Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Korrektur des nachlässigen Freundes

Kongress in Georgien. Seminar 2

Frage: Angenommen, wir sitzen zusammen „in einem Boot“, und jemand beginnt plötzlich “ ein Loch rein zu bohren“. Was machen wir mit einem solchem Freund?

Meine Antwort: Wir betrachten die Situation, ohne den Namen des Freundes zu erwähnen, führen ein Seminar durch, wo diese Frage besprochen wird. Es ist also unwichtig, worum es geht, sowie, um wen es sich gerade handelt, aber die Frage wird sehr ernst, lebendig besprochen, damit allen klar wird, wie man handeln soll. Und später werden wir sehen, ob wir auf diesen Menschen gewirkt oder nicht gewirkt haben. Im Prinzip soll eine solche Handlung reichen, um ihn zu korrigieren.

Auszug aus dem 2. Seminar des Kongresses in Georgien, 05.11.2012

Der Punkt des Kontaktes mit der spirituellen Welt

Die Weisen haben gesagt: „Wenn dir dieser Sünder (dein Ego) geschadet hat, dann bringe ihn zum Studium. „Sogar ein Stein wird weicher sein“. Und deshalb sind wir nicht Sklaven, sondern können uns retten. Es gibt den Weg, das Ende des rettenden Seils, welches dem Menschen helfen kann, sobald sein Verlangen gereift ist.

Das Licht wirkt ständig auf die Verlangen ein und bereitet uns vor. Im Laufe aller Kreisläufe unseres Lebens nähern wir uns endlich dem Zustand an, in welchem wir beginnen, dieses Leben im wahrhaften Licht zu betrachten und verstehen, wie unglücklich es ist. Uns wird plötzlich offenbart, dass wir dieses Leben nicht verstehen, wir wissen nicht, wofür und mit welchem Ziel wir existieren, welchen Nutzen und Sinn unser Leben hat.

In einigen Menschen wacht der Punkt im Herzen auf, das Ende des Seils, das uns die höhere Welt entgegenstreckt. Wenn wir diesen Punkt ergreifen, dann können wir beginnen, unsere Seele zu entwickeln, weil dieser Punkt auf das Licht reagiert, das zur Quelle zurückführt.

Wir haben keine andere Verbindung mit dem höheren Licht, außer diesem Punkt im Herzen. Wenn es in einem Menschen keinen solchen Punkt gibt, dann gehört er zu den Völkern der Welt und kann sich mit dem Licht, das zur Quelle zurückführt, nicht verbinden. Deshalb kann er die Lebenskraft und das Licht des spirituellen Lebens, das heißt die Korrekturen, nur durch Israel, durch das allgemeine Netz erlangen.

Die Menschen, in denen der Punkt im Herzen aufgewacht ist, gehören zu Israel und empfangen das Licht “aus der Luft”. Und da alle übrigen Menschen mit uns in einem System verbunden sind, so empfangen sie von uns das Licht. Als ob wir die Antenne (den spirituellen Funken) hätten, mit der wir das Licht empfangen würden, und welche uns die Kraft geben würde, die unseren Bemühungen entspricht.

Somit verfügen wir nicht nur über ein Verlangen zu genießen, sondern wir gleichen einer Zweipoligkeit, die aus den empfangenden und gebenden Verlangen besteht. Mittels dieser Zweipoligkeit ziehen wir das umgebende Licht, die Kraft des Gebens an. Und durch uns fließt das Licht in das ganze Netz, breitet sich aus und beginnt uns alle zu korrigieren.

Es ist der einzige Weg, die Selbstsucht zu korrigieren. Wenn die Menschen, in denen der spirituelle Funke erwacht ist, die Methode der Kabbala nicht realisieren, dann bleibt unsere Welt ohne die Kraft des Gebens, die durch uns ins allgemeine Netz fließt und alle menschlichen Verlangen korrigiert. In diesem Fall erwartet die Welt eine schreckliche Existenz und sie wird in die totale Finsternis eintauchen.

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zu TES“, 18.11.2012

Der größte Egoist

Kongress in Georgien. Lektion 4

In der Regel wird das Studium der Kabbala von den Menschen mit einem erhöhten Egoismus entdeckt, die bereits erkennen, dass nichts anderes sie erfüllen kann. Sie sehen, dass weder Wissenschaft und Technik noch Kunst, Familie und Arbeit noch Hobbys oder großes Geld ihnen etwas bringen. Sie quält die Frage über den Sinn des Lebens.

Das sind Menschen, die nicht an Religionen glauben können, sie haben diese Ebene bereits verlassen, um blind an etwas zu glauben. Sie glauben an nichts. Für sie gibt es keine Werte in dieser Welt, weil sie alles, was in ihr existiert, als gewöhnliches tierisches Dasein betrachten und nicht mehr.

Natürlich haben sie keine Lust, sich mit allen zu umarmen, zu tanzen, sich mit solchen Kindergartenspielen wie „lasst uns im Kreis zusammensetzen, trinken, essen und singen“ zu beschäftigen. Das alles erscheint ihnen vollkommen inakzeptabel. Und das stimmt.

Sie haben einen erhöhten Egoismus, sie möchten etwas Höheres enthüllen, und hier werden sie zu Kinderspielen eingeladen. Da ist aber nichts zu machen. Denn sie kommen in die Gruppe, die bereits voranschreitet, die diese Methodik für sich bereits mehr oder weniger enthüllt hat, die spürt, versteht oder zumindest lernt, dass die Vereinigung notwendig ist, um in ihr die Eigenschaften der Höheren Welt enthüllen zu können, denn die Eigenschaften der Höheren Welt lassen sich nur in der Vereinigung enthüllen.

Auszug aus der 4. Kongresslektion in Georgien, 08.11.2012

Die Einblendung der Ewigkeit

Frage: Was ist der „Schöpfer“?

Meine Antwort: „Der Schöpfer“ ist die Kraft des Gebens im Menschen. Wenn der Mensch die Zugehörigkeit zur Vereinigung und zum Geben empfindet, dann lebt der Schöpfer schon in seinem Inneren. Der Mensch fühlt etwas Neues, nichts Eigenes, etwas Höheres und will, dass der Schöpfer sich in ihm aufhält. Denn er beinhaltet dank dem Aufenthalt des Schöpfers etwas Gutes, sogar dann, wenn er selbst sich noch auf dem materiellen Niveau befindet.

Frage: Es erweist sich somit, dass die Massen die Offenbarung des Schöpfers unbewusst erlangen?

Meine Antwort: Das stimmt. Denn sie gehören zu ACHaP und nicht zu Galgalta we-Ejnaim. Man kann den Schöpfer nur nach Seinen Handlungen erkennen.

Die Massen, die sich für die Vereinigung einsetzen, fühlen infolge ihrer Handlungen ein besseres Leben. Stelle dir vor, dass dein Leben sich plötzlich verbessert, dass deine Familie und deine Kinder glücklich und wohlhabend sind, dass du selbst gesund und in der Empfindung von Sicherheit lebst… Woher kommt ein solches Glück? Es entspringt unserer Vereinigung, die uns das allgemeine, brüderliche Gefühl verleiht. Uns verbindet ein gewisses Ausmaß der Einheit, der Liebe, des Einverständnisses – so kleidet sich der Schöpfer in die Geschöpfe ein.

Und außerdem empfinden wir darin die Strömung der Ewigkeit. In der Einheit glimmt eine besondere Einblendung, die dem Menschen verspricht: „Du lebst jetzt und wirst ewig leben“.

Ich bekomme diese Sicherheit, nachdem ich mich mit den anderen verbinde. Mein Leben wird unter Viele verteilt, ich befinde mich in ihnen, und darin empfinde ich das ewige Dasein. Die Illusion des Lebens und des Todes verschwindet, weil ich sie mir vorher nur in meiner isolierten, begrenzten Selbstsucht vorgestellt  habe. Jetzt, wenn mein Ego unter alle verteilt wird, wenn ich von allen und alle von mir abhängig sind, empfinde ich die eigene Vergänglichkeit nicht mehr und lebe in allen.

Das alles ist Psychologie, die innere Empfindung. Folglich empfindet der gewöhnliche Mensch das Gesagte dann, wenn er die Schritte zur Einheit macht. Er fühlt in allen Bereichen und Aspekten des Lebens den spirituellen Zusatz. Dieser Zusatz ist „spirituell“, weil der Mensch aus sich selbst zu den anderen herausgeht und somit die Kraft des Gebens ausübt. Dabei ist unwichtig, dass der Mensch nur die Anweisungen befolgt und den Sinn des Lebens nicht versteht – das alles ist normal. Wir befolgen auch die Ratschläge der Kabbalisten.

Bei den Massen liegt die Betonung auf der Handlung und nicht auf der inneren Analyse; sie offenbaren jedoch auch den Schöpfer und erproben die spirituelle Empfindung. Jeder, der an dem Geben teilnimmt, wird schon  Mensch (Adam) genannt, selbst wenn es sich nur auf dem rein „mechanischen“ Niveau bewegt. Es ist unbedeutend, denn er ist auch ein Teil des allgemeinen Ganzen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 14.11.2012

Die Weisheit der Liebe kennenlernen

Es ist gesagt, dass die Weisheit nur mit der Erfahrung erlangt wird. Dem Menschen scheint es so zu sein, als ob er schon durch Vieles gegangen ist und deshalb Vieles verstanden hat. Aber die Weisheit, die mit der Erfahrung kommt, bedeutet nicht nur das Verständnis, sondern die wahre Empfindung aller dieser Zustände. Wer weiß, welche Zustände nach uns in der Zukunft warten.

Deshalb ist von uns viel Geduld und viel Kraft erforderlich, um alles zu ertragen, was auf uns noch zukommen wird. Das Wichtigste hier ist die Verbindung mit der Umgebung, welche dem Menschen helfen wird, einen beliebigen Zustand zu ertragen und auf diesem Weg zu bleiben, die Zeit zu beschleunigen sowie alle Probleme in eine Hilfe, in das Wohl umzuwandeln.

Das offenbarte Böse ist eine Loslösung von der Verschmelzung, von der Empfindung, dass „es Niemanden außer dem Schöpfer gibt.“ Gerade diese Empfindung bringt die wahren Leiden dem Menschen und nicht die unangenehmen Empfindungen des Körpers. Denn das Licht, das zur Quelle zurückführt, wird ihm die klare Empfindung des Genusses verleihen, dass es “Niemanden, außer dem Schöpfer gibt”, weil nur der Schöpfer über dem Menschen herrschen kann.

Davor soll man durch eine Menge von Zuständen gehen, in denen sich der Mensch verloren fühlt und sich wünscht, aus dieser Realität zu verschwinden. Aber schließlich kommt er zu den entgegengesetzten Zuständen, in denen er die empfundene Leere innerlich verarbeitet und die Macht des Schöpfers sowie die Kraft des Gebens segnet.

Dann wird er eine andere Beziehung zu allen seinen Zuständen, den Menschen und den Werten entwickeln können, die ihm früher verhasst waren und die Leiden bereiteten. Er wird verstehen, dass „es Niemanden außer Ihn gibt „, und dass alles zu seinem Wohl geschah. Folglich wird er beginnen, alle zu lieben, bis er die absolute, vollkommene Liebe erreicht.

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 12.11.2012

Nutzt jede Gelegenheit!

Kongress in Georgien. Mahlzeit während der Reise

Als ich bei Rabash studierte, verliefen unsere Mahlzeiten in absoluter Stille. Es war ein vollkommen lautloser Zustand: niemand sagte etwas, die Menschen sahen einander noch nicht einmal an, sondern aßen und tranken einfach mit enormem innerem Druck – dabei herrschte absolute Stille.

Er verlangte es immer und war sehr streng, was Verstöße anging, wenn jemand plötzlich laut wurde oder irgendeine Störung entstand. Denn wir hatten damals nicht viele Anlässe, um uns zu treffen – nur während des Unterrichts oder einer Mahlzeit.

Heute haben wir viel mehr Gelegenheiten. Vielleicht vergessen wir deshalb, an die Absicht zu denken. Es wird zum Alltag. Wir müssen uns aber mehr um die Absicht kümmern. Jegliche Handlung, auch wenn sie nur von zwei Menschen gemeinsam durchgeführt wird, erzielt bereits sehr große Ergebnisse, wenn sie von der richtigen Absicht begleitet wird.

Besonders wenn wir während der Kongresse aus unterschiedlichsten Orten zusammenkommen und riesige Anstrengungen und Mittel aufwenden, um zusammen sein zu können, dann ist es schade um jede Minute, wenn sie ohne Absicht verstreicht.

Auszug aus einem Gespräch während der Mahlzeit auf dem Kongress in Georgien, 07.11.2012

Unbelebt, pflanzlich, lebend und sprechend

In der Spiritualität existieren vier Niveaus der Entwicklung des empfangenden Verlangens: unbelebtes, pflanzliches, tierisches und menschliches.

Das Verlangen entspricht jener Kraft, die darin existiert.

Wenn es die Kraft des unbelebten Niveaus ist, dann behält das Verlangen seine Struktur und widersteht nach Möglichkeit den äußeren Kräften, damit diese nicht nach innen geraten und es nicht zerschlagen. Es gibt mehr oder weniger feste Materialien, je nach der Kraft des Verlangens der unbelebten Form. Man kann einige Materialien sehr schwierig spalten, und andere sind im Gegenteil nachgiebig. Fraglich ist auch, welche Materialien letzten Endes standfester gegenüber der äußeren Einwirkung sind. Ungeachtet der Erschütterungen und der Durchdringung von außen können die Gummireifen den Schlag halten, wobei der Stein- oder eiserne Reifen um Vieles schneller zerbrochen ist.

Auf diese Weise können wir die innere Härte unserer Verlangen prüfen: inwiefern unsere Verlangen den inneren Veränderungen widerstehen können. Sogar in unserer Welt ist der Unterschied zwischen Gummi und Eisen sichtbar, wobei Gummi fähig ist, den äußeren Veränderungen standzuhalten, wird aber bei „der durchdringenden“ Einwirkung gebrochen.

Nach dem unbelebten Niveau folgt das Pflanzenniveau. Sein Verlangen ist größer und mächtiger, es ist schon fähig, den äußeren Einfluss zu ertragen, ihn zu sortieren und die nützlichen Elemente zu verwenden. Es prüft die äußeren Faktoren, absorbiert die nützlichen und weist die schädlichen ab.

Somit wird hier schon eine sehr komplizierte Analyse durchgeführt, für welche das Verlangen des pflanzlichen Niveaus seine Struktur kennen soll, d.h. wie und wofür sie existiert und was für es nützlich und was schädlich ist. Bei den Pflanzen erfolgt diese Analyse instinktiv, so dass man daraus verstehen kann, wie man auf der spirituellen pflanzlichen Stufe zu handeln hat.

Das Verlangen des tierischen Niveaus kann seine Umgebung wählen, weshalb es über die Möglichkeit verfügt, seinen Platz zu wechseln. Für die Vermehrung ist die Verbindung mit einem Partner notwendig. Die Geburt ist hier die wahrhafte Schöpfung, als ob der Schöpfer das neue Geschöpf erschaffen würde. In der Spiritualität funktioniert es genauso: solange der Mensch nicht über die Kraft Bina verfügt, kann er nichts bewirken.

Das Verlangen des tierischen Niveaus kann verschiedene Formen annehmen. Ihm sind schon die Erscheinungsformen der kleineren und der größeren Verlangen bekannt. Somit nimmt die tierische Stufe ihr Leben vollständig wahr. Die Tiere sorgen sich um die Nachkommenschaft, ziehen diese groß. Insgesamt gilt auf diesem Niveau das instinktive, innere Programm der Erkenntnis des eigenen Lebens, auch dann, wenn dieses beschränkt und unvermeidlich ist.

Die Tiere bewegen sich, sie fühlen, wo es ihnen gut und wo es ihnen schlecht geht. Sie können ihre Umgebung analysieren. Die Pflanzen wirken nicht auf ihre Umgebung ein, sie verteidigen sich nur gegen ihre schädlichen Elemente und öffnen sich in einem gewissem Grad den nützlichen äußeren Bedingungen, und zwar der Sonne, der Luft, der Feuchtigkeit usw.. Die Tiere wählen und ändern ihre Umgebung, bewegen sich, wählen die Orte für das Leben und die Vermehrung. Sie empfinden in einem gewissen Grad ihren Nächsten, sie versammeln sich in Rudeln, in denen eine klare Ordnung und Hierarchie herrscht.

Das alles sind schon sehr tiefe Situationen, welche jedoch nach wie vor instinktiv realisiert werden.

Auf dem menschlichen Niveau, das uns betrifft, soll alles über dem empfangenden Verlangen, oberhalb der Beschränkung, empfunden werden. Man muss nur verstehen, dass dem Menschen die Bekanntschaft mit der neuen Welt auferlegt ist.

In der spirituellen Welt gelten die 620 Verlangen auf jeder Stufe:

Das unbelebte Niveau ist bereit, jeder beliebigen Einwirkung der Selbstsucht zu widerstehen, da es sich unter dem Schirm, unter dem Schutz der Beschränkung aufhält, die allen egoistischen Verlangen auferlegt ist

Das Pflanzenniveau verwendet den empfangenden Wunsch, beginnt ihn zu korrigieren und klärt aus der egoistischen Schale der Klipot und mittels des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, auf, was für ihn nützlich und was schädlich ist. Es saugt das Nützliche ein und stößt das Schädliche ab, öffnet und schließt sich, und alle seine Bewegungen sind auf das Geben gerichtet. Allerdings existiert es unter dem Einfluss der Gemeinsamkeit, ohne persönliche Analyse, und bewirkt nichts selbständig. Auf der pflanzlichen Stufe behalten die Geschöpfe im Rahmen des allgemeinen Wunsches ihre Struktur bei und ändern sich nur zusammen. Anders gesagt, der Mensch ist hier fähig, sich über dem persönlichen egoistischen Verlangen aufzuhalten, aber kann noch nicht die Umgebung beeinflussen oder wechseln, diese in seinem Inneren erfassen und korrigieren.

Das tierische Niveau ist mit seinem empfangenden Verlangen schon fähig, in der Welt des Schöpfers fast ohne Grenzen zu leben.

Der Mensch kann die Umgebung, die ganze Welt einschließen, und wird folglich „zum Gerechten, zur Grundlage der Welt“.

Baal HaSulam schreibt darüber im 115. Artikel der „Shamati“, der auch „Unbewegt, pflanzlich, lebend und sprechend“ heißt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 09.11.2012

Wann entstehen spirituelle Probleme?

Kongress in Georgien. Lektion 3

Frage: Als während des Workshops die Frage gestellt wurde: „Wie können wir uns über unsere Unterschiede erheben, um Gemeinsamkeiten zwischen uns zu finden?“, haben wir versucht, es zu klären, und sind zu der Erkenntnis gekommen, dass wir keine Unterschiede zwischen uns feststellen können. Gibt es also nichts, worüber wir uns erheben können?

Meine Antwort: Wenn es keine Unterschiede zwischen euch gibt, dann ist es nicht gut. Es gibt keine Probleme?! Das heißt, alle scheinen nett, freundlich zu sein, alle stehen einander nah, alles ist gut? Dann ist das keine Gruppe.

Frage: Sollen wir nach Problemen suchen?

Meine Antwort: Nein, ihr sollt nicht nach Problemen suchen.

Es ist so, dass wenn wir richtig miteinander arbeiten und nach Einheit streben, dann decken wir Probleme auf.

Wenn wir uns einfach so treffen und in der Gruppe studieren, gemeinsam Raummiete bezahlen, in der Verbreitung arbeiten und zwischen uns alle möglichen Missverständnisse entstehen, dann sind es einfache, menschliche Missverständnisse, die es überall, in jeder Gemeinschaft gibt. Wir ärgern uns sehr über diese ganzen Probleme, wir streiten miteinander, manchmal gehen die Gruppen sogar auseinander oder werden von manchen Menschen verlassen. Das sind ganz und gar nicht die Probleme, von denen wir reden.

Echte, spirituelle Probleme entstehen dann, wenn Menschen einander entgegenstreben und nicht, wenn sie einfach die Miete zusammen zahlen, gemeinsam studieren usw. Und dieses Streben erzeugt Widerstand, alle möglichen Zusammenstöße.

Sie nehmen diese Zusammenstöße als Eifersucht, Neid, Unstimmigkeiten wahr – keine gewöhnlichen, alltäglichen, sondern innere Unstimmigkeitenauf der spirituellen Ebene. Sie empfinden sich als spirituell entgegengesetzt, spüren großen Neid in Bezug aufeinander und andere ähnliche Abstoßungen.

Solche Beziehungen entstehen dann, wenn sie versuchen, sich zu verbindenund sich eine entgegenwirkende Kraft bildet – genau diese Bewegung der Abstoßung voneinander ist der böse Trieb. Das heißt, es ist nicht einfach die egoistische Eigenschaft des Menschen und seine Natur, sondern eben das, was in einer kabbalistischen Gruppe, die der Einheit entgegenstrebt, entsteht.

Wenn wir Artikel über den bösen Trieb des Menschen lesen, dann ist in ihnen jener Egoismus gemeint, der über der spirituellen Vereinigung, über dem Bestreben, zusammen zu sein, die innere Verbindung zu finden, entsteht.

Dort entsteht bereits die spirituelle Abstoßung. Darum steht geschrieben: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf (das Licht) die Tora zu dessen Korrektur“. Dabei steht geschrieben: „Den bösen Trieb hat der Mensch von Geburt an“. Was bedeutet „von Geburt an“? Von der Geburt des Menschen in uns.

Ab welchem Stadium beginnt die Geburt des Menschen in uns? – Wenn wir versuchen, uns zu verbinden, um zu einem gemeinsamen Menschenbild zu werden, und in uns der Widerstand erwacht. Genau das ist der böse Trieb des Menschen in uns. Und von da an soll die Korrektur zu ihm kommen.

Doch davor haben wir nichts zum Korrigieren. Alle unsere kleinen tierischen Probleme in der Familie, auf der Arbeit und untereinander, wenn wir einfach zusammenkommen, um etwas zu studieren, über etwas zu diskutieren, sagen wir mal, über den Raum oder das Programm – das alles hat nichts mit der Spiritualität zu tun, sondern geht ihr nur voraus.

Darum steht im Sohar geschrieben, dass wenn die Schüler von Rabbi Schimon (und sie waren große Kabbalisten, auf einer sehr hohen Stufe, weit über die Grenzen der Erkenntnis von gewöhnlichen Kabbalisten hinaus) zum Studieren zusammenkommen und einander entgegenstreben, entdecken sie großen Hass untereinander, und jeder von ihnen spürt, dass er bereit ist, die anderen einfach zu verbrennen.

Frage: Was ist dann das Rezept für die möglichst korrekte Vorbereitung auf diese „Verhärtung des Herzens“, wenn ich genau weiß, dass sie kommt?

Meine Antwort: Nur das Streben nach Verbindung. Wenn diese Verbindung richtig ist, werdet ihr riesigen gegenseitigen Hass, Abstoßung, Neid, Stolz und andere egoistische Eigenschaften empfinden. Ich wünsche es euch.

Frage: Wenn wir diesen Zustand überwinden, wo gehen wir dann hin?

Meine Antwort: Wenn ihr diesen Zustand überwindet, geht ihr nirgendwo hin. Denn wenn ihr ernsthaft untereinander arbeitet, stellt ihr fest, dass ihr diesen Zustand nicht überwinden könnt. Und dann entsteht das Bedürfnis nach dem Schöpfer in euch, damit Er euch miteinander verbindet.

Auszug aus der 3. Kongresslektion in Georgien, 06.11.2012

Was schätze ich an dem Freund?

Kongress in Georgien. Lektion 2

Die Liebe zu den Freunden besteht darin, dass ich niemanden von ihnen liebe. Ich wünsche mir naturgemäß, jeden von ihnen mir unterwürfig zu machen – sie sollen mir dienen und das tun, was ich will. Oder überhaupt: wozu brauche ich sie? Sie sollen ganz verschwinden.

Das ist eine „normale“ Haltung des Menschen allen anderen gegenüber.

Die Liebe zu den Freunden besteht darin, dass mir ihre Eigenschaften, ihre mentalen oder physischen Probleme oder im Gegenteil Erfolge, egal sind – für mich sind nur die Punkte im Herzen wichtig. Sie sind das, was ich liebe. Alles andere muss ich nicht lieben.

Im Grunde genommen ist noch nicht einmal das Geschlecht wichtig. Wir müssen Abstand  von den äußeren Erscheinungen gewinnen, uns möglichst weit von ihnen entfernen. Dann beginnen alle andern Faktoren einander plötzlich zu ergänzen.

Denn mit den Punkten im Herzen ergänzen wir einander nicht – wir verbinden sie einfach, in ihnen herrscht Einvernehmen zwischen uns. Und sobald wir die Punkte im Herzen verbunden haben, beginnen sich alle unsere vollkommen unterschiedlichen Charaktere und Eigenschaften plötzlich wie Zahnräder untereinander zu verbinden. Genauso sind zwei Kupplungsscheiben miteinander verbunden – und der ganze Mechanismus beginnt sich fehlerlos zu drehen. Wenn wir die Punkte im Herzen miteinander verbinden und uns über alle anderen Eigenschaften erheben, ohne sie zu beachten, erreichen wir die ideale Verbindung zwischen uns.

Wie machen wir das? Ich liebe und schätze an dem Freund sein Bestreben nach der Einheit, nach dem Schöpfer. Ich finde, dass er mir darin überlegen ist, darin ist er höher als ich, danach strebt er mehr als ich. Auf diese Weise sehe ich die Freunde als „die Größten der Generation“ sozusagen. Wenn ich den Freund in dem Wichtigsten erhebe, ohne seine anderen irdischen Eigenschaften auch nur im Geringsten zu beachten, komme ich ihm auf diese Weise näher, stelle mich unter ihn. Und so verbinden wir uns.

Als „Freundesliebe“ wird eine eben solche Verbindung unserer Punkte im Herzen zu einem Ganzen bezeichnet, ausgenommen alles andere. Und dabei müssen wir einander helfen. Ich kann meinen Freunden in der Gruppe alle möglichen Gefälligkeiten erweisen, ihnen bei irgendwelchen irdischen Problemen helfen, aber nur wenn wir wirklich Teile einer Gruppe darstellen und versuchen, unsere Punkte zu vereinen.

Kabbala verhält sich sehr hart einer gewöhnlichen Hilfeleistung gegenüber. Warum? Weil sie die Absicht von dem Menschen verlangt! Und hier muss ich mich einer sehr genauen Analyse unterziehen: wozu mache ich das? Nicht einfach, weil mir jemand leid tut, weil mir das peinlich ist, weil ich nicht als kaltherzig dastehen will usw. Nein, ich stelle mir eine andere Bedingung – ich möchte es tun, weil wir dadurch Einheit erreichen. Und nur deshalb!

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Georgien, 06.11.2012

 

Was bedeutet „Gruppe“?

Kongress in Georgien. Lektion 2

Frage: Unter welchen Bedingungen können wir sagen, dass die Gruppe Erfolg hat, dass sie sich dem Ziel entgegenbewegt?

Meine Antwort: Die Gruppe, die sich dem Ziel entgegen bewegt, ist eine Versammlung von Menschen, die ein gemeinsames Ziel haben, welches sie kennen, welches sie untereinander erkennen, wahrnehmen. Sie studieren gemeinsam kabbalistische Quellen, prüfen sich anhand dieser Quellen, arbeiten daran, ihre Punkte im Herzen zu vereinen. Das heißt, das Wichtigste für sie ist, sich zu verbinden, ohne auf andere Eigenschaften zu achten.

Wenn der Mensch der Einheit entgegenstrebt, um den Schöpfer zu enthüllen, genügt das, damit er zu meinem Freund wird, selbst wenn er in allem anderen ein sehr unangenehmer Mensch zu sein scheint – es ist unwichtig. Allmählich werden wir alle erkennen, wie wir uns aneinander anpassen, einander näher kommen können.

Die Gruppe ist eine Versammlung von Menschen, die verstehen, dass sie, um den Schöpfer zu erreichen, an sich arbeiten, studieren und ein bestimmtes Leben führen müssen. Sie müssen regelmäßig zusammenkommen und in Kontakt miteinander sein, der sie ständig zur Verbindung anregen sollte.

Einfach nur einen Raum zu mieten und sich dort zu treffen bedeutet noch lange nicht, dass die Gruppe es zu etwas gebracht hat. Wir treffen uns physisch, lesen zusammen, gehen wieder auseinander und schon sind wir eine Gruppe? In der Kabbala wird alles nicht durch physische Körper, sondern durch innere Erweckung bestimmt.

Als Gruppe wird das Streben der Punkte im Herzen, zu einem Ganzen zu werden, verstanden. Nur dann wird das als „Gruppe“ bezeichnet. Darum müssen wir noch viel daran arbeiten.

Wenn aber die Menschen alle zusammen nach einem Ziel streben, weil sie begreifen, dass sie nur durch Verbindung über alle Gegensätzlichkeiten in dieser Eigenschaft den Schöpfer herausheben und dabei das Zerbrechen überwinden können, dann werden sie zu einer Gruppe.

Daraus folgt, dass alle unsere gegensätzlichen Eigenschaften ein einziges egoistisches Verlangen sind. Alle unsere egoistischen Verlangen, die im Widerspruch zueinander stehen, befinden sich jetzt quasi in einem Sack. Und über diesen Eigenschaften vollziehen wir eine Einschränkung (Zimzum) und bauen einen Schirm (Massach) auf und richten unsere Punkte zum Schöpfer, zur Ähnlichkeit, zum Geben aus.

Also bleiben unsere vereinten egoistischen Verlangen unten, und unsere Absichten zur Vereinigung, zum Bestreben nach dem Schöpfer, zur Ähnlichkeit mit Ihm befinden sich oben, über ihnen. Auf diese Weise beginnt sich bei uns bereits die Seele, sprich ein gemeinsamer Parzuf, zu bilden.

Es existiert eine einzige Seele. Es gibt keine Vielzahl von Seelen. Alle und jeder hat nur ein einziges Kli (Gefäß). Wenn wir es quasi erschaffen, stellen wir auf diese Weise plötzlich fest, dass es dieses bereits gibt! Wir haben nur versucht, es zu erkennen und haben durch unsere Versuche plötzlich entdeckt, dass wir darin bereits existieren, weil diese einzige ganzheitliche Schöpfung bereits existiert und das Zerbrechen nur in Bezug auf unser Bewusstsein stattgefunden hat. Und wenn wir nach vorne streben, erheben wir uns über unsere heutige Wahrnehmung.

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Georgien, 06.11.2012