Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Stufe'

Wofür betet ein Kabbalist, wenn es in der Welt Krieg gibt?

Kommentar: Ich werde gefragt, wofür betet ein Kabbalist, wenn es in der Welt Krieg gibt? Der Kabbalist weiß, dass der wahre Krieg nicht irgendwo in der Welt stattfindet, sondern in unseren Herzen. Deshalb bittet er im Gebet darum, dass dieser innere Krieg aufhört – dass wir den Hass, der uns trennt, verabscheuen und versuchen, uns wie ein Mensch mit einem Herzen zu verbinden. Nur so können wir diesen Krieg überwinden.

Der Sinn des Krieges ist es, die Größe des Schöpfers zu offenbaren und ihn über alle anderen Ziele und Verbindungen, die jeder von uns verfolgt, zu erheben. Erst wenn sich in uns, unseren Herzen eine echte Verbindung zueinander entfaltet, können wir sicher sein, dass wir unseren bösen Trieb besiegt haben.

Wenn der Krieg nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, in der materiellen Welt stattfindet, dann bleibt uns keine andere Wahl, als die gute Beziehung zwischen uns zu offenbaren, indem wir herausfinden, was uns alle daran hindert, uns als ein Mensch mit einem Herzen zu verbinden.

Auf jeder Stufe sind viele Kräfte am Werk, die uns voneinander entfernen und unsere Verbindung erschweren. Wir müssen sie bekämpfen und nach den Kräften suchen, die uns helfen, einander näher zu kommen und uns zu verbinden, indem wir die Kräfte des Krieges besiegen.

Jede Kraft des Krieges zielt darauf ab, uns zu trennen und zu isolieren. Doch wenn der Mensch nicht mit anderen verbunden ist, dann hat er überhaupt keine Kraft, eine totale Null. Denn die Stärke eines Menschen ist eine Folge seiner Verbindung mit anderen. Trennt er sich davon, bleibt nur Leere. Deshalb müssen wir unablässig an die Einheit denken und für sie kämpfen.

Wenn wir echten Frieden in der Welt wollen, müssen wir uns vorstellen, dass wir alle in einer so engen Verbindung miteinander stehen, dass sie den Schöpfer dazu bewegt, sich in unserer Mitte zu offenbaren. So überwinden wir Schritt für Schritt die trennenden Kräfte – bis wir schließlich erkennen, dass wir alle miteinander verbunden sind und der Schöpfer im Zentrum unserer Einheit wohnt.

[345577]

Aus dem Unterricht zum Thema „Siegen im Krieg“,

 

Der Faden aus der Unendlichkeit                                   

Die Kabbalisten schreiben, dass sich der Schöpfer in der Verbindung zwischen uns, im Zentrum der Gruppe, offenbart. Und alles, was zwischen uns, im Zentrum unserer Gruppe geschieht, wird für uns auf der höchsten Stufe wahrgenommen, die „der Schöpfer“ genannt wird.

Wir befinden uns auf einer spirituellen Leiter, auf der wir zur nächsthöheren Stufe aufsteigen müssen, und dann noch höher und noch höher, immer weiter. Wir erhalten ständig Anweisungen, Licht, Signale und Erweckungen von einer höheren Stufe.

Deshalb muss man danach streben, eine Verbindung zur höheren Stufe herzustellen und sich in sie einschließen. Diese Verbindung wird durch die Größe der höheren Stufe erreicht.

Die höhere Stufe gilt im Verhältnis zur niedrigeren Stufe immer als der Schöpfer im Verhältnis zum Geschöpf. Denn wir sind auf diesen Stufen von der Welt der Unendlichkeit über die Parzufim von Galgalta, AB, SAG, bis zur Stufe dieser Welt hinabgestiegen: über fünf Welten, fünf Parzufim in jeder Welt und fünf Sefirot in jedem Parzuf – insgesamt 5x5x5=125 Stufen.

Über dieselben Stufen steigt man wieder auf. Jedes Mal wird eine höhere Stufe im Verhältnis zur niedrigeren als „der Schöpfer“ bezeichnet. Erstens, da sie beim Abstieg von oben nach unten die niedrigere Stufe hervorgebracht hat. Zweitens, da man durch sie wieder aufsteigen kann, indem man, den Schöpfer (hebräisch: bo-re), „komme und siehe“ erkennt. Von dort aus kann man noch höher aufsteigen und so voranschreiten.

Für jede Zehnergruppe gibt es einen Faden, der von der Welt der Unendlichkeit zu ihr gezogen ist. Entlang dieses Fadens muss man bis zur Welt der Unendlichkeit aufsteigen, bis zum Ende der Korrektur.

Wenn man den Ratschlägen der Kabbalisten folgt, steiget man von Stufe zu Stufe auf: von Malchut zu Bina, und erneut von Malchut zu Bina.

Die untere Stufe wird Malchut genannt im Verhältnis zur höheren Stufe, die Bina heißt. Die aufsteigende Kraft wird „Glaube über dem Verstand“ genannt – die Kraft des Gebens, die Kraft von Bina über der Kraft von Malchut, dem Verlangen zu empfangen. Wenn man das Verlangen zu geben, die Verbindung zwischen Freunden, bevorzugt, dann kann man von Malchut zu Bina aufsteigen – von der unteren Stufe zur höheren.

[288292]

Aus dem Unterricht zum Artikel „Shamati“ Nr. 14

 

Und nur die Helden werden das Schloss des Königs betreten…

Kommentar: Baal HaSulam, Einführung zur Lehre der Zehn Sefirot:
„Und nur die Helden unter ihnen, die ein gewisses Maß an Geduld hatten, überwanden die Wächter, öffneten den Eingang und wurden sofort gewürdigt, das Antlitz des Königs zu erblicken…“

Frage: Was ist “das Maß an Geduld“?

Antwort: Ein Mensch kommt zur Kabbala, brennt vor Ungeduld, alles auf einmal zu erlangen. Wenn es ihm nicht gelingt, wird er wütend auf sich, auf den Schöpfer und auf die ganze Welt. So zeigt sich sein gesundes, starkes egoistisches Verlangen, das erkennt, dass es keine Chance hat, sich zu erfüllen, da es im völligem Gegensatz zur Quelle der Erfüllung steht.

Ein gewisses Maß an Geduld bildet sich im Menschen, wenn er zu verstehen beginnt, worin der spirituelle Weg besteht, die Notwendigkeit jeder seiner Etappe erkennt und wie mit einer Pinzette, gezielt alle angesammelten Eindrücke sammelt – im Bewusstsein, dass er ohne sie das„Lego- Stück“ seiner Seele nicht zusammensetzen kann.

Schließlich besteht die menschliche Seele aus Tausenden verschiedenen Teilen, von denen jedes bearbeitet werden muss. Daher ist es unmöglich, eine Stufe zu überspringen.

Baal HaSulam schreibt, dass derjenige, der den langen Weg der Korrektur geht, mehr gewinnt, da er tiefere Klärungen vornimmt. Denn unsere gemeinsame Seele ist kein einfaches zweidimensionales Puzzle, sondern eine komplexe Struktur, die sich in alle Richtungen ausdehnt,  in die Tiefe  erstreckt, denn jede Seele muss alle Seelen einschließen.

Es handelt sich um einen multidimensionalen spirituellen Raum, in dem der Mensch mit seinem Wesen vollständig mit jeder anderen Seele verbunden ist, als gäbe es außer ihr niemanden. Deshalb muss der Mensch sehr große Klärungen vornehmen.

Das Maß an Geduld bedeutet also nicht das Maß der Zurückhaltung oder das Gegenteil – die Ungeduld. Der Schöpfer ist ein unveränderliches Naturgesetz und nichts wird dem Menschen helfen. Man kann eine Maschine anschreien, die man nicht in Gang setzen kann, aber es wird sich nichts ändern.

Das Maß an Geduld besteht darin, dass der Mensch mithilfe der Umgebung versucht, den richtigen Zugang zu seinem spirituellen Fortschritt zu finden.

Mit anderen Worten, solange wir nicht alle miteinander verbunden sind, wird unser Kli/ Verlangen nicht vollkommen sein und wir werden nicht in den Palast des Schöpfers eintreten können. Wir müssen ein gewisses Mindestmaß an Verlangen erreichen, das so genannte „S’eah“ – erreichen, das erfordert Geduld.

Der Mensch muss sich ständig an die Gruppe wenden und sie um Unterstützung bitten, um von ihnen Geduld zu lernen. Es wird nur „Geduld“ genannt, in Wirklichkeit ist es ein gegenseitiges Einbeziehen in die anderen.

Geduld bedeutet, dass dem Menschen bewusst ist, dass er die Spiritualität nicht vor den anderen erlangen wird. Er muss sich mit ihnen verbinden, sie vorantreiben, und dann wird er die spirituelle Welt betreten.

Gerade das Wissen, dass man der Letzte ist, nennt man “das Maß an Geduld“. Es ist eine sehr wichtige Eigenschaft, die aus dem Verständnis hervorgeht, dass es nichts anderes gibt außer dem einen Kli/Verlangen und dem Licht und dass man nur dazu da ist, sie zur Verbindung zu bringen.

Wenn alle danach streben, den Berg zum Palast des Königs zu erklimmen, dann rennt man nicht voraus, sondern schiebt die Freunde von hinten an. Selbst ist man der Letzte. Wenn der Mensch dazu bereit ist, bedeutet das, dass er ein Maß an Geduld hat. Wenn man allen hilft, dann wird man, nachdem sie korrigiert sind, auch korrigiert sein.

Niemand kann die Korrektur früher erreichen als das Umfeld. Das nennt man, dass ein Mensch sich nicht höher erheben kann als sein Kreis – denn es ist ein ganzheitliches System, in dem alle Teile miteinander verbunden sind. Wie kann dann ein Teil korrigiert werden, während ein anderes es noch nicht wird?

Je mehr man sich also bemüht, seine Umgebung zu erheben, desto mehr erhebt man sich selbst. Nur ein solcher Ansatz führt zum Erfolg.

Außerdem misst sich das Maß an Geduld eines Menschen daran, wie gut er die Leiden, die durch das Zurückhalten seiner Selbst entstehen, in Geben und Freude umwandelt. Dann wird das Maß der Geduld, das während dieser Arbeit „standgehalten“ hat, in ein großes Kli/Verlangen verwandelt.

Denn jegliche Ungeduld ist der wahre Ausdruck des Egos, das „brennt“, sich selbst erfüllen will und alles hasst, was es daran hindert, die Erfüllung zu erreichen. Das Maß der Geduld eines Menschen zügelt sozusagen dieses Ego, korrigiert es und ist das Kriterium für den spirituellen Fortschritt eines Menschen.

Letztlich ist das Maß an Geduld die, unkorrigierten Kelim/Verlangen, die zwischen mir und dem Schöpfer stehen. Denn darin erlebe ich die Ungeduld.

[37071]

(Aus dem Unterricht zum Artikel „Einführung zur Lehre der Zehn Sefirot“, 25.02.2011)

 

Der Lautsprecher des Schöpfers

Kongress in Arava. Gespräch beim Essen.

Ihr versteht nicht, wie sehr wir alle von oben gesteuert werden. Der Lehrer ist hier wie ein Lautsprecher, Teil eines höheren Systems, der euch Wissen vermittelt, und nichts weiter. Ihr verehrt doch auch nicht den Lautsprecher dafür, dass er euch etwas Interessantes erzählt. Genauso solltet ihr auch den Lehrer betrachten – ihr solltet das Gerät respektieren, über das euch von oben etwas vermittelt wird, aber mehr auch nicht.

Ich möchte euch warnen, denn genau darin liegt der Unterschied zwischen blinder Verehrung und der Wahrheit. Ich spüre mehr als alle anderen, dass ich von oben gesteuert werde und nichts von mir selbst habe. Ich spiele euch nichts vor, ich führe wirklich nur Befehle von oben aus. Und die ganze Arbeit des Menschen besteht darin, gesteuert zu werden. Je höher er steht, desto mehr wird er gesteuert. Das nennt man ein Sklave des Schöpfers sein, die Stufe Mosche.

Deshalb dürfen wir nicht vergessen, dass wir sensibel dafür sein müssen, was der Schöpfer uns sagt – in uns sagt! Und dann müssen wir entsprechend handeln. Ich spüre, dass dies bereits näher rückt. Und dann steigen wir bereits auf die Stufe von  Bina – wir können hören, was der Schöpfer sagt, das ist bereits die Stufe von Bina. Und danach erlangen wir „das Sehen“.

Lasst uns also versuchen, nicht vom Lehrer abhängig zu sein (er ist begrenzt und vergänglich), sondern alle zusammen zu einem „Gefäß“ (Kli) zu werden, das, wenn es verbunden ist, sehen und auf das reagieren kann, was der Schöpfer ihm sagt. Das ist das Wichtigste. Lechaim! Dieses Hören, dieses Empfinden, das ist das Leben.

[61141]

Aus einem Gespräch bei einem Essen vor dem Kongress in der Arava-Wüste

Geben um zu geben- die erste Korrektur

Frage: Wenn die Materie der Schöpfung das empfangende Verlangen ist, was bedeutet es dann, um des Gebens willen zu geben? Wo ist hier die Arbeit mit dem Verlangen?

Antwort: Der Punkt ist, dass gerade das empfangende Verlangen für das Geben arbeitet. Er unterstützt den Nächsten, hilft ihm und führt verschiedene Handlungen ihm gegenüber aus.

Um das Geben zu geben zu verstehen, muss man zuerst verstehen, was Empfangen um des Gebens willen ist. Es bedeutet, dass ich mit meinen empfangenden Wünschen arbeite, um durch sie meinen Nächsten zu stärken und ihm zu geben, so wie Bina in ihrem ACHaP arbeitet.

In meine Empfangsverlangen schließe ich die Empfangsverlangen meines Nächsten ein und fülle ihn mit allem, was er braucht – und er braucht unendlich viel. Dann wachsen seine Verlangen mit meiner Hilfe zu einer unendlichen Größe und das Licht, das durch mich zu ihm gelangt, wächst zu einer unendlichen Größe NaRaNCHaY.

So arbeite ich, empfangend um zu geben: Ich sorge dafür, meinem Nächsten alles zu geben, was ihm fehlt, ich setze alle meine Fähigkeiten ein und denke überhaupt nicht an meinen eigenen Vorteil.

Dazu brauche ich die höhere Kraft, die nicht in meiner Natur liegt. Meine angeborene Natur lässt mich nur solche Handlungen ausführen, die einen persönlichen Vorteil versprechen – hier ist die Rede von absolut selbstlosen Handlungen, die nicht meinen Empfängerwünschen zugutekommen. Deshalb bin ich dazu nur in der Lage, wenn ich Kraft aus einer höheren Dimension erhalte – aus der Dimension des Gebens.

Ich mache mir also die Bedürfnisse meines Nächsten zu eigen. Im Wesentlichen geht es dabei um Verlangen, die sich auf die Verbindung zwischen uns beziehen, da die spirituelle Arbeit auf der Stufe der Vereinigung von Seelen stattfindet, in der wir uns mit den höchsten Lichtern füllen.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit: ohne die eigenen empfangenden Verlangen zu nutzen, sondern die ganze Fülle von sich an den Nächsten weiterzugeben, an seiner Füllung teilzuhaben, aber nicht durch die eigenen Verlangen. Das ist das reine Geben. Normalerweise gehen diese Handlungen dem gegenseitigen Geben voraus. Sie korrigieren unsere Verbindung. Dank ihnen annullieren wir unseren Egoismus, um uns über ihn zur Einheit zu erheben.

Diese Einheit wird durch die direkte Nutzung unseres empfangenden Verlangens aktiviert.

Auf diese Weise ist das Geben um zu geben ein vorübergehender, kleiner, schwacher, „armer“ Zustand. Es gibt aber keinen Ausweg, wir müssen ihn durchlaufen, denn dadurch reinigen wir uns von unserem Verlangen und erheben uns über alle egoistischen Eigenschaften. Ohne dies ist es unmöglich, mit ihnen zu arbeiten. Zuallererst müssen wir sie „reinigen“ – sie mit dem Licht Chassadim füllen.

[38899]

Aus dem Unterricht zum Thema „Die Grundlagen der einheitlichen Erziehung“

 

Das schwierigste, einzuhaltende Gebot

Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Bildnis oder irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern unter der Erde ist. Bete sie nicht an

und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter an den Kindern straft bis ins dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, der aber Barmherzigkeit übt über Tausende, die mich lieben und meine Gebote halten. (Tora, Exodus, Jitro, 20:3-20:6).

Die Gebote gelten als die Grundlage des menschlichen Gesetzeskodex, als Fundament des menschlichen Daseins. Sie werden in allen Religionen, in allen Gesellschaften akzeptiert und gelten als Grundlage des menschlichen Zusammenlebens. In der Kabbala haben sie eine ganz andere Bedeutung.

„Du sollst keine fremden Götter haben, du sollst dir kein Bild machen“ – ist das am schwersten fassbare aller Gebot.

Das heißt: Ich bin der Einzige! Ich bin körperlos. Man kann Mich nicht abbilden, noch Mich in irgendeiner Weise vorstellen, weder mit den Sinnen noch mit dem Verstand begreifen! Ich gebe euch keinen Anhaltspunkt: Ihr könnt Mich nicht in eure Tasche stecken, in eine Ecke stellen, an die Wand hängen, ein Amulett oder ein Symbol aus mir machen – nichts!

Das ist beim Menschen nicht der Fall. Er ist wie ein Kind, das sich ein Spielzeug schnappt und es wochenlang lang nicht mehr loslässt. Es gibt ihm Trost. 

Ein Mensch geht in den Tempel, betet, beichtet und fühlt sich erleichtert: „Alles wird gut, alles ist in Ordnung.“ Das ist ein Heilmittel für ihn, eine Beruhigung, ein Schutz vor allen möglichen Problemen: soziale, familiäre, usw.

Hier hat man nichts! An wen soll man sich wenden, wenn man sich Ihn nicht vorstellen kann? Das ist ein Problem. Für einen einfachen Menschen in unserer Welt gibt es also keinen Gott. Er kann ihn sich weder vorstellen, noch kann er ihn fühlen. Denn das, worum es geht ist eine Eigenschaft des Gebens, der Liebe, etwas Formloses, das alles erfüllt- und gleichzeitig – nichts Greifbares ist. Wo kann man das enthüllen? Man muss es doch irgendwie wahrnehmen können- aber da ist nichts!

Deshalb kann man sich diesen Gott, die Höhere Kraft von der die Tora tatsächlich spricht, nicht vorstellen, und mit ihr in Kontakt treten. Dazu benötigt man irgendetwas, woran man sich festhalten, an das man sich wenden, sich irgendwie vorstellen kann.

Frage: Warum werden all diese Fäden abgeschnitten? Der Mensch scheint in der Luft zu hängen… Wozu?

Antwort: Damit man Ihn auf einer ganz anderen Stufe findet und auf Seine Stufe aufsteigt. Dann wird man spüren, was man vorher nicht erkennen, fühlen und erfassen konnte, dann wird man ganz neue Sinnesorgane bekommen, sie werden die „fünf Sefirot“ genannt.

Davor gibt es die Fragen: „Welcher Gott? Da ist nichts.“ Natürlich gibt es eine Natur, die mich dreht, die mich voranbringt, die etwas tut: die lenkt, vorantreibt, etwas macht: Sie zwingt einen zu leben, zu existieren, Kinder zu zeugen, sich durch die Gesellschaft zu lenken und sich dann unter die Erde begraben zu lassen. Und das war es.

Ich übertreibe die Dinge absichtlich um zu zeigen, dass der Mensch keine Verbindung zum Schöpfer oder zur Tora hat. Deshalb heißt es, dass die Tora rein ist, denn niemand hat sie je berühren können.

Die Tora ist eine Lehre, sie ist eine spirituelle Mechanik, die völlig losgelöst vom Menschen ist!

Es ist gut, dass man sie als Grundlage für Regeln, das menschliche Zusammenleben und als Rechtssystem zugrunde gelegt hat. Ohne sie wären wir Barbaren!

Ich betone noch einmal, dass diese Regeln und Gesetze nichts mit dem wahren Inhalt der Thora zu tun haben.  Man muss erkennen, dass ihre Stärke, ihre Wahrheit, ihr Innerstes nicht darin liegt, was man in dieser Welt tut, sondern darin, dass sie einen dazu bringt, auf eine höhere Stufe aufzusteigen, auf der wir den Schöpfer offenbaren, auf der es nicht nötig ist, dass Er sich für uns in eine Form oder Erscheinung kleidet.  Man steigt zu solchen Wahrnehmungssorganen auf, in der keine äußere Gestalt nötig ist, da wir selbst aus uns heraustreten.

Deshalb ist das Gebot „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ das erste, grundlegende Gebot. Jedes weitere Gebot (denn nicht umsonst sind sie in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet), bestimmt seine Erfüllung und alle nachfolgenden Gebote.

Wenn man dieses Gebot nicht erfüllen kann, sind alle anderen bedeutungslos. Sie führen einen nicht zum Ziel. Dieses erste Gebot muss man ständig vor Augen haben. Um seinetwillen erfüllt man alle anderen.

[109450]

Aus der Fernsehsendung „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“

 

Den Schöpfer hören

Frage (Idan, 11 Jahre alt): Wenn der Schöpfer mit den Menschen in der Bibel und im Pentateuch sprach, warum spricht Er heute nicht mit uns? Und wenn Er doch mit uns, mit der heutigen Generation, spricht, wie kann man dann davon erfahren?

Meine Antwort: Der Schöpfer spricht ständig mit dir, doch du hörst es nicht. Er wohnt in deinem Herzen und spricht zu dir, doch du willst dein Herz nicht öffnen!

Er klopft an dein Herz, wie an eine Tür, doch du machst nicht auf, weil du Seine Klopfzeichen nicht hörst, dir fehlt das Gehör, Bina, die Eigenschaft des Gebens. Wenn jemand an die Tür klopft, du aber Probleme mit dem Gehör hast, dann hörst du es nicht. „Das Ohr“, das Gehör bedeutet in der Spiritualität die Stufe der Bina, die Kraft des Gebens. Wenn du empfänglich für das Geben, für die Nächstenliebe gewesen wärest, würdest du hören, dass Er zu dir spricht.

Frage: Was sagt Er?

Meine Antwort: Er sagt: „Lass uns umarmen! Lass uns zusammen sein!“ Doch sich mit dem Schöpfer zu umarmen bedeutet, genauso wie Er zu sein, in der Eigenschaft des Gebens und der Nächstenliebe zu leben, und das will ich nicht. „Gib mir etwas für mich persönlich, dann kannst du kommen! Doch damit, was du mir anbietest, komme nicht! Ich will dir die Tür nicht öffnen“, – das sagen wir zu Ihm.

Auszug aus dem Programm „Frage den Kabbalisten“, 18.04.2010

Der Eigenschaft des Gebens dienen

Und sie traten vor den Schöpfer. Und Josua sagte zum ganzen Volk, was Gott Israels gesagt hatte: Über dem Fluss lebten seit Urzeiten eure Vorfahren, Terach, der Vater Abrahams und der Vater Nahors, und sie dienten anderen Göttern. (Propheten, Buch Josua, 24:1-2)

Es gibt nur zwei Möglichkeiten des Seins: Entweder im eigenen Egoismus, in dem wir geboren wurden und uns entwickelt haben, oder über den Fluss zu ziehen und das Land Israel zu betreten, d.h. auf einer ganz anderen Stufe, in einem anderen Verlangen – „in einem anderen Land.“

Deshalb heißt es, dass der Vater Abrahams und der Vater Nahors anderen Göttern dienten, also nicht der Eigenschaft des Gebens und der Liebe, sondern des gewöhnlichen Egoismus.

Das Land ist das „Razon“ (Wunsch). Israel leitet sich vom Wort „direkt zum Schöpfer“ ab.

Wenn der Mensch beabsichtigt, die Stufe, die Eigenschaft des Schöpfers zu erreichen, wird er zu einem vollkommen anderen Menschen. Dafür ist es notwendig, an sich zu arbeiten.

Frage: In der Tora handelt es sich doch um einen Menschen. Was bedeutet es, dass ich einmal gelebt und anderen Göttern gedient habe? Was ist das in mir?

Antwort: Das bedeutet, dass der Mensch ein Egoist war und nur an sich selbst gedacht hat. Doch mit der Zeit erkannte er, dass es in der Welt ein höheres Ziel gibt – ein Ziel, das größer, bedeutender und wahrhaft erfüllender ist. Der Mensch nimmt dieses Ziel an, passt sein Verhalten schrittweise an, um diesem Ziel näherzukommen.

Frage: Von welchen anderen Göttern ist hier die Rede?

Antwort: Von allen egoistischen Götzen, sie sind zahlreich. Jeder verehrt das, was er begehrt – Geld, Macht, Ruhm und andere materielle Wünsche. Diese Götzen sind die Manifestationen unseres Egoismus.

Diejenigen, die die Stufe der Gebens und der Liebe zum Nächsten erreichen wollen, haben nur einen Schöpfer.

[288793]

Aus der Fernsehsendung „Geheimnisse des Ewigen Buches“  

 

Erweckung der Punkte im Herzen

Frage: Solange ein Mensch keinen „Punkt im Herzen“ hat, hört er die Kabbalisten nicht. Gibt es eine Möglichkeit, ihn zu erwecken?

Antwort: Die Erweckung erfolgt ausschließlich durch die Verbreitung und innerer Arbeit unter denjenigen, die bereits einen Punkt im Herzen besitzen.

Wenn wir uns innerlich untereinander verbinden, und das sind bereits Millionen von Menschen weltweit mit einem erwachenden Punkt im Herzen – und anfangen, uns gegenseitig zu unterstützen, indem wir erkennen, dass dies der Weg ist, um uns selbst zu erheben, werden wir auch andere anziehen. Diese Menschen werden spüren, wie ihr inneres Wesen zum Leben erwacht.

Stellen wir uns einen Körper vor, der sich im Zustand des Bewusstseinsverlusts befindet und allmählich wieder zu Bewusstsein kommt. Organe, die erwachen, ziehen andere mit sich und helfen ihnen ebenfalls, sich zu regenerieren. So funktioniert es auch bei uns. 

Wir müssen uns nach vorne ziehen, hin zu einem höheren Bewusstsein, weg von einem unbewussten Zustand in Bezug auf den Schöpfer. Allmählich werden wir an einen Punkt gelangen, an dem auch andere Menschen erkennen, dass es einen Zustand gibt, der über unsere gegenwärtige Realität hinausgeht, und dass wir in der Lage sind, auf eine höhere Ebene aufzusteigen, um in diesem Leben etwas ganz anderes zu empfinden – uns selbst als ewig und vollkommen existierend.

Unser irdisches Leben geht nicht verloren; es wird vielmehr durch das Empfinden höherer Welten ergänzt, in denen wir die Kraft wahrnehmen, die diese Welt lenkt und die Realität formt.

Frage: Wenn nur der Schöpfer den Punkt im Herzen erweckt, wie können wir das dann für ihn tun?

Antwort: Wir tun das nicht für ihn! Wenn wir dieses Kraftfeld – den Schöpfer – aktivieren, indem wir uns miteinander verbinden und von diesem Gefühl erfüllt werden, erwecken wir auch alle anderen Punkte, die sich bisher in Bezug auf sich selbst noch nicht offenbart haben. Wir aktivieren das gesamte Feld!

Frage: Bedeutet das, dass absolut jeder einen Punkt im Herzen hat?

Antwort: Ja, absolut! Andernfalls würden die Menschen nicht existieren.

Frage: Sind also alle Punkte im Herzen gleich, unabhängig von deinem finanziellen oder anderen Status?

Antwort: Ja, sie sind unabhängig von den Bedingungen unserer Welt! Sie unterscheiden sich jedoch in ihrer Realisierung, da sie verschiedenen Teilen der gemeinsamen Seele angehören. Aber die Methode ihrer Entwicklung und Korrektur ist gleich, nur jeder empfindet sie individuell.

Frage: Sind die Punkte von Baal HaSulam und Rabash ebenfalls solche, die nur auf einer anderen Stufe der Realisierung stehen?

Antwort: Tatsache ist, dass sie sich vor dir realisiert haben, und du realisierst dich später. Na und? Letztendlich erreichen alle die gleiche Stufe.

Wenn wir uns miteinander verbinden, schließen wir alle anderen in uns ein. Daher gibt es keine Ausnahmen oder Privilegien – wir sind alle gleichwertig im Prozess der spirituellen Entwicklung.

[#342430]

Aus dem Gespräch „Mein Telefon hat geklingelt. Punkt im Herzen.“

 

 

Warum können wir das Wesen des Schöpfers nicht erfassen?

Frage: Warum können wir etwas Unbegreifliches, das man das Wesen des Schöpfers nennt, nicht erfassen?

Antwort: Wir können die Essenz des Schöpfers nicht begreifen, weil wir nicht die Werkzeuge dazu haben.

So wie ein Tier die Stufe eines Menschen nicht begreifen kann, kann ein Mensch die Stufe des Schöpfers nicht begreifen. Wir haben nicht die notwendigen Werkzeuge dafür, d.h. Eigenschaften.

Unsere Eigenschaften, die auf Plus und Minus aufgebaut sind, wurden vom Schöpfer in einem solchen Umfang, auf einer solchen Stufe geschaffen, dass wir ihn erfassen können, aber nur auf der Grundlage der Eigenschaften, mit denen er uns erschaffen hat. Darüber hinaus können wir sie nicht begreifen.

Frage: Ist das wirklich so, oder gibt es noch etwas anderes?

Antwort: Vielleicht gibt es noch etwas anderes.

Wenn wir am Ende der 6000 Jahre, oder vielleicht sogar schon früher, unsere Eigenschaften vollständig korrigiert und sowohl die positiven als auch die negativen Eigenschaften richtig genutzt haben, dann werden wir endlich die Stufe erreichen, die der Schöpfer für uns vorgesehen hat: Ihn in diesen 6.000 Jahren zu erlangen.

Dann ist es durchaus möglich, dass wir den nächsten Raum, die nächste Leere, die wir begreifen können, für uns entdecken werden, aber wir wissen noch nichts darüber. Es gibt einige Vermutungen, aber das sind nur Vermutungen.

 [247532]

Aus dem Kabbala Unterricht