Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Licht'

Die Wirkung des zukünftigen Lichts

Frage: Wie haben Sie gespürt, dass Sie Ihren Lehrer gefunden haben? Wie geschieht das?

Antwort: Das lässt sich nicht beschreiben. Ich sehe, dass auch die Menschen, die mit mir im Gespräch sind, beginnen, etwas zu spüren, denn das ist die Entwicklung des höheren Lichts.

Wenn dieses Licht auf ein noch nicht vollständig entwickeltes „Kli“ (Gefäß) einwirkt, ruft es im Menschen Rührung und erhöhte Empfindsamkeit hervor – einen sogenannten „kleinen Zustand“. Wie ein Kind, das zu weinen beginnt, weil es seinen Zustand nicht begreifen oder das, was in ihm geschehen soll, noch nicht in sich aufnehmen kann. Genau das Gleiche geschieht auch bei uns.

Frage: Bedeutet das, dass das Gefühl, dass etwas unbedingt hier, mit diesem Lehrer und an diesem Ort geschehen wird, vom Einfluss des Lichts abhängt? Wirkt das zukünftige Licht auf diese Weise auf den Menschen ein?

Antwort: Natürlich! Das umgebende Licht (Or Makif) ist genau dieses zukünftige Licht. Es wird “umgebendes” Licht genannt, da es nicht in den Menschen eintreten kann. Da der Mensch im Vergleich zu diesem Licht noch zu klein ist, empfindet er nur, dass er etwas gefunden hat – aber er weiß noch nicht, was genau.

Frage: Das heißt, das Licht scheint dem Menschen zu sagen: „Halte dich an mich fest, hier wird etwas geschehen“?

Antwort: Ja, genau. Von diesem Moment an kann der Mensch nicht mehr verloren gehen. Sich von dieser Quelle zu lösen, wird für ihn bereits unmöglich.

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Aus der Fernsehsendung „Geheimnisse des Ewigen Buches“

Das Spiegelbild deiner Seele

Frage: Wie kann ich voller Freude arbeiten, wenn um mich herum so schreckliche Dinge geschehen? Und auch innerlich ist nicht alles in Ordnung. Kurz gesagt: Außen und innen herrscht Chaos.

Antwort: Freude ist das Ergebnis der Offenbarung des Schöpfers. Dass Er sich in einer so offensichtlichen und klaren Form offenbart, ist ein Zeichen dafür, dass der Schöpfer uns die Möglichkeit gibt, diesen Zustand zu korrigieren.

Wenn du diese Situation nicht mit dem Schöpfer in Verbindung bringst, kannst du dich natürlich nicht freuen. Du hast keinen Grund dazu. Doch sobald du diesen Zustand mit Ihm in Verbindung bringst, entstehen in dir zwei Arten von Freude: Du kannst dich freuen, da du weißt, dass man sich um dich kümmert, dass man dich nicht vergisst: „Das heißt, alles hat seinen Grund, und ich kann mich ein wenig entspannen, ausruhen. Es ist, als hätte ich meine Wunden mit etwas Lebensspendendem gesalbt, und es ist mir leichter geworden. Der Schöpfer existiert, und ich arbeite nicht umsonst.“

Aber das ist eine trügerische Freude. Indem du dich auf diese Weise freust, hast du lediglich dein Verlangen nach Empfangen versüßt (bestochen). Damit hast du keine nützliche Arbeit geleistet, du bist spirituell nicht vorangekommen.

Die zweite Art von Freude ist, wenn du durch diese Zustände den Schöpfer offenbaren, Kontakt mit Ihm herstellen und eine Korrektur vornehmen kannst.

Ich werde das näher erläutern: Der Zustand, den wir erfahren, sei er äußerlich oder innerlich, kommt von oben. Tatsächlich ist es nicht der Zustand selbst, der von oben kommt, sondern das Licht, das in mein Kli scheint.

Mein Kli, mein Verlangen nach empfangen ist mit Wunden und eitrigen Geschwüren übersät und das Licht leuchtet auf sie. Ich sehe all diese Wunden nur in ihrer äußeren Form, nur in ihrer äußeren Manifestation: die Feindseligkeit der Araber, Kriege, Krankheiten, Ungerechtigkeit. Ich spüre diese Wunden nicht in meiner Seele. Das höhere Licht, das auf sie leuchtet, zeigt mir, dass ich von innen her völlig verfault bin. Du kannst all diese äußeren Erscheinungsformen (Krankheiten, Leiden, Feinde) mit dem Schöpfer in Verbindung bringen, aber du musst erkennen, dass all dies ein Spiegelbild deiner Seele ist. All dies geschieht in deinem Inneren, in deiner Seele.

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Aus einem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, vom 23.06.2026.

 

Das Pessachfest aus verschiedenen Blickwinkeln

Frage: Worin unterscheidet sich die kabbalistische Sichtweise auf unsere Welt und des Festes Pessach von der üblichen Sichtweise?

Antwort: Es gibt mehrere Ebenen der Erklärung des Daseins, seiner Schöpfung, seiner Entwicklung, seines Ziels und der Aufgabe des Menschen darin. Über das Pessachfest lässt sich beispielsweise Folgendes sagen:

  1. über die historische Epoche der Versklavung des Volkes in Ägypten,
  2. über die „Versklavung“ des Menschen in seinem Egoismus – Ägypten – Pharao,
  3. über die Entwicklung der Schöpfung – des Verlangens unter dem Einfluss des Lichts – des Schöpfers und seiner Abwesenheit – unter dem Einfluss der Finsternis – Ägyptens – des Pharaos.

Man kann auch aus verschiedenen Ebenen sprechen:

  1. über die mechanische Erfüllung von Bräuchen, die im Alltag als Gebote bezeichnet werden,
  2. über die psychologische Erfüllung der Anweisung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ als allgemeine (Klal) Anweisung des Schöpfers, die alle anderen Anweisungen in sich umfasst, wie es in der Tora heißt: „Liebe deinen Nächsten – das allgemeine Gesetz der Tora“,
  3. über die kabbalistische Wirkung des höheren Lichts auf die Welten und durch diese auf die Seelen, die die Stufen ihrer spirituellen Entwicklung und Korrektur durchlaufen.

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Man sollte mit der Liebe zu den Menschen beginnen

Wir bewegen uns von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer. Die Liebe zum Schöpfer ist die vollkommene Liebe im ganzen System, wo sich das Licht und das Gefäß gemeinsam entfalten und sich gegenseitig unterstützen.

Aber wir müssen mit der Liebe zu den Geschöpfen anfangen, das heißt, wir müssen uns im Zehner einander annähern, bis wir keinen Unterschied mehr zwischen uns spüren, damit unsere Wünsche und Gefühle zu einem gemeinsamen Gefühl verschmelzen. Jeder muss dabei die anderen ergänzen. Es geht nicht um eine physische Verbindung, die auf der tierischen Ebene stattfindet, sondern um eine menschliche, also nicht auf der körperlichen, sondern auf der emotionalen Ebene.

Diese Verbindung beginnt mit grundlosem Hass, also ohne jede Erklärung, außer dass es vom Schöpfer so erschaffen wurde. Und von dort müssen wir zu brüderlicher Liebe kommen, wie ein Mensch mit einem Herzen.

Wir dürfen uns nicht die Welt als Vorbild nehmen, wo es Streit gibt und alle sich wie streitsüchtige Kinder messen. Wir müssen den Ratschlägen der Kabbalisten folgen und uns selbst in der letzten Phase der Verwirklichung des Korrekturprozesses sehen. Wir haben über Tausende von Jahren viele Lebenszyklen auf dieser Erde durchlaufen.

Und es ist kein Zufall, dass wir jetzt die Wissenschaft der Kabbala für uns entdeckt haben: In dieser Welt gibt es nichts Zufälliges, alles ist aus dem System der gemeinsamen Seele berechnet. Deshalb müssen wir zusammenarbeiten und eine Vereinigung erreichen. Wenn jemand ausfällt – was soll man machen, das ist wohl sein Schicksal. Aber wir werden versuchen, unser System zusammenzufügen und zu einer gegenseitigen Verbindung zu kommen, die auf Gleichheit und Liebe basiert.

Denn Liebe ist die stärkste Verbindung, die es gibt.

„Von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer“, denn der Schöpfer ist das gemeinsame System, das sich uns offenbart. Der Schöpfer ist die Gesamtheit, die Summe aller Seelen und der Grund für ihre Erschaffung, er ist die Quelle.

Liebe bedeutet vollständige gegenseitige Verbindung, bei der jeder nur danach strebt, die anderen zu ergänzen. Das ist die Form der Existenz der gemeinsamen Seele.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Wissen“

 

Beispiele des Höheren

Der Schöpfer wird durch verschiedene Formen des Gebens enthüllt, jedoch wird er in uns enthüllt, dem empfangenden Verlangen. Andernfalls würden wir diese Ausdrucksformen nicht empfinden. Sie kommen von oben, allerdings müssen wir diese annehmen und ihnen von unten, von unserem Ende her, ähnlich werden.

Das macht den ganzen grossen Unterschied aus. Wir haben ein ähnliches Beispiel in unserer Welt, wenn wir etwas begreifen, sehen, fühlen und schmecken, aber dann müssen wir es selbst kopieren. Hierin steckt eine enorme Anstrengung. In der spirituellen Welt senkt Ima ihren unteren Teil in Seir Anpin ab und gibt ihm ein Beispiel mit ihrem Reflektierendem Licht (Or Choser). Wenn das Höhere auf diese Weise handelt, kann das Niedrigere nicht scheitern, denn es sieht ein fertiges Beispiel.

Auf die gleiche Weise geben wir kleinen Kindern erprobte, zuverlässige Beispiele, die es ihnen nicht erlauben, Fehler zu machen. Wenn jedoch ein Kind selbst nachahmen möchte, was wir ihm gezeigt haben, dann ist das bereits ein Problem. Es macht einen Fehler und erkennt, dass es zuerst Kraft und Wissen erlangen muss.

Entsprechende Prozesse geschehen in der spirituellen Welt. Auch wenn der Schöpfer uns Beispiele gibt, und obwohl alle Stufen von Oben kommen, kommen sie in der entgegengesetzten Form. Ihnen fehlen unsere Anstrengungen, verbunden mit Verlangen als auch Verständnis, was Bemühungen im Herzen und im Verstand bedeutet.

Nur durch beifügen unserer Anstrengungen zu Verlangen und Verstand, erkennen wir die durch den Höheren gegebenen Beispiele, folglich wandeln sich diese dadurch von Finsternis in Licht. Schliesslich sind sie für uns zuerst in Finsternis getaucht, weil wir spüren, dass wir ausserstande sind, dies selbst zu tun. Rabash schreibt davon im Artikel: „Die Einbeziehung der Eigenschaft der Gnade in das Urteil.“

Der Schöpfer wird ein „Weiser“genannt, denn Er besitzt das Licht Chochma und alle notwendigen Kräfte. Ein Mensch, der sich ein Beispiel am Schöpfer nimmt, wird ein „Schüler eines Weisen“ genannt, denn er kopiert des Schöpfers Formen des Gebens.

Trotzdem müssen wir verstehen, dass dies nicht nur das Kopieren einer Handlung ist. Zunächst müssen wir damit einverstanden sein, diese Form anzunehmen, weil das etwas ist, was wir überhaupt nicht wollen. Wenn wir damit einverstanden sind, bedeutet das, dass wir uns irgendwie selbst einschränken und einen Ort in uns schaffen, wo diese sich offenkundig machen können, dann sind wir bereit diese Formen in unserem empfangenden Verlangen wahrzunehmen, und sodann zu verstehen, wie sie gebildet wurden und sie zu wiederholen. Dies bedeutet, ungeachtet unseres Verlangens zu studieren, zusammen mit dem Verlangen und dem Verstand, bis wir erkennen, wie wir die Beispiele des Schöpfers in der Praxis an uns selbst ausdrücken und ausführen können.

Eine lange Kette von Handlungen liegt zwischen unserer Bereitschaft, ein Beispiel zu empfangen und es lebendig werden zu lassen. Und all dies, wird „das Werk des Schöpfers“ genannt, da wir das Beispiel, das wir erhielten und selbst verwirklichen, mittels der Kraft und der Weisheit, die auch von oben kommen.

Während des ganzen Prozesses müssen wir nur das Verlangen haben aufzusteigen – das Verlangen, das wir von der Umgebung empfangen.

Aus dem 1.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 02/03/2011, Schriften von Rabash

Man sollte mit der Liebe zu den Menschen beginnen

Wir bewegen uns von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer. Die Liebe zum Schöpfer ist die vollkommene Liebe im ganzen System, wo sich das Licht und das Gefäß gemeinsam entfalten und sich gegenseitig unterstützen.

Aber wir müssen mit der Liebe zu den Geschöpfen anfangen, das heißt, wir müssen uns im Zehner einander annähern, bis wir keinen Unterschied mehr zwischen uns spüren, damit unsere Wünsche und Gefühle zu einem gemeinsamen Gefühl verschmelzen. Jeder muss dabei die anderen ergänzen. Es geht nicht um eine physische Verbindung, die auf der tierischen Ebene stattfindet, sondern um eine menschliche, also nicht auf der körperlichen, sondern auf der emotionalen Ebene.

Diese Verbindung beginnt mit grundlosem Hass, also ohne jede Erklärung, außer dass es vom Schöpfer so erschaffen wurde. Und von dort müssen wir zu brüderlicher Liebe kommen, wie ein Mensch mit einem Herzen.

Wir dürfen uns nicht die Welt als Vorbild nehmen, wo es Streit gibt und alle sich wie streitsüchtige Kinder messen. Wir müssen den Ratschlägen der Kabbalisten folgen und uns selbst in der letzten Phase der Verwirklichung des Korrekturprozesses sehen. Wir haben über Tausende von Jahren viele Lebenszyklen auf dieser Erde durchlaufen.

Und es ist kein Zufall, dass wir jetzt die Wissenschaft der Kabbala für uns entdeckt haben: In dieser Welt gibt es nichts Zufälliges, alles ist aus dem System der gemeinsamen Seele berechnet. Deshalb müssen wir zusammenarbeiten und eine Vereinigung erreichen. Wenn jemand ausfällt – was soll man machen, das ist wohl sein Schicksal. Aber wir werden versuchen, unser System zusammenzufügen und zu einer gegenseitigen Verbindung zu kommen, die auf Gleichheit und Liebe basiert.

Denn Liebe ist die stärkste Verbindung, die es gibt.

„Von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer“, denn der Schöpfer ist das gemeinsame System, das sich uns offenbart. Der Schöpfer ist die Gesamtheit, die Summe aller Seelen und der Grund für ihre Erschaffung, er ist die Quelle.

Liebe bedeutet vollständige gegenseitige Verbindung, bei der jeder nur danach strebt, die anderen zu ergänzen. Das ist die Form der Existenz der gemeinsamen Seele.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Wissen“

 

Lasst uns dem Zustand von “Chanukka” näherkommen

Frage: Besteht die Arbeit von Chanukka darin, alle unsere Wünsche, die auf das Geben ausgerichtet sind, zu einem Ganzen zu vereinen?

Antwort: Ja. Alles, was sich in uns befindet, stammt vom Schöpfer. Unsere gesamte Arbeit besteht darin, dies durch unsere Eigenschaften, unsere Herzen und unsere Verlangen auf das Geben an Ihn auszurichten.

Frage: In welchem Maß sind wir als Gruppe Bnei Baruch bereit, das Licht von Chanukka in unser gemeinsames Kli aufzunehmen?

Antwort: Wir sind bereit. Alles hängt ausschließlich von unserer inneren Ausrichtung ab. Uns wurden die Mittel gegeben – die Studienmaterialien und die gemeinsame Arbeit –, durch die wir uns darauf vorbereiten. In diesem Sinn kann man sagen, dass das Kli bereit ist.

Vor uns liegt eine ganze Woche Arbeit. Lasst uns diese Zeit mit der inneren Bedeutung von Chanukka füllen, um diesen Zustand zu erkennen, ihm nahe zu kommen und ihn in uns zu realisieren. Dann wird die Korrektur gelingen, zumindest werden wir die erste Stufe der Korrektur des Egoismus erreichen.

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Aus einer Lektion über einen Brief von Rabash

 

Immer höher und höher

Der Schöpfer hatte die schwierige Aufgabe, einen Menschen zu erschaffen, der ihm ähnlich sein wird, aber trotzdem ein Mensch bleibt, also unabhängig vom Schöpfer. Er darf nicht wie ein Embryo im Mutterleib innerhalb des Schöpfers sein, der noch nicht als existent gilt, weil sein ganzes Leben von der Mutter abhängt.

Ich hab mal „Die Geschichte vom guten Zauberer” geschrieben, die genau davon handelt. Der Zauberer war einsam und wollte sich einen Freund erschaffen. Er versuchte, einen Freund aus einem Stein, aus einer Blume, aus einem Hund zu machen – aus etwas, das auf der Ebene der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur existiert, aber er merkte, dass das nicht klappen würde. Denn hier gibt es kein eigenständiges Wesen, das sich gegen den Schöpfer stellen könnte.

Und dann beschloss er, einen Menschen mit einem großen Verlangen nach Genuss zu erschaffen, der dem Schöpfer entgegengesetzt sein würde, ihm nicht zustimmen, sich ihm widersetzen und ihn sogar verärgern und hassen würde.

All dieser Egoismus muss in uns vorhanden sein, damit wir den Schöpfer fühlen, verstehen und uns mit Ihm verbinden können. Der Mensch muss unbedingt zwei Gegensätze in sich vereinen: Dunkelheit und Licht, Böses und Gutes.

Aber das Böse muss zuerst auftauchen, damit der Mensch sich vom Bösen trennen und über seine Natur erheben kann. Deshalb ist die Vorbereitung auf die Erschaffung des Menschen so ein komplizierter und langwieriger Prozess. Es musste etwas erschaffen werden, das dem Schöpfer entgegengesetzt ist – das Verlangen zu genießen, das sich nach und nach durch das Licht entwickelt, sich mal mit ihm verbindet, mal von ihm trennt, also mit zwei Verlangen arbeitet: dem Verlangen zu empfangen und dem Verlangen zu geben.

So bereitet der Schöpfer die Schöpfung vor: Er baut und zerstört, baut wieder auf und zerstört erneut. Und dadurch, dass Er alle Stufen, alle Welten bis hin zur Welt der Unendlichkeit aufgebaut und zerstört hat, hat Er alle Zustände einer gegen den anderen vorbereitet, damit der Mensch unter ihnen leben und sich über beide erheben kann, über das Gute und das Böse, wie es heißt: „Und ihr werdet wie Götter sein, die Gut und Böse kennen.“ Und das ist der Punkt, an dem die Schöpfung beginnt, die für alle gemeinsame Eigenschaft der Vereinigung und Liebe.

Man kann sagen, dass die lange Vorbereitung der Schöpfung darauf, sich zu korrigieren und ihren wahren Zustand zu offenbaren, in unseren Tagen, in unserem Leben, abgeschlossen ist. Wir sind die erste Gruppe, die versucht, auf dem richtigen Weg zum Ziel zu bleiben. Alle notwendigen Vorbereitungen sind bereits getroffen, um den Aufstieg zu einer spirituellen Stufe zu beginnen, die „Glaube über das Wissen“ genannt wird.

Wir wollen uns von unserer Meinung zur Meinung des Schöpfers erheben, die für uns Glaube heißt. Unsere eigene Meinung heißt Wissen. Jede Stufe beginnt mit Dunkelheit, mit dem, was meine Natur verlangt, aber ich strebe nach der Meinung des Schöpfers und muss mich deshalb jedes Mal erheben. Ich handle und denke jetzt nicht so, wie ich selbst denken und handeln möchte, sondern so, wie es der Schöpfer will.

Der Schöpfer ist die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, und wenn ich seinen Wunsch erfülle, baue ich damit eine spirituelle Struktur auf, einen Parzuf, ein System der Verbindung zwischen dem Schöpfer und mir durch die Gruppe, den Zehner, die gesamte Menschheit.

Ich denke und bitte nicht für mich selbst, sondern nur für andere: dass sie das Ziel nicht vergessen und sich nicht davon abwenden. Ich richte meinen ganzen Verstand und mein ganzes Herz auf sie, um sie zum Schöpfer zu bringen, und werde so zu seinem Partner. Ich lebe und sorge mich um die ganze Menschheit und bringe sie dem Schöpfer näher.

Nach und nach wird jeder Mensch auf der Welt erkennen, dass er so arbeiten muss. Denn wenn jeder sich um die anderen kümmert statt um sich selbst, werden wir vom Weg des Leidens auf den Weg der Tora, den Weg des Lichts, übergehen und uns vom Coronavirus und allen anderen Problemen befreien. Wenn wir anfangen, über die Vereinigung nachzudenken, wird sich in der Welt alles von selbst regeln. Wir müssen lediglich unsere Gedanken korrigieren, und „alles wird sich in den Gedanken auflösen”.

Dadurch bringen wir alle Kräfte in der Natur ins Gleichgewicht, die derzeit unser Leben absichtlich durcheinanderbringt, als würde sie Karten mischen. Alles hängt von unserem Verlangen auf der menschlichen Ebene ab, der höchsten Ebene dieser Welt.

Wir werden unsere wahren menschlichen Kräfte spüren, sowie alles, was uns jetzt im Universum verborgen ist: Schwarze Löcher und dunkle Materie, all die Kräfte, die vor der Erschaffung der Welt wirkten und sie erschaffen haben. Das heißt, wir werden beginnen, in die Schöpfung einzutreten und zu spüren, wo wir uns befinden. Und das ist keine Fantasie, sondern echte Wissenschaft, die Wissenschaft der Kabbala.

Und alles fängt damit an, dass jeder nicht an sich selbst denkt, sondern an seinen Nächsten, an alle, und so die höchste Stufe erreicht. Aus sich selbst herauszukommen bedeutet bereits, zum Schöpfer zu gelangen, denn Er befindet sich außerhalb unserer egoistischen Gedanken und Wünsche. Der Glaube über dem Wissen – das ist der Weg, um die nächste spirituelle Stufe zu erreichen, immer höher und höher.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Wissen“

 

Das Licht der Tora

Frage: Was ist die Tora? Ist sie ein Buch, ein Licht, oder eine Methode?

Antwort: Die Tora ist eine Methode der Korrektur. Es ist eine Ansammlung von Regeln und Mitteln, die ich annehme und anwende, einschließlich aller Ratschläge der Kabbalisten, all meiner Fähigkeiten und Erfahrungen sowie dem, was in den Büchern geschrieben steht. Es besteht aus dem, was das höchste Licht vermittelt und dem, was ich in der Gruppe mache, in der ich zusammen mit meinen Freunden alle möglichen Handlungen ausführe.

Alles, was ich tue, um meinen Egoismus zu korrigieren, ihn in Altruismus, Geben und Liebe zu verwandeln, wird als Tora bezeichnet.

Wenn wir durch unsere Handlungen das Licht in uns erwecken, wird das als das „Licht der Tora” bezeichnet.

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Aus der Fernsehsendung „Die Kraft des Buches Sohar“ Nr. 21

 

Zeichne in dir ein Bild des Schöpfers

Frage: Wenn wir den Schöpfer nicht spüren, wie können wir dann Seine Eigenschaften erlangen und Ihm ähnlich werden?

Antwort: Der Mensch empfindet nichts außerhalb seiner selbst, außerhalb seines eigenen Körpers – sei es nun der Schöpfer, ein Freund oder die Gruppe. Deshalb müssen wir zunächst an unserer Fähigkeit arbeiten, dem Nächsten zu geben, um ihn zu lieben wie uns selbst. Wenn man es schafft dem Nächsten zu geben wird man auch in der Lage sein, dem Schöpfer zu geben.

Wenn man jedoch bereit ist, nur für den Schöpfer zu arbeiten, nicht aber für seinen Nächsten, ist das ein Zeichen dafür, dass man nicht wirklich bereit ist, für den Schöpfer zu arbeiten. Denn man führt noch keine selbstständige Berechnung „außerhalb seines eigenen Interesses“ durch – man bleibt in sich selbst und möchte das Ergebnis seiner Arbeit, die Belohnung, empfangen.

Das heißt: Die gesamte Arbeit bezieht sich nur auf die Gruppe, in der wir den Ort für die Offenbarung des Schöpfers schaffen.

Wir empfangen kein Licht von außen – wir füllen uns mit unserer eigenen Hingabe! Der Mensch „erzeugt“ diese Eigenschaft in sich, mithilfe der Kraft, die zu ihm kommt und ihm die Möglichkeit verleiht, im Geben zu sein. Gerade in dieser Hingabe empfindet man die Kraft des Schöpfers, die sich in einem kleidet. Das bildet die wahre Erfüllung.

Niemals werden wir etwas „außerhalb von uns“ enthüllen – selbst wenn gesagt wird, dass wir „aus uns heraustreten“ und uns mit anderen verbinden. All das findet in unserer Wahrnehmung statt: es erscheint uns lediglich so, als würden wir uns über uns selbst erheben.

Es heißt, dass Malchut der Welt Azilut „das Bild des Schöpfers“ genannt wird.

Es heißt ebenfalls, dass wir dem Schöpfer Freude bereiten sollen – durch alle Zustände, die wir von Ihm erhalten. Doch was bedeutet es, Zustände von Ihm zu empfangen, wenn sie doch von dem in uns erwachten Verlangen abhängen. Sind sie größer oder kleiner, je nachdem, wie wir unser egoistisches Verlangen überwinden und korrigieren? Wie hängt dies mit dem Schöpfer zusammen, der sich niemals verändert?

Was kann der Mensch Ihm überhaupt geben? Es gibt niemanden, dem wir etwas geben könnten, niemanden, der unsere Arbeit empfängt.

Letztlich enthüllen wir, dass wir einzig unsere Eigenschaften korrigieren und niemals aus ihnen heraustreten. Die Eigenschaft des Gebens ist eine reine, makellose Eigenschaft – man kann nicht „für ihren Vorteil“ arbeiten. Man kann sie nur als besondere, erhabene Eigenschaft wertschätzen, entsprechend der eigenen ehrfürchtigen Haltung gegenüber dem Licht und dem Nächsten, die uns das Gefühl der Größe von Hingabe und Liebe vermitteln.

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Aus einem Unterricht zum Artikel aus dem Buch “Shamati“