Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Fest der Gabe der Tora gibt es jeden Tag!

Frage: Wenn wir die Tora bereits am Berg Sinai erhalten haben, warum müssen wir sie dann jedes Jahr am Schawuot erneut empfangen?

Antwort: Es geht hier nicht um eine materielle Handlung, nicht darum, dass wir tatsächlich physisch am Berg Sinai waren.

Es heißt, dass der Mensch sich jeden Tag vorstellen soll, wie er aus Ägypten auszieht. Er muss jeden Tag die Zehn Gebote hören, als würde er sie immer wieder neu empfangen.

Und das ist tatsächlich so. Denn unser Ego, unser Verlangen nach Genuss, erneuert sich jedes Mal, und als Gegengewicht dazu müssen wir ständig das Verlangen nach Geben, nach Liebe und die Kraft der Liebe wecken. Deshalb wird uns jeden Tag die Tora geschenkt.

Aber jetzt befinden wir uns im Exil, d. h. in einem Zustand, in dem wir diese gute Kraft, die vor uns verborgen ist, nicht fühlen. Und wir können sie nur mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala offenbaren, die bis vor kurzem ebenfalls absichtlich verborgen war.

Frage: Was ist der Zusammenhang zwischen der Tora und der Wissenschaft der Kabbala?

Antwort: Die Kabbala wird als die wahre Tora oder als Wissenschaft des Lichts bezeichnet, denn genau sie ist dazu bestimmt, aus der Tora, aus unserem Leben und aus der Natur die gute Kraft, die Kraft des Gebens und der Liebe, zu entnehmen und die Bürgschaft, die Einheit zwischen uns, zu verwirklichen.

Ohne sie können wir das nicht umsetzen, wir haben keine Methode, die uns helfen könnte, uns auf eine gute Art und Weise mit anderen zu vereinen. Seit Jahrzehnten versuchen wir das in Israel, und es wird nur noch schlimmer. Wir sind bereits an einem Punkt angelangt, den man nicht länger ertragen kann.

Die Kabbala offenbart uns jedoch die Kraft des Guten, die verbindende Kraft der Liebe, und gibt uns die Möglichkeit, sie zu nutzen. Überall dort, wo sich das Böse zeigt, beginnen wir zu spüren, wie wir es mit der Kraft des Guten ausgleichen können.

Dann haben wir bereits zwei Kräfte, mit deren Hilfe wir uns in die richtige Richtung bewegen können – hin zu Vereinigung, Liebe, Vollkommenheit und einer guten Entwicklung.

Aus der Sendung beim Rundfunksender 103FM

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Der Beschleuniger der spirituellen Entwicklung

Kommentar: Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen.“ Es ist klar, dass jeder von uns denselben bösen Trieb hat.

Meine Antwort: Nein, jeder von uns ist anders als die anderen. Baal HaSulam schreibt im Artikel „Freiheit des Willens“, dass wir alle aus unterschiedlichen Punkten von Adam HaRishon stammen, und es ist uns verboten, jemanden zu unterdrücken, ihn zu etwas zu zwingen, ihn zu verändern, uns in die Kultur anderer Menschen einzumischen oder sogenannten primitiven Völkern gewaltsam Fortschritt aufzuzwingen.

Jeder sollte sich entsprechend seinen persönlichen Eigenschaften entwickeln, denn nur so kann er sein Verlangen zu empfangen verwirklichen. Jeder ist eine eigenständige Schöpfung, und selbst wenn er es wollte, kann er sein Verlangen zu empfangen, seinen Ausgangspunkt, nicht verändern.

Baal HaSulam erklärt, was ein Ausgangspunkt ist und welches Programm seine Entwicklung bestimmt. Es gibt eine vorgegebene Ordnung der Einflüsse in der Gesellschaft sowie Gesetze der Entwicklung der Umgebung; der Mensch kann sich dort nicht gewaltsam einmischen und etwas verändern. Die einzige Veränderung betrifft die äußere Form unter dem Einfluss der Gruppe.

Doch die Veränderung der äußeren Form bedeutet nicht, dass der Mensch zusätzliche Verlangen oder Eigenschaften erwirbt, die vorher nicht in ihm vorhanden waren. Er erlangt vielmehr eine Begeisterung, ein Verlangen nach der Quelle, die er erreichen muss. Dies dient ihm als zusätzlicher Treibstoff, um seine Entwicklung und den Prozess der Korrektur zu beschleunigen. Doch er erwirbt dadurch keine neuen Kelim, keine neuen Eigenschaften oder Gedanken.

Es beschleunigt lediglich das Hervortreten dieser bereits vorhandenen Eigenschaften und bestimmt die Geschwindigkeit ihrer Entwicklung. Deshalb ist es entscheidend, sich zur Gruppe, zu den Meinungen der Freunde und zur gesamten Struktur der Gruppe mit dem Verständnis zu verhalten, dass alles, was wir von ihr erhalten, ausschließlich als Beschleuniger, als Katalysator dient, der uns Energie zum Handeln gibt.

Doch dieser Beschleuniger besitzt keinen eigenen Charakter; er gibt nur einen zusätzlichen Impuls in die Richtung, in die ich mich bereits bewege. Ich wähle, wohin ich gehe – nicht er. Dasselbe erwarte ich von der Gruppe. Das heißt, ich muss zur Gruppe kommen und zusätzliche Kräfte in der von mir bereits gewählten Richtung verlangen, anstatt dass die Gruppe zu mir kommt und versucht, mich zu „indoktrinieren“.

Jede „Beeinflussung“ durch die Gruppe sollte nur darin bestehen, meine gewählte Richtung zu stärken. Andernfalls wäre es keine freie Wahl. Andernfalls wäre es eine Gruppe, die den Einzelnen unterdrückt.

Sie muss mir keine neuen Ideen bringen. Sie sollte mir lediglich helfen, das zu festigen, was ich bereits habe. Deshalb heißt es, dass jeder von uns der Gruppe geben und entsprechend seiner Investition zurückerhalten soll – nur um ein Vielfaches mehr.

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Aus dem täglichen Kabbalaunterricht vom 13.02.2026, Rabash, Artikel 18 (1987), „Was ist die Vorbereitung auf das Empfangen der Tora? – 2“

Er kann warten, ich nicht

Wenn wir spüren, dass wir in eine Art Schlaf verfallen und es uns schwer fällt, auch nur den kleinen Finger zu bewegen, müssen wir verstehen, dass es der Schöpfer ist, der uns diesen Zustand schickt. Er möchte uns anstelle der persönlichen zur allgemeinen Erweckung führen, damit wir gemeinsam beginnen, uns um einander Gedanken zu machen, und damit ich verstehe, dass, wenn ich die anderen nicht erwecke, ich auch selbst nicht erwachen werde.

Denn mein Ich ist das Maß, in dem ich die anderen erwecken kann. Nicht meine Person an sich – das ist alles die tierische Stufe, sondern diese zusätzliche Erweckung, die ich in das Gesamtnetz hineinbringen kann, wird als mein spirituelles Ich, mein spirituelles Gefäß (Kli, Verlangen) bezeichnet.

Jenes Maß an Erweckung, welches ich dort hineingebracht habe, liefert die Stärke des Verlangens, in dem ich die spirituelle Welt wahrnehme – ich nehme sie dort, im Inneren dieses Systems und nicht in mir wahr! In mir werde ich nichts spüren.

Das bedeutet, dass ich mich momentan der Erschaffung meines spirituellen Gefäßes entgegen bewege. Der Schöpfer organisiert absichtlich diesen Zustand für mich – Er lässt mich spüren, dass, wenn ich allein bleibe, mir nichts gelingen wird. Er scheint zu sagen: Du glaubst nicht – dann versuch mal! Zehnmal, hundertmal… Ich habe Zeit, Ich kann warten, bis die „Söhne Israel wegen ihrer Arbeit aufschreien“.

Nur wenn ich den nötigen Druck auf die anderen ausübe, wenn ich verlange und das gemeinsame Verlangen/Gefäß sich davon begeistern lässt, dann wird das mein Verlangen sein, dort werde ich die spirituelle Welt – jene spirituelle Erfüllung, die sie alle von mir bekommen haben, – wahrnehmen können.

Auszug aus dem Unterricht zu Die Zehn Sefirot

Beispiele des Höheren

Der Schöpfer wird durch verschiedene Formen des Gebens enthüllt, jedoch wird er in uns enthüllt, dem empfangenden Verlangen. Andernfalls würden wir diese Ausdrucksformen nicht empfinden. Sie kommen von oben, allerdings müssen wir diese annehmen und ihnen von unten, von unserem Ende her, ähnlich werden.

Das macht den ganzen grossen Unterschied aus. Wir haben ein ähnliches Beispiel in unserer Welt, wenn wir etwas begreifen, sehen, fühlen und schmecken, aber dann müssen wir es selbst kopieren. Hierin steckt eine enorme Anstrengung. In der spirituellen Welt senkt Ima ihren unteren Teil in Seir Anpin ab und gibt ihm ein Beispiel mit ihrem Reflektierendem Licht (Or Choser). Wenn das Höhere auf diese Weise handelt, kann das Niedrigere nicht scheitern, denn es sieht ein fertiges Beispiel.

Auf die gleiche Weise geben wir kleinen Kindern erprobte, zuverlässige Beispiele, die es ihnen nicht erlauben, Fehler zu machen. Wenn jedoch ein Kind selbst nachahmen möchte, was wir ihm gezeigt haben, dann ist das bereits ein Problem. Es macht einen Fehler und erkennt, dass es zuerst Kraft und Wissen erlangen muss.

Entsprechende Prozesse geschehen in der spirituellen Welt. Auch wenn der Schöpfer uns Beispiele gibt, und obwohl alle Stufen von Oben kommen, kommen sie in der entgegengesetzten Form. Ihnen fehlen unsere Anstrengungen, verbunden mit Verlangen als auch Verständnis, was Bemühungen im Herzen und im Verstand bedeutet.

Nur durch beifügen unserer Anstrengungen zu Verlangen und Verstand, erkennen wir die durch den Höheren gegebenen Beispiele, folglich wandeln sich diese dadurch von Finsternis in Licht. Schliesslich sind sie für uns zuerst in Finsternis getaucht, weil wir spüren, dass wir ausserstande sind, dies selbst zu tun. Rabash schreibt davon im Artikel: „Die Einbeziehung der Eigenschaft der Gnade in das Urteil.“

Der Schöpfer wird ein „Weiser“genannt, denn Er besitzt das Licht Chochma und alle notwendigen Kräfte. Ein Mensch, der sich ein Beispiel am Schöpfer nimmt, wird ein „Schüler eines Weisen“ genannt, denn er kopiert des Schöpfers Formen des Gebens.

Trotzdem müssen wir verstehen, dass dies nicht nur das Kopieren einer Handlung ist. Zunächst müssen wir damit einverstanden sein, diese Form anzunehmen, weil das etwas ist, was wir überhaupt nicht wollen. Wenn wir damit einverstanden sind, bedeutet das, dass wir uns irgendwie selbst einschränken und einen Ort in uns schaffen, wo diese sich offenkundig machen können, dann sind wir bereit diese Formen in unserem empfangenden Verlangen wahrzunehmen, und sodann zu verstehen, wie sie gebildet wurden und sie zu wiederholen. Dies bedeutet, ungeachtet unseres Verlangens zu studieren, zusammen mit dem Verlangen und dem Verstand, bis wir erkennen, wie wir die Beispiele des Schöpfers in der Praxis an uns selbst ausdrücken und ausführen können.

Eine lange Kette von Handlungen liegt zwischen unserer Bereitschaft, ein Beispiel zu empfangen und es lebendig werden zu lassen. Und all dies, wird „das Werk des Schöpfers“ genannt, da wir das Beispiel, das wir erhielten und selbst verwirklichen, mittels der Kraft und der Weisheit, die auch von oben kommen.

Während des ganzen Prozesses müssen wir nur das Verlangen haben aufzusteigen – das Verlangen, das wir von der Umgebung empfangen.

Aus dem 1.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 02/03/2011, Schriften von Rabash

Das Gesetz von Wurzel und Zweig

Frage: In Baal HaSulams Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“ steht, dass Kabbalisten seit Jahrtausenden eine bestimmte Sprache benutzen, um ihre spirituellen Zustände zu beschreiben. Es gab vier solcher Sprachen: die Sprache der Tora, die Sprache der Gesetze (Alacha), die Sprache der Überlieferungen (Agada) und die Sprache der Kabbala.

Warum ist gerade die Sprache der Kabbala heute für unsere Generation am besten geeignet?

Antwort: Die Sache ist, dass man, wenn man die höhere Welt entdeckt, sie ganz persönlich und innerlich versteht. Und wenn er etwas an einen anderen weitergeben will, findet er keine Worte dafür, weil es sich um innere Empfindungen handelt. Diese müssen durch äußere Handlungen ausgedrückt werden, die einen Eindruck auf den anderen machen, damit dieser dann dieselben Empfindungen und dasselbe Verständnis in sich selbst wiederherstellen kann.

Um also seine Empfindungen einem anderen Menschen zu vermitteln, der sich beispielsweise auf derselben Stufe wie ich befindet, muss man einen Code finden. In der modernen Technik verbinden wir beispielsweise zwei Computer über ein Modem, und zwischen ihnen entsteht eine Kommunikation. Wie kann man eine solche Kommunikation zwischen uns herstellen?

In der normalen Welt haben wir eine Gemeinsamkeit von Empfindungen, Begriffen, Umständen, also eine Sprache, die aus dem Alltag stammt. In der spirituellen Welt gibt es diese Sprache ursprünglich nicht, und wir wissen nicht, auf welcher Stufe und wo sich unser Gesprächspartner befindet, wenn er überhaupt in der Empfindung der Höheren Welt ist.

Und hier stellt sich die Frage, wie wir uns verbinden können, wie die Gesetze der Kommunikation hier aussehen. Deshalb mussten die Kabbalisten eine Sprache erfinden, um miteinander zu reden und zu verstehen, auf welcher Ebene der Erkenntnis der Höheren Welt sich jeder von ihnen befindet, was genau sie fühlen und wahrnehmen.

Es kann gut sein, dass andere nicht das spüren, was ich spüre, obwohl sie auch auf einer bestimmten Stufe der Erkenntnis sind. Oder ist das nur eine Einbildung von ihnen oder von mir?

So haben wir ein riesiges Feld von Unbekanntem, das wir irgendwie sortieren, verstehen und bearbeiten müssen. Genau hier kommt das Problem der Kommunikation ins Spiel – vor allem sogar rein äußere: Wie werde ich das den Menschen erklären, mit welchen Worten, Buchstaben, Ausdrücken, Gesten, vielleicht Tänzen oder Farben oder Klängen usw.? Wenn alle Methoden der Informationsübermittlung von Mensch zu Mensch irdischer Natur sind, wie kann ich dann etwas Spirituelles vermitteln? Nichts davon gibt es in der materiellen Welt.

Deshalb haben die Kabbalisten zuerst die Sprache der Zweige erklärt: Alles, was in unserer Welt existiert, hat seinen Ursprung in der spirituellen Welt. Die spirituellen Kräfte kommen nach und nach in unsere Welt und nehmen hier eine materielle Form an: eine bestimmte Größe, eine bestimmte Form, einen bestimmten Klang, eine bestimmte Farbe usw.

Wenn ich zum Beispiel „Glas“ sage, meine ich ein Glas in der höheren Welt, also die Kraft, die in unserer Welt dieses Objekt sozusagen reproduziert.

So entstand die erste Sprache – die Sprache der Tora in Form von historischen Erzählungen.

Frage: Heißt das, dass die Kabbalisten die Schlange betrachteten und diesen Reptil einen bestimmten spirituellen Zustand gaben?

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Ständige Kontrolle

Frage: Wenn wir verstehen, dass wir etwas tun, um in den Augen der Geschöpfe Gnade zu finden, warum sollten wir uns dann für solche Handlungen schämen? Wie sollte man richtig reagieren, wenn man sich dabei ertappt?

Antwort: Das Gefühl der Scham entsteht in der Regel dann, wenn man nicht auf das Ziel der Schöpfung ausgerichtet ist.

Deshalb muss man sich ständig selbst prüfen: Gehe ich wirklich auf das Ziel zu? Handle ich so, dass ich dem Schöpfer Freude bereite?

Frage: Was bereitet dem Schöpfer die größte Freude? Was können wir Ihm geben, wenn wir alles von Ihm erhalten?

Antwort: Liebe und Verbindung – das Verlangen, sie zu erreichen, um dem Schöpfer Raum zu geben, sich zwischen uns zu offenbaren.

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Aus dem Unterricht zum Artikel aus dem Buch „Shamati“

 

Hosha’ana Rabba – ein Gebet um Erlösung

„Hosha’ana“ ist wie ein Gebet um Erlösung. Der Mensch bittet den Schöpfer, ihn zu retten und um diesen Zustand zu erreichen, muss man viele Stufen durchlaufen. Wenn man kommt, um die Kabbala zu studieren, weiß man zunächst nicht genau, wonach man sucht.

Nach und nach, durch das Studium, bekommt er neue Lebenswerte und fängt dann an zu verstehen, worum er bitten soll, an wen die Bitte zu richten ist und wovor er gerettet werden will. Er muss einige schwierige innere Klärungen durchmachen. Er muss damit aufhören, für die Lösung seiner Lebensprobleme und um die Rettung von kleinen oder größeren Schwierigkeiten zu bitten.

Der Mensch weiß nicht, an wen er sich wenden muss: was ist das für eine höhere Macht, der Schöpfer oder eine andere Natur? Der Mensch kennt ausschließlich sein materielles Leben, diese Welt. Andere wiederum denken, dass der Schöpfer sie für ihre Vergehen bestraft, und bitten um Nachsicht. Es dauert eine Weile, nachdem der Mensch es aufgegeben hat, sein Leben und sein Schicksal aus eigener Kraft zu verstehen und den Himmel zu offenbaren, bis er versteht, wen und worum er bitten muss.

Dann fällt plötzlich eine dunkle Wolke auf ihn herab und auf einmal wird alles klar, transparent, verständlich, angenehm, leicht. Und wieder fällt eine unglaubliche Last auf ihn, eine Abgestumpftheit in seinem Kopf und in seinem Herzen.

Auf diese Weise durchlaufen wir viele Zustände, bis wir zu dem Entschluss kommen, dass wir vollständig von einer höheren Kraft kontrolliert werden, denn wir sind Geschöpfe, die sich unter der Herrschaft einer höheren Kraft befinden. Die höhere Kraft herrscht über jeden Einzelnen und über alle zusammen und macht mit uns was sie will. Der Mensch verzweifelt daran, etwas zu verändern, und verliert jede Hoffnung, die höhere Kraft beeinflussen zu können.

Es wird noch viel Zeit vergehen, bis er endlich den Kabbalisten glaubt, dass man sein Schicksal verändern kann. Aber man kann sich nicht alleine an die höhere Kraft wenden, denn sie hört nur auf ein vollkommenes Gebet, also ein gemeinsames Gebet von zehn Menschen.

Möglicherweise haben wir uns zu zehnt versammelt, aber jeder will etwas anderes. Wie können wir die geheimen Sehnsüchte eines fremden Herzens kennen, die vielleicht nicht mal der Mensch selbst kennt?

Wir benötigen ein gemeinsames Verlangen für alle zehn Menschen, ein gemeinsames Herz, erst dann wird der Schöpfer nach und nach eine Korrektur vornehmen, damit wir verstehen, was wir wollen und was es wert ist, gewünscht zu werden und wir uns dem Zustand „Ich bin meines Geliebten und mein Geliebter ist mein“ nähern.

Im Grunde genommen besteht darin die ganze Arbeit, der Grund, warum wir in einen Zustand geraten sind, der „diese Welt“ genannt wird, in völliger Verhüllung, in eine imaginäre Realität, wie die Kabbalisten erklären.

Wir stellen uns vor, dass wir in einer Welt leben, auf einer Erdkugel, aufgeteilt in verschiedene Völker, in einem riesigen Universum. All das ist eine Illusion. In Wirklichkeit gibt es nur die höhere Welt. Wo ist sie? Wir spüren sie nicht.

Wir haben keine Wahrnehmungsorgane, mit denen wir fühlen können, dass das Materielle illusorisch ist und das Spirituelle existiert. Wir müssen dazu erst noch gelangen, um zu erkennen, dass unsere heutige „Realität“ nur ein Vorhang ist, der die Wahrheit verbirgt und diese wahre Welt mit unseren neuen Sinnesorganen entdecken. All dies hängt von unserer Korrektur ab.

Anstelle von Sehen, Hören, Riechen, Tasten und Schmecken werden wir neue Sinne bekommen: Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin und Malchut. Wenn wir uns über unser Verlangen nach Genuss erheben, im Geben über dem Empfangen, im Glauben über dem Wissen, werden wir die wahre Realität entdecken.

Wir werden uns gleichzeitig in zwei Welten existierend wahrnehmen: in dieser Welt, in der imaginären Realität und auch in der wahren Realität, in der spirituellen Welt. Die eine Welt zeigt sich im Verlangen nach Genuss, die andere im Verlangen nach Geben.

Der Weg liegt vor uns. Es besteht kein Zweifel, dass wir vorankommen. Der Schöpfer, alle Kräfte der Natur führen und begleiten uns, organisieren, versammeln, beschützen und durchsieben uns.

Wir müssen ihren Einfluss auf uns beschleunigen, denn Israel, also die Menschen, die danach streben, den Schöpfer zu offenbaren, hat die Kraft, die Zeit zu beschleunigen. Wenn wir als Übergangskanal zwischen dem Schöpfer und der gesamten Menschheit arbeiten, werden wir der Zuwendung des Schöpfers würdig und beschleunigen unsere Entwicklung.

Die Nacht „Hosha’ana Rabba“ ist ein großes, vollkommenes Gebet, mit allen Kräften und allen notwendigen Korrekturen. Das Licht, das uns zur Quelle zurückführt, dringt durch die Sukka-Abdeckung zu uns durch und korrigiert das Verlangen nach Genuss, das unter den Schirm gestellt wird.

So werden wir gemeinsam würdig, eine Einheit zu bilden. Das Wichtigste ist, nicht zu vergessen, dass das Endziel darin besteht, die ganze Welt zu korrigieren, sie zum Schöpfer zu führen, damit Er sich an seinen Schöpfungen erfreuen kann. Lasst uns also unser Bestes geben und erfolgreich sein.

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Aus der Lektion zum Thema „Hosha’ana Rabba“

 

MAN, das alles enthält

Frage: Wir müssen MAN (Gebet) erheben. Ist das eine Handlung im Verlangen?

Antwort: MAN bedeutet, dass ich um die Kraft des Gebens bitte. Ich wende mich an die Bina aus der Malchut heraus und bitte die Bina um die Fähigkeit zu geben.

Ich muss aber einen Zustand erreichen, in dem ich von diesem Gebet (MAN) erfüllt bin, und das genügt mir; ich erfahre die Freude, MAN erheben zu können.

Wie wird dieser Zustand in der Tora beschrieben? Du trittst ins Tageslicht. Tag ist für dich, wenn du nichts hast, wenn du durch die Wüste wanderst und MAN suchst – den Wunsch zu geben – und wenn du ihn findest, belebt er dich und erfüllt all deine Geschmäcker. Alles, was du dir wünschst, ist in ihm enthalten.

Was ist aber dieser Geschmack? Woher kommt er? Was ist dieses MAN? Es kommt von Bina zu dir, und dann genügt dir alleine die Möglichkeit, den Schöpfer zu fragen: „Ich habe eine Verbindung zu Ihm. Ich kann Ihn fragen. Und ich brauche nichts weiter.“

Möchte ich aber nicht ein Verlangen haben, in dem ich den Schöpfer offenbare? Nein. Ich bin schon mit dem bloßen Streben nach Ihm zufrieden. Das ist jetzt meine Erfüllung. Die Verbindung mit dem Schöpfer durch die Gruppe erfüllt mich.

Aber was für eine Verbindung? Woher bekommst du etwas? Du hast nichts. Kann ich mich auf diese Weise an Ihn wenden? – Das ist ausreichend. Das nennt man „Wandern durch die Wüste“, das Erlangen der Eigenschaft von „Chafez Chessed“ (wunschloses Glücklichsein).

Schließlich hast du in der Wüste nichts; du begehrst wahrhaftig nichts für dich selbst. Doch dieses Erlangen der Korrektur durch die Eigenschaft des Gebens ist Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, und darin liegt deine Erfüllung.

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Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    

Wie man zu einer wahren kabbalistischen Gruppe wird

Frage: Was wünschen Sie sich für Bnei Baruch? Worauf sollten wir uns zuerst konzentrieren, um zu der kabbalistischen Gruppe zu werden, über die die Lehrer, insbesondere Baal HaSulam und Rabash, geschrieben haben? Schließlich wird nichts dabei herauskommen, wenn wir Ihnen nur theoretisch zuhören.

Antwort: Wir müssen uns verbinden. Es gibt nichts anderes! Es geht ausschließlich um die Verbindung! Es sind lediglich verschiedene Beispiele, verschiedene Formulierungen.

Frage: In welchem ​​Zustand befindet sich Bnei Baruch Ihrer Meinung nach derzeit?

Antwort: Ich kann sagen, dass unsere Verbindung voranschreitet und stärker wird. Wir verstehen ihre Bestandteile zunehmend. Ich hoffe, dass wir alle eine Einheit untereinander entdecken und uns durch ein einziges Verlangen vereint fühlen – in dem einzigen Verlangen des Schöpfers.

Im Grunde ist es das, was wir offenbaren müssen. Das ist alles. Aber jeder muss es sich wünschen.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Rosh HaShana“, von 24.09. 2025.

 

 

Gebt mir eure Wünsche!

Frage: Wie verbinden wir uns miteinander?

Antwort: Ich habe den Wunsch, etwas Erhabenes zu erreichen – in die höhere Welt zum Schöpfer aufzusteigen, zur Wurzel meiner Seele, zu etwas Unbekanntem.

Ursprünglich ist in jedem Menschen dieses Streben angelegt – das Streben, seine Wurzel, den Sinn seines Lebens zu erkennen. Es liegt in jedem von uns, doch bei dem einen zeigt es sich jetzt, bei einem anderen zeigte es sich in einer früheren Inkarnation, und bei einem dritten wird es sich in der nächsten zeigen.

Meine Wurzel befindet sich im Schöpfer. Von dort bin ich in diese Welt herabgestiegen. Und jetzt streben wir beide wieder nach oben. In jedem von uns ist diese Wurzel der Seele, der Punkt im Herzen, erwacht.

Weder du noch ich können mit unseren einzelnen Punkten etwas erreichen. Aber wir werden es schaffen, wenn wir sie verbinden – wenn du meinen Punkt mit deinem vereinst und ich deinen mit meinem.

Wie? Dafür müssen wir uns bemühen, unsere Herzen zu verbinden. Die eigentliche Einheit wird von oben kommen – durch das Licht, das zur Quelle zurückführt –, doch dafür musst du von allen, die hier sind, ihre spirituellen Wünsche erwerben.

Du erwirbst sie durch deine Bitte. Das Verlangen bewegt alles, denn es ist der Stoff der Schöpfung. Ich will, ich sehne mich danach, dass ihre zum Schöpfer gerichteten Wünsche zu meinen werden. Ich möchte, dass in mir ein einziges großes Verlangen entsteht, das aus all den individuellen Wünschen besteht.

Fang an, darüber nachzudenken, und du wirst sehen, wie dich das den Menschen näherbringt – nicht so sehr körperlich, sondern innerlich: Du wirst beginnen zu fühlen, was in ihren Herzen ist, und dein eigenes spirituelles Verlangen wird sich aus einem Punkt in eine Sphäre, in eine „Kugel“, in ein „Gefäß“ verwandeln.

Und in diesem gemeinsamen Verlangen wirst du den spirituellen Strom, das spirituelle Leben, spüren.

Darum fordere: „Ich will eure Wünsche! Braucht ihr meine? Ich bin bereit, bitte. Lasst uns nur eine Gruppe bilden, in der jeder sein Herz mit den Herzen der Freunde verbinden will.“

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Aus der 1. Lektion des Kongresses in der Arava