Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verstand'

Die Spielregeln des Schöpfers kennen


Zur Angleichung an den Schöpfer muss die Schöpfung zwei entgegengesetzte Kräfte in sich miteinander verbinden. Andernfalls würde sie nichts neben sich wahrnehmen können, wie die unbelebten, pflanzlichen und tierischen Objekte. Deshalb ist ein Mensch einzigartig, weil er seinen Nächsten fühlen kann.

Zunächst sieht der Mensch seinen Nächsten als eine Gelegenheit, ihn auszunutzen. Aber schließlich entwickelt sich der Mensch und beginnt zu verstehen, dass der Nächste eigentlich er selbst ist. Es erscheint uns nur so, als ob die anderen gegen uns sind, da unser Ego sie wegstößt und uns Hass empfinden lässt. Doch wenn wir diese Trennung überwinden können und uns mit den anderen verbinden, dann werden wir diesen Teil, welchen wir verloren haben, wiedererlangen und werden die Kraft erlangen, welche uns trennt – den Schöpfer.

Wenn ich das System der Seelen zum korrigierten Zustand zurückbringe, in dem alle Seelen sich durch gemeinsame Anstrengungen vereinen, dann werde ich die Ursprüngliche Kraft erlangen, welche die Einheitliche Seele geschaffen hat und sie danach zerbrach. Es liegt an uns, diese wieder zusammen zu fügen. Jeder Mensch ist wie ein Kind, welches groß wird – den Verstand des Schöpfers erlangt – indem es alle Teile wieder zusammenfügt.

Der Schöpfer hält absichtlich die Teile auseinander und trennt sie durch Hass und Egoismus. Er ist wie ein Erwachsener, der ein Spielzeug zerbrochen hat und alle Teile vermischt, um damit dem Kind die Möglichkeit zu geben, sich stufenweise zu entwickeln, einen Verstand zu erwerben und nach der Korrektur seiner Eigenschaften zu streben, um alle Teile wieder aufzusammeln.

Das Kind muss nach der zukünftigen Form der Seele suchen und Beispiele von den Erwachsenen fordern. Es muss den Schöpfer zwingen, gemeinsam mit ihm den Zerbruch zu korrigieren, so wie ein Kind einen Erwachsenen bittet, das Haus aus Bauklötzen wieder mit ihm aufzubauen. Im Spiel mit dem Erwachsenen wird das Kind verstehen, was der Sinn dieses Spieles ist, warum es notwendig ist, warum es so erschaffen wurde und was der Schöpfer von ihm will. Es wird dann so werden wie Er!

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Der sicherste Ort wird es sein, am Boden zu liegen


Wir haben es immer nur mit dem Schöpfer zu tun. Vor uns gibt es niemanden außer Ihm. Alle unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufen der Natur, wie auch die Menschen, die uns in dieser Welt umgeben, sind lediglich Wahrnehmungen innerhalb unserer Verlangen. Alle Bilder, Handlungen und Situationen werden in unseren Verlangen wahrgenommen. Tatsächlich sind das Wahrnehmungen vom Schöpfer, der wünscht, uns in Form dieser materiellen Wirklichkeit zu erscheinen, anstatt uns Ihn spüren zu lassen.

Wenn ein Mensch, während er diese Realität wahrnimmt, spürt, dass alles vom Schöpfer kommt, sollte dies allein ihm schon genug sein. Es ist egal, was man spürt. Das Allerwichtigste ist es, dass man spürt, dass man eine Verbindung zur Quelle seiner Wahrnehmung hat, der Quelle der gesamten Realität – dem Schöpfer. Das nimm mir bloß nicht weg! Doch die tatsächlichen Zustände, durch die ich gehe, spielen keine Rolle.

Das können meiner Ansicht nach die schlimmsten Zustände in meinen Empfindungen sein und Zustände, die mich am meisten verwirren. Aber es ist egal, was ich in meinem Verstand und Herzen spüre, weil das meine egoistischen Sinne sind und es keine Rolle spielt, was darin geschieht. Ich sorge mich nur um eines: Ich muss dafür sorgen, dass ich nicht von meiner Quelle getrennt bin, der Quelle meiner Wahrnehmung und Empfindungen.

Dies bedeutet, dass ein Mensch „auf dem Boden liegt“ und deshalb kann er nirgends hinfallen. Letzten Endes muss er nur für eines sorgen und braucht nichts anderes. Das ist der Anfang seiner spirituellen Arbeit: Wenn ein Mensch über die gesamte Körperlichkeit aufgestiegen ist und einen ständigen minimalen Kontakt mit der Spiritualität hat.

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Enthülle dir selbst das Buch Zohar

Eine Frage, die ich erhielt: Weshalb kann nicht jeder Das Buch Sohar verstehen?

Meine Antwort: Erstens wird dir dein Verstand nicht dabei helfen irgendetwas zu enthüllen. Falls wir den Sohar so lesen, dass wir versuchen ihn mit unserem Verstand zu verstehen, dann werden wir nichts anderes sehen als ein Musar (Ethik) System, wiederholte Warnungen, Instruktionen und seltsame Erzählungen.

Nur indem du einen neuen Sinn in dir öffnest, welcher der Punkt im Herzen genannt wird, kannst du beginnen, die gesamte Welt zu sehen, wenn du dieselbe Geschichte liest. Das Buch Sohar wird sich dir dann plötzlich in deinem Innern enthüllen.

Erinnere dich daran; es gibt nichts außerhalb von dir. Wir glauben, dass die spirituelle Welt irgendwo dort draußen ist, aber tatsächlich wird sie in uns enthüllt. Wenn ein Mensch damit beginnt, die Eigenschaften und Definitionen in sich zu erlangen, dringt er tief in den Text des Buches ein. Das Buch selbst beginnt damit sein Inneres zu kleiden und der Mensch enthüllt alles was er liest in seinem Inneren.

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Wie Sie überprüfen, ob Sie in der Spiritualität fortschreiten

Eine Frage die ich erhielt: Wie kann ich überprüfen, ob das Licht mich wirklich korrigiert?

Meine Antwort: Es gibt drei konkrete Anzeichen dafür, ob ein Mensch fortschreitet:

1. Der Mensch beginnt, das Studienmaterial besser zu verstehen, nicht nur „trocken“ mit seinem Verstand, sondern auch mit seinen Gefühlen. Wichtig ist nicht, zu studieren und das Material mechanisch auswendig zu lernen, sondern es zu fühlen. Es steht geschrieben: „ Man versteht nur mit dem Herzen.“

2. Der Mensch beginnt die Wichtigkeit der Umgebung zu verstehen, den einzigen Ort, an dem er sein spirituelles Ziel erreichen kann.

3. Der Mensch versteht, dass er alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Weiterentwicklung nutzen muss. Er versucht dann, sein Studium besser zu organisieren, bis er schließlich beginnt, die Spiritualität durch seine Umgebung zu enthüllen.

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Die Mechanik des Glaubens, die Fähigkeit zu geben

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist Glaube in der Kabbala?

Meine Antwort: Glaube ist gleich Geben in der Kabbala; wenn man geben kann, trotz seines Willens zu empfangen. Dies wird „Glaube über den Verstand“ genannt.

Die Natur eines Menschen ist der Wille zu empfangen, und Glaube ist die Eigenschaft zu geben, welche entgegengesetzt zu unserer Natur ist. Wir können die Eigenschaft des Gebens nur mit der Hilfe des Höheren Lichtes erreichen, weil es uns dazu verhilft, uns über uns zu erheben und aus einem anderen Verlangen heraus zu handeln: um der anderen willen oder um des Schöpfers willen. Dann handelt man aus diesem Verlangen heraus, anstelle des eigenen, angeborenen Verlangens. Und aus diesem Grund wird man von der Höheren Stufe abhängig (man wird zum Sklaven des Schöpfers), anstatt Sklave von sich selbst.

Wenn du daher Glauben an mich hast, bedeutet das, dass du mit all deinen Fähigkeiten um meinetwillen handelst. Du wirst sogar wie ich. Das ist so, weil gewöhnlich jeder Mensch jedem anderen entgegengesetzt ist. Wenn aber jemand Glaube an mich besitzt,bedeutet das, dass er seine Verlangen mir gegenüber neutralisiert hat und durch diese Wünsche sind er und ich eins.

Das Gegenteil von Glauben ist Wissen, wobei wir dann für unsere eigenen Wünsche handeln. Glaube bedeutet, wenn wir mit der Absicht handeln, die Wünsche der anderen zu erfüllen. Wenn ein Mensch diese Eigenschaft besitzt, dann spürt er die Dinge außerhalb von sich, durch die Verlangen der anderen. Und was man durch diese Verlangen spürt, ist die höhere spirituelle Welt. Darum steht der Glaube auch der Liebe so nahe (Liebe für den Nächsten), weil die Liebe die Eigenschaft ist, das eigene Verlangen durch das Verlangen des anderen zu ersetzen und dieses Verlangen zu erfüllen.

Wie man sieht, in der Kabbala ist Glaube, wenn ein Mensch die Eigenschaft des Gebens meistert – eine höhere Eigenschaft. Dies steht natürlich nicht im Zusammenhang mit dem Glauben, wie er in unserer Welt verstanden wird: Wenn man etwas glaubt, was jemand anderer sagt und das als Tatsache akzeptiert. Mit dieser Art Glauben würde ich auch die Fehler oder den falschen Glauben eines anderen als Tatsache akzeptieren, und sie dann als Grundlage all meiner Handlungen und meines gesamten Leben verwenden.

Verwandtes Material:
Blog-post: Irrationalität ist ein Schritt nach vorn
Blog-post: Zum Geben über das egoistische Kalkül aufsteigen
Blog-post: In der Kabbala ist sehen gleih glauben
Shamati #43: „Wahrheit und Glaube“
 
 

Da ist “Magie” in den Kabbala-Büchern

Eine Frage, die ich erhielt: Warum vergleichen Sie ein Kabbala Buch mit einem magischen Buch?

Meine Antwort: Wir nehmen uns selbst in einem Körper und in der Welt als lebend wahr. Wir haben ein Objekt vor uns, das uns als Buch in Erscheinung tritt. Im Innern des Buches sehen wir Symbole, die uns als Buchstaben erscheinen, jedoch erkennen wir nicht das Wesen der Dinge und Ereignisse.

Ein Kabbala-Buch ist ein magisches Buch, denn wenn ich mit bestimmten Bedingungen in Übereinstimmung bin, erhalte ich ein magisches Resultat, ein Wunder: die Enthüllung der Höheren Welt!

Mir wurde eine Art Instrument gegeben, das ich nicht verstehe und das ich nicht kenne. Meine Augen, mein Verstand und das Buch zusammen erweisen sich als fantastische Ausrüstung, die direkte Verbindungen zur Höheren Welt und einer anderen Realität hat.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Der nicht existierende Film unserer Wirklichkeit
Blog-post: Die wahre Wirklichkeit erreichen
Blog-post: Wir erreichen den Schöpfer, wenn wir seine Handlungen nachahmen

Bilde dir deine spirituelle Intelligenz


Unser Verstand entwickelt sich immer entlang eines Verlangens, um etwas zu erwerben. Wenn das Verlangen wächst, erschafft es einen Verstand, um das zu beschaffen, wonach es einen verlangt. In der Spiritualität ist der Verstand eine Errungenschaft: Man muss ihn durch die Kraft des unbefriedigten Verlangens erschaffen.

Wenn ich wirklich die nächste Stufe erreichen will, dann führe ich viele Handlungen aus, die das Höhere Licht anziehen. Sogar ein Kleinkind wird vom Umgebenden Licht beeinflusst, wenn es versucht, Bausteine zusammenzufügen, denn das Licht wird durch das Verlangen des Kindes herbeigelockt. Kraft dieses Lichts wird das Kleinkind klüger.

So ist es auch bei uns: Das Licht – eingekleidet in ein Streben, das zu erreichen, was wir wollen – macht uns intelligenter. Und plötzlich verstehen wir, was zu tun ist.

Doch ein anderes Mal geschieht das anders herum: Wir haben plötzlich Erfolg bei einer Sache und dann lernen wir davon. Das sind zwei Arten des Erweckens: Von „Oben“ und von „unten“.
(Aus dem 3. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts über Baal HaSulams Artikel „Der handelnde Verstand“)

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Wir erreichen den Schöpfer durch Seine Handlungen

Wie studiere ich die Handlungen des Schöpfers? Ich mache sie wie ein Baby nach, und schaue, was der Schöpfer macht. Der Höhere Level steigt auf den unteren herab, was bedeutet, dass der Schöpfer mir ein Beispiel gibt und mir zeigt, was ich machen soll, und ich mache Ihn nach.

Zugegeben, ich tue es mit Seiner Hilfe, mithilfe Seiner Kraft, doch versuche ich den Beispielen zu folgen, die Er mir setzt. So wie wir Babies lehren, genauso erlange ich sein Denken.

Der Schöpfer zeigt mir, was ich tun muss, wie es zu tun ist, und in welcher Reihenfolge alles getan werden muss. Ich empfange absolut alles von Oben, weil ich selbst gar nichts weiss. Ich mache diese Handlungen einfach nach und wiederhole sie mechanisch, weil ich noch keinen Verstand habe.

Diese Methode wird „Ich erreiche Dich durch Deine Handlungen“. Ich wiederhole all Seine Handlungen und erwerbe mir schließlich Seinen Verstand.

(Ausschnitte aus dem täglichen Kabbala Unterricht über den Artikel von Baal HaSulam „Der Handelnde Verstand“)

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Wir können über die Schöpfung aufsteigen

Alles, was der Schöpfer erschaffen hat, die gesamte Materie, ist ein Verlangen. Indem ich wie der Schöpfer handle, untersuche ich mich im Wesentlichen selbst. Es scheint uns, als ob es viele Dinge in der Welt gibt. Die Welt ist jedoch tatsächlich die innere Wahrnehmung eines Menschen: sein innerer Zustand.

Der Stoff, aus dem ich gemacht bin, das Verlangen Genuss zu empfangen, ist in meinem Innern in einer Weise aufgebaut, die ich „meine Welt“ nenne. Innerhalb dieser Materie erkenne ich alles auf den unbelebten, pflanzlichen und belebten Stufen der Natur. Mein gesamtes Verlangen ist die Wirklichkeit, in der ich existiere. Mir bleibt nur, es vollständig zu enthüllen und zu erkennen, wie es strukturiert ist, aus welchen Teilen es besteht, welche Form seine Teile haben und was die verschiedenen Verbindungen zwischen den Formen und Teilen sind.

Auf diese Weise lehrt der Schöpfer mich, Seine Handlungen herauszufinden und ich zunehmend studiere Ihn in mir selbst. Am Ende ist Er es, der handelt und alles lenkt, während ich derjenige bin, der zu Seinem Geschöpf wird, indem ich alles enthülle. Wie vollende ich eine Handlung? Ich tue das, indem ich innerhalb dieser Handlung den Schöpfer enthülle.

Der Schöpfer und ich wirken beide an der gleichen Sache – meinem Verlangen. Mit Hilfe des Punktes in meinem Herzen kann ich aus meiner Materie austreten und es von außerhalb studieren. Ich kann mich darauf beziehen, wie es der Schöpfer tut. In diesem Fall befinden Er und ich uns oberhalb der Materie, der Schöpfung und ich kann den Verstand des Schöpfers erwerben und zum Schöpfungsgedanken gelangen.

(Aus dem 3. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts über den Artikel „Der Handelnde Verstand“)

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Der Punkt im Herzen ist ein echtes Wunder


Der Punkt im Herzen ist ein sehr besonderes Reshimo, das wir empfangen und es ist ein echtes Wunder. Mit seiner Hilfe kannst du dich selbst vom Verlangen, Genuss zu empfangen, trennen, kannst aus ihm herauskommen, dich selbst vom ihm wegreißen und dann von außerhalb untersuchen, analysieren und kontrollieren.

Du kannst es dann von außen untersuchen und genau erkennen, was der Schöpfer erschaffen hat. Die Fähigkeit zu erkennen wird „Glaube über dem Verstand“ genannt. Das zu untersuchen, bedeutet, den Verstand zu untersuchen, der innerhalb der Schöpfungsmaterie wirkt.

Um dies zu tun, musst du außerhalb des Verlangens sein, darüber und mit dem Höheren Verstand, der auf es einwirkt, übereinstimmen.

(Aus dem 3. Teil des täglichen Kabbala Unterrichtes über den Artikel „Der handelnde Verstand“)

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