Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Problem'

Wo geht es hin, wenn der Weg zu Ende ist?

Eine Frage, die ich erhielt: Warum ereignen sich in letzter Zeit so viele schwere Naturkatastrophen wie jetzt der schreckliche Waldbrand im Karmel-Gebirge in Haifa?

Meine Antwort: Die allgemeine Tendenz der Natur geht in die Richtung, dass Naturkatastrophen leider bereits zum gewohnten Bild überall auf der Welt geworden sind. Und je weiter wir uns entwickeln, desto häufiger hören wir davon.

Die Wissenschaft der Kabbala erklärt es folgendermaßen: Der Schöpfer treibt uns ständig, von Anfang bis zum Ende der Schöpfung, geradeaus in eine Richtung – und Er wird nicht davon zurückweichen. Das heißt, es existiert eine sehr einfache Formel: die Natur verstärkt immer mehr ihre Einwirkung auf uns und zwingt uns dadurch zu wachsen.

Während der gesamten früheren Entwicklung sind wir durch das auf uns einwirkende Licht, die höhere Kraft, die Natur, den Schöpfer gewachsen, und zwar so, dass unser egoistisches Verlangen sich ständig vergrößert hat. Das nannte sich die Entwicklung der menschlichen Zivilisation, die über Zehntausende von Jahren dauerte.

Die Entwicklung unterlag einer einfachen Formel: Der Egoismus ist von Generation zu Generation und im Laufe des menschlichen Lebens gewachsen, und wir haben ihn direkt realisiert und alles erreicht, was wir wollten, dafür haben wir alle erdenklichen Mitteln entwickelt. Deshalb gab es kein Problem, man musste nur alles, was um uns herum existiert – die menschliche Gesellschaft und natürliche Ressourcen -, richtig benutzen, um sich zu erfüllen.

Doch das Ende des 20. Jahrhunderts (die Zeit, von der die Kabbalisten von alters her erzählt haben) war nicht nur das Ende des Jahrtausends, sondern auch das Ende des früheren Paradigmas, dieses ganzen Entwicklungsprinzips, nach dem wir in unserem Egoismus gewachsen sind, mit der einzigen Hoffnung, ihn immer mehr zu erfüllen.

Es ist an der Zeit, die Bilanz zu ziehen und zu begreifen, dass es so nicht weiter geht. Es erlaubt uns nicht mehr, uns weiterzuentwickeln, und erfüllt uns nicht mehr. Es ist zu einer im Kreis verlaufenden Hetzjagd nach einem künstlichen Hasen geworden, und wir wollen nicht mehr daran teilnehmen.

Wir können uns nicht endlos so weiter entwickeln, die ganze Entwicklung verläuft nach vier Stadien 1-2-3-4 (Alef-Bet-Gimel-Dalet), und nun sind wir am vierten Stadium angelangt und die erste Entwicklungsetappe vollständig abgeschlossen. Die Kabbalisten haben bereits im Voraus ausgerechnet, wann es geschehen wird, und das Datum genannt – 1995.

Allmählich beginnen wir eine Krise auf allen Gebieten zu durchleben: in der Familie, in der Erziehung, in der Kultur, in der Industrie, in den zwischenstaatlichen Beziehungen, und das wichtigste Problem ist das Umweltproblem.

Wegen des Ungleichgewichts, welches wir durch unsere unkorrekten Beziehungen untereinander erzeugen, stören wir, indem wir unsere Herangehensweise an die Entwicklung nicht ändern, sehr stark das allgemeine Gleichgewicht der Natur. Wir bringen das Ungleichgewicht der menschlichen Beziehungen in die gesamte Natur mit hinein.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 03.12.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Nimm die Einladung des Schöpfers an

Noch niemals in der Geschichte gab es so eine mächtige Umgebung wie unsere Weltgruppe, die so sehr nach der Enthüllung des Spirituellen strebt, sich auch in grossem Masse vorbereitet und dabei jedem die Gelegenheit bietet sich anzuschliessen und auch Kräfte davon zu erhalten.

Denn tatsächlich, alle notwendigen Kräfte befinden sich schon darin. Jeder sollte sich die Situation von Rabbi Josi Kisma vor Augen führen, er hat seine Umgebung so über alle Massen geschätzt dass er sie um keinen Preis verlassen wollte.

Fangt an eure Umgebung zu schätzen, es ist der einzige Platz an welchem sich die Spiritualität enthüllt, die einzige Bedingung die vom Schöpfer an mich gerichtet ist. Die einzige freie Handlung von allen anderen, und nichts anderes wird mir helfen.

Genau hier versteckt sich unser „böser Trieb“, Machsom, nur hierin liegt das ganze Problem und auch nur hier müssen alle Anstrengungen erfolgen.

Wir befinden uns in einem sehr kritischen Zustand. Entweder wir werden in diesem Zustand „eingefroren“ oder wir machen noch eine riesige Anstrengung und holen aus zu einem zweiten Schlag gegen den Pharao.

Dieser zweite Schlag ist von einer anderen Qualität. Wir werden noch tiefer in uns selbst den Pharao enthüllen, seine Eigenschaften, entgegengesetzt zu denen des Schöpfers.

Denn der Schöpfer spricht zu Moses : „Komm zum Pharao mit Mir!“ – d.h. man muss sie beide erkennen, unterscheiden, den einen gegenüber dem anderen. Der Schöpfer verhärtet das Herz des Pharao, damit du im Gegensatz dazu den Schöpfer erkennst. Deshalb sagt Er : „Komm!“ Und so muss man Seine Einladung annehmen!

Aus einem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 02.12.2010

Wie wird man zum spirituellen Superman?

Eine Frage, die ich erhielt: Anstatt „übernatürliche Kräfte“ zu erhalten, fühle ich mich von Tag zu Tag immer schwächer. Wie wird man zum spirituellen „Superman“, der sich über sein Ego erhebt?

Meine Antwort: Vor allem müssen wir von den Fakten ausgehen. Und vor den Fakten brauchen wir keine Angst zu haben, weil uns das alles vom Schöpfer als ein Prozess, aus dem wir etwas lernen müssen, dargeboten wird.

Das höhere Licht, das auf unsere inneren Reshimot einwirkt, erschafft in ihrem Inneren Bilder, die wir vor uns sehen. Es nimmt unsere Informationsdaten (Reshimot), projiziert sie auf unseren inneren Schirm, und wir nehmen uns in einem bestimmten Zustand wahr.

Wir müssen alle diese Zustände unterwegs durchleben. Woran liegt dann das Problem? Darin, dass ich mich mal gut, mal schlecht fühle und über mich selbst absolut nicht herrsche? Vor allem herrscht das Licht über mich.

Nun wird mir erklärt, wie das Licht auf mich einwirkt. Und wer bin ich? Ich beobachte lediglich diese Arbeit. Und darum wird sie als Arbeit des Schöpfers bezeichnet. Und du musst sie von der Seite betrachten, aus ihr lernen, was geschieht.

Das ist nicht besonders angenehm, weil Er an mir arbeitet? Wenn ich meinen Freund beobachten würde, der plötzlich mal weinen, mal lachen, mal schlafen, mal irgendwohin hetzen würde, wäre das in Ordnung, denn ich würde die Handlungen des Lichts an jemand anderem beobachten.

Einerseits ist das richtig. Andererseits, wenn du anfängst, dich mit diesen Handlungen, mit dem Schöpfer, zu identifizieren, dann ist es für dich unwichtig, was dir widerfährt. Du identifizierst dich mit dem, Der an dir arbeitet, und nimmst dich selbst als Material für Seine Arbeit wahr.

Kannst du dich von diesem Material trennen? „Das bin gar nicht ich. Wenn ich mich bewege, dies oder jenes tue, denke oder mir wünsche, dann bin das alles nicht ich. Ich identifiziere mich mit dem Schöpfer, der mit diesem Material alles, was Er will, anstellt“. Dann betrachte ich mich bereits von der Seite.

Nun entsteht die Frage: kann ich den Schöpfer bitten, dass Er andere zielgerichtete Handlungen vollbringt? Wahrscheinlich wird das gehen, lass uns ausprobieren.

Welche Handlungen? Wozu? Was wird Er hören? Was wird Er ausführen wollen? Denn ich will nicht um irgendetwas vergeblich bitten. Wenn ich schon an einem Zustand angelangt bin, dass ich zusammen mit Ihm gegen meinen Körper vorgehe, wie Moses mit dem Schöpfer gegen den Pharao, dann sollte es etwas sein, worum es sich zu bitten lohnt. Und dann leitet der Mensch diesen ganzen Prozess ein.

Aus dem Soher-Unterricht vom 25.11.2010. Das Vorwort.

Zwischen Liebe und Hass liegt nur eine Stufe

Versucht nicht aus einem Menschen ein Tier zu machen und die spirituelle Welt an ein mechanisches Schema anzuketten.

Diese Welt ist voll von Abenteuern und Ungewissheiten, die sich plötzlich unterwegs enthüllen, und du erkennst, dass es anders war, als du geglaubt hast, oder vielleicht sogar umgekehrt.

Wenn die Verbindung zwischen den Dingen sich auf einer tieferen Ebene enthüllt, machst du ein vollständiges „Upgrade“ (eine neue Einstellung) auf dein gesamtes „Programm“. Du siehst, dass du jetzt ein neues Werkzeug/neue Kelim, neue Verbindungen nutzen kannst.

Es ist klar, dass die Grundlage die gleiche bleibt: der Schöpfer, die Schöpfung, der Entwicklungsprozess mit Hilfe des umgebenden Lichtes, die Verlangen GE und ACHaP, eine größere Verbindung der Seelen – die konkreten Erscheinungen können jedoch vollkommen gegensätzlich sein.

Innerhalb des gleichen Verlangens zu geben enthülle ich plötzlich in einer größeren Tiefe/Awiut vollkommen neue Verbindungen! Ich habe nicht gedacht, dass der Feind auf meiner Stufe zu einem geliebten Freund auf einer höheren Stufe werden kann! Und auf der höchsten Stufe umarme ich Haman – dieser vollendete Verbrecher wird zu einer heiligen Gestalt.

Wie kann es sein, dass es auf der untersten Stufe mein größter Feind, dem ich mich unmöglich nähern kann, ist und ich auf der höchsten Stufe mit ihm verschmelze?

Und wenn zwei Kabbalisten sich auf diesen Stufen, die beide spirituell sind, befinden, werden sie nicht miteinander einverstanden sein! Wie kannst du nur meinen Feind lieben? Können wir keine Freunde mehr mit dir sein?

Für einen Menschen, der die Endkorrektur/Gmar Tikun erreicht hat, sind Haman, Hitler, Ahmadinedschad, alle Menschenhasser Kräfte der Heiligkeit. Du hast sie auf den früheren Stufen gehasst und schließt auf der höchsten Stufe Frieden mit ihnen.

Das ganze Problem besteht darin, dass wir mit unserem begrenzten Verstand nicht in der Lage sind, zwei Gegensätze miteinander zu verbinden: wie kann ein Elektron gleichzeitig Welle und Teilchen sein, wie kann ein Teilchen sich gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten befinden?

Umso weniger verstehen wir, wie darüber, in der spirituellen Welt, alles aus zwei Gegensätzen, die zusammen existieren, bestehen kann: der Todesengel und der heilige Engel, der Schöpfer und der Pharao.

Wir können das mit unserem irdischen Verstand nicht begreifen und wollen hören, welche von zwei gegensätzlichen Antworten die richtige ist, dabei entsprechen sie beide der Wahrheit! Gerade bei der Verbindung von Gegensätzen enthüllt sich die spirituelle Welt, der Schöpfer!

Aus dem Unterricht nach „Beit Shaar haKavanot“ vom 04.11.2010

Schreibe ein Gebet!

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn man zusammen mit der Gruppe in einem Saft „schmort“, fängt man an, Hass den Freunden gegenüber zu empfinden.Wie soll man genau an diesem speziellen Punkt den „spirituellen Verstand“ ansetzen, um sich über den Hass zu erheben? Was genau muss ich tun?

Meine Antwort: Ihr wollt die Lösung für das Problem auf der gleichen Ebene finden, auf der ihr euch befindet, und versteht nicht, dass das Problem sich eröffnet, um uns an einen anderen Ort zu ziehen.

Willst du das Problem lösen oder es loswerden? Du musst selbst zu einem anderen Ort übergehen, bis du dort wieder Hass und Abstoßung enthüllst, und von dort wirst du auch weitergehen müssen.

Um den Hass letztendlich loszuwerden, muss jedes Mal die Verbindung zwischen uns korrigiert werden.

Manchmal kann das mit Hilfe eines Mahls, einer gemeinsamen Handlung, irgendeiner künstlichen Veränderung erzielt werden, manchmal mit Hilfe des Studiums, vielleicht wird auch die Zeit das erledigen. Doch das zuverlässigste Mittel ist das Gebet.

Wenn du dich in einem Zustand der Begeisterung befindest, Hass empfindest und gleichzeitig begreifst, dass du dich über ihn erheben musst, versuche, ein Gebet zu schreiben! Sollen alle es jeden Tag in der Gruppe vorlesen, als eine Handlung der Vereinigung – das funktioniert.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 29.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–> 

Vom Hass zur Vollkommenheit

Eine Frage, die ich erhielt: Wozu brauchen wir den Hass?

Meine Antwort: Solange ich dich nicht kenne, gibt es zwischen uns nicht die geringste gegenseitige Durchdringung, zwischen uns enthüllt sich keine Verbindung, und ich empfinde keinen Hass dir gegenüber.

Du kannst irgendwo in Alaska leben, und du gehst mich nichts an. Doch je weniger entfernt voneinander wir sind, desto mehr gerätst du in mein Blickfeld.

Wenn du mein Nachbar bist, beobachte ich dich ganz genau: dort hast du Müll hinterlassen, gestern war es zu laut bei dir, usw., usf.

Auf diese Weise enthüllen wir, wie sehr wir miteinander verbunden sind. Doch wir alle sind Egoisten. Unser Ego plus die Verbindung zwischen uns erzeugt den Hass.

Fortsetzung der Frage: Doch wann verschwindet dieser Hass?

Meine Antwort: Er verschwindet nicht! Wir können nirgendwohin, wir können nicht voreinander weglaufen. Das ist das Problem!

Wir müssen zum Frieden und zum Einvernehmen zwischen uns kommen – über unserem Hass, ohne ihn zu zerstören, sondern indem wir uns darüber erheben – darin besteht die Erreichung der Vollkommenheit, wie geschrieben steht: „Liebe deckt alle Vergehen zu!“ Der Frieden (hebr. Shalom) bedeutet Vollkommenheit (hebr. Shlemut).

Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“ vom 27.10.2010

Die Liebe und das Verständnis – sind vorrangig.

Eine Frage, die ich erhielt: Gegenwärtig existieren viele Familien, die ihre Kinder wegen ihrer homosexuellen Orientierung nicht akzeptieren und abstoßen.

Sie haben mehrmals behauptet, dass man sich zum Kind entsprechend seinen Bedürfnissen und seinen Präferenzen verhalten muss. Wie sollen sich die Eltern gegenüber den Kindern mit der homosexuellen Orientierung verhalten?

Meine Antwort: Ich kann den Eltern nicht erzählen, wie die Beziehungen mit ihren Kindern aufzubauen sind, aber ich denke, dass die Liebe und das Verständnis über alles herrschen sollen!

Weder die Gesellschaft noch die Massenmedien führen die Aufklärungsarbeit durch, obwohl es gerade in diesen Kreisen viele Menschen gibt, welche dieses Problem verstehen und lösen können.

Den Kurzschluss zu verhindern

Was ist eigentlich die Quelle der Freude? Wenn man über die egoistische Freude spricht, dann stellt die Füllung ihre Grundlage dar. Das Kind freut sich, wenn man ihm etwas gibt und weint, wenn man ihm etwas wegnimmt.

Der Mensch empfindet die Freude von den guten oder schlechten Taten. Ich habe gestohlen, ohne dabei erwischt zu werden – dann bin ich glücklich, möglicherweise habe ich jemandem etwas Gutes gemacht und es erfreut mich genauso.

Alles hängt davon ab, was den Menschen befriedigt. Aber die Freude kommt mit der Erfüllung der egoistischen Wünsche.

Unsere Hauptgenüsse sind: das Essen, Sex, die Familie, das Geld, die Macht und das Wissen. Aber das Problem liegt darin, dass wir uns damit nicht ausfüllen können. Das Höhere Licht, der Genuss, der unseren Wunsch ausfüllen will ist ein Plus, und der Wunsch – ist das Minus.

Wenn das Plus mit dem Minus zusammenstößt, dann geschieht der Kurzschluss, das heißt der Genuss geht sofort verloren.

Aber es gibt eine andere Form des Genusses, die wir in der Technik sehen können.

Anstatt das Plus und das Minus direkt zu verbinden, das heißt den Genuss in den Wunsch zu bekommen, stelle ich zwischen ihnen den Resistor, den Widerstand auf.

Die Vereinigung des Plus mit dem Minus, des Wunsches und des Genusses, kann mit Hilfe des Widerstandes ununterbrochen existieren, weil sie einander nicht annullieren, und das erwünschte Ergebnis bringen. Darin wird eben das Leben empfunden.

Aus dem Programm „Kabbala für die Anfänger“, 28.10.2010

Strengt Euch an und ihr werdet es erlangen!

Sohar, Abs. BeShalach, P. 212: „Zu der Zeit, als er erschien, um auf das Land herabzusteigen, um sich in einen Körper aus dem Samen des Levi einzukleiden, wurden 425 Kerzen für den König, SA, errichtet, und 425 ernannte Gravuren begleiteten diesen Geist von Moses zu seinem Platz.

Als er in die Welt, Hej, Göttlichkeit hinabkam, welche sich vor ihm erhellte, und das Haus mit ihrem Glanz erfüllte.“

…ich lese den Sohar und verstehe kein Wort darin. Vielleicht kann ich kein Hebräisch, und auch wenn ich Hebräisch kann, verstehe ich doch nicht, wovon sie sprechen. Auch wenn ich die Zitate von berühmten Kabbalisten kenne, woher kann ich wissen, was sie bedeuten? Sie sprechen von einer völlig anderen Realität, von der ich gar keine Ahnung habe.

Wenn wir den Sohar lesen, wissen wir nichts. Aber wir wollen, dass das im Buch Gelesene in uns verkörperlicht ( nein – entweder verinnerlicht oder verkörpert) wird.

Die Kabbalisten, die Autoren des Sohar, Rabbi Schimon und seine Schüler, die zwischen sich so eine starke richtige Verbindung entdeckt haben, dass sie die Welt der Unendlichkeit erreichen konnten, haben in diesem Buch ihre Empfindungen beschrieben, wie ein Reisender, der alles was er sieht und fühlt, niederschreibt.

So schreiben die Kabbalisten über die höhere Welt, und sie haben kein Problem damit, denn sie befinden sich darin.

Es gibt keine Weisheiten hier, keine Tricks. Die Weisheit der Kabbala ist das Licht Chochma, das sich in das Licht Chassadim einkleidet. Das ist eine Vision, eine Erkenntnis. Und wir müssen auch danach streben, dann verstehen wir, worum es sich im Buch Sohar handelt.

Deshalb braucht man nicht klug oder gelehrt zu sein. Man muss kein Wissenschaftler werden, sondern vielmehr soll man danach streben, sich zu ändern, um zu spüren, was uns der Rabbi Schimon weitergegeben hat.

Aus einer Sohar-Lektion, 29.10.2010

Vor dem ersten Aufstieg

Von Kabbalisten, die die Grundlagen der Schöpfung erkannt haben, wissen wir dass der Schöpfer das Verlangen zu genießen geschaffen hat.

Dieses Verlangen muss sich dem Schöpfer angleichen, zum Gefäß, das mit dem Licht erfüllt ist, werden, in einer Übereinstimmung mit dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften.

So ist die einzige wahre Form, die der Schöpfer ursprünglich festgelegt und geschaffen hat. Alle andere Formen existieren nur in der Wahrnehmung der Empfänger.

Die einheitliche Schöpfung, das einheitliche Verlangen Genüsse zu empfangen, verbleibt in der Ähnlichkeit mit dem höheren Licht, ist vom Licht, von Vereinigung und Verschmelzung erfüllt.

Aber es scheint ihm, dass es abgetrennt, vom Schöpfer entfernt ist, sich in den Eigenschaften unterscheidet, in viele einzelne Teile geteilt ist usw.

Jetzt können wir von unserer Seite entscheiden, welche Handlungen dafür notwendig sind, um zu dem einzigen existierenden Zustand zurückzukehren, dort wo „Er und Seinen Namen eins sind“, wo das Licht und das Gefäß, der Schöpfer und die Schöpfung miteinander verschmolzen sind.

Die Wissenschaft der Kabbala schenkt unserem aktuellen Zustand eine besondere Aufmerksamkeit: dem Aufstieg auf die erste, niedrigste von den spirituellen Stufen. Denn wir wissen jetzt nicht, was auf dieser Treppe passiert.

Dort „lehrt die Seele des Menschen ihn,“ dort können wir immer Hilfe in Büchern aufsuchen, Beispiele erhalten, Erfahrungen sammeln, aus vorigen Zuständen lernen.

Das ganze Problem ist hier, vor der ersten Stufe. Hier brauchen wir eine große Vorbereitung, hier sind die Zustände unklar, und die Welt ist der spirituellen Realität entgegengesetzt.

Deshalb müssen wir hier besondere Mittel, die uns die Wissenschaft der Kabbala zur Verfügung stellt benutzen.

Aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch, 27.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>