Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Schüler wie der Lehrer

Baal HaSulam, 10. Brief: „Wenn ein Schüler ins Exil geht, wird sein Lehrer mit ihm verbannt.“ Aber wie können die egoistischen Ansprüche, die den Studenten bei seinem Studium überwältigen und so stark an ihm arbeiten, dass er vom spirituellen Weg abkommt – trotz seiner Verbindung mit dem authentischen Kabbalalehrer?

Das passiert alles aufgrund der Tatsache, dass der Schüler während es Abstiegs denkt, dass sich sein Lehrer auch im Abstieg befindet. Und es ist wirklich so, da er vom Lehrer nur in dem Maße Hilfe empfangen kann, wie er die Größe seines Lehrers bemisst.

Deswegen ist sein Lehrer in diesem Moment erniedrigt und schwach, so wie der Schüler ihn sieht – und das bedeutet, dass der Lehrer zusammen mit dem Schüler fällt. Das Ägyptische Exil beginnt mit „ein neuer König erhebt sich über Ägypten, der Josef nicht kennt“ – eine neue Kraft im Verstand von jedem, der von seiner vorherigen Stufe fällt (und sein Lehrer tut das mit ihm).

Deswegen, „kennen“ sie „Josef (den Gerechten)“ nicht und stellen ihn sich genauso wie sich selbst vor. Und das ist der Anfang des Bundes; denn der gerechte Mann würde sie ansonsten vor Sklaverei und Exil beschützen.

Dieser Abschnitt beschreibt keine historischen Vorgänge, sondern vielmehr einen Menschen, der seine „spirituelle Geschichte“ genau jetzt lebt. Seit dem Moment, in dem sein Herz beginnt, nach dem Sinn des Lebens zu suchen, wird er an einen Ort geführt, an dem er spirituell wachsen kann und den Sinn seines Lebens versteht, sein Geheimnis enthüllt, d.h. dass er eine kabbalistische Gruppe und einen Lehrer findet.

Und dann hängt alles davon ab, wie sehr er schätzt, was er empfängt: die Gruppe, kabbalistische Texte und den Lehrer. Und sein „Ägyptischer Bund“, das Exil, durch sein Ego enthüllt, beginnt mit der Ablehnung seines Lehrers.

Am Ende weist der Lehrer ihm den Weg. Wäre es nicht so, würde ein Mensch dieser Welt nie zur Wahrheit gelangen, die vor uns verborgen liegt; es gibt keine Möglichkeit, sie alleine herauszufinden. Alle Seelen werden entsprechend der Kette angeordnet: AHAP des Höheren steigt in GE des Unteren hinab, und nur durch das Anheften an die Ehemaligen können wir fortschreiten.

Deswegen beginnt das ägyptische Exil, wenn der Schüler seinen Lehrer abweist, was eine natürliche Entwicklung ist, die er durchleben muss. Zuerst merkt er gar nicht, was überhaupt passiert und dass er vom Weg abkommt. Er denkt, dass er alles richtig macht: Er entwickelt sich, versteht und fühlt immer mehr und kann seine eigenen Entscheidungen treffen und beurteilen, weiß, welche Schritte er tut.

Mit anderen Worten: Er hat eine Meinung über alles, was auf dem „einfachen Verstand“ basiert und „Logik“, während er vergisst, dass alles gut ist und gut nur in Bezug auf seinen persönlichen Egoismus und nicht in Bezug auf den „Lehrer, die Bücher und die Gruppe“ ist, wo man immer auf den Weg „Glaube über Verstand“ voranschreiten sollte.

Es heißt, dass sie Josef nicht länger fühlten (den inneren Gerechten), d.h. dass ein Mensch nicht länger den Punkt in seinem Herzen wahrnimmt, welcher vorher in ihm mit Entwicklung verknüpft war, dem spirituellen Weg und dem Geben in einem bestimmten Grad. Und er durchtrennt die Seile mit spirituellem Voranschreiten vollständig, da er nichts zum Anlehnen hat, wenn der Lehrer, der seinen Weg bestimmte, weg ist.

Ein Mensch denkt, dass er sich weiter entwickelt, während ihn diese Entwicklung nur tiefer in den Bund treibt, den er noch entdecken wird. Es gibt nichts, was wir tun können; es sind alles notwendige Stufen, die man durchleben muss.

Aus dem ersten Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 20.04.2011, Baal HaSulams Brief 10

Hinter den Gesichtern der Menschen verbirgt sich der Schöpfer

Weltkongress WE!, New Jersey, Lektion 8

Rabash, Shlavey HaSulam, 1989/90, Artikel 19, „Tora wird die Mittlere Linie genannt“: Der Mensch soll glauben, „Es gibt nichts außer Ihm“, d.h. es ist der Schöpfer, der ihn (den Menschen) verpflichtet, gute Taten zu vollziehen.

Da er aber noch nicht würdig ist zu wissen, dass der Schöpfer ihn verpflichtet, so hüllt sich der Schöpfer in die anderen Menschen, als ob sie um den Menschen herum existieren würden, und so vollzieht Er diese Handlungen mit ihrer Hilfe.

Es scheint uns, als ob wir von einer Vielzahl von Menschen umgeben wären, als ob sie auf verschiedene Art und Weise auf uns einwirken würden, und wir uns gezwungen sehen, auf sie zu reagieren. Und wenn wir damit beginnen, auf sie zu reagieren (die Rede ist von einer Gruppe von Menschen, die Kabbala studieren, und nicht von der ganzen Außenwelt), als ob sie der Schöpfer, Seine Gegenwart unter uns wären, darauf, wie wir Ihn uns vorstellen, dann beginnen wir in unserer Verbindung in der Gruppe zu studieren und lernen, wie wir Ihn zu erkennen haben.

Der Mensch soll glauben, dass hinter menschlichen Bildern der Schöpfer steht und alle Handlungen im Menschen vollzieht.

Auszug aus der 8. Lektion des WE! Kongresses in New Jersey, 03.04.2011

Der Lebensgeist voller Hoffnung

Weltkongress WE!, New Jersey, Lektion 8

In seinem Artikel „Was muss ich von der Versammlung der Freunde erwarten?“ schreibt Rabash: In die Gruppe soll jeder den Lebensgeist, die Hoffnung und die Kraft hineinbringen. Vor dem Zeitpunkt seiner Ankunft in die Gruppe fühlte er sich verzweifelt, in der Spiritualität Fortschritte machen zu können, und das aufgrund seiner eigenen Schwäche und der ihm fehlenden Bestrebung.

Aber wenn er in die Gruppe kommt, dann soll er darin das „stürmische Feuer“ empfinden, welches ihn von innen verbrennt und ihn in die Gruppe zieht, die ihn beeinflusst, ohne ihn zu fragen, weil er gegen die Freunde machtlos ist.

Aber nun hat die Gruppe ihm den Geist des Leben eingehaucht, den Geist voller Hoffnung, und um zu bestehen, fand er dank der Gruppe Sicherheit und Kraft, und jetzt spürt er, dass er die Vollkommenheit erreichen kann.

Wenn es in der Gruppe einen solchen Geist nicht gibt, dann gibt es keine Hoffnung auch nur das Geringste zu erreichen. Wie es im Artikel 225 „Sich selbst erheben“ aus dem Buch Shamati geschrieben steht Man kann sich nicht selbst über seinen eigenen Kreis, seine Umgebung, erheben. Alle können nur zusammen mit der Gruppe voranschreiten. Wenn die Gruppe keine gute Stimmung von mir bekommt, dann werde ich sie auch nicht haben. Wenn ich nicht will, dass die Gruppe Fortschritte macht, dann werde auch ich keine Fortschritte machen können. Denn wir werden kein gemeinsames Kli, kein gemeinsames Verlangen aufbauen können.

Und je mehr wir darüber sprechen und uns bemühen es immer tiefer zu verstehen, umso klarer beginnen wir, die spirituelle Wirklichkeit wahrzunehmen. Sie kommt und abscheulich, gegensätzlich und unerwünscht vor, aber sie ist das. Und anschließend werden wir anfangen, sie tatsächlich als wichtig und höher zu betrachten.

Und obwohl es als unangenehm empfunden wird, jeder spirituellen Handlung, jedem spirituellen Zustand die wahre Bezeichnung zu geben, ist es wichtig, zu begreifen, dass es das Geben und die Liebe zum Nächsten in der Gruppe, die Vereinigung zwecks der Enthüllung des Schöpfers und die Kräfte aus unserem gemeinsamen Geben und der Liebe bedeutet.

Auszug aus der 8. Lektion des WE! Kongresses in New Jersey, 03.04.2011

Der Wind der Veränderung

Indem ich in der Gruppe arbeite, bekomme ich von ihr ein starkes Verlangen. Ich sehne mich nach der Befreiung vom Egoismus, doch was kann ich tun? Verlangen selbst ist zu nichts fähig. Und mehr als das. Solch ein Verlangen, wenn auch stark, ist egoistisch.

Ich will das Geben nicht per se, sondern den Nutzen, den es verspricht. Das bedeutet, dass ich unter dem Joch des Pharao bin. Innerhalb des Verlangens zu empfangen habe ich ein sehr starkes Verlangen zu geben: Ich freue mich darauf, dass ich Nutzen aus dem Geben ziehe.

Die Folge davon ist, dass der Widerspruch, die Kluft, die Polarität, der Interessenkonflikt, in mir wächst. Ich will geben, um mein egoistisches Verlangen zu füllen. Schließlich macht mich das Geben ewig, perfekt, grenzenlos, frei und immun für alle Krisen. Vergiß die Tsunamis und den Zusammenbruch des Aktienmarkts; alles ist wundervoll! Wer will das nicht? Mein Ego will das, unersättlich, wie es ist.

Doch dazu ist es nicht fähig. Dann kommt die Höhere Kraft – bricht herein in mein „Schwarzes Loch“, ermöglicht mir, zu entfliehen. Tatsache ist, obwohl man es im Großen und Ganzen als Entfliehen beschreiben kann, laufe ich nirgendwo hin. Ich bleibe am gleichen Ort, doch plötzlich fühle ich mich vom Egoismus befreit, befreit vom Verlangen zu empfangen. Das ist alles.

Plötzlich zeigt sich, dass das Schwarze Loch das Licht in seinem Innern nicht länger festhält; es wird durchsichtig. Alles fließt jetzt hindurch und es kanalisiert allerlei Arten von Eindrücken aus anderen Dimensionen, die ich mit verschiedenen Namen benenne: das Licht von Nefesh, das Licht von Ruach und so weiter. So schreiten wir voran.

Das Wesentliche für uns ist die Überquerung der Grenze, der Beginn der Erneuerung (Chidush). In Hebräisch heißt das Rosh Chodesh, der Anfang des Monats. Unsere Erneuerung ist, mit Hilfe der Höheren Kraft die erste Eigenschaft des Gebens zu erwerben.

Um dies zu tun, müssen wir die Höhere Kraft einladen, zu handeln, und dazu müssen wir uns zuerst vereinen. Lasst es eine egoistische Einheit sein, und es ist egal, ob sie erfolgreich ist oder nicht. Nur wenn wir die richtige Umgebung erschaffen, wird der Wind der Veränderung unter uns wehen.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 21.04.2011, Schriften von Rabash

Innere Gruppe, nicht äußere

Frage: Wie soll ich meine Klärungen in Bezug auf die Gruppe machen – mit ihnen sprechen, gemeinsame Handlungen ausführen, physisch an einem Ort sein?

Meine Antwort: „Alles klärt sich im Gedanken“ – von außen kann man nichts sehen. Äußerlich kann ein Mensch gleichgültig, sogar grob, ungeduldig erscheinen, seine gute Haltung den anderen gegenüber durch nichts anmerken lassen. Vielleicht hat er einen solchen Charakter oder stellt sich sogar absichtlich so, damit seine großen inneren Anstrengungen nicht geschwächt werden.

Man muss nach dem inneren Bild der Gruppe suchen – nach jenem Ort, wo sich alle unsere Verlangen, Gedanken, das Ziel und gemeinsame Hoffnungen befinden, und sich an diesen Ort anheften. Denn vielleicht fällt es dir schwer, die Gruppe entsprechend ihrem äußeren Erscheinungsbild zu akzeptieren. Das kommt später, wenn du aufhörst, auf das Äußere zu achten, denn „die Liebe wird alle Vergehen bedecken“.

Du bist an diesen Ort gekommen, weil sich dort Menschen versammelt haben, die einen Punkt im Herzen haben – also nähere dich diesen inneren Punkten an.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash, 15.05.2011

Einheit für alle

Frage: Was bedeutet, sich verbinden zu wollen? Wie fühlt sich Verbindung an?

Antwort: Wahrscheinlich kommen solche Fragen in unserer Moskauer Gruppe in Zusammenhang mit dem bevorstehenden Kongress in Moskau auf: „Was ist Verbindung? Wozu sich verbinden? Wozu veranstalten wir diesen Kongress?“ Eine richtige Frage.

Wozu sollen wir uns verbinden? Ehrlich gesagt, kann man das nicht erklären. Wenn in einem Menschen ein Reshimo (ein Informationsgen) von der Vereinigung enthalten ist, in der er sich einst in einem gemeinsamen Verlangen befand, in ihm den Schöpfer enthüllt und diese Wahrnehmung verloren hat, und diese Reshimo nun wieder in ihm erwacht, dann sehnt er sich danach, in diesen Zustand zurückzukehren: „Ich will!“

Sagen wir mal, einige Menschen essen gern Frosch Fleisch. So ist es nun mal… Ich habe ein solches Bedürfnis nicht, und für sie ist das einfach ein paradiesischer Genuss. Genauso entsteht das Verlangen nach der Spiritualität, es erwacht einfach. Was soll man dagegen tun?!.. Der eine verspürt ein Verlangen nach Frosch Fleisch, der andere nach Spiritualität. Es erwacht von innen und hängt nicht von uns ab.

Warum hat jemand ein Wunsch danach, Frosch Fleisch zu essen? – Weil er es einmal probiert, einen angenehmen Geschmack verspürt, sich daran gewöhnt, eine entsprechende Erziehung bekommen hat – und nun wünscht er es.

Und der andere befand sich einst in der Spiritualität, in ihm ist ein Reshimo geblieben – und nun erwacht es wieder.

Deshalb kann man den Menschen, die keine Reshimot des spirituellen Zustandes haben, unmöglich erklären, was das Gefühl der Einheit bedeutet. Man kann ihnen aber zeigen, dass es sich lohnt, sich untereinander zu verbinden, weil wir dadurch die allgemeine Krise überwinden können, aus diesem Grund sollten sie sich ebenfalls an diejenigen anschließen, die den momentanen Zustand der Welt verändern wollen. Denn sie gewinnen auch dadurch.

Das müssen wir dem Volk erzählen. Denn sie verstehen nicht, was Spiritualität, Schöpfer, Verschmelzung, Vereinigung, Erkenntnis der Vollkommenheit, der Ewigkeit, der Harmonie mit der Natur oder höhere Sphären bedeuten. Das sagt ihnen gar nichts: „Lass mich in Ruhe! Gib mir etwas in diesem Leben – Ruhe, Sicherheit, Gesundheit… Mehr brauche ich nicht!“ Jeder spricht aus seinem Verlangen heraus.

Wir müssen aber dem Menschen zeigen, dass er sein Verlangen auch nicht erfüllen kann, wenn er nicht gemeinsam mit allen anderen der Vereinigung entgegen strebt, denn danach verlangt die globale, integrale Natur. Wir haben etwas, worauf wir bauen können, wie wir es ihm erklären können.

Deshalb erzählst du ihm, dass die Welt nach Vereinigung, dass die Natur nach Einheit verlangt. Du sprichst mit dem Menschen auf seinem Niveau und erzählst ihm nicht vom Schöpfer und der Spiritualität. Vor Ausweglosigkeit wird er sich ebenfalls anschließen. Doch an jeden muss man entsprechend seinem Verlangen herangehen.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 11.05.2011

Kabbala Akademie

Jeden Augenblick über den vorangegangenen setzen

In jedem Zustand des Aufstiegs muss man sich unverzüglich den Zustand des Abstiegs vorstellen. Denn wenn du das kannst, bedeutet es, dass du dich im Aufstieg bereits länger als einen Augenblick befindest. Länger braucht man aber nicht!

Du hast diesen Eindruck bereits bekommen, hast die „Aufzeichnung“ (Reshimo) gemacht, und wenn du sie fortsetzt, beginnst du diesen Zustand egoistisch zu genießen. Du steuerst ihn also nicht mehr, fasst ihn nicht zusammen, richtest ihn nicht korrekt aus, wie es der Fall war, als du ihn angetreten bist – du beginnst ihn einfach zu genießen und ihn in Richtung deines Egoismus zu lenken.

Wenn der Zustand des Aufstiegs länger als einen Augenblick dauert und du es verstanden hast und nicht vorhast, etwas hinzuzufügen, dann muss er als Abstieg verbucht werden. In der Spiritualität ist es so, dass, wenn du nichts hinzufügst, sondern in der gleichen Zeit, im gleichen Augenblick, auf der gleichen Höhe bleibst, du dich in eine Null verwandelst. In der Spiritualität zählt nur die Beschleunigung und nicht die Geschwindigkeit.

Und die Spiritualität befindet sich in der Gruppe – dort, wo die Einheit erreicht wird, denn innerhalb unserer Einheit enthüllen wir den Schöpfer. Wir müssen uns also ständig in Bezug auf diese Einheit prüfen. Wenn ich in die Gruppe den Eindruck von ihrer Wichtigkeit neben der eigenen Nichtigkeit in Bezug auf sie, auf die Wichtigkeit des Ziels, der spirituellen Arbeit, des Schöpfers, der sich in unserer Einheit enthüllt, hineinbringe, dann bewege ich mich in die richtige Richtung.

Nehmen wir an, ich habe Anstrengungen in diese Richtung unternommen und konnte eine gewisse Erkenntnis in Bezug auf die Spiritualität, die Eigenschaft des Gebens, erlangen, habe etwas empfunden und in meinem momentanen Zustand verstanden. Ich kann aber nicht länger als einen Augenblick in diesem Zustand verweilen, nachdem ich ihn in der Empfindung und im Verstand erfasst habe. Denn im nächsten Augenblick werde ich bereits damit beginnen, für mich selbst zu genießen – dadurch, dass ich verstanden und empfunden, dass ich etwas erreicht habe! Das alles wird bereits auf egoistische Art und Weise geschehen.

Aus diesem Grund muss man gleich im nächsten Augenblick das Verlangen seinerseits hinzufügen – nach etwas größerem suchen! Doch wo soll man ein solches Verlangen hernehmen, ständig nach mehr zu streben, um nicht entsprechend seinem Verlangen zu genießen abzusteigen, indem man sich Verzögerung und Erholung gönnt und Genuss aus dem Erreichten zieht?

Rabash schreibt, dass, wenn der Mensch sich im Zustand des Aufstiegs sieht, er unverzüglich damit beginnen soll, nach dessen Erklärung in den Büchern und Artikeln zu suchen, mit diesem neuen, von ihm gerade erreichten Verlangen dort hineindringen und diesen Zustand immer tiefer ergründen. Er macht es, um das zusätzliche Verlangen von dort zu erhalten, welches ihm erlauben würde, weiter aufzusteigen.

Denn wenn wir nicht aufsteigen, fallen wir! Es ist nicht möglich, einen „ebenen Weg“ entlang zu kriechen, in der Spiritualität gibt es so etwas nicht. Wie geschrieben steht: „Kein Augenblick ähnelt einem anderen!“ Ich muss es auf diese Weise tun, damit der nächste Augenblick höher als der vorangegangene liegt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 12.05.2011

Der Lohn für meine Arbeit

Wenn ich den Funken des Gebens – die Kraft, die in der Lage ist, meinem Egoismus entgegenzuwirken – in mir entwickeln möchte, versuche ich, mich mit Freunden zu verbinden, gemäß der Methode, die der Lehrer vermittelt, mit Hilfe des Lichts, das während unseres gemeinsamen Studiums angezogen wird.

Und dann beginne ich zu spüren, wie mein Verlangen, das Ziel zu erreichen, wächst, denn ich investiere so viel Kraft darein und versuche zu klären, was das wahre Geben im Vergleich zum Empfangen, die Einheit im Vergleich zur Trennung, die Gruppe im Vergleich zu einem einzelnen Menschen bedeutet.

Und wenn ich durch die Gruppe genau nach der Einheit, nach dem Geben, nach dem Schöpfer strebe, erziele ich dadurch, dass ich viel studiert und viel Kraft investiert habe, genau das ungekehrte Ergebnis – das Gefühl der Entfremdung.

Zuvor habe ich das nicht empfunden, ich habe lediglich den Punkt des Gebens wahrgenommen und gehofft, alles erreichen und dieses neue Verlangen befriedigen zu können. Doch nun, anstatt dieses punktuellen neuen Verlangens, empfange ich in diesem Punkt die Empfindung, wie entgegengesetzt und fern ich der Vereinigung, der Verbindung, der Gruppe, dem Lehrer, der kabbalistischen Methode und dem Geben bin. Mich stoßen alle diese Begriffe ab.

Und dann glaube ich, dass ich vollkommen verkehrte Ergebnisse erzielt habe, in Bezug auf das, wonach ich gestrebt habe. Und ich denke: Vielleicht bedeutet das, dass die Methode falsch ist? Ich fange an, an den Büchern, an der Gruppe und am Lehrer zu zweifeln, und begreife nicht, dass dies die richtige Form der Entwicklung ist und ich genau jetzt beginne, meinen wahren Zustand in Bezug auf den Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens, zu enthüllen, indem ich erkenne, wie weit ich davon entfernt bin.

Wenn es mir gelingt, diese Empfindung irgendwie zu überwinden und mich dazu zu zwingen, meine Versuche, mich zu verbinden, zu studieren, das höhere Licht anzuziehen, zu einem einheitlichen Teil der Gruppe zu werden, wie es der Lehrer empfiehlt und die Gruppe gemäß ihren Statuten bestimmt hat, fortzusetzen, werde ich mich über dieses Gefühl der Abstoßung und der Entfremdung erheben und spüren können, dass ich tatsächlich ein wenig neue Erkenntnis, neue Kraft, Verbindung gewinnen konnte und vorangekommen bin!

Ich bekomme also ein gutes Gefühl und mache mich mit neuer Kraft an das Studium, an die Arbeit – bis ich von meinem starken Bestreben nach Geben und Verbindung wieder zum Gefühl der Entfremdung und der Kraftlosigkeit, zum Verlust des Interesses komme. Ich denke: „Und das ist der ganze Lohn für meine Arbeit?!“ Ich glaube nicht daran, dass das die Belohnung sein soll!

Wenn die Gruppe den Menschen nicht unterstützt, ist es sehr schwer an die Richtigkeit dieses Weges zu glauben, denn mein ganzes Wesen sagt das Gegenteil: das kann nicht sein! Doch auch dieses Hindernis ist letztendlich überwindbar, denn „was der Verstand nicht schafft, schafft die Zeit“, und letztendlich fange ich an, diesen Berg, auf dem der Königspalast steht, hochzuklettern (Baal HaSulam führt dieses Beispiel in der Einführung zu TES, im Punkt 33 an).

Das ist die richtige Entwicklung, doch wenn sie in unserem egoistischen Verlangen, in unserem Herzen und unserem Verstand, wahrgenommen wird, können wir sie nur schwer objektiv von außen betrachten und über uns selbst als ein unbefangener Richter, der unabhängig von den eigenen Empfindungen ist, urteilen. Hier treffen jedoch immer zwei Gegensätze aufeinander: wir streben nach Geben, nach Verbindung, nach Einheit, nach Spiritualität – und werden zurückgestoßen. Und wir streben trotzdem danach – und werden wieder zurückgestoßen. Auf diese Weise verläuft das Vorankommen.

Und hier hängt natürlich alles davon ab, wie schnell der Mensch diese Abstoßung überwindet und zur Vereinigung zurückkehrt. Einen sehr starken Einfluss darauf hat die Umgebung, die „Stützen auf dem Weg“, die wir für uns selbst durch das Studium und die Arbeit erschaffen, indem wir den Ablauf streng einhalten und uns möglichst eng an das Leben der Gruppe und die Verbreitung binden. Je mehr Kraft der Mensch darein investiert, desto mehr beschleunigt er seine Entwicklung.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 11.05.2011

Kinder der Welt – vereinigt euch!

Wir entwickeln die Methode der Korrektur bei unseren täglichen Lektionen. Wir errichten sie aus den Originalquellen und ihren Erklärungen, aus Fragen und Antworten. Wir schaffen im selben Zusammenhang ein Bildungssystem.

Hier eröffnet sich ein spezieller Kanal der Verbreitung der Kabbala für die gesamte Welt. Letztendlich bereitet die Erziehung allen Eltern Kopfzerbrechen, oder besser gesagt Herzschmerzen. Jeder, in jedem Teil der Welt, ist besorgt um seine Kinder, Norden und Süden, Amerika, Asien, Afrika, Russland und Europa, China und Japan. Das Problem der Erziehung erwacht überall in verschiedenem Ausmaß.

Deswegen ist die Welt bereit, sich unsere Entwicklungen in diesem Bereich anzuhören. Wir stehen in Kontakt mit der UNESCO, der wichtigsten Organisation, wenn es um Erziehung in der ganzen Welt geht. Wir wurden sehr positiv empfangen und Vertreter von uns haben bereits an zwei Veranstaltungen in New York und Moskau teilgenommen.

Wir haben entdeckt, dass die Welt sich danach sehnt, dieses Problem zu lösen, aber niemand hat eine Lösung. Die UNESCO setzt hohe Erwartungen in uns, und sie ist begeistert von der Qualität unserer Materialien, die dieses Thema betreffen. Es ist tatsächlich so, dass unsere Materialien heute alle Grenzen durchbrechen. Jede Woche produzieren wir 50-100 Seiten neuen Text. Zur gleichen Zeit arbeiten wir an einem neuen Buch, welches unter der Obhut der UNESCO veröffentlicht wird. Verschiedene andere große Projekte sind in Arbeit.

Es gibt keinen Zweifel, wenn wir es schaffen, eine „gute“ Generation zu schaffen, werden sie ihrerseits wissen, wie sie ihre Kinder erheben können. Aus diesem Grund liegt das Hauptproblem darin, einen Weg zu finden, um eine Generation zu formen, die anstelle einfachen Wissens eine Erziehung empfängt, welche uns befähigt, Kinder in Menschen zu verwandeln, mit der vollständigen Empfindung dieser Welt.

Sie werden den Grund und den Sinn ihres Lebens kennen, wie sie sich miteinander verbinden können, warum sie mit dem Bruch beginnen und warum sie sich selbst korrigieren müssen. Kurz gesagt – sie werden wissen, wie man die richtige Einstellung gegenüber der Welt entwickelt.

Als nächstes verwirklichen wir Erziehungsprogramme mit der Gruppe unserer Kinder. Wir korrigieren sie und finden auf diesem Weg viele neue Zugänge. Zum Beispiel haben wir entdeckt, dass Kinder einander sehr gut etwas beibringen können. Zum Beispiel lernt eine 10-jährige von einer 14-jährigen.

Denn die jüngeren sehen die älteren als Vorbilder an und sie möchten wie sie sein, während die älteren stolz auf ihre Rolle sind. Am Ende knüpft der Altersunterschied einen starken Bund. Generell wachsen die Kinder entsprechend der neuen Methode auf, die sich völlig verändert.

Im Wesentlichen ist die Gesamtheit der Kabbala eine Wissenschaft der Erziehung; wir verwenden sie, um uns zu erziehen. Jedenfalls ist das unter den Kindern deutlich erkennbar. Es ist kein Fehler, dass sie in unseren Armen ihrer Kindheit entwachsen. Die Sache hängt von uns ab, denn sie sind bereits vorbereitet, um die spirituelle Methode der Erziehung von uns zu empfangen.

Das Studium der zehn Sefirot erklärt das Wachstum des spirituellen Menschen in uns. Wir können ein Kind entsprechend denselben Grundsätzen erheben, wie wir ihn durch die Jahre (Grade) zum Erwachsenwerden begleiten, nicht nur des physischen, sondern auch des spirituellen. Das ist die Methode, die wir entwickeln, aufbauen und verwirklichen möchten.

In diesem Sommer planen wir die Eröffnung eines zwei-wöchigen Sommerlagers für Kinder aus der ganzen Welt. Das Programm wird per Internet in die ganzen Welt übertragen, so dass jedes Kind sich mit den gemeinsamen Aktivitäten verbinden kann, denn das wird während der Sommerferien passieren. Wir werden versuchen, die Verbindung der Kinder in Zukunft genauso zu unterstützen, so dass sie schließlich in die neue, internationale Virtuelle, genau wie in die physische Gruppe wachsen.

Aus der Lektion 6, WE! Tagung 3.4.2011

Das System, das dich mit der Unendlichkeit verbindet

Frage: Was brauchen wir, damit das System, das „Sohar“ heißt, uns zur Vereinigung führt?

Meine Antwort: Wir benötigen mehr Absicht, mehr Verlangen. Der Sohar ist das integrale System der ganzen Wirklichkeit. Doch warum heißt es „Sohar“? Und warum müssen wir ein bestimmtes Buch öffnen, einen bestimmten Text lesen, der von einer bestimmten Person geschrieben wurde und uns bestimmte Worte anhören?

Dieses allgemeine System der Wirklichkeit wurde geschaffen, damit wir durch große Kabbalisten, die die Mittler sind, mit ihm verbunden werden. Sie erschaffen das Band zwischen diesem System und uns und drücken diese Verbindung in Worten und Sätzen aus.

Ich lese dieses Buch und verstehe nichts. Ich kann es auch rückwärts lesen. Der Punkt ist der, dass ich mich mit diesen Kabbalisten verbinden will, die ihre Schriften an mich weitergegeben haben; denn sie möchten, dass ich mich mit ihnen verbinde, mit diesen Seelen, ihrer Einheit und komme ebenfalls mit dieser Einheit zu ihnen.
Wie kann ich wissen, dass ich mich mit ihnen verbinde? Wenn ich mich mit meiner Gruppe vereine, ist mein Bestreben zweifellos richtig: mich mit diesen großen Seelen zu vereinen, in dasselbe globale System einzutreten, zu diesem unentbehrlichen Teil zu werden und zumindest zu einem kleinen Teil danach zu streben. Genau das ist es, was wir brauchen.

Einer denkt daran, ein anderer nicht so viel und wieder ein anderer manchmal. Aber im Allgemeinen, wenn wir danach streben, ein Ganzes zu sein, werden sich die Bestrebungen jedes Einzelnen zu einem Ganzen vereinen.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 4.05.2011, Das Buch Sohar