Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Kabbalisten über das Wesen der Wissenschaft der Kabbala, Teil 21

Liebe Freunde! Ich bitte Euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen. Ich verspreche euch, sie zu beantworten.

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]
Wissenschaft der Kabbala und System „Musar“ (Ethik)

Das Ziel der Ethik besteht im Glück der Gesellschaft, wie es vom praktischen Verstand, welcher sich auf die Lebenserfahrung stützt, verstanden wird. Und letzten Endes verspricht das Ziel demjenigen, der es zu erreichen versucht, keinen Gewinn über den von der Natur vorgeschriebenen Rahmen hinaus.

Wenn dem so ist, verlässt dieses Ziel nicht die Reichweite der Kritik, denn wer kann ein und für allemal dem Individuum die Gerechtigkeit des Maßes an Wohl beweisen, über welches es verfügt, um ihn zu zwingen, auf irgendeinen Teil des ihm nach seinem Verständnis Zukommenden zugunsten der Gesellschaft zu verzichten?

Im Unterschied dazu verspricht das religiöse Ziel demjenigen, der danach strebt, das Glück für den Menschen selbst. Denn wie wir bereits wissen, befindet sich ein Mensch, der die Liebe zum Nächsten erkannte, nach dem Gesetz der Gleichheit von Eigenschaften in der Verschmelzung mit dem Schöpfer und tritt gemeinsam mit Ihm aus seiner engen Welt, die voller Leiden und Stolpersteine ist, heraus in die weite und ewige Welt des Gebens an den Schöpfer und an die Geschöpfe.

Baal HaSulam. „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“.

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Genuss hinterfragt

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet spiritueller Genuss? Ist er einfach sehr stark oder ist es überhaupt etwas ganz anderes?

Meine Antwort: Der ganze Unterschied zwischen dem irdischen und dem spirituellen Genuss besteht darin, in welchen Verlangen sie wahrgenommen werden: in den egoistischen oder in den Verlangen zu geben.

Meine egoistischen „empfangenden“ Verlangen sind begrenzt, sie decken allmählich die Leere auf. Ich bin gezwungen, nach noch größerem Genuss zu suchen.

Also bin ich nie zufrieden! Ich versuche, mich mit Genuss zu füllen, doch es gelingt mir nicht.

Denn der Genuss bedeutet „Plus“ und ich bin „Minus“, und bei dem Versuch zu genießen, erreiche ich nur einen kurzfristigen Genuss, ähnlich einem Kurzschluss, der schnell verschwindet, ich aber bleibe doppelt so leer wie vorher weil der Genuss, den ich so wollte, verschwunden ist, in mir aber ein Gefühl der Leere erzeugt hat, zusätzlich zu der Leere, die davor in mir existiert hat.

Ich verliere also ständig doppelt! Deshalb bewegen wir uns in unserem Leben von Generation zu Generation vorwärts, indem wir in unserem leeren Egoismus aufsteigen.

In der heutigen Zeit entsteht ein neues Problem: das Ego, welches wuchs und in mir das Gefühl der Leere erzeugte, hat überhaupt aufgehört zu wachsen.

Eigentlich sollte das zur Zufriedenheit führen, doch ich spüre, dass ich nichts habe, was mir Genuss bereiten könnte. Das ist ein neues Unheil, das schlimmer als das vorherige ist, weil es keine Hoffnung auf die Erfüllung lässt.

Außerdem fühle ich, dass der Egoismus allumfassend geworden ist und die Summe von allen sieben Milliarden persönlichen Egoismen darstellt. Und ich hänge von ihnen ab, und alle hängen von mir ab – ich weiß nicht, was ich damit machen soll, und verzweifle völlig!

In dieser Zeit findet der Mensch ein Schlupfloch in den Drogen, wodurch er den Zeitpunkt der Erkenntnis der völligen Krise noch ein wenig nach hinten verschiebt.

Doch auch dieser Zeitabschnitt ist begrenzt, denn hier wird klar, dass das kein Ausweg ist, dass das Abschalten vom Leben bedeutet, den Tod zu akzeptieren. Die Natur lässt das nicht zu!

Und wir kommen zu der Frage „Was sollen wir weiter tun?“ und müssen vom Genuss durch das Empfangen zum Genuss durch das Geben übergehen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen“ vom 06.08.2010

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Woraus entstehen Wörter

Der spirituelle Eindruck eines Menschen nennt sich „Licht“, ähnlich wie in dieser Welt, wo das Licht Sehen und Verständnis bedeutet.  Man pflegt ja auch zu sagen: „Das Licht der Vernunft“, „sonnenklar“ oder umgekehrt „das Dunkel des Unverständnisses“.

Alle diese Bezeichnungen kommen aus unserer Welt, denn in der spirituellen Welt gibt es keine Wörter. Ein spiritueller Ausdruck bestimmt das Maß des allgemeinen Gebens, in dem ich mich befinde, meine Ähnlichkeit mit dem Höheren Licht: von 0 bis 100% – 125 Stufen insgesamt, von denen jede in zehn Sefirot und noch in viele Unterstufen unterteilt ist.

Auf diese Weise entsteht unsere ganze Sprache, alle Wörter, selbst in unserer Welt, wo ich glaube, mich von irgendwelchen materiellen Gegenständen oder Handlungen beeindrucken zu lassen. Sie sind alle eingebildet, und es gibt nichts außer meiner Empfindung des Höheren Lichtes, das in meinem Verlangen zum Ausdruck kommt.

Das heißt, wir befinden uns ständig in Kontakt mit dem Schöpfer, ob direkt oder umgekehrt, und reagieren nur auf Sein Licht oder dessen Fehlen. So entstehen alle unsere Wörter.

Der Unterschied besteht nur darin, ob ich ausmessen (ermessen?) kann, in welchem Maße ich dem Höheren Licht ähnel – in diesem Fall ist es ein spiritueller Begriff. Wenn ich aber noch nicht mich selbst und mein Maß an Ähnlichkeit mit der Eigenschaft des Gebens erkenne, dann gebe ich meinen Empfindungen „materielle Bezeichnungen“.

Doch wir dürfen uns selbst nicht belügen, dass wir frei sind, diese Bezeichnungen selbst auszudenken, sie gehen von unserer Natur aus.

Und wenn ich als Erster etwas erschaffe und es „Tisch“ genannt habe, dann bedeutet das, dass ich diesen Namen innerhalb meiner Verlangen und Eigenschaften, innerhalb des Lichtes, das sich in ihnen ausbreitet, erhalten habe. Denn ich bin ein spirituelles Gefäß, in dem irgendeine Erscheinung stattfindet.

Deshalb kann es hier keine Zufälle geben. Die gesamte Schöpfung, wie auch immer sie sein mag, ist lediglich ein Verlangen zu genießen (empfangen?), das sich vom Schöpfer beeindrucken lässt.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen“ vom 06.08.2010

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Wenn man die Namen des Schöpfers erkennt

Artikel von Baal HaSulam „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen„ . Kapitel „Ausdrücke im Spirituellen“: Das Spirituelle besitzt keinerlei Gestalt, und es gibt daher keinerlei Zeichen, deren man sich bedienen könnte. Und sogar wenn davon allgemein gesagt wird, dass es ein einfaches Licht ist, welches hinabsteigt und von dem Studierenden herangezogen wird, bis es sich schließlich auf ihn „einkleidet“ und durch ihn in einem Maße erkannt wird, welches zur Offenbarung des Schöpfers ausreichend ist, so ist das lediglich die Sprache von Allegorien und Gleichnissen, denn alles, was in der spirituellen Welt als Licht bezeichnet wird, gleicht keinesfalls dem Licht der Sonne oder einer Kerze.

Spirituelle Begriffe sind für einen Menschen, der die spirituelle Welt nicht wahrnimmt, ein völliges Abrakadabra, abstrakte Begriffe, wie für ein kleines Kind, das den Sinn der Worte noch nicht versteht und sie einfach den Erwachsenen nachspricht – du schimpfst mit ihm: „Was hast du angestellt?“ und es antwortet dir wie ein fröhliche Echo: „Was hast du angestellt?!“

Wir verstehen also nicht, von welchen spirituellen Erscheinungen diese Begriffe handeln, wenn wir wie jene Kinder den Kabbalisten ihre Worte nachsprechen. Doch nach und nach müssen wir uns deren wahrer Bedeutung annähern und wahrnehmen, was hinter diesen Worten steht.

Alle spirituellen Begriffe drücken Verlangen und Empfindungen innerhalb des Verlangens aus, denn in der gesamten Realität gibt es nichts anderes. Es gibt ein Verlangen, ein spirituelles Gefäß, und das, was in dieses Verlangen hineingeht. Dieser Eindruck innerhalb des Verlangens nennt sich Licht.

Das Verlangen wird in fünf Ebenen unterteilt: Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin, Malchut – und dementsprechend enthüllen wir darin fünf Lichter: Nefesh, Ruach, Neshama, Chaja, Yechida. Und die Summe all dieser fünf Lichter und fünf Verlangen bestimmt den „Namen des Schöpfers“ – eines jemanden, der auf mich einwirkt.

Denn Er ist derjenige, der diese Verlangen in mir erschaffen hat, Er hat mir Schirme für sie gegeben, Er hat alles so arrangiert, dass ich Seine Einwirkung genau auf diese Weise spüre – das alles hat Er gemacht! Ich spüre nur Folgen Seiner Handlungen.

Aus diesem Grund nennt sich alles, was ich enthülle, „die Arbeit des Schöpfers“. Und Ihm gebe ich einen Namen, der sich aus der Summe der Verlangen und der darin wahrgenommenen Lichter, d.h. meines Gesamteindrucks, ergibt. Auf diese Weise entstehen Namen in der Spiritualität.

Alles, was wir brauchen, ist, uns selbst zu verstehen! Und wenn wir uns selbst verstehen, enthüllen wir in uns den Schöpfer! Aus diesem Grund heißt Er „Bore“ („komme“ und „siehe“). Der Name des Schöpfers bin ich, der Seine Eigenschaft des Gebens, die in mir zum Ausdruck kommt, wahrnimmt.

Deshalb wiederholen wir am Anfang wie Kinder unverständliche Wörter, die uns die Kabbalisten sagen: Keter, Chochma, Bina, AB, SaG… Doch letztendlich müssen wir deren Wahrnehmung erlangen und verstehen, was sie bedeuten.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen“ vom 06.08.2010

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Gibt es eine Verbindung zwischen dem Leib und der Seele?

Eine Frage, die ich erhielt: Ist die Seele eines Menschen mit seinem Körper genauso verbunden wie die geistige Wurzel und ihr Zweig?

Meine Antwort: Die Seele ist nicht mit dem Körper verbunden. In der Seele gibt es 613 Wünsche, die ich mit Hilfe von 613 Lichtern korrigieren muss. Diese Wünsche sind mit unserer Welt auf keine Weise verbunden, es gibt sie im gewöhnlichen Menschen nicht

Sie werden nur in Menschen enthüllt, die die Kabbala mit der Absicht studieren, eine zwischenmenschliche Verbindung zu erreichen, die sich auf dem Geben und der Liebe gründet. D.h. das Zerbrechen einer Seele „Adam“ in die Teile, in die abgesonderten Seelen zu korrigieren.

In den Menschen, die sich mit der Kabbala nicht beschäftigen, entstehen solche beschädigten Wünsche des gegenseitigen Hasses nicht, so dass sie nichts korrigieren müssen.

Die Korrektur erfolgt nun in zwei Etappen:

1. Wenn man die 613 Wünsche nicht verwendet – die Ausführung der „613 Räte der Tora“ (Ejtin),

2. Wenn man in 613 Wünschen für das Geben erhält – die Ausführung der „613 Hinweise der Tora“ (Pkudin).

Die Wünsche, die egoistischer Natur waren, d.h. mit der Absicht „für sich“, und später korrigiert wurden, d.h. eine Absicht „für die anderen“ bekamen – gingen die Ausführung des Gebotes durch – was der Schöpfer geboten hat „unsere Seelen zu korrigieren“.

Diese geistige Handlung hängt nicht vom physischen Körper ab. Der Mensch kann keine Hände und Beine oder sogar keinen ganzen Körper haben, und kann trotzdem diese Handlungen erfüllen.

Die Korrektur der Wünsche ist auf keine Weise mit dem physischen Körper verbunden, der Verbleib in der Geisteswelt hat nichts mit dieser Welt zu tun.

Denn alles wird innerhalb des Wunsches empfunden. Die Materie ist ein Wunsch. Die Empfindung im niedrigsten Wunsch schafft uns das Bild unserer Welt – die Realität, in der wir leben.

Dieses niedrigste Niveau, „diese Welt“ ist unmöglich zu korrigieren – weil sie eine unbelebte Stufe ist, die keiner Korrektur unterliegt.

Aber, außer diesem unbelebten Niveau des Wunsches „diese Welt“, wird mir der kleine Wunsch der nächsten Stufe, „der Punkt“ des höheren Niveaus gegeben, der auf keine Weise mit dem Materiellen verbunden ist.

Dieser Wunsch heißt „der Punkt“, weil ich darin nur das Streben zu etwas empfinde, was sich außerhalb dieser Welt befindet.

Und ich kann ihn entwickeln, indem ich das Licht heranziehe, das mich mit den Punkten anderer Menschen verbindet, d.h meine Seele mit anderen Seelen verbindet. In der daraus entstandenen Vereinigung werde ich beginnen, die Geisteswelt zu empfinden.

Wenn sich an meinen Punkt die anderen Punkte anschließen – dann entsteht das System, welches durch das Licht belebt wird und worin alle Teilnehmer das Leben empfinden!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabasch, 01.08.2010

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Mit erhobenem Haupte

Aus dem Artikel von Rabash „Dies sind die Nachkommen Noahs“: Ein Mensch, der sich in einem Zustand von Verlangen und Gedanken eines Sünders befindet, muss eine große Anstrengung unternehmen, um die Argumente von Sündern zu bezwingen, die sein Gehirn mit den bekannten Fragen „Wer?“ und „Was?“ durchbohren. („Wer ist der Schöpfer, auf dessen Stimme ich hören soll?“ und „Was bringt dir diese Arbeit?“) Und der Mensch hat keine andere Möglichkeit, sie zu bezwingen, als mit der Kraft des Glaubens über dem Verstand…

Das heißt, der Mensch arbeitet nicht nach seinem egoistischen Verstand, der von seinen heutigen Verlangen bestimmt wird, sondern handelt entsprechend dem Verstand einer höheren Stufe, dem größeren Geben.

Denn wenn ich meinem Verlangen – und dem Verstand, der es bedient – unterliege, dann bin ich ein Tier, dessen Kopf (Verstand) und Körper (Verlangen) sich auf einer „Höhe“ befinden.

Wenn ich ein „Mensch“ sein will, muss mein Kopf höher als der Körper, d.h. höher als das Verlangen, sein. Das bedeutet, dass mein Verstand nicht jenes Verlangen, welches ich momentan in mir habe, bedienen muss, sondern ein höheres, sprich das Geben, welches sich außerhalb von mir befindet.

Heute befindet sich das Verlangen zu geben noch außerhalb von mir („heute“ heißt meine jetzige Stufe), und „morgen“, auf der nächsten Stufe, wird es sich bereits in mir befinden.

Aus diesem Grund versuche ich mit meinem Kopf dem Nächsten zu dienen, auf diese Weise arbeite ich für die nächste Stufe, wodurch ich Mensch heiße, dessen Kopf höher als der Körper ist.

So ist der Aufbau von spirituellen Objekten: GE (der obere Teil) des unteren Parzuf umhüllen ACHaP (den unteren Teil) des Höheren und führen eine Berechnung in Übereinstimmung mit dem Höheren durch, indem sie sich an ihn anschließen und versuchen, genauso wie der Höhere zu werden, sich ihm anzugleichen.

Das heißt, ich schließe mich der Gruppe an, die mir als ACHaP des Höheren dient, und benutze meinen Verstand, um ihr zu dienen, anstatt meine egoistischen Verlangen (ACHaP) zu bedienen, die sich eine Stufe tiefer befinden.

Das höhere spirituelle Objekt wird in zwei Teile unterteilt: sein Verlangen und das Licht in ihm. Das Verlangen des Höheren ist die Gruppe, die Umgebung, alle jene Teile der Gesamtseele, die ich noch nicht an mich angeschlossen habe, deshalb empfinde ich sie als die äußeren.

Später wird sich das alles zu einem Verlangen und dem Licht in ihm vereinen, worüber geschrieben steht: „Er und Sein Name sind Eins“.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 03.08.2010

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Wenn die Fragen des Pharao keine Ruhe geben

Eine Frage, die ich erhielt: Was soll ich mir selbst antworten, wenn die Fragen des Pharao keine Ruhe geben?

Meine Antwort: Ein religiöser Mensch wird von diesen Fragen nicht gequält, er gibt sich damit zufrieden, dass er beim Studium der Tora Wissen erwirbt.

Derjenige aber, der Kabbala studiert, überprüft ständig: Wozu mache ich das, wo befinde ich mich, wann erreiche ich das Schöpfungsziel? – Das heißt, er befindet sich ständig in einer inneren Analyse.

Auch die Umgebung, die neben ihm existiert, befindet sich in den gleichen Klärungen und beeinflusst ihn.

Und zwar nicht nur Menschen, die ihn unmittelbar umgeben, sondern die gesamte Weltgemeinschaft, Tausende von Menschen, die weltweit Kabbala studieren und in eine Richtung denken.

Sie bewegen sich alle synchron, als ob sie von einem starken Wind oder von Tsunami-Wellen, die eine nach der anderen kommen, getragen würden.

Deshalb entstehen in jedem diese Fragen: „Wer?“ – „Wer ist der Schöpfer, auf dessen Stimme ich hören soll?“ Für wen tue ich das alles?

Und „Was?“ – „Was bringt mir diese Arbeit?“ – d.h., wozu tue ich das alles? Um das Geben zu erlangen? Doch was bringt mir das?

Das sind Fragen des Pharao, unseres Egos, und sie sind sehr richtig und berechtigt. Im Buch Sohar steht geschrieben, dass der Pharao der Klügste unter allen war, dass in Ägypten die größte Weisheit konzentriert war.

Der Pharao verkörpert das ganze spirituelle Gefäß, das ganze vom Schöpfer erschaffene Verlangen. Deshalb, wenn der Schöpfer den Menschen (Moshe und das Volk Israel) Sich näherbringen will, sagt Er: „Lass uns zum Pharao gehen!“

Woher sonst erhältst du Verlangen, wie enthüllst du, wer du bist? – Nur wenn du zum Pharao kommst! Der Schöpfer sagt: „Ich selbst gehe mit dir“.

Als ob du keine Wahl hättest, mußt du dich an den Pharao wenden und von ihm die Kräfte des egoistischen Verlangens erhalten, ohne welches es unmöglich ist, voranzukommen.

Woher sonst erhält man die Weisheit? – Nur von dem Pharao, dem Licht der Weisheit, dem Licht Chochma, welches in diesen Verlangen enthalten ist.

Deshalb ist es gut, wenn in uns die Fragen des Pharao aufkommen, wir müssen nur mit ihnen arbeiten.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 03.08.2010

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Lasst uns den Empfänger auf die Frequenz des Gebens einstellen

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ein paar Menschen eine Gruppe gründen und sich untereinander verbinden, wie können sie dieses Gefühl der Verbindung später in der ganzen Welt verbreiten?

Meine Antwort: Mir genügt es, durch meine kleine Gruppe die Eigenschaft der Verbindung, des Gebens und der Liebe zu erlangen. Und wenn ich über diese Eigenschaft verfüge, wende ich mich an die große Welt, ich sehe sie vereint.

Denn wenn ich aus mir zu einem Menschen herauskommen kann, werde ich aus mir zu allen und zum Schöpfer herauskommen können. In mir entsteht ein Organ der Wahrnehmung der äußeren Welt (der Schirm und O“CH), durch welches die Welt in meinen Blickwinkel gerät.

Deshalb, wenn ich jetzt über einen bestimmten Egoismus verfüge, merke ich nur das, was meinem Ego entspricht. Und das, was meinem Egoismus nicht gefällt oder uninteressant für ihn ist, sehe ich einfach nicht.

Es gibt sehr viele Sachen auf der Welt, die ich nicht erkenne. Es gibt ein ganzes Universum, riesig und hoch, die spirituelle Welt, doch ich erkenne sie nicht.

Ich habe einfach nicht dieses Wahrnehmungsorgan, ich spüre die spirituelle Welt nicht, sie fließt an mir vorbei! Sie ist hier und jetzt, doch ich sehe sie nicht.

Ich muss ein neues Wahrnehmungsorgan – das Gefühl der Liebe und des Gebens – erlangen, dann werde ich das Geben und die Liebe, die die Welt ausfüllen, spüren. Genau das nennt sich Schöpfer.

Wenn ich eine solche – wenn auch die kleinste – Empfindung bekomme, werde ich im gleichen Maße einen Teil der spirituellen Realität spüren.

Das bedeutet, dass ich auf die erste spirituelle Stufe aufgestiegen bin. Später werde ich meine Wahrnehmung ausdehnen, die Fähigkeit des größeren Gebens und der größeren Liebe erlangen und mehr spüren.

Je größer mein spirituelles Gefäß, mein Wahrnehmungswerkzeug, ist, desto mehr spüre ich die spirituelle Welt. Auf diese Weise durchlaufe ich 125 Stufen und erreiche nach und nach die volle Wahrnehmung der Eigenschaft des Gebens.

Das bedeutet, dass ich die Gesamtkorrektur meines spirituellen Gefäßes erreicht habe und die ganze Realität, den ganzen Schöpfer, die ganze Kraft des Gebens und der Liebe, die es nur gibt, darin wahrnehme.

Ich spüre diese Kraft, und sie erfüllt mich. Wir, Er und ich, sind jetzt zusammen. Und mit dieser neu erlangten Eigenschaft, mit diesem Sinnesorgan, nehme ich die jetzt erweiterte Realtität wahr.

Deshalb können wir uns jetzt, solange wir über diese Eigenschaften des Gebens und der Liebe nicht verfügen, nicht beklagen, dass wir die spirituelle Realität nicht wahrnehmen.

Diese Realität befindet sich hier und jetzt! Sie verbirgt sich nicht irgendwo weit weg, an einem anderen Ort ich nehme sie einfach nicht wahr, enthülle sie nicht, sehe sie so, als ob ich die Brille abgenommen und dadurch die Fähigkeit verloren hätte, Bilder zu erkennen. Die ganze Welt ist für mich verschwunden, sie existiert in Bezug auf mich nicht.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 25.06.2010

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Die Wahrheit befindet sich zwischen zwei Welten

Der Mensch handelt entsprechend seinen Gewohnheiten und nimmt nur das wahr und an, woran er gewohnt ist. Alles Ungewohnte geht aber an uns vorbei und bleibt unbemerkt. Unbewusst verschmähen wir alles Neue, bereits bevor wir beginnen, es wahrzunehmen, es zu erkennen. Aus diesem Grund fällt es uns so schwer, auf die Spiritualität zu treffen!

Wir leben in einer Welt, die wir aus der uns umgebenden Welt der Unendlichkeit wählen, indem wir das uns Gewohnte, Vertraute aussuchen. Um unsere Welt durch die Welt des Gebens auszudehnen, müssen wir die Zustände des Gebens, die Eigenschaften, die Verlangen, die Gedanken und die Handlungen der „Anti-Welt“ nicht wegstoßen, sondern sie in dem „Glauben über den Verstand“ annehmen.

Dafür müssen wir zwei entgegengesetzte Stufen in uns vereinen: unseren momentanen egoistischen Zustand, die niedere Stufe aus der Eigenschaft des Gebens, der höheren Stufe, heraus erkennen. Und uns zwischen diesen Stufen aufhalten, uns auf das Gefühl der Leere der niederen Stufe und die Möglichkeit freuen, Kraft zu finden, um uns darüber zu erheben.

Diese Kräfte gelangen von dem höheren Licht durch die Gruppe zu mir und halten mich wie ein Magnet über der Erde. Die Wahrheit und der Glaube (das Geben) müssen mich stärker nach oben ziehen, als wie die Wahrnehmung des tierischen Egoismus mich nach unten, zur „Erde“, zieht.

Doch die Wahrheit befindet sich in der gleichzeitigen Wahrnehmung der beiden Stufen, und jede für sich alleine bedeutet Lüge. Der wahre Zustand befindet sich immer zwischen zwei Stufen, die gleichzeitig sowohl das Empfinden der Vollkommenheit als auch des Mangels, sowohl das Gefühl der Dankbarkeit als auch des Gebets mit sich bringen.

Ich muss mich freuen, dass ich diese beiden Empfindungen gleichzeitig wahrnehme und mich ständig in einem Übergangszustand befinde, indem ich Hindernisse erkenne und mich mit Gewalt über diesen aufhalte, vergleichbar mit einem Menschen, der einen Berg hinaufsteigt und spürt, dass er, wenn er nur die Spannung lockert, sofort hinunterfällt. Nur dieser Zustand ist wirklich wahr, und wir müssen lernen, uns ständig darin zu befinden und uns darauf zu freuen. Auf diese Weise können wir uns selbst überprüfen, ob wir in der Lage sind, uns trotz unserer ganzen Unzufriedenheit und des ewigen Kampfes, ständig schwankend zwischen der Begeisterung und der völligen Verzweiflung, gerade bei so etwas an der Freude festzuhalten!

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 02.08.2010

Sich selbst von der Seite aufmerksam studieren

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet Freiheit? Freiheit wovon? Und wodurch wird sie erreicht, wenn alles durch strenge Gesetze bestimmt wird, sowohl in dieser Welt als auch in der spirituellen?

Meine Antwort: Freiheit kann nur Freiheit vom eigenen Egoismus bedeuten. Ich will, dass das höhere Licht kommt und anstelle des Egoismus Macht über mich ausübt. Ich empfinde entweder die Macht des Egoismus oder die Macht des Altruismus als unabdingbar – eins von beiden.

Es gibt zwei Arten der Natur: die Natur des Unteren, das Empfangen, und die Natur des Höheren, das Geben, und beide sind sie vorbestimmt und wirken nach unabänderlichen Gesetzen.

Die einzige freie Handlung besteht darin, sich von einer Natur, der egoistischen, in die andere, die altruistische, zu erheben! Das heißt, sich der Macht der Gesetze des Egoismus, des Empfangens, zu entledigen und die Macht der Gesetze des Gebens anzunehmen.

Wir werden noch nicht einmal unsere ursprüngliche Natur begreifen können, solange wir keine zweite, altruistische, Natur bekommen haben.

Denn im Moment sind wir wie in einer Ebene gefangen, und wenn wir innerhalb dieser Ebene bleiben, werden wir sie niemals verstehen.

Ihr seht, wie viele Fehler wir machen. Jahrtausendelang entwickelten wir uns in unserer einzigen egoistischen Natur, und noch nicht einmal sie können wir erfassen.

Denn wir befinden uns innerhalb von ihr, um jedoch etwas zu verstehen, braucht man etwas Anderes, Entgegengesetztes, zum Vergleich.

Wenn wir über eine zweite Natur, die Natur des Gebens, verfügen würden, könnten wir beim Vergleich zwischen ihr und dem Egoismus begreifen, was Empfangen und Geben bedeuten.

Doch in unserer Welt existiert nichts anderes außer dem Empfangen. Was wir auch tun, tun wir nur zu unserem Vorteil, für uns selbst. Deshalb sind wir noch nicht einmal in der Lage, zu verstehen, wie wir funktionieren und wie diese Welt funktioniert.

Ihr seht, die Menschheit macht ständig Fehler und weiß nicht, wie sie sich weiterentwickeln soll. Besonders jetzt, da wir die maximale Höhe unseres Egoismus erreicht haben, eröffnet sich uns unsere absolute Unfähigkeit, diese Welt zu begreifen. Und das treibt uns alle dazu, dass es keine Wahl gibt und wir uns über diese egoistische Natur erheben müssen.

Selbst um innerhalb unseres Egoismus klar zu kommen, müssen wir aus ihm herausgehen und ihn von oben studieren.

Es ist unmöglich, etwas zu erfassen, wenn man darin bleibt – man muss höher als das zu erforschende und zu klärende Objekt sein.

Und erst wenn du dich über dich selbst erhebst, wirst du verstehen, wer du bist, und lernen, richtig zu leben, wenn auch nur in dieser Welt. Dazu treibt uns die moderne weltweite Krise.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 25.06.2010

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