Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Spiegel unserer Verlangen


Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich mein eigenes Bild und es ist klar, dass ich damit weder kommunizieren noch arbeiten kann. Wenn wir jedoch unsere Wirklichkeit anschauen, sehen wir im Wesentlichen uns selbst oder Bilder unserer Verlangen.

Meine Antwort: Deshalb sagt Baal HaSulam, dass das Verlangen des Menschen in zwei Teile aufgeteilt ist – der Teil, der innerlich empfunden wird, und der andere Teil, der außerhalb zu sein scheint. Im einen Teil fühlt der Mensch sich selbst und im anderen empfindet er die Welt. Diese falsche Form der Wahrnehmung wurde mit Absicht erschaffen, damit wir den Teil, der außerhalb von uns ist, in unsere „innere“ Wahrnehmung überführen.

Tatsache ist, dass alles außerhalb, wie auch ich selbst, eigentlich in meinem Innern wahrgenommen wird. Es gibt nichts außer einem einzigen Verlangen, eine Welt.

Wir sollten nicht unsere körperliche Wirklichkeit oder die Wahrnehmung dieser Teilung in „Ich“ und „diese Welt“ korrigieren, was die Realität auf unserer niedersten Ebene ist. Wir müssen stattdessen beide Teile des Verlangens vereinen, indem wir die Stufen der spirituellen Leiter aufsteigen. Die Wirklichkeit, in der wir uns jetzt befinden, ist die letzte und niederste Ebene der Realität und sie verändert sich nicht, wenn wir spirituell aufsteigen. Sie wird sich lediglich am Ende der Korrektur ändern und verschwinden, wenn diese Welt die allgemeine Korrektur antreten wird, die vereinte Wahrnehmung innerhalb eines vereinten Verlangens – die Welt der Unendlichkeit.

Bis dahin ändert sich das Bild unserer Welt nicht. Das Licht beeinflusst es; es beeinflusst allerdings Malchut, das Verlangen, um seine beiden Teile zu vereinen – den inneren und äußeren Teil zu einem einzigen. Das Licht beeinflusst auch alle anderen Verlangen – unsere spirituellen Verlangen, wo wir den freien Willen haben. Das sind die Verlangen, mit denen wir arbeiten und die wir korrigieren müssen. Aber in unserer Welt gibt es nichts zu korrigieren. Wir müssen lediglich die Verbindung zwischen den Seelen korrigieren. Dort vereinen sich unsere Verlangen zu einem, und darin enthüllen wir den Schöpfer.

Die Stufe des Verlangens, auf der ich mich und die Welt um mich empfinde, verbleibt bis zum Ende der Korrektur. Sogar der größte Kabbalist, der auf die letzte der 125 Stufen aufsteigt und die allgemeine Letzte Korrektur erlangt, wird diese Welt noch empfinden, wie Sie. Er wird zu einem Arzt gehen müssen, um seinen Körper zu heilen, und wird diese gesamte Welt nutzen müssen und die gesamte Realität in Inneres und Äußeres aufgeteilt sehen. Obwohl er weiß, dass es in Wirklichkeit nicht so ist, wird er trotzdem die Wirklichkeit durch seine körperlichen Sinne so sehe, weil sich diese Ebene der Wirklichkeit nicht bis zum Ende der Korrektur verändert.

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Die Weisheit, die ein Mensch braucht

Der Sohar: Die Weisheit, die ein Mensch (ausnahmslos jeder Mensch) braucht, ist das Wissen und die Erkenntnis der Geheimnisse des Schöpfers, zu erlangen, wer er ist, wie er geboren wurde, woher er kommt, wohin er geht, wie er sich selbst korrigieren kann und was ihn erwartet, wenn er am Hof des Herrschers der Welt ankommt.

Wir müssen Erkenntnis erlangen, wie geschrieben steht „und Adam erkannte Eva“. Erkenntnis wird erlangt, wenn man sich mit dem Schöpfer vereint, durch die Vereinigung der zwei einzigen Dinge, die existieren. Daher wird Erlangung oder Erkenntnis erlangt, wenn sich das Licht von Chochma in das Licht von Chassadim einkleidet – in unsere korrigierten Verlangen (Kelim). Das ist die wahre Vereinigung.

Wenn ein spiritueller Parzuf Licht in seinem Innern empfängt, wird dieses Licht das Licht der Erkenntnis genannt. Das ist sowohl Weisheit, als auch Barmherzigkeit, das Licht von Chochma und das Licht von Bina, das Licht des Empfangens und das Licht des Gebens vereinigt.

Wenn ich meine Seele in Malchut einschließen möchte – die Summe aller Seelen – das einzige erschaffene Geschöpf, als die Seele von Adam bekannt, dann macht mich mein Verlangen, mit allen zusammen sein zu wollen, zu einem Teil von Malchut. Malchut wiederum erhebt dieses Verlangen zur Stufe von Daat (Erkenntnis) und dann geben mir Aba ve Ima (Vater und Mutter, Chochma und Bina) diese Erkenntnis. Auf diese Weise funktioniert der Höhere Mechanismus.

(Aus einem Unterricht über das Buch Sohar, Kapitel „Die Weisheit, die ein Mensch braucht“)

Lasst uns nicht von den Toren der Höheren Welt verbannt sein

Der Sohar: Jeder Mensch, der zu dieser Welt geht, ohne die Geheimnisse der Tora erlangt zu haben, auch wenn man ihm viele guten Taten zurechnet, ist verbannt von den Toren der Höheren Welt.

„Diese Welt“ ist das, was wir gegenwärtig spüren und „die kommende Welt“ (Olam HaBa) ist unser nächster Zustand. Alles wird in dem Maße unseres Verlangens enthüllt. Unser Verlangen kann entweder auf natürliche Weise mit Hilfe der Reshimot verändert werden, was es noch egoistischer macht oder es kann durch unsere Arbeit mit der Gruppe und dem Umgebenden Licht korrigiert werden.

Wenn ich mich selbst nicht korrigiere, werden alle Tore zur spirituellen Welt für mich verschlossen bleiben. Ich kann die spirituelle Welt nicht spüren, wenn ich meine Verlangen und Kelim nicht dafür vorbereite, ohne den Egoismus zu Geben zu korrigieren. Denn so kann ich die Tore öffnen!

Jeder Mensch, der zu dieser Welt geht, ohne die Geheimnisse der Tora erlangt zu haben (was nur durch das Studium der Kabbala möglich ist, um Licht in seine korrigierten Verlangen zu empfangen), auch wenn man ihm viele guten Taten zurechnet (die Art, wie die Menschen in dieser Welt denken), ist verbannt von den Toren der Höheren Welt (d.h. dieser Mensch hat keine Möglichkeit, die ewige Welt zu spüren und zu betreten).

Auf dem spirituellen Pfad geschieht das bei jedem Schritt des Weges, wenn wir von einem Zustand zum nächsten gehen. Man kann nur durch die Enthüllung von Geheimnissen, dem was einem jetzt verborgen ist, voranschreiten. Alles geschieht innerhalb unseres Verlangens. Unser jetziges Verlangen und unsere jetzige Empfindung heißt „diese Welt“ und ein mehr korrigiertes Verlangen und die mehr korrigierte Empfindung heißt „die kommende Welt“.

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Wie gelangt man in die spirituelle Welt?

In einem seiner Artikel erklärt Baal HaSulam, dass das Verhalten zur zweiten Natur wird. Woran sollen wir uns also gewöhnen, während wir das Buch Sohar lesen? Wir gewöhnen uns daran, den Sohar als Werkzeug zu gebrauchen, durch das wir uns selbst ständig im spirituellen Raum vorstellen, der von Lichtern und Verlangen gesteuert wird, anstatt das falsche Bild dieser „äußeren“ Wirklichkeit zu sehen.

Wir zwingen uns selbst, tief in Eigenschaften hineinzugehen, dem Reich der Kräfte und Überträger (Vektoren), die ein Bild auf dem „Computerschirm“ erzeugen. Wir isolieren uns selbst nicht in diesem oberflächlichen Bild, sondern gehen tiefer, in die Verlangen und Eigenschaften, die es erzeugen.

Daher besteht unsere Arbeit in den Anstrengungen, um die Gewohnheit des Gefühls zu entwickeln, dass wir uns im Reich der Kräfte, Verlangen und Eigenschaften befinden und die Wirklichkeit nur durch diese zu sehen. Dann werden wir wahrhaftig das Buch Sohar lesen.

Warum brauche ich diese eingebildete Welt?

Eine Frage, die ich erhielt: Welche Sichtweise über die Wahrnehmung der Realität hat die Wissenschaft der Kabbala?

Meine Antwort: Der Ansatz ist sehr einfach. Ein menschliches Wesen ist ein Verlangen. Dieses Verlangen imaginiert sich selbst von innen heraus – wer bin ich, was bin ich, woraus bestehe ich, wie existiere ich und was und wie fühle ich? Zusätzlich stellt es sich vor, dass es außerhalb von diesem Verlangen existiert, als ob es eine andere Form von Verlangen gibt, auf irgendeine Weise außerhalb von sich abgebildet.

Es gibt eine tiefe Kluft zwischen dem Verlangen, welches erscheint, als gehöre es zu mir (in dem ich mich selbst einbilde) und dem Verlangen, in welchem ich alles um mich herum wahrnehme. Das Verlangen, in dem ich mir meine äußere Umgebung einbilde, ist getrennt von meinem inneren „Ich“.

Dieses äußere Verlangen fühlt sich fremd an in Bezug zu meinem inneren Verlangen; ich analysiere es allerdings nur in dem Maße, in dem das innere Verlangen davon profitieren kann, das heißt, daraus Genuss erhält. Deshalb kann ich dieses äußere Verlangen abtöten; ich kann es aus dem gesamten Leben und Licht beseitigen, da es mir egal ist, was damit geschieht. Das Wichtigste für mich ist, etwas für mein inneres Verlangen zu erwerben.

Warum nehmen wir die Welt und uns selbst auf diese Weise wahr? Baal HaSulam erklärt, dass es nur ein Verlangen gibt, aber es hat zwei innere, inhärente Unterscheidungen – die Trennung in das Innere und das Äußere. Durch diesen Bruch hat uns der Schöpfer befähigt, den Unterschied zwischen Ihm und uns zu fühlen – zu empfinden, wie gegensätzlich wir zueinander sind und wie entfernt Er von uns ist. Aber anstatt Ihn zu fühlen, imaginieren wir die Welt, die sich nun um uns herum befindet.

Wie sonst kann Er Sich, die Eigenschaft des Gebens, in uns, die Eigenschaft des Empfangens, einflößen? Er tut dies, indem er uns ein Beispiel darüber gibt, woraus diese zwei Formen der Natur gebildet sind, was es bedeutet, zu empfangen und zu geben.

Wir müssen alles durchleben, worüber wir in Talmud Esser HaSefirot lesen

Eine Frage, die ich erhielt: Muss ich mir während der Unterrichte über Talmud Esser HaSefirot oder Pticha (der Artikel „Einführung in die Weisheit der Kabbala“) vorstellen, dass alles, worüber wir lesen, sich in mir befindet, so wie beim Lesen des Sohar?

Meine Antwort: Es ist gut, sich mit dem Text zu identifizieren und ihn in sich selbst fühlen zu wollen. Während wir allerdings das Buch Sohar lesen, lagern sich die Einstellung und das System, welche in dem Text eingebaut sind, in uns ab und zeigen uns die Formen, Bilder und Abfolgen, durch welche wir Spiritualität betreten. Hingegen arbeitet der Talmud Esser HaSefirot auf andere Weise. Dennoch ist man während des Lesens des Talmud Esser HaSefirot fähig, sich innere Handlungen vorzustellen, welche mit unseren Verlangen harmonieren oder ihnen entgegengesetzt sind. Wenn man beginnt zu spüren, dass die Dinge, die im Talmud Esser HaSefirot beschrieben werden, über einen selbst sprechen, dann wird man davon nicht weniger beeinflusst als durch den Sohar.

Wir müssen verstehen, wie dies alles funktioniert und uns vorstellen, dass der Wille nach Genuss erschaffen wurde, dann „empfangen um zu geben“ wollte und danach zerbrach. Was geschah mit diesem Verlangen, nachdem es seinen Schirm verloren hatte und wie verhalten sich nun alle fünf Komponenten dieses Verlangens? Wie hat es sich selbst vom Licht entleert? Es will nicht sein Licht verlieren, aber das Licht entfernt sich, weil die Kräfte der Verhüllung von Oben handeln. Die schlechten egoistischen Kräfte des Verlangens stoßen das Licht ab.

All dies spricht über mich. Zum Beispiel weise ich innerhalb meines korrigierten Galgalta we Ejnaim das Licht ab und errichte einen Schirm (Verhüllung) zwischen mir und dem Licht. So bleibe ich Angesicht zu Angesicht mit dem Schöpfer; ich verbinde mich nur mit Ihm, aber ich empfange nicht von Ihm, da ich das Licht abweise. Somit bleibe ich bei Ihm, da ich die Kraft besitze, meinem Willen nach Genuss zu widerstehen. Jedoch ist meine Verbindung mit dem Schöpfer (dem Licht von Chassadim) sehr schwach.

Während ich studiere, muss ich mir all diese Prozesse vorstellen: Wie mein Schirm verschwindet, wie das Licht sich von mir entfernt, wie ich meinem Egoismus widerstehen und die Kraft des Gebens bewahren möchte, denn immer noch verschwindet sie, weil mein egoistisches Verlangen größer als mein altruistisches Verlangen ist. Ich kann mein Verlangen nicht beherrschen, weil die Verbindung zwischen dem Verlangen und dem Genuss größer als meine Widerstandskraft ist. Ich muss meinen Widerstand zwischen zwei Polen (Plus und Minus) errichten, jedoch ist mein Widerstand so klein, dass er ausbrennt. Ein Kurzschluss geschieht und als Resultat davon brenne ich. Was kann ich folglich tun, wenn ich nicht länger in der Lage bin, das Licht zu empfangen?

Wenn sich ein Mensch spirituelle Zustände auf diese Weise vorstellt, wird er den Text wieder und wieder lesen wollen. Anstatt den Text als trockene technische Details über etwas wahrzunehmen, die irgendwo entfernt oben geschehen, wird er sie als Geschehnisse in sich selbst sehen, hier und jetzt.

Es gibt nur eine Quelle des spirituellen Verlangens


Die größte Frage, vor der wir stehen lautet, wie kann ich ein Verlangen für die Spiritualität erwerben, ein Verlangen danach zu sein, wie der Schöpfer? Wie können wir danach verlangen zu „Gebenden“ zu werden? Die Kabbalisten sagen, der beste Weg sich spirituell zu entwickeln, geschieht durch ein Mittel, das „die Gruppe“ genannt wird. Alltägliche zwischenmenschliche Beziehungen in unserem Umfeld, mit den Gefühlen von Neid, Hass, Liebe, Abneigung und dem Willen nach Macht, können uns helfen einen größeres Verlangen nach spiritueller Entwicklung zu erwerben.

Wir können einfach das spirituelle Verlangen unserer Freunde in uns aufnehmen. Tatsächlich ist es so, dass wir danach verlangen werden, obwohl es in Wirklichkeit unseren eigenen Wünschen zuwider läuft, denn Neid oder andere „negative“ Gefühle den anderen gegenüber werden bewirken, dass unser Verlangen nach Spiritualität noch weiter wächst.

Wir sind alle Teil eines spirituellen Systems, wo wir alle als ein Ganzes miteinander verbunden sind. Selbst, wenn daher mein Umfeld etwas wünscht, das unnatürlich und sogar schädlich für mich ist, werde ich dies, gegen meine eigene Natur, widerwillig auch wünschen. Ich bin also von anderen beeinflusst, denn irgendwann in der Vergangenheit habe ich mein spirituelles Leben von und durch andere empfangen.

Dieses Netz der Verbindungen zwischen uns besteht auch heute noch. Ich bin mit allen anderen verbunden, aber ich kann diese Verbindung einfach nicht fühlen und deshalb fließt in diesem Netzwerk kein Leben und kein Licht. Wenn jedoch alle anderen beginnen die Spiritualität zu preisen, dann werde ich, obwohl es abstoßend für mich ist und ich selbst den Gedanken daran hasse und mir nichts schlimmeres vorstellen kann, als anderen zu geben und sie zu lieben, gegen meinen Willen, dennoch von ihnen beeinflusst sein und schließlich diesen Zustand ersehnen, der mir so unnatürlich und widerwärtig erscheint. Denn es gibt eine innere Verbindung zwischen uns. Diese existiert seit Anbeginn der Schöpfung.

Dieses Verlangen, dass ich von der richtigen Umgebung bekomme, wird in Wirklichkeit das Bestreben sein, dass ich benötige, um das System zu aktivieren, dass mich kontrolliert und meine Entwicklung bedingt. Wenn daher unsere Freunde fühlen, dass sie das Buch des Sohar nicht spüren, dass sie unfähig sind, sich mit diesem Mittel des spirituellen Lichtes zu verbinden, ist dies ein Zeichen, dass es ihnen am Verlangen danach mangelt. Selbst wenn es ihnen scheint, dass sie ein Verlangen nach Spiritualität haben, so sind dies nur andere Formen von egoistischen Wünschen. Und der Grund, dass ihnen ein Verlangen danach fehlt die Spiritualität zu entwickeln liegt an ihrer Unfähigkeit sich zu verbinden. Dies hält sie davon ab von der Gruppe die Kraft und das Verlangen nach spiritueller Entwicklung zu erhalten. Die ganze Gruppe und jeder Einzelne müssen daher daran arbeiten.

Anfangs hat keiner ein Verlangen nach spiritueller Entwicklung, nach der Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Nur die richtige Umgebung kann uns dies auferlegen. Unsere einzige Willensfreiheit besteht darin, dieses Verlangen von der Gruppe erhalten zu wollen. Dies ist unsere einzige Chance ein „Mensch“ zu werden. Die Gruppe sollte daran arbeiten, allen Freunden in der ganzen Welt ein Erwachen der spirituellen Entwicklung, des Gebens und der Liebe zu ermöglichen.

Andererseits müssen wir verstehen, dass dies von jedem Einzelnen abhängt, von der Fähigkeit eines Jeden sich zu annullieren, um dieses gemeinsame Verlangen nach Spiritualität zu erhalten. Dieses Verlangen ist nur in der Gruppe vorhanden und kann nur durch sie erlangt werden.

Dies führt uns zum wichtigsten Punkt: Wir haben den Sohar vor uns, ebenso haben wir ein gebrauchsfertiges System vor uns, das die Gruppe, die Bücher, den Lehrer, sowie Übersetzungen in andere Sprachen, Fernsehen und Internet umfasst. Alles, was wir tun müssen ist unsere innere Anstrengung auf einen Punkt zu konzentrieren, der „die Freiheit des Willens“ genannt wird“. Mit anderen Worten, wir müssen Anstrengungen unternehmen, um uns mit der Gruppe zu verbinden, damit wir von ihr die Kraft der Entwicklung erhalten können.

Rabbi Yossi Ben Kisma sagte, wenn ein Mensch diese Kraft der Entwicklung nicht hat, wird keine der Kräfte des Sohar ihn berühren.

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Einen gesegneten Samen in den Garten pflanzen

Aus dem Sohar, Abschnitt „Bo“, Punkt 57:

Und Er pflanzte diesen Samen in einen Gerechten, in Jessod de Seir Anpin.

Ich muss mir vorstellen, dass ich diese Eigenschaft, Jessod von Seir Anpin, besitze, was als Gerechter bezeichnet wird. Dies ist der Ort, an dem mein Same eingepflanzt ist, der Ausgangspunkt von welchem ich heranwachse.

Er ist der Gärtner des Gartens. Und die Saat im Garten (Malchut) ist die Verhüllung und das Verbergen dieses Lichtes. Dies bedeutet, dass die Verhüllung keine Abwesenheit, sondern im Gegenteil, eine Saat voller Segen ist. Die Verhüllung selbst wird wieder zu Licht werden, wie eine Pflanze, die aus dem Samen sprießt.

In seinem Artikel „Die freie Wahl“ gibt Baal HaSulam folgendes Beispiel: Wir müssen uns selbst in eine kabbalistische Gruppe einpflanzen, so wie wir ein Samenkorn in die Erde pflanzen, wo wir uns selbst vollkommen vor der Umgebung annullieren. Dann werden wir zu einem Samenkorn, das sich vollständig auflösen und in der Erde verrotten muss, damit daraus ein Baum wachsen kann.

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Warum sehen wir eine geteilte Welt?

Es ist nichts weniger als ein Wunder, dass der Schöpfer uns mit einer geteilten Wahrnehmung erschaffen hat. Deswegen können wir unser Ego als etwas für uns Fremdes sehen. Weil es uns als etwas Fremdes erscheint, betrachten wir es undifferenziert, wie eine Mutter, die ihr geliebtes Kind anschaut und denkt, dass es nichts Verkehrtes tun kann.

Doch wenn wir seine ganzen Mängel erkennen, sehen wir plötzlich, dass sie sich alle in unserm Innern befinden. Plötzlich sind wir gezwungen, all das Böse, das wir außerhalb sehen, als unser eigenes anzusehen und dadurch wechseln wir unsere Blickrichtung von außen nach innen. Das ist nichts weniger als ein Wunder.

All das stammt von der anfänglichen Gegensätzlichkeit zwischen dem Punkt der Schöpfung, der „aus dem Nichts erschaffen“ wurde und dem Licht. Durch diesen Punkt wird meine Wahrnehmung zweigeteilt: eine innere und eine äußere Wahrnehmung. Dadurch bin ich gezwungen, mich selbst von außen zu betrachten, als ob ich das alles nicht bin und später akzeptiere ich, dass sich dies alles in meinem Innern befindet.

Einstweilen gibt es in meinem Innern nur den Punkt in meinem Herzen. Wenn ich den Hass und das Böse, dass ich Außen sehe, als meinen eigenen Hass und meine eigenes Böse anerkenne und den Punkt in meinem Herzen mit diesen Eigenschaften verbinde, bekomme ich ein korrigiertes Kli! Es funktioniert ein wenig wie ein Apparat, der Bilder druckt – er macht aus einem Negativ ein Positiv. Auf die gleiche Weise muss sich meine Perspektive ändern, die es mir ermöglicht, alles in einem „reflektierten Licht“ zu betrachten.

Meine gesamte Wahrnehmung ist nach diesem Prinzip geschaffen, einschließlich Töne, Empfindungen, Geschmack, Sehen, Düfte und alles andere, dass ich mit meinen physischen Sinnesorganen wahrnehme. Das Gleiche gilt für alle Grade des Verlangens – egal ob es Verlangen nach Nahrung, Sex, Geld, Macht oder Wissen sind. Sie alle sind scheinbar äußere Erfüllungen, die ich im Innern enthüllen muss. Das gleiche Prinzip gilt somit nicht nur für die Kelim, sondern ebenso für die Lichter.

Das ist jetzt etwas, das schwer zu verstehen ist, doch alles wird klar sein, wenn wir in die spirituelle Wahrnehmung eintreten und die Welt auf diese Weise sehen.

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Wenn der Morgen graut


Der Sohar, Kapitel VaYeshev (Und Jakob setzte sich nieder), Punkt 114: Es gibt nicht einen Menschen in der Welt, der des Nachts nicht den Geschmack des Todes kostet und auf dem Körper liegt der Geist der Unreinheit. Denn weil die heilige Seele sich vom Menschen entfernt hat, liegt der Geist der Unreinheit auf diesem Körper und er ist geschändet.

Das bedeutet, dass ein Mensch einen Schirm hat, das Licht der Einheit, das Licht der Verschmelzung und dass die Eigenschaft des Gebens in ihm herrscht. Doch dann verschwindet alles. Der Parzuf wurde entleert und alles Licht ist daraus entschwunden. Das kann aus einem äußeren oder inneren Grund geschehen, wie, wenn des Menschen innerer Wille zu genießen wächst und neue Reshimot sich in ihm zeigen.

Das geschieht dann, wenn in ihm ein neues, unkorrigiertes Verlangen erwacht und über ihn herrscht. Der Mensch ergibt sich ihm und, geführt durch dieses Verlangen, beginnt er, über sein Leben, über Selbsterfüllung nachzudenken und darüber wie er dieses Verlangen erfüllen kann.

Nur wenn er sich rechtzeitig für diese Dunkelheit vorbereitet hat, für die Nacht, den Zustand, wenn seine Verlangen über ihn herrschen, ist er fähig, alle Kraft zusammenzunehmen und die Dunkelheit als Mittel zum Aufstieg auf eine neue Stufe zu betrachten. Dann richtet er eine wahre Forderung nach Oben, an Abba ve Ima, und bittet sie, für ihn zu sorgen (das wird „Verschmelzung um Mitternacht“ genannt).

Ab Mitternacht beginnt er mit den Korrekturen. Ein Mensch beginnt, das gesamte zusätzliche Verlangen zu genießen zu korrigieren, dass er bekommen hat und das er als Geschmack des Todes gefühlt hat. Doch jetzt versüßt er ihn.

Das bedeutet, dass ein Mensch gen Morgen voranschreitet, wenn er von Oben das Licht, das umgestaltet, die erste Eigenschaft des Gebens empfängt. Und dann kommt das Morgenrot. Ein Mensch beginnt, in seinem Zustand das Licht zu fühlen, da er einen Schirm über sein voriges Verlangen zu genießen erlangt hat und nun befindet er sich in der Eigenschaft des Gebens.

Darum war es für ihn notwendig, den Geschmack des Todes zu kosten.

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