Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wir entscheiden alles!

Frage: Wie sollen wir uns richtig auf den Morgenunterricht vorbereiten? Wie sollen wir die richtige Forderung aufbauen?

Meine Antwort: Wir vergessen, dass wir die Korrekturmethode der Welt bringen müssen und dass wir in diesem Prozess sehr hinterherhinken. Denn solange wir sie nicht an uns selbst anwenden, wird sie nicht in der Welt umgesetzt.

Wir müssen diese Methode an uns selbst realisieren, in der Hoffnung und mit der Absicht, dass sie sich durch die inneren Kanäle, durch die wir alle miteinander verbunden sind, so schnell wie möglich von uns zu den Völkern der Welt ausbreitet. Wir müssen unsere Verbindung mit dem Höheren Licht an sie weitergeben.

Zugleich müssen sie jedoch auch auf der äußeren Ebene vorbereitet werden, indem wir unser Material in einer ihnen möglichst naheliegenden und passenden Form an sie weitergeben – dann werden sie uns wahrnehmen können.

Alle unsere Gruppen sind eine Art Adapter, ein Bindeglied zwischen der Spiritualität und den Völkern der Welt, die wir dem Schöpfer näher bringen müssen.

Wir sind die zentrale Macht auf der Welt, Vertreter des Schöpfers, und müssen uns selbst korrigieren, um die Welt korrigieren zu können, damit wir alle zusammen zu der Verschmelzung mit dem Schöpfer kommen und Ihm Genuss bereiten können.

Baal HaSulam schreibt, dass das Höhere Licht sich gerade über uns in die Welt ergießen muss. Und wenn wir in unserem Inneren uns so organisieren können, dass das Innere für uns über das Äußere dominiert, wird die Welt ebenfalls plötzlich eine größere Beachtung dem Inneren schenken – denn gerade wir bestimmen ihr Verhalten. Wir stellen die Werteskala für sie fest, wir entscheiden für sie, was wichtig und was nebensächlich ist.

Wenn wir die Welt auf der äußeren und auf der inneren Ebene uns näher bringen, werden wir zu einem vereinten Verlangen/Kli. Aus der Sicht des Schöpfers sind wir bereits ein Kli, doch nun wird es durch unsere Anstrengungen vereint.

Wenn wir dieses Ziel über alle Dinge erheben und uns richtig organisieren, wird eine besondere Kraft zur Korrektur für uns von oben kommen. Und wenn wir die Völker der Welt nicht an uns anschließen, werden wir diese Kraft nicht erhalten, denn unsere Bestimmung ist es, sie – ACHaP, die Welt – zu korrigieren!

Aus diesem Grund müssen wir während der Vorbereitung auf den Morgenunterricht daran denken, wie wir die Völker der Welt dem Schöpfer näher bringen können, denn Er will gerade sie. Und du bist das „Königreich von Kohanim“ (Priester), und sie dienen lediglich den Anderen.

Genau so musst du dich fühlen, dann wirst du sehen, welche Kraft, welche Erkenntnis du erlangen wirst!

Am Ende der Einführung in das Buch Sohar schreibt Baal HaSulam:

„Und wenn jeder von uns auf sich nimmt, die Wichtigkeit der Kabbala zu verstärken, dann wird jeder die Eigenschaft des Gebens hinsichtlich der Eigenschaft des Empfangens in sich verstärken. Und diese Kraft wird ebenfalls in der ganzen Welt zum Vorschein kommen.“

Somit besteht die richtige Vorbereitung auf den Unterricht darin, daran zu denken, wie alle diese Verlangen („die Völker der Welt“ in uns) zu der Verschmelzung mit dem Schöpfer gebracht werden können.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 11.02.2011

Abhängigkeit von der Umgebung bedeutet Freiheit vom eigenen Ego!

Frage: Wie kann ich während der Vorbereitung, wenn ich die spirituelle Enthüllung noch nicht erlangt habe, prüfen, dass ich das Geben von Tag zu Tag immer mehr schätze?

Meine Antwort: Du kannst es an deiner inneren Empfindung, an deinen Gedanken, Zielen, an der Einschätzung der Umgebung bewerten, daran, wie sehr du die Freunde schätzt und ihnen Gehör schenkst, wie sehr du spürst, dass du sie ständig wie eine Infusion brauchst. Und wenn du keine Unterstützung von ihnen erhältst, fällst du.

Eine solche Empfindung ist sehr wichtig. Abhängigkeit von der Umgebung bedeutet Freiheit vom eigenen Ego! Ich muss danach streben, ständig von den Freunden abhängig zu sein und sie immer mehr zu spüren, damit sie mich so stark wie möglich beeinflussen und beschützen können – ich muss danach streben, ständig ein besonderes Anleuchten, eine Krafteinwirkung von ihnen zu bekommen.

Ich muss versuchen, zu spüren, dass mich nur das in die richtige Richtung gehen lässt. Wenn die Umgebung mich nicht von außen beeinflusst, verliere ich die Ausrichtung auf den Schöpfer.

Und anschließend muss ich versuchen, alles – mich, die Freunde und den Schöpfer – an einem Ort, in einem gemeinsamen Verlangen zu vereinen. Wir dürfen nicht jeder für sich allein existieren: ich, sie, der Schöpfer – wie Dreieckpunkte, sondern müssen in einem Verlangen, auf einem Platz vereint sein.

Wenn ich und sie uns um einander und füreinander sorgen und einander geben, dann machen wir Platz für die Enthüllung des Schöpfers zwischen uns frei. Er enthüllt sich zwischen uns!

Ich bin nicht in der Lage, mich von meinem Egoismus zu befreien und an etwas außerhalb von seinen Interessen zu denken, wenn die Umgebung mich nicht beeinflusst. Und deshalb bedeutet die Abhängigkeit von ihnen Freiheit vom eigenen Egoismus. Wenn die Gesellschaft auf mich einwirkt, spüre ich, wie sie mich auf das Ziel ausrichtet.

Ich wende mich an die Umgebung (1), die Umgebung beeinflusst mich (2) und ich strebe dem Schöpfer entgegen (3). Anders geht es nicht! Denn anderenfalls wird mich mein Egoismus runterziehen. Ich spüre regelrecht, wie er mich ertränkt und mich an den Beinen runterzieht. Die Umgebung spendet mir jedoch sofort Kraft, mich von ihm loszureißen und aufzusteigen – und dann verbinde ich mich mit dem Schöpfer.

Und jedes Mal, wenn du spürst, dass dein Ego anfängt, dich runterzuziehen, mache eine weitere Runde (1-2-3).

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“, 17.02.2011

Die Epoche der Veränderungen

Der Entwicklungsprozess des egoistischen Wunsches, worin das Verlangen des Gebens wuchs, führte den Menschen zum ganz zerbrochenen Zustand hin. Die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur, sowie die menschliche Gesellschaft – die ganze Realität wird uns heute in der kläglichen Art vorgestellt.

Wir befinden uns in einem gefährlichen Zustand, im Widerspruch zur ganzen Wirklichkeit. Einerseits scheint sie uns riesig, global, zusammen und ganz zu sein, und andererseits verwandelte sich die menschliche Gesellschaft der Erdkugel in eine Art Krebsgeschwür, in den schädlichen Schimmel, der die Natur zerfrisst und vernichtet, die ganze Erde mit den Abfallstoffen und Exkrementen bedeckt.

Wir enthüllen unseren vollen Gegensatz zur Natur, so dass wir uns zukünftig bewusst werden müssen: es gibt keinen anderen Ausgang, man muss das Gleichgewicht mit der Natur erreichen. Und es ist erreichbar, weil in uns schon zwei entgegen gesetzte Kräfte des Empfangens und des Gebens offenbart wurden, die bereit sind, harmonisch eingesetzt zu werden. Erst dann werden wir, die Menschen, beginnen, vom unbelebten Niveau der Entwicklung auf die pflanzliche Stufe hinaufzusteigen.

Bis jetzt entwickelten uns diese entgegengesetzten Kräfte, und bitten nicht um unser Einverständnis. Im Endeffekt haben sie uns zur ersten freien Wahl geführt, und jetzt beginnen wir, uns selbst zu entwickeln, rufen die Kraft des Gebens hervor, damit sie unsere Entwicklung über die in uns eingesetzte Kraft des Empfangens bestimmt.

Früher war die Kraft des Gebens innen verborgen und wuchs allmählich, dem Hefeteig ähnlich, oder sie lockte uns im Gegenteil, von weitem an: „Komm hierher, hier ist etwas, hier warten die Genüsse auf dich „. Jetzt werden wir selbst das Verlangen des Gebens wählen, wie jene Kraft, mit der wir uns in der Entwicklung vorwärts bewegen müssen. Nicht das Geben wird dem Wunsch zu empfangen helfen, sondern der Wunsch zu empfangen wird dem Gebenden folgen.

Diese Entscheidung sollen wir immer wieder entgegen dem egoistischen Verlangen treffen, das niemals aufhören wird, sich zu steigern. Auf dem Weg nach oben werden beide Kräfte – das Geben und das Empfangen – ständig wachsen, und sich in uns gleichermaßen zeigen, um uns die Möglichkeit für die freie Wahl zu gewähren. Wir werden uns in der Mitte zwischen ihnen empfinden; wobei diese Stelle in der Kabbala „Klipat Noga“ heißt, und so werden wir vorankommen.

An jedem Punkt des Weges besteht meine Wahl darin, die Gleichheit dieser Kräfte in mir zu offenbaren und den Wunsch zu geben dem Wunsch zu empfangen bevorzugen. Das Geben soll meinen Kurs bestimmen, damit sich das Verlangen zu empfangen gerade in dieser Richtung entwickelt. Dadurch formt sich der Wunsch zu empfangen in den Wunsch zu geben, gleicht sich der Form des Schöpfers an. Und wenn der Wunsch zu empfangen (dome) dem Schöpfer gleich ist, dann heißt er der „Mensch“ (аdam).

So setzen wir diese zwei Kräfte ein. Der Wunsch zu empfangen wird ständig wachsen, und der Wunsch zu geben wird ständig wachsen, um ihm die neue Form zu geben. Im Endeffekt kehren wir dorthin zurück, woher der Abstieg begonnen hat, in die Welt der Unendlichkeit, wo sich die beiden Wünsche zusammen in der vollkommenen Assimilation befanden. Somit erreichen wir ihre vollkommene Verschmelzung mithilfe der freien Wahl, die uns von unten nach oben breitsteht, bis der gesamte Wunsch zu empfangen die volle Form des Wunsches zu geben findet. Es wird das Ende der Korrektur sein, eben die Vollendung unserer Entwicklung.

Wir leben in einer besonderen Zeit, in einer neuen Epoche. Und ihre Neuheit besteht darin, dass das Verlangen des Gebens jetzt mittels unserer Wahl, sich über dem Wunsch der Genüsse erheben soll. Es heißt: „Sich im Glauben über dem Verstand zu entwickeln“.

Jeden Tag schließen sich uns immer mehr Menschen an, in denen sich die vorige Vermischung der Wünsche beendet ist. Allmählich kommen sie zu ihren ersten freien Wahl: sie gehen von der unbelebten Stufe auf die pflanzliche über, verwandeln sich aus dem handlungsunfähigen Geschöpf in ein spirituell wachsendes.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabash, 18.02.2011

Wer ist wichtiger?

Frage: Woher erhält der Mensch die Kraft, um zu arbeiten, wenn er noch nicht korrigiert ist?

Meine Antwort: Jeder auch noch so kleine Schritt im Verlangen, in den Gedanken, in der Handlung ist nur dank der Wichtigkeit des Ziels möglich. Nur die Wichtigkeit des Ziels spendet uns Kraft.

Es gibt keine andere „Energiequelle“, die uns auch nur die kleinste Bewegung in der Handlung, im Gedanken oder im Verlangen durchführen lässt. Nur die Wichtigkeit. Außer der Wichtigkeit gibt es nichts.

Von Anfang an ist in mir die Wichtigkeit des egoistischen Verlangens enthalten, und ich muss nach und nach eine immer größere Wichtigkeit des spirituellen Ziels, des Schöpfers, erlangen, damit Er höher ist, als ich es selbst in meinen Augen bin.

Die Arbeit daran wird nur mittels der Umgebung durchgeführt. Wer ist wichtiger: ich oder der Schöpfer? Die Umgebung ist so aufgebaut, dass sie, wenn ich es will, mir helfen kann, den Schöpfer höher als mich selbst zu stellen.

Warum? Diese Frage wird nicht gestellt. Es ist einfach so, dass die Umgebung mich zu dem verpflichten kann, was ich selbst niemals wollen würde. Und wenn ich schon diese Erweckung, den Punkt im Herzen, erhalten habe, dann kann die Umgebung alles andere tun – natürlich, wenn ich meinen Beitrag dazu leiste.

Also arbeiten wir nur daran, was wichtiger ist. Ich oder Er? Ich muss es immer prüfen und muss mich immer an die Gruppe wenden, um den Schöpfer, d.h. die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, über mich selbst, d.h. über die Eigenschaft des Empfangens und der Abstoßung von den Anderen, zu erheben. Wenn ich richtig arbeite, ist die Umgebung in der Lage, mich ständig mit dem Kraftstoff zum Vorankommen zu versorgen, damit sich die Wichtigkeit für mich im Schöpfer, im Ziel, in den Anstrengungen, in der Erreichung der Verbindung und der Verschmelzung enthüllt wird.

Nur die Gruppe kann es tun. Und wenn der Mensch sich korrekt ausrichtet, hat er immer Kraftstoff und kein Problem damit, sich vorwärts zu bewegen. Aber nur unter der Bedingung, dass er jede Sekunde prüft, wer für ihn wichtiger ist.

Ausgehend davon muss ich meine Einstellung allem gegenüber im Leben ausrichten. In erster Linie muss ich meine Prioritäten so setzen, dass ich die Wichtigkeit dem Ziel, dem Schöpfer, der Verschmelzung, dem Geben beimesse und mich später allem Anderen zuwende: den Kindern, der Arbeit, der Familie, den Freunden, der Welt – allem. Denn in diesem Fall nimmst du einen richtigen Kurs, um durch sie das Ziel zu erreichen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 17.02.2011

Vor dem Schöpfer stehen und wie Er werden

In der Welt, in der Wirklichkeit, gibt es nur zwei Kräfte: die Kraft des Schöpfers und die „Kraft“ des erschaffenen Geschöpfes, die der Schöpfer ihm absichtlich in der entgegengesetzten Form gab.

Diese Kraft ist dem Schöpfer entgegengesetzt; dank dieser Kraft kann das Geschöpf aus den Grenzen Seiner Stufe heraustreten und seine eigene Wirklichkeit erlangen. Ansonsten wäre es nicht in der Lage, zu existieren.

In unserer Welt ist ein „geschaffenes Wesen“ etwas, das Substanz von unbelebten, pflanzlichem, oder belebten Stufen besitzt. Wenn spirituelle Existenz eine persönliche Wirklichkeit ausserhalb der höheren Kraft bezeichnet, dann offenbart sich die höhere Kraft in unserer Welt nicht offenkundig, deswegen definieren wir Wirklichkeit durch das Vorhandensein von Substanz.

In der Spiritualität ist es nicht die Substanz, sondern die Unabhängigkeit, die zählt. Um ein geschaffenes Wesen zu sein, muss man selbstständig sein. Der Grad der Unabhängigkeit des Geschöpfs bestimmt, inwiefern es sich selbst als authentisch existierendes Selbst betrachten kann.

In unserer Welt nehmen wir Babies und Kinder nicht ernst, weil sie noch keine Unabhängigkeit gewonnen haben. Nur im Erwachsenenalter wird ein Mensch unabhängig und dann erhält er eine andere Antwort.

Ebenso in Spiritualität, egal auf welcher Stufe sich das Geschöpf befindet (der unbelebten, pflanzlichen, oder belebten), der bestimmende Faktor ist, ob es einen persönlichen Status vor dem Schöpfer besitzt. Und um vor dem Schöpfer stehen zu können, muss ein Mensch sich zuerst bewusst werden, dass der Schöpfer existiert, das heisst, dass Er vor ihm existierte und dass sie im Gegensatz zu einander stehen.

Dann, in diesem gegensätzlichen Zustand, beginnt die Arbeit. Ein Mensch teilt die gesamte Wirklichkeit in zwei: den Schöpfer und sich, die Wirklichkeit, die ich wahrnehme. Und später wählt er was wichtiger ist.

In der Tat, um dem Geschöpf Unabhängigkeit zu verleihen hat der Schöpfer es ausserhalb Seiner Selbst erschaffen und gab ihm die Empfindung der Existenz für sich alleine. Und jetzt muss das Geschöpf den korrekten Gebrauch davon machen, sich selbst ausserhalb des Schöpfers kennen zu lernen, so als ob Er überhaupt nicht existieren würde, als ob Er aus seinem Blick verschwindet, aus seinem Verlangen.

Mit der Hilfe von Kräften und Werkzeugen, die der Schöpfer bereitstellt, muss das Geschöpf die korrekte Einstellung zu Ihm finden. Und das bedeutet, dass es die Macht des Schöpfers über sich selbst anzuerkennen hat, über seine Unabhängigkeit, ohne sie zu annullieren.

Dann, einerseits, behält das Geschöpf seinen Status ausserhalb des Schöpfers bei, das heisst, es fährt damit fort, Freude in den empfangenden Verlangen zu empfangen, ohne sich selbst vor dem Schöpfer zu annullieren. Jedoch andererseits, indem es unabhängig ist, in Hinsicht auf die empfangene Freude und darüber hinaus, erlangt das Geschöpf  Gleichwertigkeit zum Schöpfer. Auf diese Weise empfängt das geschaffene Wesen völlige, totale Unabhängigkeit.

Allerdings geschieht das nur, wenn das Geschöpf diesen beiden Bedingungen gehorcht: Es ist bereit seine Einstellung zum Schöpfer zu annullieren, wenn es seinem Verlangen nicht schadet (dem Willen zu empfangen). Dadurch entwickelt sich das Geschöpf auf der Mittellinie. Auf der einen Seite behält es das Verlangen Freude zu empfangen, während es andererseits die Form des Gebens erlangt, die Eigenschaft des Schöpfers. Auf diese Art wird das Bild des Menschen, Adam, in ihm gebildet.

Aus dem 1, Teil des Täglichen Kabbala Unterrichts vom 14.2.2011- Schriften von Rabash

Die Antwort zu allen meinen Fragen

Kabbala spricht nicht über unsere imaginäre Welt, sondern über die Korrektur der Seele und wie man die wahre Wirklichkeit erreichen kann. Die wahre Wirklichkeit ist das KLI, in dem der Schöpfer durch ein bestimmtes Maß der Tugend der Anhaftung an Ihn erkannt wird.

Das KLI, oder die Seele, ist in zwei Teile geteilt: Israel, der Teil, der zur Vereinigung mit dem Schöpfer strebt, zum Ziel, und die Nationen der Welt, dies ist der Teil der unfähig dazu ist. Wir verspüren eine gewisse Sehnsucht, den Schöpfer zu offenbaren. Die Wissenschaft der Kabbala ist die Definition der Methode, den Schöpfer der Schöpfung zu offenbaren. Mit anderen Worten, sie spricht über die Enthüllung der Eigenschaften des Gebens und der Liebe in der Schöpfung selbst.

Damit wir die Möglichkeit haben, dieses Ziel zu erreichen, vereinigen sich die Menschen, die das angemessene Verlangen danach haben, in einer gemeinsamen Umgebung. Sie fühlen sich untereinander angezogen und wissen nicht warum und sie kommen zusammen wie elektrische Ladungen oder Metallspäne in einem magnetischen Feld. Dies geschieht, wenn sie sich die Möglichkeit erarbeiten, die Korrekturmethode umzusetzen.

Zuerst wissen sie nicht, dass sie sich selbst zu korrigieren haben. Sie verspüren einfach eine Aufforderung zur wichtigsten Sache: „Warum lebe ich? Was ist der Sinn meines Lebens?“ Irgendwann einmal beginnen sie zu verstehen, dass alle diese Fragen zur Enthüllung des Schöpfers führen, der höheren Kraft die erschafft, erhält, formt, und alle Realität kontrolliert. Es gibt nichts ausser dieser Kraft.

Derart kommt ein Mensch von der Frage über den Sinn des Lebens zur Frage, wie man den Schöpfer enthüllt. Letzten Endes gibt ihm die Enthüllung des Schöpfers die Antwort auf alles. Folglich vereinigen sich diese Menschen, um der Enthüllung des Schöpfers näher zu kommen.

Der Schöpfer ist verborgen, und um Ihn eher als alles andere zu enthüllen, im Sinne von der Enthüllung der Eigenschaften des Gebens und der Liebe, die ausserhalb unserer Natur des Empfangens und des Hasses liegt; um darüber hinauszuwachsen, wurde ich zu einer bestimmten Zusammenkunft von Menschen gebracht. Mit ihnen zusammen beginne ich zu verstehen, dass sich die Frage über die Bedeutung des Lebens zum Bedürfnis gewandelt hat, den Schöpfer als Antwort auf alle Fragen, die ich gestellt habe und stellen werde, zu enthüllen. Den Schöpfer zu enthüllen heisst, die Kraft des Gebens und der Liebe zu enthüllen. Diese Kraft kann nur in der Stufe der eigenen Gleichheit zu ihr verstanden werden, nur wenn auch ich diese Eigenschaft erlange, die Er ist.

Ich muss diese Eigenschaft erwerben, und um diese Errungenschaft sicherzustellen, befinde ich mich unter Menschen, die mir gleichen. Dies wurde absichtlich für mich eingerichtet. Der Schöpfer ist verborgen, weil die Eigenschaft des Gebens zu mir entgegengesetzt ist. Aufgrund ihrer grundlegenden Verschiedenheit fühlen sich diese Eigenschaften gegenseitig nicht und deshalb verspüre ich den Schöpfer nicht. Und es ist unmöglich in Verbindung mit jemandem zu arbeiten, den ich nicht spüre. Ich werde mich definitiv irren und in Selbsttäuschung verfallen.

Somit, anstatt mir Arbeit mit Ihm zu geben, gab mir der Schöpfer Arbeit mit meinem Nächsten. Das ermöglicht mir zuverlässige Überprüfungen durchzuführen und mich selbst in Beziehung zu ihnen zu kontrollieren: Wie sehr schreite ich vom Hass zur Liebe voran?

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichts vom 15/02/2011, Schriften von Rabash

Wir arbeiten mit Freunden, haben jedoch den Schöpfer im Auge

Wie schreiten wir in einer Gruppe voran? Gemeinsam wissen wir, dass es unser Ziel ist, die Liebe und das Geben zu erreichen. Und die Kraft der Korrektur erreicht uns nur durch das Studium des korrigierten Systems. Das ist die Weisheit der Kabbala.

Daher vereinigen wir uns und studieren gemeinsam um das höchste Maß an Absicht für die Einheit zu bilden. Entlang des Weges entdecken wir den wahren Hass (Sinnah) – den Berg Sinai zwischen uns, jedoch zur gleichen Zeit entdecken wir die Notwendigkeit, die Liebe und das Geben zu erlangen. Letzten Endes gibt es keine andere Lösung – das ist das Ziel. Auf diese Weise steigen wir stufenweise auf.

Ein Mensch bemüht sich um die Liebe der Freunde, indem er seine Anstrengungen und Erfolge überprüft. Und für ihn bedeutet es keinen Unterschied dazu, dem Schöpfer nahe zu sein. Obwohl der Schöpfer verborgen ist, sind diese beiden Korrekturen – Arbeit mit dem Nächsten und Arbeit mit dem Schöpfer – gleich, in der Tat identisch.

Denn ein „Nächster“ ist alles, was ausserhalb dem Verlangen eines Menschen existiert, sei es der Schöpfer oder ein Freund. Beide sind wie Eins, denn beide sind ausserhalb des Menschen. Folglich, wenn er in der Lage ist, sich selbst in Beziehung zu einem Freund anzuvertrauen, muss er wissen, dass, indem er das tut, er sich selbst in Beziehung zum Schöpfer anvertraut.

Außerdem erhält er in der Gruppe Hilfe von Freunden, da sie Arbeit von ihm erwarten und sie ihn motivieren, das zu tun. Daher kann er hier definitiv erfolgreich sein.

Wir vereinigen uns mit den Freunden so viel als möglich um die Art unserer Einheit durch das Studium zu korrigieren. Das ist die Methode. Und wenn wir dies mit dem Zweck tun, das Geben und die Liebe zum Schöpfer zu erlangen, bauen wir uns selbst auf, gemäss dem Prinzip „Israel, Tora und der Schöpfer sind eins.“ Wenn wir uns mit den Freunden durch das Studium der Kabbalah vereinen, rufen wir das Licht das verbessert hervor, die innere Kraft in uns, den Schöpfer. Dann erreichen wir Einheit mit Ihm durch die Einheit unter uns.

In der Spiritualität gibt es keine Verzeihung

Frage: Was wird unter den Worten (Das Buch Sohar. Vorwort. Artikel „Das sechste Gebot“ Punkt 221) verstanden: „… niemand außer Ihm verfügt über das Recht, sich über ihm (über dem Mensch) zu erbarmen“? Wie kann das Gesetz barmherzig oder eben nicht barmherzig sein?

Meine Antwort: In der Kabbala ist die Barmherzigkeit eine Eigenschaft des Gebens (Chassadim), und nicht die Verzeihung für eine gewisse Versündigung, wie es in unserer Welt üblich ist. Im spirituellen System existieren keine Verzeihungen. Es ist ein System von sehr genauen Gesetzen.

Und wenn ich irgendwelche Versündigung begangen habe, dann soll ich vor allem wissen, warum, welche und wie ich sie begangen habe. Ich soll verstehen, dass der Schöpfer mir diese Versündigung angehängt hat, damit sie mir offenbart wird, und ich mit ihrer Hilfe begreife, wie ich hinaufsteigen kann.

Denn es gibt eigentlich keine Versündigungen, sondern nur die Aufklärung des Übels, das früher verborgen war, und später enthüllt wurde.

Deshalb wird im Sohar unter der Barmherzigkeit die Erwerbung der Kraft des Gebens verstanden.

Auszug aus dem Unterricht über den Buch Sohar. Das Vorwort, 17.02.2011

In der Spiritualität gibt es keine leichten Bücher

Frage: Was ist der Unterschied zwischen der Einwirkung des Sohar auf einen Menschen, der die spirituelle Erkenntnis erlangt hat, und auf denjenigen, der sich noch nicht in der spirituellen Erkenntnis befindet?

Meine Antwort: Der Sohar wirkt entsprechend der spirituellen Stufe des Menschen, als würde zum Beispiel ein kleines Kind oder ein großer Wissenschaftler ein Buch über Physik lesen.

Derjenige, der die spirituelle Welt noch nicht erlangt hat, liest, versteht jedoch nicht das Geschriebene. Und es gibt keine Bücher, die die spirituelle Welt auf seiner Stufe, in seinen Eigenschaften erklären könnten. Die spirituelle Welt ist für ihn eine Antiwelt, sie kann nur in dem Ausmaß verstanden werden, in dem ihre Eigenschaften des Gebens und der Liebe erlangt werden.

Deshalb beschäftigt man sich anfangs mit Kabbala, nicht um die spirituelle Welt zu verstehen, sondern um deren Eigenschaften zu erlangen. Denn wenn der Mensch diese Eigenschaften erlangen will, ruft er während des Studiums deren allmähliche Entwicklung in sich hervor. Dieses Phänomen wird als „Segula“ bezeichnet.

Und in dem Ausmaß der Erlangung von spirituellen Eigenschaften beginnt er das, was in den kabbalistischen Büchern geschrieben steht, zu spüren und zu verstehen – dann werden die gleichen Bücher zu Lehrbüchern und Wegweisern durch die für ihn neue spirituelle Welt.

Aus diesem Grund macht es keinen Sinn, aus der Lehre von den Zehn Sefirot, die von einem großen Kabbalisten Baal HaSulam geschrieben wurde, eine leichtere Version für Anfänger zu machen. Denn sie werden das Geschriebene sowieso nicht verstehen, sondern müssen den Text zum Erlangen der Eigenschaft des Gebens verwenden.

Es macht keinen Sinn, Kabbala wie Physik zu studieren – das lenkt von der Korrektur ab. Und der Gegenstand des Studiums ist der Mensch selbst, weil alle Welten sich in uns befinden und das Licht in uns enthüllt wird. Das Wichtigste ist, das Licht anzuziehen.

Einige, die die spirituelle Welt nicht erlangt haben, schreiben aber Ergänzungen und Kommentare zu der Lehre von den Zehn Sefirot (TES). Doch wie ist das möglich, wenn der Mensch diese Ergänzungen nicht selbst in der spirituellen Welt erfasst, sondern sie mit seinem irdischen Verstand vermutet. Wie kann man von einer nicht selbst erfassten Welt schreiben?!

Doch es geht noch nicht einmal darum, sondern darum, dass derjenige, der die höhere Welt noch nicht erlangt hat, die Quelle des Lichts braucht – eine authentische Quelle, die von jemandem, der die gesamte höhere Welt erfasst hat, geschrieben wurde, um aus diesem Buch das korrigierende Licht anzuziehen.

Diejenigen aber, die Kommentare zu TES ohne Erkenntnis schreiben, setzen ihn von der Ebene der spirituellen Kraft zu einer irdischen Wissenschaft herab. Ich darf mich im Gegenteil nicht damit zufrieden geben, dass ich TES verstehe, sondern erkennen, dass ich nichts davon verstehe, er mir aber die korrigierende Kraft spendet, deren Einwirkung ich allmählich wahrnehme.

In dem Ausmaß der Korrektur spüre ich in den korrigierten Verlangen die Weisheit. Wenn das Licht Chassadim und das Licht Chochma sich in meine korrigierten Verlangen kleiden, bedeutet es, dass ich Wissen erlangt habe. Wie geschrieben steht: „Und Adam erkannte Hava, sein Weib“ – aus der Verbindung, aus der Vereinigung heraus.

Aus diesem Grund wird das Studieren von Kommentaren nicht helfen. Ich brauche eine authentische Quelle, die stärkste in ihrer Fähigkeit, mir das Licht zu spenden. Denn ich selbst bin der Gegenstand des Studiums, und die ganze Weisheit wird sich in mir enthüllen.

Rabash hat während der Unterrichte keine große Aufmerksamkeit den Erklärungen geschenkt. Er machte nur kurze Erläuterungen, damit wir uns besser mit dem Text verbinden können, indem wir nach dem Licht, das zur Quelle zurückführt, verlangen.

Es gab damals zwei Gruppen – die Gruppe von Rabash und die Gruppe von Hillel. Wir gingen nach dem Unterricht „leer“ nach Hause, die Menschen aus der Gruppe von Hillel gingen „erfüllt“, mit Verständnis.

Das Studium der Kabbala ist „Segula“, ein „Wundermittel“ des Lichts und keine Wissensquelle. Das Wissen kommt mit dem Licht. Es ist nicht nötig, zu denken, das Licht erfüllt dich mit Wissen, entsprechend deiner Ähnlichkeit mit ihm im Geben.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 16.02.2011

Es nützt nichts, die Liebe vorzuspielen

Frage: Warum müssen wir studieren, um das höhere Licht anzuziehen? Warum kann das Licht nicht auf uns einwirken, während wir in der Gruppe arbeiten, wie es auf ein kleines Kind während des Spielens einwirkt? Warum reicht es uns nicht, die „Liebe zu Freunden“ nur vorzuspielen, um diese Liebe zu erlangen?

Meine Antwort: Während des Studiums versuchen wir, uns zu verbinden, und wir brauchen unbedingt das Licht, das uns entwickeln lässt. Dieses Licht kommt nicht einfach, nur weil wir versuchen, uns zu verbinden. Es muss zu uns aus der höheren Welt, aus einem höheren Zustand, von einer höheren Stufe kommen.

Denn wir wachsen nicht wie Tiere, auf der gleichen Ebene. Während ich als kleines Kind danach strebe, erwachsen zu werden, wachse ich lediglich in meinem Ego und wandle es nicht in „um des Gebens willen“ um. Ich werde zu einem immer größeren Tier. Während wir bei unserer spirituellen Arbeit unser Ego auf jeder Stufe ins Geben verwandeln. Und aus diesem Grund brauchen wir das Licht, das zur Quelle zurückführt. Deshalb reicht es nicht, in der Gruppe zu „spielen“, um die Liebe zu Freunden zu erlangen, denn diese Liebe ist unserer Natur entgegengesetzt. Ich spiele die Liebe vor, werde sie deswegen aber nicht erlangen.

Wenn die Menschen sich verbinden wollen, um ein egoistisches Ziel, welches unser Ego versteht, zu erreichen – zu gewinnen oder zu verdienen -, haben sie kein Problem damit, sich zu verbinden.

Doch wenn wir unsere Natur verändern sollen, dann versteht unser Ego nicht, wozu wir uns mit den Anderen verbinden sollen, und deshalb sind wir dazu nicht in der Lage. Ich höre viele Vorwürfe. Die Menschen kommen zu uns und fragen erstaunt: „Ihr, Kabbalisten, verhält euch so untereinander?! Hier muss grenzenlose Liebe herrschen! Schaut euch aber an, was hier geschieht!“ Die Außenstehenden verstehen das nicht.

Denn wenn du in irgendeine äußere Gemeinschaft, die ein klares egoistisches Ziel hat, kommst, wirst du sehen, dass sie untereinander vereint sind, weil sie verstehen, dass sie das Ziel – erfolgreich im Geschäft zu sein oder ein Haus zu bauen – gemeinsam erreichen können.

Wir können uns aber nicht verbinden, weil die Verbindung unter uns nur durch das Zerbrechen des Egos möglich ist, während sie in einer äußeren Gemeinschaft durch das Wachstum des Egos stattfindet. Aus diesem Grund müssen wir zusätzlich das Licht, das zur Quelle zurückführt, anziehen. Und nur das Licht kann uns durch seine Einwirkung vereinen. Wir können nur Hass zwischen uns enthüllen. In einer äußeren Gemeinschaft, welche durch ein egoistisches Ziel verbunden ist, enthüllen die Menschen Liebe untereinander, wir aber enthüllen Hass. Es wird als „Berg Sinai“ – „Berg des Hasses“ – bezeichnet. Und dann werden wir die Tora brauchen, das Licht, das zur Quelle zurückführt, weil wir uns nur mit dessen Hilfe vereinen können.

Deshalb enthüllt sich in einer wahren kabbalistischen Gruppe nur Hass – und dann müssen sie studieren, um das Licht, das sie verbindet, anzuziehen. Doch das Licht verbindet sie nur für einen Augenblick, und anschließend enthüllt sich wieder Hass – damit sie weiter vorankommen können, indem sie das Licht anziehen. Auf diese Weise müssen sie ständig das Licht anziehen, sonst versinken sie in Hass. Dieser Hass ist ihr Ego, die „Gegenhilfe“, die ihnen auf diese Weise hilft, voranzukommen.

Deshalb brauchen wir die Gruppe, und wir müssen versuchen, uns zu verbinden, obwohl uns klar ist, dass wir das selbst nicht erreichen können. Wir müssen es jedoch versuchen und uns von diesem Spiel nicht verwirren lassen. Und wir müssen gemeinsam studieren, um das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen, weil es einen Umsturz in uns vollbringen muss, denn wenn wir die Eigenschaft des Gebens nicht erreichen, werden wir uns nicht verbinden können.

Äußere Gemeinschaften verbinden sich auf egoistische Art und Weise. Wir verbinden uns jedoch nur durch das gegenseitige spirituelle Geben. Wenn das Licht auf uns einwirkt und uns untereinander verbindet, werden wir in dem gemeinsamen Kli zwischen uns sofort den Schöpfer enthüllen. Die gemeinsame Kraft, die sich zwischen uns enthüllen wird, ist der Schöpfer. Unser Verlangen zu genießen wird sich in das Verlangen zu geben verwandeln.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011