Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Die einzige Kraft der Entwicklung in der Natur  Teil 3

Die Höhere Kraft erschafft in uns die Fähigkeit, uns getrennt von ihr zu fühlen. Das geschieht mit der Absicht, uns die Möglichkeit zu geben, sie als gebende Kraft zu offenbaren, die gut und Gutes tuend ist.

Frage: Warum brauchen wir das?

Meine Antwort: Uns ist die Notwendigkeit dessen bewusst, denn wir hängen von dieser Kraft ab. Wir sehen, dass unser Leben in dieser Welt sehr begrenzt ist und leiden darunter. Diese Leiden zwingen uns nach der Ursache zu suchen, und die Ursache liegt in der Kraft selbst. Darum wollen wir diese Höhere Kraft offenbaren, um unseren Zustand zu verbessern.

Es gibt Menschen, die diese einzige Kraft der Natur erforschen und erkennen, dass sie gut und Gutes tuend ist mit dem Wunsch, uns zur Vollkommenheit zu bringen. Aber dazu muss zuerst das Böse offenbart werden, denn ohne die Erkenntnis des Bösen kann man nicht zum Guten gelangen. Dies ist nur möglich, wenn man den Kontrast der Gegensätzlichkeit der Form zwischen Gut und Böse fühlt.

Wir wollen nur die Güte fühlen und gute Zustände empfinden, aber sobald wir etwas Unangenehmes spüren, versuchen wir uns davon zu entfernen. Und neben diesen Empfindungen benutzen wir den Verstand, wie man das Schlechte vermeidet. So entwickelt man sich im Empfinden und im Verstand.

Es ist natürlich, dass man sich von unangenehmen Empfindungen entfernt und sich den Angenehmen annähert. Nach tausenden Jahren der Entwicklung, angefangen von den primitivsten Lebensformen bis heute, jetzt im 21.Jahrhundert beginnen wir nach und nach einen Mechanismus aufzubauen, der es uns ermöglicht zu fühlen und zu verstehen, wie man handeln soll.

So bauen wir als Ergebnis eine Form der optimalen Existenz auf.

Wir versuchen die Kraft der Natur zu nutzen, in der wir uns befinden, damit es uns allen gut geht, entsprechend unserem Verständnis. Im Wesentlichen besteht darin unsere ganze Arbeit im Leben. 

Nur zu diesem Zweck einwickeln wir die Wissenschaft, Kultur, Bildung, Psychologie, Philosophie, Geschichte etc. In der Tat wollen wir nur wissen, wie man sich besser fühlt. Denn das Streben nach angenehmen Empfindungen ist das grundlegende Bedürfnis des Menschen, sein natürliches „Verlangen zu genießen“.

Kabbala ist Physik auf einer höheren Ebene, in einer anderen Wahrnehmung, die „Physik der Zukunft“. In der gewöhnlichen Physik geht es nicht darum, dass der Beobachter seine Eigenschaften ändern muss. In der Relativitätstheorie kann sich der Beobachter entsprechend des Zustandes  ändern, gemäß der Zeit, der Geschwindigkeit, und des Raums, aber dennoch kann er sich selbst nicht ändern. Seine Psychologie bleibt gleich.

Die richtige Kombination von Physik und Psychologie liegt dann vor, wenn man nicht von der Wahrnehmung der Wirklichkeit spricht, sondern darüber, wer sie wahrnimmt und welche richtigen Einstellungen man in dem Beobachter  erwecken kann, um die neue Realität zu spüren. Dies ist die nächste Stufe der Entwicklung nach der Relativitätstheorie. Denn nicht  Zeit, Geschwindigkeit oder Raum verändern sich, sondern der Beobachter selbst in seiner Wahrnehmung, in dem er seine Einstellung ändert.

So gesehen gibt es nichts Konstantes in unserer Welt, alles ist relativ und vorübergehend.

Man verändert seine Eigenschaften und somit verändert sich auch die Realität. Und danach entwickeln wir uns weiter. Die Kabbala sagt, dass jede Wirklichkeit keine Form hat und alles von der Wahrnehmung des Beobachters abhängt.

Zusammenfassung: Die Kraft der Natur ist konstant und ewig. Wir befinden uns in ihr mit unterschiedlichen Eigenschaften und sollen herausfinden, was beständig ist, und was sich in uns selbst und in der Realität um uns herum verändert, lerne dies zu unterscheiden.

Die konstante Kraft nennen wir die Natur, oder die Höhere Kraft, den Schöpfer, und die wechselnde Kraft ist der Mensch, der sie beobachtet.

Jede Wirklichkeit, die der Mensch sieht, ist eine direkte Folge seiner inneren Eigenschaften. Wenn man den Menschen verändert, verändert sich auch die Realität.

 

Aus der 872. Folge „Neues Leben“, 27.06.2017

[#207773]

Die Kluft zwischen den Generationen Teil 3

Frage: Unter welchen Bedingungen sind Freundschaft und Verbindung zwischen den Generationen möglich? Existieren solche Aspekte, die nicht vom Alter und von der Zeit abhängig sind?

Meine Antwort: Nur die Seele, die ewig ist, ist von der Zeit unabhängig. Alles andere ist vergänglich. Nur die Seele kann als etwas Gemeinsames zwischen den unterschiedlichen Generationen existieren, weil sie wirklich eine für alle ist. Deswegen ist es für die Seele nicht wichtig, aus welcher Generation du bist: Baby-Boomer oder X, Y, Z oder A.

Die Seele wird immer eine für alle kommenden Generationen sein –  sie steht höher als die Zeit und höher als das Leben und der Tod, in allen Generationen, seit der Periode der Dinosaurier und dem Urknall, als wir noch in Form von winzigen Teilchen des Verlangens existierten. Bis zur heutigen Zeit und weiter bis zum Ende der Korrektur wird die Seele eine für alle sein.

Deswegen gibt es keine anderen Interessen und keine andere Grundlage als die Entwicklung der Seele, auf welcher wir zusammen in gegenseitiger Unterstützung und in Abhängigkeit voneinander arbeiten werden.

Frage: Dann kommt es mir so vor, dass die Seele etwas Unveränderliches und Ewiges ist, etwas, was alle Generationen miteinander verbindet? Was ist aber die Seele und wie kann man sie entwickeln?

Meine Antwort: Die Seele ist ein besonderes Verlangen des Menschen, sich nicht in seinem Innern zu füllen, sondern außen. Dieses Verlangen kann man in sich entwickeln, indem man in der Gruppe nach der Methode der Kabbala arbeitet. Diese Methode erlaubt es, sich über sein eigenes Ego zu erheben. Dann werde ich die Welt ohne Verunstaltung von meinem Egoismus sehen. Ich werde die Welt nicht so sehen, wie ich sie normalerweise in mir sehe, sondern so wie sie wirklich ist – außerhalb von mir.

Ich gehe durch eine kleine Gruppe von Menschen wie durch einen Filter und hinterlasse in ihr meinen Egoismus. Dabei fange ich an, die Welt ungetrübt von meinem Ego zu sehen. Das ist eine komplett andere Realität und sie heißt die spirituelle Welt. Die Wahrnehmung der spirituellen Welt ist meine Seele.

Die Seele zu entwickeln bedeutet, in sich die Fähigkeit zu entwickeln über seinem Egoismus zu existieren. Der Egoismus ist ein Verlangen, alles in sich zu verschlingen und das hindert mich daran, die Welt außerhalb von mir zu sehen.

Frage: Dann ist es so, dass sich die Verhältnisse zwischen Eltern und Kindern auf zwei Gebiete aufteilen: eine äußerliche, einfach materielle Versorgung (die Kinder zu füttern, anzukleiden, alles nötige zu besorgen) und das zweite Gebiet ist die innere Verbindung, welche über den materiellen Grenzen liegt.  Existiert keine Kluft zwischen den Generationen in dieser inneren Verbindung?

Meine Antwort: Die innere Verbindung ist effektiver, sie ist nicht an den Menschen selbst gebunden. Natürlich existieren auch da Unterschiede zwischen uns, das hängt davon ab, inwieweit jeder von uns aus seinem Egoismus austreten kann, sich über ihn erheben und anfangen kann, die höhere Realität zu fühlen.

Frage: Was erlaubt uns, uns auf diesem Gebiet mit der jüngeren Generation zu verbinden, im Gegensatz zu der materiellen Seite?

Meine Antwort: Wir treffen uns dort, hinter der Grenze, in der spirituellen Welt, auf der anderen Seite des antiegoistischen Filters. Wir lassen auf diesem Filter all unsere kleinlichen, egoistischen Kapriolen, die zur tierischen Stufe und zur Stufe des Menschen dieser Welt gehören. Die tierische Stufe sind die Verlangen nach Essen, Sex, Familie und die menschlichen Verlangen sind Geld, Macht und Wissen. Das alles schmeißen wir weg und es bleiben nur die Verlangen der Seele.

 

Aus dem 851. Gespräch über das neue Leben

[#206208]

Einsamkeit in einer Milliardenmenge Teil 3

Das Problem der Einsamkeit, das die moderne Welt erfasst hat, ist mit der inneren Leere des Menschen verbunden. Und auch wenn man sich von der Einsamkeit lösen möchte, weiß man nicht, wie es geht.   

Das lehren weder die Lehrer in der Schule, noch Psychologen, noch Psychiater. Das Problem besteht darin, dass sie selber genauso einsam sind und deswegen keinen Rat geben können, wie man sich von der Einsamkeit befreien kann und wie man die Menschen zusammenbringt.

Niemand erkennt, wie man solche extremen Individualisten wie unsere Zeitgenossen zueinander bringen kann. Und hier kann uns nur die Weisheit der Kabbala helfen, denn sie erläutert, wie eine Verbindung über unserem Egoismus erreicht werden kann, damit die Liebe alle Sünden bedeckt.
Der Individualismus jedes einzelnen bleibt, wir zerbrechen nichts, sondern wir bauen eine neue Ebene über unserer Natur – eine Ebene der Einheit, ein gemeinsames Dach. Unter diesem Dach befinden wir uns, wir Individualisten, die es zusammen errichten, für eine wirkliche Existenz und ein glückliches Leben.  
Dieses Dach wird auf der zweiten Ebene aufgebaut. Es verändert nicht unsere Persönlichkeiten, sondern hilft lediglich,  eine richtige Verbindung darüber aufzubauen. Es stellt sich heraus, dass sich unsere Beziehungen auf zwei Ebenen bewegen: auf der inneren Ebene bleiben wir getrennt, und sie darf niemand berühren, und auf der „zweite Ebene“ – der integralen Verbindung, die  zwischen uns aufgebaut wird, schließen wir uns im Kreis zusammen.
In meinem Inneren habe ich eine „gerade Linie“, und mein innerer persönlicher Zustand geht niemanden etwas an. Aber in Bezug auf die andere Ebene bin ich ganz offen und bereit, mit allen wie ein Mensch mit einem Herzen zu sein.  

Das ist Integration, die über der Privatsphäre steht, d.h. es existiert das eine wie auch das andere. Dies ist eine neue Art der Verbindung, die  aus der Wissenschaft der Kabbala kommt. Man muss sie der Menschheit beibringen.

Äußere Beziehungen basieren auf der Methodik des Kreises, der integralen Verbindung, und der innere Ansatz spricht über einer Person an sich.
Und im Prinzip sind es nicht zwei Methoden, sie verwandeln sich in eine, denn je mehr wir uns miteinander verbinden, desto mehr hilft das, uns innerlich auf individuelle Weise zu entwickeln. Daraus folgt, dass sich der menschliche Egoismus entwickelt und wächst weiter. Und in unserer Verbindung im Kreis erstellen wir gerade dadurch, dass wir immer egoistischer werden, die Verbindung zwischen uns.

Aus dem 846. Gespräch über ein neues Leben, 04.04.2017

[#207773]

Du baust ein Haus und wohnst nicht darin

Tora, Deuteronomium 28:30: Du wirst ein Haus bauen, aber du wirst nicht darin wohnen.

Ein Mensch baut ein Haus, um darin den Schöpfer zu enthüllen. Ein Haus (Kli, Gefäß) ist die Seele.

Was hier erwähnt wird ist, dass du kein Kli, welches du gebaut hast, benutzen kannst, da du keine Möglichkeit hast, einen Siwug de Hakaa darauf zu machen, eine richtige Verbindung. Andere werden in diesem Haus leben.

Es ist unmöglich, ein Kli, ein Haus mit einer ungerechtfertigten Absicht zu nutzen, während andere teilweise in der Lage sind, dies auf ihre eigene Weise zu gebrauchen. Sie werden dich schließlich zur Korrektur bringen, damit du in dein Haus zurückkehren kannst, aber erst nach einer sehr langen und schmerzhaften Reise.

Aus Kab TV „Geheimnisse des ewigen Buches“. 12/7/17

[210065]

Was ist die Quelle des Wissens, das der Weisheit der Kabbala zugrunde liegt?

Frage: Welche Art von Tiefe verbirgt sich hinter der Kabbala?

Antwort: Es gibt nichts in der pflanzlichen, tierischen und menschlichen Natur, in all ihren Formen und Möglichkeiten, was nicht durch die Kabbala erklärt werden könnte. Die Erklärung ist wissenschaftlich und präzise und beruht auf einem einzigen Kriterium, nämlich, dass nur zwei Kräfte in der Natur existieren. Es gibt eine positive und eine negative Kraft, zwischen ihnen bilden sich alle Elemente, alle Eigenschaften und alle Gesetze der Schöpfung. Die Verwendung der Kabbala verleiht uns ein universelles und konkretes Wissenssystem, durch das wir alles erreichen können.

Frage: Die Wissenschaft der Physik ist seit ein paar hundert Jahren studiert und untersucht worden, während die Kabbala seit mehr als 5000 Jahren existiert, aber noch nirgendwo gelehrt wurde. Warum ist das so?

Antwort: Die Wissenschaft der Physik ist in der Kabbala mit eingeschlossen. Es ist eine Wissenschaft, die für eine niedere Stufe der Materie, der unbelebten Stufe unserer Welt relevant ist; darin gibt es nichts, dort ist kein Geist, keine Führung, es ist nur das unbelebte Ergebnis einer höheren Kraft.

Frage: Kann es sein, dass die Kabbala die Basis für alle weltlichen Wissenschaften ist?

Antwort: Die Grundlage für alle Wissenschaften ist HaWaYaH; das sind die vier Phasen der Verbreitung des höheren Lichts aus der höheren Stufe, Keter.

 

Aus der russischen Kabbala Lektion 5/3/17

[209984]

Sieh die Welt durch die zehn Sefirot

Frage: Muss ich das System der Erschaffung der Welten, die zehn Sefirot der Seele, wie das Einmaleins studieren, oder sollte ich akzeptieren, dass es für mich noch etwas ist, was noch nicht existiert und unverständlich ist?

Antwort: Du musst es studieren, später versuchst du danach zu forschen und so wird sich das System in dir bilden. Du wirst die Welt betrachten, als würdest du durch eine Schablone schauen, die Veränderungen in ihr beobachten und so die zehn Sefirot in dieser Welt sehen.

Wenn man wie durch ein Netz auf die Welt schaut, auf ein Individuum, auf sein Verhalten, auf die Wechselbeziehungen zwischen den Menschen, auf die Bewegung des Windes, der Luft, auf verschiedene Einflüsse in den Erscheinungen der pflanzlichen, tierischen oder spirituellen Welt, egal wo du hinschaust, du wirst überall das gleiche Netz von Zusammenhängen zwischen zwei Kräften sehen: positiv und negativ.

Frage: Wie viel Zeit braucht es, um die zehn Sefirot zu erreichen? Hängt es von einer bestimmten Einzelperson ab?

Antwort: Wir haben einen sehr ausführlichen, sechsbändigen Text, „das Studium der Zehn Sefirot“ (Talmud Eser Sefirot). Er erklärt, wie die zehn Sefirot alle Welten bilden, einschließlich unserer Welt  als die niedrigste der Welten, in der das höhere Licht durch die zehn Sefirot die ganze Schöpfung kontrolliert.

Aus der russischen Kabbala Lektion 5/3/17

[210028]

Wenn es keinen Menschen gibt, gibt es keinen Schöpfer

Frage: Was ist der Gedanke der Schöpfung?

Antwort: Der Gedanke der Schöpfung besteht darin, den Menschen zur vollkommenen Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu bringen. Damit ist gemeint, dass der Mensch absolut vollkommen, ewig und in der Lage ist, die gesamte höhere Welt zu erreichen.

Der Schöpfer möchte den Menschen zu sich ziehen, auf sein Niveau bringen.

Frage: Wovon hängt die Existenz des Schöpfers ab?

Antwort: Sie hängt von dem Grad ab, in dem ein Mensch ihn offenbart. Wenn es keinen Menschen gibt, gibt es keinen Schöpfer.

 

Aus der russischen Kabbala-Lektion 12/3/17

[209830]

Belohnung und Bestrafung in unserem Leben Teil 1

Frage: Jeder von uns wünscht sich, im Leben eine Belohnung anstatt einer Strafe für seine Taten zu erhalten. Manchmal passiert es jedoch, dass wir unser Bestes tun, aber was auch immer wir versuchen, alles endet unglücklich, obwohl es unklar ist, warum. Gibt es eine Verbindung zwischen unseren Handlungen und den Ergebnissen, die wir in unserem Leben bekommen?

Antwort: Dies ist eine schwierige Frage, weil das ganze System vor uns verborgen ist. Wir erhalten Belohnungen und Strafen für all unsere Handlungen, aber wer weiß eigentlich genau, was eine Belohnung und was eine Strafe für uns ist?

Nur eines kann zweifellos gesagt werden: wir befinden uns in einem exakten System der Natur. Deswegen beeinflusst unser Verlangen, sowie seine Erfüllung, jede Realisation durch Worte oder Handlungen, jede unbewusste oder absichtliche Nuance in unserem Verhalten, jeden Gedanken – alles beeinflusst das System, und das System antwortet uns darauf.

Wir befinden uns in einem Spinnennetz. Das Problem besteht darin, dass wir dieses Netz nicht fühlen, aber zweifellos erhält man für alles eine Belohnung oder eine Bestrafung.

Das ganze System nennt man die “Realität” oder die “Welt”. Diese Welt ist echt und stellt nicht die Welt dar, die gerade vor unseren Augen erscheint. Wir sehen nur einen kleinen Ausschnitt, einen winzigen Teil der wahren Wirklichkeit.

Es ist unmöglich anhand des kleinen Teils des gesamten Systems, das wir fähig sind wahrzunehmen und das als “diese Welt” bezeichnet wird, sich das ganze System vorzustellen, um die Bedeutung unserer Handlungen zu verstehen. Deshalb wissen wir nicht, welche Reaktionen unser Handeln verursacht. Ich tue etwas und verstehe nicht, welche Auswirkung auf das System dabei entsteht, und ich habe auch kein Gefühl für die Reaktion des Systems in seiner vollständigen und wahren Form.

Darin liegt das ganze Problem der Verhüllung. Das ganze System ist vor uns verborgen, weshalb die Belohnung und die Bestrafung einen unerklärlichen Bereich darstellen, den wir nicht erforschen können. Je mehr wir das System der Natur mit Hilfe aller Wissenschaften studieren, desto mehr überzeugen wir uns davon, dass wir in tiefe innere Bereiche gelangen, die für uns unverständlich sind.

Die Natur bleibt vor uns verborgen und scheint uns noch vernebelter zu sein. Es gibt kein Ende für diese Vertiefung. Es ist daher unwahrscheinlich, dass wir anhand der Wissenschaft irgendwann die menschliche Natur offenbaren können. Früher hat man gehofft, durch die Psychologie weiter zu kommen, aber man ist schnell zu der Überzeugung gekommen, dass dieser Weg falsch ist, weil man in ein Gebiet eindringt, das für die wissenschaftliche Forschung nicht zugänglich ist.

Die Kabbala besagt, dass man sich von der Erforschung der Außenwelt zurückziehen soll. Die Außenwelt ist nur eine Illusion, die in unserem Inneren geformt wird, und zwar in unseren fünf Sinnesorganen. Diese Erkenntnisse ähneln einer Eisbergspitze, wobei 99% des Systems verborgen bleiben.

Deshalb sollten wir unsere Kräfte in die Offenbarung der inneren Wahrnehmung investieren, um unsere Wahrnehmung so zu erweitern, dass wir folglich das ganze System der Natur empfinden und enthüllen können.

Wenn wir beginnen dieses System zu enthüllen, dann werden wir empfinden, was Belohnung und Bestrafung bedeuten und welche Auswirkungen unsere Handlungen haben, d.h. welche gut und welche schlecht sind.  

Wir werden beginnen, die Realität richtig wahrzunehmen. Möglicherweise nehmen wir heute alles wie kleine Kinder wahr, die Coca Cola und Süßigkeiten als Belohnung empfinden. Wir wissen aber, dass sie für den Körper eher eine Bestrafung darstellen, d.h. eine negative  Auswirkung haben und keine positive.

Deshalb hängt alles davon ab, wer die Richter sind. Wenn wir jedes Mal auf die höhere Stufe hinaufsteigen werden, wie die Mutter bezüglich der Kinder, die sie vor allen Problemen beschützt, dann tun wir nichts Falsches. Denn alles, was für das Kind eine Belohnung ist, ist für die Mutter eine Bestrafung.

So können wir uns immer von der höheren Stufe aus selbst prüfen, um später erforschen und entscheiden zu können, worin die eigentliche Belohnung und Bestrafung bestand. Die Wissenschaft der Kabbala hilft uns das zu erkennen und festzustellen, wobei es mehrerer Anstrengungen bedarf. Folglich erkennen wir das absolute Gegenteil, wie im Beispiel mit den Kindern. Die heutige Wahrnehmung für die Belohnung wird zur Bestrafung und die scheinbare Bestrafung wird zur gerechten Belohnung.

Tatsache ist, dass wir uns in einem trügerischen System befinden, das auf unserem Egoismus, auf dem Verlangen zu genießen basiert. Die ganze Wirklichkeit, das ganze System unterliegt einem anderen Gesetz – dem gegenseitigen Geben. Dies ist ein integrales System, wo sich jedes Element in vollkommener Harmonie mit allen anderen Teilen befindet.

In diesem System macht niemand eine selbstsüchtige Berechnung,  sondern nur zum Wohl des gesamten Systems. Das, was für das gesamte System gut ist, gilt als eine Belohnung für all seine Elemente. Und das, was zum Wohl des einzelnen Teils geschieht, der sich somit dem ganzen System entgegenstellt, gilt als Bestrafung.

Je nach unserem Aufstieg und der richtigen Anheftung ans ganze System werden wir unsere Wahrnehmung für Belohnung und Bestrafung ändern, um die Belohnung mit dem Wohl des gesamten Systems zu assoziieren.

Und das, was für mein Ego gut war, aber dem System schadet, werde ich als Strafe ansehen.

 

Aus KabTV “Ein Neues Leben” 2/2/17

[206293]

Die einzige Kraft in der Entwicklung der Natur, Teil 2

Frage: Was ist die höhere, absolute Kraft, welche die gesamte Schöpfung beherrscht? In welcher Weise unterscheidet sie sich von den Grundkräften der Natur, die der Wissenschaft bekannt sind: Schwerkraft, nukleare und elektromagnetische Kräfte?

Antwort: Alle anderen Kräfte, welche die Menschheit entdeckt hat, existieren auf der gleichen Stufe wie der Intellekt, dort wo wir existieren und studieren. Wenn wir uns in einer anderen Form, auf einer anderen Stufe entwickelt hätten, dann würden wir verschiedene Kräfte und eine andere Welt entdecken.

Der Unterschied zwischen all diesen Kräften und der höheren Kraft der Natur, liegt in unserer subjektiven Wahrnehmung. Es hängt alles von dem Individuum ab, von der Stufe, von der aus er überprüft und versteht. Ohne den Einzelnen gibt es nichts und es ist unmöglich zu sagen, dass irgendetwas tatsächlich existiert.

Frage: Aber was ist, wenn wir es nicht subjektiv sondern objektiv betrachten?

Antwort: Das ist unmöglich. Wir sind unfähig für objektive Beobachtungen, da wir mit speziellen Qualitäten durch die höhere Kraft geschaffen wurden. Wenn ich Erscheinungen nicht beobachte, dann existieren sie nicht. In meiner Wahrnehmung erscheint es nur in der Form, die ich wahrnehmen kann.

Frage: Was existiert dann tatsächlich?

Antwort: Es existiert nichts anderes als die einzige höhere Kraft, welche die Grundlage der Natur ist. Wir können diese Kraft nur nach Formen und Qualitäten, die ich erschaffe, als verschiedene Formen und Qualitäten wahrnehmen.

Frage: Nehmen wir so, je nach der Stufe unserer Entwicklung, diese einzige Kraft in Form von einigen Fragmenten wahr? Wird sich diese Wahrnehmung in der Zukunft ändern?

Antwort: Es hängt alles von dem Einzelnen ab, da die Welt in seiner Wahrnehmung existiert, außer ihm gibt es nur eine höhere Kraft, welche Natur genannt wird und die unser gesamtes Leben erschafft. Alle Enthüllungen existieren in uns, als Wirkung dieser einen Kraft.

Alles was ich sehe, spüre, denke, alles in und um mich herum, all meine Emotionen, mein Verstand, all das sind Enthüllungen der höheren Kraft. Ein Mensch erhält die Fähigkeit, sich von dieser Kraft zu trennen und in dieser Trennungserfahrung selbst in einer bestimmten Wirklichkeit zu existieren, die wir diese Welt nennen.

Frage: Was ist die Qualität dieser einzigen Kraft?

Antwort: Die einzige Qualität ist das Geben, eine Quelle, die ständig gibt, gibt, gibt…So erleben wir es. Wir enthüllen nicht die Kraft, sondern ihre Beziehung zu uns, ihr Geben.

Wir merken, dass mit der allerersten Handlung des Gebens diese höhere Kraft die Fähigkeit in uns erschafft, ihren Einfluss zu fühlen und zwischen ihr und uns selbst zu unterscheiden, uns außerhalb davon zu erleben. Diese spezifische Unterscheidung erlaubt es uns, unsere eigene Existenz und Realität zu erleben, die uns umgibt.

Von Kab TV „Ein neues Leben“ 27/6/17

[209922]

Die einzige Kraft in der Entwicklung der Natur, Teil 1

Frage: Was ist das für eine Kraft, welche die ganze Welt zwingt sich zu entwickeln: Die gesamte Natur und die Menschheit?

Antwort: Wir existieren in einem Kraftfeld namens Natur, dass in sich eine Vielzahl von verschiedenen Kräften einschließt. Wir teilen diese Kräfte in Stufen ein: unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich oder um sie nach dem wissenschaftlichen Prinzip: Physik, Chemie, Biologie usw. zu studieren. Wir definieren das nach der Bewegungsbahn unserer Entwicklung, nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung.

Auf diesen Gebieten gibt es Bereiche, die uns völlig unbekannt und unverständlich sind. Die ganze Natur ist eine einzige Kraft. Je weiter wir in unserem Verständnis der Wirklichkeit vorankommen und je tiefer wir die Natur untersuchen, desto mehr sind wir davon überzeugt, dass es nur eine Kraft gibt. Unsere Wahrnehmung wird zunehmend integriert und global. Wir verstehen schon, dass es keine Trennung zwischen Physik, Chemie, Biologie und Zoologie gibt; vielmehr ist jeder Aspekt eine einzelne Form. Aufgrund der Einschränkung unserer Wahrnehmung, die auf uns wie einzelne Bruchstücke wirkt,  können wir uns nur auf eine einzige Realität einstimmen. Wir sind einfach nicht in der Lage, die ganze Schöpfung in Form eines Bildes zu sehen, als eine Kraft. Allmählich, abhängig von dem Grad unserer Entwicklung, beginnen wir zu verstehen, dass es tatsächlich ein Bild, eine Kraft ist, in der wir existieren. Diese Kraft entwickelt uns und gibt uns die Möglichkeit, dies zu erkennen. Diese Kraft, Natur genannt, will, dass wir das verstehen.

Ein Mensch studiert die Natur mit seinen Fähigkeiten, die ihm von Geburt an gegeben wurden, deshalb ist er natürlich durch Zeit, Entwicklung, Raum und seiner eigenen Wahrnehmung begrenzt. Er ist nicht fähig, sein Gehirn zu leeren und es neu zu programmieren. Die Menschheit ist das Ergebnis eines langwierigen Evolutionsprozesses, der unter den Einflüssen verschiedener Handlungen und Kräften, die sich über Milliarden von Jahren erstreckten, stattfand.

Der Mensch ist das Ergebnis der Entwicklung der Natur. Deshalb stellt sich die Frage: Ist dieser Mensch ein untrennbarer, integraler Bestandteil der Natur, ist er in der Lage, das zu studieren?

Um das zu tun, ist es notwendig sich über die Natur zu erheben.

Erst vor kurzem, auf dem hochmodernen Stand der Wissenschaft,  fingen wir an zu verstehen, dass Zeit und Raum relativ sind, dass es anstelle von Materie Energie geben kann. Energie ist etwas, das verschwindet, was bedeutet, dass auch Materie verschwinden kann.

Es stellt sich heraus, dass all die endlosen Tonnen Materie, die wir im Universum sehen, nicht Materie sondern Energie sind, etwas das vergänglich ist und verschwindet. Im Wesentlichen ist unser Universum leer!

Darüber hinaus können Ursache und Wirkung den Platz tauschen. Was uns als Ursache erschien, wird als Wirkung entdeckt und umgekehrt. Es ist möglich, dass das Ereignis, welches jetzt stattfindet, die Ursache für sich selbst hervorbringt und nicht die Ursache das Ergebnis erzeugt.

Es gibt ein Phänomen, das  in der Quantenphysik beschrieben wird, bei dem Partikel, die durch kosmische Gegensätze voneinander getrennt sind, miteinander verbunden sind. Wenn sich ein Teilchen in einer bestimmten Weise dreht, dann dreht sich das andere Teilchen, das Milliarden von Meilen entfernt ist, auf die gleiche Weise. Es ist nicht so, dass ein Teilchen die Handlung des anderen nachahmt, sondern sie sind miteinander verbunden. Keines von ihnen ist weder Ursache noch Wirkung, alles ist ein einheitliches Ganzes. Es ist in keiner Weise mit unserem Intellekt zu verstehen, da unser Geist so außerordentlich begrenzt ist. Deshalb stellt sich heraus, dass all unsere Untersuchungen über die Natur extrem eingeschränkt sind.

Frage: Müssen wir zugeben, dass es sehr viel mehr gibt, was wir nicht wissen?

Antwort: Wir wissen fast nichts! Unsere Wahrnehmung von Mathematik und Physik ist auch das Ergebnis der Art, wie wir gemacht werden. Wenn wir anders gemacht wären, hätten wir eine andere Art von Mathematik, 1+1 wäre nicht gleich zwei.

Es ist nur eine Annahme, dass 1+1=2 ist. Wenn wir unsere Sinnesorgane austauschen, dann würden wir eine andere Realität sehen. Die ganze Natur, die uns umgibt, scheint ganz anders zu sein.

Die Kraft, welche die Natur entwickelt, kann als absolut akzeptiert werden, sie existiert außerhalb von uns. Diese Kraft schuf die Natur und uns in solch einer Form, dass es uns möglich ist, einen Teil der Natur in begrenztem Umfang zu studieren. Wenn wir tatsächlich die Natur studieren wollen, für die es notwendig ist neue Fähigkeiten zu erwerben, dann müssen wir auf das Niveau dieser Kraft aufsteigen.

 

Von Kab TV „Ein neues Leben“ 27/6/17

[209845]