Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wahre Selbstkritik

Neues Leben #687 – Wahre Selbstkritik. Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Zusammenfassung

„Der Narr faltet seine Hände und frisst sein eigenes Fleisch“ (Prediger 4:5): Alles was geschieht, wird uns von Oben gegeben, deshalb müssen wir nach vorne schauen. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns, wie es möglich ist, die Zukunft zu beeinflussen und Schlechtes in Gutes zu verwandeln. Niemand lernt irgendetwas aus der Vergangenheit, deshalb gibt es keinen Grund, darin zu graben. Die ganze Menschheit ist verdorben, aber da es unmöglich ist, den vorherigen Augenblick zu verändern, ist es sinnlos, darüber nachzudenken.

Der Mensch kann von sich aus überhaupt nichts zum Besseren verändern. Er kann nur die positive Kraft der Natur als Gegengewicht zum Negativen fördern. Wenn er die positive Kraft anzieht, hat er von der Zukunft nichts zu befürchten, oder aber er „frisst sich selbst auf“, wenn er an der Vergangenheit klebt. Die böse Kraft in uns ist das Ego, das alles für sich selbst haben möchte. Die gute Kraft ist die Kraft zu geben. Von jetzt an beginnt eine neue Ära in der Entwicklung des Egos. Wir brauchen die gute Kraft der Natur, um zu überleben.

Dies ist keine fanatisch religiöse Herangehensweise, sondern vielmehr die realistischste, die es gibt. Es gibt eine höhere Kraft, die uns lenkt, und der Mensch ist dafür verantwortlich, wie sehr er die Kraft des Guten in seinem Leben anzieht. Nur in Bezug darauf soll er sich beurteilen. Die Leitung unseres Systems nennt man „die Seele“. Dadurch kann man messen und fühlen, wieviel Gutes und Böses in einem ist. Es liegt nur an mir, dass ich die gute Kraft in mein Leben integriere, und nichts anderes habe ich zu tun.

Ich bin für den kommenden Moment und nicht für den vergangenen Moment verantwortlich. Die moderne Physik hat aufgedeckt, dass Zeit nicht existiert, vielmehr ist alles relativ in Bezug auf uns. Was in der Vergangenheit war, liegt nicht in unserer Verantwortung und deshalb müssen wir die Vergangenheit nicht beurteilen. Der morgige Tag aber liegt wieder in unseren Händen und die gute Kraft ist die Kraft des Gebens und der Liebe. Sie ist in unserer vernetzten Welt von heute für unser Überleben unentbehrlich. Die Kraft des Gebens und der Liebe verbindet uns alle und plötzlich sehen wir, dass die ganze Welt in uns ist; sie ist unsere Seele.

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Die Tür zur Wissenschaft Kabbala

Frage: Wo überschneidet sich die Kabbala mit dem einfachen Leben?

Meine Antwort: Sie überschneidet sich nicht. Das einfache Leben fließt in der Kabbala. Wie zum Beispiel die Atmosphäre die Erde umgibt, so ist die Kabbala auch einer Atmosphäre vergleichbar, die unser Leben umgibt. Die Kabbala ist ein System, in dem wir existieren und es hängt nicht davon ab, ob wir davon wissen oder nicht, oder irgendwelche Vorstellung darüber haben oder nicht. Die Kabbala ist ein Steuersystem unserer Welt.

Frage: Jede Wissenschaft muss das Leben des Menschen erleichtern. Kann man das auch über Kabbala sagen?

Meine Antwort: Es gibt Leute, die sich mit Kabbala beschäftigen, weil sie etwas verstehen und erkennen wollen – das sind Philosophen. Die Kabbala wird auf 1800 Fakultäten der Welt studiert, jedoch nur aus der Sicht der Philosophie, ohne praktische Anwendung. Aber es gibt auch Menschen, die Kabbala studieren, um sie praktisch anzuwenden. Sie heißen Kabbalisten. Im Prinzip beschäftigt sich Kabbala damit, dass sie uns die Lenkung unserer Welt enthüllt. Und deshalb beginnt der Mensch zu sehen, zu verstehen, zu spüren und prüft sich selbst, die Umgebung und die Umwelt, ob es so wirklich ist. Der Mensch, der die Kabbala studiert, wird zum „Naturforscher“.

Frage: Wie kann man in die Kabbala eindringen? Wo ist diese Tür, an die man klopfen kann? Muss man eine Adresse kennen und kann man allein kommen?

Meine Antwort: Als ich ein Teenager war, war ich von Physik und Elektronik begeistert. Dann erschienen Computer, und ich interessierte mich für sie und studierte diesen Beruf an einer Hochschule. Dann fand ich, dass nicht die Computer, sondern ihre biologischen Modelle interessant sind, und ich begann mich mit der Biokybernetik zu beschäftigen. Der innere Wunsch führt den Menschen durch das Leben. So ist es auch in der Kabbala. Die Menschen kommen von weitem, sie verstehen nicht wie und warum; sie haben einfach etwas über die Kabbala gehört, interessant gefunden, ein Buch gelesen oder die Bekannten haben davon erzählt und so weiter. Zur Kabbala kommen unbewusst jene, die nach dem Sinn des Lebens suchen.

Frage: Aber es ist die Frage, auf die es keine Antwort gibt. Und wenn die Kabbala diese Antwort gibt, dann wahrscheinlich, auch nicht sofort?

Meine Antwort: Man kann sofort hören, aber nicht sofort begreifen. Um den Sinn des Lebens zu begreifen, muss man „das Salz schmecken“.

Aus dem Webinar auf zahav.ru, 10.02.2016

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Die Wurzel des Rassismus

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Yael Leshed-Harel

Zusammenfassung

Die Unterschiede der Hautfarbe sind tief in der Natur verwurzelt: Schwarz, weiß, gelb und rot. Das Problem des Rassismus kann wegen dieser tiefen Verwurzelung nicht gelöst werden. Alles, was wir durch die Kraft des Lichts, welches erneuert, erreichen können, ist eine vollständige Behandlung und Erziehung zur „Liebe deinen Freund wie dich selbst“. Von Natur aus möchte unser Ego über anderen stehen,  sich einzigartig und erhaben fühlen. In der Materie gibt es in der Entwicklung vier Phasen und daher gibt es bei den Menschen vier Farben: weiß, schwarz, gelb und rot. Diese Teilung in vier Anteile existiert in jedem Detail und stellt die allgemeine Formel der Schöpfung dar (Yod-Hey-Vav-Hey). Es ist daher unmöglich, jeden gleichermaßen zuzuordnen, dies wird nur durch den Aufstieg unserer gemeinsamen Wurzel möglich. Wie bei einer Mutter, die vier Kinder hat, weiß, schwarz, gelb und rot, sie alle stammen von ihr ab. Ein Mensch schaut auf einen anderen und spürt dabei einen Unterschied. Keine gewöhnliche Ausbildung oder Rechtssprechung kann dies auflösen.

Moderne Entwicklung findet zuerst zwischen weißen, dann zwischen den gelben, roten und schließlich zwischen den schwarzen Menschen statt. Es ist nicht damit gemeint, dass einer besser als der andere ist; es ist einfach das Gesetz der Entwicklung. In der egoistischen, menschlichen Geschichte, haben die weißen Menschen immer andere dominiert und sich von ihnen distanziert. Sie versuchen die negative Haltung gegenüber den Schwarzen in Amerika zu korrigieren und haben dafür eine Menge investiert, aber letztendlich werden wir alle sehen, dass dies keinen Erfolg bringen wird. Die einzige Lösung ist, wenn der Mensch über seinen Körper, sein Herz, seinen Geist, die Weltlichkeit und den Materialismus aufsteigt. Dann erreicht der Mensch eine neue spirituelle Erkenntnis und sieht die anderen in Übereinstimmung ihrer spirituellen Eigenschaften.

Die einzige Lösung ist, wenn sich die Menschheit  auf unsere gemeinsame Wurzel erhebt, auf die Stufe, auf der es keine Unterschiede gibt. Die Wissenschaft der Kabbala gibt dem Menschen den Wert des Gebens und neuen Eigenschaften, die einen Menschen aus sich heraustreten und auf andere zugehen lassen. „Liebe deinen Freund wie dich selbst“ ist das Einzige, das Rassismus eliminieren kann. Es gibt keine andere Lösung.

Aus Kab TV „ Neues Leben-die Wurzel des Rassismus“ 5/5/15

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Die wahre Absicht der Bibel

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Zusammenfassung

Die Bibel ist das Buch des Lebens.

Sie erzählt uns, wie wir uns im Leben über unsere herkömmliche Haltung erheben und in dieselbe Richtung fließen können. Wie ein Fluss, in welchem sich ein Mensch mit dem Wasser verbindet, in dem er schwimmt. Uns allen sind die Geschichten in der Bibel unterschiedlich gut bekannt, aber nur wenige verstehen ihre Einzigartigkeit. Die Bibel ist kein Buch, welches uns in Geschichte oder Geografie unterrichtet, es ist auch kein Gesetzestext. Die Bibel ist das Buch des Lebens. Es hat die Kraft, den Leser so zu beeinflussen, dass er sich beim Lesen verändert und feststellt, dass alle Geschichten von ihm selbst handeln und alles, was in der Bibel steht, sich in ihm selbst befindet. Die Bibel ist in einem Kode geschrieben, der entschlüsselt werden muss. Um ein tiefes Verständnis dafür zu erhalten, müssen wir eine neue Sprache lernen, die Sprache des Gebens. Entsprechend der Weisheit der Kabbala, wird mit Geben das Geschenk der Fülle gemeint.

Geben ist eine spezielle, innere Eigenschaft.. es geht weit darüber hinaus, was wir normalerweise unter „geben“ verstehen. Ein Mensch, der diese Eigenschaft erwirbt, befindet sich in der Nächstenliebe und wird als Kabbalist bezeichnet. Einige mögen verwirrt sein und denken, dass sie doch auch die Liebe zu anderen spüren. Sehen wir jedoch genauer hin, ohne die Dinge zu beschönigen, werden wir feststellen, dass in unserer Liebe zu anderen immer ein gewisses Maß an Eigenliebe mitschwingt.. ein Genuss, ein schönes Gefühl bzw. irgendeine Befriedigung.

Unsere Natur erlaubt uns nicht zu lieben, ohne etwas dafür zurückzubekommen. Wenn ein Mensch jedoch über seine Natur aufsteigt, eröffnet sich ihm ein neuer Weg an Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühlen. Er beginnt so, in Verbindung mit der Bibel zu leben. Nur durch die Eigenschaft der Liebe und die Verbindung zwischen uns, können wir die Bibel richtig öffnen.

Wir werden als das Volk des Buches bezeichnet. Wir haben die Verantwortung, die Bibel zu erfassen und ihr Innerstes zu lernen. Aus diesem Grund müssen wir zum Zustand des absoluten Gebens, der Nächstenliebe und Liebe in der Welt aufsteigen, denn erst dann werden wir die Bibel richtig verstehen. Diese Enthüllung wird nur durch die Verbindung und Liebe möglich, die beim Studieren der Weisheit der Kabbala erlangt werden. Dafür ist keine spezielle Intelligenz oder erhabene Eigenschaft nötig. Das Einzige, was du dafür brauchst, ist ein Verlangen.

Aus Kab TV „Neues Leben“ 15/1/16

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Die Welt umformen

Frage: Warum wurden die alten Werte entwertet und die Welt auf den Kopf gestellt?

Meine Antwort: Die Welt begann sich im frühen 19ten Jahrhundert zu verändern. Im 20ten Jahrhundert kam die Veränderung in voller Stärke. Wir haben den Punkt erreicht, in dem fast jeder auf der Welt dies bemerkt. Der Wechsel ist Teil der natürlichen Evolution der Menschheit, dies war von Anfang an in der Natur so vorgesehen.

Kabbalisten sahen diese Veränderung vor mehr als tausend Jahren voraus. Sie erkannten, dass Ende des 20ten Jahrhunderts eine Wende stattfinden wird, in der sich die Haltung des Menschen gegenüber der Menschheit, der Welt und der Weisheit der Kabbala wandelt. Kabbalisten sagten, dass der Mensch ab diesem Punkt, eine besondere Entwicklung durchmachen wird.

Um die Situation zu meistern – Kontrollverlust und eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden – bildet sich ein Verständnis für die Notwendigkeit der normalen Entwicklung der Natur. Heute befinden wir uns in diesem Zustand. Die Weisheit der Kabbala beabsichtigt uns dabei zu helfen, diese Situation richtig zu bewältigen und lehrt uns, wie wir diesen Vorgang leiten können. Die Kabbalisten verstanden offensichtlich das zur Entwicklung gehörende Rezept von Natur und Menschheit und hatten deshalb kein Problem, vorauszusagen, was und wann etwas geschehen wird. Man braucht kein Medium oder Zauberer dafür zu sein.

Ich begann mir Mitte der 1970er Jahre Notizen über den Wandel in der Welt zu machen; seitdem beschäftige ich mich ernsthaft mit der Weisheit der Kabbala. Ich sehe, wie es tatsächlich hilft, alles was geschieht zu verstehen. Daran gibt es nichts Mystisches oder Unheimliches. Im Gegenteil, wir leben in einer sehr interessanten Zeit, in der wir die Chance haben, die Vergangenheit zurück zu lassen.

Dies findet in Übereinstimmung mit dem Gesetz der Umwandlung statt, in der die vorangegangene Stufe stirbt und die neue Stufe auf ihr aufbaut. Das ist der Weg, der durch alle menschlichen Entwicklungen hindurch führt. Auf diese Weise wird die Sklaverei durch Feudalismus ausgetauscht, Feudalismus durch Kapitalismus und so weiter.

Aus der russischen Kabbalalektion, 13/12/15

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Verantwortlich für die ganze Menschheit

Frage: Ist ein Kabbalist für alles, was rund um ihn geschieht, verantwortlich? Inklusive für die Politiker und Bürokraten, mit denen er in Kontakt tritt?

Meine Antwort: Der Kabbalist fühlt seine Verantwortung für die ganze Menschheit – für all das Böse, das in der Welt geschieht. Als Grund dafür sieht er seine eigene Nachlässigkeit an. Wir sind alle in einem integralen System verbunden, in welchem alle sich gegenseitig beeinflussen und voneinander abhängig sind. Und ein Kabbalist hat in besonderem Maß Einfluss auf alles.

Frage: Wie kann man so leben und sogar noch froh darüber sein?

Meine Antwort: Man kann, weil man dadurch die Kräfte für das Leben und das Geben erlangt. Es ist so, dass man den anderen ihre Arbeit zwar nicht abnehmen kann, aber man kann sie aufklären, damit sie beginnen, sich anders zu verhalten und dabei  ihr Leben verbessern. Jede „Nachlässigkeit“ liegt in der mangelnden Aufklärung.

Aus dem Unterricht vom 27.12.2015  [#176908]

Zwischen Fleisch und Milch

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Yael Leshed-Harel

Zusammenfassung

Fleisch und Milch symbolisieren die zwei Kräfte, die in der Natur arbeiten. Plus und minus, die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens. Koscherer Fisch hat Flossen und Schuppen; diese repräsentieren die Charakterzüge eines Menschen, der nicht direkt für sich selbst Freude empfängt sondern in Übereinstimmung mit dem Geben handelt. Fleisch symbolisiert das egoistische Verlangen, Fisch symbolisiert ein kleineres Verlangen, und die Milch ein noch kleineres, während ein Schwein das größte egoistische Verlangen symbolisiert.

Ein Mensch, der das obere System fühlt, verdeutlicht die inneren Wünsche beim Essen, und das obere System beginnt in seinem Inneren zu leben. In uns gibt es eine Kraft, die uns belebt und die wir „Schöpfer“ nennen. Wenn wir uns auf alles, das um uns herum ist, in Liebe beziehen, spüren wir in uns die göttliche Kraft.

Die Schlachtung bedeutet, dass ein Mensch das wilde Tier in sich töten muss, indem er es richtig benutzt, was bedeutet, dass seine Kraft auf das Niveau von Adam (Man) erhoben  werden muss. Unser Inneres ist ebenso wie die Natur in Ebenen unterteilt: In unbelebte, pflanzliche, tierische und sprechende. Kabbalisten entdeckten die oberen Wurzeln und schrieben die Gesetze der Kaschrut gemäß Zweig und Wurzel, in dem der innere Metzger das Licht ist, das reformiert, und es liegt am Menschen, dieses  Licht herbeizurufen, um das Tier in sich zu schlachten.

Über diesem Kräftesystem gibt es eine besondere Kraft, die der Mensch dazu auffordert, ihn entsprechend des Systems zu korrigieren; der Mensch hat keine Kraft, sich selbst zu korrigieren; es ist alles Ego, und wenn der Mensch eine Seele haben will, muss er diese korrigierende Kraft akzeptieren. Wir sprechen über das Lenkungs- und Kontrollsystem in der Natur, das in uns arbeitet und uns lenkt.

Dem System ist es egal, was oder wie ein Mensch isst, aber die Speisegesetze zeigen, was ein Mensch als Jude in sich selbst korrigieren muss.

Aus KabTV; Neues Leben #683 – Zwischen Fleisch und Milch, 1/26/16

 

Zika Virus

Frage: Was hat es mit dem Zika Virus auf sich? Ist er eine Bedrohung für die Menschheit?

Meine Antwort: Die rapide Verbreitung des gefährlichen Zika Virus, die die Weltgesundheitsorganisation als einen Globalen Gesundheitsnotstand deklariert hat, ist unser Weckruf. Die Gefahr der Verbreitung von tödlichen Viren steigt wie Ebola und Schweinegrippe von Saison zu Saison an. Das deutet darauf hin, dass die Natur aus dem Gleichgewicht geraten ist, und sie drängt uns zu einer signifikanten Veränderung in der Art, wie wir diese Krankheiten bewältigen. Kurz bevor das Gesundheitssystem komplett außer Kontrolle gerät und die Natur uns mit weiteren Epidemien trifft, sollten wir besser anfangen, das Problem an der Wurzel zu behandeln.

Wenn man die Natur beobachtet, kann man sehen, wie alle ihre Teile in Harmonie zusammenarbeiten. In dem Maße wie auch nur ein Element geschädigt wird, gerät das gesamte System aus dem Gleichgewicht. Die einzige Ausnahme ist der Mensch. Der Mensch lebt vor allem auf Kosten der anderen, und seine ausbeuterische Haltung gegenüber anderen verletzt konsequent das Gesetz des Gleichgewichts der Natur. Aber die Unkenntnis des Gesetzes schützt uns nicht vor Strafen … Jeder Verstoß gegen die Gesetze der Natur führt zu einer schmerzhaften Gegenreaktion. Dieses Mal trifft uns der gefährlich bedrohliche Zika Virus. Das Gleichgewicht liegt in unseren Händen. Im Gegensatz zu allen Teilen der Natur, die aus einem natürlichen Instinkt heraus in Balance und Harmonie zusammen arbeiten, müssen wir Menschen diese Harmonie bewusst und aus freien Stücken herbeiführen.

Wenn wir ein korrektes System anwenden, das wie die Weisheit der Kabbala auf den Gesetzen der Natur basiert und den Schwerpunkt auf wertschätzende zwischenmenschliche Beziehungen nach dem Prinzip der Nächstenliebe legt, werden wir ein Gleichgewicht im System der Natur schaffen können. Sobald wir einen Schritt in diese Richtung machen, werden wir sofort diese positive Kraft erwecken, die in der Natur verborgen ist. Das wird das Negative ausgleichen und unsere Welt kommt wieder ins Gleichgewicht. Und damit auch der Zika Virus.

Ich wünsche uns allen eine gute Gesundheit!

Die Zeit reicht aus!

Frage: Wie kann sich ein Mensch in seinem kurzen Leben so entwickeln, dass er sich mit der Kabbalah beschäftigt, ihre Weisheit erkennt, sie annimmt und auf die Stufe der Verbindung aufsteigt?

Meine Antwort: Zu uns kommen Menschen unterschiedlichen Alters. Das Leben ist nicht zu kurz, wie es scheint. Es existieren exakte Gesetze, die dem Menschen die Möglichkeit geben, sich während seines Lebens selbst zu verwirklichen. Sobald man anfängt, Kabbalah zu studieren, ist es, als würde die Zeit verfliegen und man schafft nichts. Aber in Wirklichkeit ist es umgekehrt, die Zeit wird  komprimiert und plötzlich stellt man fest, dass man Zeit für alles hat. So wird es durch die Höhere Lenkung geregelt. Unsere Welt wird nicht durch irgendwelche, unbekannten Gesetze gelenkt.

Wenn man in Richtung auf das Ziel der Schöpfung geht, steht man sofort unter dem Einfluss vollkommen anderer Kräfte. Auch wenn man im Alter von 70 Jahren zu studieren beginnt, kann man alles erreichen. Es gibt keine Einschränkungen. Und überhaupt, wir brauchen uns keine Gedanken darüber zu machen – das ist nicht unser Problem, sondern die Aufgabe der Höheren Lenkung, die dem Menschen zeigt, dass man sich um das integrale System kümmern muss, wie man aktiv daran teilnehmen kann, denn andernfalls gibt es keine Lösung.

Aus „Lektion aus dem Jüdischen Kulturzentrum in Moskau, 24.11.15“

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Tora und Mizwot: Nicht, was du dachtest

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Zusammenfassung

Die Menschheit lebt in ihrer Welt ohne sich des Systems, das sie steuert, bewusst zu sein, und so bekommt sie Schläge. Dieses System wird von uns “Tora” genannt. Die Tora beschreibt die 613 Kräfte, die den Menschen lenken und die 613 Wünsche, die als eine korrekte Reaktion auf die aktiven Kräfte wünschenswert sind. Die Situation gleicht einem Menschen, der sich in einem dunklen Raum mit einem Tresor befindet,  er ist hungrig und traurig und sieht überhaupt nichts. Nur wenn er die Tora und Mizwot (Gebote) gemäß ihrer Definition in der Weisheit der Kabbala ausführt, werden sie seine Wünsche korrigieren und das Licht enthüllen.

Mit der Periode der Zerstörung des Ersten Tempels (Beit HaMikdash) begann der Abstieg der Generationen, und Unwissenheit über das Verständnis von Tora und Mizwot verbreitete sich im Volk Israel. Die Kinder Israels, die unter die Kontrolle des Egos gerieten, hörten auf, das Leben spirituell zu sehen und die Einstellung gegenüber Tora und Mizwot wurde zu einer Formalität. Sie führten die Mizwot im buchstäblichen Sinn aus, wie es in der Tora in einer äußeren Form geschrieben steht. Sie versuchten nicht „Und du sollst deinen Freund lieben wie dich selbst“ zu erreichen (Levitikus 19:18) und das reformierende Licht, das die Seele korrigiert, verschwand. Wenn wir zu der inneren und korrekten Ausführung von Tora und Mizwot zurückkehren, enthüllt sich uns eine andere Welt und wir werden die Höhere Kraft entdecken, die die allgemeine Kraft der Natur ist; und wir werden verstehen, wie sie auf uns wirkt und wir werden ein Verständnis dafür bekommen, wovon wir geleitet werden. Die korrekte Reaktion eines Menschen auf diese Kraft macht ihn ihr ähnlich – bis er eins mit ihr wird.

Es ist heute unsere Verpflichtung, der Menschheit beizubringen, was die korrekte Bedeutung von Tora und Mizwot ist; ansonsten wird das Leben weitergehen bis es zu irgendeinem Zeitpunkt möglich sein wird, die Ewigkeit zu erreichen. Nach religiöser Auffassung erwartet der Mensch eine Belohnung oder ein Paradies in der nächsten Welt. Doch die Weisheit der Kabbala lehrt, dass alles vom Menschen abhängt, der den Zustand „Du wirst deine Welt zu Lebzeiten sehen“ erreicht (Berachot 17a). Und wenn wir die Liebe zueinander entwickeln, werden wir die Höhere Welt enthüllen.

In der Vergangenheit erreichten wir die Höhere Welt durch unser Verständnis, wie wir uns zu allem Existierenden auf allen Ebenen der Existenz in Beziehung setzen: unbelebt, pflanzlich, belebt und menschlich. Im Laufe der Zeit verschwand das Gefühl für die Höhere Welt und uns blieben nur noch mechanische Handlungen ohne jegliche Korrektur des Herzens.

Das menschliche Ego befindet sich in einer ständigen Entwicklung; die Welt wird immer schwieriger und leerer, und die Menschheit weiß nicht, wie sie sich selbst verwirklichen kann. Das Geschrei wird schrecklich sein, bis schließlich jeder zu der Frage gelangt: Wofür leben wir? Und dann wird sich eine neue Welt vor uns enthüllen. Mit Hilfe des reformierenden Lichts korrigieren wir die 613 Wünsche in uns und gelangen vom Egoismus zur Liebe. Jeder einzelne von uns ist durch 613 Fäden mit den anderen verbunden. Mit unserer egoistischen Natur wollen wir uns gegenseitig übervorteilen. Die Korrektur besteht darin, dass wir uns verbinden und jeden mit Güte beschenken wollen.

Aus KabTV, Tora und Mizwot: Nicht, was du dachtest, Neues Leben 673, 7.1.16