Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Es gibt nur eine Quelle des spirituellen Verlangens


Die größte Frage, vor der wir stehen lautet, wie kann ich ein Verlangen für die Spiritualität erwerben, ein Verlangen danach zu sein, wie der Schöpfer? Wie können wir danach verlangen zu „Gebenden“ zu werden? Die Kabbalisten sagen, der beste Weg sich spirituell zu entwickeln, geschieht durch ein Mittel, das „die Gruppe“ genannt wird. Alltägliche zwischenmenschliche Beziehungen in unserem Umfeld, mit den Gefühlen von Neid, Hass, Liebe, Abneigung und dem Willen nach Macht, können uns helfen einen größeres Verlangen nach spiritueller Entwicklung zu erwerben.

Wir können einfach das spirituelle Verlangen unserer Freunde in uns aufnehmen. Tatsächlich ist es so, dass wir danach verlangen werden, obwohl es in Wirklichkeit unseren eigenen Wünschen zuwider läuft, denn Neid oder andere „negative“ Gefühle den anderen gegenüber werden bewirken, dass unser Verlangen nach Spiritualität noch weiter wächst.

Wir sind alle Teil eines spirituellen Systems, wo wir alle als ein Ganzes miteinander verbunden sind. Selbst, wenn daher mein Umfeld etwas wünscht, das unnatürlich und sogar schädlich für mich ist, werde ich dies, gegen meine eigene Natur, widerwillig auch wünschen. Ich bin also von anderen beeinflusst, denn irgendwann in der Vergangenheit habe ich mein spirituelles Leben von und durch andere empfangen.

Dieses Netz der Verbindungen zwischen uns besteht auch heute noch. Ich bin mit allen anderen verbunden, aber ich kann diese Verbindung einfach nicht fühlen und deshalb fließt in diesem Netzwerk kein Leben und kein Licht. Wenn jedoch alle anderen beginnen die Spiritualität zu preisen, dann werde ich, obwohl es abstoßend für mich ist und ich selbst den Gedanken daran hasse und mir nichts schlimmeres vorstellen kann, als anderen zu geben und sie zu lieben, gegen meinen Willen, dennoch von ihnen beeinflusst sein und schließlich diesen Zustand ersehnen, der mir so unnatürlich und widerwärtig erscheint. Denn es gibt eine innere Verbindung zwischen uns. Diese existiert seit Anbeginn der Schöpfung.

Dieses Verlangen, dass ich von der richtigen Umgebung bekomme, wird in Wirklichkeit das Bestreben sein, dass ich benötige, um das System zu aktivieren, dass mich kontrolliert und meine Entwicklung bedingt. Wenn daher unsere Freunde fühlen, dass sie das Buch des Sohar nicht spüren, dass sie unfähig sind, sich mit diesem Mittel des spirituellen Lichtes zu verbinden, ist dies ein Zeichen, dass es ihnen am Verlangen danach mangelt. Selbst wenn es ihnen scheint, dass sie ein Verlangen nach Spiritualität haben, so sind dies nur andere Formen von egoistischen Wünschen. Und der Grund, dass ihnen ein Verlangen danach fehlt die Spiritualität zu entwickeln liegt an ihrer Unfähigkeit sich zu verbinden. Dies hält sie davon ab von der Gruppe die Kraft und das Verlangen nach spiritueller Entwicklung zu erhalten. Die ganze Gruppe und jeder Einzelne müssen daher daran arbeiten.

Anfangs hat keiner ein Verlangen nach spiritueller Entwicklung, nach der Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Nur die richtige Umgebung kann uns dies auferlegen. Unsere einzige Willensfreiheit besteht darin, dieses Verlangen von der Gruppe erhalten zu wollen. Dies ist unsere einzige Chance ein „Mensch“ zu werden. Die Gruppe sollte daran arbeiten, allen Freunden in der ganzen Welt ein Erwachen der spirituellen Entwicklung, des Gebens und der Liebe zu ermöglichen.

Andererseits müssen wir verstehen, dass dies von jedem Einzelnen abhängt, von der Fähigkeit eines Jeden sich zu annullieren, um dieses gemeinsame Verlangen nach Spiritualität zu erhalten. Dieses Verlangen ist nur in der Gruppe vorhanden und kann nur durch sie erlangt werden.

Dies führt uns zum wichtigsten Punkt: Wir haben den Sohar vor uns, ebenso haben wir ein gebrauchsfertiges System vor uns, das die Gruppe, die Bücher, den Lehrer, sowie Übersetzungen in andere Sprachen, Fernsehen und Internet umfasst. Alles, was wir tun müssen ist unsere innere Anstrengung auf einen Punkt zu konzentrieren, der „die Freiheit des Willens“ genannt wird“. Mit anderen Worten, wir müssen Anstrengungen unternehmen, um uns mit der Gruppe zu verbinden, damit wir von ihr die Kraft der Entwicklung erhalten können.

Rabbi Yossi Ben Kisma sagte, wenn ein Mensch diese Kraft der Entwicklung nicht hat, wird keine der Kräfte des Sohar ihn berühren.

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Wenn der Morgen graut


Der Sohar, Kapitel VaYeshev (Und Jakob setzte sich nieder), Punkt 114: Es gibt nicht einen Menschen in der Welt, der des Nachts nicht den Geschmack des Todes kostet und auf dem Körper liegt der Geist der Unreinheit. Denn weil die heilige Seele sich vom Menschen entfernt hat, liegt der Geist der Unreinheit auf diesem Körper und er ist geschändet.

Das bedeutet, dass ein Mensch einen Schirm hat, das Licht der Einheit, das Licht der Verschmelzung und dass die Eigenschaft des Gebens in ihm herrscht. Doch dann verschwindet alles. Der Parzuf wurde entleert und alles Licht ist daraus entschwunden. Das kann aus einem äußeren oder inneren Grund geschehen, wie, wenn des Menschen innerer Wille zu genießen wächst und neue Reshimot sich in ihm zeigen.

Das geschieht dann, wenn in ihm ein neues, unkorrigiertes Verlangen erwacht und über ihn herrscht. Der Mensch ergibt sich ihm und, geführt durch dieses Verlangen, beginnt er, über sein Leben, über Selbsterfüllung nachzudenken und darüber wie er dieses Verlangen erfüllen kann.

Nur wenn er sich rechtzeitig für diese Dunkelheit vorbereitet hat, für die Nacht, den Zustand, wenn seine Verlangen über ihn herrschen, ist er fähig, alle Kraft zusammenzunehmen und die Dunkelheit als Mittel zum Aufstieg auf eine neue Stufe zu betrachten. Dann richtet er eine wahre Forderung nach Oben, an Abba ve Ima, und bittet sie, für ihn zu sorgen (das wird „Verschmelzung um Mitternacht“ genannt).

Ab Mitternacht beginnt er mit den Korrekturen. Ein Mensch beginnt, das gesamte zusätzliche Verlangen zu genießen zu korrigieren, dass er bekommen hat und das er als Geschmack des Todes gefühlt hat. Doch jetzt versüßt er ihn.

Das bedeutet, dass ein Mensch gen Morgen voranschreitet, wenn er von Oben das Licht, das umgestaltet, die erste Eigenschaft des Gebens empfängt. Und dann kommt das Morgenrot. Ein Mensch beginnt, in seinem Zustand das Licht zu fühlen, da er einen Schirm über sein voriges Verlangen zu genießen erlangt hat und nun befindet er sich in der Eigenschaft des Gebens.

Darum war es für ihn notwendig, den Geschmack des Todes zu kosten.

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Der Geschmack des Todes

Der Sohar, Kapitel VaYeshev, Punkt 114:

Es gibt nicht einen Menschen in der Welt, der in der Nacht den Geschmack des Todes nicht spürt…

Wenn das Licht (das Geben) nicht auf einen Menschen scheint und Dunkelheit (egoistische Verlangen) zu ihm kommt, um über ihn zu herrschen, dann wird selbst der gerechteste Mensch mit den stärksten Schirmen den Geschmack des Todes empfinden, denn in dieser Lage ist er vom Licht, vom Schöpfer, abgetrennt. Später wird er diese Kluft überwinden und sein Verlangen korrigieren, doch zuerst, für den Bruchteil einer Sekunde, trennt er sich noch immer von der Heiligkeit (dem Geben und der Liebe) und fühlt den Geschmack des Todes. Er fällt unter die Macht des Verlangens zu empfangen, schmeckt sie und erklärt sie zum Geschmack des Todes.

Wir müssen diesen Geschmack empfinden, um zu spüren, dass wir unter seiner Macht und Kraft stehen. Dann müssen wir dies mit der Hilfe der Gruppe überwinden, da wir alleine dazu nicht fähig sind. Nur eine andere, äußere Kraft – der Einfluss der Gruppe – kann mir helfen, zur der Schlussfolgerung zu gelangen, dass das Verlangen sich zu freuen, dass in diesem Moment über mich herrscht, in Wirklichkeit Tod bedeutet.

Wenn ich keine Hilfe von außen erhalte, dann kann nichts helfen und ich bleibe unter der Macht des Verlangens zu genießen und kann nicht erkenne, dass das dem Tod gleichkommt. Ich fühle mich, als ob ich lebe und alles ist gut, genau wie wir das jetzt tun.

Der Regenbogen in uns

Der Sohar (alles worüber ich in diesem Buch lese, muss ich in mir selbst suchen): Und der Schöpfer (die universelle Kraft des Gebens) sprach zu Noach (meinem inneren Verlangen, um wie der Schöpfer zu werden): „Meinen Regenbogen setzte ich in die Wolke.“ „Setzte ich“ zeigt auf, dass dies schon früher geschah, weil der Regenbogen ein „Grundstein“ ist. Und dieser „Grundstein“ wurde schon vor der Erschaffung der Welt auf seinen Platz gestellt, denn die Welt ist darauf gegründet und daher ist „setzte ich“ in der Vergangenheitsform geschrieben.

Es steht geschrieben: „Über dem Firmament“. Über das, was über dem Firmament existiert, steht geschrieben: „Und ich werde das Geräusch ihrer Flügel hören“. Dies sind die vier großen und obersten der heiligen Tiere, auf welchen das Firmament steht. Ihre Flügel verbinden sich und verbergen ihre Körper. Der Himmel ist die Grenze der zweiten Einschränkung, genannt Parsa. Er steht auf vier großen Tieren: Chessed, Gwura, Tiferet und Malchut.

In uns befinden sich Kräfte, genannt Chessed, Gwura, Tiferet und Malchut, oder vier Tiere der tierischen Stufe. Es gibt das „Firmament“, welches diese Kräfte von anderen Kräften trennt. Aber all dies sind nur Kräfte.

Alles was wir derzeit fühlen, wird von diesen Kräften auf unserem inneren Bildschirm projiziert. Unser Ziel ist es, von den äußeren Eindrücken des Bildschirmes zu den Kräften selbst zu wechseln. Dann werden wir in der Lage sein, zur Wurzel unserer Wirklichkeit zu gelangen, diese zu verändern und so zur Quelle zu gelangen.

Die spirituelle Welt ist eine Welt der Kräfte. Nur weil wir in dieser körperlichen Welt leben, stellen wir uns diese Kräfte als körperliche Bilder vor. Letztlich jedoch wird sich diese ganze vorgestellte Wirklichkeit in Nichts auflösen.

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Lasst uns gemeinsam zum Pharao gehen

Wir sollen nicht danach streben, die Welt oder uns selbst zu korrigieren; wir müssen nur die Handlungen, welche das Höhere Licht an uns ausführt, studieren. So wie der Schöpfer zu Moses sagte:“ Lass uns zum Pharao gehen!“

Moses ist klein und ängstlich – was bedeutet, dass dies eine sehr schwache Eigenschaft in einem Menschen ist. Ihm gegenüber steht eine Kreatur von ungeheuren Ausmaßen; dies ist die ganze Schöpfung, die gesamte Welt, der Egoismus, welcher alle Kräfte, Nahrung und Sauerstoff beinhaltet. Ich erhalte all diese Dinge vom Pharao; er ist meine gesamte Realität. Währenddessen eine kleine Eigenschaft oder Verlangen, genannt Moses, sich dagegen erhebt und davor flüchten möchte, um dieser Kontrolle zu entkommen und um zu beginnen, in einer anderen Welt zu leben!

Fast fühlen wir nicht, dass dieser kleine Gegensatz in uns sich zu erheben und aus unserem Egoismus heraus zu kommen beginnt. Wir wissen nicht, wie wir aus dieser ägyptischen Sklaverei heraus kommen sollen oder wohin wir fliehen sollen. Dennoch sagt der Schöpfer „Lass uns zusammen zum Pharao gehen!“ Und wie ein kleines Kind, welches die Hand des Erwachsenen ergreift, brachen Moses und der Schöpfer zusammen auf.

Von der Seite des Menschen ist alles, was nötig ist, eine Zustimmung, eine Bitte, eine Forderung an den Schöpfer um Hilfe. Man braucht nicht selbst gegen das Böse zu kämpfen. Trotzdem verstehen die Menschen dies nicht und denken, dass sie in der Lage sind, irgendetwas selbst zu tun. Aber jeder der sich selbst für einen Helden hält, ist ein Idiot.

Alle Religionen und vermeidlich „spirituellen“ Methoden stehen im Gegensatz dazu. Sie lehren die Menschen, die böse Neigung zu beseitigen. Kabbala erklärt dagegen, dass uns die linke Linie (egoistische Verlangen) genau aus dem Grund gegeben wurde, um uns zu helfen, uns an die rechte Linie (Geben) anzuheften. Schließlich stellt dies das gesamte Ziel dar – die Angleichung an den Schöpfer durch unsere Anstrengungen in der mittleren Linie.

 

Ein Eindruck von unbekannten spirituellen Zuständen


Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich sagen, ob ich die richtigen Empfindungen habe, während ich den Sohar lese?

Meine Antwort: Das spielt keine Rolle. Das Wichtigste ist, sich an den Text zu halten und mit ihm zu fließen. Schließlich wird dich der Strom zum richtigen Ort bringen. Beim Lesen des Sohar geht ein Mensch durch sehr schwierige Zustände. Manchmal ist er völlig verwirrt und ein anderes Mal weiß er nicht, was mit ihm geschieht.

Wir müssen uns vorher darauf vorbereiten, denn wenn wir zur nächsten Stufe gelangen, löschen wir alles, was wir auf der vorigen Stufe hatten. Es ist, als ob wir die „Entfernen“-Taste am Computer drücken – alles verschwindet. Auf diese Weise steigen wir zur nächsten Stufe auf.

Diese Wahrnehmungen existieren nicht in unserer Welt. Wir haben noch keine Übergänge erlebt, die derart intensiv, real und ernst sind. Wir spüren nur eine plötzliche Verwirrung, bei der wir aufhören, die Worte zu verstehen und uns selbst in einem Nebel wiederfinden. Das wird mit jedem geschehen, ob er nun live studiert oder via Internet. Auf diese Weise wachsen wir. Wir müssen nicht mehr sterben und wiedergeboren werden, immer und immer wieder, weil wir in diesem Leben diese Reinkarnationen durchleben. Eine neue Reinkarnation ist immer ein neues Kli – eine neue Erde und ein neuer Himmel – alles ist neu.

Deshalb kann man nichts Zukünftiges wissen. Man sollte nur die Bedingungen akzeptieren, die der Sohar uns setzt und wenn man sich dem Fluss dieses Buches hingibt, wird uns dieser Strom voran bringen und uns aus all diesen schwierigen Zuständen heraushelfen. Dann werden neue Ursachen für Verwirrung zusammen mit Erscheinungen auf uns zu kommen und die alten sind vergessen und vorbei. Du wirst dich so sehr verändern, dass du vergessen haben wirst, wie du einmal gewesen bist.

Deshalb sollten wir erst einmal kritisch auf uns selbst schauen und einfach weitermachen. Die Kabbalisten geben einem Menschen, der verwirrt ist, den Rat, sich noch mehr ins Studium zu vertiefen, noch weiter durchbrechen. Auf diese Weise wird man vorwärts kommen und durch den nebligen Zustand hindurch brechen. Man muss nur größere Anstrengungen machen und das wird uns schneller zu einem anderen Zustand bringen.

Wenn ein Mensch jedoch aufgibt und versucht, die Studien zu verlassen und eine Pause zu machen, wird er zurückgeworfen. Später muss er dann die gleichen Schritte alle wieder machen, jedoch unter viel schwierigeren Bedingungen. Deshalb solltest du erkennen, wenn du verwirrt und in einem Nebel bist, dass dies ein wundervoller Zustand ist. Es ist das Zeichen einer neuen Stufe und alles, was du tun musst, ist „Gas geben“!

Nur das richtige Gefäß kann wahre Erfüllung empfangen

Wir müssen verstehen, dass der Sohar dazu bestimmt ist, den Punkt in unserem Herzen zu enthüllen und nicht, um unsere zu dieser Welt gehörenden normalen Sinne oder unseren Intellekt zu befriedigen. Du öffnest das Buch und fällst in Verzweiflung, weil du es nicht verstehen oder fühlen kannst. Doch welche Art von Empfindung oder Verständnis erwartest du? Der Sohar wirkt jedoch in einer anderen Weise auf dich und nicht wie du es erwartest.

Du hast ein Fass oder einen Eimer (egoistische Verlangen) vorbereitet und erwartest, dass sie mit etwas, das spirituelle Erfüllung zu sein scheint, erfüllt werden, während du in Wirklichkeit nach egoistischer Erfüllung verlangst. Der Sohar jedoch gibt dir eine andere Art Empfangsgefäß – eines, das gebend, anti-egoistisch ist, sowie auch die dazu gehörende Erfüllung – den Genuss des Gebens.

Das sind üblicherweise die Phasen, durch die jeder Mensch geht, allmählich sein Kli enthüllt, seine Gesinnung und die Erfüllung, die er erwarten sollte. Als Folge davon verschwindet seine ganze Selbsttäuschung und er enthüllt das wahre Kli, das bereit ist für die rechte Art der Erfüllung.

Es gibt Verlangen, welche wir niemals nutzen können

Der Sohar: „Daher sollen sie nicht essen… die Hüftsehne (Gid HaNasheh). Deren Genuss ist verboten, und sogar für den Hund ist es verboten.

Warum wird sie als „Gid HaNasheh“ bezeichnet? Weil sie Bewegung („Menashe„) hervorruft; sie bewegt die Menschen weiter weg vom Dienste am Schöpfer. Und darin eingeflößt ist der böse Trieb.

Hier erklärt der Sohar welche Verlangen wir aus der Summe aller Verlangen benutzen können und welche nicht, und auch wie wir diese korrigieren und miteinander verbinden können. Alle diese Verlangen sind egoistisch, also auf das Empfangen für sich selbst ausgerichtet, und daher müssen wir bestimmte Beschränkungen erschaffen, wenn wir sie verwenden.

Wir können Verlangen mit Awiut (Grobheit, Dicke) unterhalb einer bestimmten Stufe korrigieren, wenn wir sie in der Ausrichtung, um zu geben, verwenden – das heißt, empfangen um zu geben. Was die Verlangen mit Awiut oberhalb dieser Stufe betrifft, können wir sie nur für das Geben, um zu geben, benutzen.

Daneben gibt es noch andere Verlangen, welche wir aber nicht benutzen sondern nur einschränken dürfen. Die Wörter „nicht dürfen“ und „unmöglich“ bedeuten „nicht dazu in der Lage sein“. Dies ist die einzige Art von Verbot, welches in der spirituellen Welt existiert.

Da unsere Verlangen aber von Beginn an verdorben sind, wie geschrieben steht: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen“, ist der erste Schritt auf unserem Weg die Enthüllung des Bösen. Danach können wir beginnen, unsere Verlangen zu korrigieren – durch die Veränderung unserer Absicht ihrer Nutzung vom „Empfangen“ zum „Geben“, vom Leichten zum Schwierigen, vom Einfachen zum Komplexen.

Der Sohar erklärt, dass uns die Möglichkeit gegeben ist, das ganze Bild in jedem Zustand zu enthüllen. Dennoch können wir es nur in einem kleinen Ausmaß enthüllen, so als ob es komprimiert wäre und wir dies vergrößert betrachten würden. Daher haben wir in jedem Zustand sämtliche Verlangen, die komplette Seele. In anderen Worten, die gleiche Welt der Unendlichkeit wird uns kontinuierlich in verschiedenen Größen und Auflösungen gezeigt.

Aber was auch immer geschieht, wir müssen jedes Verlangen in jedem Zustand erkennen. Und obwohl wir noch nicht den Zustand erreicht haben, in dem wir solch große, erhabene und besondere Verlangen korrigieren können, dürfen wir trotzdem nicht aufhören, über diese Verlangen zu lesen, welche sich uns im Moment noch nicht in unserer individuellen spirituellen Arbeit enthüllt haben. Wir erwecken jedoch die Lichter auf diesen Stufen und diese Lichter wiederum korrigieren uns.

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“Lass mich gehen, denn der Tag bricht an”

Sohar, Kapitel VaYishalach Punkt 90:

„Lass mich gehen, denn der Tag bricht an“

Wenn der Schöpfer die Söhne Israels belebt und sie vom Exil erlöst, öffnet sich für sie eine schmale, kleine Tür zum Licht hin. Und danach öffnet sich ein anderes Tor für sie, breiter und größer als das Erste. Dies setzt sich solange fort, bis der Schöpfer die höheren Tore aufreißt, welche allen vier Winkeln der Erde gegenüber liegen.

Daher wird die Befreiung nicht auf einmal zu allen kommen, sondern wie eine Morgendämmerung, die nach und nach erblüht, bis der Tag anbricht.

Uns ist diese Erlösung garantiert – der Erwerb der Eigenschaft der Liebe und des Gebens, welche im Schöpfer existieren, was uns zur Anheftung an Ihn führen wird.

Und dies ist, was der Schöpfer an den Söhnen Israels tut… Israel steht für jeden, der sich dem Schöpfer annähern möchte, weil „Isra–El“ für „direkt zum Schöpfer“ steht, unabhängig von seiner physischen Abstammung. Schließlich spricht der Sohar zu allen „Babyloniern“ – zu uns allen… und den Gerechten unter ihnen. Dies bezieht sich auf jene, welche die Höhere Stufe enthüllen wollen, um den Schöpfer zu rechtfertigen, anstatt Ihn anzuklagen.

Er erlöst sie stufenweise, aber nicht auf einmal. Es ist wie bei einem Mann, der sein ganzes Leben in Dunkelheit verbracht hat. Wenn man ihm Licht bringen will, muss man zuerst einen kleinen dünnen Strahl, wie durch ein Schlüsselloch enthüllen, und dann ein bisschen mehr, bis er schrittweise zur vollkommenen Erleuchtung des ganzen Lichtes kommt.

Hier wird über das Licht der Liebe und das Geben an andere gesprochen, was sich nur enthüllen kann, wenn wir gemeinsam diesem Verlangen zustimmen, es fordern und erbitten. Daher wird es uns stufenweise enthüllt, in dem Maße, in welchem wir unsere Natur verstehen und wie gegensätzlich diese zur gebenden Natur des Schöpfers ist.

So enthüllen wir unsere Seele, vom dünnsten Lichtstrahl bis zur Enthüllung des vollständigen spirituellen Parzuf, dem gesamten HaWaYah und den drei Linien, welche man als die „12 Stämme Israels“ bezeichnet – die 12 Eigenschaften der Seele.

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Der Schöpfer erhört das Verlangen einer Frau

Nukwa (das weibliche Verlangen) empfängt alles von Seir Anpin (ihrem Ehemann), einschließlich das Licht der Korrektur, durch welches sie nachts zu einem Gefäß (Kli) wird, und das Licht der Erfüllung, durch welches sie beim Erreichen des Erwachsenenalters erfüllt wird und Licht zum Wohle des Gebens empfängt; ein Zustand, welcher als Tag bezeichnet wird. Die Stunden des Tageslichts sind verschiedene Zustände, in denen sie Licht um des Gebens willen empfängt, um dadurch die Stufen zu ändern.

Die Zeit ist eine Veränderung der Erleuchtung innerhalb Nukwas, abhängig von ihrer Fähigkeit, sich mit Seir Anpin zu vereinen und der Menge des Lichts der Korrektur, welches sie von ihm erhält. Zeit sind die Stufen der Korrektur von Nukwa, durch welche sie nach und nach hindurch gehen muss. Nukwa kann das Stadium, welches sie durchläuft, nicht bestimmen, sondern nur das Tempo, in welchem diese Veränderungen stattfinden.

Dem Morgen folgt immer der Nachmittag, und dem Nachmittag folgt immer der Abend, und diesem die Nacht. Diese Ordnung zu verändern ist unmöglich. Allerdings hängt die Geschwindigkeit, wie schnell diese Zustände einander ablösen, nur von ihrem Streben ab (Hitaruta de Letata – „Erweckung von unten“). Nichts wird von Oben herabkommen, wenn sie nicht danach verlangt.

Dies ist das Gesetz, welches in der spirituellen Welt wirkt und über der Beziehung der Höheren zur niedrigeren Stufe herrscht, dem Schöpfer und der Schöpfung. Wir beobachten das Gleiche in unserer Welt. Es sieht so aus, als ob die männlichen Verlangen die Welt regieren würden, aber in der Realität wird alles durch die Verlangen der Frauen bestimmt. Daher sind es ihre Verlangen, welche alle Veränderungen in der Welt verursachen.

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