Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen'

Der Bau des Dritten Tempels

Frage: Ich hörte, dass es Pläne gibt, den Dritten Tempel zu bauen, und dass es sogar Kohanim und Leviim gibt, die sich darauf vorbereiten, dort Dienste zu leisten. Wo kann ich mehr darüber erfahren, wie ich mich an dieser Arbeit beteiligen kann, und wann wird der Bau beginnen?

Antwort: Ich denke, bevor wir es übereilen, den Tempel zu bauen, sollten wir uns zuerst um unseren gegenseitigen grundlosen Hass kümmern, da dies der Grund für den Zerfall des Zweiten Tempels war. Wir müssen diesen Hass zum Level der bedingungslosen Liebe für jeden korrigieren – Liebe ohne irgendeine Gegenleistung. Dann werden wir das Kli oder das Gefäß für die Enthüllung des Schöpfers. Er enthüllt sich entsprechend des Prinzips der Gleichheit der Form – „So wie Er gnädig ist, so sei auch du gnädig; Er vergibt und du vergibst.“ Sobald er sich uns enthüllt, werden wir „weise im Herzen“ – das spirituelle Level von Bezalel erreichen, dem Erbauer des Tempels. Basierend auf unserer spirituellen Erlangung des Tempels werden wir dann auch in der Lage sein, den Tempel auf der materiellen Stufe zu bauen. Das ist die Bedeutung des Verses, welcher sagt, dass der Dritte Tempel von oben abstammt.

Jedoch wenn wir nur versuchen, ihn auf dem materiellen Level zu bauen, ohne uns selbst zu korrigieren, dann sind wir wie Kinder die spielen, ohne zu wissen, was das Spiel ist. Es ist gut, das zu tun, aber erst wenn wir wissen, was wirklich wichtig ist – nach dem Gesetz des Tempels zu leben, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Denn der Tempel ist die Zusammenkunft oder Vereinigung aller Seelen zu einer Seele und er wurde zerstört, weil die Menschen von „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ zum „grundlosen Hass“ abfielen. Er ist grundlos, weil es keinen Grund gibt (so etwas wie: dir hat jemand wehgetan); er entsteht aus Neid und dem Verlangen, über andere zu herrschen.

Wenn du dich darauf vorbereiten willst, im Tempel zu arbeiten, dann studiere Kabbala und korrigiere dich bis zum Level des Tempels. Dann wirst du erkennen, dass der Tempel bereits in deiner spirituellen Erkenntnis existiert – Matzav Gimel, die dritte Stufe.(„Vorwort zum Buch Sohar“).

Es steht geschrieben, dass der Dritte Tempel besser sein wird als die ersten beiden, weil das Licht von Chaya im Ersten Tempel und das Licht von Neshama im Zweiten Tempel kleiner sind, als das Licht von Yechida des Dritten Tempels. Denn der Dritte Tempel wird alle Seelen aller Menschen der Welt vereinigen, wogegen der Erste Tempel nur die Seelen Israels vereinigte und der Zweite Tempel – nur zwei der 12 Stämme Israels. Das ist der Grund, warum das Licht des Zweiten Tempels niederer war als das Licht des Ersten Tempels.

Über den Dritten Tempel steht geschrieben: „Mein Haus wird das Haus der Gebete aller Nationen der Welt genannt werden“ (Beiti – Beit Tfila Ikare Le Kol HaAmim). Durch die Verbreitung der Kabbala in der ganzen Welt werden wir die Vereinigung aller Menschen in Liebe erreichen, in der einzigen Seele von Adam.

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Die Chance des Lebens

Frage: Wegen des bevorstehenden Kongresses empfinde ich eine viel zu große Angst und Druck. Es gibt kein Gefühl der Freude und der Liebe, nur Vorschriften und Drohungen. Ich will nicht mehr dorthin fahren. Warum bin ich in so einen Zustand geraten?

Meine Antwort: Weil du nie gedacht hast, dass ein Kongress kein Picknick ist. Du bist immer zu unseren Kongressen wie zu den Festen gekommen, die voller Lektionen, Auftritte, Konzerte, Tänze und Mahlzeiten sind. Wenn der Mensch sich mithilfe dieser Handlungen erweckt, sind sie für ihn ernsthaft und nutzbringend. Und wenn nicht, kann er sich einfach des Lebens erfreuen, ohne an das Wichtigste heranzukommen.

Genauso kamen manche früher in den Tempel, weil es dort immer frisches Fleisch und guten Wein gab. Andere wiederum kamen mit etwas anderen Gedanken dorthin.

Heute treiben wir den Menschen dazu an, zu begreifen, wo er sich befindet. Jeder soll das begreifen und dem zustimmen, in jedem soll die größte Besorgnis wohnen. Die Tora führt sogar äußere Anzeichen für einen solchen Zustand an, indem sie Erschütterungen, Blitze etc. beschreibt. So ist es auch.

Und dabei soll ein solch wichtiger Status Freude in uns hervorrufen. Selbst wenn es in den Eigenschaften der Überwindung (Gwurot) geschieht, eröffnet sich dir dennoch eine höhere Stufe – natürlich wenn du deren würdig bist. Und wenn nicht, wirst du hier den Ort deines Begräbnisses finden. Also entscheide dich, ob du kommen solltest.

Die Qualität der Teilnehmer ist wichtiger als deren Quantität. Es ist eine Sache, die gegenseitige Bürgschaft in den Massen zu verbreiten, und etwas ganz anderes, in der Wüste spirituell aufzusteigen.

Wenn der Mensch wie zu einem Picknick dorthin kommt, wird er sich selbst schaden. Wenn er unsere Kräfte verdünnt, uns durch seine fremden Gedanken und Verlangen stört, wird er später dafür bestraft. Ein solcher Mensch sollte nicht kommen. Hier ist nur für diejenigen Platz, die mit aller Ernsthaftigkeit an die Sache herangehen.

Ich kann diejenigen verstehen, die nach reiflicher Überlegung zuhause bleiben. Gerade das würde eine ernsthafte Einstellung bedeuten: Der Mensch hat Angst, ist sich unsicher, versteht, dass er innerlich noch schwach ist…

Tja, vielleicht wird sich in zweitausend Jahren noch eine Chance bieten?

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Statuten des Arava-Kongresses“, 20.02.2011

Kongress: nicht auf das Glockenzeichen, sondern auf das Verlangen hin

Frage: Wir biegen in die Zielgerade vor dem Kongress ein. Wie können wir die Absicht bis Dienstag aufrechterhalten?

Meine Antwort: Zuallererst trennen wir uns nicht, wir bleiben zusammen. Ab heute müssen wir uns maximal auf die Vereinigung vorbereiten, die Vereinigung hervorbringen, bereits jetzt von ihr leben.

Ein Kongress beginnt im Gegensatz zum Schulunterricht nicht auf das Glockenzeichen hin. Er weht bereits jetzt über uns, und unsere Freunde weltweit atmen ihn bereits ein. Wir müssen uns mehr und mehr vorbereiten, Anstrengungen zur Einheit unternehmen, und jeder Tag soll für uns zur Errungenschaft werden, so wie in der Arava-Wüste.

Natürlich wird es auch Abstiege geben. Noch nie hatten wir auf unseren Kongressen einen erfolgreichen ersten Tag. Selbst nach dem Höhepunkt des Kulturprogramms wollten manche am nächsten Morgen nicht wieder kommen. Und das ist gut so. Anders geht es nicht.

Wollen wir hoffen, dass wir in den nächsten Tagen die nötige Vorbereitung komplett durchlaufen werden, inklusive Verwirrung, Abstoßung und Ablehnung, damit die drei Kongresstage uns mit Begeisterung und Einheit füllen können. Lasst uns die Zeit sparen – wir haben dafür alle Voraussetzungen. Diesmal haben wir eine nie dagewesene, besonders tiefgehende Vorbereitung durchgemacht.

Das Wichtigste ist die Zuversicht. Jeder soll den Freund stützen – anderenfalls wird das gemeinsame Kli auseinanderfallen. Wir müssen einander greifen und nicht loslassen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Der Frieden“, 02.12.2011

Das Herz, im dem alle aufgehen

Aus der Wissenschaft der Kabbala ist uns bekannt, dass das Licht, das zur Quelle zurückführt, als einziges Mittel gilt, um etwas zu verändern. Es hält uns am Leben, belebt alles und vollbringt sämtliche Veränderungen. In Anbetracht seiner Eigenschaften, sind in der Natur des Lichtes das Verlangen und der ganze Weg der Schöpfung von Anfang bis zum Ende eingespannt: wie man das Material, das Verlangen zu genießen, verändern kann, um das Gleichgewicht mit dem Licht zu erreichen.

Wir stellen somit das Material in den Händen des Schöpfers, des Lichts dar und können seine Einwirkung auf uns mit noch größerer Kraft erwecken, um auf diese Weise unsere Entwicklung zu beschleunigen. Da wir unsere Entwicklung selbst beschleunigen können, weil wir sie wünschen und unsere Verlangen noch mehr enthüllen, wirkt das Licht mehr ein und ruft eine wesentlichere Handlung im Verlangen hervor. Folglich empfinden wir unsere eigene Entwicklung als gut und wünschenswert.

Schließlich fügen wir zum evolutionären Prozess, der „in seiner Zeit“ („Beito“) stattfindet noch unseren Teil hinzu, eine Ergänzung, die als „Beschleunigung der Zeit“ („Achishena“) bezeichnet wird.

Wir möchten also an jenen Ort, zur gleichen Form gelangen, an welchen uns das Licht bringen will. Woher wissen wir, dass es tatsächlich so ist? – Aufgrund der Tatsache, dass wir versuchen, uns so zu sehen, wie wir miteinander verschmelzen, wie ein Mann mit einem Herzen, dass unsere Wünsche in einen einzigen zusammenfließen. Und inwieweit wir uns ermutigen, unsere Herzen zu verbinden, verschiedene Aktionen auszuführen, damit sie sich in einem Herzen vereinigen, ohne jeglichen Unterschied zwischen ihnen, wahrlich als ein Ganzes – so erwecken wir das Licht, damit es auf diese Verbindung wirkt, auf unsere Bemühungen uns zu vereinen, mit der größeren Kraft, als es normalerweise mit dem Verlangen nach seinem üblichen, evolutionären Programm arbeitet, was man „Beito“ nennt. So beschleunigen wir die Zeit.

Um die Wirkung des Lichts auf das Verlangen zu erwecken, müssen wir uns selbst vorstellen, dass wir uns im Herzen zu vereinen versuchen und die Form des Licht annehmen, die Eigenschaft der gegenseitigen Verantwortung, in dem Maße, dass jeder von uns das Gefühl des persönlichen Daseins verliert und wir alle an Gemeinsamkeit gewinnen, die uns alle, die Gruppe, die Seele, die aus einzelnen Herzen gebildet wird, mit einschließt. Dann wirkt das Licht auf uns ein, verwirklicht und vollendet die Handlung.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 14.11.2011

„Die Religion“ ist die Schule des Aufstiegs zum Schöpfer

Wie der Ari im Buch „Der Baum des Lebens“ (16 Jhd.) schreibt, haben wir die Fauna verlassen und nahmen die menschliche Gestalt an. Es geschah sowohl auf dem physischen, körperlichen Niveau, als auch auf dem spirituellen Niveau, auf dem Niveau der Seele: wir entwickeln uns in den Verlangen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur, bis die egoistischen Wünsche der vierten, menschlichen Stufe erreicht werden. Diese Stufe wird auch auf vier ähnliche Niveaus geteilt, aber insgesamt unterscheidet sich das Menschengeschlecht von den übrigen durch die besondere Form seiner Entwicklung.

Früher geschah die Entwicklung auf dem materiellen Niveau, im Rahmen der Absorption und der Absonderung der Stoffe. Dabei ist die unbelebte Natur fast immer durch die inneren Prozesse beschränkt, und die pflanzliche Natur befindet sich schon im Stoffwechsel mit der Umwelt: sie atmet, absorbiert in den geringen Mengen.

Dabei hängt sie vollständig von den äußerlichen Bedingungen ab, bewegt sich nicht und ist den Saisonbedingungen untergeordnet. Die tierische Natur ist noch weniger beschränkt: ihre Vertreter bewegen sich, verfügen über das mehr entwickelte Verlangen, gebären auf die besondere Weise ihre Nachkommenschaft, absorbieren die Nährstoffe besser und produzieren die Abfälle… Damit endet eigentlich die äußerliche, materielle Entwicklung.

Und weiterhin schließt sich dazu die besondere, die vierte Stufe an. Warum konnte man nicht den Entwicklungsprozess auf dieser Etappe beenden? Warum konnte das dritte Stadium der Verbreitung des direkten Lichtes nicht zum endgültigen werden?

Keter, oder das wurzelständige Nullstadium, hat das Verlangen zu empfangen (das erste Stadium oder Bchina Alef) geschaffen und füllte es aus. Weiterhin hat dieses Verlangen gewollt, dem Höheren gleich zu werden, was schon das zweite Stadium (Bchina Bet), den Wunsch zu geben, auszeichnet. Um das Geben an das Höhere zu verwirklichen, trifft das zweite Stadium folgende Entscheidung: „Ich muss unbedingt empfangen“. Dann bildet es aus der Mitte der Bina für sich den neuen Zustand, das dritte Stadium (Bchina Gimmel) oder Seir Anpin, das mit der Absicht des Gebens empfängt.

Was fehlt hier? Denn eigentlich hat das dritte Stadium alles – alles, außer der Selbstständigkeit, außer dem Selbstbewusstsein und dem Begreifen des Höheren und des eigenen Ich. Es mangelt also an der inneren Entwicklung in Bezug auf das Höhere. Anders gesagt, hier ist die Verbindung mit der Wurzel notwendig, um den Entwicklungsprozess fortzusetzen.

Es mangelt also an der inneren Entwicklung in Bezug auf das Höhere. Hier ist die Verbindung mit der Wurzel notwendig, um den Weg fortzusetzen.

Von hier aus entsteht das vierte Stadium (Bchina Dalet oder Malchut). Es ist die besondere Stufe, auf der die innere, qualitative Entwicklung stattfindet.

Bis dahin hat sich das Verlangen entsprechend entwickelt. Wir sehen es in unserer Welt, in der genug Egoismus vorhanden ist. Und jetzt müssen wir uns qualitativ entwickeln, um die höchste Wurzel zu begreifen. Die Welt hat schon ihre Selbstsucht erkannt und verstanden, dass es unmöglich ist, sie auszufüllen. Alle Formen wurden erprobt, im Ergebnis haben wir alles zerstört. Es bleibt nur die Frage der Verbindung mit dem Höheren, mit dem Schöpfer, offen: woher komme ich und wohin gehe ich?

Somit ist das vierte Stadium, die Etappe der menschlichen Entwicklung, eingetreten, die von den Wünschen anderer Niveaus begleitet wird.

Von hier aus muss man begreifen, was die „Religion“ im Kontext der Entwicklung ist. Sie ist der besondere Mechanismus, das besondere Mittel, das uns ermöglicht, den Bruch zwischen mir und dem Schöpfer zu erkennen. Die Religion bezieht sich nur auf die menschliche Stufe.

Wer kann diese Arbeit beginnen? Derjenige, wer die Abwesenheit der Verbindung mit dem Schöpfer empfindet und diese verlangt. Mit anderen Worten, nur diejenigen, die einen Punkt im Herzen (•) haben. Alle Übrigen blieben auf den vorhergehenden Stufen der Entwicklung: der unbelebten, der pflanzlichen und der tierischen.

Deshalb empfinden wir diesen Unterschied, den Bruch, die Anstrengung, die Anziehungskraft zum Höheren. Er entwickelt in uns das Gefühl des Begreifens des Übels.

Welches Übel ist hier gemeint? Möglicherweise fühle ich mich schlecht, weil ich es nicht geschafft habe, etwas zu stehlen, ohne gefangen zu werden? Oder empfinde ich das Übel in Bezug auf den Schöpfer? „Die Religion“ stellt in diesem Sinn die Schule der inneren und äußerlichen Bildung dar, die mir zeigt, wie weit ich vom Schöpfer entfernt bin, und wie ich diesen Abstand verkürzen kann.

Diese Wahrnehmung ist auf keine Weise mit den traditionellen Vorstellungen über „die Religion“ verbunden. Es gibt den Menschen, und es gibt die Höhere Kraft – die Aufgabe besteht also darin, das Gegenteil zu erkennen und den Bruch zu verhindern.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“, 29.11.2011

Alles hängt von unserem Verlangen ab!

Frage: Werden wir eine dauerhafte spirituelle Stufe auf dem Kongress erreichen können?

Meine Antwort: Wir können auf dem Kongress wenn nicht eine dauerhafte, dann zumindest eine vorläufige spirituelle Stufe erreichen. Sie wird uns die Reshimot geben und ein bestimmtes spirituelles Bild in uns erschaffen, dem wir später entgegenstreben und das wir immer wieder aufrufen und in uns formen können. Deshalb müssen wir wollen, dass in uns zumindest vorläufig das Verständnis der nächsten Schöpfungsstufe, unseres nächsten Zustandes, entsteht. Und später wird das dauerhafte kommen – das ist kein Problem. Der Mensch wird bereits ein klares Verständnis dessen haben, wonach er streben soll.

Wir können sogar den dauerhaften spirituellen Zustand erreichen – das hängt von unserem Gesamtverlangen ab. Wenn wir wollen, ist alles möglich!

Es spielt keine Rolle, wo sich der Mensch während des Kongresses befindet. Wenn er aus Gründen, die nicht von ihm abhängen, nicht kommen kann (Probleme mit Geld, Arbeit, Familie etc.), ist es unwichtig. Versucht, in dieser Zeit bei allen unseren Aktivitäten mit uns zusammen zu sein. Wir werden rund um die Uhr offen für euch sein. Selbst wenn wir für eine kurze Zeit schlafen gehen und ihr einen leeren Saal mit einigen Dutzend Menschen, die ihn auf die Morgenlektion vorbereiten, seht, seid trotzdem mit uns zusammen!

Alles, was wir durchleben werden, wird sofort auf unserer Internetseite veröffentlicht. Und diejenigen, die keine Möglichkeit haben, live mit uns zusammen zu sein, werden alle unsere Aktivitäten sofort sehen, hören und durch sich durchlassen können. Wir werden alles dafür tun, damit ihr physisch mit uns zusammen sein könnt, und ihr werdet alles dafür tun, um innerlich, spirituell mit uns zusammen zu sein. Unsere Unterstützung ist euch sicher.

Im Grunde genommen sind alle Lektionen, die ich zurzeit gebe, alle unsere Unterrichte, auf die Kongressvorbereitungen ausgerichtet, um uns alle so einzustimmen, aufzuwärmen, zu vereinen und zu formen, dass wir in diesen 72 Stunden einfach „zusammengeschweißt“ werden und in dieser Verbindung die Höhere Welt enthüllen.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 06.11.2011

Allgemeine Kraft der Gruppe als einziges Kriterium auf dem Weg

Frage: Während ich mich mit der Kabbala beschäftige, durchlaufe ich verschiedene Empfindungen. Woher soll ich wissen, dass sie real und keine Phantasien sind?

Meine Antwort: Unser einziges spirituelles Kriterium ist die Gruppe. Ich muss die Versammlung unserer Verlangen sehen. Ich möchte, dass sie alle durch die Kraft der gegenseitigen Bürgschaft zusammengeschweißt sind – über dem materiellen Leben. Soll es doch seinen gewohnten Lauf fortsetzen, nicht aus freiem Willen komme ich zur Welt, lebe und sterbe. Doch nun geht es um das grundlegende Bestreben des Menschen, um eine höhere Stufe, auf der wir uns untereinander verbinden müssen. In Bezug auf diese allgemeine Kraft überprüfe ich mich selbst.

In diesem Fall habe ich einen gewissen Standard, ein Kriterium, welches mir hilft, zu bestimmen, was die spirituelle Welt bedeutet. Alle anderen „Bilder“ sind eingebildet und falsch.

Andererseits, wenn ich nicht in der Lage bin, mir die allgemeine Kraft vorzustellen, die in der Gruppe herrscht, zeigt es mir genau, wie sehr ich von der spirituellen Richtung abgewichen bin. Die Menschen bilden sich alle möglichen spirituellen Märchen ein, während die einzige Stütze, der einzige spirituelle Grundinhalt für uns momentan gerade die allgemeine Kraft der Gruppe ist. Höher oder anders kannst du dir nichts richtig vorstellen.

Begreife nun, wie fehlerhaft deine Herangehensweise bis jetzt war. Du hast dir die Spiritualität als etwas vollkommen anderes vorgestellt, sie hat dich in alle möglichen Richtungen, nur nicht in diese gelockt. Halte also den genauen Kurs und korrigiere ihn nur in die Richtung der Gruppe. Worüber wir auch lesen oder was wir auch studieren mögen, das alles bezieht sich nur auf unsere Vereinigung und auf nichts anderes.

Nehmen wir an, du würdest jemanden hassen – doch auch das hat nichts mit Gut und Böse zu tun, wie es die Tora beschreibt. Denn sie erzählt nur vom Zusammenhalt der Freunde in der Gruppe. Befreie den spirituellen Grundinhalt von der Schale, löse dich von dem Zuhause, der Familie und der Arbeit, von dieser ganzen Welt – behalte in deinem Wahrnehmungsbild nur Kräfte, die wir vereinen wollen.

Allein diese allgemeine Kraft suchst du während des Studiums und unter den Freunden, und jedes Wort der Wissenschaft der Kabbala musst du durch diesen Begriff durchlaufen lassen. Nur dann kommst du optimal voran. Jedes andere Vorankommen führt dich durch den Weg des Leidens.

Auszug aus dem Unterricht über das „Vorwort zum Buch Sohar“, 25.11.2011

Unsere Aufgabe ist es, zu verlangen – den Rest erledigt das Licht.

Wir befinden uns in der entscheidenden Woche vor dem Kongress – es sind besondere Tage, die dem Erlangen eines neuen Zustandes vorausgehen. Wir müssen uns richtig vorbereiten, sicher sein, dass wir ihn erlangen, bereit sein, nach dem neuen Zustand zu verlangen. Und dann geschieht es.

Alles hängt von uns ab. Wir haben die Möglichkeit, alles ist bereit und hängt nur von dem Verlangen unsererseits ab, davon, inwieweit es uns gelingt, danach zu verlangen.

Wollen wir hoffen, dass wir es schaffen, unsere Kräfte zu vereinen und zum Schrei zu kommen. Im Grunde genommen brauchen wir nur diesen Schrei, nicht mehr. Die andere Hälfte kommt von oben.

Darum sollten wir nicht Vabanque spielen und versuchen, artig zu sein, um alles selbst zu erreichen. Wir können nicht artig sein, wir müssen lediglich wollen, dass es geschieht.

Eine Hälfte ist bereits eine Erleichterung. Nur daran sollten wir denken – daran, wie wir uns anstrengen und zum Schrei kommen können. Weiter soll die Höhere Kraft arbeiten. Wir müssen eine Grenze ziehen und begreifen, wo unser Teil endet. Es erleichtert sehr die Vorbereitung des Menschen auf die erste Enthüllung des Schöpfers.

Aus dem Gespräch während der Mahlzeit, 25.11.2011

Der Schlüssel zur Verbindung mit dem Schöpfer

Frage: Was soll ich machen, wenn ich einen Aufstieg und eine Erweckung während des Lesens des Sohar empfinde? Wie kann ich in diesem Zustand um die Korrektur bitten?

Meine Antwort: Während des Lesens des Sohar, oder der anderen Originalquellen (Artikeln, Briefe, oder „TES“) soll ich mir vor allem das richtige Bild davon machen, wo ich mich befinde. Die Realität, in der ich mich befinde, wird in meinen Sinnesorganen, in meinen Verlangen wahrgenommen. Das Licht lässt mich glauben und empfinden, dass es die wahre Realität, meine Welt ist. Auf diese Weise habe ich die Verbindung mit dem Licht, mit der höheren Kraft, die mich erkennen lässt, wo genau ich mich befinde: ursprünglich begreife ich nichts und kann nichts sehen, wie ein neugeborenes Kind.

Darum muss ich zuerst dieses Bild auf die richtige Weise formen. Es gibt ein Verlangen, worin das Licht wirkt und es von innen zu erwecken versucht, um sich darin nach dem Gesetz der Gleichheit von Eigenschaften zu enthüllen. Das Licht befindet sich innerhalb des Verlangens, und keinesfalls außen, wird aber in Bezug auf dieses Verlangen als umgebendes, äußeres, inneres, entferntes Licht, als Kreis, Linie, usw. bezeichnet. All das sind die Formen, in welchen sich das Licht dem Verlangen offenbaren kann. Wir sprechen über alles von der Seite des Verlangens.

Wenn ich verstehe, dass die gesamte Welt, die gesamte Realität, alle Welten, das gesamte Licht, sich in mir befinden, dann soll ich mich richtig organisieren: wie und warum handele ich, um für den jetzigen Zustand das größtmögliche Verständnis und das Begreifen zu erlangen, um jedes Mal möglichst viel zu enthüllen. Die Enthüllung erfolgt mithilfe von zwei Kräften – der Kraft der Verhüllung und der Kraft der Enthüllung.

Es sind immer diese zwei Gegensätze vorhanden. Und genauso passiert es in unserer Welt: die Realität, die ich momentan wahrnehme, enthält ebenfalls die Verhüllung und die Enthüllung, beides zusammen. Denn ohne einen richtigen Wettstreit zwischen ihnen nehme ich nichts wahr, keine Farben, keine Töne, nichts. Je mehr Kräfte der Enthüllung und Verhüllung ich in mir einschließe, je mehr Gegensätze ich in mir vereine, desto mehr nehme ich wahr, desto klüger werde ich.

Deshalb möchte ich während des Lesens der Originalquellen das möglichst wahrhafte, kraftvolle Bild der Realität enthüllen. Dabei ist es unwichtig, welche Quelle und in welchem Stil man gerade liest. Wenn es um die Bücher geht, mit deren Hilfe ich die Kräfte meiner Seele erwecke – sowohl von der Seite des Verlangens, als auch von der Seite seiner Auffüllung, dann spielt es keine Rolle was man liest, es können „Talmud der Zehn Sefirot“, der Sohar, die Briefe oder die Artikel sein. Entscheidend ist dabei, meine spirituelle Entwicklung in Gang zu bringen.

Und dann beginne ich, die Wichtigkeit meines Studiums der Tora zu verstehen: das in ihr (der Tora) enthaltene Licht führt zur Quelle zurück, d.h. sie befördert mich zur Enthüllung des wahren Bildes der Realität, zu einem noch vor mir verhüllten Zustand, in welchem ich mit dem Schöpfer verbunden bin.

Deshalb vergegenwärtigen wir uns zunächst das Bild: es gibt mich und alles ist in mir eingeschlossen, in meinem Inneren verborgen. Ich soll die Kräfte meiner Seele erwecken und darin die wahrhafte Realität enthüllen, wobei ich und der Schöpfer in ein Ganzes verschmelzen.

Nachdem ich mich auf diese Weise eingestimmt habe, komme ich zum nächsten Schritt: Wie kann ich mich mit Hilfe des Studiums erwecken? Folglich spricht alles, was ich lese, meine fortgeschrittenen Zustände an, die noch entfernt oder auch schon nah bei mir liegen. Wichtig ist, dass ich mit Hilfe des Textes versuche, in mir diese Kräfte, diese Formen zu finden.

Dabei vergesse ich nicht, dass die Rede nur von meinen Verlangen, von inneren Kräften meiner Seele ist: von Kräften des Empfangens und des Gebens. Es ist unwichtig, ob sie seltsame Namen tragen oder Namen, die mir aus der gegenwärtigen Realität bekannt sind. Ich denke ständig darüber nach, wie ich all diese Kräfte enthüllen werde – die Teile meiner Verbindung mit dem Schöpfer.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 16.11.2011

Ratschläge zur Kongressvorbereitung

Um sich möglichst gut auf den Kongress vorbereiten zu können, muss man sich unbedingt die Gespräche vom Kongress in der Wüste anhören.

Offenbar stehen uns noch interessante Gespräche und Aktionen bevor, in denen wir das gemeinsame Bestreben nach dem Verlangen zu geben, welches sich aus vielen kleinen Bestrebungen jedes Einzelnen und aus der gegenseitigen Unterstützung bildet, weiterentwickeln werden. Man muss sich das alles gut anschauen und sich darein fühlen.

Es wäre wünschenswert, sich im Voraus mit den Liedern, mit dem Kongressprogramm, mit dem Lernmaterial vertraut zu machen, einfach einzelne Themen durchlesen, sich die Videos anschauen und sich der gemeinsamen Vorbereitung anschließen. Wenn ihr mit der ganzen Gruppe kommt, könnt ihr die Elemente der Verbindung zwischen euch in ihr durcharbeiten.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 20.11.2011