Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Eine Lektion über die Physiologie der Seele


Wir müssen tief in unser Inneres eintauchen und versuchen, die Prozesse zu fühlen, die aus dem Innersten unserer Seelen im Sohar beschrieben werden. Ich weiß nicht, wo sich all diese Verlangen und Eigenschaften in mir befinden. Ich möchte nur empfinden, was das Buch Sohar mir von den Prozessen erzählt, die gerade in mir stattfinden.

Es spielt keine Rolle, dass ich nicht verstehe, welcher Art Prozesse das sind oder dass alles auf spirituellen Stufen stattfindet, die vor mir verborgen sind. Ich will sie aufdecken, weil das alles hier und jetzt in mir geschieht. Ich will spüren, wo sich diese Eigenschaften befinden, wo diese Prozesse stattfinden und wie all diese Teile in mir arbeiten.

Die Weisheit, die ein Mensch braucht

Der Sohar: Die Weisheit, die ein Mensch (ausnahmslos jeder Mensch) braucht, ist das Wissen und die Erkenntnis der Geheimnisse des Schöpfers, zu erlangen, wer er ist, wie er geboren wurde, woher er kommt, wohin er geht, wie er sich selbst korrigieren kann und was ihn erwartet, wenn er am Hof des Herrschers der Welt ankommt.

Wir müssen Erkenntnis erlangen, wie geschrieben steht „und Adam erkannte Eva“. Erkenntnis wird erlangt, wenn man sich mit dem Schöpfer vereint, durch die Vereinigung der zwei einzigen Dinge, die existieren. Daher wird Erlangung oder Erkenntnis erlangt, wenn sich das Licht von Chochma in das Licht von Chassadim einkleidet – in unsere korrigierten Verlangen (Kelim). Das ist die wahre Vereinigung.

Wenn ein spiritueller Parzuf Licht in seinem Innern empfängt, wird dieses Licht das Licht der Erkenntnis genannt. Das ist sowohl Weisheit, als auch Barmherzigkeit, das Licht von Chochma und das Licht von Bina, das Licht des Empfangens und das Licht des Gebens vereinigt.

Wenn ich meine Seele in Malchut einschließen möchte – die Summe aller Seelen – das einzige erschaffene Geschöpf, als die Seele von Adam bekannt, dann macht mich mein Verlangen, mit allen zusammen sein zu wollen, zu einem Teil von Malchut. Malchut wiederum erhebt dieses Verlangen zur Stufe von Daat (Erkenntnis) und dann geben mir Aba ve Ima (Vater und Mutter, Chochma und Bina) diese Erkenntnis. Auf diese Weise funktioniert der Höhere Mechanismus.

(Aus einem Unterricht über das Buch Sohar, Kapitel „Die Weisheit, die ein Mensch braucht“)

Lerne die Morgendämmerung zu erwecken


In unserer Welt studiert ein Mensch an der Universität einige Jahre, macht viele Prüfungen und leidet, wenn er etwas nicht versteht, aber später, wenn er das Studium beendet, ein Diplom erhält und die Universität verlässt, kann er sich nicht mehr daran erinnern, warum er überhaupt studiert hat? Gut, er tat es, um einen gewissen Gewinn zur Verbesserung seines Fachwissens zu erreichen und um die Fähigkeit zu nutzen, neue Dinge zu lernen. Sein früheres Wissen ist nicht die Grundlage dafür; es gibt ihm nur den richtigen Ansatz, welcher es ihm besser ermöglicht „das Licht, das erneuert“ zu erkennen.

Die gleiche Fähigkeit wird in der Spiritualität von einer Stufe zur nächsten weiter gegeben. Wenn ich von einer Stufe zu einer anderen gehe, werde ich erfahrener und empfindsamer für das Licht und es gelingt mir besser, es anzuziehen. Ich weiß nicht, was das Licht ist, aber ich weiß bereits, wie es arbeitet. Ich bin fähig, es zu erkennen, und ich bin aus dem Innern meiner Verlangen in der Lage, zu verstehen, wie es zu mir kommen und welchen Einfluss es haben sollte. Bis zu einem gewissen Ausmaß bin ich für neue, unbekannte Stufen vorbereitet. Ich bin fähig, den Einfluss des Lichts durch meinen eigenen Antrieb zu erwecken und wenn das Licht kommt, bin ich dafür bereit.

Innerhalb meiner Eigenschaften erkenne und verlange ich bereits den richtigen Einfluss des Lichts. Selbst in der Abwesenheit des Lichts, in der Dunkelheit, während des Übergangs von dieser Welt in die kommende Welt, kann ich bereits die Morgendämmerung erwecken.

Daher ist es unsere ganze Arbeit, die ständige Suche beizubehalten, da uns diese Suche allmählich das neue Verständnis für die zukünftigen Stufen bringt.

Wenn der Morgen graut


Der Sohar, Kapitel VaYeshev (Und Jakob setzte sich nieder), Punkt 114: Es gibt nicht einen Menschen in der Welt, der des Nachts nicht den Geschmack des Todes kostet und auf dem Körper liegt der Geist der Unreinheit. Denn weil die heilige Seele sich vom Menschen entfernt hat, liegt der Geist der Unreinheit auf diesem Körper und er ist geschändet.

Das bedeutet, dass ein Mensch einen Schirm hat, das Licht der Einheit, das Licht der Verschmelzung und dass die Eigenschaft des Gebens in ihm herrscht. Doch dann verschwindet alles. Der Parzuf wurde entleert und alles Licht ist daraus entschwunden. Das kann aus einem äußeren oder inneren Grund geschehen, wie, wenn des Menschen innerer Wille zu genießen wächst und neue Reshimot sich in ihm zeigen.

Das geschieht dann, wenn in ihm ein neues, unkorrigiertes Verlangen erwacht und über ihn herrscht. Der Mensch ergibt sich ihm und, geführt durch dieses Verlangen, beginnt er, über sein Leben, über Selbsterfüllung nachzudenken und darüber wie er dieses Verlangen erfüllen kann.

Nur wenn er sich rechtzeitig für diese Dunkelheit vorbereitet hat, für die Nacht, den Zustand, wenn seine Verlangen über ihn herrschen, ist er fähig, alle Kraft zusammenzunehmen und die Dunkelheit als Mittel zum Aufstieg auf eine neue Stufe zu betrachten. Dann richtet er eine wahre Forderung nach Oben, an Abba ve Ima, und bittet sie, für ihn zu sorgen (das wird „Verschmelzung um Mitternacht“ genannt).

Ab Mitternacht beginnt er mit den Korrekturen. Ein Mensch beginnt, das gesamte zusätzliche Verlangen zu genießen zu korrigieren, dass er bekommen hat und das er als Geschmack des Todes gefühlt hat. Doch jetzt versüßt er ihn.

Das bedeutet, dass ein Mensch gen Morgen voranschreitet, wenn er von Oben das Licht, das umgestaltet, die erste Eigenschaft des Gebens empfängt. Und dann kommt das Morgenrot. Ein Mensch beginnt, in seinem Zustand das Licht zu fühlen, da er einen Schirm über sein voriges Verlangen zu genießen erlangt hat und nun befindet er sich in der Eigenschaft des Gebens.

Darum war es für ihn notwendig, den Geschmack des Todes zu kosten.

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Warum der Schlaf 1/60tel des Todes ist

In der Spiritualität ist ein Traum eine bestimmte Art und Weise, in der das Licht gefühlt wird. Es ist ein Zustand des Verlangens relativ zum Licht, wenn ich dieses Verlangen nicht nutze, weil es keinen Schirm hat. Daher wird ein Traum „ein Sechzigstel des Todes“ genannt.

Wir sprechen offensichtlich nicht über einen gewöhnlichen Traum, sondern über einen spirituellen Zustand, in dem ich nur den kleinsten Teil aus all den riesigen Verlangen nutze, die in mir enthüllt werden. Ich nehme die Wirklichkeit und meine Beziehung zum Schöpfer nur in diesem Teil wahr.

„Einschlafen“ bedeutet, einen neuen Abschnitt, eine neue Stufe zu beginnen, wenn ein alter Zustand endet und ich mit neuen, noch unkorrigierten Verlangen zu arbeiten beginne. Aus diesem Grund nehme ich sie als Dunkelheit, als Nacht wahr, als liegenden horizontalen Zustand, worin alle Teile des spirituellen Parzuf (Seele) – sein Kopf, sein Torso, seine Gliedmaßen (Rosh, Toch, Sof) – sich auf der gleichen Ebene befinden und es keine Einkleidung des Inneren Lichtes von Oben nach unten gibt.

Alles Licht ist verschwunden und es wurde in den Kelim nur ein schwaches Nachleuchten zurückgelassen, das diese belebt. Das wird Traum (Kista de-Chauta) genannt. Wenn ich nichts fühle oder verstehe, wenn ich das Gefühl des Träumens erlebe, wird das „ein Sechzigstel des Todes“ genannt.

Von diesem Zustand oder Punkt muss ich aufwachen und mich zu meiner vollen Höhe (GAR) erheben. Und dann, zusammen mit meinen neuen Verlangen, lege ich mich wieder hin. Und so folgt ein Zustand dem anderen, ein Zyklus nach dem anderen.

Zuerst überlasse ich mich der Höheren Kraft, lasse sie für mich sorgen, wie für einen Embryo im Körper der Mutter gesorgt wird. Und je mehr ich mich selbst zurücknehme, umso mehr hilft sie mir zu wachsen.

Dann fange ich an, mich selbst aktiv zurückzunehmen, mein Verlangen zu genießen aus eigener Kraft zu unterdrücken. Und dann entleert sich mein Parzuf vom Licht und ich beginne zu träumen bis ein neuer Tag beginnt und mit ihm eine neue Stufe.

Du kannst nichts alleine zustande bringen

Ich existiere nicht aus mir selbst. Ich existiere nur, wenn ich mich selbst durch den Mechanismus, der Einheit aller Seelen genannt wird, fülle. Darum möchte ich mich durch das Buch Sohar öffnen, da seine Kraft zu mir kommt, um die Verbindung zwischen all meinen Teilen herzustellen, die mir jetzt fremd erscheint.

Genau dafür ist das Buch Sohar bestimmt. Andernfalls wäre ich nicht unter seinem Lichtstrahl. Dieser Strahl ist sehr dünn, wie ein Laserstrahl und wenn ich auch nur einen Millimeter davon entfernt wäre, würde ich ihn nicht mehr sehen. Ich muss genau in diesem Strahl sein, damit er auf mich einwirken kann.

Kabbalisten erklären uns diese Bedingung und sagen, dass wir uns genau in diesen Strahl begeben, wenn wir uns in richtiger Weise mit allen Seelen verbinden. Sobald die Einheit zerbrochen ist, fallen alle ab und zerstreuen sich in alle möglichen Richtungen. Nur dieser Strahl ist fähig, uns zusammenzuhalten.

Dies geschieht auf jeder Stufe der spirituellen Leiter – wir können sie nur entlang dieses Strahls emporsteigen. Sobald wir voneinander lassen, fällt alles auseinander und der Lichtstrahl kann uns nicht mehr zusammenhalten. Das ist die einzige Kraft, die unsere Verbindung bewahren kann. Daher ist es um dieser Verbindung willen, dass wir danach verlangen, das Licht anzuziehen. Wir brauchen den Schöpfer, damit Er uns miteinander verbindet und das bedeutet, dass wir das Licht, das umgestaltet, heranziehen müssen.

Wie können wir diese Verbindung spüren? Wir müssen es fordern, während wir den Sohar lesen. Dieser muss es uns geben. Das ist der Grund, warum Kabbalisten dieses Buch geschrieben haben und wir haben das Recht zu fragen „Wo ist diese Verbindung, die wegen uns existiert, warum wirkt sie nicht auf uns ein?“ Wenn wir alle miteinander daran denken, wird dies für uns zu einer großen Sache werden und wir werden sie nicht für einen Moment vergessen. Jedoch alleine wird keiner von uns fähig sein, irgendwas zustande zu bringen.

Erlaubnis von Oben


Eine Frage, die ich erhielt: Baal HaSulam schrieb, dass er die Erlaubnis von Oben erhalten habe, um die Weisheit der Kabbala offenzulegen. Was bedeutet „Erlaubnis von Oben“?

Meine Antwort: Wenn ein Kabbalist eine hohe Stufe der Erkenntnis erlangt, macht er bekannt, dass er die „Erlaubnis von Oben“ erhalten hat. Er nimmt seine neue Mission an, fühlt sich verpflichtet, sie auszuführen, und beginnt zu handeln. Das ist Teil der Mission, die auf die Schultern aller großen Kabbalisten gelegt wurde, mit Abrahams Zeiten beginnend. Das leuchtendste Beispiel ist Moses, ein spiritueller Führer der Menschen.

„Erlaubnis von Oben“ schließt das Wissen vom Aufbau des Universums ein, eine Methodik um den Schöpfer zu offenbaren und die Menschen über die Selbstkorrektur zu lehren, beides in unserer Zeit und in gewissem Ausmaß in der Zukunft. Jemand, der „Erlaubnis von Oben“ erhält, wird zu einem Kanal, durch den das höhere Wissen nach unten fließt, im Einklang mit der Fähigkeit jener Menschen, die sich unterhalb dem Kabbalisten befinden, um dies aufzunehmen und zu lernen.

Erlaubnis von Oben schließt ein riesiges System in sich ein, um die ganze Menschheit in Harmonie mit dem Schöpfer zu bringen. Die „Erlaubnis von Oben“ erhalten zu haben, bedeutet, dass ein menschliches Wesen ein Repräsentant des Schöpfers geworden ist, eine Verbindung zwischen dem Schöpfer und Seiner Schöpfung. Freilich, wenn ein Mensch die „Erlaubnis von Oben“ nicht erhielt, dann wird er nur die anderen verwirren. Er wird nicht dazu in der Lage sein, das Ziel, seine Wichtigkeit und die Methoden zur Erreichung des Ziels adäquat zu präsentieren, noch die Bedeutung dieser Methoden.

Das Ziel ist, mit dem Schöpfer eins zu werden. Die Methode, dies zu erreichen, liegt in der Korrektur unserer menschlichen Verlangen mit Hilfe des Lichts, das uns zur Quelle zurückführt. Dies wird durch das Studium der Kabbala und dem Streben nach Korrektur ausgelöst, einem Verlangen, welches aus dem „Punkt im Herzen“ hervorgeht. Das wiederum treibt unser Verlangen dazu an, uns miteinander zu verbinden („Liebe Deinen Nächsten“), mit den „Punkten im Herzen“ unserer Gefährten in der Gruppe.

Wenn ein Mensch dieses System enthüllt, es versteht und es seinem Dasein einverleibt, heißt das, er hat die „Erlaubnis von Oben“ erhalten.

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Wir erreichen die spirituelle Welt ganz natürlich, so wie ein Baby die Welt entdeckt

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn wir den Sohar lesen, sollen wir dem Text so folgen, als ob wir in uns selbst reisen würden. Doch müssen wir nicht auch Anstrengungen unternehmen, um unsere Forderung nach Korrektur auszuüben?

Meine Antwort: Der Sohar selbst führt Sie zur Korrektur und den dazu notwendigen Gedanken. Er beschreibt Ihnen, was gut oder schlecht ist, entsprechend Ihrem speziellen Zustand und was Sie darin im Detail klären müssen.

Das Buch selbst wird Ihnen diesen Ansatz dazu liefern. Unser Anteil daran ist, einfach in der Lage zu sein, uns daran anzuheften und gehorsam in die gleiche Richtung wie diese Strömung zu „schwimmen“ und mit ihr dorthin zu gehen, wohin sie uns bringen will. Wir müssen unseren Geist und unser Herz reibungslos mit diesem Strom treiben lassen.

Alles ist vorbestimmt, einschließlich meinem Verlangen, den Reshimot in ihm und dem Licht, welches die Reshimot realisiert. Alles hängt jedoch von meiner Anstrengung ab und von meiner Zustimmung, dem Licht Einlass zu den Reshimot zu gewähren.

Ich alleine erlaube dem Licht zu handeln, jedoch darüber hinaus geschieht alles ohne mein Wissen. Ich werde nur Zeuge von allem, was in mir geschieht. Mein Streben wird „Avodat HaShem“ – das Werk des Schöpfers genannt; und ich bin nur Komplize darin. Der Schöpfer sagte zu Moses: „Lass uns zum Pharao gehen. Ich werde alles tun und du wirst sehen, wie ich gegen ihn handeln werde.“ Dies bedeutet, dass mein Punkt im Herzen, das erste spirituelle Reshimo, mich zum Eingang einer neuen Welt gebracht hat, von welcher ich nichts weiß. Und nun, durch diesen Punkt im Herzen, vernehme ich eine Beschreibung dieser neuen Welt. In dem Maße, in dem ich darüber lerne und damit in Verbindung trete, werde ich fähig sein, darin zu leben.

Baal HaSulam schrieb darüber, dass es für den physischen Körper genau so unmöglich ist, in dieser Welt zu leben, ohne die Gesetze, Regeln und Bedingungen zu kennen, wie es für die Seele unmöglich ist, in der spirituellen Welt zu leben, ohne das nötige Wissen darüber zu erhalten. Genau jetzt im Moment versuchen wir, dieses notwendige Wissen zu erhalten. Wenn wir dieses erhalten, werden wir fühlen, dass wir bereits in der spirituellen Welt existieren, weil in der Spiritualität Wissen und Empfindung das Gleiche sind.

Momentan fühle ich nur meinen tierischen Körper – eine illusorische Realität. Aber ich habe auch einen Punkt im Herzen, welcher das Potential besitzt, die Höhere Welt zu fühlen. Dieser Punkt, den ich erhalten habe, ist eine enorme Chance und auch das Einzige, was mir gegeben wurde. Den Rest muss ich selbstständig entwickeln und deshalb wurde mir das Buch Sohar gegeben, welches mir eine Erklärung dafür gibt.

Ich lerne über die Höhere Welt, genau so wie ein Baby in dieser Welt alles lernt, ohne davor etwas darüber zu wissen. Ein Baby kann die Welt nicht mit seinem Geist begreifen, indem es Analysen und Synthesen durchführt. Genauso verhält es sich zu mir in Bezug auf die spirituelle Welt. Ich lerne darüber, indem ich mich an das Buch halte und dadurch das Umgebende Licht anziehe. Diese Art des Studiums ist am natürlichsten. Wir entdecken eine neue Welt in der gleichen Weise, wie wir diese Welt entdeckten, als wir Babies waren.

Die Höhere Stufe kann niemals durch den Verstand erreicht werden, da wir sie nicht fühlen, sehen oder verstehen können. Wir müssen jedoch damit beginnen, sie zu fühlen.

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Es gibt Verlangen, welche wir niemals nutzen können

Der Sohar: „Daher sollen sie nicht essen… die Hüftsehne (Gid HaNasheh). Deren Genuss ist verboten, und sogar für den Hund ist es verboten.

Warum wird sie als „Gid HaNasheh“ bezeichnet? Weil sie Bewegung („Menashe„) hervorruft; sie bewegt die Menschen weiter weg vom Dienste am Schöpfer. Und darin eingeflößt ist der böse Trieb.

Hier erklärt der Sohar welche Verlangen wir aus der Summe aller Verlangen benutzen können und welche nicht, und auch wie wir diese korrigieren und miteinander verbinden können. Alle diese Verlangen sind egoistisch, also auf das Empfangen für sich selbst ausgerichtet, und daher müssen wir bestimmte Beschränkungen erschaffen, wenn wir sie verwenden.

Wir können Verlangen mit Awiut (Grobheit, Dicke) unterhalb einer bestimmten Stufe korrigieren, wenn wir sie in der Ausrichtung, um zu geben, verwenden – das heißt, empfangen um zu geben. Was die Verlangen mit Awiut oberhalb dieser Stufe betrifft, können wir sie nur für das Geben, um zu geben, benutzen.

Daneben gibt es noch andere Verlangen, welche wir aber nicht benutzen sondern nur einschränken dürfen. Die Wörter „nicht dürfen“ und „unmöglich“ bedeuten „nicht dazu in der Lage sein“. Dies ist die einzige Art von Verbot, welches in der spirituellen Welt existiert.

Da unsere Verlangen aber von Beginn an verdorben sind, wie geschrieben steht: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen“, ist der erste Schritt auf unserem Weg die Enthüllung des Bösen. Danach können wir beginnen, unsere Verlangen zu korrigieren – durch die Veränderung unserer Absicht ihrer Nutzung vom „Empfangen“ zum „Geben“, vom Leichten zum Schwierigen, vom Einfachen zum Komplexen.

Der Sohar erklärt, dass uns die Möglichkeit gegeben ist, das ganze Bild in jedem Zustand zu enthüllen. Dennoch können wir es nur in einem kleinen Ausmaß enthüllen, so als ob es komprimiert wäre und wir dies vergrößert betrachten würden. Daher haben wir in jedem Zustand sämtliche Verlangen, die komplette Seele. In anderen Worten, die gleiche Welt der Unendlichkeit wird uns kontinuierlich in verschiedenen Größen und Auflösungen gezeigt.

Aber was auch immer geschieht, wir müssen jedes Verlangen in jedem Zustand erkennen. Und obwohl wir noch nicht den Zustand erreicht haben, in dem wir solch große, erhabene und besondere Verlangen korrigieren können, dürfen wir trotzdem nicht aufhören, über diese Verlangen zu lesen, welche sich uns im Moment noch nicht in unserer individuellen spirituellen Arbeit enthüllt haben. Wir erwecken jedoch die Lichter auf diesen Stufen und diese Lichter wiederum korrigieren uns.

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Pflanze deinen spirituellen Samen in einem gesegneten Feld

Nur die Umgebung kann dir die Wichtigkeit des Ziels und der Spiritualität beibringen. Dies ist die einzige Sache, die du von der Umgebung verlangen solltest: Die Wichtigkeit der Eigenschaft des Gebens, die du in dir fühlen möchtest. Wenn du das machst, wirst du den Schöpfer enthüllen. Das beinhaltet unsere Arbeit und das Ziel unserer Existenz in dieser Welt.

Es scheint uns, dass diese Enthüllung irgendwo weit entfernt geschieht, außerhalb von uns, aber tatsächlich passiert sie innerhalb von jedem von uns. Später wirst du sehen, dass alles schon geschehen ist – alle spirituellen Handlungen, die in Büchern beschrieben sind und alle Welten, beginnend von der Welt der Unendlichkeit bis zu unserer Welt; all dies existiert bereits in dir. Es ist alles enthalten in einem kleinen Getreidekorn des Verlangens, welches dich dazu gebracht hat, Kabbala zu studieren. Tatsächlich beinhaltet dieses Getreidekorn die ganze Welt, alle Stufen der spirituellen Welt, die Ausbreitung von oben nach unten und alle spirituellen Eigenschaften. Sie existieren nirgendwo außer in dir, die gesamte Enthüllung geschieht in dir, nie außerhalb.

Um dies jedoch zu fühlen, brauchst du die richtige Umgebung. Du musst deinen Samen in eine gute Erde stecken und sicher gehen, dass er nicht austrocknet oder verrottet!