles in unserem Inneren.

Egal ob wir ein riesenhaftes Universum voller Galaxien und Sterne sehen, oder auch nur unseren Planeten betrachten, mit seinen Stufen von unbelebt über pflanzlich zu belebt und menschlich, so nehmen wir all das in unserem Verlangen zu genießen wahr. Dieses Verlangen Genuss zu empfinden, oder anders ausgedrückt, unser egoistisches Verlangen, ist unsere Natur. Könnten wir dieses Verlangen von uns abtrennen, würden wir weder uns selbst noch die Welt wahrnehmen.

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Existieren außer uns noch andere intelligente Lebensformen? (Quora)

Außer der bewegungslosen, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Stufe der Natur gibt es nichts anderes im Universum. Wie sehr wir auch nach anderen Lebensformen suchen, wir werden jenseits dieser vier Stufen dennoch nichts entdecken.

Die menschliche Stufe ist die höchste Lebensform, weil sie die Fähigkeit besitzt, die physische Welt zu verlassen und in die höhere spirituelle und ewige Welt einzutreten, eine völlig andere Ebene der Existenz jenseits des Universums, wie wir es kennen.

So groß unser Universum auch zu sein scheint, so winzig und begrenzt ist es in Wirklichkeit. Es entstand aus einem winzigen Funken, der aus einer höheren Ebene der Existenz hervorbrach, die in der Kabbala eine höhere „Welt“ genannt wird. Wir kennen dieses Ereignis als den Urknall, den Ursprung der Entstehung von Lebensformen und der Existenz, wie wir sie heute vorfinden.

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Wie man lernt, anderen zuzuhören

Auszug aus einem Leserbrief: „Mit Schrecken stelle ich fest, dass ich anderen nicht mehr zuhören und sie verstehen kann. Kann ich es wieder lernen?“

M. Laitman: Ich finde nicht, dass man Jedem zuhören muss. Man sollte zunächst lernen, an sich selbst zu arbeiten, und erst dann beginnen, den Menschen zuzuhören. Menschen einfach so zuhören? Das wird Sie nur mit deren Problemen überladen. Sie werden sich grämen. Es wird nichts Gutes dabei herauskommen.

S. Vinokur: Sie sagen also: Man sollte sich darauf vorbereiten, anderen zuzuhören?

M. Laitman: Ja, man muss über eine sehr gute Wahrnehmung verfügen, um die Informationen richtig zu verarbeiten und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Erst dann können gute Beziehungen entstehen und Sie werden in der Lage sein, zu verbinden und zu heilen.

Was wollen Sie sonst tun? Wollen Sie die da sitzen, weinen und mitfühlen? Niemand braucht das.

S. Vinokur: Sie meinen also, nur wenn das Ziel ist, der Person zu helfen, dann kann er richtig hören und zuhören?

M. Laitman: Ja. Deshalb wird unsere Verbindung mit anderen Menschen durch eine Art Schutzschild hindurch aufgebaut, das als Machsom bezeichnet wird.  Es ist eine Art Schild, durch das ich sehr hart zu mir selbst und zu anderen bin und beginne, ernsthaft zu sortieren, was ich von ihnen bekomme, was ich ihnen gebe und so weiter.

S. Vinokur: Aber ich muss mir selbst gegenüber hart sein, haben Sie gesagt.

M. Laitman: Ich muss zu mir und zu anderen hart sein, damit auch sie beginnen, sich richtig zu verhalten, ohne sich gehen zu lassen.

S. Vinokur: Es ist also kein höfliches Verhalten. Wollen Sie damit sagen, dass dies bereits eine Korrektur ist?

M. Laitman: Es geht nicht um Höflichkeit, es geht um Korrektur. Das ist  kein kabbalistisches Märchen. Es sind keine egoistischen Tränchen. Das alles ist sehr, sehr ernst. Es muss gut durchdacht und abgewogen sein und auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet werden.

Die Schlussfolgerung ist ganz einfach: Eine nachhaltige Zukunft ist nur dann möglich, wenn die Menschen ihren Egoismus überwinden und gemeinsam daran arbeiten, ein völlig neues System zu schaffen, ein neues Netz der Kommunikation und der Interaktion untereinander. Dann verschwinden alle Probleme und die Menschen werden in eine völlig neue Gesellschaft integriert.

Aus KabTv: https://www.michaellaitman.com/ru/video/kak-nauchitsya-slyshat-drugih/

Wege zu der Frage nach dem Sinn des Lebens

Frage: Warum gehen Juden und Völker der Welt unterschiedlich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens um? Die Völker der Welt – mehr von einem friedlichen Leben, in dem sie alles Gute haben, und die Juden – vom Leid?

Antwort: Es kommt daher, dass die Völker der Welt eine gewisse Sättigung erreichen und die Leere in sich spüren.

So entwickelt sich der gewöhnliche Egoismus: Man versucht ständig, sich zu füllen und kommt am Ende nach tausenden von Jahren der Anstrengung zu dem Schluss, dass man nicht erfüllt werden kann. Was ist also als nächstes zu tun? Es gibt keinen Grund zu leben. Das Ergebnis ist das Vergessen durch z.B. Drogen, Selbstmord, Scheidung usw. Außerdem werden sie von der bloßen Neugierde, von der Krise aller Wissenschaften angetrieben.

Für Juden ist es sehr schwierig, mit ihrer komplexen inneren hierarchischen Struktur, die sie übernommen haben und in der sie seit dreitausend Jahren leben, wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzukehren. Diese spirituelle Mauer, die sie in sich aufgebaut haben, indem sie nach den Gesetzen der Liebe lebten und die Spiritualität erlebten, hat sich nun in ihnen umgekehrt.

Als Folge des spirituellen Verständnisses, der Wahrnehmung, des Gefühls, wurde alles zur Religion, zum Dogma, zur mechanischen Ausführung von Geboten, so wie in anderen Religionen, die ihre Grundlagen vom Judentum übernommen haben. Wenn man sagt, dass man für die rein physische Befolgung von Traditionen eine zukünftige Welt nach dem Tod bekommt, braucht man nichts anderes.

Aber am Ende sehen wir, dass die Nationen der Welt Israel unter Druck setzen werden. Sie werden sie zwingen, sich der Kabbala zuzuwenden, sie zu offenbaren, der Welt ein Beispiel geben und sie dann zu lehren.

Aus der Fernsehsendung “ Nahaufnahme. Exil“

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Wie können wir die Barriere zwischen dieser Welt und der spirituellen Welt überwinden? (Quora)

Die Barriere, die unsere körperliche Welt von der spirituellen Welt trennt, zu überwinden, bedeutet, die Realität im Inneren zu spüren. Das geschieht, indem wir unser Verlangen nach Spiritualität bis zu einem Punkt entwickeln, an dem es bereit ist, einem bestimmten Teil der spirituellen Welt zu ähneln.

Unser Verlangen nach Spiritualität, das in der Weisheit der Kabbala als „Punkt im Herzen“ bezeichnet wird, tritt in unserem Leben auf, wenn wir bereit sind, über die körperliche Erfüllung von Nahrung, Sex, Familie, Geld, Ehre, Kontrolle und Wissen hinauszugehen, um einen spirituellen Weg einzuschlagen.

Eine solche Sehnsucht zeichnet sich dadurch aus, dass wir den Sinn und Zweck unseres Lebens in Frage stellen, wenn wir eine unterschwellige Unzufriedenheit in unserem täglichen Leben spüren und uns nach einem gewissen „Etwas“ sehnen, das wir noch nicht genau benennen können.

Je nach der Intensität dieser Empfindung suchen wir in verschiedensten Richtungen, z. B. in Büchern, bei Lehrern und Gruppen, bis wir schließlich auf die Weisheit der Kabbala stoßen. Sie ist eine Methode, die speziell für die Beantwortung unserer existenziellen Fragen bestimmt ist, und uns zu einer klaren Erkenntnis und Wahrnehmung des Sinns unseres Lebens führt.

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Wozu sind Probleme da?

Frage: In einem Ihrer  Vorträge sagten Sie, dass der Mensch die Höhere Welt braucht- nicht um Probleme dieser Welt, mitsamt der Familie zu lösen, sondern im Gegenteil man braucht Probleme in der Welt und der Familie, um in die Höhere Welt aufsteigen zu können.

Stellt sich also heraus, dass nicht alle Probleme unserer Welt dazu bestimmt sind, gelöst zu werden?

Antwort: Ja, natürlich. Man braucht sie, um das Bedürfnis zu verspüren, dass der Schöpfer sie löst. Auf diese Weise offenbaren wir Ihn.

Wenn wir die Höhere Kraft, die uns regiert, begreifen und sie zu beherrschen beginnen, dann beginnen wir selbst unsere Welt, unser Leben, unser Schicksal, alles zu regieren. Wir werden Ihm gleich, wir sehen das gesamte Universum von Anfang bis Ende, wir erheben uns über diese Existenz, über unseren Körper. Das nennt man Offenbarung des Schöpfers.

Alle Probleme unserer Welt sind dazu da, uns das Bedürfnis nach Seinem Verständnis zu vermitteln. Damit wir uns auf seine Stufe erheben, wird unser Leben immer unerträglicher. Es geht nicht darum, Ihn in unsere Welt zu ziehen und unser materielles Dasein angenehmer zu machen.

In der Familie funktioniert es auch so. Unsere Ablehnung zwischen uns sollte unser Bedürfnis nach dem Schöpfer offenbaren, um gemeinsam zu Ihm aufzusteigen – nicht um Ihn zu uns zu ziehen.

Frage: Was geschieht, wenn ein Partner dieses Bedürfnis bereits hat und versteht, dass die Familie nur auf einer spirituellen Ebene aufgebaut werden kann und der andere dieses Bedürfnis noch nicht hat?

Antwort: Dann wird nichts funktionieren. Wir müssen einen Zustand erreichen, in dem sich beide Partner dessen bewusst sind und es umsetzen.

Aus dem Fernsehprogramm „Nahaufnahme. Emanzipation“.

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Das Bild der Welt ist das Resultat der Einstellung zu ihr

Frage: Baal HaSulam schreibt in seinen Artikeln, dass der Egoismus nicht für alle gleich ist. So gibt es einen groben Egoismus, wenn jemand ihn ohne Scheu anwendet, und es gibt einen versteckten, entwickelteren Egoismus, wenn jemand erkennt, dass dieser schlecht ist und ihn eher heimlich einsetzt. Worin besteht der hauptsächliche Unterschied? 

Antwort: Wenn ein Mensch seinen Egoismus wahrnimmt, dann ist das gut, man kann mit ihm reden, darüber diskutieren; er kann zu einer Art Entscheidung kommen: ist es richtig oder nicht, sollte er in dieser Eigenschaft sein oder nicht? 

Er kann feststellen, dass diese Eigenschaft schädlich ist und sich bemühen, sie auf irgendeine Weise loszuwerden. Er erkennt, wie diese Eigenschaft ihm schadet und wie er sich über andere stellt. Und das betrifft sein ganzes Leben. 

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