Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Die Mahlzeiten in der Stille

Frage: Wird es auf dem Kongress in Nowosibirsk die Mahlzeiten in der Stille geben – die Mahlzeiten, welche Rabasch seinerzeit veranstaltet hat?

Meine Antwort: Alles hängt nur von euch ab, ich bin für alles bereit. Ich werde in den Rahmen handeln, in denen wir mit euch gewöhnlich arbeiten. Unter euch gibt es neue und alte Studenten usw., deshalb wählt ihr selbst, was euch gerade passt.

Wenn wir sehen, dass wir die besondere Stimmung, die besondere Anregung, die besondere innere Verbindung haben, wenn wir erkennen, dass es dafür alle Gründe gibt, dann sollen wir eine solche Mahlzeit organisieren, und gerade in dieser inneren Gegenseitigkeit jene Stille zu fühlen, die sich zwischen uns befindet. In dieser Stille werden wir vielleicht beginnen, die neuen Eigenschaften, die neuen Beziehungen, das Netz der Kräfte zwischen uns zu empfinden.

Ich erwarte es sehr und hoffe, dass es genauso geschehen wird. Und überhaupt, ich erwarte euch alle auf diesem Kongress.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 18.11.2012

Erdbewohner – vorwärts!

Frage: Wird in allen Menschen auf der Erde das Verlangen entstehen, den Schöpfer zu erkennen?

Meine Antwort: Nicht von alleine.

Die Menschen, in denen dieses Verlangen entsteht, heißen „Israel“ („yashar kel“), was in der Übersetzung die Bewegung vorwärts, das selbständige Streben zu diesem Ziel bedeutet.

Und es gibt Menschen, die nicht solch ein selbständiges Bestreben haben, aber die Krise, die sich weiter verbreiten wird, wird sie zwingen, davor wegzulaufen. Und wohin kann man weglaufen? – Nirgendwohin. Somit werden sie sich notgedrungen denjenigen anschließen, die sich nach vorne ausrichten.

Das heißt, in ihnen wird der Wunsch entstehen, vor den Schwierigkeiten wegzulaufen, was Druck von hinten, und nicht das Streben vorwärts zum Ziel bedeutet. Auf diesem Wege werden sich  90 % der Erdbewohner zur Korrektur, zum Ziel der Schöpfung bewegen.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 18.11.2012

Die Freunde von den Sorgen befreien

Kongress in Georgien. Seminar 2

Frage: Was bedeutet die gegenseitige Bürgschaft? Worin besteht die Gegenseitigkeit in der Gruppe?

Meine Antwort: Die gegenseitige Bürgschaft ist dann gewährleistet, wenn wir jedem der Freunde eine absolute Empfindung der Sicherheit verleihen, sodass er davon überzeugt ist, dass wir seine Selbstsucht erfüllen, damit er nichts mehr braucht. Das heißt, wir geben ihm unsere Achtung, unsere Liebe und eine solche Beziehung, dass er einfach aufhört, an sich selbst zu denken und  für die gemeinsame Arbeit bereit wird.

Auszug aus dem 2. Seminar des Kongresses in Georgien, 05.11.2012

Ohne die Offenbarung des Lichtes gibt es keine praktische Anwendung

Kongress in Georgien. Seminar 2

Frage: Die Kabbala ist eine Methode des Begreifens des Schöpfers. Worin konkret besteht die praktische Anwendung der Kabbala?

Meine Antwort: Eine praktische Anwendung der Kabbala kommt infolge der Offenbarung des korrigierenden Lichtes „оr makif“ zustande, ohne welches wir  nichts in uns korrigieren können. Darin besteht die Haupteigenschaft der Kabbala. Alles andere ist schon die Anwendung des korrigierenden Lichtes.

In unserer Welt können wir nichts selbst verwirklichen. Sowohl die Verbreitung, als auch die Liebe und der Respekt den Freunden gegenüber, d.h. alles, worüber wir in der Kabbala sprechen, funktioniert nur dann, wenn wir  das höhere Licht zu uns heranziehen. Deshalb ist die praktische Anwendung der Kabbala gerade die praktische Arbeit mit dem höheren Licht „оr makif„.

Auszug aus dem 2. Seminar des Kongresses in Georgien, 05.11.2012

Die Korrektur des nachlässigen Freundes

Kongress in Georgien. Seminar 2

Frage: Angenommen, wir sitzen zusammen „in einem Boot“, und jemand beginnt plötzlich “ ein Loch rein zu bohren“. Was machen wir mit einem solchem Freund?

Meine Antwort: Wir betrachten die Situation, ohne den Namen des Freundes zu erwähnen, führen ein Seminar durch, wo diese Frage besprochen wird. Es ist also unwichtig, worum es geht, sowie, um wen es sich gerade handelt, aber die Frage wird sehr ernst, lebendig besprochen, damit allen klar wird, wie man handeln soll. Und später werden wir sehen, ob wir auf diesen Menschen gewirkt oder nicht gewirkt haben. Im Prinzip soll eine solche Handlung reichen, um ihn zu korrigieren.

Auszug aus dem 2. Seminar des Kongresses in Georgien, 05.11.2012

Der Punkt des Kontaktes mit der spirituellen Welt

Die Weisen haben gesagt: „Wenn dir dieser Sünder (dein Ego) geschadet hat, dann bringe ihn zum Studium. „Sogar ein Stein wird weicher sein“. Und deshalb sind wir nicht Sklaven, sondern können uns retten. Es gibt den Weg, das Ende des rettenden Seils, welches dem Menschen helfen kann, sobald sein Verlangen gereift ist.

Das Licht wirkt ständig auf die Verlangen ein und bereitet uns vor. Im Laufe aller Kreisläufe unseres Lebens nähern wir uns endlich dem Zustand an, in welchem wir beginnen, dieses Leben im wahrhaften Licht zu betrachten und verstehen, wie unglücklich es ist. Uns wird plötzlich offenbart, dass wir dieses Leben nicht verstehen, wir wissen nicht, wofür und mit welchem Ziel wir existieren, welchen Nutzen und Sinn unser Leben hat.

In einigen Menschen wacht der Punkt im Herzen auf, das Ende des Seils, das uns die höhere Welt entgegenstreckt. Wenn wir diesen Punkt ergreifen, dann können wir beginnen, unsere Seele zu entwickeln, weil dieser Punkt auf das Licht reagiert, das zur Quelle zurückführt.

Wir haben keine andere Verbindung mit dem höheren Licht, außer diesem Punkt im Herzen. Wenn es in einem Menschen keinen solchen Punkt gibt, dann gehört er zu den Völkern der Welt und kann sich mit dem Licht, das zur Quelle zurückführt, nicht verbinden. Deshalb kann er die Lebenskraft und das Licht des spirituellen Lebens, das heißt die Korrekturen, nur durch Israel, durch das allgemeine Netz erlangen.

Die Menschen, in denen der Punkt im Herzen aufgewacht ist, gehören zu Israel und empfangen das Licht “aus der Luft”. Und da alle übrigen Menschen mit uns in einem System verbunden sind, so empfangen sie von uns das Licht. Als ob wir die Antenne (den spirituellen Funken) hätten, mit der wir das Licht empfangen würden, und welche uns die Kraft geben würde, die unseren Bemühungen entspricht.

Somit verfügen wir nicht nur über ein Verlangen zu genießen, sondern wir gleichen einer Zweipoligkeit, die aus den empfangenden und gebenden Verlangen besteht. Mittels dieser Zweipoligkeit ziehen wir das umgebende Licht, die Kraft des Gebens an. Und durch uns fließt das Licht in das ganze Netz, breitet sich aus und beginnt uns alle zu korrigieren.

Es ist der einzige Weg, die Selbstsucht zu korrigieren. Wenn die Menschen, in denen der spirituelle Funke erwacht ist, die Methode der Kabbala nicht realisieren, dann bleibt unsere Welt ohne die Kraft des Gebens, die durch uns ins allgemeine Netz fließt und alle menschlichen Verlangen korrigiert. In diesem Fall erwartet die Welt eine schreckliche Existenz und sie wird in die totale Finsternis eintauchen.

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zu TES“, 18.11.2012

Der größte Egoist

Kongress in Georgien. Lektion 4

In der Regel wird das Studium der Kabbala von den Menschen mit einem erhöhten Egoismus entdeckt, die bereits erkennen, dass nichts anderes sie erfüllen kann. Sie sehen, dass weder Wissenschaft und Technik noch Kunst, Familie und Arbeit noch Hobbys oder großes Geld ihnen etwas bringen. Sie quält die Frage über den Sinn des Lebens.

Das sind Menschen, die nicht an Religionen glauben können, sie haben diese Ebene bereits verlassen, um blind an etwas zu glauben. Sie glauben an nichts. Für sie gibt es keine Werte in dieser Welt, weil sie alles, was in ihr existiert, als gewöhnliches tierisches Dasein betrachten und nicht mehr.

Natürlich haben sie keine Lust, sich mit allen zu umarmen, zu tanzen, sich mit solchen Kindergartenspielen wie „lasst uns im Kreis zusammensetzen, trinken, essen und singen“ zu beschäftigen. Das alles erscheint ihnen vollkommen inakzeptabel. Und das stimmt.

Sie haben einen erhöhten Egoismus, sie möchten etwas Höheres enthüllen, und hier werden sie zu Kinderspielen eingeladen. Da ist aber nichts zu machen. Denn sie kommen in die Gruppe, die bereits voranschreitet, die diese Methodik für sich bereits mehr oder weniger enthüllt hat, die spürt, versteht oder zumindest lernt, dass die Vereinigung notwendig ist, um in ihr die Eigenschaften der Höheren Welt enthüllen zu können, denn die Eigenschaften der Höheren Welt lassen sich nur in der Vereinigung enthüllen.

Auszug aus der 4. Kongresslektion in Georgien, 08.11.2012

Die Einblendung der Ewigkeit

Frage: Was ist der „Schöpfer“?

Meine Antwort: „Der Schöpfer“ ist die Kraft des Gebens im Menschen. Wenn der Mensch die Zugehörigkeit zur Vereinigung und zum Geben empfindet, dann lebt der Schöpfer schon in seinem Inneren. Der Mensch fühlt etwas Neues, nichts Eigenes, etwas Höheres und will, dass der Schöpfer sich in ihm aufhält. Denn er beinhaltet dank dem Aufenthalt des Schöpfers etwas Gutes, sogar dann, wenn er selbst sich noch auf dem materiellen Niveau befindet.

Frage: Es erweist sich somit, dass die Massen die Offenbarung des Schöpfers unbewusst erlangen?

Meine Antwort: Das stimmt. Denn sie gehören zu ACHaP und nicht zu Galgalta we-Ejnaim. Man kann den Schöpfer nur nach Seinen Handlungen erkennen.

Die Massen, die sich für die Vereinigung einsetzen, fühlen infolge ihrer Handlungen ein besseres Leben. Stelle dir vor, dass dein Leben sich plötzlich verbessert, dass deine Familie und deine Kinder glücklich und wohlhabend sind, dass du selbst gesund und in der Empfindung von Sicherheit lebst… Woher kommt ein solches Glück? Es entspringt unserer Vereinigung, die uns das allgemeine, brüderliche Gefühl verleiht. Uns verbindet ein gewisses Ausmaß der Einheit, der Liebe, des Einverständnisses – so kleidet sich der Schöpfer in die Geschöpfe ein.

Und außerdem empfinden wir darin die Strömung der Ewigkeit. In der Einheit glimmt eine besondere Einblendung, die dem Menschen verspricht: „Du lebst jetzt und wirst ewig leben“.

Ich bekomme diese Sicherheit, nachdem ich mich mit den anderen verbinde. Mein Leben wird unter Viele verteilt, ich befinde mich in ihnen, und darin empfinde ich das ewige Dasein. Die Illusion des Lebens und des Todes verschwindet, weil ich sie mir vorher nur in meiner isolierten, begrenzten Selbstsucht vorgestellt  habe. Jetzt, wenn mein Ego unter alle verteilt wird, wenn ich von allen und alle von mir abhängig sind, empfinde ich die eigene Vergänglichkeit nicht mehr und lebe in allen.

Das alles ist Psychologie, die innere Empfindung. Folglich empfindet der gewöhnliche Mensch das Gesagte dann, wenn er die Schritte zur Einheit macht. Er fühlt in allen Bereichen und Aspekten des Lebens den spirituellen Zusatz. Dieser Zusatz ist „spirituell“, weil der Mensch aus sich selbst zu den anderen herausgeht und somit die Kraft des Gebens ausübt. Dabei ist unwichtig, dass der Mensch nur die Anweisungen befolgt und den Sinn des Lebens nicht versteht – das alles ist normal. Wir befolgen auch die Ratschläge der Kabbalisten.

Bei den Massen liegt die Betonung auf der Handlung und nicht auf der inneren Analyse; sie offenbaren jedoch auch den Schöpfer und erproben die spirituelle Empfindung. Jeder, der an dem Geben teilnimmt, wird schon  Mensch (Adam) genannt, selbst wenn es sich nur auf dem rein „mechanischen“ Niveau bewegt. Es ist unbedeutend, denn er ist auch ein Teil des allgemeinen Ganzen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 14.11.2012

Die Weisheit der Liebe kennenlernen

Es ist gesagt, dass die Weisheit nur mit der Erfahrung erlangt wird. Dem Menschen scheint es so zu sein, als ob er schon durch Vieles gegangen ist und deshalb Vieles verstanden hat. Aber die Weisheit, die mit der Erfahrung kommt, bedeutet nicht nur das Verständnis, sondern die wahre Empfindung aller dieser Zustände. Wer weiß, welche Zustände nach uns in der Zukunft warten.

Deshalb ist von uns viel Geduld und viel Kraft erforderlich, um alles zu ertragen, was auf uns noch zukommen wird. Das Wichtigste hier ist die Verbindung mit der Umgebung, welche dem Menschen helfen wird, einen beliebigen Zustand zu ertragen und auf diesem Weg zu bleiben, die Zeit zu beschleunigen sowie alle Probleme in eine Hilfe, in das Wohl umzuwandeln.

Das offenbarte Böse ist eine Loslösung von der Verschmelzung, von der Empfindung, dass „es Niemanden außer dem Schöpfer gibt.“ Gerade diese Empfindung bringt die wahren Leiden dem Menschen und nicht die unangenehmen Empfindungen des Körpers. Denn das Licht, das zur Quelle zurückführt, wird ihm die klare Empfindung des Genusses verleihen, dass es “Niemanden, außer dem Schöpfer gibt”, weil nur der Schöpfer über dem Menschen herrschen kann.

Davor soll man durch eine Menge von Zuständen gehen, in denen sich der Mensch verloren fühlt und sich wünscht, aus dieser Realität zu verschwinden. Aber schließlich kommt er zu den entgegengesetzten Zuständen, in denen er die empfundene Leere innerlich verarbeitet und die Macht des Schöpfers sowie die Kraft des Gebens segnet.

Dann wird er eine andere Beziehung zu allen seinen Zuständen, den Menschen und den Werten entwickeln können, die ihm früher verhasst waren und die Leiden bereiteten. Er wird verstehen, dass „es Niemanden außer Ihn gibt „, und dass alles zu seinem Wohl geschah. Folglich wird er beginnen, alle zu lieben, bis er die absolute, vollkommene Liebe erreicht.

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 12.11.2012

Nutzt jede Gelegenheit!

Kongress in Georgien. Mahlzeit während der Reise

Als ich bei Rabash studierte, verliefen unsere Mahlzeiten in absoluter Stille. Es war ein vollkommen lautloser Zustand: niemand sagte etwas, die Menschen sahen einander noch nicht einmal an, sondern aßen und tranken einfach mit enormem innerem Druck – dabei herrschte absolute Stille.

Er verlangte es immer und war sehr streng, was Verstöße anging, wenn jemand plötzlich laut wurde oder irgendeine Störung entstand. Denn wir hatten damals nicht viele Anlässe, um uns zu treffen – nur während des Unterrichts oder einer Mahlzeit.

Heute haben wir viel mehr Gelegenheiten. Vielleicht vergessen wir deshalb, an die Absicht zu denken. Es wird zum Alltag. Wir müssen uns aber mehr um die Absicht kümmern. Jegliche Handlung, auch wenn sie nur von zwei Menschen gemeinsam durchgeführt wird, erzielt bereits sehr große Ergebnisse, wenn sie von der richtigen Absicht begleitet wird.

Besonders wenn wir während der Kongresse aus unterschiedlichsten Orten zusammenkommen und riesige Anstrengungen und Mittel aufwenden, um zusammen sein zu können, dann ist es schade um jede Minute, wenn sie ohne Absicht verstreicht.

Auszug aus einem Gespräch während der Mahlzeit auf dem Kongress in Georgien, 07.11.2012