Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen'

Grundsätzlicher Unterschied der heutigen Realität

Eine Frage, die ich erhielt: Heute leiden sehr viele Menschen an Depressionen, sie verlassen monatelang nicht ihre Wohnung und brauchen psychologische Hilfe. Was kann ihnen helfen?

Meine Antwort: Heutzutage ist Depression die meist verbreitete Krankheit weltweit. Dagegen kann man nur eine Medizin empfehlen: das Licht, das zur Quelle zurückführt.

Da hilft aber kein Psychologe. Denn der Schöpfer enthüllt sich uns von Seiner Kehrseite.

Jeder von uns sah sich einst als einen kleinen Menschen, um den herum sich die Welt in verschiedenen Schichten unseres Egoismus enthüllt: 1, 2, 3.

Unser Ego wuchs immer weiter und dementsprechend entwickelten wir uns und erschufen eine neue Umgebung – die Welt der neuen Technik, der neuen Technologie, der neuen gesellschaftlichen Beziehungen.

So entwickelten wir uns schrittweise 1 – 2 – 3 im Laufe unserer ganzen Geschichte zum Reichtum, zur Macht, zum Wissen hin.

Doch heute sind wir an der vierten – besonderen – Ebene angelangt! Hier entwickelt sich nicht mehr unser Ego, nicht die Eigenschaft des „Empfangens“ enthüllt sich immer mehr in uns, sondern der Schöpfer, die Eigenschaft des „Gebens“. Das ist der grundsätzliche Unterschied zu unserer Zeit – der Zeit der Enthüllung des Schöpfers.

Früher hat mich die Natur (der Schöpfer) verpflichtet, zu wachsen und immer schlauer, klüger, erfahrener, herrschsüchtiger zu werden, d.h. mich zu entwickeln.

Doch jetzt hat der Mensch seine Entwicklung in dieser Welt abgeschlossen. Die Menschen erkennen die Sinnlosigkeit von Neuentdeckungen – alles erlischt allmählich: die Entwicklung der Wissenschaft, die Weltraumforschung. Wir haben uns totgelaufen.

Als Gegenteil dazu enthüllt sich jetzt der Schöpfer – die neue Natur. Und hier müssen wir bereits anders vorgehen. Wir können nicht mit unserem Egoismus an die neue Etappe herantreten, wir werden nur uns selbst schaden.

Wir müssen verstehen, dass eine vollkommen neue Vorgangsweise begonnen hat, und uns weder unsere Kraft, noch die hochentwickelte Technik oder unsere ganze Wissenschaft helfen kann.

Wir werden plötzlich feststellen, dass alle von uns in dieser Welt erschaffenen Systeme aufgehört haben, zu funktionieren. Alle früheren Ziele haben ihren Wert verloren: Geld, Macht, Wissen, Familie, Bildung, Kultur.

Finsternis und Verzweiflung machen sich in der Welt breit – doch das geschieht, weil sich der Schöpfer, die Kraft des Gebens, in ihr enthüllt. Wir wollen sie jedoch nicht, denn sie annulliert unseren Egoismus, unsere Natur, unsere ganzen Verlangen!

Wie ein Kind, das von einer Ecke in die andere gerannt ist und spielen wollte, plötzlich zu hören bekommt: „Das reicht, jetzt musst du geben und lieb sein – geh mit deiner kleinen Schwester spielen“. Das ist gegen seine Natur, das Leben färbt sich schwarz , es verliert sofort seine ganze Energie.

Das macht verständlich, warum Menschen depressiv werden und monatelang ihre Wohnung nicht verlassen können. Antidepressiva sind die meist verbreiteten Medikamente heutzutage. Doch ich kann nur das umgebende Licht als Medizin empfehlen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch „Schamati“

Zum Kabbalalernzentrum–>

Licht statt Leiden

Vor langer Zeit mussten diejenigen, die Spiritualität erlangen wollten, ihre Körper zu Einschränkungen und Leiden verdammen, um ihr egoistisches Verlangen zu zerstören und eine neue – gebende – Natur anzunehmen. Das war zu Zeiten der Stammväter und der Weisen der Mischna.

Doch dann kam die Zeit des Talmud, und seine Weisen, die Kabbalisten von damals, haben die Bedingungen für den Wechsel von unserer zu der spirituellen Natur, vom Empfangen zum Geben, verändert.

Jede Epoche hat ihren korrigierten Teil zum Gesamtsystem der Seelen hinzugefügt. Es ist also teilweise korrigiert worden, und alle anderen noch nicht korrigierten Seelen können vom korrigierten Teil Unterstützung erhalten.

Wir werden nicht mehr unsere Körper quälen und einschränken müssen, dazu sind wir mit unserem gewaltigen Egoismus auch nicht mehr in der Lage.

Die Weisen des Talmud haben für uns den Weg geebnet. Den Teil des egoistischen Verlangens, den wir zerstören müssten, indem wir dem Körper durch schweres Leben Qualen zufügen, können wir jetzt auch durch das Licht, das zur Quelle zurückführt, korrigieren.

Die Stammväter und die Weisen der Mischna korrigierten sich mittels zwei Handlungen: durch körperliche Leiden und Anziehung von Licht der Tora.

Die Weisen des Talmud haben aber das System so korrigiert, dass wir unseren Körper, anstatt ihn leiden zu lassen, auch durch das Licht der Tora korrigieren können.

Für die heutige Zeit ist es sehr wichtig, denn wer kann heute auf alle Errungenschaften der modernen Zivilisation verzichten?

Die Kabbalisten des Talmud haben sich und ihre Einordnung in das Gesamtsystem korrigiert, dadurch ist sein korrigierter Teil groß geworden.

Selbst wenn ich unkorrigiert und als Sünder auf die Welt komme, befinde ich mich in einem System, das eine Vielzahl von korrigierten Teilen, die es stützen, enthält, und wenn ich mich korrigieren will, habe ich etwas, auf dessen Unterstützung ich zurückgreifen und woran ich mich anschließen kann!

Jetzt liegt es nur an mir!

Zum Kabbalalernzentrum–>

Hoch und runter – von einem Gipfel zum anderen

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ein spiritueller Abstieg kommt, kann ich gleich erkennen, dass ich ihn durchlaufen muss, und mich in ihn vertiefen?

Meine Antwort: Du strebst nach einem korrigierten Zustand – erst dann steigst du ab…

Sonst, wenn du nicht mit aller Kraft einen guten Zustand angestrebt hast, kannst du nicht deinen egoistischen Abstieg erkennen.

Denn ein Abstieg ist kein Fehler auf dem Weg, sondern Enthüllung eines zusätzlichen, neuen Egoismus in dir.

Zum Beispiel hast du mit aller Kraft eine Hantel von 100 Kilo nach oben gestemmt. Und plötzlich fällt die Hantel! Was ist passiert?! Du stellst plötzlich fest, dass an die Hantel noch zwei Gewichtsscheiben von je zehn Kilo angehängt wurden.

Deshalb bist du gescheitert, hast die Last gespürt – doch jetzt weißt du, wofür du um die Kraft der Korrektur bitten musst! Denn du bist mit diesen um 20 Kilo gewachsenen Verlangen gescheitert.

Jetzt hast du diese Verlangen (Kelim, Gefäße, Werkzeuge), sie haben sich dir gegen deinen Willen offenbart, du hast diese ganze Last gespürt.

Wenn du jetzt um zusätzliche Kraft bittest, wirst du die 120 Kilo stemmen können.

Das heißt, dein Herz kann nicht belastet werden, solange du nicht erfolgreich warst! Und nur wenn du einen Erfolg erzielt hast, bekommst du zusätzliches, gewachsenes egoistisches Verlangen und erleidest einen Abstieg!

Und das ist ein Zeichen deines Erfolgs! Du hast es geschafft, zusätzliche Kraft für deine Korrektur zu bekommen.

Du kannst natürlich fragen: Wann bin ich denn erfolgreich, wenn jedes Mal, wenn ich es geschafft habe aufzusteigen, ich sofort wieder zurückgeworfen werde?!

Lasst mich ein Weilchen oben bleiben, meinen Erfolg genießen, die verdiente Medaille bekommen! Danach kann es weitergehen.

Aber nein, das geht nicht. Das geschieht mit Absicht, damit du lernst, die Arbeit selbst zu genießen, und als Belohnung empfindest, dass dir die Möglichkeit gegeben wird, noch ein bisschen mehr zu geben.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Methode zur spirituellen Erziehung

Eine Frage, die ich erhielt: Wie zieht der Höhere den Niedrigeren die spirituelle Leiter hoch?

Meine Antwort: Der Höhere geht zu seinem Zustand des Kleinseins (Katnut) über und steigt zum Niedrigeren herunter, so zeigt er sich ihm klein.

Genauso wie wir, wenn wir mit Kindern spielen, mit ihnen auf gleicher Höhe sein müssen – wir müssen sie das Spiel gewinnen und erfolgreich sein lassen.

Wir nehmen mit ihnen Kontakt auf, wie ein Erzieher, der sich unter Kindern befindet und sich so verhält, als ob er einer von ihnen wäre, und dann fängt er allmählich an, sich zu verändern, damit sie in ihm ein Beispiel eines korrigierten Kindes – ein Muster des erwünschten Verhaltens – sehen können.

Aber er muss ihnen unbedingt ein Beispiel eines Kindes und nicht eines Erwachsenen geben, denn von einem Erwachsenen werden sie nicht lernen.

Sie lernen nur von Kindern, die wie sie selbst sind , denn bekanntlich übt die Umgebung nur dann einen Einfluss aus, wenn die Menschen gleich sind.

Freunde müssen untereinander gleich sein, dann können sie einander als Beispiel dienen. Wenn ich spüre, dass ein Freund größer ist, als ich, dann ist er kein Freund mehr für mich. Ich lerne nur von denen, die so sind wie ich.

Das Gleiche geschieht in der Spiritualität: der Höhere steigt zu dem Niedrigeren herunter und wird ihm in allem gleich, deshalb verbindet er sich mit ihm.

Der Niedrigere annulliert sich nicht vor dem Höheren, denn sie sind quasi gleich, deswegen verbinden sie sich auf gleicher Ebene. Danach kann der Höhere selbst aufsteigen und den Niedrigeren mit sich hochziehen.

Um mit dem Höheren aufsteigen zu können, muss der Niedrigere seine empfangenden Verlangen (ACHaP) annullieren, aber mit den gebenden Verlangen (Galgalta we Ejnaim) mit ihm auf der gleichen Ebene in Verbindung bleiben.

Wenn der Höhere zu mir heruntersteigt, empfinde ich ihn nicht mehr als den Höheren, er wird genauso wie ich.

Wenn ein Zweimeter-Mann mit einem Kind spielt und sich mit ihm zusammen freut oder ärgert, sich wie ein Kind verhält, dann empfindet das Kind ihn nicht als einen Erwachsenen. Es denkt, dass er genauso ist, wie es selbst. Sonst kann zwischen ihnen kein Kontakt entstehen!

Die Wahrheit ist, dass ich mich mit keinem verbinden kann, wenn er sich nicht auf der gleichen Stufe, auf der gleichen Ebene, in genau den gleichen Eigenschaften wie ich befindet – nicht mehr und nicht weniger. Dann entsteht zwischen uns eine Verbindung, sonst nicht!

Das ist wie bei Hochfrequenzwellen, bei denen im Unterschied zu Langwellen selbst bei einer kleinen Überschreitung der Frequenzgrenze die Verbindung unterbricht.

So müssen wir auch für die spirituelle Verbindung eine absolut genaue Übereinstimmung erreichen – nicht mehr und nicht weniger, auf gleicher Ebene. Sonst kann kein Kontakt entstehen und der eine nicht in den anderen eindringen.

Wir müssen lernen, das Licht im Geben zu suchen

Wir sind aus einem Material erschaffen, das nicht fähig ist, das Licht zu empfangen. Deshalb besteht unsere einzige Möglichkeit zu existieren nur darin, uns der Bina, dem Schöpfer, anzuschließen.

Bina arbeitet an uns und zieht uns zu Sich hoch. Ihr unterer Teil (ACHaP) steigt zu uns herunter und wird von uns als Finsternis, die von uns nicht erwünscht ist, wahrgenommen.

Sie leuchtet uns mit ihrem Licht des Gebens und der Barmherzigkeit (Chassadim), doch wir empfinden es als Finsternis, weil wir nicht geben wollen!

Doch wenn wir, indem wir miteinander arbeiten, uns mit Hilfe des umgebenden Lichtes darauf vorbereiten, das Geben als erwünscht wahrzunehmen, fangen wir allmählich an, zu erkennen, dass der Höhere sich in uns befindet und dass er wirklich der Höhere ist, d.h., wir fangen an, die Eigenschaft des Gebens als etwas Höheres zu schätzen.

Und dann sind wir bereit, uns mit Ihm zu verbinden und uns zu annullieren, wir sind bereit, unser egoistisches Verlangen zu vergessen und uns an den Höheren anzuheften, wie sich ein Samentropfen im Mutterleib einnistet! Darum kann der Höhere uns – unsere Verlangen, die bereit sind, sich an Ihn anzuheften – hochziehen.

Doch wo ist dieses „Oben“? Gibt es denn in der Spiritualität einen anderen Ort – höher oder tiefer? Nein, genau hier, in uns drin, beginnt Er, die Eigenschaft des Gebens zu entwickeln – immer und immer mehr.

Und das bedeutet, dass Er uns hochzieht – weil wir die Eigenschaft des Gebens als einen Aufstieg wahrnehmen. Und jeder Schritt wird von uns gemacht, weil wir uns immer stärker untereinander verbinden und aus uns ein System erschaffen, das dem Höheren zur Korrektur übergeben werden kann.

So steigen wir zu Bina hoch, und das Licht, das in ihr enthalten war, breitet sich nach unter, in diese Welt, aus. Das bedeutet, dass diese Verlangen, die sich an den Schöpfer angeheftet haben, sich nicht mehr einfach nur annullieren, sondern auch die Eigenschaft des Gebens realisieren können, sie können sie aufnehmen und benutzen.

Natürlich bleibt das Verlangen empfangend, doch es ändert seine Absicht. Genauso beginnt auch unsere Welt, die aus dem Verlangen zu genießen erschaffen wurde, allmählich den Schein von oben zu empfangen, denn in ihr entsteht das Verlangen zu geben.

Zum Kabbalalernzentrum –>

Wie kann man den Schöpfer verstehen

Eine Frage, die ich erhielt: Warum ist das geistige System so kompliziert, dass die Schöpfung nun um das eine bittet und etwas völlig anderes bekommt?

Meine Antwort: Ihre Herangehensweise ist eigentlich falsch. Der Schöpfer und die Schöpfung verstehen einander, arbeiten zusammen, und es gibt zwischen ihnen keinerlei Streitigkeiten – unter der Bedingung, dass sie zu Partnern werden.

Dann bekommt die Schöpfung, um was sie bittet, denn der Schöpfer weiß im Voraus, worum sie bitten wird, und gibt ihr alles, was notwendig ist, sodass es keine Probleme gibt.

Das Problem entsteht nur dann, wenn die Schöpfung nicht entsprechend der Reihenfolge der Stufen bittet, das heißt um den Selbstgenuss bittet, und deshalb die Belastung des Herzens und die Leiden bekommt – damit sie sehen kann, dass ihr Zustand schlecht und ihre Richtung falsch ist.

Deshalb erscheint es der Schöpfung so, dass der Schöpfer sie nicht versteht und nicht macht, was für sie notwendig wäre, da es keine richtige Verbindung zwischen der Schöpfung und dem Schöpfer gibt, folglich hat sie viele Ansprüche an den Schöpfer:

„Wo ist denn alles geblieben, was ich bekommen möchte?! Warum korrigierst Du mich nicht?! Warum erfüllst Du mich nicht?!“.

Aber kaum findet das Geschöpf die Verbindung zum Schöpfer, weiß es genau, welche Portionen des Lichtes es bekommt und warum, woran man mit „dem Glauben über dem Verstand“ arbeitet, oder woran nur mit eigenen Kräften usw.

Der Schöpfer ist daran interessiert, dass der Mensch Ihn erkennt und mit Ihm zusammen schreitet. Aber worin besteht seine Verbindung zum Schöpfer eigentlich? – Im Glauben über dem Verstand.

Die Schöpfung möchte sich mit dem Schöpfer unter dem Machsom verbinden, innerhalb der empfangenden Wünsche, und der Schöpfer antwortet ihr: „Nein! Steige zu Bina hinauf, erreiche die Eigenschaften des Gebens – dort werden wir einander verstehen! Dort wirst du keine Schwierigkeiten haben, mich zu verstehen!“.

Es steht geschrieben: „Der Schöpfer hat einen geradlinigen Menschen geschaffen, und die Menschen haben eine Menge der Berechnungen (Umwege) erdacht“. Eine Menge der Berechnungen – erfolgen innerhalb des Wunsches „zu genießen“, da es darin eine riesige Auswahl allerlei Wünsche gibt.

Aber wenn du diese Wünsche nur mit der Absicht zu Geben abdeckst, dann hast du keine Berechnungen mehr, es gibt nur eine Berechnung, einen Adressat.

Aus einem Unterricht zum Buch Sohar, 25.05.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Wie kann ich Freunden gegenüber Liebe zeigen…

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich Freunden gegenüber Liebe zeigen, wenn ich mich noch nicht in der spirituellen Welt befinde?

Meine Antwort: Du musst allen zeigen, wie feinfühlig, wie konsequent du in deinem Bestreben nach Spiritualität bist, wie sehr du dich an der Arbeit, an der Verbreitung beteiligen willst, wie bereit du bist, dich mit den Freunden zu verbinden und sie zu lieben – wie sehr du dich eben einbringst.weiter…
Du musst offen mit Beispiel vorangehen, das wird die anderen erwecken. Schaut mal, wie wir in dieser Welt mit unseren Kindern umgehen – wir gehen ständig mit Beispiel voran und erwecken sie so zum Handeln. Wenn wir wollen, dass das Baby uns anlächelt, lächeln wir es an.
Genauso muss man sich gegenüber einem Freund verhalten. Wenn ich irgendetwas für ihn mache, lasse ich mich im nächsten Moment von seiner Reaktion beeinflussen.
Selbst wenn ich meine Begeisterung für die Spiritualität vorgespielt haben sollte, hat diese vorgetäuschte Begeisterung ihn angesteckt und erweckt. Und seine Begeisterung erweckt mich tatsächlich.
Ich habe mit einer Lüge begonnen und mich dadurch wirklich begeistern lassen! Genau dafür baue ich mir die Umgebung auf, um ihr Verlangen für mich als Gesetz gelten zu lassen.
Die ganze Zeit beeinflusse ich die Umgebung, indem ich meine Liebe zu Freunden, die Wichtigkeit des Ziels und die Bereitschaft, mich zu annullieren, zeige und daraufhin von ihr all diese Komponenten, mit deren Hilfe ich den Schöpfer erreiche, zurückbekomme. Und ich bekomme so viele davon, wie viele Menschen es in der Gruppe gibt.
Von der Gruppe bekomme ich die korrigierten Kräfte, die es nicht in mir gibt!

Die Welt in einem Zerrspiegel meiner Seele

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll man dagegen ankämpfen, dass die täglichen Unterrichte zur Gewohnheit werden?
Meine Antwort: Das ist ein Problem. Die Gewohnheit stumpft die Sinne ab und zerstört alles, indem sie eine unseriöse Einstellung zur Folge hat. Dagegen muss man gemeinsam ankämpfen! Sonst werden wir unsere Entwicklung nicht beschleunigen können und auf den Eintritt in die Spiritualität jahrelang warten müssen.
Es ist nicht möglich, dieses System zu verändern, denn es existiert bereits! Und du bist bereits an das System angeschlossen, du musst nur anfangen, selbst daran teilzunehmen.
Und in dem Maße, in dem du daran teilnimmst, wirst du plötzlich sehen, dass die Freunde, die dir unkorrigiert vorkamen, in Wirklichkeit ein korrigiertes System darstellen. Und nur du allein bist unkorrigiert!
Du willst dich nicht daran anschließen, deswegen zeigt es sich so, als ob es ringsherum andere Menschen mit unterschiedlichen Verlangen gäbe. Doch so ist es nicht!
Du wirst plötzlich spüren, dass du dich innerhalb eines Systems befindest, wo nur du allein über freien Willen verfügst, zur Spiritualität zu erwachen oder nicht zu erwachen, um die anderen zu erwecken, die daraufhin dich erwecken. So sind die Verhaltensregeln dieses Systems. Und außer dir sind alle unfrei!
Doch weil du nicht bereit bist und dich diesem System nicht anschließen willst, wurde dieses ganze Theater vor dir erschaffen: Freunde, alle möglichen Menschen, die ganze Welt um dich herum, dieser ganze Rummel…
Dir wurde die Möglichkeit gegeben, diese Kräfte so um dich herum zu organisieren, dass sie dich zur Spiritualität erwecken – durch äußere Einwirkung.
Nutze Neid, Hass, Ehrgeiz, die dir gegeben wurden – beneide die anderen, liebe und hasse sie, erwecke dich selbst mit allen Mitteln durch alle dir gegebenen Eigenschaften.
Deshalb erscheint dir das höhere System, Malchut der Welt der Unendlichkeit, als die Welt, die du im Moment um dich herum siehst. Vielleicht dachtest du, dass es sich irgendwo dort oben im Himmel befindet? Es ist nirgendwo anders, als hier direkt vor dir, du siehst es nur mit deinen schlechten Augen in dieser verzerrten Form.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Für wen soll ich das Licht bitten?

Eine Frage, die ich erhielt: Für wen bitte ich das Licht, das zur Quelle zurück bringt, für mich oder für meine Freunde?

Meine Antwort: Der Mensch bittet, indem er von dem tiefen inneren Bedürfnis ausgeht, aus dem Verlangen. Das Verlangen muss für die Gesellschaft sein. Denn wenn wir über die Spiritualität sprechen, gibt es in der Spiritualität keine persönliche, individuelle Rechnung.

Man kann nicht sagen, dass ich in der Spiritualität existiere. Ich – heisst ein System, eine Gemeinschaft der Seelen, in der ich eingeschlossen bin. Deswegen kann der Mensch dort im Spirituellen nicht alleine stehen, von den anderen abgetrennt.

Für welches Leben erbittet er die Kraft? Die Lebenskraft für den gemeinsamen Körper der einen Seele. Er muss die Kraft bitten, um diesem Körper zu geben. Sein ganzes Leben wird davon bestimmt, wie viel er an das gemeinsame System hingibt.

Deshalb, auch wenn sein Gebet durch den Wunsch, die Kräfte zu empfangen, verursacht wird, ist ein Gebet dafür, die Kräfte an den gemeinsamen Körper der Seele zu geben. Deshalb ist es unwichtig, ob er für sich oder für andere bittet – das ist dasselbe Gebet.

Wenn wir davon sprechen, dass es ein „Gebet der Einzelnen“ und ein „Gebet der Vielen“ gibt – sprechen wir von dem noch unkorrigierten Gebet. Es gibt kein anderes Gebet – nur das „Gebet von Vielen“ – das Gebet für die Gesellschaft.

Aber solange sich der Mensch in dem noch nicht komplett korrigierten Zustand befindet, bittet er zum Teil für sich und zum Teil für die Gesellschaft. Dementsprechend wird er korrigiert, er wird genauer ausgerichtet oder seine Richtung wird verfeinert, damit er fühlt, wo es besser ist und wo schlechter, und so kommt er zum richtigen Gebet.
Aus einem Unterricht nach dem Buch Sohar, 24.05.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Innere Arbeit eines Kabbalisten, 23.05.2010

„Liebe zu Freunden“

1. Wozu brauche ich die Liebe zu Freunden?

Liebe zu Freunden bedeutet Verbindung zwischen den Seelen.

„Ich“ bedeutet meine Seele, „Freund“ bedeutet eine fremde Seele, und „Liebe“ bedeutet eine solche Verbindung zwischen uns, bei der er für mich und ich für ihn wichtiger sind, als jeder für sich selbst. Ich muss seine Verlangen wichtiger als meine eigenen wahrnehmen, das bedeutet „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Das ist aber nicht die Wahrnehmung von Verlangen unserer Welt und ihre Befriedigung, sondern die Vereinigung von unseren Verlangen, den Schöpfer zu erreichen.

Das heißt, ich baue eine vollkommen neue spirituelle Konstellation auf – die gemeinsame Seele von Adam Rishon, die vorher niemals existiert hat und die über allem Materiellen steht.

2. Warum habe ich ausgerechnet diese Freunde und die Freunde mich ausgesucht?

Habe ich denn wirklich diese Freunde ausgesucht? Die höhere Kraft hat mich zu dieser Gruppe geführt. Wo fängt denn mein freier Wille an?

Unseren freien Willen bauen wir jeden Tag selbst auf, indem wir ständig überprüfen, wofür wir uns mit den Freunden verbinden müssen:

– Sehe ich in ihnen und sie in mir den Punkt im Herzen – das Verlangen, uns zu vereinigen und die Verschmelzung mit dem Schöpfer zu erreichen?

– In welcher Beziehung zueinander müssen wir stehen, um Ihn zwischen uns zu enthüllen, gemäß dem Gesetz der Ähnlichkeit von Eigenschaften?

3. Muss jeder der Freunde seine Liebe offen zeigen, oder reicht es, wenn sie in seinem Herzen verborgen ist?

Jeder muss seine Liebe gegenüber der Gruppe offen zeigen. Dadurch wird er die Liebe in den Herzen seiner Freunde vergrößern und lässt sich später selbst von ihnen begeistern. Wenn er vorher nur eine – seine eigene – Kraft der Liebe zu Freunden gehabt hat, wird er jetzt Kräfte von allen Freunden in der Gruppe bekommen.

Man muss immer das Ziel der Gruppe im Kopf behaltendie Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Eine kabbalistische Gruppe gründet auf der Liebe zu Freunden, weil das ein Sprungbrett zum Erreichen der Liebe zum Schöpfer ist.

Deshalb müssen wir einander Beispiele der Nächstenliebe geben.

4. Muss man genau wissen, woran es jedem Freund fehlt, um ihn zu erfüllen, oder reicht es, die Freunde im Allgemeinen zu lieben?

Es reicht, die Freunde im Allgemeinen zu lieben, um sicher zu sein, dass es dem Freund an der Motivation, an der Unterstützung auf dem Weg, an der Begeisterung, an der Empfindung der Wichtigkeit des Schöpfers und der Gruppe fehlt – und ihm all das nach Möglichkeit anzubieten. [Rest des Beitrags lesen →]