Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Verbreitung ist eine Partnerschaft mit dem Schöpfer


Ich wiederhole immer, dass wir die Kabbala verbreiten müssen, wenn wir Erfolg haben wollen. Jedoch spüre ich, dass „Verbreitung“ kein gutes Wort ist, da ich mich wie ein Verkäufer anhöre oder wie ein Versicherungsagent, der jedem seine Versicherung aufdrückt. Wenn wir über die Verbreitung der Kabbala sprechen, könnte es sich anhören, als ob wir versuchen, anderen etwas aufzunötigen.

Heute wird das Wort „Verbreitung“ mit Kommerz und Verteilung von Waren in Verbindung gebracht. Daher denken jene, die den Begriff nicht kennen, dass es mit Kommerz oder Geschäft zu tun hat, dass wir etwas verkaufen und Profit machen. Anders ausgedrückt: Dieses Wort ist sehr schlüpfrig.

Aber tatsächlich besteht unser ganzes Leben aus Verbreitung, denn die wahre Bedeutung dieses Wortes ist, sich dem Schöpfer anzunähern, auszustreuen, auszudehnen, zu enthüllen und zu erlangen. Die gesamte Schöpfung beginnt mit Verbreitung. Das heißt, sie beginnt aus einem winzigen Punkt, wo plötzlich aus dem Nichts etwas, das existiert, geboren wird – Yesh Mi Ain (etwas aus nichts) und dann geht es mit der Verbreitung durch die vier Phasen des Direkten Lichts weiter und es werden alle Welten, herunter bis zu unserer Welt erschaffen.

Die letzte spirituelle Stufe bricht als eine einzelne winzige spirituelle Füllung in unsere Welt. Die gesamte Materie unserer Welt, das ganze Universum, wurde aus diesem einen Funken in einem Prozess, der als Big Bang oder als Urknall bezeichnet wird, geboren und verbreitet sich fortwährend. Auf diese Weise entwickelt es sich, bis sich unser Solarsystem bildet, unser Erdball und alles, was hier existiert.

All das gehört zur Verbreitung des Schöpfers hinaus zu seinen geschaffenen Wesen, um die Schöpfung Ihm anzugleichen. Dies geschieht unter der Einwirkung des Lichts, Seiner Eigenschaft des Gebens. In der Tat stellt jede Geburt oder Entwicklung Verbreitung dar. In anderen Worten ist die wahre innere Eigenschaft der Verbreitung eine Partnerschaft mit dem Schöpfer. Das bedeutet, durch Zusammenarbeit mit dem Schöpfer, bei der Überbringung und Enthüllung Seines Plans an die Welt zu helfen.

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Unter Israel versteht man all jene, die direkt zum Schöpfer streben


Frage: Betrachtet die Kabbala die jüdische Nation als das auserwählte Volk Gottes?

Antwort: Das auserwählte Volk ist eine Gruppe von Menschen, die irgendwelche irdischen Charakterzüge oder Eigenschaften haben mögen. Das Wichtige ist, das sie „Punkte im Herzen“ haben – ein Streben zum Schöpfungsziel: Anheftung an den Schöpfer durch Gleichheit der Form. Diese Gruppe muss ebenfalls eine Empfindung von ihrer Mission haben: die Methode der Korrektur zu meistern und sie der ganzen Welt zu lehren.

Diese Gruppe wird Israel (von den Worten Isra – „direkt“ und El – der Schöpfer) genannt, weil sie „direkt zum Schöpfer“ ausgerichtet ist – auf Schenken und Liebe für den Nächsten. Jeder, der diese Bedingung erfüllt, wird Israel genannt und ist „auserwählt“.

Wir stammen alle von der alten Zivilisation in Babylon ab – eine einzige Nation. Einige der Menschen im alten Babylon akzeptierten die Methode der Korrektur, die Abraham jedem anbot und aufgrund ihrer Absicht wurde diese Gruppe Israel genannt.

Heute wird sich die gesamte Menschheit bewusst, dass wir mit unserer egoistischen Entwicklung, die seit dem alten Babylon 4.500 Jahre gedauert hat, in einer Sackgasse angelangt sind. Diese Bewusstwerdung wird uns zwingen, uns über unseren Egoismus zu erheben und zusammen die Stufe des Schöpfers zu erreichen. Dies ist der Plan der Natur.

Diejenigen, die diesen Ruf spüren und erkennen, haben die Aufgabe, die gesamte Menschheit zu leiten, das gesamte Babylon. Das ist es, was sie zu Auserwählten macht. Dies schreibt Baal HaSulam in Punkt 19 seines Artikels Die Bürgschaft (Arwut):

Rabbi Elazar, Sohn von Rabbi Shimon, Autor des Buches Sohar, verdeutlicht dieses Konzept von Arwut (Bürgschaft) noch weiter, indem er erklärt, dass es nicht genügt, dass ganz Israel füreinander verantwortlich ist, sondern dass stattdessen die ganze Welt in diese Bürgschaft mit eingeschlossen werden muss… Doch das Ende der Korrektur der Welt wird erfolgen, wenn sich alle Völker dieser Welt dieser – seiner [des Schöpfers] Arbeit stellen. Wie geschrieben steht: „Und der Ewige wird König sein über alle Lande: An diesem Tag wird der Ewige der einzige sein und sein Name der einzige. (Sacharja 14, 9). Und es heißt: „an diesem Tag“ und nicht eher. Und es heißt auch weiter: „denn das Land wird voll der Erkenntnis des Ewigen sein… (Jesaja 11, 9) …und alle Völker werden zu Ihm strömen (Jesaja 2, 2)“.

Die Rolle Israels gegenüber der Welt ist, dass sie dazu verpflichtet sind, spirituell aufzusteigen und die gesamte Menschheit vorzubereiten, das erhabene Werk der „Liebe für den Nächsten“ zu akzeptieren, das ein Hilfsmittel ist, eine Leiter, die zum Ziel der Schöpfung führt – der Anheftung an den Schöpfer.

Verwandtes Material:
Blog-post: Nationalität resultiert aus den Eigenschaften der Seele
Blog-post: Warum hasst ein jeder Israel?
 
 
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Die Nationalität resultiert aus den Eigenschaften der Seele


Drei Fragen, die ich über die Vorstellung von Nationalität und Israel erhielt

Frage: Wenn ein Mensch als Jude geboren wird, bedeutet das, dass er immer als Jude wiedergeboren wird?

Antwort: Ja, denn seine Seele stammt aus Babylon und nahm den Weg der Korrektur, stieg dann während der Zeit der Tempel zur Stufe der vollständigen, persönlichen Korrektur auf und fiel dann von diesem Level auf die Stufe aller Seelen in dieser Welt, um 2000 Jahre zusammen mit ihnen zu verbringen (und sogar schlechter dran als sie), während sie sich im Exil vom spirituellen Leben befinden. Genau diese Seele muss aufsteigen und allen anderen helfen, dasselbe zu tun – allen Seele helfen die vollständige Korrektur zu erreichen.

Frage: Wenn die Antwort ja ist, ist es dann deswegen, weil die Nation Israel auserwählt wurde, den Plan des Schöpfers zu überbringen? Dies würde bedeuten, dass alle anderen Menschen auch weiter in der gleichen Nationalität geboren werden, in der sie begonnen haben?

Antwort: Ja. Jedoch wissen wir nichts über die anderen zehn Stämme, wo sie sind und wer sie heute sind. Es ist möglich, dass sie heute einige Milliarden Menschen sind – die, die auf dem spirituellen Level waren und während der Zeit des ersten Tempels herunterfielen. Wir lernen über diesen Fall und seine Korrektur aus dem Zerbrechen von zwei Partzufim, DACHGAT und NHY, in der Welt Nekudim, ihrem gemeinsamen Fall und ihrer gemeinsamen Korrektur. Nachzulesen im Teil 6 und 7 des Talmud Esser Sefirot.

Frage: Was passiert, wenn ein Mensch zum Judentum konvertiert und sehr hart an dem Versuch arbeitet, den Schöpfer zu erreichen? Wird er auch ein Teil der Nation Israel (physisch und spirituell)?

Antwort: Es gibt keine solche Nation. Diese Menschen sind antike Babylonier, welche damals anfingen, sich selbst zu korrigieren. Die anderen, die sich weiterhin egoistisch entwickelten, gingen dazu über, sich aus den 70 Kräften von Seir Anpin der Welt Atzilut zu entwickeln und deswegen werden sie Nationen genannt – jede hat ihre eigene Form von Egoismus.

Die früheren hießen „Hebräer“, was vom Wort Ever kommt, „drüben“ (über dem Machsom), „Juden“ – weil sie auf die Korrektur oder den Messias warten und Yehudi (Jude), was vom Wort Yehud stammt und Einigkeit (mit dem Schöpfer) bedeutet. Das ist es, was sie von ihren Brüdern trennt, den anderen Babyloniern. Niemand konvertiert einfach nur zum Judentum, auf die Art, wie wir es in unserer Welt sehen, sondern spirituelles Judentum ist vielmehr, wenn sich jemand selbst auf die Stufe des Schöpfers korrigiert, wenn jemand durch das Studium der Kabbala den Schöpfer erreicht. Genau wie in früheren Zeiten wurden die, die heute die Nation Israel sind, von den anderen Babyloniern getrennt, da sie anfingen, ihren Egoismus zu korrigieren.

Man sollte die Welt als die gleiche babylonische Zivilisation ansehen, als einen Teil, der sich zeitweise selbst korrigiert – und heute muss jeder korrigiert und wie der Schöpfer werden. Es gibt so etwas wie physisches Judentum nicht, genauso wie es keine Religionen, Glauben und so weiter gibt. Alle diese Dinge sind falsch und egoistisch im Verständnis der Kabbala. Woher haben Menschen genau solche Vorstellungen, auch wenn sie falsch liegen? Sie hatten diese Ideen entweder weil ihre Seelen verborgen waren vor ihrem Inneren oder vom Fall der Kabbala auf das egoistische Level. Wer waren die früheren Nationen? Sie waren Heiden oder Gläubige wie Römer oder Griechen. Alles andere rührte vom spirituellen Fall her, um die Entwicklung der Babylonier zu beschleunigen und sie von der Notwendigkeit zu überzeugen, dem Schöpfer gleich zu werden.

Verwandtes Material:
Blog-post: Was ist die spirituelle Wurzel des Holocaust?
Blog-post: Kabbala ist für die ganze Welt
 
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Bruce Lipton „Wir sind ein Ganzes“


Der berühmte amerikanische Biologe Dr. Bruce Lipton sagte: „Wir werden keine Menschheit, solange wir uns nicht bewusst werden, dass wir ein Ganzes sind und alle Menschen sich vereinigen müssen.

Die diskutierten Hauptthemen:

1. Menschen sind die Zellen einer großen Gesellschaft, die sich vereinigen, um ihr Wissen zu teilen und einen einzigen lebenden Organismus zu schaffen – die Menschheit. Vorher sind wir keine Menschen. Wir werden jedoch nur eine Menschheit erschaffen, wenn wir verstehen, dass wir alle Zellen eines einzigen lebendigen Organismus sind und harmonisch zusammenarbeiten müssen. Dann werden wir die nächste Stufe der Evolution erschaffen.

2. Das Internet ist eine evolutionäre Stufe – ein Kommunikationssystem, welches allen „Zellen“ des Menschheitskörpers dazu verhilft, sich miteinander zu verständigen und Informationen auszutauschen. Darum müssen wir uns vereinigen.

3. Ein Mensch ist in der Tat eine Nachbildung einer Zelle. Die Essenz ist ganz einfach: Unabhängig davon, wie komplex ein Mensch ist, gibt es in ihm keine neuen menschlichen Funktionen, die sich nicht in einer einzelnen Zelle befinden. Ein Mensch ist die Kopie einer Zelle.

4. Eine Gemeinschaft von Menschen ist eine Struktur vieler Zellen, die sich miteinander abstimmen und eine Einheit erschaffen, die einer Zelle gleicht. Dieses wird zur Selbstverwirklichung der Gemeinschaft. Wenn die Menschheit erst einmal vollendet sein wird, dann wird auch die Erde als ein Organismus seine Evolution vervollständigen. Dann werden wir Einheit erlangen.

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Das beste Heilmittel für alle Krankheiten

Wenn wir uns selbst nicht rechtzeitig korrigieren, werden wir auf der tierischen Stufe Leiden erleben, damit die menschliche Stufe in uns kultiviert wird. Es liegt aber in unserer Macht, ohne Leiden voranzukommen! Alle Krankheiten und Unglücke gibt es, um uns zur Korrektur zu „zwingen“, doch warum sollten wir uns auf diese Weise korrigieren?

Lasst uns im Voraus nach Problemen und Krankheiten suchen, wie ein alter Mann, der ahnt, dass er etwas verloren hat. Auch wenn wir in unseren jetzigen Kelim nicht fühlen, dass es an Korrektur fehlt, lasst es uns enthüllen. Schließlich müssen wir doch durch eine große Menge von Korrekturen gehen, bis wir zur vollständigen Korrektur gelangen.

Wie also gehen wir es an, die Verdorbenheit zu enthüllen? Wir müssen an der Grenze zwischen „Wurzel, Seele, Körper“ und „Kleidung und Schlösser“ danach suchen, unserer inneren und äußeren Kelim, Galgalta ve Enajim und AHP. Hier liegen alle unsere Probleme: in den Beziehungen untereinander und allen anderen und nicht in uns oder in ihnen.

Wir müssen danach verlangen, die „Kleidung und Schlösser“, welche die äußeren Seelen sind, an uns selbst, an „Wurzel, Seele, Körper“ anzuheften. Auf diese Weise werden wir ein ganzes und vollkommenes Kli, eine einzige Seele erwerben.

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Eine Wahl in der Welt der Unendlichkeit?

Frage: Sie haben einst während des Unterrichtes gesagt, dass die Wahl nur im Fall der Ungewißheit notwendig ist. Wird die Freiheit der Wahl auch dann vorhanden sein, wenn wir den Zustand der vollkommenen Korrektur erreichen?

Meine Antwort: Je höher wir aufsteigen, desto schwieriger ist es, mit dem Schöpfer einverstanden zu sein. Und doch finden wir jedes Mal in uns die Kraft dazu. Vor dem Eingang in die Welt der Unendlichkeit offenbare ich, dass es niemanden schlechteren als den Schöpfer gibt. Bei jeder Frage, bei jeder Angelegenheit fühle ich die Meinungsdiskrepanz. Ich bin Ihm gegenüber mit endlosem Hass erfüllt. Aber gleichzeitig finde ich die Kraft, mich über diesen Zustand zu erheben und das Gegenteil zu erkennen: Es gibt niemanden außer Ihm, niemanden, der genauso vollkommen wäre, wie Er.

Ich stehe vor der Wahl – wohin soll ich vor Ihm flüchten? Dabei verstehe ich, dass es nirgendwo einen Platz gibt, der frei von seiner Gegenwart ist. Ich kann nicht flüchten, da alles um mich herum die Unendlichkeit ist.

Unabhängig davon, welche Stufe der Korrektur der Mensch erreicht hat, wird sein böser Trieb „Jezer HaRa“ ihn trotzdem überwältigen. Wir enthüllen die Schöpfung wie „Esh mi Ajin“ gegenüber „Esh mi Esh“.

Ansicht eines Menschen, der die Zukunft der Menschheit gesehen hat

Wir fingen im Unterricht an, Artikel von Baal HaSulam „Einleitung in die Lehre von 10 Sefirot“ zu studieren, welche mir als die wichtigste Einleitung erscheint. Teilweise enthält diese die Auszüge aus der Einleitung des Buches von ARI, was von seinem Schüler, Chaim Vital (MARCHI) geschrieben wurde. Diese Einleitung enthält in der Tat den gesamten Weg, den wir durchlaufen müssen, um das Ziel zu erreichen.

Darüber hinaus haben wir eine Menge anderer Sachen, aber nichts erklärt so aufeinanderfolgend, aufbauend, methodisch und zweckgebunden diesen Pfad, auf dem wir uns bewegen und verändern müssen. Weitere Artikel und Einleitungen geben uns einen allgemeinen Überblick über die Weisheit der Kabbala, oder betrachten es aus irgendeinem speziellen Blickwinkel.

Aber diese Einleitung wählt von Anfang an eine sehr schmale, leitende Linie, um dem Menschen, der sich mit der Frage nach dem Sinn seines Lebens beginnt zu beschäftigen, zu zeigen, wie er seine endgültige Realisierung erreichen kann – mit allen Schwierigkeiten, die sich auf diesem Weg zeigen und in Bezug auf jeden Menschen: spirituell oder material gesehen .

Deswegen ist das eine ungewöhnlich tiefe Einleitung und nicht leicht in der Wahrnehmung von Anfängern. Dafür werden Jahre benötigt, um es aufzunehmen, zu verstehen und sich selbst in ihm zu finden. Es ist notwendig in kleinen Portionen zu studieren, vorsichtig, bis der Mensch wächst, dann wird es möglich sein,
ihm mehr zu enthüllen.

Wir müssen verstehen, dass diese Einleitung von einem Mensch geschrieben wurde, der an der Spitze einer neuen Ära stand, der letzten Stufe der menschlichen Entwicklung, welche aus der unbewussten zur bewussten Entwicklung übergehen sollte. Von der Stufe, auf der wir uns nicht einmal als Menschen bezeichnen konnten, sondern nur als hochentwickelte Tiere, die gemäß den Instinkten handeln und vollständig von den Kräften der Natur gelenkt werden, müssen wir jetzt auf ein neue Stufe aufsteigen. Im Inneren des Geschöpfes beginnt sich etwas zu entwickeln, dass aufgefordert ist, so ähnlich wie der Schöpfer zu werden.

Wir müssen den Menschen verstehen, der am Beginn des gesamten Prozesses ist, seinen Standpunkt und seine Ansicht, und versuchen uns ihm anzunähern.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Einführung in die Lehre der 10 Sefirot“, 18. 12.2011

Warten nützt nichts

Nur die Kraft, die ich vor mir entwickle, damit sie mich zum Geben zieht, ist ein Anzeichen für das spirituelle Vorankommen. Manchmal begreifen wir nicht, was geschieht – warum es kein Vorankommen gibt, nachdem so viele Anstrengungen unternommen wurden. Wir befinden uns bereits seit so vielen Jahren auf diesem Weg, können aber immer noch die Vorbereitungszeit nicht abschließen. Was wird von uns noch verlangt?

Und wir begreifen nicht, dass wir diese ganze Zeit nur darauf gewartet haben, dass irgendeine Kraft kommt und uns vorantreibt, anstatt selbst, durch eigene Handlungen, eine solche Kraft zu erschaffen, die uns nach vorne zieht und nicht von hinten schiebt, damit wir durch die Größe des Ziels, des Gebens vorankommen – und die Motivation dazu bekommen wir von der Umgebung.

Genau darin besteht unsere Arbeit, unser freier Wille, die Annullierung unserer selbst und Erhebung der Umgebung. Und das alles, damit wir uns von dem Ziel begeistern und es erheben können. Die Wichtigkeit, die ich selbst dem Ziel beimesse, genügt nicht. Ich brauche eine starke Anziehungskraft, damit sie meinen Egoismus überwiegen und mich zwingen kann, mich Tag und Nacht um dieses Ziel zu kreisen, ohne zu schlafen.

Wenn es mir gelingt, dermaßen große Anziehungskräfte zu entwickeln, werde ich vorankommen.

So sieht die menschliche Stufe aus, die allen vorangegangenen Stufen entgegengesetzt ist. Es ist keine natürliche Entwicklung, die von der Natur ausgeht und von alleine läuft. Hier helfen keine Leiden – sie werden mich nicht vorantreiben. Dabei helfen mir nur meine eigenen Anstrengungen und Bündelung der Kräfte, Umsetzung aller Ratschläge der Kabbalisten und aller Mittel, die mich beeinflussen und mir die Wichtigkeit des Ziels einreden, damit ich dem Ziel entgegenstrebe.

Und das Ziel ist das Geben, dem ich ohne jegliche anderen Berechnungen, Ziele und Belohnungen entgegenstrebe. Das reine Geben – und nichts anderes.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 28.12.2011

„Die Religion“ ist die Schule des Aufstiegs zum Schöpfer

Wie der Ari im Buch „Der Baum des Lebens“ (16 Jhd.) schreibt, haben wir die Fauna verlassen und nahmen die menschliche Gestalt an. Es geschah sowohl auf dem physischen, körperlichen Niveau, als auch auf dem spirituellen Niveau, auf dem Niveau der Seele: wir entwickeln uns in den Verlangen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur, bis die egoistischen Wünsche der vierten, menschlichen Stufe erreicht werden. Diese Stufe wird auch auf vier ähnliche Niveaus geteilt, aber insgesamt unterscheidet sich das Menschengeschlecht von den übrigen durch die besondere Form seiner Entwicklung.

Früher geschah die Entwicklung auf dem materiellen Niveau, im Rahmen der Absorption und der Absonderung der Stoffe. Dabei ist die unbelebte Natur fast immer durch die inneren Prozesse beschränkt, und die pflanzliche Natur befindet sich schon im Stoffwechsel mit der Umwelt: sie atmet, absorbiert in den geringen Mengen.

Dabei hängt sie vollständig von den äußerlichen Bedingungen ab, bewegt sich nicht und ist den Saisonbedingungen untergeordnet. Die tierische Natur ist noch weniger beschränkt: ihre Vertreter bewegen sich, verfügen über das mehr entwickelte Verlangen, gebären auf die besondere Weise ihre Nachkommenschaft, absorbieren die Nährstoffe besser und produzieren die Abfälle… Damit endet eigentlich die äußerliche, materielle Entwicklung.

Und weiterhin schließt sich dazu die besondere, die vierte Stufe an. Warum konnte man nicht den Entwicklungsprozess auf dieser Etappe beenden? Warum konnte das dritte Stadium der Verbreitung des direkten Lichtes nicht zum endgültigen werden?

Keter, oder das wurzelständige Nullstadium, hat das Verlangen zu empfangen (das erste Stadium oder Bchina Alef) geschaffen und füllte es aus. Weiterhin hat dieses Verlangen gewollt, dem Höheren gleich zu werden, was schon das zweite Stadium (Bchina Bet), den Wunsch zu geben, auszeichnet. Um das Geben an das Höhere zu verwirklichen, trifft das zweite Stadium folgende Entscheidung: „Ich muss unbedingt empfangen“. Dann bildet es aus der Mitte der Bina für sich den neuen Zustand, das dritte Stadium (Bchina Gimmel) oder Seir Anpin, das mit der Absicht des Gebens empfängt.

Was fehlt hier? Denn eigentlich hat das dritte Stadium alles – alles, außer der Selbstständigkeit, außer dem Selbstbewusstsein und dem Begreifen des Höheren und des eigenen Ich. Es mangelt also an der inneren Entwicklung in Bezug auf das Höhere. Anders gesagt, hier ist die Verbindung mit der Wurzel notwendig, um den Entwicklungsprozess fortzusetzen.

Es mangelt also an der inneren Entwicklung in Bezug auf das Höhere. Hier ist die Verbindung mit der Wurzel notwendig, um den Weg fortzusetzen.

Von hier aus entsteht das vierte Stadium (Bchina Dalet oder Malchut). Es ist die besondere Stufe, auf der die innere, qualitative Entwicklung stattfindet.

Bis dahin hat sich das Verlangen entsprechend entwickelt. Wir sehen es in unserer Welt, in der genug Egoismus vorhanden ist. Und jetzt müssen wir uns qualitativ entwickeln, um die höchste Wurzel zu begreifen. Die Welt hat schon ihre Selbstsucht erkannt und verstanden, dass es unmöglich ist, sie auszufüllen. Alle Formen wurden erprobt, im Ergebnis haben wir alles zerstört. Es bleibt nur die Frage der Verbindung mit dem Höheren, mit dem Schöpfer, offen: woher komme ich und wohin gehe ich?

Somit ist das vierte Stadium, die Etappe der menschlichen Entwicklung, eingetreten, die von den Wünschen anderer Niveaus begleitet wird.

Von hier aus muss man begreifen, was die „Religion“ im Kontext der Entwicklung ist. Sie ist der besondere Mechanismus, das besondere Mittel, das uns ermöglicht, den Bruch zwischen mir und dem Schöpfer zu erkennen. Die Religion bezieht sich nur auf die menschliche Stufe.

Wer kann diese Arbeit beginnen? Derjenige, wer die Abwesenheit der Verbindung mit dem Schöpfer empfindet und diese verlangt. Mit anderen Worten, nur diejenigen, die einen Punkt im Herzen (•) haben. Alle Übrigen blieben auf den vorhergehenden Stufen der Entwicklung: der unbelebten, der pflanzlichen und der tierischen.

Deshalb empfinden wir diesen Unterschied, den Bruch, die Anstrengung, die Anziehungskraft zum Höheren. Er entwickelt in uns das Gefühl des Begreifens des Übels.

Welches Übel ist hier gemeint? Möglicherweise fühle ich mich schlecht, weil ich es nicht geschafft habe, etwas zu stehlen, ohne gefangen zu werden? Oder empfinde ich das Übel in Bezug auf den Schöpfer? „Die Religion“ stellt in diesem Sinn die Schule der inneren und äußerlichen Bildung dar, die mir zeigt, wie weit ich vom Schöpfer entfernt bin, und wie ich diesen Abstand verkürzen kann.

Diese Wahrnehmung ist auf keine Weise mit den traditionellen Vorstellungen über „die Religion“ verbunden. Es gibt den Menschen, und es gibt die Höhere Kraft – die Aufgabe besteht also darin, das Gegenteil zu erkennen und den Bruch zu verhindern.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“, 29.11.2011

Alles hängt von unserem Verlangen ab!

Frage: Werden wir eine dauerhafte spirituelle Stufe auf dem Kongress erreichen können?

Meine Antwort: Wir können auf dem Kongress wenn nicht eine dauerhafte, dann zumindest eine vorläufige spirituelle Stufe erreichen. Sie wird uns die Reshimot geben und ein bestimmtes spirituelles Bild in uns erschaffen, dem wir später entgegenstreben und das wir immer wieder aufrufen und in uns formen können. Deshalb müssen wir wollen, dass in uns zumindest vorläufig das Verständnis der nächsten Schöpfungsstufe, unseres nächsten Zustandes, entsteht. Und später wird das dauerhafte kommen – das ist kein Problem. Der Mensch wird bereits ein klares Verständnis dessen haben, wonach er streben soll.

Wir können sogar den dauerhaften spirituellen Zustand erreichen – das hängt von unserem Gesamtverlangen ab. Wenn wir wollen, ist alles möglich!

Es spielt keine Rolle, wo sich der Mensch während des Kongresses befindet. Wenn er aus Gründen, die nicht von ihm abhängen, nicht kommen kann (Probleme mit Geld, Arbeit, Familie etc.), ist es unwichtig. Versucht, in dieser Zeit bei allen unseren Aktivitäten mit uns zusammen zu sein. Wir werden rund um die Uhr offen für euch sein. Selbst wenn wir für eine kurze Zeit schlafen gehen und ihr einen leeren Saal mit einigen Dutzend Menschen, die ihn auf die Morgenlektion vorbereiten, seht, seid trotzdem mit uns zusammen!

Alles, was wir durchleben werden, wird sofort auf unserer Internetseite veröffentlicht. Und diejenigen, die keine Möglichkeit haben, live mit uns zusammen zu sein, werden alle unsere Aktivitäten sofort sehen, hören und durch sich durchlassen können. Wir werden alles dafür tun, damit ihr physisch mit uns zusammen sein könnt, und ihr werdet alles dafür tun, um innerlich, spirituell mit uns zusammen zu sein. Unsere Unterstützung ist euch sicher.

Im Grunde genommen sind alle Lektionen, die ich zurzeit gebe, alle unsere Unterrichte, auf die Kongressvorbereitungen ausgerichtet, um uns alle so einzustimmen, aufzuwärmen, zu vereinen und zu formen, dass wir in diesen 72 Stunden einfach „zusammengeschweißt“ werden und in dieser Verbindung die Höhere Welt enthüllen.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 06.11.2011