Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Handlungen'

Die Seele entwickelt sich nur durch unsere eigenen Anstrengungen

Alle unsere Handlungen in dieser Welt werden ausgeführt, weil sie von Oben bestimmt sind, außer jenen, in denen wir frei handeln können. Unsere Willensfreiheit besteht lediglich darin, uns höher zu entwickeln und die Seele zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu korrigieren. Alles andere in uns oder um uns herum ist von Oben durch die Gesetze der Höheren Welt diktiert.

Wenn unser Wille in nichts, was körperlich ist, existiert und alles von Oben kontrolliert wird, dann gibt es keine Strafe und keinen Verdienst für irgendwelche Handlungen im Leben! Schließlich wurde keine von ihnen durch uns ausgeübt, sie wurden durch uns von Oben ausgeführt.

Daher steht geschrieben, dass wir alle den Tieren gleich sind, bis wir dem Schöpfer gleich werden. In dem Maße, in dem wir Ihm ähnlich werden, werden wir Adam genannt, „ähnlich“ (Dommeh in Hebräisch). Ähnlichkeit mit dem Schöpfer beginnt mit einem Punkt des Verlangens, mit der Sehnsucht nach Ihm, der „Punkt im Herzen“ genannt wird. Wenn dieser Punkt offenbart wurde, wird ein Mensch unzweifelhaft zur Kabbala kommen, weil sein Punkt ihn dazu hinführen wird.

Der Punkt im Herzen ist wie ein
Samentropfen, aus dem wir uns entwickelt haben. Der einzige Weg jedoch um diesen spirituellen Körper, die Seele, zu entwickeln, ist durch unsere eigene Anstrengung. Das ist die einzige Handlung, die wir ausführen können, indem wir unseren freien Willen benutzen (siehe Baal HaSulam’s Artikel „Die Freiheit“).

Lege die ganze Welt auf Eis und fange damit an, den Punkt im Herzen zu entwickeln, und erhebe dich dadurch in das Höhere System. Sei gewillt, alles zu verweigern, nur um dort zu verbleiben. Das ist die einzige Wahl und Handlung, die getan werden kann. Die Belohnung ist das Leben der Seele!

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Der beliebteste Beruf der Zukunf

In der Zukunft werden nur 5% der Menschheit arbeiten, um die gesamte Welt mit den „lebensnotwendigen Dingen“ zu versorgen, während alle anderen arbeiten, die Wichtigkeit des spirituellen Ziels bekanntzumachen. Oder alle 100% werden dabei sein, sich spirituell zu korrigieren und nur eine Stunde pro Tag arbeiten, um sich mit den „lebensnotwendigen Dingen“ zu versorgen.

Spirituelle Verbindungen zwischen allen Seelen zu entwickeln ist eine fortwährende Arbeit. Der Schöpfer muss in dieser Welt enthüllt werden, was bedeutet, dass jeder Mensch in dieser Welt durch dein Verlangen nach Spiritualität und dein Empfinden für ihre Wichtigkeit inspiriert werden muss. Als Erwiderung werden sie dich mit der gleichen Sache von ihrem Ende aus inspirieren. In dem Maße, in dem ihr euch gegenseitig inspiriert, werdet ihr ein Verlangen danach haben, euch zu verbinden und dazu fähig sein.

Heute fangen wir damit an, die Kabbala zu verbreiten. Dabei geht es nicht nur darum, das Wissen zu verbreiten (wie durch Bücher, das Internet oder das Fernsehen), sondern eine Verbindung zwischen einem Menschen und allen anderen herzustellen. Das ist die praktische Einführung der Korrektur.

Jeder muss daran arbeiten, da wir uns alle im Innern eines Systems der Verbindung innerhalb des gemeinsamen Klis befinden, wo der Schöpfer oder die spirituelle Welt enthüllt wird. Verbreitung ist die Möglichkeit für jeden Menschen, sich auf das korrigierte System einzustellen.

Deshalb müssen wir erkennen, dass die Verbreitung der Kabbala keine Verpflichtung ist, sondern an und für sich selbst die Handlung der Korrektur. Es ist deine Verbindung mit der Welt.

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Im Buch Sohar nach verborgenen Verbindungen suchen


Eine Frage, die ich erhielt: Sie haben erklärt, dass man während des Lesens des Buches Sohar die Kräfte in mir selbst entdecken muss, die darin beschrieben werden. Aber wie kann ich das tun, wenn ich nicht weiß, was „Jungfrau“, Herrin des Hauses“, „Frau“, „Mann“ und andere Worte im spirituellen Sinn bedeuten.

Meine Antwort: Wir fangen mit einfachen Bedeutungen der Worte an, die wir aus unserer körperlichen Welt kennen. Während uns das Buch Sohar versiegelt ist, kann es noch für jeden von uns zu einem spirituellen Lehrer werden. Jeder kann sich einfache materielle Bilder und Handlungen vorstellen, wenn er sein vorher vorhandenes Verständnis von diesen Konzepten nutzt. Währenddessen erhebt uns das Buch Sohar über die Körperlichkeit und versetzt uns in das spirituelle Reich.

Wir können die Verbindungen zwischen der Höheren Welt und unserer materiellen Ebene, die von den Autoren des Sohar – Rabbi Shimon und seinen Schülern – geschaffen wurden, nicht verstehen. Sie konnten eine Verbindung zwischen den zwei Welten schaffen und unsere Rolle ist es, die Höhere Welt durch Konzepte zu erkennen, die wir schon verstehen. Doch wir müssen uns sehr anstrengen, damit das geschieht, damit wir die spirituellen Kräfte hinter gebräuchlichen Worten, die zu dieser Welt gehören, erkennen.

Das ist es, was wir „Wunder“ (Sgula) nennen. Wir wissen nicht, wie das System arbeitet, um uns mit der Höheren Welt zu verbinden und wir verstehen die Verbindung zwischen dem, das wir uns vorstellen und der tatsächlichen spirituellen Bedeutung dessen, was wir lesen, nicht.

Frage fortgesetzt: Muss ich selbst diese Verbindung suchen?

Meine Antwort: Du solltest nach deinem wahren Existenzzustand suchen und mit aller Kraft versuchen, die Höhere Welt wahrzunehmen, wie ein Kind, das erwachsen wird. Spiele das Spiel nach den Regeln, die dir von den Kabbalisten gegeben wurden und du wirst Erfolg haben!

Obgleich wir uns die Bilder im Buch Sohar als materielle Dinge vorstellen und unfähig sind, uns selbst von diesen Vorstellungen zu befreien, sind wir ebenfalls unfähig zu verstehen, was diese Dinge in der spirituellen Welt bedeuten. Doch unser Bemühen zu verstehen wird uns schließlich dahin bringen, die Spiritualität wahrzunehmen.

Die Autoren des Buches Sohar schufen ein System, um sich mit uns auf einer materiellen Ebene zu verbinden und das unsere „kindlichen“ Bemühungen in den wahren Seinszustand transformiert. Das ist es, was das Buch Sohar so großartig und einzigartig macht.

(Aus dem TV Programm „Den Sohar öffnen“)

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Es ist an der Zeit, der Menschheit die Augenbinde von den Augen zu nehmen


Eine Frage, sie ich erhielt: Warum verbinden die Leute die Gebote mit der Korrektur des Körpers?

Meine Antwort: Die Korrektur ist sicherlich jetzt die Korrektur unserer Arme und Beine. Wir sprechen über „den Körper der Seele“, das Verlangen oder Teile der Seele, individuelle Verlangen. Der Unterschied zwischen den Verlangen der Seele und den körperlichen Verlangen ist, dass die Verlangen der Seele aus den Eigenschaften bestehen, die dem Schöpfer ähnlich sind – gebrauche dich selbst, um zu geben, anstatt für dich selbst zu empfangen.

Der physische Körper hat nichts damit zu tun. Wir können Transplantationen durchführen, Körperteile oder Organe entfernen und Bluttransfusionen machen. Krankenhäuser machen keine Spendenprüfung auf „Gerechtigkeit“ und es ist möglich, dass sie, die Körperteile oder Blut von einer ungerechten Person bekommen. Wegen der ganzen Verwirrung in Bezug auf den spirituellen Körper und unseren physischen Körper haben sich der ganze Mystizismus, grauenhafte Märchen und religiöse Horrorgeschichten entwickelt.

Die Gebote beschreiben eine Korrektur der Verlangen, keine Korrektur des tierischen Körpers. Die Körper, in denen wir existieren, sind für uns nur notwendig, um eine physische Existenz zu führen, doch wenn unter den Verlangen unserer Welt sich ein Embryo der Seele entwickelt, müssen wir fähig sein, dieses winzige Verlangen auf die Stufe des Schöpfers zu bringen.

Daher haben Traditionen und Religionen nichts mit der Korrektur der Seele zu tun. Lasst den Menschen in der Welt ihre Traditionen. Sie können gleichzeitig ihre Verlangen korrigieren, damit sie ihre Nächsten wie sich selbst lieben können. Währenddessen wird sich das Fleisch nicht ändern.

Es gibt in mechanischen Handlungen nichts Spirituelles. Sie sind gut, um dich zu beruhigen und dir ein bequemes Leben zu verschaffen. Nur belüge dich nicht selbst, indem du glaubst, dass du durch diese Handlungen deine Seele korrigierst und dir den Weg in die „kommende Welt“ verdienst. Die kommende Welt ist die Enthüllung des Schöpfers. Wenn du deine Seele darauf nicht vorbereitest, hast du nichts, worin du Ihn enthüllen kannst, bevor oder nachdem dein Körper aufhört zu existieren.

Es ist an der Zeit, der Menschheit die Augenbinde von den Augen zu nehmen und dass jeder erkennt, dass es in unserem ganzen weltlichen Leben nur einen spirituellen Punkt gibt, der „Punkt im Herzen“ heißt. Das ist der Eingang in die spirituelle Welt.

Es gibt keine Heiligkeit in unserer Welt


Eine Frage, die ich erhielt: Warum müssen wir jedes Wort im Buch Sohar gemäß seiner spirituellen Bedeutung betrachten und nicht in seinem einfachen physischen Verständnis?

Meine Antwort: Wir sollten niemals die Worte aus dem Buch Sohar in seiner physischen Bedeutung interpretieren, denn dadurch würden wir die Tora auf die Stufe dieser Welt erniedrigen. Wir müssen von den Zweigen zu den Wurzeln aufsteigen, von dieser Welt hinauf zur spirituellen Welt. Und Sie fragen: Warum man nicht die spirituelle Welt nimmt und sie zu unserer Welt herabzieht?

Zuallererst unterliegt unsere Welt nicht den gleichen Gesetzen wie die spirituelle Welt. Die ganze Verwirrung in unserer Realität resultiert aus der Tatsache, dass sich die Menschen die spirituelle Welt vorstellen, ohne darin zu existieren. Dadurch kleiden sie das Spirituelle zwangsweise in das Materielle. So stellt man sich vor, dass die Kraft des Gebens in der rechten Hand wäre und die Kraft des Empfangens in der Linken, oder dass einige Teile des Körpers heiliger sind als andere, usw. All dies ist falsch und deshalb ist es uns verboten, das Spirituelle mit dem, was wir in dieser Welt begreifen, fühlen und tun, zu verbinden. Zwischen diesen zwei sollte keinerlei Verbindung bestehen.

In unserer Welt gibt es nichts Heiliges, einschließlich der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Stufen. Somit existiert auch nichts Heiliges in allem, was Menschen in dieser Welt tun. Das Buch Sohar bezeichnet man als ein heiliges Buch, weil es uns dabei helfen kann, von dieser Welt, vom Egoismus, zur Heiligkeit, zum Geben und zur Nächstenliebe aufzusteigen.

Ich bin ein Punkt im Herzen, welcher zur spirituellen Welt gehört – der Welt der Heiligkeit. Dies ist der einzige Punkt in mir, der völlig unterschiedlich zu meiner ganzen Natur ist, und wenn ich etwas benutze, was als „heiliges Buch“ bezeichnet wird, kann ich mich zur Welt der Heiligkeit erheben – zum Geben. Es ist jedoch nicht das Papier mit den gedruckten Buchstaben darauf, das als heilig bezeichnet wird, und auch die Buchstaben in dem Buch sind nicht heilig. Heiligkeit ist die Verbindung zwischen dem Licht und dem Gefäß (Kli), welches durch die Buchstaben symbolisiert wird. Aber hier in unserer Welt existiert nichts Heiliges.

Unser ganzes Problem liegt darin, dass wir beginnen, einem Menschen oder seinen Handlungen Heiligkeit zuzuschreiben. All dies jedoch sind lediglich Symbole. Alles was der Einhaltung der Gebote zugeschrieben wird – der Tallit (Gebetsschal), Tefillin (Gebetsriemen), das Buch der Tora, Aron Kodesh (Schrein für die Aufbewahrung der Torarollen) – sind nur Symbole für die Interaktion des Lichtes mit den Kelim, die Beziehungen zwischen ihnen und die Zustände der Seele. Folglich sind es die Zustände der Seele, die eigentlich heilig sind, weil diese die Eigenschaft des Gebens enthalten.

Ein Buch der Tora, welches im „Aron Kodesh“ steht, ist nur ein Symbol für eine spirituelle Essenz, genannt Seir Anpin, welche Einfluss auf das Verlangen – Malchut (die Vereinigung aller Seelen) ausübt und diese durch das Licht der Heiligkeit zum Geben führt. Folglich korrigiert sie unsere Seelen und erhebt uns. In unserer Welt gibt es nichts als Symbole. Wir alle sind wie „sterbliche Tiere“.

Ein Mensch, welcher die Objekte und Handlungen dieser Welt einteilt, in jene die mehr oder weniger heilig sind, bringt sich damit selbst vom Weg der Korrektur ab. Solche Arten von Handlungen werden „Erev Rav“ genannt, weil sie den Menschen vom Fortschritt hin zur spirituellen Welt und der Korrektur der eigenen Seele abhalten.

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Jenseits der “Blackbox” der Schöpfung

Wir müssen die Schöpfung in ihrer Gesamtheit und Tiefe erreichen. Dann werden wir imstande sein, zu tun, was geschrieben steht: „Ich werde Dich an Deinen Handlungen erkennen.“ Das bedeutet, dass wir unseren Schöpfer in unserem Innern erfahren werden, in dem Maße, in dem wir das System korrigieren. Wir werden Ihn innerhalb unserer eigenen Materie erkennen, welche eine erhabenere, besondere Form annehmen wird.

Sprache ist eine Verbindung zwischen dem Licht und dem Kli (Empfangsgefäß). Sie ermöglicht uns, das Licht zu verstehen und seine Formen anzunehmen. Sie ist ein Programm, das in unser Material eindringt und aus uns neue Formen bildet, indem sie diese jedes Mal anders gestaltet.

Die gleichen 22 Buchstaben werden in uns fortwährend anders angeordnet. Sie beugen und formen unser Material und machen uns mehr und mehr gebend, bis wir vollständig wie der Schöpfer werden. Wenn wir das erreicht haben, werden wir die Kraft verstehen, die uns geschaffen hat.

Bis dies jedoch geschieht, werden wir alles nur gemäß der Veränderungen in uns offenbaren. Das heißt, dass wir alle Sprachen, Programme, Veränderungen und alles, was wir durchlebt haben und was in unserem Gedächtnis, in unserem riesigen „Computer“ gespeichert ist, enthüllen. Dort können alle Formen und Eigenschaften gefunden werden, vom Ursprung bis zum Ende.

Aber dies alles ermöglicht uns, die Hauptkraft zu erlangen – den Schöpfer, der diese „Blackbox“ erschuf, genannt „Malchut der Unendlichkeit.“ Wir werden dann seine Handlungen jenseits dieser „Box“ erlangen – hinter der Schöpfung des erschaffenen Seins selbst.

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Wie das Buch Sohar unsere Sicht neu ausrichtet

Das Buch Sohar erklärt deine Beziehung mit dem Schöpfer, was das Einzige ist, worüber du lernen musst. Die einzigen Dinge, die in unserer gesamten Wirklichkeit existieren, sind der Schöpfer und das Geschöpf, und sie sind die einzigen Dinge, über die das Buch Sohar spricht.

Selbst in unseren normalen Leben, in dem das Bild dieser Welt uns daran hindert, die Wahrheit zu sehen (dass der Schöpfer und du die einzigen existierenden Dinge sind), ist alles was dich umgibt, tatsächlich deine Beziehung mit dem Schöpfer, obwohl dies für dich noch nicht ersichtlich ist. Es gibt nichts außer dem Schöpfer und dem Geschöpf.

Obwohl in der Spiritualität keine Bilder existieren, trägt uns der Sohar zuerst in scheinbar „körperliche“ Situationen und erzählt uns über uns wohlbekannte Handlungen und Bilder in dieser Welt. Aber dann beginnt der Sohar zu erklären, was hinter den Szenen dieses Bildes geschieht – was mit den Kräften, Verlangen und Eigenschaften auf einer höheren, parallelen Ebene geschieht. Auf diese Art werden wir stufenweise darauf trainiert, die höheren „Bilder“ oder Eigenschaften wahrzunehmen und alles als unsere Beziehung mit dem Schöpfer zu begreifen.

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Pflanze deinen spirituellen Samen in einem gesegneten Feld

Nur die Umgebung kann dir die Wichtigkeit des Ziels und der Spiritualität beibringen. Dies ist die einzige Sache, die du von der Umgebung verlangen solltest: Die Wichtigkeit der Eigenschaft des Gebens, die du in dir fühlen möchtest. Wenn du das machst, wirst du den Schöpfer enthüllen. Das beinhaltet unsere Arbeit und das Ziel unserer Existenz in dieser Welt.

Es scheint uns, dass diese Enthüllung irgendwo weit entfernt geschieht, außerhalb von uns, aber tatsächlich passiert sie innerhalb von jedem von uns. Später wirst du sehen, dass alles schon geschehen ist – alle spirituellen Handlungen, die in Büchern beschrieben sind und alle Welten, beginnend von der Welt der Unendlichkeit bis zu unserer Welt; all dies existiert bereits in dir. Es ist alles enthalten in einem kleinen Getreidekorn des Verlangens, welches dich dazu gebracht hat, Kabbala zu studieren. Tatsächlich beinhaltet dieses Getreidekorn die ganze Welt, alle Stufen der spirituellen Welt, die Ausbreitung von oben nach unten und alle spirituellen Eigenschaften. Sie existieren nirgendwo außer in dir, die gesamte Enthüllung geschieht in dir, nie außerhalb.

Um dies jedoch zu fühlen, brauchst du die richtige Umgebung. Du musst deinen Samen in eine gute Erde stecken und sicher gehen, dass er nicht austrocknet oder verrottet!

Das allumfassende Wesen des Lichtes


Eine Frage, die ich erhielt: Warum bekommt ein Mensch durch die innere Veränderung, in seiner Annäherung der Wirklichkeit vom Empfangen zum Geben, die unbegrenzte Fähigkeit, die Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft zu kennen?

Meine Antwort: Das Licht, die Eigenschaft des Gebens, welche der Mensch enthüllt, umfasst alles, denn es ist die einzige Kraft in der gesamten Natur und die Natur selbst. Das Licht lenkt uns, die Schöpfung, denn wir allein wurden erschaffen. Seine sich erweiternde Enthüllung in uns offenbart uns alles jenseits von Zeit, Raum und Bewegung. Darum weiß ein Mensch um alle Handlungen des Schöpfers – von Anfang bis Ende – wenn er seine Eigenschaften des Gebens enthüllt.

„Es gibt keinen Schöpfer ohne ein Geschöpf, welches Ihn offenbart“. Die Eigenschaft des Gebens, welche die Schöpfung beeinflusst, ist eigentlich der Schöpfer. Wenn diese Eigenschaft, die mich erschuf, beginnt, in mir zu regieren, dann bedeutet das, dass ich den Schöpfer enthülle. Die Eigenschaft der Herrschaft des Verlangens zu geben und die Absicht zu geben in mir, wird die Enthüllung des Schöpfers genannt.

Solche Enthüllung geschieht im Ausmaß, wie ich selber zum Geber werde. Wie kann ich dann sagen, dass ich den Schöpfer enthülle? Wer ist das „Ich“, welches den Schöpfer enthüllt? Es stellt sich heraus, dass es Eigenschaften in mir gibt, die noch dabei sind, den Schöpfer zu enthüllen. Später, wenn ich alles vollständig enthüllt habe, dann gibt es keine Trennung mehr zwischen „Ihm“ und „mir“, sondern nur die Eigenschaft des Gebens, die einzig in mir herrscht und nichts anderes.

Letztendlich beginne ich, die mich antreibende Kraft zu ersetzen und ich entwickle das Verlangen, diese selbst zu wandeln, damit ich anstelle der ständigen Gedanken des Empfangens, nur noch daran denke, wie ich geben kann. Ich habe eigentlich nur die schlechte Gewohnheit, dauernd an das Empfangen um meiner selbst willen zu denken, und es ist mir unmöglich, diese loszuwerden.

Baal HaSulam schreibt, dass es sich bei der Entscheidung, zum Willen zu geben überzugehen, nur um ein psychologisches Problem handelt und um nichts anderes. Im Willen zu geben gibt es noch viele weitere Möglichkeiten für meine Entwicklung und den Empfang von Genuss. Doch ich stecke im Willen zu empfangen fest und die gesamte Menschheit lebt auf diese Weise.

Darum müssen wir alle eine äußere Kraft gegen unsere Gewohnheit anwenden, die Kraft, die das Umgebende Licht ist. Durch die Kraft dieses Lichtes, die „Meine Söhne haben mich besiegt“ genannt wird, wird unser Arbeitsprogramm geändert.

Nur deine Augen werden sehen


Zwei Fragen, die ich über die innere spirituelle Entwicklung erhielt:

Frage: Wer erschafft die spirituellen Eigenschaften in mir? Mache ich das selbst oder tut das der Schöpfer für mich?

Meine Antwort: Auf dem spirituellen Weg enthüllt ein Mensch ständig neue Ebenen der Realität und allmählich entsteht vor ihm ein einziges System. Es ist ein großartiger Mechanismus, der jedes Atom und Molekül in der gesamten Schöpfung lenkt. Dieser Mechanismus lenkt ebenfalls ihre Verbindung untereinander und welche Veränderungen stattfinden.

Wir wissen nicht, was wir in Folge unserer spirituellen Suche enthüllen werden, aber es ist unsere Aufgabe, den Schöpfer durch die Beispiele Seiner Handlungen kennenzulernen.

Frage: Ist es möglich, zwei Sichtweisen zu vereinen: „Es gibt niemand außer den Schöpfer“ und „Es gibt niemand außer mir“?

Meine Antwort: Wir können uns nicht vorstellen, diese Gegensätze in unserer Sprache, unseren Gefühlen und unserem Verstand zu vereinen.

Wenn du spürst, dass du ein wenig höher als die Stufe dieser Welt aufgestiegen bist und wenn deine vorgefassten Meinungen von Raum und Zeit verschwinden, wird sich eine völlig neue Wahrnehmung in deinem Verstand bilden. Doch selbst in der spirituellen Wahrnehmung sind wir durch die Beschreibungen der Welten BYA begrenzt.

Ein Mensch ist fähig, noch höher aufzusteigen, doch er ist nicht fähig zu beschreiben, was ihm dort enthüllt wird, denn es gibt keine Buchstaben, Worte oder Töne, um es zu beschreiben. Das ist so, weil unsere gesamte Wahrnehmung auf Kontrasten basiert. Zum Beispiel Licht und Dunkelheit, gut und böse. Oberhalb der Welten von BYA jedoch vermischen sich gut und böse zu einem. Aber das können wir nicht beschreiben.

Daher gibt es eine Antwort auf deine Frage, aber es ist unmöglich, es auszudrücken. Wie also kannst du die Antwort finden? Steige auf und sie wird dir enthüllt. Es steht geschrieben „Nur deine Augen werden es sehen, jedoch die Augen eines anderen nicht“.

(Aus dem Unterricht über die „Einführung zum Buch ‚Aus dem Mund eines Weisen‘“, 6.11.09)