Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Gefäß für Wissen

Baal HaSulam, „Frieden“: Das Wohlergehen der gesamten Welt ist davon abhängig, dass die Welt die Kenntnis über den Schöpfer erlangt.

Also, die Lösung aller Probleme ist- die „den Schöpfer zu kennen“. Solange die ganze Welt, von klein bis groß, sich nicht entsprechend den eigenen Wünschen, die vollständig enthüllt werden, mit der Kenntnis über den Schöpfer erfüllt – wird sie niemals die Vollkommenheit, Frieden und Ruhe erlangen können.

Bis dahin wird es immer die Kräfte geben, welche die Welt erschüttern, und zur Füllung mit der Kenntnis über den Schöpfer drängen – an den Zustand, in welchem der Schöpfer die Schöpfung erfüllt.

Wir sehen, wie sich der unglückliche Patient vor dem unerträglichen, von allen Seiten zugefügten Schmerz zusammenkauert und windet. Denn die Menschheit warf sich bereits den Rechtsradikalismus zu , den es in Deutschland gab, oder zu den Ultralinken, die es in Russland gab, aber dies hat ihre Lage nicht gelindert, und verschärfte sogar den Schmerz und die Leiden. Und die Wehklagen steigen wie man weiß bis zum Himmel.

Verstandesmäßige Ratschläge werden hier wenig helfen, da wir ständig nach links oder nach rechts ausweichen. Manchmal versuchen wir uns in der Mitte festzuhalten, aber üblicherweise erst infolge des Übergangs von einem Extrem zum anderen, mit dem Erfolg, dass wir uns von einem Unglück ins nächste rennen, und es wird solange kein Ende geben, bis wir die Kenntnis über den Schöpfer erlangen.

Und die Kenntnis über den Schöpfer bedeutet, dass wir unsere Wünsche so korrigieren, dass sie zum Gefäß für das Wissen (daat) werden – d.h. sie füllen sich mit dem Licht Chassadim und mit dem Licht Chochma, wie es die Sefirot Chochma (Weisheit), Bina (Verstand) und Daat (Wissen) – CHaBaD darstellen.

Frage: Inwiefern wird sich die Welt mit dem Wissen des Schöpfers erfüllen?

Meine Antwort: Die Menschen werden lernen, wie man das Geben erreicht und sich in einem globalen, integralen, analogen System aufhält, worin wir einander Zugeständnisse machen, zusammengeschweißt und nah an einander sind, in welchem gegenseitiges Geben und die Liebe herrschen.

Solange wir uns nicht in einem solchen System verbunden haben, worin jeder den allgemeinen Wunsch aller fühlen kann und sich dabei bemüht, diesen Wunsch zu erfüllen, dem Nächsten zu dienen, wie eine Zelle eines lebenden Organismus – solange werden wir niemals Vollkommenheit erreichen. Und bis dahin werden sich Unglücke und Katastrophen nur noch verschärfen und uns in die Richtung dieser Vollkommenheit voranstoßen.

Und das bedeutet die „Kenntnis über den Schöpfer“: Jeder von uns wird zum Gefäß des Wissens. Seir Anpin und Nukwa, die zu Chochma und Bina hinaufsteigen, empfangen darin ihre Erfüllung, welche dem Verlangen entspricht und werden „Gefäß des Wissens“ genannt. Zusammen erreichen sie die „erwachsene“ Stufe und werden dann zusammen mit dem elterlichen Parzuf Aba we Ima zum CHaBaD.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Baal HaSulam, Frieden, 30.05.2011

Es gibt keine Fehler in der Spiritualität

Frage: Das Buch Sohar enthält viele Gleichnisse und irdische Bilder. Warum sind sie dennoch so wichtig, obwohl sie uns nur verwirren und von der richtigen Absicht abbringen?

Meine Antwort: Alles, was der Mensch sagt, welcher sich in der Heiligkeit, d.h. im Wunsch des Gebens befindet, kommt aus seinem Verständnis, aus seiner Wahrnehmung und aufgrund seines Aufenthalts im Verlangen des Gebens, und nicht einfach so oder ausgedacht aus seinem Kopf.

Infolgedessen, dass sein Wunsch des Genusses „geheiligt“ wurde, d.h. die Eigenschaft des Gebens erlangt hat, so dass er sich darin aufhalten konnte, empfindet er folglich diese Eigenschaft. Deshalb nimmt er eine Art des Ausdrucks des Schöpfers in sich wahr und gibt diese in solcher Form weiter. Denn er selbst erschafft diese Gestalten nicht, und sie entstehen auch nicht in seiner Vorstellung, und jene Form des Schöpfers, die er enthüllte, ruft in ihm jene Gestalt, jenes Bild hervor, welches er an uns weiter gibt.

Darum sollen wir all diese Gleichnisse nutzen und uns mit ihnen verbinden. Und obwohl wir sie noch nicht verstehen, verspreche ich euch, dass es dennoch die Zeit kommen wird, wenn wir diese letzten Endes verstehen werden. Außerdem werden wir die gleiche Stufe erreichen und in uns wird das gleiche Bild, die gleiche Gestalt und Ausdruck entstehen.

Deshalb verstehen die Kabbalisten einander. Und wir sind diejenigen, die sie nicht verstehen. Aber in dem Maße, in welchem wir uns damit verbinden, worüber sie sprechen, beginnen wir sie besser zu verstehen.

Nicht ohne Grund ist es im Chassidut üblich, dass wenn in Notizen des Ravs Fehler auftauchen – segnet man sie, weil er sie so geschrieben hat – was für uns als ein Zeichen der Heiligkeit gilt.

Dies entspringt der Tatsache, dass ein sich in der Heiligkeit befindender Mensch keine Fehler machen kann. Du glaubst, er hätte einen Fehler gemacht, weil Du selbst unkorrigiert bist. Und dies wird „Glaube über dem Verstand“ genannt.

Auszug aus dem Unterricht vom 30.05.2011, Der Sohar

Kabbalisten über die Nächstenliebe und die Liebe zum Schöpfer. Teil 7

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

(Anmerkungen in Klammern sind von mir)

Die Liebe zum Nächsten stellt ein Mittel zur Erreichung der Liebe zum Schöpfer dar.

Die Menschheit kennt kein anderes Mittel zu ihrer Korrektur, außer der Befolgung bzw. Erfüllung des Gesetzes der Höheren Lenkung „das Geben einem Nächsten um Schöpfers willen“, die aus zwei Etappen besteht:

1. „ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ – bedeutet, dass die Sorge über das Wohlergehen der Gesellschaft nicht geringer sein soll, und der natürlichen Sorge über sich selbst vorgezogen werden soll.

2. „Liebe den Schöpfer von ganzem Herzem und ganzer Seele“ – bedeutet, die Pflicht der Sorge über das Wohl des Nächsten und der Gesellschaft, und es nur mit der Absicht zu tun, um die Gunst in Augen des Schöpfers zu erlangen, was gleichzeitig seinen Wunsch erfüllt.

Baal HaSulam, „Frieden„.

Die Absicht – ist der vollendete Handlungsplan

Frage: Was bedeutet die „Absicht“?

Meine Antwort: Angenommen, der Wunsch befindet sich in einem Zustand, strebt aber einen anderen Zustand an. Hierfür muss er die Handlung hervorrufen, die ihn aus dem Anfangszustand in den neuen Zustand hineinführen wird.

Der ganze Plan dieser Handlung besteht darin: genau zu erkennen, wo ich mich momentan befinde, und wo ich mich später sehen will, sowie mit Hilfe welcher Handlungen und Kräfte, ich aus einem Zustand in den andern Zustand übergehen kann – genau dieses Programm heißt „die Absicht“ oder das Vorhaben.

Somit ist „das Schöpfungsvorhaben“ das vollkommene Programm, welches bestimmt, wie man beginnt und wo man endet, was für Schritte man auf dem Wege machen muss, welche Materialien, Kräfte und Mitteln zu verwenden sind, um das Anfangsvorhaben zu verwirklichen. Wie es gesagt ist: „Das Ergebnis der Handlung liegt im ursprünglichen Vorhaben“.

Das alles existiert in der Absicht im Potential, und realisiert sich später in der Praxis.

Das heißt, die Absicht ist nur dann vorhanden, wenn ich meinen laufenden Zustand gut erkenne und genau weiß, was ich folglich erreichen will. Die übliche Fragen sind: „Welche Absichten hast du? Was willst du erreichen? Wie gehst du vor?“

Die Absicht ist somit ein Ausdruck unseres Bedürfnisses der Veränderung, die wir schon einplanen, verstehen, empfinden, verwirklichen, und vollenden.

Die Handlung selbst wird mittels der Kraft des Lichtes vollbracht, und hat deshalb mit der Schöpfung nichts Gemeinsames. Die Schöpfung hat dagegen die Absicht: ob sie sich gut erforscht hat, ob sie den Schöpfer enthüllt hat, wie sie den Schöpfer zwingt, eine beliebige Handlung zu machen. Der Mensch muss also möglichst viel wissen.

Jedes Mal, wenn ich erwachsen werde, und die Stufen der Treppe erklimme, steigen gleichzeitig meine Ansprüche gegenüber dem Schöpfer an, wodurch alle Details Seiner Handlungen bestimmt werden. Ich weiß schon, wie Er handeln und auch mich beeinflussen wird. Ich erkenne in allen Details und Einzelheiten, welches Programm in meinem Inneren, in meinem „Körper“ (in den Wünschen) geschehen wird. Aus eigener Erfahrung begreife ich Ihn und Seine Handlungen.

Im Endeffekt erkenne ich solche Einzelheiten, dass ich Sein Programm an Seiner Stelle verwalten kann – ich verstehe dieses Programm, jedes seiner Elemente, alle Mittel, bis zu den winzigsten Details. Wenn ich das Ende der Korrektur (Gmar Tikun) erreiche, dann erkenne ich Seinen Plan vom Anfang und bis zum Ende, kenne alle Schritte – sowohl von Seiner Seite, als auch meinerseits. Das bedeutet, dass ich die vollendete Absicht erworben habe.

Das Licht wirkt immer ein. Aber wie wirkt Es ein, und wie kann ich Es dazu bringen, mich zu verändern – das alles ist schon die Arbeit des Menschen, welcher den Schöpfer, die Beziehung zwischen dem Licht und dem Wunsch erkennen muss.

Auszug aus dem Unterricht über „die Lehre der Zehn Sfirot“ „, 03.05.2011

Die Goldminen der Seelen

Baal HaSulam, Beit Shaar HaKavanot (Das Tor der Absichten), Kapitel „Den Pessach Exodus betreffend“: Die ersten Generationen, die Generation von Enosh und die Generation des Turmbaus zu Babel, verbannten Shechina aufwärts „zum siebten Himmel“.

Das Israel der Generation der ägyptischen Knechtschaft waren die gleichen Keri (vergeudeten Samen) Funken, die Adam HaRishon über 130 Jahre lang fallen ließ, bis er Seth hervor brachte.

Die Keri Funken sind das Licht von Chochma (Weisheit), welche egoistisch für sich selbst empfangen wollen. Wenn das Licht von Chochma nicht den richtigen Platz erreicht, der sich unter dem Schirm befindet, und sich nicht in das Licht des Hassadim (Segen) kleidet, wird es als „Samen auf den Boden fallend“ bezeichnet (vom hebräischen „Aretz“ Land oder Boden, und „Ratzon„, Verlangen oder Wunsch), um ihn zu „vergeuden“.

Jeder Mensch muss durch diese Stufen hindurchgehen, die Generationen von Enosh und die des Turmbaus zu Babel, durch egoistisches Verlangen, das niemanden berücksichtigt und sich wünscht, alle Freuden direkt zu empfangen, was als „Verlust von Samen“ angesehen wird.

Eine Seele ist gleich Gold, und wenn es aus der Erde ausgegraben wird, ist es mit Verunreinigungen vermischt, bis es gereinigt ist, so dass alle Verunreinigungen wegfallen und es als „Gold“ bezeichnet werden kann.

Nachdem die Gefäße zerbrachen, was in unseren Wurzeln geschah, in der spirituellen Welt, versanken unsere Seelen aus Eigenliebe in das Verlangen zu Empfangen und wurden mit ihm vollständig vermischt. Es gibt sehr wenige Funken des Schenkens, die in dieses egoistische Verlangen gelangten und die sehr schwierig wiederzufinden sind.

Es gleicht dem Gold gewinnen, Gold aus der Erde ausgraben, wenn tausende von Tonnen Erde durchsiebt und verschiedene Prozesse durchlaufen werden müssen, bevor endlich ein paar Gramm Gold aus ihr herausgezogen werden. Die Erde selbst stammt nicht von irgendeinem Ort, sondern vielmehr von dort, wo bereits vorher Gold gefunden wurde.

Trotzdem müssen Lastwagenladungen von Erde hereingebracht und gereinigt, in Wasser gewaschen und durch Filter gesiebt werden, so dass ein paar spärliche Gramm Gold letztendlich herauskommen können.

Das gleiche betrifft unsere Seelen nach dem Zerbrechen. Im Innern gewaltiger, egoistischer Verlangen gibt es nur wenige verstreute Funken, die, wenngleich noch egoistisch, imstande sind korrigiert zu werden, um zu schenken. Sie sind es, die wir schrittweise herausziehen müssen und das ist die Arbeit, die wir absolvieren müssen.

Aus dem 3.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 18/04/2011, Beit Shaar HaKavanot

Was verursacht einem Kabbalisten Leid?

Ein Kabbalist leidet, wenn er sieht, dass die Welt dem Fortschritt in Richtung Einheit, Enthüllung des Schöpfers und perfektes Leben hinterher hinkt. Wir sind in der Lage, es zu schaffen, wir haben alle Voraussetzungen dafür, aber wir ignorieren diese Möglichkeit. Daher verursachen wir diverse Probleme für uns und bringen dem Schöpfer Leid.

Ein Kabbalist leidet darunter am meisten, weil er die Enthüllung des Schöpfers erreicht hat. In Bezug auf die Welt verhält er sich wie eine Mutter gegenüber ihren Kindern. Die ganze Welt sind seine Kelim, Teile seiner Seele. Solange diese unkorrigiert sind, leidet der Kabbalist mehr als die Welt selbst.

Jeder Mensch spürt seinen eigenen Egoismus und leidet, weil sein Kli (Gefäß, Verlangen) leer ist. Ein Kabbalist jedoch schließt alle ein. Er möchte allen mit Liebe begegnen und sie mit Gutem erfüllen. Die Menschen wollen dies jedoch nicht; sie wollen sich nicht vereinigen und ihren Egoismus nicht einmal ein wenig annullieren, um ein großes Verlangen (Kli) zu erschaffen, welches durch das Licht der Unendlichkeit erfüllt werden könnte.

Ein Kabbalist kann die Welt nicht korrigieren; er kann nur darunter leiden und muss warten, bis die Menschen ein wenig bereiter für das spirituelle Vorankommen sind. Am meisten leidet er gewiss wegen seiner Schüler, da deren Leid direkt auf das Ziel ausgerichtet ist. Er kann sie aber nicht künstlich entwickeln, da er ihnen damit schaden und sie in ihrer Entwicklung behindern würde. Daher spricht er zu ihnen auf ihrer momentanen Stufe.

Wir studieren die authentischen Quellen und unsere Verbindung zu diesen Quellen bestimmt, wie sehr wir von ihnen empfangen können. Das ist es genau, was ich enthülle, und nicht, was ich in meinem Verlangen verstehe. Ich arbeite mit dem kollektiven Wunsch, welcher entsteht, um von allen offenbart zu werden.

Globale Abhängigkeit… von sich selbst

Frage: Wie sehr hängen wir in unseren Gedanken und Absichten, in der Fähigkeit, uns während des Unterrichts zu konzentrieren, von allen, die zusammen mit uns weltweit studieren, ab? Existiert eine solche globale gegenseitige Abhängigkeit?

Meine Antwort: Was bedeutet die gegenseitige Abhängigkeit? Wenn ich die gesamte Realität als Teile meiner Seele betrachte, dann hänge ich von niemandem ab. Nur in dem Maße meiner Einstellung ihnen gegenüber mit dem Wunsch, sie zu erwecken, erwachen diese Teile von mir.

Ich achte nicht auf ihr äußeres Verhalten, sondern erwecke sie von innen und bekomme von der gleichen Stufe der inneren Verbindung ihrerseits ebenfalls die Erweckung. Alles hängt von meiner Sicht auf die Welt ab – entweder als auf eine materielle Realität mit einer Vielzahl an Körpern oder als auf die irdischen Eigenschaften von Menschen oder aber als auf den Körper meiner Seele, ihres Parzuf/ihres Aufbaus.

Dann sehe ich keine äußeren Gestalten, die angeblich hier existieren, sondern Teile meiner Seele, die ich korrigieren muss. Ich bin jener Punkt, in dem der Gedanke, die Absicht konzentriert ist. Ich bin die Absicht, die ich all diesen Verlangen und Eigenschaften verleihen muss, um ihnen die richtige Ausrichtung zu geben.

Und was bedeutet, dass ich von ihnen abhänge und mit ihrer Hilfe erweckt werde? Ich erwecke sie – und werde dadurch selbst erweckt. Dieser Reiz kommt scheinbar durch das äußere System, doch dieses ganze System ist meins.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, Das Vorwort, 08.03.2011

Ich wünsche Ihnen mehr Licht auf dem Wege

Frage: Wie funktioniert das informative Gen des Entwicklungsprozesses (Reschimo)?

Meine Antwort: In mir wird das nächste informative Gen (Reschimo) offenbart, und ich beginne, sein Potential zu empfinden – die Beziehung zwischen dem Licht (Reschimo de-Itlabschut) und dem Wunsch (Reschimo de-Awijut ).

Die Reschimo entspricht vollständig dem spirituellen Zustand, darin existiert sein gesamtes Licht und die Wünsche und es mangelt nur am Schirm, der sie miteinander verbinden soll, das heißt es fehlt die Realisation!

Ich beginne einen noch nicht realisierten spirituellen Zustand zu empfinden. Und deshalb empfinde ich die ganze Kraft der Bitterkeit aus der Gegensätzlichkeit des Lichtes und der Wünsche, die sich miteinander nicht verbinden, sowie ineinander nicht eingehen können. Das wird entweder in Form des spirituellen Leidens, oder eben materiell – als eine Epidemie, eine Katastrophe, eine Krankheit, Unfälle, Kriege, als alles Mögliche empfunden.

Das geschieht, wenn ich für das Eintreffen der Reschimo nicht bereit bin. Wenn ich dagegen seine Offenbarung selbst hervorgerufen hätte, dann würde ich mich über seine Realisation freuen. Aber wenn es zu mir kommt, wenn ich noch nicht vorbereitet bin, wenn ich also nicht im bereit bin, den Schirm zu empfangen um dieses Reschimo in den spirituellen Zustand umzuwandeln, dann wird es in Form eines riesigen Leidens offenbart: eine solche Opposition des Lichtes und des Wunsches, wo sich Licht und Finsternis gegenüber stehen, und ich mich dazwischen, in der Mitte befinde.

Dann ergibt es sich, dass ich den fehlender Teil des Schirmes enthülle, der sie eigentlich verbinden sollte! Darin besteht eben der ganze Unterschied zwischen dem Weg des Lichtes und des Leidens.

Auf dem Wege des Lichtes bereite ich mich freiwillig vor, und ich wünsche sehr, dass ein neues Reschimo offenbart wird! Ich bereite die Umgebung vor, studiere, bereite mich vor, um dieses Reschimo realisieren zu können und ich warte sennsüchtig darauf! Ich beschleunige diese Entwicklung und die Offenbarung der Reschimo. Und in dem Augenblick, wo ich bereit bin, wird diese neue Reschimo offenbart.

Aber wenn ich mich nicht beeile, dann wird es entsprechend seiner eigenen Geschwindigkeit eintreffen: wenn ich soweit bin, dieses Leiden zu ertragen, wird die schmerzhafte Reschimo offenbart. Es wird mich folglich zwingen, in diese oder jene Richtung zu flüchten, um dem Schmerz zu entfliehen.

Möglicherweise wird dieses Leiden mir noch nicht helfen, zur Kabbala, in die Gruppe zu kommen, um die Methodik der Korrektur zu erreichen, und ich werde mich vergeblich quälen – krank sein, Kriege führen, sterben, wiedergeboren werden. Und inzwischen werden die Leiden meinen „Boden“ umgraben, was mit dem Satz „die Leiden mildern die Selbstsucht“ gemeint wird. Ich werde mittels der Leiden unbewusst die Differenz zwischen dem Licht und dem Wunsch in den Reschimo mildern.

Auf diese Weise erfolgt die unbewusste Entwicklung in den Anfangsstufen, wobei ich später sowieso gezwungen sein werde, den Weg des Lichtes zu wählen.

Auf dem Wege des Lichtes beschleunige ich die Offenbarung der Reschimo, wie auch gesagt wird: „Diejenigen, die zum Schöpfer (Israel) streben, beschleunigen die Zeiten“. Und es kommt manchmal vor, dass ich nicht in der Lage bin, die Zeit zu beschleunigen, infolge dessen komme ich mittels des Weges des Leidens voran. Und deshalb heißt dieser mittlere Weg „der irdische Weg“.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „das Vorwort zu Panim Meirot“, 28.02.2011

Die Formel der Unendlichkeit

Frage: Im Buch Sohar wird über die inneren Zustände meiner Seele gesprochen. Dennoch ist es unklar, welchen Zustand ich mir vorstellen soll?

Meine Antwort: Der Zustand der allmählichen Vereinigung aller Menschen, weil unsere Vereinigung deine Seele ist, wenn du dich bemühst alle in ein Ganzes zu vereinigen. Wenn ich solche Anstrengungen mache, dann ist es meine Seele. Wenn es andere Menschen tun, dann ist es ihre Seele.

Jeder von uns gleicht einer Körperzelle, die sich bemüht, den ganzen Organismus zu verbinden. Dadurch offenbarst du den ganzen Körper/Wunsch. Er heißt deine Seele.

Wenn du dich nur mit einem Körperteil beschäftigst und dich nur im bestimmten Maß verbindest, dann hast du dementsprechend nur eine Teilseele. Es bedeutet, dass du dich auf dem Weg, auf der Treppe der Stufen befindest.

Aber wenn du am Ende des Weges bist, das Ende der Treppe erreichst, die oberste Stufe, Malchut der Unendlichkeit, dann gibt es dort keine Grenzen, kein Ende und alles verschmilzt in einander.

Aber jeder von uns stellt sich Malchut der Unendlichkeit vom persönlichen Standpunkt aus vor, weil jeder von uns über die besondere Wurzel der Seele verfügt. Deshalb wird kein Mensch dabei annulliert, oder hebt seine Unabhängigkeit auf.

Das Einzige, was wir beim Lesen des Buches Sohar klären müssen, sind die Arten der Verbindung zwischen uns. In jeder einzelnen Seele gibt es nur diesen Wunsch. Und die ganze Wissenschaft der Kabbala ist eine Verbindung zwischen den Wünschen, wodurch die Einheit, die ganze Macht der Malchut geschaffen wird.

Im Computersystem gibt es beispielsweise nichts, außer dem Plus und dem Minus. Milliardefache Verknüpfungen zwischen diesen beiden bilden seine ganze Macht und die Möglichkeiten. Und ebenso ist die ganze Arbeit unseres Gehirns auf die unzählbaren Verbindungen zwischen „dem Plus“ und „dem Minus“ gegründet, zwischen dem Verlangen zu empfangen, und dem Verlangen zu geben. Sie können sich mehr oder weniger, in diesem oder jenem Maß verbinden, oder aber gar nicht verbinden. Es gibt nichts anderes. Aber aus den riesigen Ansammlungen dieser unterschiedlichen Teile, die aus verschiedenen Variationen der Verbindung oder ihrer Abwesenheit zwischen dem Plus und dem Minus bestehen, ergibt sich die ergreifende Weisheit und eine wahrhaftig Göttliche Macht.

Und deshalb klären wir gerade diese Arten der Verbindung zwischen diesen winzigen Teilen – zwischen den Seelen auf.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 20.02.2011

Die Epoche der Veränderungen

Der Entwicklungsprozess des egoistischen Wunsches, worin das Verlangen des Gebens wuchs, führte den Menschen zum ganz zerbrochenen Zustand hin. Die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur, sowie die menschliche Gesellschaft – die ganze Realität wird uns heute in der kläglichen Art vorgestellt.

Wir befinden uns in einem gefährlichen Zustand, im Widerspruch zur ganzen Wirklichkeit. Einerseits scheint sie uns riesig, global, zusammen und ganz zu sein, und andererseits verwandelte sich die menschliche Gesellschaft der Erdkugel in eine Art Krebsgeschwür, in den schädlichen Schimmel, der die Natur zerfrisst und vernichtet, die ganze Erde mit den Abfallstoffen und Exkrementen bedeckt.

Wir enthüllen unseren vollen Gegensatz zur Natur, so dass wir uns zukünftig bewusst werden müssen: es gibt keinen anderen Ausgang, man muss das Gleichgewicht mit der Natur erreichen. Und es ist erreichbar, weil in uns schon zwei entgegen gesetzte Kräfte des Empfangens und des Gebens offenbart wurden, die bereit sind, harmonisch eingesetzt zu werden. Erst dann werden wir, die Menschen, beginnen, vom unbelebten Niveau der Entwicklung auf die pflanzliche Stufe hinaufzusteigen.

Bis jetzt entwickelten uns diese entgegengesetzten Kräfte, und bitten nicht um unser Einverständnis. Im Endeffekt haben sie uns zur ersten freien Wahl geführt, und jetzt beginnen wir, uns selbst zu entwickeln, rufen die Kraft des Gebens hervor, damit sie unsere Entwicklung über die in uns eingesetzte Kraft des Empfangens bestimmt.

Früher war die Kraft des Gebens innen verborgen und wuchs allmählich, dem Hefeteig ähnlich, oder sie lockte uns im Gegenteil, von weitem an: „Komm hierher, hier ist etwas, hier warten die Genüsse auf dich „. Jetzt werden wir selbst das Verlangen des Gebens wählen, wie jene Kraft, mit der wir uns in der Entwicklung vorwärts bewegen müssen. Nicht das Geben wird dem Wunsch zu empfangen helfen, sondern der Wunsch zu empfangen wird dem Gebenden folgen.

Diese Entscheidung sollen wir immer wieder entgegen dem egoistischen Verlangen treffen, das niemals aufhören wird, sich zu steigern. Auf dem Weg nach oben werden beide Kräfte – das Geben und das Empfangen – ständig wachsen, und sich in uns gleichermaßen zeigen, um uns die Möglichkeit für die freie Wahl zu gewähren. Wir werden uns in der Mitte zwischen ihnen empfinden; wobei diese Stelle in der Kabbala „Klipat Noga“ heißt, und so werden wir vorankommen.

An jedem Punkt des Weges besteht meine Wahl darin, die Gleichheit dieser Kräfte in mir zu offenbaren und den Wunsch zu geben dem Wunsch zu empfangen bevorzugen. Das Geben soll meinen Kurs bestimmen, damit sich das Verlangen zu empfangen gerade in dieser Richtung entwickelt. Dadurch formt sich der Wunsch zu empfangen in den Wunsch zu geben, gleicht sich der Form des Schöpfers an. Und wenn der Wunsch zu empfangen (dome) dem Schöpfer gleich ist, dann heißt er der „Mensch“ (аdam).

So setzen wir diese zwei Kräfte ein. Der Wunsch zu empfangen wird ständig wachsen, und der Wunsch zu geben wird ständig wachsen, um ihm die neue Form zu geben. Im Endeffekt kehren wir dorthin zurück, woher der Abstieg begonnen hat, in die Welt der Unendlichkeit, wo sich die beiden Wünsche zusammen in der vollkommenen Assimilation befanden. Somit erreichen wir ihre vollkommene Verschmelzung mithilfe der freien Wahl, die uns von unten nach oben breitsteht, bis der gesamte Wunsch zu empfangen die volle Form des Wunsches zu geben findet. Es wird das Ende der Korrektur sein, eben die Vollendung unserer Entwicklung.

Wir leben in einer besonderen Zeit, in einer neuen Epoche. Und ihre Neuheit besteht darin, dass das Verlangen des Gebens jetzt mittels unserer Wahl, sich über dem Wunsch der Genüsse erheben soll. Es heißt: „Sich im Glauben über dem Verstand zu entwickeln“.

Jeden Tag schließen sich uns immer mehr Menschen an, in denen sich die vorige Vermischung der Wünsche beendet ist. Allmählich kommen sie zu ihren ersten freien Wahl: sie gehen von der unbelebten Stufe auf die pflanzliche über, verwandeln sich aus dem handlungsunfähigen Geschöpf in ein spirituell wachsendes.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabash, 18.02.2011