Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Handlungen'

Unser einziges Gebet sollte sein, die richtigen Verlangen zu haben (Fortgeschrittene)

Eine Frage, die ich von einem meiner Studenten erhielt: Kann der Höhere Seine Verlangen dem Unteren übertragen?

Meine Antwort: Genau das tut er, aber nur als Reaktion auf unsere Bitte: „Gib uns die richtigen Verlangen!“ Wir beten nur darum, unser Verlangen auf eines auszurichten: „Lass uns unser Verlangen dem Verlangen des Schöpfers angleichen“.

Sie brauchen sonst nichts von Ihm, außer ein anderes Programm für ihr Verhalten und ihre Handlungen. Sie müssen von Ihm einen neuen Geist, Kraft und Wissen bekommen, um fähig zu sein, mit Ihrem „Material“ richtig arbeiten zu können. Genauer gesagt, müssen Sie erkennen, wie falsch Ihr momentanes Verhaltensprogramm ist, weil dieses entgegengesetzt zu dem Programm ist, welches von Oben auf uns wirkt. Danach müssen Sie sich an den Schöpfer wenden, um Ihr Programm durch das Seine auszutauschen. Dies ist dann Ihre Korrektur, welche zur Angleichung mit dem Schöpfer führt.

 
 

Ist eine Ego-freie Gesellschaft überhaupt möglich?

Eine Frage, die ich erhielt: Ich denke, das Bild, das Sie über die Ego-Gesellschaft zeichnen, sieht recht düster aus. Nehmen wir an, dass eine solche Gesellschaft geschaffen wird, in der unser Leben frei von allem ist, was auf dem Egoismus basiert. Wir werden keinen Sport mehr haben, da dieser auf Egoismus oder dem Verlangen zu gewinnen basiert. Es wird auch keine Wissenschaften mehr geben, da alle Wissenschaftler nach Anerkennung und Ruhm in der Welt streben. Alle beruflichen Aktivitäten werden verschwinden, da die Menschen kein Verlangen mehr nach Erfolg haben werden. Es wird auch so etwas wie Familie nicht mehr geben, da Familien ja darauf beruhen, dass ein Mann eine schöne Frau möchte, und umgekehrt eine Frau einen smarten Mann. Die Verbindung zwischen Eltern und Kindern wird sich auflösen, wenn sich alle gleich nahe sind. Logistik, Industrie und Handel wird ebenfalls zum erliegen kommen, da das eigene Interesse die treibende Kraft war.

Die Menschheit wird auf eine primitive Ebene der Existenz degradiert, in der alle gleich sind, wie eine graue Masse, ohne Bildung und Schutz. Ohne das Ego wird alles aufhören! Dies wird zum Aussterben führen, da es keine Liebe mehr für Kinder geben wird und somit auch kein Verlangen zur Fortpflanzung. Aber wenigstens werden wir dann in der Höheren Welt sein…

Ist meine Vision Ihres behaupteten Systems richtig? Sagen Sie mir, wenn ich mich irre, und warum.

Meine Antwort: Der Egoismus ist unsere Natur. Wenn wir diesen vernichten, würden wir uns des Fundamentes des Lebens berauben. Doch wenn wir den Egoismus durch das Geben ersetzen, werden wir die Fähigkeit erlangen, die gleichen Dinge wie gewöhnlich zu tun, währenddessen wir aber grenzenlose Erfüllung erhalten.

Das Einzige, was sich ändern wird, ist die Absicht des Menschen, während alle ihre Handlungen die Gleichen bleiben werden. Die Menschen werden empfangen, mit der Absicht um zu geben – zum Wohle des Nächsten. Dadurch werden sie im Stande sein, alles klar zu erkennen und sich selbst zu erfüllen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Wie wird die Menschheit in Zukunft sein?
Blog-post: Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Zivilisation

Jeder Kabbala-Kongress ist eine weitere Chance


Es ist wichtig für Anfängerstudenten, an unseren Kongressen teilzunehmen. Durch die Teilnahme an einem Kongress wird die Person inspiriert und belebt, was sie befähigt, spirituell etwas weiter aufzusteigen. Sie erhalten dabei die Kraft, die das einzige ist, was Ihnen helfen kann voran zu kommen. Dies ist der eigentliche Grund, warum wir unsere Kongresse abhalten. Es ist sonst unmöglich, voran zu kommen, eine stärkere Verbindung zwischen uns aufzubauen, ohne zuerst eine lebendige Verbindung eingegangen zu sein. Darum heißt auch das Sprichwort: „Sehen ist Glauben“.

Wenn eine Person noch kein klares Streben zum Ziel hat und ihr Punkt im Herzen noch nicht entbrannt ist, dann entzünden die Kongresse das Licht in ihr, welches ihr ermöglicht, ihre spirituelle Entwicklung zu beginnen, auch wenn dies von der materiellen Ebene ausgeht. Die äußere Einheit führt zur inneren Einheit, nach dem Prinzip „ die Herzen streben gemäß den Handlungen.“ Diese äußeren Handlungen helfen uns, unsere Verlangen zu stärken, uns im Inneren zu vereinen – mit unseren Seelen und unseren Punkten im Herzen.

Während eines Kongresses, während wir direkt miteinander kommunizieren, versuchen wir all unsere Punkte, die Ausgangspunkte unserer Seelen, so stark wie möglich zu vereinen. Anschließend geht jeder nach Hause, aber jeder Mensch strebt danach, diese Verbindung aufrecht zu erhalten. Dadurch erschaffen wir einen spirituellen Raum! Es zahlt sich für uns aus, sich auf den Kongressen zu treffen, bis wir es schaffen, unsere Punkte im Herzen so zu verbinden, dass es uns möglich ist, mit ihnen trotz der Distanz zwischen uns zu arbeiten. Wir werden dann in der Lage sein, die Entfernung zu nutzen, um die Verbindung unserer Seelen zu stärken.

Verwandtes Material:
Blog-post: Der Eurasische Kongress – „Gemeinsam in Richtung einer vereinten Welt“
Blog-post: Einheit muss durch unsere Seelen, nicht durch die Körper stattfinden

Der sicherste Ort wird es sein, am Boden zu liegen


Wir haben es immer nur mit dem Schöpfer zu tun. Vor uns gibt es niemanden außer Ihm. Alle unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufen der Natur, wie auch die Menschen, die uns in dieser Welt umgeben, sind lediglich Wahrnehmungen innerhalb unserer Verlangen. Alle Bilder, Handlungen und Situationen werden in unseren Verlangen wahrgenommen. Tatsächlich sind das Wahrnehmungen vom Schöpfer, der wünscht, uns in Form dieser materiellen Wirklichkeit zu erscheinen, anstatt uns Ihn spüren zu lassen.

Wenn ein Mensch, während er diese Realität wahrnimmt, spürt, dass alles vom Schöpfer kommt, sollte dies allein ihm schon genug sein. Es ist egal, was man spürt. Das Allerwichtigste ist es, dass man spürt, dass man eine Verbindung zur Quelle seiner Wahrnehmung hat, der Quelle der gesamten Realität – dem Schöpfer. Das nimm mir bloß nicht weg! Doch die tatsächlichen Zustände, durch die ich gehe, spielen keine Rolle.

Das können meiner Ansicht nach die schlimmsten Zustände in meinen Empfindungen sein und Zustände, die mich am meisten verwirren. Aber es ist egal, was ich in meinem Verstand und Herzen spüre, weil das meine egoistischen Sinne sind und es keine Rolle spielt, was darin geschieht. Ich sorge mich nur um eines: Ich muss dafür sorgen, dass ich nicht von meiner Quelle getrennt bin, der Quelle meiner Wahrnehmung und Empfindungen.

Dies bedeutet, dass ein Mensch „auf dem Boden liegt“ und deshalb kann er nirgends hinfallen. Letzten Endes muss er nur für eines sorgen und braucht nichts anderes. Das ist der Anfang seiner spirituellen Arbeit: Wenn ein Mensch über die gesamte Körperlichkeit aufgestiegen ist und einen ständigen minimalen Kontakt mit der Spiritualität hat.

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Verschwende nicht die kostbaren Augenblicke deines Lebens


Ständig musst du dich in Bezug auf das Licht prüfen, der Eigenschaft des Gebens. In dem Maße, in dem du das tust, empfängst du die Kraft des Lichts, die dich korrigieren wird.
Alle unsere Anstrengungen müssen darauf ausgerichtet sein, die Wirkung des Lichts auf uns zu ersehnen, was die Geburt einer neuen Eigenschaft in uns hervorrufen wird – das Geben. Wenn du dich nur darauf konzentrierst, das Licht der Korrektur anzuziehen, dann verwirrst du dich nicht oder verschleuderst deine Anstrengungen mit unnötigen Handlungen.

Üblicherweise versuchen wir alles zu tun, außer, das Licht der Korrektur auf uns zu ziehen. Doch das ist das Einzige, was wir zu tun brauchen. Das wird uns den richtigen Verstand geben und für uns alle Handlungen ausführen. Wir müssen selbst nichts tun. Etwas, das wir ohne die Hilfe des Lichts tun, ist eine tierische Handlung, die uns nicht einen Schritt näher ans Ziel bringen wird.

Daher sollte jeder Gedanke, den wir von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang haben und jede Handlung, die wir durchführen, uns einzig zu einer Frage führen: „Wo ist das Licht der Korrektur?“ Nur das Licht der Korrektur sollte für uns die Arbeit verrichten, einschließlich der Klärung und der Handlung. Es steht geschrieben: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf die Tora zu seiner Korrektur, denn das Licht, das darin verborgen ist, führt zur Quelle zurück.“ Es ist das Licht, das alles tun muss, nicht du. Das Licht muss dich zum Guten zurückführen und dich korrigieren.

Es steht nicht geschrieben, dass das Licht dir helfen soll, dich selbst zum Guten zurückzuführen. Sondern es tut alles von Anfang bis zum Ende. Wenn du also irgendwas tust, außer das Licht auf dich zu ziehen, dann wirst du dich verwirren und kostbare Augenblicke deines Lebens verschwenden.

Bittet einfach und ihr werdet bekommen

Eine Frage die ich erhielt: Was soll ich tun, wenn ich das Höhere Licht, das mich mit dem Willen zu empfangen erschaffen hat, bitten möchte, mir ebenfalls die Eigenschaft des Gebens zu geben, wenn ich nicht mal weiß, wie ich darum bitten soll? Ich weiß nicht wen und wonach ich fragen soll?

Meine Antwort: Unsere Entwicklung folgt immer einer Kette von Ursachen und Wirkungen: Ursache – >Handlung< – Ergebnis, welches dann die Ursache > für die nächste Handlung -> wird usw…. So also kann ein Mensch, der zu einer wahren Erkenntnis gelangt, wissen, dass er von Oben Hilfe benötigt, wonach er fragen und wie er fragen muss!

Das Problem ist, dass wir eine sehr lange Zeit in einem Zustand verbringen, in dem es uns erscheint, dass wir nach etwas streben, was uns spirituell erscheint, und es erscheint uns, als ob wir es mit einem brennenden Verlangen wollen.

Doch jetzt „scheint“ es uns nur so zu sein. Dies ist auch der Grund, warum wir es nicht wissen, wie wir bitten und wen wir bitten sollen. Aber im Grunde wissen wir nicht, wie wir ein kabbalistisches Buch öffnen und darin das Licht, das uns verändert, finden sollen.

Dies kann mit einem dreidimensionalen Bild gezeigt werden. Wenn man sich solch ein Bild oberflächlich ansieht, wie jedes andere Bild auch, wird man nichts erkennen. Wenn man aber den Blick de-fokussiert, wird man in das Bild eindringen.

Das gleiche gilt für unsere spirituelle Arbeit zur Enthüllung der Höheren Welt. Als Ergebnis der vielen Anstrengungen wird unser Blick neu ausgerichtet. Wir werden auf diese neue Welt schauen und plötzlich in sie eindringen. Das sollte die Wirkung -> all deiner vorherigen Handlungen sein.

Aber zurück zu Ihren anfänglichen Beschwerden: „Warum werde ich ignoriert, obwohl ich schreie?“ Das ist ganz einfach. Es liegt daran, dass Sie noch nicht begonnen haben, wirklich zu schreien. Wenn all Ihre Bitten zu einem echten Schrei werden, wird dies sofort die Ursache, die Sie zur Wirkung führt – der Enthüllung der spirituellen Welt.

(Aus dem täglichen Kabbala Unterricht)

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Wer ist in einer kabbalistischen Gruppe dein Freund?

Eine Frage, die ich von einem meiner Studenten erhielt: Sie sagen, dass man seinen Freund in der Gruppe als Kind behandeln soll, mit Liebe und ohne ihn zu verurteilen. Wir müssen uns zu einer höheren Stufe des Verständnisses erheben und erkennen, dass es das Wichtigste ist, unsere Freunde mit der Regel „Liebe deinen Freund wie dich selbst“ zu behandeln.

Aber bedeutet das, dass wir Beleidigungen durch unsere „Freunde“ ignorieren müssen und sie nicht tadeln sollen, selbst wenn ihre Handlungen uns moralisch und physisch schaden? Jedesmal, wenn mir dies geschieht, möchte ich die Situation klären und ich habe das Gefühl, dass diese Person nicht mein Freund ist. Oder soll ich mich in solchen Fällen von dieser Person distanzieren, um die negativen Gefühle zu vermeiden, auch wenn wir beide Kabbala studieren?

Meine Antwort: Rabash hat geschrieben, wenn du aufrichtig versuchst, die Situation mit dieser Person zu klären und deine Versuche scheitern, dass du sie alleine lassen und so handeln sollst, als ob du sie nicht bemerkst. Du musst warten, dass die Person sich entwickelt und wenn das der Fall ist, wird sie dein Freund werden. Wenn du diese Einstellung behältst, wird dir das helfen!

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Verwandtes Material:
Blog-post: Der Hass und das Böse sind Widerspiegelungen unserer inneren Zustände
Blog-post: Der Zweck unserer Abhängigkeit und Entfremdung
Baal HaSulam Artikel: „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu Geschöpfen“

Die Mechanik des Glaubens, die Fähigkeit zu geben

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist Glaube in der Kabbala?

Meine Antwort: Glaube ist gleich Geben in der Kabbala; wenn man geben kann, trotz seines Willens zu empfangen. Dies wird „Glaube über den Verstand“ genannt.

Die Natur eines Menschen ist der Wille zu empfangen, und Glaube ist die Eigenschaft zu geben, welche entgegengesetzt zu unserer Natur ist. Wir können die Eigenschaft des Gebens nur mit der Hilfe des Höheren Lichtes erreichen, weil es uns dazu verhilft, uns über uns zu erheben und aus einem anderen Verlangen heraus zu handeln: um der anderen willen oder um des Schöpfers willen. Dann handelt man aus diesem Verlangen heraus, anstelle des eigenen, angeborenen Verlangens. Und aus diesem Grund wird man von der Höheren Stufe abhängig (man wird zum Sklaven des Schöpfers), anstatt Sklave von sich selbst.

Wenn du daher Glauben an mich hast, bedeutet das, dass du mit all deinen Fähigkeiten um meinetwillen handelst. Du wirst sogar wie ich. Das ist so, weil gewöhnlich jeder Mensch jedem anderen entgegengesetzt ist. Wenn aber jemand Glaube an mich besitzt,bedeutet das, dass er seine Verlangen mir gegenüber neutralisiert hat und durch diese Wünsche sind er und ich eins.

Das Gegenteil von Glauben ist Wissen, wobei wir dann für unsere eigenen Wünsche handeln. Glaube bedeutet, wenn wir mit der Absicht handeln, die Wünsche der anderen zu erfüllen. Wenn ein Mensch diese Eigenschaft besitzt, dann spürt er die Dinge außerhalb von sich, durch die Verlangen der anderen. Und was man durch diese Verlangen spürt, ist die höhere spirituelle Welt. Darum steht der Glaube auch der Liebe so nahe (Liebe für den Nächsten), weil die Liebe die Eigenschaft ist, das eigene Verlangen durch das Verlangen des anderen zu ersetzen und dieses Verlangen zu erfüllen.

Wie man sieht, in der Kabbala ist Glaube, wenn ein Mensch die Eigenschaft des Gebens meistert – eine höhere Eigenschaft. Dies steht natürlich nicht im Zusammenhang mit dem Glauben, wie er in unserer Welt verstanden wird: Wenn man etwas glaubt, was jemand anderer sagt und das als Tatsache akzeptiert. Mit dieser Art Glauben würde ich auch die Fehler oder den falschen Glauben eines anderen als Tatsache akzeptieren, und sie dann als Grundlage all meiner Handlungen und meines gesamten Leben verwenden.

Verwandtes Material:
Blog-post: Irrationalität ist ein Schritt nach vorn
Blog-post: Zum Geben über das egoistische Kalkül aufsteigen
Blog-post: In der Kabbala ist sehen gleih glauben
Shamati #43: „Wahrheit und Glaube“
 
 

Das Wesentliche, was wir aus der Krise lernen können, ist, dass wir alle Teil der Natur sind

Eine Frage, die ich erhielt: Die Wirtschaft von heute und das Leben im Allgemeinen scheinen im Chaos zu liegen. Dinge sind schwierig zu lenken, unter Kontrolle zu bringen oder vorauszusagen. Was sollen die Menschen in dieser Situation tun?

Meine Antwort: Zuerst sollte man aus der Krise lernen. Die Krise und die Unsicherheit in der Welt sollten uns helfen, dass wir uns nach gewissen Gesetzen entwickeln, ohne Rücksicht auf unseren Willen. Außerdem wissen wir nicht, was diese Gesetze sind.

Es wäre schön, wenn wir in gewisser Weise Dinge voraussagen könnten, doch all unsere Versuche, irgendetwas vorauszusagen oder zu verändern, bringen keine guten Resultate. Würden wir jedoch die Naturgesetze studieren, dann würden wir Weisheit und Stärke erlangen.

Frage fortgesetzt: Was müssen wir nun in dieser Situation tun?

Meine Antwort: Alle Versuche der Menschen, etwas in Ordnung zu bringen, haben keine positiven Ergebnisse gebracht. Diese Tatsache sollte den Menschen zur Erkenntnis verhelfen, dass all ihre Fehler von der Natur programmiert worden sind, um uns etwas zu lehren. Auf diese Weise will die Natur den Menschen helfen, voranzukommen.

Frage fortgesetzt: Ist das nicht Fatalismus?

Meine Antwort: Die Natur umfasst alles, auch den menschlichen Instinkt, die menschlichen Verhaltensmotive und Handlungen. Die Basis aller menschlichen Probleme ist, dass wir uns von der Natur aussondern.

Die Natur beabsichtigt, dem Menschen zu zeigen, nicht außerhalb zu stehn oder sich von der Natur zu trennen. Die Menschen müssen sich bewusst werden, dass wir alle Teil der Natur sind, sozusagen in sie „eingebaut“.

Die Aufgabe des Menschen in der Natur ist, durch die Nutzung all seiner Kraft, seiner Kontrolle und seinem Verlangen, die gesamte Natur zu integrieren.Um es anders zu sagen, wir müssen das gesamte System in Harmonie und Balance bringen. Die Natur schubst den Menschen voran und erteilt ihm Lektionen dabei. Ein Mensch mag sich dabei elend fühlen oder Angst haben, doch dient ihm das alles zum Verständnis, dass die gesamte Natur im Moment unzusammenhängend, widersprüchlich und krisenanfällig aus nur einem einzigen Grund ist: weil die Menschen das natürliche Gleichgewicht stören.

Der Mensch muss alles tun, um alle Teile der Natur zu einem Ganzen zusammenzubringen und somit die Harmonie wiederherzustellen. Dies ist etwas, was von jedem Menschen abhängig ist.

 

Es gibt niemals etwas außerhalb eines Menschen


Beim Lesen von kabbalistischen Texten ist es wichtig zu verstehen, dass darin nur von spirituellen Prozessen, die in einem Menschen sattfinden, die Rede ist, anstatt über verschiedene Charaktere und äußere Handlungen. Alles was in einen kabbalistischen Text beschrieben wird, befindet sich innerhalb eines Menschen.
Zum Beispiel spricht die gesamte Tora nur darüber, wie ein Mensch verschiedene Verlangen und Eigenschaften in sich unterscheiden kann: Welche zum Geben gehören und welche wiederum zum Empfangen, welche zu korrigieren sind, und welche dafür ungeeignet sind und wie man seine innere Welt durch diese Eigenschaften erfährt und erkennt, dass dies die einzige Welt ist, die tatsächlich existiert. Dann erkennt ein Mensch, dass er die äußere Welt ebenfalls in seinem Innern wahrnimmt, und eigentlich nichts außerhalb existiert.

Der Weg in diese neue Welt ist die Erweiterung der Wahrnehmung deiner inneren Verlangen und Eigenschaften und indem man darauf achtet, sie alle zum Geben gebraucht. Dies ist der Punkt, an dem man sich im vollen Maße selbst wahrnimmt.

Eine Person enthält alle Charaktere der Tora – die ganze Welt in ihrem ganzen Ausmaß. Die Kabbala erklärt, wie man die gesamte Summe seines Verlangens in sich ordnen und damit eine völlig neue Welt enthüllen kann.

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