Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Tora und Mizwot: Nicht, was du dachtest

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Zusammenfassung

Die Menschheit lebt in ihrer Welt ohne sich des Systems, das sie steuert, bewusst zu sein, und so bekommt sie Schläge. Dieses System wird von uns “Tora” genannt. Die Tora beschreibt die 613 Kräfte, die den Menschen lenken und die 613 Wünsche, die als eine korrekte Reaktion auf die aktiven Kräfte wünschenswert sind. Die Situation gleicht einem Menschen, der sich in einem dunklen Raum mit einem Tresor befindet,  er ist hungrig und traurig und sieht überhaupt nichts. Nur wenn er die Tora und Mizwot (Gebote) gemäß ihrer Definition in der Weisheit der Kabbala ausführt, werden sie seine Wünsche korrigieren und das Licht enthüllen.

Mit der Periode der Zerstörung des Ersten Tempels (Beit HaMikdash) begann der Abstieg der Generationen, und Unwissenheit über das Verständnis von Tora und Mizwot verbreitete sich im Volk Israel. Die Kinder Israels, die unter die Kontrolle des Egos gerieten, hörten auf, das Leben spirituell zu sehen und die Einstellung gegenüber Tora und Mizwot wurde zu einer Formalität. Sie führten die Mizwot im buchstäblichen Sinn aus, wie es in der Tora in einer äußeren Form geschrieben steht. Sie versuchten nicht „Und du sollst deinen Freund lieben wie dich selbst“ zu erreichen (Levitikus 19:18) und das reformierende Licht, das die Seele korrigiert, verschwand. Wenn wir zu der inneren und korrekten Ausführung von Tora und Mizwot zurückkehren, enthüllt sich uns eine andere Welt und wir werden die Höhere Kraft entdecken, die die allgemeine Kraft der Natur ist; und wir werden verstehen, wie sie auf uns wirkt und wir werden ein Verständnis dafür bekommen, wovon wir geleitet werden. Die korrekte Reaktion eines Menschen auf diese Kraft macht ihn ihr ähnlich – bis er eins mit ihr wird.

Es ist heute unsere Verpflichtung, der Menschheit beizubringen, was die korrekte Bedeutung von Tora und Mizwot ist; ansonsten wird das Leben weitergehen bis es zu irgendeinem Zeitpunkt möglich sein wird, die Ewigkeit zu erreichen. Nach religiöser Auffassung erwartet der Mensch eine Belohnung oder ein Paradies in der nächsten Welt. Doch die Weisheit der Kabbala lehrt, dass alles vom Menschen abhängt, der den Zustand „Du wirst deine Welt zu Lebzeiten sehen“ erreicht (Berachot 17a). Und wenn wir die Liebe zueinander entwickeln, werden wir die Höhere Welt enthüllen.

In der Vergangenheit erreichten wir die Höhere Welt durch unser Verständnis, wie wir uns zu allem Existierenden auf allen Ebenen der Existenz in Beziehung setzen: unbelebt, pflanzlich, belebt und menschlich. Im Laufe der Zeit verschwand das Gefühl für die Höhere Welt und uns blieben nur noch mechanische Handlungen ohne jegliche Korrektur des Herzens.

Das menschliche Ego befindet sich in einer ständigen Entwicklung; die Welt wird immer schwieriger und leerer, und die Menschheit weiß nicht, wie sie sich selbst verwirklichen kann. Das Geschrei wird schrecklich sein, bis schließlich jeder zu der Frage gelangt: Wofür leben wir? Und dann wird sich eine neue Welt vor uns enthüllen. Mit Hilfe des reformierenden Lichts korrigieren wir die 613 Wünsche in uns und gelangen vom Egoismus zur Liebe. Jeder einzelne von uns ist durch 613 Fäden mit den anderen verbunden. Mit unserer egoistischen Natur wollen wir uns gegenseitig übervorteilen. Die Korrektur besteht darin, dass wir uns verbinden und jeden mit Güte beschenken wollen.

Aus KabTV, Tora und Mizwot: Nicht, was du dachtest, Neues Leben 673, 7.1.16

Marihuana auf Rezept

Kommentar: Der israelische Gesundheitsminister, Jacob Litzman, kündigt an, dass israelische Ärzte in sechs Monaten Rezepte für Marihuana ohne Vollmacht des Gesundheitsministeriums ausstellen dürfen. Heute sind nur 36 Ärzte dazu berechtigt; wenn jedoch ein Gesetz erlassen wird, werden die Menschen regulär mit einem Rezept Marihuana in einer Apotheke erwerben können. Es ist interessant, dass Menschen in Russland für Drogenvergehen bestraft wurden.

Meine Antwort: Monate zuvor ging es um die gleiche Sache in Russland. Die ganze Welt geht in diese Richtung. Vor ein paar Jahren, als die Nichtraucherkampagne startete, warnte ich davor, Zigaretten staatlich zu verbieten, da dadurch die Verwendung von Drogen gefördert würde. Du gibst einem Menschen ein Stück Brot, ein Glas Wasser und eine Zigarette und er ist glücklich. Um sich zu betäuben schaut er TV, Fußball, Seifenopern, etc. Der Mensch muss zufrieden sein, damit er sich nicht auflehnt, nicht lärmt, sich nicht gegen die Regierung und den Staat richtet. Politiker wissen das und erfüllen solch kleine Bitten; sie „kümmern“ sich um die Menschen, werfen ihnen solange Krümel hin, damit sie sich ruhig verhalten und der Regierung die Kontrolle überlassen.

Frage: Glauben Sie, dass die Legalisierung von Drogen die Menschheit „gehorsam“ macht?

Meine Antwort: Sicher, dies wird solange weitergehen, bis sich die Bevölkerungszahl allmählich von sieben Milliarden auf eine Milliarde reduziert. Wenn die Menschen keine Familien haben und nicht mehr heiraten wollen, dies für sie sinnlos wird, wird eine Generation mindestens auf die Hälfte schrumpfen, innerhalb von zwei Generationen bis auf ein Viertel oder Fünftel. Ich schätze 2050 werden nur noch zwei Milliarden Menschen auf der Welt übrig bleiben.

Frage: Die Ursache davon wird die Legalisierung von Drogen sein?

Meine Antwort: Nein. Die Ursache von allem, was geschieht, ist der Egoismus. Einmal wird die Grenze dieser Entwicklung erreicht sein, dann verschlingt er sich von selbst. Es ist wie mit Kindern in sehr reichen Familien, denen alles erlaubt wird. Sie werden wild und wissen nicht, was sie tun sollen. Das Ego ist genauso. Es übertrifft sich selbst, wird zu einem Monster, das seinen eigenen Schwanz verschlingt, denn es besitzt keine Vernunft.

Frage: Ist damit gemeint, dass sich ein Mensch selbst füllt, um zu vergessen? Braucht er deshalb Drogen?

Meine Antwort: Sicher, es gibt nichts, was er dagegen tun kann. Die einzige Antwort darauf ist, die Menschen zu erziehen. Um sie zu bilden, setzen wir die positiven Kräfte in der Welt ein, die Energie, welche die negativen Kräfte ausbalanciert. Und zwischen diesen beiden Kräften können wir in einer vernünftigen, korrekten und klaren Weise existieren.

Wir haben eine Menge Beispiele für die Enthüllung der nächsten Entwicklungsstufe: Das Universum, Ein Sof (Unendlichkeit), die Welt der Seelen, die Welt der Ganzheit und Ewigkeit. Wir wollen das alles sofort und real erreichen. Erreichen wir es nicht, nehmen wir einfach Drogen, um uns dem Nirwana näher zu fühlen. Was haben wir in dieser Welt? Ich öffne meine Augen und was sehe ich? Eine Welt, von der ich mich zurückziehen und die ich vergessen will. Sieh hin, wie viele Menschen sich heute im Zustand der Abtrennung befinden und gezwungen sind, Antidepressiva zu nehmen. Es gibt so viel Depression. Sogar bei Kindern und Haustieren. Ein Mensch findet in dieser Welt keinen lebenswerten Sinn, besonders wenn er nicht mehr in seiner Arbeit motiviert ist, er keinen Bereich für sich erforschen kann, nichts erreicht und nichts Neues für sich entdecken kann. Wenn wir das Interesse an Sex und Essen verlieren, bleibt uns nichts, außer uns durch chemische Keulen zu betäuben.

Frage: Sind Sie für oder gegen liberale Drogengesetze?

Meine Antwort: Ich bin weder dafür noch dagegen. Alles wird durch den allgemeinen Egoismus gelenkt. Beide, der Gesetzgeber und der Drogendealer, jeder arbeitet unter dem Druck des Egoismus. Wenn wir nicht die positiven Kräfte in Balance zu den negativen, egoistischen Kräften in unserer Welt bringen, werden wir untergehen.

Von Kab TV „Neues von Michael Laitman“, vom 21/1/16

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Bist du bereit, weniger zu arbeiten?

Die stellvertretende Vorsitzende des Zionistischen Lagers, Tzipi Livni, schlug vor, den Sonntag in Israel als zusätzlichen freien Tag einzuführen. Sie glaubt, dass dies dabei hilfreich wäre, die gespannten Verhältnisse, die in der Gesellschaft bezüglich der Shabathruhe existieren, zu reduzieren. Es entstünde eine bessere Verbindung der Israelis untereinander, die zu  guten nachbarschaftlichen Verhältnissen und zur gegenseitigen Verbindung führen könnte.

Meine Antwort: Ich würde drei Feiertage vorschlagen: Freitag für die Muslime, Samstag für die jüdische Religion und Sonntag für die christliche Religion. Damit wären wir sicher, dass alle drei Tage dazu dienen, dass die Menschen tatsächlich ihre Freizeit genießen könnten. Am Sonntag könnten die Menschen mehr raus gehen, einkaufen und sich unterhalten. Es wäre gut, einige soziale Programme für die Kinder vorzubereiten. Immerhin hätten die Kinder zwei freie Tage, an denen sie einer schönen Beschäftigung nachgehen könnten.

Um diese Gelegenheit für eine richtige Entwicklung nicht zu verpassen, bräuchten wir eine ernsthafte Vorbereitung und pädagogische Struktur, die zu körperlicher und geistigen Gesundheit führt. Der Staat muss den Großteil der Verantwortung für die freie Zeit, des drei-Tage-Wochenendes, zum Nutzen der gesamten Öffentlichkeit auf sich nehmen. Ich glaube, dies würde die Spannungen und Feindseligkeiten in der Gesellschaft reduzieren. Es sollte ein staatliches Programm geben, welches vorgibt, wie wir die Zeit befreit von überflüssiger und nicht mehr benötigter Arbeit verbringen können. Es gäbe Aktivitätsbereiche, die sich ohne Störungen weiter entwickeln könnten. Warum kann zum Beispiel die Arbeit, die ausschließlich von ausländischen Arbeitern verrichtet wird, nicht am Samstag erfolgen? Lasst die Leute entscheiden. Das Gleiche könnte für alle anderen Fachkräfte, die wir brauchen, gelten. Sie könnten gestaffelte Programme haben.

Wenn man die ganze Gesellschaft neu gestalten möchte, sind Überlegungen gefordert, die kluge Dinge ohne Parteimethoden umsetzen: Wer wird einen Nutzen haben und wie kann das für die Gesellschaft von Vorteil sein. Das ist ein sehr schwieriger Vorschlag, durch welche wir die gesamte Gesellschaft neu formen könnten. Es ist notwendig, an alle zu denken, um weise, unparteiische Entscheidungen zu treffen. Das ist ein sehr komplexer Vorschlag;  dadurch wäre es aber möglich, die Gesellschaft umzuformen.

Von KabTV, Nachrichten mit Michael Laitman 8.1.16

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Wohltuende Viren


Frage: Ist es nicht gefährlich, sich mit anderen Menschen zu vereinen? Können Krankheiten und negative Gefühle auf mich übertragen werden?

Antwort: In unserem Leben treffen wir mit anderen Menschen zusammen und interagieren mit ihnen. Alle möglichen Keime und Viren werden dabei von einem auf den andern übertragen. Aber genau dadurch werden wir stärker und bauen eine Immunität auf. Dasselbe passiert auch, wenn wir die Methode der Einheit anwenden. Wenn wir mit dem Ego getrennt davon arbeiten, ist das schädlich, aber wenn wir  zusammen arbeiten und uns darüber erheben, werden wir erkennen, wie hilfreich das ist. Wir bekommen Hilfe gegen unser Ego. Das ist die Methode der Korrektur, die wir studieren sollen. Wir sollen unserem Egoismus dankbar sein, weil wir mit seiner Hilfe die 125 Stufen der spirituellen Leiter aufsteigen. Je höher wir auf der Leiter aufsteigen, umso mehr wächst und entwickelt sich unser Egoismus.

Es ist ein erstaunlicher Vorgang, bei welchem mit dem Aufsteigen eines Menschen auch der Egoismus wächst und gleichzeitig kommt man damit der Spiritualität näher. Dadurch unterscheidet sich die Weisheit der Kabbala von allen anderen Methoden, weil wir alle Kräfte der Natur, eingeschlossen der egoistischen Kraft, nutzen. Nichts bleibt bei meiner Korrektur außen vor. Ich absorbiere alle negativen und positiven Kräfte und vereine sie in einer Symbiose, einem besonderen Bund. Dank diesem Bund steige ich auf der spirituellen Leiter auf.

Aus der russischen Kabbala Lektion, 11/15/15

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Lohnt es sich, für die Fortpflanzung Anstrengungen aufzubringen?

Frage: Entsprechend der Weisheit der Kabbala sollten wir keine Energie für das Erreichen vorübergehender, körperlicher Wünsche verschwenden. Meine Tochter weigert sich, Kinder zu bekommen, weil es lebenswichtige Ressourcen entzieht. Hat sie recht? Sollten wir überhaupt noch Kinder bekommen?

Antwort: Das ist heute eine sehr logische und wichtige Frage. Ein Mensch, der in seinen 30er Jahren heiratet, muss sich in den folgenden 20 Jahren um seine Familie kümmern, bis seine Kinder erwachsen sind und für sich selbst sorgen und unabhängig werden können. Anstatt also die besten Jahre seines Lebens seiner spirituellen Entwicklung zu widmen, kümmert er sich um die Erziehung seiner Nachkommen, ohne zu wissen, wie sie leben und ihren Lebensunterhalt in der Zukunft verdienen werden. Ist es das wert? Wir können sagen, dass entsprechend unserem derzeitigen Lebensstil die Menschheit dafür sorgen muss, dass sie weiterhin existieren kann. Die Menschen müssen arbeiten und ihre Energie in Familie und die Erziehung ihrer Kinder investieren, und gleichzeitig sollten sie die Weisheit der Kabbala in ihre spirituelle Entwicklung implementieren.

Die Weisheit der Kabbala wurde uns nicht gegeben, damit ein Mensch sie 24 Stunden am Tag und während der ganzen Zeit, in der er nicht arbeiten muss, studiert. Durch die Bereitstellung von alle seinen Grundbedürfnissen wie  Wohnen, Arbeiten und eine Familie zu haben wird er die Verbindung zwischen ihm und dem Rest der Welt, wie es das System der Schöpfung und der Natur verlangt, erfüllen. Die Weisheit der Kabbala ist eine praktische Wissenschaft. Für einige, die sich in diesem Studium sehr engagieren, ist es auch ein Beruf. Sie fangen an, mit der Bevölkerung zu arbeiten, werden Ausbilder, Dozenten oder Kabbala Lehrer. Das Verhältnis von Lehrern im Bildungswesen unserer Welt ist im Vergleich zu der Bevölkerung 1:50, das heißt, ein Lehrer unterrichtet  fünfzig Schüler, während die Zahl der Kabbala Lehrer viel kleiner ist; doch ohne sie werden wir in der Zukunft nicht in der Lage sein, diese zu meistern.

Unser Anspruch ist es, den Punkt zu erreichen, an dem wir eine große Anzahl von Kabbala Lehrern haben, so dass es für jede Gruppe von 50 Menschen in der Welt einen Kabbalisten gibt. Dieser Kabbalist  wird dieses Team unterrichten und sich um es kümmern. Nach und nach wird die gesamte Menschheit in verschiedenen Gruppen durch einen Kabbala Lehrer angeleitet. Diese Lehrer müssen selbst auch weiter studieren, sich entwickeln und ihre Fähigkeiten verbessern, während die anderen Menschen erfüllen müssen, was sie empfangen haben – wie ein Student, der sein Studium abgeschlossen hat, seinen Lehrer verlässt und realisiert, was er gelernt hat.

Aus der Kabbala Lektion auf Russisch 11/15/15 [173709]

Wiedergeburt der Alten Welt

Frage: Das aktuelle Wirtschaftssystem wird den Bedürfnissen der Menschen nicht gerecht. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt unter prekären wirtschaftlichen Bedingungen und nur etwa eine Milliarde Menschen genießen den Wohlstand und Reichtum der Welt. Darüber hinaus  hat die wirtschaftliche Entwicklung, die die Grundlage der kapitalistischen Zivilisation ist, praktisch aufgehört zu funktionieren. Gleichzeitig gibt es eine andere Art von Wirtschaft wie Robotik, künstliche Intelligenz, usw. Kann man sagen, dass die alternative Wirtschaft die Grundlage für die neue Wirtschaft sein wird? Und wie wird die neue Menschheit nach der Transformation der alten Menschheit sein?

Meine Antwort: Ich denke, es wird ein Übergang bezogen auf Qualität sein. Es geht nicht um die Wirtschaft oder Ökologie, sondern um die Menschheit, die nach unterschiedlichen Prinzipien auf einer anderen Ebene existieren wird. Sie wird in einer anderen äußerlichen Dimension leben. Die neue Wahrnehmung wird nicht in unseren fünf leiblichen, egoistischen Sinnen offenbart werden, durch die wir die Welt um uns jetzt wahrnehmen. Wenn wir uns auf dem neuen Niveau vereinen, werden wir Gefühle entwickeln, die das Bild der Welt außerhalb von uns zeigen. Aber es wird nicht durch unsere körperlichen Sinne zu uns gelangen, die uns diese Welt nur schmal, verschwommen und begrenzt wahrnehmen lassen.

Die neue Welt wird vollkommen anders sein: Eine Welt der Kräfte und Eigenschaften, nicht Objekte und Phänomene, die in unserer egoistischen Phantasie dargestellt sind. Dann wird unsere Wirtschaft, unsere Kultur und unser ganzes Leben eine ganz andere Bedeutung bekommen – eine „außerkörperliche“ Bedeutung. Wir werden uns in Geschöpfe verwandeln, die keine materiellen Dinge brauchen werden wie Eigentum, Statussymbole, Umwelt usw. Wir werden durch Energie ernährt werden, die auf Synergie basiert,  auf gegenseitiger Fürsorge und  Zusammenarbeit, auf dem Gleichgewicht zwischen den positiven und negativen Kräfte der Natur – und wir werden zwischen ihnen existieren. Die nächste Stufe der Menschheit wird nicht körperlich sein, sondern eine Ebene der Gedanken, Absichten und Energien. Ich denke nicht, dass von unserer Wirtschaft, Umwelt oder unserer Gesellschaft, so wie wir sie jetzt kennen, etwas übrig bleiben wird. Wir müssen wieder geboren werden, und diese Wiedergeburt wird sich darin  ausdrücken, dass sie uns in eine neue Perspektive auf eine Welt außerhalb unserer körperlichen Wahrnehmung entlässt.

Kommentar: Wenn das so sein wird, dann macht es wohl keinen Sinn, über die zukünftigen technologischen Fortschritte zu sprechen.

Meine Antwort: Nein, sie werden alle untergehen und bedeutungslos werden. Sogar heute  sind wir in unseren Fähigkeiten nicht besonders eingeschränkt. Und was sagt uns das? Das einzige was der Menschheit wirklich gelingt, ist Leiden. Deshalb machen uns alle guten Dinge, die wir durch wirtschaftlichen und technologischen Fortschritt erreichen, nicht glücklich. Wir fühlen keine Notwendigkeit für sie. Die Menschen von heute nehmen Drogen vor allem, um sich abzulenken; sie wollen nicht mehr heiraten, keine Kinder bekommen; es ist, als würde der Mensch innerlich schreien: „Lass mich in Ruhe mit all der Technologie und Technik. Ich bin nicht interessiert an diesem Leben!“ Ich hoffe, dass wir Menschen, die sich die Frage stellen, worum es im Leben wirklich geht, Antworten zur Verfügung stellen können. Zuerst sollte die Menschheit zuhören und verstehen und dann darüber nachdenken, wie das Leben neu zu organisieren ist… Denn sonst verlieren die Menschen ihre Lebenslust.

Von KabTV „News mit Michael Laitman“ 11/29/15

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Leben und Genuss, Teil 2

Das spirituelle Gegen-Mittel

Frage: Was ist so schlecht daran, wenn man sich nach dem ultimativen Vergnügen sehnt und warum gibt es so viele Probleme und Leiden in dieser Welt?

Antwort: Das Problem ist, dass jeder auf Kosten eines anderen Freude empfängt. Bekomme ich Genuss für mich, nehme ich die Freude einem anderen weg, ich stehle sie und begrenze sie auf irgendeine Art.

Dies ruft Krieg zwischen den Menschen hervor. Außerdem sind wir mit dem Übel der egoistischen Natur geschaffen; wir möchten mehr Vergnügen haben, speziell mehr als die anderen. Genuss auf Kosten der anderen zu erhalten ist weitaus größer. Denken Sie daran, wie wir uns auf der Straße verhalten. Wir nehmen uns gegenseitig die Vorfahrt weg und lassen den anderen nicht vor. Kann eine Minute schneller zu sein so lebenswichtig erscheinen? Mitnichten, wir freuen uns nur, wenn wir dem anderen voraus sind. Das ist unsere böse Neigung. Es ist nichts Schlechtes daran, für sich selbst zu genießen, es ist typisch für jedes Tier. Wie auch immer, eine Person hat besondere Freude daran, sich auf Kosten anderer zu erheben und sie zu unterdrücken; doch dies zerstört unsere Gesellschaft und deshalb hat unsere Welt solche Krisen.

Frage: Es gibt doch aber viele Menschen, die sich für eine gute Gesellschaft selbst aufopfern.

Antwort: Sie schauspielern für ihr Verlangen zu empfangen, für nichts anderes. Sie verstehen nur die wahre Motivation ihrer Handlungen nicht. Wenn wir den Menschen die Freude wegnähmen, die sie empfinden, wenn sie anderen helfen, könnten sie nicht die kleinste Handlung ausführen. Wenn eine Mutter auf einmal keine Freude mehr an ihrem Baby hätte, würde es verhungern.

Alle Angelegenheiten folgen nur diesem einfachen Prinzip. Es gibt vieles, das „spirituell“ genannt wird, aber nicht von uns gefühlt wird. Es folgt einem anderen Prinzip: Vergnügen und Genuss zu geben anstelle zu empfangen. Die Spiritualität basiert darauf, Freude zu geben und nicht Freude zu empfangen. Das ist Antimaterie und die umgekehrte Welt. Die spirituelle Welt existiert; sogar die gewöhnliche Wissenschaft entdeckt einige Grenzphänomene, die wir mit unseren Werkzeugen noch nicht „messen“ können. Eine Person kann insbesondere durch die Wissenschaft der Kabbala das Gefühl für die Höhere Welt oder die Antimaterie erreichen. Durch spezielle Übungen können wir unsere alten Angelegenheiten zu neuen Angelegenheiten umwandeln, indem wir ein Verlangen zu geben anstatt ein Verlangen zu nehmen entwickeln; dann können wir das Geben genießen anstatt das Nehmen.

Vom Israelischem Radioprogramm 103FM, 11/29/15

Hirnforschung

Kommentar: An der Universität von Tel Aviv wird eine Studie geleitet, die zu dem Schluss gelangte, dass es keinen Unterschied zwischen dem männlichen und dem weiblichen Gehirn gibt.

Antwort: Sicher, da das Gehirn einer Maschine, einem Computer gleicht. Es gibt keine Unterschiede zwischen den Strukturen vom männlichen und weiblichen Gehirn. Alles hängt von dem Verlangen, oder wie sie sagen, vom Herz ab. Das Herz ist nur ein Motor, eine Pumpe. Das Verlangen einer Person findet man nicht in einer physikalischen Formel.

Es gibt in unserem Körper keinen Urheber für Verlangen, dies wird außerhalb von uns gefunden, der Körper ist der Empfänger, welcher das Verlangen aufnimmt, den Prozess einleitet und auf eine spezielle Art reagiert. Männer erhalten eine eigene Art des Empfangens und Frauen eine andere, in dieser Weise werden ihre Hirne aktiviert. In sich selbst haben ihre Gehirne keine Unterschiede.

Verlangen entsteht durch ein Netzwerk zwischen uns, wir fühlen es jedoch nicht. Alle unsere Aktionen funktionieren so:  mentale, physische, moralische, ethische usw.. Alle unsere Reaktionen, auf allen Ebenen gehen auf dieses Netzwerk zurück. Ich bekomme Stimuli von diesem Netzwerk, reagiere darauf und diese Reaktionen gehen wieder zum Netzwerk. Das Problem ist es, wie wir die Signale die uns erreichen, akzeptieren und begreifen können, wie wir auf sie richtig reagieren und sie korrekt weiterleiten können.

Wenn ich das schaffe, kann ich das Netzwerk als eine neue Welt empfinden, eine höhere Welt enthüllen. Die Wissenschaft der Kabbala spricht sehr präzise darüber, wie man dieses System korrekt benützen und regeln kann. Die Kybernetik der Zukunft ist die Weisheit der Kabbala.

(171965)

Der Krieg gegen den Terror wird nicht mit Waffen gewonnen


Der Krieg gegen den Terror wird nicht mit Waffen gewonnen, sondern mit dem Geist.

Das Problem

Acht Männer reichen, um eine starke, stolze Nation in die Knie zu zwingen. Keine Armee oder Polizei der Welt kann die Sicherheit der Bürger garantieren, wenn entschlossene, gehirngewaschene Radikalsten am Werk sind, deren einziges Ziel es ist, so viele Nicht-Muslime wie möglich zu ermorden, bevor sie selbst sterben. Jetzt, wo zahllose Flüchtlinge nach Europa strömen, wird klar, dass das Europa, so wie wir es kennen, Vergangenheit ist.

Der Islamismus kämpft nicht mit Gewehren und Kanonen. Man kann die militärische Schlagkraft beispielsweise des IS wirklich nicht mit der Militärmacht der westlichen Welt wie der NATO, USA oder Russland vergleichen. Doch der IS macht sich breit, wo auch immer er seinen Fuß hinsetzt, denn heute werden Kriege nicht mit Waffen gewonnen, sondern mit Geist und mit einer Ideologie, die zu diesem Geist passt.

Die Ideologie des radikalen Islam ist sehr einfach: Entweder konvertieren und einer von ihnen werden oder sterben. Die Islamisten haben keine Angst vor dem Tod, denn sie glauben, ein Shahid zu werden (ein Mensch, der während der Verbreitung oder zum Schutz des Islam stirbt), welcher mit ewigem Glück im Himmel belohnt wird. Im schmerzvoll leeren post-modernen Europa, das mehr auf den Euro als auf die Europäer setzt, kann so eine scheinbar einfach strukturierte Idee großen Einfluss haben, denn sie verleiht dem Leben eine Bedeutung und die Gewissheit auf ewige Glückseligkeit.

Die Lösung

Um den Krieg gegen jeglichen Radikalismus, nicht nur gegen den islamistischen Fundamentalismus zu gewinnen, muss sich der Westen seinerseits bemühen, dem Leben eine Bedeutung zu verleihen. Der Verlust des Lebenssinns treibt Millionen Jugendliche zu Extremen, sei es religiöser Fundamentalismus, Rechtsextremismus, Depression oder Selbstmord.

Momentan pflegt der Westen die „der Gewinner kriegt alles“ Strategie. Jene, die sich über alle anderen erhoben haben, werden zu Vorbildern, egal wie viel Leichen in ihren Kellern vergraben sind. Egal wie viele Menschen ihrer Ruhm- und Gewinnsucht zum Opfer gefallen sind. Wir müssen dieses Paradigma in Richtung eines anderen ändern, das Menschen eher umarmt als eliminiert.

Die Welt ist bereits untrennbar miteinander verbunden und einer ist vom anderen abhängig, daher müssen wir nur lernen, wie wir diese Integration schaffen und wie wir davon profitieren können. Wir sind bereits eine „Einheit“ auf buchstäblich jedem Niveau – sozial, wirtschaftlich und emotionell – doch wir verhalten uns noch immer so, als wären wir es nicht. Wir verfolgen eine selbstzentrierte Haltung und benehmen uns geradewegs wie ein Krebsgeschwür, das sich gegen seinen Wirtsorganismus stellt, bis er letztendlich zusammen mit diesem untergeht.

Die Lösung für unser Wehklagen liegt nicht im Kampf gegen den Terror. Ja, als erste Maßnahme vielleicht. Doch zum Frieden gelangen wir nur, wenn wir die Einheit über unsere Differenzen stellen. Einheit und Verbindung zwischen den Menschen triggern gute Gefühle, denn sie fördern das prosoziale Element in uns. So wie Entfremdung und Argwohn das selbstzentrierte Element in uns fördern, setzt das entgegengesetzte Element prosoziale Gefühle in uns frei, auch wenn diese zunächst „gespielt“ sind. Dies wiederum stärkt unsere Verbindung und unser Streben nach noch mehr Verbindung.

Verbindung ist die Basis jeglichen Lebens. Wir würden gar nicht existieren, gäbe es keine Verbindung zwischen unseren Zellen und Organen. Unser Planet wäre nie zu einem Ort des Lebens geworden, hätten sich nicht alle Teilchen zu einem globalen Ökosystem verbunden. Die Menschheit wird nicht überleben, wenn sie nicht endlich Verbindung über Trennung stellt. Die Verbindung gibt dem Leben Bedeutung, denn sie erweitert buchstäblich unsere Sinne.

Wenn wir Verbindung schätzen, winkt uns eine breitere Perspektive als Lohn. Eine Perspektive, die das Wohlergehen und den Wohlstand der ganzen Menschheit im Auge hat. Unter diesen Umständen wird auch die Freiheit grenzenlos, denn die Menschen setzen dann ihre einzigartigen Fähigkeiten und Talente für das Allgemeinwohl ein und tun sich und dem Rest der Welt Gutes damit. Man stelle sich eine Welt vor, wo jeder Mensch so agiert und die Vorteile eines solchen Arrangements versteht.

Wahre Einheit und Verbindung erfordern nicht, dass alle Menschen gleichgemacht werden, sondern dass jeder seine Einzigartigkeit zeigt und sich damit gleichzeitig um das Wohlergehen seiner Nächsten kümmert. Menschen, die in einer Umgebung leben, die ihr einzigartiges Potential erkennt und fördert, werden niemals unglücklich sein oder nach extremen Lösungen suchen. Denn in solch einer Wirklichkeit werden sie respektiert und für ihren Beitrag zur Gesellschaft gelobt.

Um also den spirituellen Krieg gegen jeglichen Fundamentalismus zu gewinnen, sollten wir den Geist der Einheit und Verbindung über unsere Unterschiedlichkeiten stellen und zur Einzigartigkeit ermutigen, damit wir alle davon profitieren.

The Jerusalem Post, 15.11.2015

Antwort auf Terror: Bildung ist keine Utopie

Frage: Wie wollt ihr das Volk verbinden, wenn 40% der Bevölkerung Israels an die Ankunft des Maschiach glaubt, 40% glaubt, dass es möglich ist, mit dem Iran, dem Islamischen Staat und Palästina Frieden zu schließen und 20% davon träumt, sich ins Meer zu stürzen. Es ist eine Utopie, dass es zu einer Einheit kommen kann!

Antwort: Es ist klar, dass man bei so einer Zersplitterung, die nicht nur innerhalb des Volkes existiert, sondern auch in jedem Mensch, nur schwer zu einer Verbindung gelangt. Und daher halten wir uns an „die Liebe deckt alle Sünden zu“ – das wird die Basis der neuen Bildung.

Wir nehmen die Menschen so wie sie sind, ohne sie zu nötigen oder zu verändern. Und nur durch unsere gute Aufklärung werden sie verstehen, dass uns die Verbindung wichtig ist und sie alle Unterschiede wettmacht. Es ist sehr gut, dass das Volk Israel keine graue Masse ist, sondern es viele Richtungen und Meinungen gibt.

Das Volk kocht vor Hass, Abneigung und Bosheit und wir sollten diesen Umstand nicht verdrängen wie andere Methoden es tun. Wir sollen lernen, wie wir trotz unserer Unterschiede eine feste, gegenseitige liebevolle Verbindung bilden. Trotz deines Hasses zu allen Menschen, die dich umgeben, muss du sie lieben. Wir sollen lernen, uns zu verbinden und unseren Hass in Liebe zu verwandeln: die Liebe zu anderen, zum Schöpfer und zu sich selbst.

In dieser Weise verbinden wir zwei Welten: Wir hassen alles, was nicht zu unserem „ich“ gehört, und sind deswegen verpflichtet, uns mit dem, was uns entgegengesetzt ist, zu verbinden. Es ist unmöglich, alle nach deinem Geschmack zu verändern, damit es dir leicht fällt, dich mit ihnen zu verbinden. Du solltest die anderen nicht dafür lieben, dass die dir ähnlich sind, sondern dafür, dass ihr das gleiche Ziel habt: ein Volk, das eine Lösung für das gemeinsame Leben findet.

Wie soll man so eine Verbindung „jenseits des Egoismus“ erreichen? Dafür gibt es die Methode der Kreise, in welchen wir eine besondere Kraft generieren, die nicht in jedem einzelnen existiert. Wenn wir uns entsprechend den Regeln verbinden, die die Kabbalisten erstellt haben, generieren wir unter uns die Kraft der Einheit jenseits aller Unterschiede. Diese Kraft hilft uns, den Zustand „die Liebe deckt alle Sünden zu“ zu erreichen.

 

 

Aus dem Unterricht 5.11.2015 [#169404]