Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Den Verstand auf Wahrheit und Lüge einstellen

Wahrheit und Lüge tauschen im Handumdrehen die Plätze. Wir hören eine bestimmte Meinung und halten sie für wahr. Und dann hören wir plötzlich etwas anderes und klammern uns daran, als wäre es wahr, während uns das, was vorher war, bereits als Lüge erscheint. Wahrheit und Lüge wechseln mit enormer Geschwindigkeit, und sogar das Gefühl von süß und bitter verändert sich, wenn auch nicht ganz so schnell.

Es stellt sich also heraus, dass es in der Realität nichts Absolutes gibt. Ich kann nie sagen, dass genau das hier süß ist, denn vielleicht schmeckt es mir morgen wegen meiner schlechten Laune schon bitter. Oder ich stelle plötzlich fest, dass Zucker mir sehr schadet, mich regelrecht umbringt, und ich kann ihn nicht einmal mehr ansehen. Er wird mir nicht süß, sondern bitter vorkommen, so sehr werde ich Angst haben, etwas Schädliches zu essen. Diese Angst wird meinen gesamten Geschmackssinn verändern.

Und wie sollen wir dann eine endgültige Entscheidung darüber treffen, was als süß oder bitter zu betrachten ist und was als Wahrheit oder Lüge? Wahrheit und Lüge klären sich im Verstand, während sich süß und bitter im Herzen, im Verlangen, entscheiden. Deshalb muss man am Herzen arbeiten, damit es nach Geben und nicht nach Empfangen strebt.

Das ist bereits eine Art Maßstab, ein Bewertungssystem, anhand dessen man sich selbst einschätzen kann. Derzeit bedeutet „Wahrheit“ für uns, so viel wie möglich für uns selbst zu gewinnen, zu verdienen. Und dort wo wir verlieren – das nennen wir Lüge. So betrachtet der gewöhnliche Mensch das Leben mit einem „korrupten“ Blick. Der Egoismus verschleiert ihm die Augen und lässt ihn nicht erkennen, wo die wirkliche Wahrheit liegt und wo die Lüge. Was ihm nützt, nennt er Wahrheit, und was ihm nicht nützt, nennt er Lüge.

Wir müssen jedoch ein objektives Maß nehmen, das außerhalb von uns liegt – nämlich das Maß des Gebens, an dem wir unsere Wahrheit und Lüge messen können, wenn wir unseren Verstand richtig ausrichten. Diese Möglichkeit bietet uns unsere Umgebung. Deshalb kam es zum Zerbrechen des Verlangens, das jeden von allen anderen getrennt und in seinem Egoismus gefangen zurückließ. Wenn ich mich hingegen gemäß den kabbalistischen Prinzipien mit der Gemeinschaft verbinde, wird dies für mich die Wahrheit sein.

Je mehr ich von mir selbst loslassen und mich mit meinen Mitmenschen verbinden kann, dann werde ich in ihnen diesen Maßstab, die Wahrheit, erkennen. Mich selbst hingegen werde ich im Hinblick auf diese Wahrheit in der Lüge erkennen. Das ist das Hauptziel unserer Arbeit in der Gruppe: uns richtig auf die Wahrheit einzustellen, uns in Bezug auf sie zu annullieren– so, dass Wahrheit und das Geben für uns zu einem einzigen Begriff werden. Das Geben ist meine Verbindung mit der Gruppe: Je mehr ich mich ihr hingebe, desto mehr nähere ich mich der Wahrheit, das heißt dem Geben.

Das ist das Allererste, was wir mit uns selbst tun müssen. Und dann werden wir sicher sein, dass wir aus Sicht des Verstandes den richtigen Kurs und die richtige Richtung einschlagen.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“

 

Die Familie des Schöpfers

Frage: Wenn ich über den Verstand hinausgehe, bedeutet das dann, dass ich durch den Verstand der Gruppe geleitet werde?

Antwort: Es gibt keine Gruppe außerhalb von mir. Die Gruppe wird in meinem Inneren „dargestellt”, genau wie die gesamte Realität.

Der Begriff „Gruppe” sollte als etwas von oben gegebenes verstanden werden. So lässt der Schöpfer mich meine Freunde sehen, damit ich durch den Aufbau von Beziehungen zu ihnen meine Beziehung zu Ihm aufbaue.

Zuerst strebe ich nach dem Schöpfer. Und Er stellt mir sozusagen eine Bedingung: „Willst du eine Verbindung zu Mir finden? Dann mach dich bitte zuerst beliebt und komm denen näher, die Mir nahestehen. Sie, die Gruppe, zu der Ich dich geführt habe, sind Meine Familie.

Willst du mir etwas Gutes tun? Ich werde nichts von dir annehmen, sondern schauen, wie du zu ihnen stehst, wie du ihnen Geschenke machst, wie gut du zu ihnen bist. Zeig deine Liebe zu meiner Familie – dann wirst du für Mich wichtig und wertvoll.“

Hier zeigt sich, ob du wirklich eine uneigennützige Nähe zum Schöpfer willst oder ob du egoistische Absichten hast.

Wenn du gut zu deinen Freunden bist, egal wie sie dir erscheinen, wenn du ihnen näherkommst – dann willst du wirklich auch dem Schöpfer nah sein.

Wenn du aber nicht in der Lage bist, dich ihnen anzunähern, dann treibt dich eine egoistische Berechnung zum Schöpfer, die nicht zum Wohl des Schöpfers ist, und du bleibst ausgeschlossen.

So sollten wir die ganze Welt betrachten: Der Schöpfer präsentiert uns die Realität als ein Mittel, das uns hilft, uns zu verändern und zu voller Übereinstimmung mit Ihm zu gelangen.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash

 

Eine umgekehrte Welt

Kommentar: Der Mensch existiert innerhalb seines Verlangens, das heißt innerhalb von Empfindungen und Verstand, von Geist und Herz. In ihnen lebt er und nimmt die Realität wahr, die „diese Welt“ genannt wird. In ihr existieren das Universum, Galaxien, Planeten, Sterne, der Erdball und die Menschheit.

Darüber hinaus muss sich der Mensch jedoch vorstellen, dass es eine Grenze dieser Wahrnehmung gibt, hinter der eine andere Wahrnehmung beginnt: nicht in Bezug auf die egoistische Kraft, bei der man alles zu sich hinzieht, sondern in Bezug auf die Kraft des Gebens, bei der man von sich weg gibt.

Dies ist eine umgekehrte Welt, in der alles anders ist: statt Hass – Liebe, statt Nehmen – Geben, statt Empfangen – Schenken. In dieser anderen Welt leben wir nicht, um es uns selbst gut gehen zu lassen, sondern damit es den anderen gut geht. Um ihretwillen führen wir alle Handlungen aus.

Es ist, als würde man in einem Raumanzug ins Weltall hinausgehen. Alles, was sich innerhalb des Raumanzugs befindet, ist die eigene kleine Welt. Außerhalb davon jedoch existiert eine völlig andere, unbekannte Welt. In der egoistischen Form, in der wir uns jetzt befinden, ist es uns nicht erlaubt, dort zu sein.

Wenn wir jedoch unsere Gefühle und unseren Verstand an die Bedingungen dieser Welt anpassen, werden wir dort leben können. Genau das müssen wir tun: die Nutzung unseres Herzens und unseres Verstandes vom Egoistischen hin zum Wohl des Nächsten verändern. Dadurch neutralisiert man das eigene „Ich“ und benötigt keinen besonderen Raumanzug mehr – man muss sich nicht länger schützen.

Denn wenn man nicht zum eigenen Vorteil handelt, sondern ausschließlich zum Vorteil der anderen, gibt es keinen Grund mehr, sich von ihnen zu isolieren. Niemand kann dem anderen schaden; im Gegenteil, man wird alles, was sich jenseits der Grenzen dieses Raumanzugs befindet, zum Wohl aller nutzen können.

Man sollte versuchen, sich den Unterschied zwischen dem Sein „innerhalb des Wissens“, das heißt innerhalb unseres heutigen egoistischen Verstandes und Herzens, und dem Sein „über dem Wissen“, im Geben, vorzustellen. Auf diese Weise nähern wir uns allmählich der Grenze, die „innerhalb des Wissens“ und „über dem Wissen“ trennt – dem Übergang von der materiellen Welt in die spirituelle.

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Aus einer Unterrichtseinheit zum Thema „Glaube über dem Verstand“

 

 

Innere Weisheit

Die spirituelle Arbeit verläuft über dem Wissen. Das bedeutet: nicht gemäß unserem egoistischen Verstand und unseren Gefühlen. Aber wie geschieht das?

Die Sefira Daat (Wissen) in der spirituellen Struktur ist eine besondere Verbindung von Gefühl und Verstand: Das Gefühl stammt aus Bina, der Verstand aus Chochma. Wie aber kann man noch darüber hinaus arbeiten? Wie kann man sich wenigstens an den kleinsten Zipfel dieses Prinzips halten, um im spirituellen Leben voranzukommen?

Wenn wir uns neuen Wahrnehmungswerkzeugen nähern wollen, dürfen wir nicht mit Gefühl und Verstand arbeiten, sondern ausschließlich an der Annäherung an die Freunde. Wenn ein Mensch etwas verstehen und erreichen möchte, wenn er einen Schritt nach vorne in der Spiritualität machen will, dann sucht er nicht danach, wie er es durch Verstand oder Gefühl tun kann. Er kann es weder aus einem Buch lernen noch aus seinen persönlichen Empfindungen gewinnen, sondern nur durch die Annäherung an die Freunde.

Das ist die einzige praktische Handlung, die wir zur Korrektur des Systems Adam HaRishon ausführen können. Die spirituelle Annäherung an die Freunde im Zehner wird in uns neue Kelim enthüllen und uns allmählich vom Wissen in das „über dem Wissen“ führen: von den materiellen Kelim dieser Welt – dem irdischen Verstand und Gefühl – hin zu spirituellen Kelim. Und diese offenbaren sich nur durch das Überwinden von Störungen, Gleichgültigkeit und innerer Ablehnung gegenüber den Freunden und dem Zehner.

Je mehr wir unsere Herzen öffnen und die Annäherung suchen, desto mehr erkennen wir, wie es heißt: „Nicht mit dem Verstand lernt man.“ Die Erkenntnis hängt nicht vom Wissen ab, sondern von den Kelim, die sich immer mehr miteinander verbinden. Nach dem Zerbrechen sind wir alle voneinander getrennt, doch in dem Maß unseres Wunsches, uns zu vereinen und einander näherzukommen, schaffen wir korrigierte Kelim, in denen wir neue spirituelle Begriffe wahrnehmen.

So gewöhnen wir uns daran, durch innere, spirituelle Veränderungen voranzuschreiten und nicht nach größerem materiellem Verstand oder nach intensiveren psychologischen Empfindungen zu verlangen. Wir verlangen lediglich die Annäherung an die Freunde, und indem so das Kli von Adam HaRishon korrigiert wird, beginnen wir zu verstehen, was ein integrales spirituelles System ist, wie es in Adam HaRishon vor dem Zerbrechen bestand und wohin wir uns jetzt entwickeln.

Wir enthüllen die höhere Kraft, den Schöpfer, und die Wissenschaft der Kabbala in uns selbst – nicht durch Ansammlung von Buchwissen. Deshalb wird die Kabbala die innere Weisheit genannt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Verstand” 

Der Gesandte des Schöpfers

Kommentar: Heute begehen wir den Gedenktag meines Lehrers Rav Baruch Ashlag-des Rabash. Vor ihm gab es Tausende von Kabbalisten und Millionen von Menschen, die davon träumten, die Spiritualität zu enthüllen.

Jetzt konzentriert sich all diese Arbeit auf uns. Wir müssen uns bemühen, uns in die Form der sogenannten „letzten Generation” zu bringen, um durch den Glauben über dem Verstand hinaus auf die spirituelle Stufe zu gelangen, zum ersten Bewusstsein für die spirituelle Wirklichkeit mit ihren Kräften und Möglichkeiten.

Die gesamte Menschheit beginnt damit, ihre gegenseitige Abhängigkeit zu spüren, sowohl im negativen als auch im positiven Sinne:

abhängig von Kräften der Zerstörung, die nach Krieg trachten, und zugleich von Menschen, die nach Einheit und Frieden streben.

Wir alle sind Teile einer Menschheit und werden uns unserer Verbindung untereinander immer bewusster. Bislang drückt sich diese Abhängigkeit in einer unangenehmen Form aus: als Epidemie. Auf der anderen Seite kommen wir immer weiter voran, denn wir sehen, dass unsere Verbindung von oben kommt und eine notwendige Voraussetzung für den Weiterentwicklung ist. 

Zwei große Kabbalisten: Baal HaSulam und sein ältester Sohn Rabash haben uns eine Methode hinterlassen, die für die „letzte Generation” bestimmt ist. Deshalb sind wir diesen beiden Kabbalisten und dem Schöpfer, der sie uns gesandt hat, unendlich dankbar. Rabash schreibt, dass eine Gruppe von Menschen, die durch ein gemeinsames Ziel verbunden sind und bereit sind, ihre persönlichen Interessen zugunsten der Verbindung aufzugeben, in der Lage sind, noch hier in dieser Welt ein höheres Ziel zu erreichen.

Je höher ein Mensch die Gruppe, den Lehrer und den Schöpfer schätzt, desto näher kommt er der Kraft des Gebens und erreicht den Zustand des Glaubens über dem Verstand. Hier gilt ein Hauptprinzip: „Israel, die Tora und der Schöpfer sind eins“. Der Mensch strebt danach, sich in die Zehnergruppe einzuschließen, die er so organisiert, dass sie zu einem Ort wird, an dem sich der Schöpfer offenbaren kann.

Wir müssen in dieser Welt als Botschafter des Schöpfers handeln, indem wir den Wunsch von oben erfüllen und Ihm helfen, sich in der Menschheit zu verwirklichen. Denn es gibt keine Verbindung zwischen dem Schöpfer und der Menschheit, die es den Menschen ermöglicht, die Absicht des Schöpfers zu spüren. Deshalb müssen wir diese Verbindung herstellen: auf die spirituelle Stufe des Glaubens über dem Verstand erheben und gleichzeitig im Wissen bleiben. So dienen wir als Übergang zwischen der Kraft von Bina und Malchut, der gesamten Menschheit.

So können wir alle Kräfte und Absichten an die Menschheit weitergeben, die sich uns anschließen und mit uns gemeinsam als uns unterstützende Kraft, als AHAP der spirituellen Stufe, aufsteigen wird.

Natürlich gibt es nichts Neues unter der Sonne, und das Konzept des Glaubens über dem Verstand war den Kabbalisten schon vor Rabash bekannt. Es wurde aber nicht so detailliert erforscht und erklärt, wie es Baal HaSulam und Rabash es taten, um diese Methode in der breiten Masse praktisch umzusetzen.

Rabash hat die Methode von Baal HaSulam ausführlich erläutert und sie mit seinen Artikeln erweitert. Im Wesentlichen hat er den gesamten spirituellen Weg, den ein Mensch gehen muss, genommen und ihn gründlich erklärt. Alle seine Artikel sind wie ein spannender Roman, der von der spirituellen Entwicklung des Menschen erzählt, vom Aufstieg der tierischen-  zur wahrhaft menschlichen Stufe.

Wir verstehen nicht, welche unendliche Tiefe in Rabashs Artikeln verborgen ist. Erst wenn wir die spirituelle Leiter bis zur endgültigen Korrektur erklommen haben, werden wir verstehen, wie dieser Mensch den gesamten Weg für uns vorbereitet hat und welche erhabenen Stufen er in seinen Artikeln beschreibt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Gedenktag für Rabash“

 

Sackgasse, Schöpfer und der Sinn des Lebens

In der Natur gibt’s keine Sackgassen. Die Sackgassen, die sie uns in den Weg stellt, sind nur dazu da, damit wir hochspringen, diese Hürde überwinden und uns weiterentwickeln.

Sackgassen gibt’s nur auf unserer Ebene, wie Stufen. Wie klettert ein kleines Kind die Stufen einer Treppe hinauf? Es krabbelt mühsam auf allen Vieren und so weiter. Deswegen werden uns diese Enttäuschungen, Höhen und Tiefen gegeben. Wir wachsen mit deren Hilfe.

Frage: Heißt das, dass das Wachstum eines Menschen darin besteht, diese Sackgassen zu überwinden, aber sie dabei wahrzunehmen? Ist das richtig?

Antwort: Wahrnehmen? Er kann nicht einmal aufstehen, er krabbelt auf allen Vieren!

Frage: Heißt das, dass ich zu einem Gefühl einer Sackgasse vor mir kommen muss?

Antwort: Ja. Du musst verstehen, dass es Hindernisse vor dir gibt – das sind nämlich die Stufen einer Leiter des Aufstieges.

Frage: Wohin gehe ich denn? Hier ist die Leiter. Wohin gehe ich von Sackgasse zu Sackgasse?

Antwort: Du gehst, um den Sinn des Lebens zu verstehen, um den Sinn des Lebens zu begreifen.

Frage: Worin besteht er? Ich steige doch zu etwas hinauf. Wohin steige ich von Sackgasse zu Sackgasse hinauf?

Antwort: Ich steige hinauf, damit diese Stufen des Aufstiegs in mir solche Wünsche, Eigenschaften und Qualitäten hervorbringen, in denen ich den Sinn des Lebens offenbaren kann. Und den gibt es! Ich sehe ihn aber nicht, ich fühle ihn nicht, ich kann ihn weder anfassen, noch wahrnehmen.

Und als Ergebnis dieser Aufstiege, wenn ich wie ein kleines Kind auf allen Vieren von Stufe zu Stufe krieche und versuche, mich hochzuziehen, entwickle ich in mir Verstand und Gefühle, um den Sinn dieses Aufstiegs zu begreifen.

Und auf einmal verstehe ich, dass dieser Sinn zwischen den Stufen liegt.

Frage: Gibt es ein Ende dieser Stufen?

Antwort: Es ist irgendwo ganz weit weg, fast nicht greifbar. Wozu auch? Ich fange an zu fühlen, dass dies nämlich das Leben ist.

Das ist nämlich das Leben, wenn du auf jeder Stufe Enttäuschungen hast, die Notwendigkeit, Kraft zu finden, die Notwendigkeit, ein genaues Ziel, einen Vorsatz zu finden. Sonst hast du keine Kraft: wofür, warum, was wirst du als das richtige Ziel, als die richtige Entscheidung betrachten oder nicht. Und so weiter.

Das heißt, im Ergebnis des Aufstiegs von diesen Stufen, wirst du dich als wachsend und schöpferisch wahrnehmen.

Frage: Was treibt mich jedoch an? Ist das der Wunsch, diese Sackgasse zu überwinden oder mich an etwas oder Jemanden anzunähern?

Antwort: Nein, du willst gar nicht mehr so sehr eine bestimmte Endstufe erreichen. Du fängst an, Freude daran zu empfinden, dass du sie durchläufst. Zwischen den Stufen fängst du an, die Weisheit, die Klarheit dieser Stufen zu fühlen.

Frage: Werde ich anfangen, diese Lenkung zu fühlen?

Antwort: Das nennt man „mi maasecha ikarnucha“ – „aus deinen Taten erkenne ich dich“, dass du aus den Stufen selbst, aus der Art und Weise, wie sie für dich geschaffen wurden, und gleichzeitig, wie du geschaffen wurdest, um dich über sie zu erheben, aus all dem beginnst du, den Schöpfer dieser Stufen zu erkennen. Und das ist das Wichtigste.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

Vertraue deinem Herzen

Frage: Als Sie bei Rabash studierten, hat er Ihnen bestimmt gesagt: „Stell keine Fragen. Die Zeit wird kommen, und du wirst alles verstehen.“ Haben Sie damals geglaubt, dass Sie zur spirituellen Erkenntnis gelangen können?

Antwort: Es gibt so etwas wie „Glauben an die Weisen“, wenn ein Mensch keine andere Wahl hat, als an jene Menschen zu glauben, die die höhere Welt erkannt haben. Man kann sich entscheiden, entweder nicht zu glauben, die anderen zu überprüfen oder selbst etwas zu versuchen – das ist die eigene Entscheidung.

In unserer Welt befindet man sich in einem Schwebezustand. Es stellt sich die Frage: Wie wird man vorankommen? Mit dem Verstand? Dann wird man bis zum Ende seines Lebens ein Perpetuum mobile erfinden, von Schlag zu Schlag gehen, wie alle anderen Menschen oder wie alle möglichen Erfinder, Liebhaber oder Pflanzenzüchter.

Man hat keine andere Wahl, als seinem Herzen zu vertrauen: Was sagt es einem, woran man sich halten soll? Die Welt ist voller Weisen, die alle gegensätzlich sind und alle haben Recht und sind klüger als man selbst. Was kann man also tun? Man hat nur eines – sein Herz. Der Verstand ist mit wer weiß was vollgestopft! Das Herz ist auch verwirrt!

Deshalb muss man versuchen, in den verborgenen Winkeln seines Herzens, mit seinem ganzen Innersten zu spüren, wo die Wahrheit liegt, was man braucht. Man versucht dabei sich von allen möglichen Schichten, die das Leben einem auferlegt hat, zu befreien und in seinem Innersten zu spüren: Wo ist der eigene Weg? Vielleicht stellst man fest, dass man Meditation, Scientology, neue psychologische Erfindungen braucht, was auch immer. Oder man muss sich doch hier versuchen – in der Kabbala. Es ist das Herz, das dem Menschen seinen Platz weisen muss. Nichts anderes.

Nimm niemanden und nichts in Betracht. Unsere Welt hat bereits gelernt, dass es keine Schlaumeier gibt. Wenn man mit einem Klugscheißer spricht, wird man nach ein paar Tagen, wenn nicht sogar noch am selben Tag, im selben Gespräch, verstehen, dass all sein Wissen begrenzt ist, aus irgendwelchen Primärquellen stammt und auf Halbwahrheiten, Halbvermutungen und Halbglauben basiert.

Warum sollte man jemandem oder etwas vertrauen, das vom menschlichen Verstand erfunden wurde? Man sollte nur seinem Herzen vertrauen. Denn in Bezug auf das eigene Herz gibt es weder Kabbalisten noch Philosophen noch Buddhisten, niemanden. Vertraue dem, was in seiner Tiefe verborgen ist.

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon klingelte. Dem Kabbalisten vertrauen“

 

Die Weisheit der Schöpfung ergründen

Frage: Die gesamte Realität beinhaltet das Licht und das Kli, den Schöpfer und die Schöpfung, mich und den Nächsten. Warum erscheint der Sohar dann so schwer und verwirrend?

Meine Antwort: Der Sohar erscheint nur uns schwer und verwirrend, weil wir nicht das gesamte Bild sehen. Uns kommen „ich“ und „die Welt“, meine Verlangen, meine Gedanken, Kräfte, die in dieser ganzen Realität wirken, und Erfüllungen in ihr getrennt voneinander, zerbrochen vor. Aus diesem Grund zeichnet mir diese Kraft des Zerbrechens ein äußerst kompliziertes, verwirrendes Bild. Und alles nur, weil ich das nicht miteinander vereint sehe, und die Trennung bringt mir die Verwirrung.

In dem Maße, in dem wir fähig sind, nicht im Verstand (er nützt nichts!), sondern in den Gefühlen, also in den korrigierteren Kelim/Verlangen alle diese Details der Wahrnehmung vereint zu erkennen – ich, der Nächste, der Schöpfer, das Studium, die Gruppe, die Umgebung, alles, was existiert -, also in dem Maße, in dem ich mich danach sehne, all das zu vereinen, bringen mir diese Anstrengungen das Licht. Und das Licht bringt mich zum Betrachten eines einheitlicheren Bildes, in dem sich alle Elemente allmählich zu verbinden beginnen.

Aus der Verbindung all dieser Gegensätze, die zu unterstützenden und miteinander verbundenen werden, resultiert die ganze Weisheit. Je weiter voneinander entfernt und entgegengesetzter diese ganzen Details des Bildes der Realität, die ich nun miteinander verbinden und einander unterstützend und ergänzend sehe, früher waren, desto tiefer ergründe ich den Schöpfungsgedanken, das Schöpfungsprogramm, den Prozess, den wir durchlaufen.

Aus diesen Gegensätzen heraus fange ich an zu leben, diese erstaunliche Weisheit wahrzunehmen, die höhere Lenkung zusammenzufassen und sie auf die Einzige Kraft zu beziehen.

All das geschieht infolge der Einwirkung des Lichts auf meine zerbrochenen Verlangen und Gedanken, wenn ich will, dass es sie vereint.

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Auszug aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort

Zur Quelle streben

Kommentar: Der Abstieg, den der Mensch erlebt, dient seinem Wohl. Er erfährt dabei eine besondere Aufmerksamkeit von Oben, indem er von einem zuvor erlebten Zustand herabgestuft wird, auf dem er scheinbar ein gewisses Maß an Vollkommenheit besaß. Dies zeigt sich in seiner Bereitschaft, in diesem Zustand zu verharren.

Wenn der Mensch sich seines gegenwärtigen Zustands bewusst wird, neigt er dazu, ihn zu akzeptieren, ohne den Drang zu verspüren, ihn zu verändern. Er erkennt nicht, dass diese Zustände vom Schöpfer kommen, es nimmt ihm die Möglichkeit, einen spirituell höheren Zustand zu erlangen – nicht in dem Sinn, sich weder im Herz noch im Verstand, an einem angenehmen und klaren Gefühl festzuhalten.

Nach welchem Zustand sollte der Mensch letztlich streben? – Er sollte nach dem Zustand größerer Klarheit streben, indem er erkennt, dass alles, was in ihm ist, vom Schöpfer kommt.

Es ist wichtig, dass man nicht den Zustand selbst verändern will, sondern dass man den Schöpfer als Quelle hervorhebt. Das ist von größter Bedeutung. Unabhängig davon, ob der Zustand gut oder schlecht, verworren oder klar ist – man sollte sich nicht mit Kritik oder Definitionen beschäftigen, denn das ist nicht entscheidend.

Der Mensch sollte sich vielmehr bemühen, nach innen zu streben, zur Quelle – zum Schöpfer. Es ist wichtig, wie man ihn als Ursprung all dessen darstellt, was sich in den Gefühlen und Gedanken zeigt. Es geht nicht darum, den Zustand zu bewerten, sondern mit der größtmöglichen Klarheit zu erkennen, dass alles von der Quelle, dem Schöpfer, kommt.

Es ist wichtig, dass man nicht nur den Ursprung erkennt. Man muss in seinen Zuständen das Wichtigste erkennen – Seine Eigenschaft. Denn wenn man über den Schöpfer spricht, dass „Er gut ist und Gutes tut“, dann ist es notwendig, dies in seinem Zustand zu spüren.

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Aus der Lektion über „Arbeiten im Verborgenen“

Zwei Stufen der Bürgschaft

Derjenige, dessen Verlangen direkt zum Schöpfer gerichtet ist, erkennt, dass der Schöpfer sich in einer richtigen wechselseitigen Beziehung zwischen den Seelen enthüllen lässt. Diese Beziehung entwickelt sich in der Gruppe in zwei Schritten:

1. Der Aufstieg zur Stufe von Bina, Chafez Chessed, wo der Mensch sich als einen Abgesandten, der über dem Wissen handelt, wahrnimmt.

Zuerst erkennt er, dass er sich in der Gewalt des Egoismus befindet. Wie kommt man denn aus dieser Falle heraus? – Mit Hilfe eines Beispiels, das der Mensch nur von der Umgebung bekommen kann.

Wenn der Mensch dieses Beispiel über dem Verstand und dem Gefühl, sprich „über dem Wissen“ annimmt, wenn er a) in Übereinstimmung mit der Gruppe und b) entgegen sich selbst handelt, dann ist genau das auch die richtige Handlung, die darauf gerichtet ist, das Zerbrechen zu erkennen und zu korrigieren und dadurch spirituell aufzusteigen.

Indem ich an den Werten der Umgebung und nicht an meinen eigenen Werten, Gedanken und Berechnungen festhalte, rufe ich die Einwirkung des Lichts auf mich hervor.

Denn in einem solchen Fall entsprechen meine Handlungen der Eigenschaft des Lichts, und aus diesem Grund rufe ich das Licht über die Umgebung – über das System, in dem ich die Einheit wiederherstelle – hervor.

Auf diese Weise entsteht in mir allmählich ein Gefäß, das „Chafez Chessed“ oder „über dem Wissen“ heißt. Letztendlich verwende ich nur die Eigenschaft des Gebens, die Kraft des Gebens, das Gefäß des Gebens.

Was bedeutet das? Der Verstand und das Gefühl sind nicht von mir, ich habe sie gegen jene von der Gruppe eingetauscht, ich bin ein Abgesandter der Freunde an den Schöpfer. Das, was sie schätzen, nehme ich an und führe es aus.

Mir ist vollkommen unwichtig, was in dem Päckchen drin ist, wofür es abgeschickt wurde. Es gibt nur eine Berechnung – mich von mir selbst loszusagen und ihren Wunsch zu erfüllen. Auf diese Weise steige ich zur ersten Stufe der Bürgschaft auf.

2. Und dann will ich eine aktivere Rolle spielen, ohne mich nur mit den Funktionen eines Abgesandten zufrieden zu geben. Ich stelle fest, dass ich zu einem Übergangsglied werden kann: ich kann nicht nur das, was mir gegeben wird, weiterleiten, sondern auch selbständig das Licht anziehen und weitergeben.

So sieht der zweite Schritt aus – die Rückkehr aus Liebe, über Bina. Hier enthülle ich das Leuchten von Chochma und gebe es an die anderen im gleichen Netz, das ich auf der Stufe von Bina aufgebaut habe, weiter. Ich erfülle die anderen mit all dem, was ich für sie nur empfangen kann – und dann beginne ich, das Schöpfungsziel wahrzunehmen.

Gerade durch diese Arbeit werde ich den Schöpfer erkennen, ich werde erkennen, dass es niemanden außer Ihm gibt. Im Endeffekt erlange ich das Streben „direkt zum Schöpfer“ und werde zum Bürgen für die anderen.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash