Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der sechste Sinn

Frage: Gibt es eine Verbindung zwischen der Kabbalah und der Religion? Ist Kabbalah eine Religion?

Antwort: Kabbalah ist keine Religion, sondern Wissenschaft. Kabbalah befasst sich mit dem verborgenem Teil der Realität, mit welchen wir arbeiten können, wie in der Wissenschaft. Deswegen ist Kabbalah Wissenschaft.

Mithilfe spezieller Handlungen, die wir im Bezug auf uns durchführen, können wir unsere Sinnesorgane für die Aufnahme der höheren Stufe öffnen. Wir haben 5 Sinnesorgane – Sehsinn, Hörsinn, Geschmackssinn, Geruchssinn,  Tastsinn – durch die wir diese Welt fühlen – wenn auch begrenzt. Nichtsdestotrotz empfinden wir die Welt auf bestimmte Weise und so leben wir.

Wir können uns gar nicht vorstellen, dass es um uns herum noch andere Dinge gibt, die wir nicht wahrnehmen, weil unsere Sinnesorgane sie nicht erkennen. Genauso wenig wie wir ohne Teleskop erkennen, was auf anderen Planeten geschieht.

Wir haben vielerlei Apparate erfunden, damit wir unseren Sinnes-Umfang erweitern können. Aber eben nur erweitern. Die Wissenschaft Kabbalah erschafft uns ein zusätzliches Sinnesorgan, quasi einen sechsten Sinn, mit dessen Hilfe wir die ganze Realität erfassen können – auch jene, die vor uns verborgen ist. Dann wissen wir, wofür wir leben sollten und wie wir richtig leben können. Genau das soll der Mensch erkennen.

Frage: Was für ein Typ ist dieses Sinnesorgan?

Antwort: Dieses Sinnesorgan funktioniert ähnlich unseren herkömmlichen Sinnesorganen. Doch unsere 5 Sinne funktionieren in Form des Nehmens, der Aufnahme, der Attraktion oder Anziehung der ganzen Information, die außen existiert. Und das Organ, das wir mithilfe der Kabbalah entwickeln, funktioniert im Verlangen zu geben, der Gnade, der Liebe. Wir gehen aus uns heraus, steigen über uns auf und deswegen sind wir nicht mehr durch unseren Körper begrenzt. Unser spirituelles Sinnesorgan befindet sich außerhalb unseres materiellen Körpers. Wir erschließen damit praktisch die gesamte Realität. Und dann können wir alles erkennen. Dieses Organ heißt die Seele.

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Liebe – das eigentliche Paradies

Frage: Viele meiner Freunde fühlen sich unglücklich, weil sie keinen passenden Partner finden. Was muss man tun, um die wahre Liebe zu finden?

Antwort: Zunächst einmal sollten wir aufhören, von den anderen irgendwelche außergewöhnlichen Qualitäten zu verlangen, sondern wir sollten versuchen, einen Menschen zu finden, der versteht, wie man eine Beziehung der Liebe aufbaut. Liebe basiert nur auf Zugeständnissen: auf der Tatsache, dass jeder in Bezug auf den Partner nachgibt und die Möglichkeit genießt, dies zu tun. Du verlangst von dem Partner keine besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge, ganz im Gegenteil, dein Genuss besteht darin, dich vor ihm zu annullieren.

Frage: Welcher Genuss besteht in der Tatsache, dass ich Zugeständnisse mache?

Antwort: Genau das wird Liebe genannt. Wenn du deinem Kind etwas gibst, empfindest du große Freude. Und dasselbe kann in Bezug auf den Ehepartner sein. Nur, dein Kind spürst du viel näher, weil es natürlich ist – du empfindest es wie einen Teil von dir. Und obwohl deine Ehefrau zu dir gehört, existiert sie unabhängig von dir, quasi neben dir und hat ihre eigene Meinung. Aber aufgrund der Korrektur der Liebe musst du versuchen, den Unterschied zwischen deinen und ihren Verlangen zu löschen. Jetzt fühlst du nur deine Verlangen und kaum die Verlangen deines Partners. Deine Verlangen sind dir viel wichtiger als seine. Es steht geschrieben: „Mache Seine Verlangen zu deinen und Er macht Seine Verlangen zu deinen“- dies ist die Bedienung von Liebe.

Unsere Verlangen müssen sich zu Eins verschmelzen. Dies nennt man: “Mann und Frau – die Shechina zwischen ihnen“, als wären sie ein Körper. Es ist alles sehr einfach, wir haben nur nicht die richtige Erziehung. Für die Liebe muss man den Menschen erziehen und in Kursen speziell vorbereiten. Eine solche „Menschen-Bildung“ fehlt der ganzen Menschheit. So lange wir nicht lernen, wie man so eine Beziehung aufbaut, werden wir niemals Glück erreichen.

Frage: Jeder ist auf der Suche nach Liebe, aber wie kann man die Menschen davon überzeugen solche Kurse zu besuchen? Ich glaube nämlich nicht, dass diese Bedingung jemandem gefällt..

Antwort: Das ist so, weil wir uns selbst belügen. Wir denken, wir gewinnen nur dann, wenn wir auf unserem Standpunkt bestehen. Aber wer gewinnt von dieser Selbstlüge? Wir wollen lieben aber nur uns selbst erfüllen, in dem wir unseren Nächsten benutzen. Als Ergebnis spüren wir weder Zufriedenheit noch Liebe. Es ist notwendig den Menschen zu zeigen, wie man sich in der richtigen Form füllt: vollkommen und ewig. Diesen Genuss erlangt man nur durch die Liebe zum Nächsten, denn den anderen kann man immer geben und sie unendlich erfüllen; dadurch gelangt man zum ewigen Genuss. Es ist ein Kreislauf, der immer wiederkehrt. Und ich erreiche dadurch das Gefühl der absoluten, ewigen Liebe.. und mehr sogar: das ewige Leben.

Denn ich schade weder meinem Umfeld noch mir; ganz im Gegenteil, mit meiner Liebe mache ich alle lebendig. Und so gelange ich zu einem kontinuierlichen Aufstieg auf eine höheren Ebene: den Garten Eden. Das ewige Leben. Liebe – das ist das Paradies.

Daher ist es nicht nötig, irgendwo nach Liebe zu suchen, man muss sie  einfach aufbauen.

„New Life“ aus der Folge Nr. 601        30.07.2015

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Liebe, die niemals abstumpft

Frage: Warum genügt die Liebe zwischen den Ehepartnern nicht, warum muss man zu der Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen gelangen?

Antwort: Es gibt kaum Liebe zwischen Ehepartnern. Die Beziehung zwischen den Partnern befindet sich am Trauertag „9. Av“. Das Zerbrechen fühlen wir in jedem Bereich unseres Lebens: in der Familie, auf dem Arbeitsplatz, in der Politik – nirgendswo gibt es gegenseitiges Verständnis.

Frage: Es gibt viele Arten von Liebe: zu Kindern, zum Vater und zur Mutter, zu den nächsten Angehörigen. Aber warum existiert eine besondere Romantik in der Liebe zwischen Mann und Frau?

Antwort: Liebe bedeutet, wenn man die Verlangen des anderen und nicht die eigenen zuerst erfülle. Um dies zu tun, muss man wissen und fühlen, was der andere will; dessen Verlangen müssen viel wichtiger sein als die eigenen. Das ist die allgemeine Definition von Liebe, aber es passt zu allen Bereichen in unserem Leben. Eheliche Beziehung ist einfach umfangreicher als alle anderen, weil sie gegenseitige Verpflichtungen,   die Erfahrung des Zusammenlebens, die Kenntnisse der Partner, die gemeinsamen Kinder, das Haus und Grundstück, ein Gefühl von Vertrauen und Unterstützung in einer schwierigen Zeit einschließt.

Eine Ehe ist eine Verbindung in dieser Welt mit all den daraus fließenden Folgen. Und in der spirituellen Welt lernest du deinen Partner jeden Moment neu kennen. Es wird gesagt, dass Malchut jeden Tag jungfräulich wird, darum fängt die Beziehung immer aufs Neue an, als würden man sich gar nicht kennen. Offenbar fehlt uns dieses im Alltag in der Familie. Wäre das Paar auf der spirituellen Stufe, könnten sie ihre irdische eheliche Beziehung jeden Tag erneuern.

Vor dreieinhalbtausend Jahren in Israel hatten die Menschen so ein Leben geführt. Wir hoffen, dass wir zu so einer Lebensweise zurückkehren werden, wenn wir jeden Tag in dem Partner neue Eigenschaften offenbaren. Dann entsteht  eine richtige und wahre Liebe, die jeden Augenblick erneuert wird. Um heute etwas Leben in die Beziehung reinzubringen und die Verbindung zu spüren, müssen wir uns streiten. Nach dem Streit, kommt die Versöhnung und der Geschmack der Liebe, der abgestumpft war, wird wieder lebendig.

Aber an die spirituelle Liebe kann man sich nicht gewöhnen. Denn sie ändert sich jeden Tag. Ständig offenbaren sich neue Bedingungen und die Liebe wird laufend erneuert.

„New Life“, Folge Nr. 600, 30.07.2015, [#164261]

Siehe auch Familie, Mann und Frau

In Harmonie zwischen Gut und Böse

Frage: Alle  kennen solche Gegensätze wie „Licht und Dunkelheit“, „Liebe und Hass“ und andere Thesen des menschlichen Daseins. Sind diese Plus-Minus notwendig?

Antwort: Wir existieren nur im Minus, nur in der negativen Kraft, wie gesagt wird: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen und ich habe die Tora gegeben, für seine Korrektur.“ Die Tora ist das spezielle Licht, das dem Ego entgegengesetzt ist. Wir können es anziehen und mit seiner Hilfe den Egoismus ausgleichen. Bedauerlicherweise machen wir das nicht. Deswegen funktioniert unsere Welt nur unter dem Einfluss der negativen egoistischen Kraft. Wir sollte unsere Natur ergänzen, indem wir die zweite Kraft enthüllen: die positive Kraft der Natur, die in unserer Welt nicht existiert.

Unsere Welt strebt  nur mit der Kraft des Egoismus vorwärts. Wir sollen aber zusätzlich zu dieser Kraft mithilfe der Kabbalah noch die ausgleichende positive Kraft anziehen. Und dann, im Gleichgewicht und in Harmonie zwischen den beiden Kräften beginnen, wir die höhere Welt wahrzunehmen; mit anderen Worten die nächste Stufe der Kenntnis, des Seins.

So gehen wir in den Zustand über, der mit unserem Körper nichts zu tun hat. Das heißt „in der Seele zu existieren“. Und der Körper ist lediglich Existenz in unserer egoistischen Eigenschaft.

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Erziehung – ein gutes Beispiel für alle!

Frage: Was ist das Besondere der Erziehungsmethode, die Sie anbieten? In der Schule sprechen wir auch über die Liebe zum Nächsten, dass wir uns gut gegenüber den Freunden benehmen sollen. Wir sehen aber, dass es nichts bringt…

Antwort: Die Rederei von dem guten Benehmen spielt keine Rolle in der Erziehung. Die Erziehung basiert auf Beispielen. Das Kind versteht nur das Beispiel. Wenn wir möchten, dass der Erwachsene richtig erzogen wird, braucht er genauso wie das Kind ein Vorbild.

Deswegen haben wir keine andere Wahl, als solche Systeme zu erschaffen, die als gute Beispiele für die Beziehungen zwischen uns dienen. Woher sollen wir aber solche Beispiele nehmen, wenn wir uns alle im gegenseitigen Hass befinden? Wer zeigt uns solch ein Beispiel? Man sollte für alle Schichten der Gesellschaft besondere Seminare in kleinen Gruppen, so genannten Zehnern, so wie uns das Kabbalisten empfohlen haben, anbieten. Wir machen solche Treffen überall  – in Eilat, in Tel-Aviv und, und, und.. Viele kennen das schon.

Wenn ein Mensch sich in so einem Kreis befindet, wirkt dieser Kreis für ihn als Beispiel. Er spürt, dass in diesem Kreis etwas besonderes geschieht. Fremde Menschen, die sich zufällig getroffen haben und sich unn einem Kreis mit speziellen Regeln unterhalten, befassen sich mit bestimmten Themen. Sie fangen an, das Gefühl der Verbindung zu spüren, die Wärme, das Verständnis. Ihre Augen strahlen, sie sehen sich anders an, anders als früher.. noch am Anfang des Seminars. Innerhalb der ersten 15 – 20 Minuten verändern sich die Menschen. Und es ist verständlich, dass später, wenn sie nach hause kommen, wieder alles verschwindet. Der Mensch soll jedoch jeden Tag zurückkehren. Und dann, in einer Woche, in einem Monat, ändert sich der Mensch.

Ich sage das aus meiner Erfahrung; ich habe jede Menge Schüler in Israel und in der ganzen Welt, die sich auf diese Art ändern. Sie werden zu anderen Menschen, die erkennen, wovon der Erfolg der Welt abhängt und wie wir uns alle erheben können – aus der globalen Krise, die auf gegenseitigen Hass basiert. Dem Hass zwischen den Ländern, Völkern und allen Menschen. Wir können aus dieser Krise rauskommen, anstatt auf eine große Zerstörung zu steuern. Weil es in der Tora geschrieben steht, dass  wir dazu kommen werden, wann „die Hasser des Menschen in seinem Haus sein werden“. D.h. In seinem eigenen Haus wird der Mensch sehen, dass alle ihn zurückweisen; alle sind von ihm entfernt, wollen ihn nicht verstehen. Und so ergeht es jedem.

Kann man so existieren? Lasst uns den richtigen Weg gehen!

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Die glückliche Familie ist im parallelen Universum

bildFrage: Wie kann man Frieden in der Familie schaffen?

Antwort: Dazu gibt es das einzige Rezept: Jeder muss über die eigene Selbstsucht hinaufsteigen, um den Frieden in der Familie, zu Hause, zu schaffen. Dann bekommen wir die Empfindung der höheren Existenz.

Und der Mensch muss fühlen, dass die Gesellschaft seine familiären   Streitigkeiten bemerkt und verurteilt. Die Gesellschaft soll den Menschen in seiner Bemühung, die Familie zu festigen, unterstützen; die Meinung der Umgebung beeinflusst den Menschen doch so sehr, dass er ihr nicht widerstehen kann.

Wenn wir uns in der Minute des Zorns anhalten, gewinnen wir etwas sehr Wertvolles, dem zuliebe wir uns zurückhalten sollten. Der Gewinn ist umso größer.

Genauso, wie wir unsere Unzufriedenheit vor dem Chef bei der Arbeit zurückhalten, weil wir Angst vor der Entlassung haben, müssen wir uns ebenso zu Hause zurückhalten. Aber die Bemühungen werden von uns nicht gefordert, wir werden diesen Zorn in uns nicht unterdrücken und die Zähne zusammenbeißen und drohen, zu explodieren.

Die allgemeine öffentliche Meinung wird solche Atmosphäre unterstützen, dass jeder fühlen wird, wie unakzeptabel es ist, sich zu ärgern und seinen Zorn auf die Umgebung zu ergießen. Wir werden anders, ganz nach anderen Gesetzen, froh und ruhig, wie im Urlaub leben.

Verschiedene Streitigkeiten und Konkurrenz, das Geschrei wegen der Kinder wird aufhören. Es ist sogar unnötig sein, dem Menschen darüber  zu erzählen, das allgemeingültige Verhalten wird in der Atmosphäre schweben, deshalb wird es jeden beeinflussen.

Erwiderung: Sie erzählen von irgendwelchem parallelen Universum, wo es eine ganz andere Empfindung des Lebens gibt.

Antwort: Man kann sagen, dass wir in der zukünftigen Welt sein werden, die durch die Kraft des Gebens und der Liebe gelenkt wird. Und jeder wird durch die Liebe diese Kraft ergänzen, mit dem Wunsch, sie zu bewahren.

Es gibt außer den Skandalen jede Menge anderer wertvoller Beschäftigungen. Der Mensch ist dieses Lebens müde  und träumt, es zu ändern. Er weiß nicht, was er machen soll; es bleibt nur, sich zu trennen und zu fliehen. Man kann keine Lösung in dieser Sackgasse sehen. Und ich biete Ihnen eine schöne, ausgewogene, leichte Lösung an.

Aus dem 522. Gespräch über das neue Leben, 15.02.2015

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Die Entschlüsselung des Geheimnisses des Lebens und des Todes

bildDie Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst ist eine Hauptregel der Tora“. Das Problem liegt nur darin, dass wir denken, dass man uns diese Wörter: „die Liebe“, „die Vereinigung“, „die Freunde“ wie den Kindern im Kindergarten sagt, damit wir nicht streiten und gute Kinder sind.

Die Menschen denken, dass es um das normale Leben geht, in dem wir auch ohne Kabbala zurecht kommen können. Aber es ist nicht richtig. Die Wissenschaft der Kabbala sagt ganz und gar nichts darüber, sondern über die Enthüllung der Höheren Welt, wie gesagt: „Deine Welt siehst Du im Leben“.

Es ist unklar, welche Verbindung zwischen der Enthüllung der Welt, den Geheimnissen des Universums und der Natur, dem ewigen Leben, das höher als der Tod ist, und dem existiert, dass wir vereinigt werden und gute Freunde werden, wie gute Kinder, wenn wir uns zu lieben beginnen?

Die Vereinigung scheint so einfach und trivial zu sein, als ob sie der Enthüllung der Höheren Welten, der Offenbarung der früher verborgenen riesigen Kräfte, der Durchdringung in die verborgenen Kräfte der Natur, dem Öffnen der riesigen Möglichkeiten des Menschen dienen kann.

Aber es geht darum, dass wir das Integralsystem öffnen, das die ganze unbelebte, pflanzliche, tierische Natur und die Menschheit verbindet.

Frage: Wenn ich mich zu den Menschen freundlich verhalten werde, werde ich alle Geheimnisse der Natur öffnen?

Antwort: Ja, aber nicht sofort und nicht im gewöhnlichen Verständnis des Guten. Versuche freundlich in jeder Situation zu sein, egal in welcher – natürlich kannst du das nicht. Und dann brauchst du neben dir andere Leute, die auch zu solcher Vereinigung streben und das allein nicht machen können.

Wir werden uns zwischen uns verbinden, einander zu helfen bemühend, wie gesagt: „So hilft  der Mensch dem Nächsten“. Im Endeffekt werden wir die Verbindung erreichen, die die gegenseitige Bürgschaft heißt, wenn jeder den Anderen unterstützt, damit er nicht fällt, und sich die ganze Zeit bemüht, eine gute Beziehung zwischen uns zu unterstützen.

So bauen wir ein Netz aus zehn bis 15 Menschen, die einander unterstützen und helfen, die besten, idealen Beziehung zu haben. Innerhalb dieses Netzes enthüllen wir die zweite, verborgene, höchste Kraft der Natur – die Kraft des Gebens, der Liebe, der Vereinigung. Es ist die Kraft, die jedem hilft, aus der eigenen Selbstsucht hinauszugehen und innerhalb der anderen zu leben.

Im Moment existiert diese Natur für uns nicht. Wenn wir eine solche Tendenz haben, enthüllen wir, dass es in der Natur die verborgene Kraft gibt, die der Schöpfer genannt wird.  Dank der guten Verbindung zwischen uns bekommen wir die Ewigkeit und die Vollkommenheit, das Leben, das höher als der Tod ist. Darin besteht eben die Wissenschaft der Kabbala.

Frage: Was bedeutet das ewige Leben?

Antwort: Es bedeutet, höher als die Zeit hinaufzusteigen.  Wir erreichen solch eine innere Empfindung der Verbindung zwischen allen Teilen der Schöpfung, sodass wir innerhalb ihr das endlose Leben fühlen.

Unser Leben wird doch nur deswegen zerstört, weil wir Egoisten sind. Wir empfangen und empfangen, bis wir nicht mehr fähig sind, zu empfangen, und deshalb sterben wir. Darin besteht das ganze Geheimnis des biologischen Lebens und des Todes.

Aber wenn wir über das nur Empfangen und nur Aneignen aufgestiegen sind,  hören wir auf, innerhalb des eigenen Körpers zu leben, sondern gehen aus ihm hinaus und beginnen, unkörperlich zu leben, und diese  Existenz ist ewig.

Aus der Radiosendung 103FM, 08.03.2015

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Wenn Freude für alle aufkommt!

bildEs existiert ein besonderes Phänomen: der Einfluss der Umgebung. Wenn ich ein Problem bekomme, welches auch die Gesellschaft betrifft, dann wird das Problem mit allen geteilt, und ich fühle mich nicht alleine damit. Wenn ich an einer schweren Krankheit erkrankt bin, dann mache ich mir große Sorgen. Wenn es aber eine Epidemie ist und alle erkranken, dann ist es nicht so schlimm.

Das Leiden wird sofort mit der Gesellschaft geteilt, wo ich einer von vielen bin. Deswegen ist meine Angst nicht mehr so groß, sondern ich trage ein Millionstel. Dies geschieht unabhängig von meinem Wunsch, da ich mit den anderen in einem System verbunden bin. Also mein relativer Anteil an dem ganzen Leid ist nur ein Millionstel.

Das bedeutet nicht, dass mir kein Leid geschieht: es geschieht. Aber das Gefühl der Angst vor der Bedrohung wird mit allen Menschen geteilt.  Je stärker ich mit den anderen verbunden bin, desto weniger sorge ich mich um Unannehmlichkeiten.

Doch wenn  Freude aufkommt, wird sie nicht geringer; denn das Gefühl der Freude spüre ich mit all den anderen. Ein Unglück empfinde ich in meinem Inneren, aber Freude- von außen, zwischen uns. Denn die gute Kraft, die die ganze Welt erschaffen hat, wirkt auf alle und verringert sich nicht. Wenn die Freude kommt, freuen sich alle in vollen Zügen.

Es ist sogar umgekehrt, die allgemeine Freude vergrößert die Freude von jedem Einzelnen. Sagen wir mal, es kommt eine Nachricht über den Sieg im Krieg. Diese Freude teilt sich nicht durch eine Million und lässt mir ein Millionstel des Glücks. Ganz im Gegenteil, sie wird durch eine Million multipliziert, und ich empfinde Freude eine Million Mal mehr! Schließlich gehe ich auf die Straße und sehe, wie glücklich und überwältigt jeder ist, es ist ganz anders, wenn ich alleine zu Hause sitze.

Die Kraft der Einheit hat  einzigartige und wunderbare Fähigkeiten  Leid zu teilen und Freude sowie Glück zu vergrößern. Dies folgt aus der Quelle der Schöpfung, aus dem Urknall, aus der Kraft, die alles erschaffen hat.

Heute erkennen wir, dass die gesamte Natur ein System ist. Je stärker wir diese Kraft anziehen, desto mehr entsprechen wir den Gesetzen der Natur, und dadurch gewinnen wir nur.

Wenn wir mit Hilfe der integralen Erziehung lernen würden dies alles richtig zu nutzen, würden wir die Spitze des Glücks erreichen.

„New Life“, Folge Nr. 242, 17.10.2013

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Das Unvorhergesehene der persönlichen Entwicklung

Rav Laitmann BlogFrage: In der Schule bekommen wir alle Arten von Informationen, aber die Hauptsache lehren sie uns nicht: Wer wir sind. Warum ist es wichtig für jeden Menschen zu entdecken, zu erkennen und sich selbst zu verstehen?

Antwort: Wenn ich mich selbst verwirklichen möchte, muss ich wissen, wer ich bin und welche Quellen der persönlichen und geistigen Kräfte in mir zu finden sind. Wenn ich sie nicht habe, wo kann ich dann Hilfe von außen erhalten um sie zu bekommen? Worin bin ich schwach, und wo liegt meine Stärke? Für welche Tätigkeit bin ich geeignet, für welchen Lifestyle? Und ganz allgemein, wer bin ich? Manche Menschen haben selbstzerstörerische Tendenzen, während andere ständig um ihr Leben und ihre Gesundheit besorgt sind. Es gbit diejenigen, die das Publikum anziehen, andere, die es ablehnen und so weiter. Zu entdecken und zu sich selbst zu kommen bedeutet dass Du die Quelle des Erfolgs entdeckst und kennst.

Wir sehen dass Kätzchen und Welpen innerhalb zwei oder drei Wochen unabhängige Wesen sind. Während für einen Menschen Jahre des Leidens für seine Entwicklung erforderlich sind, und letztlich wird ihn seine Fähigkeit, aus der Umwelt aufzunehmen, auf die Beine stellen. Ein Baby kommt rein und sauber aus dem Mutterleib, ohne Bakterien und Viren, nichts. Innerhalb ein paar Stunden ist es mit Billionen von Bakterien bedeckt, bis zu 30.000 pro Quadratzentimeter auf der Haut. Wiederum, in dem Moment wenn es zu atmen beginnt, süß, und Antikörper produziert, fängt es bereits an seine Umgebung zu beeinflussen.

Wenn es zur Erziehung des jungen Menschen kommt, hat man sofort eine Vielzahl von Möglichkeiten in Bezug auf eine Beratung: Das Neugeborene muß der Musik zuhören, Du mußt mit ihm reden, ihm zulächeln. Es wird gesagt dass die Musik von Mozart die Gehirnzellen beeinflusst und die mathematischen Fähigkeiten verbessert. Ohne jeden Zweifel, alles von diesem ist gut. Die Wahrheit ist, wenn ein Kind bis zum Alter von zwei Jahren mehrere Sprachen regelmäßig spricht, wird es für ihn zur zweiten Muttersprache.

Zu diesem Thema existieren verschiedene Studien, aber in der Tat wissen wir nur sehr wenig über uns, und dieses Wissen ist komplett erfahrungsgemäß (empirisch). Die Abhängigkeit eines Menschen von seiner Umgebung ist die Hauptsache die berücksichtigt werden muss. Ich werde in einer bestimmten Familie geboren, zu einer bestimmten Zeit, unter bestimmten Bedingungen, in all dem muss ich die Hand des Schicksals erkennen. Aber es gibt auch eine andere Seite der Medaille.

Eine Mutter kann fünf komplett unterschiedliche Kinder haben. Zum Beispiel habe ich einen Bruder der einige Jahre jünger ist als ich, und er übernimmt komplett gegensätzliche Qualitäten der Gesellschaft als ich. Es ist zu sagen – es ist nicht nur die Umgebung – sondern genau was ein Mensch aus der Umgebung absorbiert, es ist also abhängig vom Menschen selbst. [150590]

KAB TV`s „New Life“ 07.11.14

Eine brillante Lösung für jedwedes Problem

RavEine brillante Lösung für jedwede Art von Problemen

Frage: Einer Gruppe von drei Personen wird eine Aufgabe gestellt. Jeder von ihnen hat sein eigenes Wissen, Aufgabengebiet, eigene Erfahrung und Berechnungen. Entweder können  sie die ihnen gestellte Aufgabe nun so gut es geht bewerkstelligen, oder aber sie bilden eine Gruppen-Intelligenz. Indem sie die ganze Zeit die emotionellen Verbindungen erhöhen, steigern sie ihre Fähigkeit zu denken. Gibt es in diesem Prozess irgendeine Einschränkung?

Antwort: Ja. Und es ist hier besonders wichtig zu prüfen, welche Art  Hindernisse es sind, über die die Menschen sich verbinden. Wenn es für sie aufgrund unliebsamer Verhaltensweisen zwischen den Gruppenmitgliedern, innerer Konflikte und  Ablehnungen schwierig ist, einander näherzukommen, es ihnen trotz allem aber gelingt, sich darüber zu verbinden, dann gibt  ihnen der Unterschied zwischen der Stufe, in der das Ego unter Kontrolle ist und die Größe, dass sie sich darüber erheben, um Einheit zu erlangen, eine intensive emotionelle Verbindung.

Frage: Um eine brillante Lösung zu bekommen, muss man also die selbstsüchtigsten Leute in einem einzigen Kollektiv versammeln? Was müssen sie tun, um sich zu vereinigen?

Antwort: Sie müssen sich nach einem einzigen gegenseitigen Empfinden sehnen. Dies bedeutet, dass jeder positiv über die anderen denkt, sich selbst beugt und zurücknimmt, sich über seine persönlichen Empfindungen erhebt und beginnt, den anderen so zu lieben, als ob er der näheste Mensch für ihn wäre.

Er sieht im Anderen die wunderbarste und idealste Person und will ihm in jeder nur denkbaren Weise Gutes tun. Gleichzeitig löscht er jedoch das Gefühl des Hasses nicht aus; vielmehr erschafft er eine Verbindung der Liebe darüber.

Hierfür führen wir eine Reihe von speziellen Treffen durch, in denen wir näher erläutern, wie jeder sich über sich selbst erheben, sein Ego – ohne es auszulöschen –   lediglich seine Wirksamkeit einschränken muss. Es geht hier darum, wie man sich selbst annullieren muss, um in andere eingeschlossen zu sein und sie so zu fühlen wie sie sind, und nicht wie es einem erscheint, dass sie sind. Ich möchte ein Bestandteil eines anderen sein, so als ob ich ihm bezüglich nichts fühle – keine Liebe und keinen Hass. Was will er? Was liebt, was hasst er,  wovon fühlt er sich angezogen? Welche Neigungen, Vorlieben und Pläne hat er? Ich will ihn wertschätzen; das ist die Hauptsache.

Frage: Den Umgang mit einem oder zwei Kollegen zu erlernen ist nicht schwierig. Heißt das aber, dass man, wenn es zehn Personen sind, jeden von ihnen wertschätzen muss?

Antwort: Ja. Das ist völlig richtig! Jeder annulliert sich, um die anderen zu fühlen. Und bei der nächsten Aufgabe braucht man sich nicht annullieren, sondern fühlt sich selbst sogar größer als alle anderen, bereit, alle zu erfüllen.

Von diesem Moment an ist es nun erforderlich zu prüfen, was dem anderen fehlt – man muss sich selbst zurücknehmen und ohne eignes Ego in ihm eingeschlossen sein. Man muss wie ein unauffindbarer Sensor, der keinerlei Störung verursacht, sein, und alle eigenen Fähigkeiten nutzen, um ihn zu erfüllen. Dies bedeutet, dass man, in seiner Fähigkeit zu erfüllen, bereits größer als alle anderen ist.  Man ist nicht der Kleinste, sondern wohl eher der Größte in einer Gruppe. Und dann hat man positiven Einfluss auf sie.

Frage: Wie kommt es, dass wir dank einer Atmosphäre guter Gesinnungen zwischen uns die besten Lösungen erreichen?

Antwort: Es geht hier nicht um die Atmosphäre. Vielmehr liegt die Wichtigkeit in der Fähigkeit, ein neues, integrales Gefühl und eine neue integrale Intelligenz oberhalb der Natur, die uns alle trennt,  zu erschaffen! Erschafft etwas – ähnlich der kollektiven Natur – das es einem ermöglicht, eine Lösung auf einer höheren Stufe zu finden als auf jener, auf der jeder von uns, sogar Einstein, ist.

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Auszug aus der TV-Reihe „Ein neues Leben“ vom 26. Jänner 2014