Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Hilfe'

Durch alle Hindernisse hindurch

Eine Frage, die ich erhielt: Warum stößt mich eine bestimmte Kraft jedes Mal, wenn ich an die Vereinigung zwischen uns denke, von ihr weg?

Meine Antwort: Das ist die „Hilfe gegen dich“. Zwei Kräfte führen den Menschen zum Ziel: die eine wirkt in Richtung Vereinigung, und die andere wirkt dagegen.

Gerade wenn er sich zwischen ihnen befindet, verfügt er über den freien Willen, eine richtige Umgebung auszusuchen und mit deren Hilfe/unter deren Einfluss den Weg zum Ziel und nicht in die entgegengesetzte Richtung zu wählen.

Dementsprechend helfen ihm die beiden Kräfte von beiden Seiten – die eine Kraft schiebt ihn in die Gruppe und die andere Kraft stößt ihn aus der Gruppe/Umgebung aus, so dass er sich jedes Mal in einem Gleichgewicht zwischen diesen beiden Kräften befindet.

Er glaubt, dass er von der Vereinigung weggestoßen wird. Aber nein, ihm wird eine Widerstandskraft gegeben, die genau der ihm zuvor gegebenen Fähigkeit entspricht, in seiner Umgebung festen Fuß zu fassen.

Von oben wird niemals zum Versagen des Menschen beigetragen, wie geschrieben steht: „Es wird beim Erlangen der Eigenschaft des Gebens gehoben und nicht angehalten“.

Selbst wenn im Moment ein Hindernis vor ihm gestellt wird, wird vorher dafür gesorgt, dass er es mit Hilfe seiner freien Wahl überwinden kann.

Auf diese Weise erziehen wir Kinder. Wir stellen ihnen bewusst und mit Bedacht immer schwierigere Aufgaben, damit sie klüger und stärker werden.

Aus einem Sohar-Unterricht, 02.11 2010

Habe ich alles gemacht?

Eine Frage, die ich erhielt: Rabasch schreibt, dass nur dann, wenn der Mensch alles gemacht hat, was in seinen Kräften steht, er sich zum Schöpfer, mit der Bitte um Hilfe wendet.

Aber was machen wir mit den Gedanken, dass wir noch nicht alles, was in unseren Kräften steht, gemacht haben und deshalb des Aufstiegs nicht würdig sind?

Meine Antwort: Niemand hat alles was in seinen Kräften steht gemacht. Strenge dich weiter an und du wirst, schon am Kongress sehen, dass die Norm erfüllt ist.

Klipa wird dir immer sagen, dass noch nicht genug gemacht wurde: „Weißt du was, warte noch bis zum nächsten Kongress.“ Du muss ihr aber antworten: „Hör auf damit! Jetzt und hier muss es sein!“.

Wer begeistert dich für solch eine Antwort? Die Umgebung. Gerade sie vermehrt die Kräfte eines Menschen, bis er zustimmt und sich mit den anderen verbindet.

Aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch, 01.11.2010

 

Sich mit der Quelle des Lebens verbinden

Da wir dem Licht völlig entgegengesetzt sind, leben wir in der Welt der Leiden. Wie sehr wir uns auch bemühen, vor den Leiden zu fliehen, wir fühlen uns nur schlimmer, denn wir versuchen, zu vergessen und die Wahrheit vor uns selbst zu verstecken. Bis zu einem Grad, dass wir gar keine Ahnung von dem richtigen Weg und den Korrekturen, die wir durchführen müssten, haben.

Nur wenn wir dieses schwere Exil bis zum Ende durchgehen, bekommen wir letzlich ein Wissen, eine Erinnerung daran, dass eine Methode der Korrektur existiert, die Kabbala heißt, und die uns mit dem Licht richtig verbinden kann.

Und dann werden wir auch wissen, es zu benutzen, um unsere Verbindung mit ihm zu korrigieren, damit es uns Erfüllung geben kann, anstatt gegen uns auszubrechen und uns aus der Ferne zu scheinen, was Leiden in uns verursacht!

Darüber hinaus haben wir keine Willensfreiheit in dieser Welt, ausser das Licht, das zur Quelle zurückfuehrt, anzuziehen. Das Licht korrigiert uns, ändert uns und verbinder uns mit ihm. Es existiert keine wichtigere Wissenschaft , als Kabbala, die uns dazu verhilft, diese Handlung umzusetzen.

Es existiert kein anderes Mittel, eigenes Leben und Schicksal zu beeinflusssen. Wir können unser Leben nicht verbessern, weder mit Hilfe der Wissenschaften, der Kultur, noch durch Bildung, wenn wir sie nicht entsprechend der Kabbala studieren. Das heißt, indem wir uns mit der Quelle unseres Lebens, mit dem Licht verbinden.

Wenn du erfolgreich sein willst, ist dies nur in einem einzigen Fall möglich: Wenn du das Licht, das zur Quelle zurückbringt auf dich ziehst. Das Licht korrigiert dich und verändert deine ganze Welt. Und wenn du versuchst, die Welt ohne dem Licht zu korrigieren, verdirbst du sie nur, denn du versteckst die Wahrheit immer tiefer, anstatt einen guten und angenehmen Weg zu wählen.

Aber gerade jetzt haben wir eine besondere Chance: Die Wissenschaft der Kabbala zu enthüllen und zur Korrektur durch den schnellen Weg des Lichtes zu gelangen, anstatt einen langen und quälenden Weg der natürlichen Entwicklung gehen zu müssen.

Denn im Laufe unserer langen Geschichte haben wir mit der Korrektur noch nicht einmal angefangen, wir bereiteten uns bloß darauf vor. Nur ab diesem Zeitpunkt beginnt die wahre Rechnung mit uns.

Aus einem unterricht über den Artikel von Baal HaSulam „Die Lehre der Kabbala und ihr Wesen“, 18.10.2010

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Vergleiche dich mit dem Vorbild

Eine Frage, die ich erhielt: Kann ich genau wissen, von was ich im Moment beherrscht werde: vom Verlangen zu empfangen oder vom Verlangen zu geben?

Meine Antwort: Das hängt davon ab, zu welcher Umgebung du dich hingezogen fühlst. Es gibt kein anderes Überprüfungskriterium.

Unser Ausgangspunkt ist das Verlangen zu genießen. Mit Hilfe der richtigen Umgebung beginne ich, die Situation zu analysieren und meine egoistische Absicht zum Vorschein zu bringen.

Früher habe ich die Macht des bösen Triebes in mir nicht bemerkt, und nun habe ich die Überprüfungskriterien geändert. Ich habe den Schöpfer nicht vor mir, darum überprüfe ich mich anhand der Umgebung und bestimme entsprechend ihren Werten, von welchem Trieb ich beherrscht werde: vom guten oder vom schlechten.

Es kann durchaus sein, dass ich ganz darauf brenne, das spirituelle Ziel zu erreichen, meine Verwandten und ehemaligen Freunde aber sagen: „Der Teufel hat dich geritten. Was hast du dort gefunden? Was bringt dir das? Das nimmt ein schlimmes Ende, komm lieber mit uns mit und lass uns das Leben genießen“.

Ihrer Meinung nach bin ich vom Bösen besessen und verfolge Ziele des bösen Triebes.

Alles ist relativ, jeder bestimmt für sich selbst, von was er beherrscht wird. Wenn du deshalb eine Meinung seitens des Schöpfers bilden willst, musst du dich mit einer guten Umgebung, mit der Gruppe vergleichen, nehme sie als Vorbild.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 01.11.2010

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Drei Orientierungspunkte vor dem Kongress

Vor dem Kongress sollten wir uns auf drei Sachen konzentrieren.

1. Die Zuversicht, dass wir uns in einer guten, starken, richtigen Umgebung befinden und uns den Weg zur gemeinsamen Vereinigung und zum gegenseitigen Geben öffnen.

2. Wir konzentrieren uns durch die Kraft der Gedanken darauf, die Verbindung zwischen uns zu finden.

3. Wir freuen uns auf unsere Einzigartigkeit, auf den besonderen Zustand und Status, den wir erreicht haben.

Noch nie zuvor gab es solche Kongresse. Wir alle spüren es an der Anspannung, am Druck, an der angenehmen Unruhe, die jeden von uns packt.

All das kommt von oben, das ist eine große Hilfe von oben, die uns zeigt, dass wir versuchen sollten, zusätzlich das hinzuzufügen, was uns noch fehlt:

1. Freude am spirituellen Aufstieg,

2. Zuversicht über die Erreichung des Ziels,

3. innere Anstrengung.

Ich muss mich mit den Freunden zu einem gemeinsamen Netz verbinden, damit die beidseitige Kraft zwischen uns, genannt „der Schöpfer“, zum Vorschein kommt.

Die ganze Arbeit, die gesamte ernsthafte Analyse findet in Inneren eines jeden statt, und von außen müssen wir Freude, Ungezwungenheit und Überzeugung ausstrahlen. Nach außen hin Lächeln und tief im Inneren lodernde Flamme.

Aus dem Gespräch über die Bürgschaft vom 29.10.2010

Dein eigenes Haggada zu Pessach

Der Auszug aus dem Exil ist der Auszug aus unserem egoistischen Verlangen, eine Erhebung aus ihm mit dem Glauben über dem Verstand, aus „Lo Lischma“ (um seiner selbst Willen) zu „Lischma“ (um des Schöpfers willen), aus Liebe zu sich selbst zu der Liebe zum Nächsten.

Wodurch gehen wir bei der Vorbereitung zu diesem Auszug und während der Flucht aus dem eigenen „Verlangen zu genießen“ zum „Verlangen zu geben“? Es ist uns allen sehr wichtig das zu wissen, denn gerade jetzt kommen wir gerade zu diesem Zustand.
„Hier ist das magere Brot, das unserer Väter in dem Land von Ägypten aßen“ [Haggada zum Pessach].

Wenn wir uns in unserem Ego befinden – essen wir „mageres Brot des Armen“, weil wir Armen bezüglich des Spirituellen nur winziges Licht bekommen, einen minimalen Funken des Lebens („Kista de Chajuta“), sogenanntes „dünnes Leuchten“ („Ner Dakik„), das uns und die ganze Welt belebt.
Und das ist nicht das Brot, das Menschen in Ägypten aßen, in Ägypten isst man gut! Unser Ego gibt uns alles: bitte schön, genieße!

Aber sobald wir die spirituelle Welt erreichen wollen, noch vor dem Ausgang aus dem egoistischen „Ägypten“, beginnen wir das „magere Brot“ zu kosten, – denn wir verstehen nicht, wie wir das Geben erreichen und was so gut daran ist.

Ich spüre in dem Geben kein Geschmack; alles ist trocken und fade wie dieses einfaches Plätzchen, nur Mehl mit Wasser! Genau so sieht für mich die spirituelle Welt zu der ich gehe aus.

Und deswegen muss ich aus dem satten Ägypten fliehen – von allem Guten – von Töpfen voller Fleisch und Fisch, fettem und appetitlichem, um mich in der Wüste von dem mageren Brot zu ernähren?! Danach sehne ich mich?

Aber das war wirklich so. Und deshalb steht es geschrieben, dass das Gebot über das „ungesäuerte Brot“ (mageres Brot, Matzen) den Söhnen Israels gegeben wurde, noch bevor sie aus Ägypten ausgezogen sind, als Darstellung der Erlösung, die in Eile vollzogen werden muss.“

„In der Eile“ – weil sonst kann man aus dem Egoismus nicht heraustreten! Das Spirituelle scheint so unattraktiv, so abstoßend zu sein, dass der Ausgang zu ihm eilig, mit Hilfe von einer zwingenden äußeren Kraft, die mich aus dem Egoismus herauszieht geschehen muss, denn ich selbst bin nicht in der Lage davon wegzukommen, von dieser ach so schöner Welt, wie sie sich mir in meinem egoistischen Verlangen darstellt.

Und die spirituele Welt scheint meinem Ego als große Finsternis, es gibt nichts darin was für meinen Egoismus atraktiv wäre, ich will sie nicht sehen!

Deshalb kann die Flucht nur „in der Eile“ stattfinden – ich werde plötzlich daraus herausgestoßen. Und lasst uns hoffen dass es so auch mit uns geschieht!

Aus einem Unterricht über Artikel von Baal HaSulam „Dies ist für Jehuda“, 31.10.2010

Den Gedanken mit der Größe des Schirmes zu messen

Eine Frage, die ich erhielt: Kann man den Gedanken messen?

Meine Antwort: Unsere Materie ist ein Wunsch. Wir bemessen den Wunsch entsprechend der vier Stufen Avijut. Von der Welt der Unendlichkeit bis zu unserer Welt haben wir eine Skala für die Messung des geistigen Wunsches, von 100 % bis zu 0 %.

Somit kann ich auf jedem spirituellen Niveau den Wunsch entsprechend dem Niveau Avijut messen. Auf das Niveau Avijut des Wunsches schaffe ich den Schirm. Der Schirm und Avijut geben mir die Kraft des Wunsches: was will ich, wonach ich strebe, was bin ich im Begriff, zu machen.

Somit bestimmt das umgebende Licht meine Gedanken, inwiefern ich die Handlungen des Gebens erfüllen kann. Wo kann ich es prüfen? – Auf dem Niveau Avijut. Die Kraft des Gedankens wird entsprechend meiner Möglichkeit gemessen, an Avijut meines Wunsches, meine Absicht und meine Handlung anzubinden.

Wir können den Gedanken in der Vernunft nicht messen, aber ich prüfe und messe den Einfluss des Gedankens auf den Wunsch und bewerte mit Hilfe dieser Messung den Gedanken.

Aus dem Programm „Kabbala für die Anfänger“, 21.10.2010

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Was du empfangen hast, gib weiter!

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn wir mit dem Verlangen zu empfangen erschaffen werden und für ewig damit bleiben, wie können wir dann dem Schöpfer ähnlich werden, dessen Eigenschaft das Geben ist?

Meine Antwort: Wenn du mit Hilfe deines Verlangens zu empfangen anfängst, an die Anderen zu geben, wirst du dein Geben dadurch nur vergrößern.

Es gibt zwei Arten von Natur:

1. Das Licht = die Lichtquelle = der Schöpfer = der Gebende

2. Das Verlangen = der Empfangende = die Schöpfung

Die Schöpfung empfängt immer, sie kann niemals geben. Wenn davon die Rede ist, dass die Schöpfung dem Schöpfer ähnlich wird, bedeutet das „Empfangen um des Gebens willen“, sprich empfangen und weiter geben!

Ich kann aber das Licht nicht weitergeben, wie irgendeinen Gegenstand, der in unserer Welt von Hand zu Hand weitergereicht wird! Und wie funktioniert es dann? Wie kann ich dir etwas geben?

Ich empfange vom Schöpfer, anders geht es gar nicht, denn ich bin das Verlangen, Genuss zu empfangen. Das Verlangen zu empfangen kann nicht geben, so etwas existiert nicht in der Natur! Unsere Natur arbeitet nur auf die Absorption, auf die Aufnahme hin. Das ist ein Naturgesetz, welches nicht gebrochen werden kann.

Wie kann ich dann an dich, an einen für mich fremden Menschen, geben? Hier wird eine besondere Handlung vollzogen.

Von dem gleichen Schöpfer kommt das Umgebende Licht, das „zu seiner Quelle zurückführt“. Dieses Licht vollzieht die Korrektur und verbindet dich und mich zusammen. Und dann gebe ich nicht an dich, sondern empfange, aber in deine Verlangen! Und das bedeutet, dass ich an dich gebe!

Ich schließe den ganzen „Körper“ der Gesamtseele an mich an, er wird zu meinem, und dann empfange ich für ihn, was jedoch als mein Geben an ihn bezeichnet wird. So ein wundersames Kunststück wird hier vollbracht.

Wenn ich einen anderen Menschen als einen Teil von mit selbst wahrnehme, dann gebe ich quasi, indem ich für ihn empfange. Man könnte dem widersprechen: Was ist es für ein Geben, es ist immer noch das gleiche Empfangen!

Sagen wir mal, ich wollte nicht an jemanden geben, bis sich plötzlich herausgestellt hat, dass er mein Sohn ist! Dann bin ich bereit, ihm alles zu geben, denn ich nehme ihn als einen Teil von mir selbst wahr. Doch ist das etwa Geben?

Wenn ich früher, solange ich nichts gewusst habe, an ihn gegeben hätte, wäre es das wirklich. Und nun, was ist es nur für ein Geben, wenn es dein eigener Sohn ist? Das ist das Gleiche, wie an sich selbst zu geben.

Das würde alles stimmen, wenn ich enthüllen würde, dass die anderen Menschen absolut wie ein Teil von mir selbst sind. Es ist aber so, dass der Hass zwischen uns bleibt. Das ist ein besonderes Gut, wir müssen diesen Hass lieben!

Der andere bleibt für mich trotzdem fremd, doch gleichzeitig kommt das Ungebende Licht und erschafft über meinem Hass die Beziehungen der Liebe. Es bleibt sowohl die Liebe als auch der Hass – wie zwei Linien: die rechte und die linke, und ich bin in der Mitte von ihnen beiden. Darum heißt es dennoch „Geben“.

In der rechten Linie empfinde ich den Anderen als einen Teil von mir, für den ich bereit bin, alles zu tun – denn er ist quasi ich selbst. In der linken Linie hasse ich ihn und will ihn mit Haut und Haaren auffressen. Und diese beiden Linien existieren gleichzeitig und vereinen sich in der mittleren Linie.

Das geht bis zum Ende der Korrektur, bis Gmar Tikun, so weiter. Und was danach ist, weiß niemand.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit“ vom 29.10.2010

Das Gebet ist eine Herzensarbeit

Eine Frage, die ich erhielt: Ist ein Gebet eine Bitte um die Hilfe des Schöpfers in den schlechten Zeiten? Kann man traditionelle Gebete mit eigenen Worten aussprechen?

Meine Antwort: Als ein Gebet bezeichnet man die Arbeit im Herzen, und nicht die Worte, die der Mensch ausspricht. Ich brauche die Worte des Gebets überhaupt nicht kennen oder die Sprache nicht kennen.

Denn der Schrei des Kleinkindes ist auch ein Gebet. Es spricht keine Sprache und schreit einfach. Warum? Weil es etwas will. Das ist eben.ein Gebet.

Das Gebet ist eine Erhebung von MaN, die Offenbarung des leeren Wunsches. Der Aufstieg des Wunsches bedeutet, dass ich einen höheren Zustand im Vergleich zu meinem jetzigen Zustand erreichen möchte. Wenn ich ihn wünsche, dann ist das schon ein Gebet. Und wenn ich etwas möchte, was meine jetzige Stufe nicht übertrifft – dann wird diese Bitte nicht als Gebet angenommen, und sie steigt nicht nach oben – zum Höheren hinauf, der sich um mich sorgt. Der Höhere ist bereit, nur eine Handlung zu begehen, und zwar mir zu helfen, zu Ihm hinaufzusteigen. Er ist gerade dazu vorbestimmt, entsprechend der Reihenfolge der Stufen, die von oben nach unten herunterstiegen.

Deshalb soll das Gebet die Erhebung des МАNs -„Mej Nukvin „(die Gewässer der Nukwa) beinhalten, wenn Malchut sich wünscht, Bina gleich zu werden.

Es gibt die Stufe Bina und die Stufe Malchut. In der zweiten Beschränkung (Zimzum Bet) ist Malchut in Bina hinaufgestiegen, so dass es in Bina schon Malchut gibt.

Infolge des Zerbrechens steigt Malchut aus Bina zurück in Malchut herunter, und zwar zusammen mit zerbrochener Bina. Es ist eben der in uns vorprogrammierte spiritueller Funke (der Punkt im Herzen). Danach wünschen wir aus unserer allgemeinen Malchut, aus unserem Wunsch zu genießen und den Funken Bina, der in uns aufwachte, diesen Funken zurück in Bina zu erheben. Meine Arbeit besteht also in der Einschätzung des spirituellen Funkens im Vergleich zu Malchut. Ich vergleiche sie miteinander. Wenn der Funke höher ist, dann wünsche ich mit Bina verschmolzen zu werden, denn der Funke ist ein Teil der Bina in mir, ein Teilchen des Schöpfers von oben. Dann erhebe ich ihn aufgrund der Bestrebung zurück zur Stufe von Bina. Es heißt „die Gewässer der Nukwa“, die ich nach oben erhebe, der Teil Bina („das Wasser“), der sich in Malchut („Nukwa“) befindet. Es heißt der Schrei, das Gebet. Und was du dabei sagst ist völlig unwichtig.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 18.10.2010

Den Durst mit der Gedankenkraft löschen

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist ein menschlicher Gedanke?

Meine Antwort: Das ist das innere Programm der Umsetzung des Gewollten. Es existiert das Gewollte und das Tatsächliche.

Wie gehe ich von meinem jetzigen Zustand zu dem Gewollten? Das wird mit Hilfe von Gedankenkraft umgesetzt.

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich trinken will und einen Glas Wasser trinke, mache ich das mit Hilfe von der Gedankenkraft?

Meine Antwort: In diesem Zustand empfindest du Durst und stellst dir den Zustand vor, in welchem du erfüllt sein wirst.

Du entwickelst das Programm, wie aus dem Zustand Nummer eins, den Zustand Nummer zwei zu erreichen ist. Dieses Programm wird Gedanke genannt.

Der Gedanke ist eine Folge des Wunsches. Um den Wunsch zu aktivieren und das Gewünschte zu erreichen, brauchst du den Gedanken. Der Wunsch plus der Gedanke führen dich zu ihrer Umsetzung – zu der Erfüllung.

Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“, 21.10.2010