Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wegweiser durch das Buch Sohar. Im Ozean des Lichts und der Güte

Auszüge aus meinem zukünftigen Buch „Wegweiser durch das Buch Sohar“

Es ist wichtig, zu verstehen, wozu wir das alles brauchen. Es ist so, dass der Schöpfer von Anfang an über das Verlangen zu geben verfügt. Aus diesem Grund macht es keinen Sinn, Ihn darum zu bitten, uns Licht und Genuss zu geben, wie wir das für gewöhnlich zu tun pflegen.

Der Schöpfer hat sowohl etwas, das Er uns geben kann, als auch das Verlangen zu geben. Doch Er will, dass der Mensch nicht einfach nur von Ihm empfängt, sondern genauso wie Er wird: groß, unabhängig, gebend, Ihm in der Eigenschaft des Gebens und der Liebe ähnlich.

Deshalb muss der Mensch genau darum bitten, dass er das Verlangen zu geben, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, erlangt, über welche der Schöpfer verfügt.

Wir sind es gewohnt, um die Erfüllung zu bitten, während wir um die Korrektur bitten müssen. Sobald wir korrigiert sind, wird das Licht des Schöpfers uns sofort erfüllen.

Mit anderen Worten: Unser Problem besteht darin, dass wir nicht verstehen, worum genau wir den Schöpfer bitten sollten. Wir befinden uns in einem Ozean des Lichts, der Güte und des Genusses, doch wir besitzen kein passendes Gefäß, um diese ganze Fülle darin wahrnehmen zu können.

Dieses Gefäß ist die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, und genau darum müssen wir den Schöpfer bitten. Sobald wir diese Eigenschaft erlangt haben, wird das Licht der Fülle uns selbst erfüllen.

Von der Seite des Schöpfers gibt es nur eine Einschränkung, eine einzige Bedingung für das Empfangen des Lichtes: wir müssen Ihm ähnlich werden. Denn Er wünscht, dass wir genauso wie Er genießen.

Wie schafft man es, die Verbindung mit den Kindern aufrecht zu erhalten?

Eine Frage, die ich erhielt: Ich habe einen Sohn, und wir können gemeinsam den geistigen Weg beschreiten. Mein Nachbar studiert die Kabbala nicht. Kürzlich kam sein Sohn zur Welt. Mein Nachbar sieht, dass die Kinder von den Eltern getrennt werden, und fürchtet, dass er auch später keine Verbindung zu seinem Sohn haben wird. Was kann man ihm sagen? Er hat nicht vor, die Wissenschaft der Kabbala zu studieren, und möchte nur den Rat hören, wie die Verbindung zu den Kindern zu erhalten ist.

Meine Antwort: Früher verband eine egoistische Form der Existenz die Menschen miteinander. Das Haus, die Familie, die Ernährung, die Gesundheit verbanden die Menschen innerhalb der Familie, innerhalb des Volkes oder des Staates. Heute werden diese Rahmen gesprengt, und niemand weiß, wie man diesen Tatsachen widerstehen kann und was die Zukunft mit sich bringt.

Warum? – Weil das Materielle die Menschen nicht mehr miteinander verbindet. Jeder Mensch beginnt zu wachsen, er hebt den Kopf über die tierische, materielle Stufe der Existenz, kommt an die Wasseroberfläche, – und du bist verpflichtet, diesem Menschen die Antwort auf der geistigen Stufe zu geben. Es gibt keine andere Wahl – dein Nachbar wird gezwungen sein, die Verbindung mit seinem Sohn auf dem geistigen Niveau zu erreichen. Denn andernfalls wird sie nichts mehr verbinden.

Deshalb steht über den Schöpfer geschrieben (die Vereinigung aller Menschen in der Eigenschaft des Gebens): „Derjenige, der die Herzen der Söhne den Vätern zurückgibt und die Herzen der Väter an die Söhne zurückführt“.

Aus dem Unterricht zum Thema „Die Aktualität im Licht der Kabbala“, 10.08.2010

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Ein Tanz ist die ernsteste innere Arbeit.

Es gibt während unserer Treffen Handlungen, waehrend derer ich auf jede beliebige Kritik verzichten und mit allen anderen verschmelzen soll. Und wie kann ich das machen? Indem ich mich selber annulliere und mit den anderen wie ein Kind springe und singe.

Diese Einstellung verbindet mich mit dem allgemeinen Zustand, und dann bin ich in der Lage, aus den Beschränkungen hinauszugehen und irgendeinen geistigen Hauch zu empfinden!

Uns scheint es, als ob das ein leichtsinniges Verhalten wäre, aber das scheint uns nur so, weil wir darin die Geistigkeit nicht erkennen. Es ist ja das Licht der Unendlichkeit!

Mit unseren Instrumenten der Wahrnehmung sind wir nicht in der Lage, darin etwas zu erkennen. Deswegen scheint es uns, dass es leblos (nefesh) ist und es ist nur von unserem Kli abhängig, ob wir darin das ganze geistige Licht der NARANHAI erkennen können.
Alles was aus der Verbindung entsteht, sogar aus der kleinsten Verbindung, ist schon die Vollkommenheit. Deswegen haben wir in dieser Form die Möglichkeit, irgendeine geistige Empfindung zu spüren, gerade wenn wir zusammen mit den anderen anfangen, zu springen.
Alle diese Tänze haben wir von den großen Kabbalisten bekommen. Von Baal Schem Tow. Und Rabasch hat uns auch dazu aufgefordert, so zu tanzen.

Aber das ist keine Leichtsinnigkeit. In dem Tanz steckt ein ernster Gedanke und eine große Arbeit. Du willst das plötzlich nicht, und in dir werden sich mit riesiger Geschwindigkeit die Gedanken „dafür“ und „dagegen“ ändern, die einen furchtbaren Zweifel bewirken, aber du springst weiter.

Dies ist aber keine Meditation. Du wirst nicht von der Realität abgeschaltet. Du stehst die ganze Zeit vor der Frage: was mache ich und wofür mache ich das, was bringt es mir, wer zwingt mich dazu, mit wem springe ich zusammen und was verbindet uns?
Während du tanzt, gehst du deine ganze innere Arbeit vom Anfang bis zum Ende durch.

Dieser Tanz verpflichtet dich,allen mögliche Gedanken nachzugehen, welche es gegen ihn nur gibt! Gegen die Vereinigung, die du nicht willst! Deine Vernunft steht die ganze Zeit dagegen auf und du bist gezwungen, Klärungen zu machen.

Deswegen verwandelt sich der Tanz in eine erschöpfende innere Arbeit. Du fühlst dich ausgesaugt und ohne Kräfte, und das nicht, weil du sprangest, sonder, weil du so viele Klärungen gemacht hast.

Du tanzt innerlich – in deinen inneren Aufstiegen und Abstiegen! Und dass du auch äußerlich springst, ist nur, um diese inneren Zustände in dir zu erwecken.

Du springst äußerlich, du steigst hinauf und fällst herab und im Inneren findet gleichzeitig eine Menge anderer Aufstiege und Abstiege statt. Und das ist das Wichtigste!

Ohne die äußerlichen Handlungen kannst du keine inneren machen! Eine kann ohne die andere nicht klappen.
Und deswegen verwandelt sich der Tanz ins einzigartige Werkzeug der Arbeit, und deswegen haben Baal Shem Tow und die ersten Chassidim, die auch Kabbalisten waren, diese Traditionen eingeführt.

Aus dem Unterricht vom 12.08.2010 zum Thema „Die Fragen über die Rolle des Volkes“.

Wegweiser durch das Buch Sohar. Aus der Finsternis zum Licht

Auszüge aus meinem zukünftigen Buch „Wegweiser durch das Buch Sohar“

Die Finsternis, welche im Verlangen zu genießen empfunden wird, kann nur dann in Licht umgewandelt werden, wenn ich die Ausrichtung des Verlangens vom „Empfangen für mich“ zum „Geben an den Nächsten“ verändere, d.h., wenn ich mein „Verlangen zu genießen“ benutze, um an den Nächsten zu geben, und das Geben an ihn genieße.

Dann werde ich in meinen Handlungen nicht mehr eingeschränkt, denn geben kann man absolut unbegrenzt.

Wenn ich wie der Schöpfer das Geben genieße, werde ich Ihm ähnlich und empfinde das Leben, erfüllt von Liebe und Geben, als ewig und vollkommen.

Was fehlt mir, um diese neue Erfüllung umzusetzen? – Ich muss nur die Liebe zum Nächsten erlangen und eine Erfüllung finden, mit der ich ihn erfüllen kann.

Die Nächstenliebe kann ich vom Schöpfer mit Hilfe des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, erhalten. Das Licht der Fülle, um den Nächsten zu erfüllen, kann ich ebenfalls vom Schöpfer erhalten.

Dann werde ich zum Partner des Schöpfers in allem, was erschaffen wird, – ich werde genauso wie Er.

Das ist der Prozess der Korrektur der Absicht, mit der das Verlangen zu genießen agiert.

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Zwischen uns liegt das gesamte Universum

Eine Frage, die ich erhielt: Im Laufe des Unterrichts sage ich mir, dass ich alles empfinden will, worüber der Sohar erzählt, aber ich sehe, dass ich keinen echten Wunsch dazu habe. Wie kann ich einen solchen Wunsch bekommen?
Meine Antwort: Es ist das Problem unserer gemeinsamen Gedanken. Möglicherweise sind wir uns nicht völlig bewusst, dass der Sohar über unsere fortgeschrittenen Zustände spricht, und das Wichtigste beim Lesen dieses Buches ist mein Wunsch, diese Zustände zu erreichen.
Was stellen unsere fortgeschrittenen Zustände dar? – Wenn wir uns verbinden und darin die geistige, allgemeine Eigenschaft des Gebens des Schöpfers enthüllen.
Beim Lesen des  Sohar muss ich genau ein solches Streben  empfinden. Andersfalls lese ich vergeblich, der Sohar wird mir nicht helfen.
Wir werden sogar im Gegenteil die Empfindung der Finsternis, das negative Erwachen bekommen. Denn es gibt keine Wahl, man muss uns auf jeden Fall vorwärts drängen, wir werden gezwungen voranzukommen.
Deshalb hängt alles davon ab, inwiefern wir uns beim Lesen des Sohar den fortgeschrittenen Zustand vorstellen können, wie eine Verbindung, worin das Geben, die Liebe, die Bürgschaft, die Vereinigung enthüllt wird, die in der ganzen Realität, in allen Welten herrschen.
Denn alles wird nur in der Verbindung zwischen uns geöffnet– die ganze Realität, alle Welten bis in die Unendlichkeit.
Inwiefern wir uns wünschen, diesen Zustand beim Lesen des Buches Sohar zu erreichen, insoweit ziehen wir das Licht der Korrektur an uns heran.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 12.08.2010

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Sich von der Vergangenheit trennen, um in die Zukunft zu treten

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist eine gemeinsame geistige Beschäftigung unter Eheleuten?

Meine Antwort: Die geistige Verbindung ist dann gewährleistet, wenn die Frau „die ander Hälfte des Körpers“ ihres Mannes ist. Der Mann ohne Frau ist der unvollständige Teil des Wunsches. Und gerade dieser Teil einer solchen „tierischen“ Existenz, des gemeinsamen Familienlebens, der eigentlich nichts mit der Spiritualität zu tun hat, dieser ist in Wirklichkeit sehr wichtig.
Es ist zwar noch nicht die Zeit gekommen, aber wir werden trotzdem den Zustand erreichen, wenn sowohl Männer, als auch Frauen die Notwendigkeit empfinden, nach dem Sinn ihres Lebens (wofür man lebt) zu suchen. Und man kann dieses Problem nur unter der Bedingung lösen, dass wir uns in Übereinstimmung mit der Natur, mit dem Schöpfer befinden und deshalb verpflichtet sind, eine Familie zu gründen.
Es wird unsere gemeinsame geistige Beschäftigung sein. Wir werden fühlen, dass man ohne geistige Verbindung keine Familie erhalten kann. Und ohne Familie sind wir nicht fähig, uns geistig zu entwickeln, die Spiritualität zu erreichen!
Deshalb befindet sich die Familie heute in solcher Krise, im „Zerbrechen“, im „Zimzum“ (in der Kontraktion). Das ganze vorige Leben und die Psychologie, der vorher existierende Blick auf die Familie, das ganze vorige familiäre Paradigma das alles ist zu Ende gegangen! Das heißt, es kam zum „Zerbrechen“. Es ist das Zerbrechen unserer gesamten vorigen Philosophie, der Einstellung zum Leben, zur Familie, zur Gesellschaft. Das alles ist zum Ende gekommen, deshalb erleben wir heute die Krise. Als ob man die vorige Beziehung zum Leben trennen würde, um die neuen Beziehungen aufzubauen. Und ich werde die Familie, die Kinder, die Arbeit, die Gesellschaft wieder benötigen, aber dafür, um das Geben, die Offenbarung des Schöpfers zu erreichen, und nicht, um sie egoistisch zu verwenden und mir das bequeme, kleine Nest für das ruhige materielle Leben zu bauen. Deshalb erfolgt dieser heftige Übergang, wenn man sich vom ganzen alten Leben, von der vorigen Beziehung trennen muss.

Ein Gerät fürs „Ausbrennen“ der Herzen

Eine Frage: Sie haben mal gesagt: Um den Sohar zu begreifen, muss man „ein Loch im Herzen“ machen. Wer macht dieses „Loch“?

Meine Antwort: Das Licht! Selber bin ich dazu nicht imstande. Nur das Licht! Die Lichtstrahlen sammeln sich an, so ähnlich wie durch das Vergrößerungsglas und erreichen eine Stärke, die deinen Wunsch zu Genießen „durchbrennt“ und an dieser Stelle entsteht „ein Loch“. So ist es wirklich!

Eine Frage: Woran liegt das, dass es uns misslingt, dieses „Loch“ zu machen?

Meine Antwort: Wir sorgen dafür nicht, dass es zustande kommt! Wenn sich zwei Herzen miteinander in ihren Wünschen verbinden – das nennt man „Löcher“ in den Wänden der Herzen. Eine Wand bedeutet ein ganzes Herz. Und wir brauchen gebrochene Herzen.Wenn mein und dein Herz „gelocht“ sind und wir verbinden diese „Löcher“ miteinander, dann ist die Sache erledigt! Ich will das Gleiche wie du und du willst das Gleiche wie ich. Wir befinden uns schon in der Verbindung! Zwei haben sich verbunden und in dieser Verbindung zwischen uns herrscht die Eigenschaft des Gebens und dort geschieht die Enthüllung. Wie stark ist diese Enthüllung? – Das basiert auf all dem, was es in deinem und meinem Herzen gibt,  außer der Teilung und außer diesen „Löchern“, die miteinander verbunden sind. In deinem Herzen gibt es Tausende Störungen, allerlei Gedanken und Sorgen und so ist es auch bei mir. Bis zur welchem Grad wir sie überwinden können und sich dank all dieser Störungen verbinden, sich über den Störungen die ganze Zeit erheben, um in der allgemeinen Empfindung, in der Eigenschaft des Gebens zu sein. Nur durch die Partnerschaft können wir uns darin befinden – in der Verbindung zwischen uns begreifen wir die Eigenschaft des Schöpfers. Wir versuchen es schon, und wir fühlen den Geschmack des Gebens.

Eine Frage: Wie verbinden wir „die Löcher“ in unseren Herzen?

Meine Antwort: Dies macht das Licht. Wir müssen nur wünschen, dass es geschieht. Es gibt keine andere Handlung! Beim Lesen des Buches Sohar willst du, dass diese Wörter dieses „Loch“ durchgebohrt haben, damit es sich öffnet.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 11.08.2010

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Die Seele verlässt uns in der Nacht…

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet der Satz im Sohar (Kapitel „Lech Lecha“, Punkt 359): „In der Stunde, wenn der Mensch liegt und schläft, verlässt ihn seine Seele“?

Meine Antwort: Als eine Seele wird das Licht im Wunsch bezeichnet. Da wir unseren Wunsch nur in Sfirot Keter, Chochma, und Bina korrigieren können, und in Sfirot Seir Anpin und Malchut nur teilweise korrigieren können – so heißt das vollständige, große Licht, das in uns gezeigt werden kann, das Licht „Neschama„, und, die Lichter „Yechida“ und „Chaja“ sind – nur eine kleine zusätzlichen Einblendung von unten nach oben.

Deshalb heißt unser allgemeiner Wunsch „die Seele“ (Neschama) – nach dem Namen des größten Lichtes, das er bis zum Ende der Korrektur enthalten kann.

Wenn sich der Wunsch in solchem Zustand befindet, dass er dazu fähig ist, das Licht „Neschama“ zu erreichen – dann heißt er die Seele (Neschama), denn wir benennen die Wünsche entsprechen den Lichtern, die sie ausfüllen können.

Und wenn die Wünsche nicht fähig sind, in sich diese Lichter zu enthalten, sich mit ihnen anzufüllen, aus Mangel am Schirm, dann gibt es keine Seele. Denn die Füllung sind der Schirm und das widergespiegelte Licht, d.h. die Eigenschaft des Gebens.

Somit wird als eine Seele nicht mein Erhalten des Lichtes von oben bezeichnet. Die Seele (Neschama), wie auch das ganze innere Licht im Wunsch, – bildet sich davon, dass ich dieses Leuchten jemandem weitergebe, ich führe es durch mich durch – und dadurch fülle ich mich an.

Das ist eben mein Licht, das ich bekomme. Ich bekomme die Möglichkeit des Gebens – und sie füllt mich aus.

Deshalb bekomme ich in „der Nacht“, wenn ich noch nicht fähig bin meine Wünsche zu korrigieren, d.h. über meine Wünsche mit Hilfe der Schirme zu herrschen, mit Hilfe der Eigenschaften des Gebens – den negativen Eindruck im Wunsch – die Finsternis.

Was bedeutet „die Finsternis“? – Ich kann nicht geben, und deshalb bestimme ich diesen Zustand – als „die Nacht“, die Abwesenheit des Gebens von meiner Seite. Ich bedauere es und bereite mich vor, die Wünsche zu korrigieren.

Und als „Tag“ wird der Zustand bezeichnet, den ich durch die Arbeit in „der Nacht“ erreicht habe – wenn ich in der Morgendämmerung zum Unterricht aufgestanden bin, mich mit den Freunden verbunden habe, verschiedene Korrekturen begangen bin und die neuen Wünsche und Schirme gefunden habe – denn ich schaffe in diesen Schirmen und Wünschen die neue Form des Gebens, die mich ausfüllt. Es bedeutet eben, dass für mich „der Tag“ gekommen ist.

Deshalb ist „die Nacht“ auch ein geistiger Zustand, die Vorbereitung der Wünsche. Und wenn der Mensch keinen Wunsch hat, das Geben zu erreichen, dann gibt es für ihn auch keine „Nacht“. Denn ich bestimme „den Tag“ und „die Nacht“, laut eigenen Zuständen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 05.08.2010

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Ein Punkt der Freiheit

Auf dem Weg nach oben gibt es zwei Stufen, wobei die erste Stufe den Erwerb des Wunsches (Chissaron) impliziert!
In unserer materiellen Welt werden wir bereits mit diesem Wunsch geboren: wir wollen herrschen, einander ausnutzen, nicht uns gegenseitig verbinden. Aber in der Geisteswelt ist es anders! Wir müssen erst solchen Wunsch verdienen. Und dabei hilft uns das Licht – wir verwenden es, um den Wunsch in der gegensätzlichen, egoistischen Form aufzubauen, die uns hilft,  den Wunsch zum Geben,  das sog. Kli zu bekommen (das geistige Gefäß).

Genauso wie in unserer Welt, in der uns der Wunsch zu bekommen, zu verstehen, zu fühlen gegeben ist – begleitet uns auch in der Geisteswelt der Wunsch zu fühlen, zu geben, zu lieben, sich zu verbinden. Und woher kommt er zu uns?! Natürlich nur vom Licht, das zur Quelle zurückführt. Es gibt keine andere Bezugsquelle! Aber hierzu ist uns der vorläufige Wunsch, das kleinste Bedürfnis notwendig, um die Einwirkung des Lichtes hervorzurufen.

Und dieser winzige Anfangswunsch kennzeichnet unsere Willensfreiheit, die uns in der sehr einfachen, konkreten Form  gegeben ist – in Form des Punktes, den wir im laufenden Zustand entwickeln können.  Es ist nur in der Verbindung zwischen uns machbar, mit Hilfe der gemeinsamen Bemühungen, wenn die Verbindung und die gegenseitige Abhängigkeit angestrebt werden.
Wenn solche Beziehungen zwischen den Seelen oder den Menschen, die sie in ihrem Inneren tragen, erreicht werden, dann wird uns das Licht offenbart, das seine Arbeit beginnt, um uns den neuen Wunsch zu geben, entsprechend unseren Bemühungen. Nur darin besteht die Arbeit des Menschen, wie Baal haSulam im Artikel „Freiheit des Willens erklärt“: sich ein wenig stichprobenartig, in ausschließlich der bestimmten Richtung – in der Beziehung zur Umgebung – anzustrengen.

Dann kommt je nach Maß dieser Bemühungen das Licht, es macht unsere Wünsche deutlicher – ihre Kehrseite, es gibt uns die Empfindung des Mangels, wonach wir die heiligen Namen des Schöpfers enthüllen, bis das ganze Licht, alle Namen geöffnet werden. Auf diesem Wege erreicht der Mensch den Zustand, wo „Israel (die Seele, die zum Schöpfer strebt), Tora und der Schöpfer Eins werden.

Das heißt alle Wünsche des Menschen werden dem Licht ähnlich, welches sie korrigiert hat. Durch diese heiligen Namen erreichen ihn das ganze Licht, das „Tora“ heißt, sowie der Schöpfer – das schöpferische Vorhaben: „den Geschöpfen Genuss zu bereiten“, das in diesem Licht offenbart wird. Das alles wird im Wunsch des Menschen offenbart. Die Tora ist die Offenbarung der Geisteswelt, die aufgrund der subjektiven, teilweisen Erkenntnisse, der Namen des Schöpfers erfolgt.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 11.08.2010

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Das alles ist doch kein Zufall!

Eine Frage, die ich erhielt: Die Kabbala sagt, dass die Ursache aller Probleme in der Welt das egoistische Verlangen des Menschen ist. Doch welche Verbindung besteht zwischen dem, dass ich ein Egoist und dem Schöpfer entgegengesetzt bin, und der Hitze in Moskau oder der Umweltkrise?

Meine Antwort: Wir alle befinden uns innerhalb eines geschlossenen Systems (einer Sphäre) namens „Schöpfer“, dessen Eigenschaft die vollkommene Verbindung aller Teile im gegenseitigen Geben ist. So ist das Gesetz für die Existenz des gesamten Systems und jedes seiner Teile.

Das können wir am Beispiel unseres Körpers, des Ökosystems u.a. beobachten. Ich existiere innerhalb dieses Systems wie ein Embryo in einer Mutter, und in dem Maße der Verbindung, d.h. der Eigenschaftsähnlichkeit mit dem System, wenn ich mich diesem ähnlich im Geben befinde, fühle ich mich gut. Und umgekehrt, in dem Maße der Entfernung von seinen Eigenschaften geht es mir schlecht.

Die Nähe oder die Entfernung wird nicht nach dem Abstand, sondern nach der Ähnlichkeit der Eigenschaften gemessen. Wenn ich über ein kleines egoistisches Verlangen verfüge, dann empfinde ich, selbst wenn ich mich von dem System unterscheide, nur geringe Probleme. Doch wenn mein Verlangen wächst, wächst auch das Unbehaglichkeitsgefühl.

Da der Mensch sich ständig in seinen egoistischen Verlangen entwickelt, wächst auch seine Gegensätzlichkeit zum Natursystem, zum Schöpfer, und er wird sich unvermeidbar immer schlechter fühlen! Bis er zu begreifen beginnt, was genau der Grund für seine Leiden (Probleme) ist.

Ich werde Schicksalsschläge von allen Seiten erleiden, bis ich begreife, dass das Systemcharakter hat und kein Zufall ist! Die Umweltprobleme sind nicht zufällig! Ich kann sie nicht mehr übersehen.

Ähnliche Probleme wird es überall auf der Erde in unterschiedlichen Formen geben, und sie werden die Menschen wachrütteln, um sie zum Nachdenken anzuregen: „Wahrscheinlich gibt es einen Grund dafür“.

Das Verlangen, wenn es gewachsen ist, empfindet Leiden und erschafft in seiner Nähe den Verstand, um sie zu vermeiden – der Mensch wird klüger, schlauer, und lernt Ursachen und Folgen miteinander zu verbinden.

Er beginnt unweigerlich zu fragen: warum geschieht es und woher kommt all das Unheil?! Wie man zu fragen pflegt: „Womit habe ich das alles verdient?!“ Und das ist bereits eine unterbewusste Frage nach der Quelle der Geschehnisse (nach der Natur, dem Schöpfer).

Die Menschen werden erkennen, dass es ein allgemeines Gesetz für das gesamte Universum gibt. Ihr müsst es nicht „Schöpfer“ nennen, nennt es „Natur“.

Doch es verlangt von uns ständig, bewusst das Gleichgewicht mit der Natur zu halten, sprich in der gleichen Eigenschaft des Gebens wie das gesamte Universum, welches in der allseitigen Verbindung und der integralen Einheit aller Teile existiert, zu sein.

Deshalb gibt es keine Wahl, die Menschheit ist ein Krebsgeschwür innerhalb der gesamten Natur und muss sich selbst heilen!

Letztendlich werden wir unter dem Druck aller Probleme zu dieser Erkenntnis kommen, es ist bereits sehr nah.

Aus dem Unterricht zum Thema „Die Aktualität im Licht der Kabbala“ vom 10.08.2010