Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Malchut'

Was heisst „Tora“

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet „Tora“?

Meine Antwort: Die Kraft, die uns korrigiert und verbindet, kommt zu uns in verschiedenen Erscheinungsformen.

Diese Kraft, die uns eine Erkenntnis des Bösen, seine Korrektur, eine Verbindung mit dem Guten und Beispiele von Vereinigung geben kann, also das ganze System unserer Korrektur, heißt Tora.

SA von der Welt Azilut wird als „Tora“ betrachtet, denn es ist ein Bild oder ein System. Ich trachte danach, mich nach diesem Bild zu formen. Das tue ich, indem ich alle Seelen in Malchut der Welt von Azilut sammle, sodass die Verbindung zwischen ihnen jener von Seir Anpin von der Welt Azilut gleich wird.

In diesem Fall verbinden sich alle Seelen, die in Malchut der Welt Azilut eingeschlossen sind, und gehen eine Verschmelzung (Siwug) mit SA der Welt Azilut mit dem Schöpfer ein. So enthüllen wir die Verbindung und die Verschmelzung zwischen uns.

Alles passiert, beginnt und endet in SON der Welt Azilut; Malchut der Welt Azilut geht sieben Zustände durch, bis sie die Stufe von SA erreicht, eine vollkommene Ähnlichkeit mit Ihm. Am Ende werden beide wie zwei grosse Leuchten.

Deshalb ist SA der Welt Azilut, auch „Tora“ oder „Schöpfer“ genannt, uns als Beispiel, je nach Aufbau, Stärke und Wirkung.

Und wir müssen uns vor allem bemühen, uns miteinander in dieser Dunkelheit zu verbinden, wobei wir enthuellen, dass wir dafuer Seine Hilfe benoetigen.

Wenn wir in allen unseren Bemühungen, uns zu verbinden, herausfinden, dass wir dazu nicht fähig sind, dann sind wir wie kleine Kinder, beginnen zu schreien und fordern ein Beispiel für eine Korrektur.

Dann zeigt uns der Höchste ein Beispiel, gibt uns die Kraft, sich zu verbinden, aber unsere Bitte, unsere Forderung, muss nur aus unseren Mühen, sich miteinander zu verbinden, herauskommen. Sonst werden wir einer Antwort nicht würdig.

Denn sonst befinden wir uns nicht in einem Zustand der Verbindung zwischen Malchut und SA der Welt Azilut, Malchut spürt nur die Verbindung.

Und wir befinden uns unten in den Welten BEA. In Malchut steigen nur unsere Wünsche, sich miteinander zu verbinden, hinauf, damit wir den Schöpfer enthüllen und die Eigenschaft des Gebens erreichen.

Aus einem Soharunterricht, 14.09.2010

Kabbala Akademie

Das Gelesene empfinden und das Empfundene verstehen

Ich öffne das Buch Sohar und beginne, zu lesen: „Gott sprach: Es werde der Himmel im Wasser…“. Das ist die Beschreibung der geistigen Realität, die ich in mir empfinden soll.

„Gott“ – ist in mir, „sprach“ – in mir. Das Himmelsgewölbe, das Wasser – sind in mir. All das muss man in sich empfinden. Das Buch Sohar oder jedes andere kabbalistische Buch sollen in mir das gefühlte Bild hervorrufen. Und dann erklärt der „Sulam“ Kommentar, dass „Gott“ – Bina, „der Himmel“ – Seir Anpin, „die Erde“ – Malchut ist, und so wird dieses Bild um das Verständnis der Eigenschaften und ihrer Beziehungen ergänzt.

Stell dir vor, dass du in der neuen Welt geboren wurdest, in der du nichts weißt, nichts verstehst  – du fühlst etwas Unbekanntes, wie ein Kind. Man beginnt dir zu erklären, was um dich herum existiert – auf dieses gefühlsmäßige Bild wird die Erklärung auferlegt.

Kabbala ist eine Wissenschaft, die den Naturwissenschaften unserer Welt ähnlich ist. Sie erklärt mir, was ich in der Höheren Welt empfinden kann.

In uns gibt es noch kein geistiges Bild, und wir können damit keine kabbalistischen Erklärungen verbinden. Aber ich muss zunächst das Bild empfinden, damit sich die Worte der Bücher in mir gefühlsmäßig äußern. Und dann werde ich das Wesen dieser Kräfte und die Eigenschaften, sowie ihre Wechselwirkung lernen.

… Deshalb gibt es in unserer Verbreitung so wenig inneres Licht. Es gibt es zwar, aber sehr wenig. Wir sollen um jeden Preis, mithilfe der Bürgschaft, das geistige Bild in unserem Inneren hervorrufen.

Und es ist nur dann möglich, wenn wir unsere Vereinigung festigen. Dann werden wir das sehen, worüber wir lesen, und wir werden verstehen, wie das äußere Bild in unserem Inneren gezeichnet wird.

Baal HaSulam hat in seinem Kommentar zwei Teile vereinigt. Er nahm das Buch Sohar und ergänzte es mit der wissenschaftlichen Erklärung.

Ich brauche am Anfang nur das Bild! Deshalb haben wir den Text vereinfacht, ihn näher an den Leser gebracht, damit er die Gefühle hervorruft. Folglich wird uns gelingen, ohne Probleme das zu verstehen, was wir empfinden.

Es ist eben die Wissenschaft der Kabbala, ähnlich den Naturwissenschaften unserer Welt, die Wissenschaft über die geistige Natur.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Bürgschaft“ „, 19.09.2010

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In Malchut der Unendlichkeit zurückkehren

Eine Frage, die ich erhielt: Gestern haben Sie auf dem Blog geschrieben: „In der Geisteswelt gibt es keine Quelle des Lichtes und das Licht füllt das ganze Weltall aus, seine Einwirkung ist identisch, egal wo du bist“. Deswegen können wir nur in der Verbindung zwischen uns bewerten, inwiefern wir uns der Quelle des Lichtes, dem Schöpfer nähern?

Meine Antwort: Richtig. Es gibt keine andere Stelle, außer die, wo wir uns jetzt befinden. Diese einzige geschaffene Stelle ist die Malchut der Welt der Unendlichkeit.

Aber infolge der allmählichen 125stufigen Einschränkung des Lichtes und der Anwesenheit des Schöpfers darin, halten wir uns hinter den 125 Filtern auf, hinter der letzten Stufe der Verhüllung, auf der wir nicht mehr empfinden, wo wir bezüglich aller Stufen sind.

Um Malchut der Unendlichkeit durch die Verhüllung enthüllen zu beginnen, sollen wir uns vorstellen, dass wir uns in ihr jedoch befinden, aber wir empfinden das nicht, weil wir voneinander egoistisch abgesondert sind.

Wenn wir beginnen, uns im Maß der Vereinigung nach 125 Stufen der Enthüllung zu verbinden, werden wir in die Empfindung von der Malchut der Unendlichkeit zurückkehren. Eigentlich kehren wir ins Begreifen zurück, wir entfernen die Vorhänge, die Verhüllungen.

Aber alles wird gemäß der Kraft der Vereinigung zwischen uns enthüllt. Bei der Bestrebung zur Einigkeit werden eben die Kräfte, die gegen die Einigkeit wirken, als „böser Anfang“ bezeichnet und keine andere.

Wenn wir wünschen, uns in der Bestrebung zu verbinden, dem Schöpfer ähnlich zu werden, werden wir ein ganzes System der falschen Verbindung zwischen uns entdecken, die der Vereinigung widerstehen. Wir werden das System der unreinen Welten der BEA (BEA de Pruda der Welten der Teilung) entdecken.

Wenn wir jedoch unsere Absichten von „bekommen“ auf „geben“ ändern, schaffen wir aus unreinen Welten der BEA das System der reinen Welten der BEA (BEA de Kduscha der Heiligkeit und des Gebens).

In Wirklichkeit ist ja nichts zerbrochen worden, sondern nur die Verbindung ist verdorben worden. Sie wurde egoistisch und nun wurde sie in Form des Gebens wieder hergestellt!

Wir sind nicht zerstückelt, sondern falsch miteinander verbunden. Anstatt dir das Gute zu geben, möchte ich es von dir herausziehen und dir das Böse geben. Und so ist jeder von uns.

Das heißt Zerbrechung (Zerbruch?) des Systems. Aber in Wirklichkeit ist in ihm nichts zerbrochen worden. Es ist dasselbe System, wo wir miteinander verbunden sind, allerdings mit der falschen Verbindung.

Wenn wir entdecken, dass die Verbindung zwischen uns falsch ist, dann bedeutet das, dass wir uns bereits in den unreinen Welten der BEA befinden und das ist schon eine geistige Enthüllung. Zur Zeit sind wir hinter den 125 Schichten der Verhüllung dieser Verbindung verborgen. Das ist aber nur der Mangel unseres Begreifens.

Deswegen hängt alles nur von unseren Bemühungen ab, das System der richtigen Verbindung zwischen uns zu enthüllen. Durch diese Verbindung enthüllen wir ja die Kraft, die die Schöpfung verwaltet – den Schöpfer. Eine andere Möglichkeit, den Schöpfer zu enthüllen, gibt es nicht.

Wir reproduzieren eigentlich unser Kli (der allgemeine Behälter der Seele) aus dem Zustand der Zerbrechung, in dem alle seine Teile, wie die Organe des kranken Menschen, falsch arbeiten, bis die Harmonie und die richtige Verbindung erreicht wird.

Der gesunde Zustand, zu dem wir zurückkehren, unser richtiges Funktionieren, die innere Kraft, die uns verwaltet, die Notwendigkeit und das Ziel unserer Existenz – das alles heißt „der Schöpfer“.

Aus dem Sohar Unterricht vom 14.09.2010

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Verbindung unter Gleichen

Man muss stets danach streben, im Glauben über dem Verstand zu sein. Denn wenn der Schöpfer sich offenbart, werde ich mein unabhängiges „Ich“ verlieren, ich werde zu einem Parasiten (Empfangenden) im Höheren System.

Wie ein Mensch, der nicht vom Bett aufzustehen braucht, und mit Schläuchen an die künstliche Nahrung angeschlossen da liegt.

Wenn der Schöpfer sich offenbart, werde ich keine kleinste Bewegung mehr ausführen brauchen, ich werde es nicht können. Er wird durch sich die ganze Welt ausfüllen. Deswegen muss ich mich die ganze Zeit unabhängig von Ihm halten, Ihn verbergen.

Nun wird uns klar, warum Malchut, als sie diesen Zustand in der Welt der Unendlichkeit verspürte, nicht in der Lage war ihn auszuhalten. Denn dieser Zustand löscht das „Ich“, den Kern des Geschöpfes aus.

Der Schöpfer erweckt in uns das „Ich“ und dann sind wir bereit, auf alle Erfüllung, auf alles Wissen zu verzichten. Das ist eben auch das Gefühl der Scham, wenn es scheint, als würden wir aufhören zu existieren.

Daher besteht unsere ganze Arbeit darin, uns selbst stets als ein vom Schöpfer getrenntes Geschöpf zu bewahren – aber andererseits ein Ihm gleichendes Geschöpf zu sein. Und das ist nur möglich, wenn wir die Trennwand zwischen uns aufrechterhalten.

Doch diese Trennwand trennt uns nicht voneinander! Wir verbinden uns über ihr, durch die Verbindung, die wir zwischen uns aufgebaut haben, im Maße unserer Ähnlichkeit!

Ich erlaube meinem Verlangen zu genießen nicht, das Licht direkt zu empfangen, sondern nur das reflektierte Licht, durch das ich meine Ähnlichkeit zum Schöpfer ausbaue. Dort verschmelzen wir miteinander, zur unzertrennlichen Einheit.

Das Wissen und der Verstand sind unten und über ihnen steht der Glaube und das Geben. In diesem Glauben und in diesem Geben verbinde ich mich mit dem Schöpfer.

Der Schöpfer offenbart sich niemals so, dass er die ganze Arbeit für mich tut und mein Ich aufhebt. Der Höhere zeigt mir lediglich Beispiele, indem er seinen unteren Teil, ACHAP, zu mir hinablässt – und ich nehme diese Beispiele und mache mich Ihm gleich.

Das ist es, was die „Arbeit des Schöpfers“ genannt wird. Er macht die Korrektur nicht für mich, sondern lehrt mich, wie ich mich zu korrigieren habe.

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Der Weg zur Offenbarung des Schöpfers

Während wir das Buch Sohar lesen, versuchen wir, einen gemeinsamen Raum zu erschaffen, indem wir danach streben, all unsere Punkte im Herzen zu vereinen. Das bedeutet, die „Tora lernen“. Ohne eine solche Absicht gibt es kein Torastudium.

Der Punkt im Herzen ist „Israel“, Isra-El, direkt zum Schöpfer. Mittels des Studiums wollen wir die Tora erreichen – das uns korrigierende Licht. Und dann offenbaren wir, in der Verbindung zwischen uns, den Schöpfer.

In der Verbindung zwischen uns und dementsprechend in der Offenbarung des Schöpfers gibt es 125 Stufen oder 5 Welten, 5 Lichter NaRaNChaJ.

Die vollständige Abwesenheit von Einheit, in der wir unsere Anstrengungen beginnen, uns zu verbinden, heißt „diese Welt“. Der Endpunkt unserer wechselseitigen Verbindung heißt „Welt der Unendlichkeit“.

So offenbart sich das gesamte System der gemeinsamen Seele, genannt Adam Rishon, Shechina oder Malchut der Unendlichkeit. Die Form dieses spirituellen Gefäßes (Kli) heißt „Schöpfer“ (Kadosh Baruch Hu) – die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, die wir dann offenbaren.

Alles befindet sich innerhalb dieses Systems. Die ganze Wissenschaft der Kabbalah spricht allein davon, wie man den Schöpfer offenbart, gemäß der Gleichheit von Eigenschaften, wie es heißt: „Von der Liebe zu den Geschöpfen – zur Liebe zum Schöpfer“. Indem wir uns untereinander verbinden, erschaffen wir in der Verbindung zwischen uns ein System, das der Höheren Kraft des Gebens gleicht.

Dieses Bild muss während des Lesens des Buches Sohar ständig vor unseren Augen sein. Ich muss ständig prüfen, wo ich mich auf dieser Treppe der Verbindung zwischen uns befinde, wovon der Sohar jetzt spricht, ob ich mich mit den anderen verbinden will oder mich dem widersetze, was mich jetzt hindert.

Ich denke die ganze Zeit nur daran: wie ich (Israel) mit den anderen verbunden bin – mittels der Kraft, die uns eint (Tora), und innerhalb unserer richtigen Verbindung offenbare ich die ureigene Eigenschaft des Gebens (den Schöpfer).

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Jeder lebt für die anderen

Eine Frage, die ich erhielt: Reicht es, wenn wir uns selbst korrigieren, um die ganze Welt dadurch zur Korrektur zu bringen?

Meine Antwort: Nein. Da eine Verbindung zwischen allen Seelen existiert, kann keine Seele (Stufe) ihre Korrektur vollbringen, ohne dabei einen Teil von der nächsten Stufe zu korrigieren. Kein Mensch lebt nur für sich selbst, und dieses ganze System ist ein System des gegenseitigen Gebens.

Und deshalb kann es nicht sein, dass jemand sich selbst um seines eigenen Willens korrigiert. Jeder lebt dafür, um für eine Erfüllung und Korrektur von jemand anderem zu sorgen.

Es kann nicht sein, dass die sich korrigierende Seele keinen Teil hat, den ihre Vorgänger für sie korrigiert haben oder keinen Teil, den sie selbst für die anderen korrigieren muss.

Es ist bekannt, dass der obere Teil von jeder Seele, ihr G“A, sich in dem unteren Teil, in AHA“P, der vorherigen, für sie höheren Seele (Parzuf) befindet. Und ihr unterer Teil, ihr AHA“P, befindet sich in G“A von der unteren Seele.

Deshalb findet unsere freie Wahl dort statt, wo wir nicht mit der höheren oder unteren Seele verbunden sind, in dem mittleren Teil unserer Seele, dem mittleren Teil von Sfira Tiferet.

Dort entsteht ein von allen Seelen freier Raum, unsere Willensfreiheit. Im Prinzip ist es eine besondere Verbindung innerhalb unserer Seele zwischen der unteren und der oberen Seele, in dieser Verbindung sind sie gleichbedeutend, und deshalb bieten sie uns eine freie Wahl.

Ausserhalb von dem mittleren Teil von Sfira Tiferet gehören die Teile von der Seele nicht zu ihr selbst: Der höhere Teil gehört zu der höheren Seele, dem höheren Parzuf und der untere zu der unteren Seele, dem unteren Parzuf, also zu ihrem Nachfolger.

Deshalb wird die Rechnung immer mit dem Geben an den Unteren und den Oberen gemacht. Und die Entscheidung darüber wird immer in der Mitte getroffen, und mehr Freiheit gibt es nicht.

Ausser diesem künstlich geschaffenen mittleren Punkt, die Klipat Noga heisst, der durch die Verbindung von Bina und Malchut entsteht, der Punkt meiner Wahl, gehört alles andere nicht mir, sondern den in Bezug auf mich höheren oder unteren Parzufim. Und ich stehe in der Mitte und muss mich die ganze Zeit entscheiden, wie ich mit ihnen verbunden bin.

Aber dieser Punkt, der die Entscheidung trifft, das bin doch ich, der Mensch [in hebr. Adam, von „dome“ – gleiche], der „Schöpfergleiche“. Von einer Seite ist Malchut, von der anderen Bina, und deshalb existiert in diesem Punkt ein besonderer Kontakt zwischen Malchut und Bina (Eigenschaften des Schöpfers und der Schöpfung), aus welchem die freie Entscheidung der Schöpfung, sich dem Schöpfer anzugleichen, stammt. Dieser Punkt heisst Adam – der Gleiche.

Und bis wir diese Entscheidung erreicht haben, sind wir kein „Mensch“, der Mensch beginnt mit
1. Erkenntnis des Unterschieds zwischen Bina und Malchut und 2. der Verbindung zwischen den Beiden.

Aus diesem Punkt wächst der Mensch, in dem Maß, in welchem er den Anderen mit seinen 613 Wünschen dienen soll: Höheren (mit 248 Wünschen) und unteren (mit 365 Wünschen).

Wenn du diese Entscheidung nicht triffst, bleibst du nur ein Punkt. Aber wenn du das machst, entwickelst du deine G“A und AHA“P, und sie verbreiten sich auf die gemeinsame Seele, alle Seelen, die höher oder niedriger sind als du.

Aus einem Unterricht nach dem Artikel „Bürgschaft“ von Baal HaSulam, 12.09.2010

Wie schreit man, um gehört zu werden?

Wir erschaffen zwischen uns eine gegenseitige Verbindung, gegenseitige Abhängigkeit, Bürgschaft, Liebe und unerlässliches Verlangen, zusammen zu sein.

Eine solche Verbindung (einen solchen Ort) müssen wir erschaffen, um darin den Schöpfer zu enthüllen, der sich vor uns verbirgt. Aus diesem von uns erschaffenen Ort, dem „Offenbarungszelt“, wird Er zu uns sprechen.

Ohne einen solchen „Kommunikator“ zwischen uns und dem Schöpfer schreien wir in die Leere. Wir können uns nur an das Bild wenden, das wir in unserer Verbindung, in dem Tempel des Schöpfers, erschaffen haben.

Es steht geschrieben, dass die Liebe zum Schöpfer nur durch die Liebe zu den anderen erreicht werden kann. Deshalb bauen wir zwischen uns das spirituelle System der Bürgschaft und der gegenseitigen Unterstützung auf – mit dem Ziel, den Schöpfer zu enthüllen.

Eben darum müssen wir uns vor allem um den Aufbau der Gruppe kümmern. Die erste Bedingung für das Empfangen der Tora, des korrigierenden Lichtes, am Berg Sinai (Zustand der Enthüllung des gegenseitigen Hasses) war die Unmöglichkeit, aber die Bereitschaft, sich wie ein Mensch mit einem Herzen zu vereinen und an dieser Vereinigung nach dem Prinzip „wir werden tun und wir werden hören“ zu arbeiten.

Wie gering diese Bereitschaft auch sein mag, wenn es sie gibt, haben wir einen gemeinsamen Punkt – ein „Fenster“ zur Kommunikation mit dem Schöpfer. Denn dieser gemeinsame Punkt stellt bereits Malchut der Welt von Azilut, Shechina, dar.

So muss die Vorbereitung auf das Empfangen der Tora verstanden werden.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 14.09.2010

 

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Das Schöpfungssystem

Wir sind von der Welt der Unendlichkeit bis zu dieser Welt, von der Eigenschaft des Gebens bis zur Eigenschaft des Empfangens, „herabgestiegen“.

Auf dem Weg nach unten verringert sich in uns die Eigenschaft des Gebens, das Ausmaß der Ähnlichkeit mit ihr. Dementsprechend verringert sich die Erfüllung in uns (das Licht, die Wahrnehmung des Schöpfers), bis wir den Zustand „Unsere Welt“ erreichen, wo alle Merkmale des Lichts und des spirituellen Gefäßes (des Verlangens zu geben) gänzlich verschwinden, und wir von der Spiritualität vollkommen abgeschnitten werden.

Über unserer Welt, in den Welten Brija, Yezira und Assija, befinden sich die zerbrochenen Seelen – die Seelen, die ihren Egoismus wahrnehmen.

Wir müssen aus unserer Welt dorthin gelangen, d.h. erkennen, dass unsere Seelen zerbrochen, getrennt sind. Und dann die Grenze (Parssa) überqueren, die die Welten BY“A von der Welt Azilut trennt, d.h. die Bedingung der Einordnung in den Korrekturprozess erfüllen – uns wünschen, die Liebe, sprich die vollständige Vereinigung, zu erreichen.

Dann erwecken wir unsere zerbrochenen Seelen, damit sie sich in die Malchut der Welt von Azilut einordnen, die ursprünglich nur ein Punkt in Chase (Brust) von Seir Anpin ist. Über SA liegt GaR der Welt von Azilut: Atik, Arich Anpin, Aba we Ima, ISHSuT, und noch höher die nächste Grenze: Tabur von Galgalta, die Welt von Adam Kadmon und die Welt der Unendlichkeit.

Unsere Seelen in unserer Welt sind Punkte. So enthüllt der Mensch seinen spirituellen Zustand, genannt „unsere Welt“. Und später, indem er das ihn entwickelnde Licht anzieht, erreicht er das Empfinden seiner selbst in den Welten von BYA – das Empfinden von zerbrochenen, d.h. egoistischen Verlangen (Zustand des ägyptischen Exils).

Von hier müssen wir zum Licht aufsteigen, d.h. uns über Parssa erheben, weil es unmöglich ist, die Korrektur in den Welten von BYA zu vollziehen, wo das korrigierende Licht fehlt und nur das Licht der Erkenntnis des Bösen existiert.

Die Welten von BYA (Ort, Zustand, Empfinden) sind für die Erkenntnis des Bösen, für die zerbrochenen Seelen bestimmt, damit wir enthüllen, wie schlecht und abhängig von dem bösen Trieb wir sind. Dann, in dem Ausmaß dieser Erkenntnis, können wir aufsteigen und uns an Malchut der Welt von Azilut anschließen.

Die Einordnung in Malchut der Welt von Azilut wird als MaN, unser Gebet, bezeichnet. Malchut der Welt von Azilut übergibt unser Gebet an Seir Anpin der Welt von Azilut, und schließlich erhebt SoN dieses Gebet in Bina der Welt von Azilut. Und dann steigt von oben das Licht (das umgebende Licht oder das Licht von AB-SaG) herab, korrigiert die Verbindung in SoN und erfüllt sie anschließend.

Also ist alles was wir tun müssen, Malchut der Welt von Azilut, Shechina im Exil, zu erheben. Denn alles, was sich in den Welten von BYA befindet, sind Teile dieser Malchut, der Shechina, und wir müssen unsere Verlangen dorthin erheben. Malchut der Welt von Azilut ist die „Versammlung der Seelen Israel“ (Isra-el, derjenige, der „direkt zum Schöpfer“ strebt), d.h. die Verbindung von zerbrochenen Verlangen.

In dem Maße, in dem wir uns verbinden können, ordnen wir uns in Malchut der Welt von Azilut ein. Natürlich können wir das selbst nicht tun, sondern nur darum bitten.

Malchut übergibt unsere Bitte um die Vereinigung an Seir Anpin und enthüllt in dem gleichen Ausmaß, dass sie sich Ihm anschließen will. Und SA muss das Verlangen, sich mit Malchut zu vereinen, von Bina erhalten. Anschließend erheben sie sich beide, SA und Malchut (SoN), jeder mit seinem Verlangen, zu Ima – Bina, die sie verbindet.

Dann steigt SA zu seinem Platz herab, erschafft Malchut und schließt sie an sich an. Und in dem Maße, in dem SoN verbunden sind, beteiligen sich die Seelen, die sich dort befinden, an dieser Verbindung und werden durch sie erfüllt. Denn genau diese Seelen bilden den Körper von Malchut.

Aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser HaSefirot vom 12.09.2010

Kabbala Akademie

Licht durch den Wandspalt

Der Höhere zeigt uns seinen unteren Teil, Malchut, als leer und dunkel, nichts Gutes versprechend.

Die „spirituelle Welt“, die „höhere Welt“ zeigt sich uns mit Absicht auf eine so unansehnliche Weise. In „dieser Welt“ aber, die im Keter des Unteren wahrgenommen wird, gibt es wenigstens einen kleinen Genuss.

Ich befinde mich in einem Zustand, in dem mich diese Welt auch nicht anzieht, doch der Zustand der höheren erscheint mir noch schlimmer.

Denn ich empfinde keine Erfüllung in den egoistischen, empfangenden Verlangen, und der Höhere gibt mir noch eine zusätzliche Schwere dazu, indem er mir sagt: „Du wolltest doch im Geben sein!“ Ich habe nichts zu essen, werde aber aufgefordert: „Los, teile mit den Anderen!“

Aus diesem Grund können die Bedingungen des Höheren nur ohne Überlegungen, ohne jegliche Bedingungen, nicht durch eigene Kräfte, sondern durch die Kraft des Lichtes, ohne Pläne und Hoffnungen, den eigenen Egoismus zu füllen und daraus Nutzen in „dieser Welt“ zu ziehen, angenommen werden.

Das Wichtigste aber ist, den Zustand des Gebens zu erreichen. Dann wirst du ALLES haben, aber nur, nachdem du auf alles verzichtest! Du wirst die Erfüllung (Zufriedenheit) erfahren, doch nicht vom Empfangen, sondern vom Geben.

So müssen wir den Monat Elul vor dem Jahresanfang, dem Anfang des spirituellen Weges wahrnehmen. Das Akronym von ELUL bedeutet: „Ich zum Geliebten und der Geliebte zu mir“.

Der Höhere stellt an mich diese hoffnungslosen Bedingungen, die keine Erfüllung versprechen, damit ich mich gerade mit deren Hilfe von meinem egoistischen Zustand befreie.

Denn wenn Er mir etwas Gutes versprechen würde, würde ich mich, festgekettet an die Genüsse, niemals von meinem Egoismus befreien können.

Doch es steht geschrieben: „Der Schöpfer legt die Hand des Menschen auf das gute Schicksal“, indem Er sein Leben in Dunkelheit und Leere eintaucht, aber andererseits einen kleinen Lichtstrahl für ihn enthüllt, der dem Menschen zeigt, in welche Richtung er sich vor der Finsternis retten kann.

Der Lichtstrahl bedeutet keine egoistischen, materiellen Errungenschaften. Der Schöpfer leistet mir Hilfe auf dem spirituellen Weg – Er führt mich zu einer kabbalistischen Gruppe, zum Ort meiner freien Wahl einer richtigen Umgebung, und „leuchtet“ mir ein wenig, d.h., gibt mir das Gefühl, dass gerade das Geben Licht sei. Licht bedeutet Erhebung über dem eigenen Egoismus, wenn es für dich nicht wichtig ist, ob er leer oder erfüllt ist, sondern wichtig, mit Wem du verbunden bist.

Der Schöpfer gibt zu verstehen: es geht dir schlecht im materiellen Zustand – suche keine materielle Erfüllung, sondern schau aus diesem Zustand heraus nach oben – denk darüber nach, dass es ein anderes Leben geben kann, mit anderen Werten, im Geben, in einer anderen Dimension (des Glücks).

Das bedeutet, dass für mich ein Lichtstrahl durch einen Spalt in der Wand leuchtet, die mich von der höheren Welt, der Welt der Ruhe (vor meinem Egoismus, der Unruhe der Erfüllung) und der Vollkommenheit (im Streben nach Geben und Liebe), trennt.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 06.09.2010
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Auf den sieben Farben des Regenbogens zum Schöpfer hinauf

Alles, was wir im Sohar lesen, was die Wissenschaft der Kabbala besagt, sind die Formen oder die Arten der Verbindung zwischen uns. Der Schöpfer, das Höhere Licht hat keine Form, deshalb können wir Ihn nicht fühlen.

Die Arten und Formen der Verbindung des Gebens und der Liebe, geben infolge ihrer Ähnlichkeit dem Licht, diesem Licht eine Form, eine Farbe, die Gradierung der Eigenschaften, die man unterscheiden kann unf man kann Ihn also in diesen ähnlichen Eigenschaften „fangen“.

Deshalb spricht der Sohar über die Arten der Verbindung zwischen den Seelen. Entsprechend den Formen der Verbindung, die zwischen uns gezeigt werden, öffnen wir das Licht. Andernfalls ist es unmöglich, das Licht, „zu fangen“ – zu enthüllen. „Es gibt kein Licht“, nur wenn ich es in verschiedenen Farben färbe.

Das zu mir kommende Licht soll unbedingt in sieben Farben des Regenbogens gefärbt sein. Anderenfalls kann das Geschöpf es nicht sehen, nicht empfinden, nicht wahrnehmen. Angenommen, es gibt ein Prisma, worauf das einfache weiße Licht gerichtet ist. Infolge der Brechung wird das Licht in sieben Farben des Regenbogens von rot bis zu violett gespaltet.

So macht S“A der Welt Azilut. Er führt das Licht Bina von oben durch und teilt es in sieben Lichter auf. Und Malchut handelt umgekehrt (anhand des Schirms): sie sammelt all diese Lichter/Farben ein und gibt sie (Or Choser) zurück „ins Prisma“, woraus ein einziges Licht entsteht.

Ich fühle das einfache weiße Licht nicht, das zu mir kommt, weil es keine Farbe hat. Aber ich sammle alle sieben Farben ein, die von S“A zu Malchut kommen in meinem Inneren und empfinde folglich das ursprüngliche einfache Licht.

Мalchut heißt „die Versammlung“, da sie alle sieben Sfirot einschließt

Sie gleicht sich diesem „Prisma“ an, das das weiße Licht in sieben Farben aufteilt, und dadurch im nächsten Schritt das weiße Licht wieder erreicht. So empfindet Malchut das Licht, stellt sich dieses Licht vor.

Sie bekommt das weiße Licht nicht, aber indem sie mit ihm verglichen wird, kann sie es erreichen und mit ihm zusammengezogen werden – nach der Regel „Aufgrund Deiner Handlungen erkenne ich Dich“ (Mimaasejcha Ikarnucha).

Aus 613 Handlungen, unseren Korrekturen, bilden wir den Schöpfer. Denn der Schöpfer hat keine Heiligenbilder, wir selbst schaffen Ihn aus unseren Eigenschaften.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 08.09.2010