Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Wahrnehmung der Welt: Ich sehe nur das, was ich fühle

Das Ende der Korrektur, welche von den Kabbalisten angesprochen wird, soll sich in unserer Welt, in der Materie, in allen unseren schlechtesten „materiellsten“ Wechselbeziehungen verwirklichen. Es ist eben die endgültige Korrektur, wenn „die Finsternis, die das Licht erleuchtet“ (die Psalmen) und „seine Füße auf dem Ölberg stehen werden“ (die Propheten).

Mein tierischer Teil bleibt dabei bestehen. Mein Körper beginnt nicht, für das Geben zu arbeiten. Denn in Wirklichkeit machte er das von vornherein. Die gesamte Natur, ausgenommen den Menschen, richtet sich auf das Geben; wir sehen es nur nicht, bewerten sie nach eigenen Maßstäben.

Mir scheint es so zu sein, dass die Tiere einander fressen, aber die Wirklichkeit ist anders. Ich kann ihre Absicht des Gebens nicht erkennen, weil ich sie nicht fühle, nicht verstehe. Und sie werden von der Natur geleitet, erledigen ihre Anordnungen, die auf das Geben gerichtet sind; was im Gegenteil über mich nicht gesagt werden kann. Ich erledige die Anordnungen des eigenen Egoismus, die auf das Empfangen gerichtet sind, und dazu verleumde ich die Natur, weil ich sie aus eigenen Mängeln beurteile.

Infolge der Korrektur soll der Mensch die globale Form annehmen, das globale Bild erkennen. Wir sagen, dass dabei auch die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur korrigiert wird, bzw. in deiner neuen Wahrnehmung korrigiert wird. In Wirklichkeit müssen die Tiere nicht korrigiert werden. Du wirst noch sehen, wie der Wolf mit dem Schaf Frieden hält, genauso, wie du heute siehst, wie sie einander fressen.

Baal HaSulam schreibt darüber im Artikel „Die Verhüllung und die Enthüllung des Schöpfers“: du siehst die Kriege und die Zwietracht in der Welt, weil du selbst so bist.

Auszug aus dem Unterricht nach der Zeitung „Volk“, 18.08.2011

Die Zeit ist gekommen!

Freunde, zum ersten Mal in der Geschichte haben wir uns der wahren Umsetzung der Wissenschaft der Kabbala, der Bestimmung des Menschen und der Korrektur, die die Schöpfung durchlaufen muss, genähert! Das alles liegt nun in unseren Händen, und wir müssen es tun, obwohl es vielleicht sehr schwer oder sogar unmöglich zu sein scheint.

Selbst wenn in uns noch die Angst wohnt, dass wir dazu nicht in der Lage sind, dass wir das nicht können, selbst wenn wir uns unsicher fühlen, lässt sich daran nichts ändern – die Zeit ist gekommen! Die Realität zwingt uns zu handeln. Vor uns enthüllt sich der Ort des Zerbrechens, und wir müssen die Korrektur vornehmen.

Und obwohl wir es gewohnt sind, zu glauben, dass die Kabbala das Studium von irgendwelchen Texten Absichten und Handlungen beinhaltet, die keine sichtbaren Resultate bringen, sondern tief im Inneren, in den Gemütsbewegungen und Empfindungen eines Menschen zum Vorschein kommen, sind wir heute dennoch an einem Punkt angelangt, an dem es sich ebenfalls im Material bemerkbar macht. Das heißt, alles, was wir studieren, und alles, was wir versuchen, in der Absicht umzusetzen, müssen wir deutlich sehen, wie es die Materie beeinflusst und sich in der Welt, in einem neuen Gleichgewicht der Kräfte, im Prozess, der in der Welt stattfindet, materialisiert.

Wir sind an der praktischen Kabbala angelangt! Und wir können unmöglich unsere Mission abbrechen und weglaufen. Wenn wir das, was uns auferlegt wurde, nicht tun, erwarten uns und die ganze Welt dramatische Ereignisse.

Denn jene Kraft, die gekommen ist, um uns beim Vorankommen zu helfen, wird im dem Fall, wenn wir sie nicht richtig nutzen, ihre Einwirkung fortsetzen. Wenn wir jedoch die Gelegenheit verpassen, sie richtig, auf wünschenswerte Art und Weise zu nutzen, wird sie uns selbst entgegen unserem Wunsch und in einer sehr unliebsamen Form benutzen.

Ob wir wollen oder nicht, diese Kraft enthüllt sich heute und muss in uns zum Vorschein kommen. Wir können sie in einen anti-egoistischen Schirm und das reflektierte Licht, in das Maß der Ähnlichkeit mit dem Geben des Schöpfers umwandeln – was kann es besseres geben! Und wenn wir dies nicht tun, wird die gleiche Kraft, die wir nicht in den Schirm und die Absicht, in das reflektierte Licht und das Geben, in das Licht und die Güte umgewandelt haben, in einer umgekehrten Form in uns zu wirken beginnen.

Darum schreibt Baal HaSulam, dass wir eine Zeitung herausgeben sollen und anfangen sollen, zu handeln, damit alle erfahren, welche Aufgabe vor uns steht, und sie erfüllen können.

Auszug aus dem Unterricht über die Zeitung „Die Nation“, 16.08.2011

Lasst die Knochen für die Hunde

Der Sohar, Kapitel „Truma (Schenkung)“, Abschnitt 487: Es gibt ein Sinnbild über einen König, der ein Mahl für seine Familie zubereitete. So lange wie sie taten, was er wollte, aßen sie zusammen mit dem König und gaben die Knochen den Hunden zum kauen. Als die Familie nicht den Willen des Königs erfüllte, gab er das ganze Essen den Hunden und die Knochen seiner Familie.

Frage: Was ist dieses Essen, das alle am Tisch des Königs aßen?

Meine Antwort: „Essen“ bedeutet, dass du das Vergnügen des Gebens erhältst. Und du musst dieses Vergnügen auch zum Wohle des Gebens empfangen.

Es geht dabei um die Ausstrahlung, die Empfindung, die Handlungen im Verlangen. Die „Hunde“ in mir sitzen neben dem „Tisch“ in mir, wo ich die „Geschmäcker des Königs“ fühle. Was sind die „Geschmäcker des Königs“? Was ist „der Tisch des Königs“? Das sind die Vergnügen, die durch das Geben enthüllt werden, welche der König schenken möchte. Er genießt durch das Geben. Und er wünscht auch dir, dass du genießt, indem auch du den anderen gibst.

Wenn du dann gibst und es genießt, ist die ganze Frage: Was schenkt dir Freude? Genießt du die Tatsache, dass du dem König ähnlich bist? Genießt du das, weil Er Freude an deiner Ähnlichkeit zu Ihm empfindet? Oder genießt du es, weil du deine Hände an irgendeinem Vergnügen hast? Wenn das so ist, dann wandelst du dich augenblicklich von einem Menschen, der an dem Tisch gegenüber dem König sitzt, in einen Hund, der unter dem Tisch auf Knochen rumkaut.

Aus dem zweiten Teil der Täglichen Kabbala Lektion vom 11.07.2011, Der Sohar

Die Krankheit ist klar – jetzt kommt das Heilmittel

Bald werden wir in der ganzen Welt auf den Widerstand treffen. Bisher sind wir noch nicht so sehr aufgefallen, aber in Zukunft erwartet uns Widerstand. Denn die Welt versteht nicht, dass das Böse sich enthüllt, damit wir uns darüber erheben können.

Sie will dieses Übel einfach beseitigen, während wir es im Gegenteil korrigieren müssen. Darüber steht geschrieben: „Der Held unter den Helden ist derjenige, der einen Hasser in seinen Freund verwandeln kann“. Dann wird die Schlange, der Todesengel, zu einem heiligen Engel.

Aus diesem Grund müssen wir alle Schwierigkeiten und Gegenreaktionen „kreativ“ behandeln, nach einer Möglichkeit suchen, gerade aus ihnen ein Gebäude des Gebens und des ewigen Lebens zu errichten. Der einzige Unterschied zwischen einer zerbrochenen und einer korrigierten Welt besteht darin, wie wir von unserem Verlangen Gebrauch machen. Wir müssen lediglich die Absicht von der egoistischen zur altruistischen ändern.

Das müssen wir allen erklären. Wir müssen das Wesen des Zerbrechens, oder in moderner Sprache ausgedrückt, der Krise aufzeigen: die Rede ist ausschließlich von der Enthüllung des Bösen unserer Natur. Und sie kann nur durch die Erhebung über die egoistische Verwendung des Verlangens zur Liebe korrigiert werden. Nur darin besteht unser freier Wille, in allem anderem ist der Mensch völlig unfrei.

Je konsequenter wir dabei vorgehen werden, je mehr Ausrichtung und Zuversicht wir haben werden, desto schneller werden wir erkennen, dass wir uns im Krieg zwischen dem Schöpfer und Amalek befinden, der in allen Generationen geführt wird. „Amalek“ ist die ganze Basis des Bösen, das heißt unseres Egoismus, es ist seine wahre Natur. Und der Krieg wird „in jeder Generation“ geführt, d.h. in jeder Phase unseres Daseins, von einem Kreislauf zum nächsten.

Daher ist es so wichtig, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Krise aus der ganzen Welt zu sammeln. Wissenschaftler haben nichts mit der Kabbala zu tun, und wir präsentieren ihre Forschungsergebnisse, die besagen, dass die Krise das Ergebnis des menschlichen Egoismus ist und nur die Vereinigung als Heilmittel für diese Krankheit dienen kann; Vereinigung zwischen uns allen – über dem Egoismus.

In verständlicher Sprache erklären wir der Welt die kabbalistische Sicht auf den Zustand der Krankheit und auf den gesunden Zustand. Dann muss nur noch ein „Medikament verschrieben“, sprich – ein Zwischenglied ergänzt werden. Wir bezeichnen die Krankheit mit einem Plus-Zeichen und den korrigierten Zustand mit einem Minus-Zeichen. Das Problem liegt darin, dass die Menschen die Lösung nicht kennen. Das Heilmittel stellt für sie ein großes Fragezeichen dar.

Heute ist bereits klar, dass unser Ego die Ursache der Krankheit ist und dass unsere Erholung mit der Eigenschaft des Gebens verbunden ist. Wann werden wir also in der Lage sein, aus der Krise herauszukommen? Wenn wir verbunden sind. Unsere Aufgabe besteht also darin, die Bürgschaft zu erreichen, damit wir alle miteinander verschmelzen.

Die Welt meidet jedoch diese Entscheidung, denn der Egoismus wünscht keine Einigkeit. Er wird uns nicht in Ruhe lassen, bis wir zu ersticken beginnen. Er muss auch so sein, um uns genau zum Ziel, zur Notwendigkeit der Vereinigung, zu führen. Der Egoismus offenbart uns sein Übel so lange, bis wir es wirklich nicht mehr ertragen können. Nur dann können wir aus dem Ego zu der Eigenschaft des Gebens flüchten und dann das Ego selbst in das Geben umwandeln.

Aus der 3 Lektion des Kongresses in Deutschland, 06.08.201

Für die Welt, dem Schöpfer zur Freude

Frage: Öffnet sich die Welt nun für die Wissenschaft der Kabbala?

Meine Antwort: Ja, unter der Bedingung, dass wir uns verbinden und in uns einen Ort für die Eigenschaft des Gebens, für das Licht, erschaffen, damit es durch uns auf die ganze Welt einwirken kann. Wir müssen zu einem Zwischenglied, einem „Adapter“ werden, der das Licht an die anderen Völker leitet.

Wenn wir das tun, wird es keine Probleme mehr geben, und die Welle der weltweiten Erweckung wir uns zur spirituellen Welt aufsteigen lassen; jedoch nur unter der Bedingung, dass wir uns verbinden, um diese Vereinigung an die gesamte Menschheit weiterzugeben und dem Schöpfer Genuss zu bereiten. Auf diese Weise werden Er, wir und die ganze Welt zu einem System verschmelzen.

Auszug aus dem Unterricht über die Zeitung „Die Nation“, 14.08.2011

Die Unterstützung und das Beispiel

Die Menschheit ist krank. Es genügt jedoch nicht, den Kranken bloß zu heilen. Der Heilungsprozess in unserer Welt funktioniert so, dass der Mensch die Medikamente einnimmt, ohne zu wissen, wie sie wirken. Auf dem spirituellen Weg dagegen soll jeder das Verständnis, die Empfindung erreichen, und die Tiefe des ganzen Universum begreifen.

Jeder soll sich mit den ganzen riesigen Verlangen aller Seelen verbinden und das allgemeine System erforschen, um folglich das Geben zu praktizieren. Mit anderen Wörtern, wir sollen zum Begreifen der ganzen Wirklichkeit kommen.

Die Aufklärung, die Bildung und die Erziehung sind die Ziele, die sich unsere Organisation gestellt hat. Genauso wie die Natur den Menschen aus einer einzigen Zelle entwickelt, so sollen auch wir den Menschen, der sich dem Schöpfer gleichen wird, aufbauen. Wir schaffen die passende Umgebung, geben ihm alle notwendigen Mittel und Instrumente, helfen ihm und unterstützen seine Entwicklung. Nur so kann sich jeder einzelne Mensch entwickeln und sich die Eigenschaften des Schöpfers aneignen.

Unsere Aufgabe ist jeden zu unterstützen, zu bilden, jedem in seiner Entwicklung zu helfen. Mit unserer Unterstützung soll der Mensch selbst aktiv werden.

Wir sollen geduldig gegenüber unseren Gegnern bleiben, und nur die Materialien und Fakten, die sie auf ihrem Niveau verstehen können, verbreiten. Wir sollen sie aus dem Zustand „des Kurzschlusses innerhalb ihrer selbst“ herausführen, ihnen ermöglichen, sich von der Seite zu erblicken. Dies ist unsere Aufgabe.

Damit wir diese Aufgabe erfüllen können, sollen wir uns über allen Unterschiede, allen Differenzen und der Zwietracht vereinigen. Unabhängig davon, was wir in unserem Inneren empfinden, wird „die Liebe alle Verbrechen überdecken“. Nur so können wir den Menschen zeigen, wie wir untereinander in Harmonie, Liebe und Einheit arbeiten.

Alle unsere Anstrengungen sind für das Ziel. Nichts anderes kann uns vereinigen. Ohne des Ziels hätten wir kein Verlangen uns zu vereinigen; es hilft uns die ganze Welt zu dieser Vereinigung einzuladen. Sowohl die Wissenschaftler, als auch der gesunde Menschenverstand und die Welttendenzen zeigen uns, dass die sichere Zukunft in der Vereinigung, Kooperation und Solidarität liegt. Die Menschheit kann die gute Zukunft nicht durch den Kampf erreichen.

Auszug aus der 3. Lektion des Kongresses in Deutschland, 06.08.2011

Der Egoismus ist der richtige Schaffner

Die Quelle unseres spirituellen Weges hat ihren Ursprung im Zerbrechen der Gefäße (Schwirat Kelim). Der Egoismus, die Entfremdung und der gegenseitige Hass sollen wir in Form der richtigen Vorbereitungsbasis für die Korrektur betrachten. Als Rabbi Akkiwa das Ödland an der Stelle des Tempels sah, lachte er und erfreute sich. Dabei war er der weiseste Mensch der Generation, der größte Kabbalist.

„Wie können Sie sich über die Zerstörung der Heiligkeit freuen? – wurde er einst gefragt. Das Prinzip der Nächstenliebe ist doch niedergetreten, das Streben nach Geben und Liebe erniedrigt. Wie kann denn so ein Unglück der Anlass zur Freude sein?“

Seine Antwort war: „Ich glaubte niemals, wusste nicht und empfand nicht, dass wir je die allgemeine Korrektur erreichen können. Aber jetzt, wenn unser spiritueller Bau, der Tempel zerstört ist, wenn die Liebe, die einst zwischen uns herrschte, verschwunden ist und das Volk in den grundlosen Hass gefallen ist, bin ich überzeugt, dass wir aus diesem endgültigen Zerbrechen zur allgemeinen Korrektur, zur vollen Befreiung kommen werden“.

Deshalb ist alles, was uns in jedem Augenblick des Lebens geöffnet wird, das Zerbrechen der Gefäße, welches wir korrigieren sollen. Alles was mit uns geschieht, angefangen mit den grundlegenden Fragen bis zu den Kleinigkeiten, in der Familie und auf der Arbeit, in mir, in meinem Befinden, in den Beziehungen mit den Verwandten und den Bekannten, mit dem Volk und mit der Welt, also in der ganzen Realität – alles wird nur zwecks der Korrektur offenbart.

Allmählich eröffnet sich vor mir das ganze neue Bild, welches meine Selbstsucht tiefer durchdringt. In diesem Bild soll ich das Ergebnis der ständigen Einwirkung des Lichtes erkennen. Diese Einwirkung deckt in mir immer tiefer die Schichten des Egoismus auf.

Wir nehmen die Welt in unserem Ego wahr, und deshalb sollen wir es korrigieren. Worin besteht die Korrektur? Darin, dass wir den anderen Menschen zur Einheit verhelfen. Besonders jetzt, wenn die ganze Welt beginnt, das Böse des laufenden Zustandes zu erkennen, helfen wir ihr zu fühlen und zu verstehen, dass unsere innere Natur, das Ego „böse“ ist.

Unsere Selbstsucht ist der einzige Grund für alle unsere Probleme. Wir sehen, was geschieht: Weil sie keine Kraft haben, das Leben in Ordnung zu bringen, zerstören die Menschen die Welt, begehen Selbstmord, zerreißen die gegenseitigen Beziehungen, zerstören die Natur … Mit jenem Übel, das in jedem von uns steckt, können wir zum Guten nicht vorankommen, auf diese Weise können wir das gute Leben nicht aufbauen.

Jeden Tag entdecken wir, dass die Krise, verursacht durch unsere Selbstsucht, alles zerstört und nicht zulässt das Leben zu verbessern. Andererseits sollen wir verstehen, dass sie uns vorantreibt und uns ermöglicht, den genauen Kurs auf die Korrektur, auf das Gute zu nehmen. Ebenso können wir die enthüllte Krankheit behandeln.

Wir sollen der Selbstsucht dankbar sein und sie dafür mögen, dass sie uns an die Stelle führt, welche die Korrektur braucht. Es ist gesagt, dass der Pharao die Söhne Israels dem Schöpfer näherte. Der Pharao hat sie dem Druck ausgesetzt und sie mussten folglich aus Ägypten fliehen. Wenn es anders wäre, würden sie dort bleiben.

Es ist gesagt: „Wir werden zum Pharao gehen, weil Ich sein Herz verbittert habe“. Es sind hier zwei Gegenteile sichtbar, die man nicht vergessen darf. Unabhängig davon, wie groß dir das Böse erscheint, darf es nicht zerstört werden. Es muss korrigiert werden.

Auszug aus der 3. Lektion des Kongresses in Deutschland, 06.08.2011

Die vertrockneten Körner beleben

Unsere Freiheit der Wahl besteht darin, sich in die Gruppe einzugliedern und in der Lage zu sein, gegen den natürlichen Egoismus zu arbeiten. Aus der Gruppe bekomme ich das Streben zur Spiritualität und zum Geben sowie zur Bitte (Man) um den Schirm (Massach) und um das Licht (Or Choser) – in dem Maß, in dem ich es wirklich will.

Aber wenn ich das alles nicht wirklich will, wie kann ich dann den Wunsch bekommen?! Wir sind deshalb auf eine solche Stufe gestellt worden, die keine Verbindung zur Spiritualität hat und völlig materiell ist! Sie bleibt mir erhalten, selbst wenn ich zur letzten Stufe vor dem „Gmar Tikun“ aufsteigen werde; ich werde also diese Stufe immer wahrnehmen, welche „diese Welt“ heißt. Und ich kann mich hier mechanisch, ohne jedes Verlangen, verpflichten, mich innerhalb der Gruppe aufzuhalten und von ihr den Einfluss, ohne jegliches Bedürfnis meinerseits, bekommen.

Auf diese Weise wird die richtige Umgebung in mir das Bedürfnis zum Geben wecken, das mich zwingen wird, zu lernen und an allen Gruppenaktivitäten teilzunehmen. Und im Endeffekt wird sie mich an den Schirm und an das reflektierende Licht bringen.

Deshalb baut der Mensch die Umgebung und die Rahmenbedingungen um sich auf, welche ihm zeigen, inwiefern er sich spirituell entwickeln will. Dann kann er ohne jedes Verlangen, ohne jedes Bedürfnis und selbst bei der Abneigung weiterarbeiten. Aber wenn ihm irgendwelches Anfangsstreben zur Spiritualität gegeben ist, dann ist er verpflichtet, sich in die richtige Gruppe zu integrieren, welche im Menschen das Bedürfnis zum Spirituellen bilden wird.

Wie im Buch Sohar geschrieben ist, haben sogar die Schüler der Gruppe von Rabbi Schimon am Anfang des Studiums in sich den großen gegenseitigen Hass empfunden. Niemand hatte das Verlangen zur Nächstenliebe und jeder fühlte, dass er die Gruppe und die Freunde hasste. Auch wir kommen in Wirklichkeit in einem solchen Zustand zum Unterricht – wie die vertrockneten, toten Körner. Wir kommen rein mechanisch, ohne Herz und Vernunft.

Dann setzen wir uns und beginnen zu lernen, zuerst mechanisch, ohne eine Forderung im Herz. Wir beginnen zu sprechen, aber wir lügen dabei, denn keiner will die Vereinigung. Wir beginnen von weitem und ziehen allmählich mittels des Studiums das Licht heran, das zur Quelle zurückführt und uns dadurch verändert.
Dieses ferne, umgebende Licht beleuchtet unseren egoistischen und zerbrochenen Wunsch und verändert ihn allmählich. In seinem Inneren beginnt der Punkt im Herzen immer mehr aufzuwachen. So steht der Mensch von den Toten auf.

So beschreibt der Sohar diese großen Kabbalisten, die sich auf den Stufen GA“R der Welt Azilut befanden und deshalb für uns ein solches Buch schreiben konnten. Aber in Wirklichkeit hat jeder vor dem Unterricht ein riesiges Fallen. Kurz vor dem Korrekturende hat sich Rabbi Schimon als Schimon vom Markt empfunden, der das ganze spirituelle Begreifen verloren hat.

Sie konnten sich jedoch umarmen und verbinden, weil sie sich in dieser Welt befanden und ihre materiellen Verlangen (die physischen Körper) empfanden. So konnten sie sich einander mittels des einfachen Gesprächs „aus dem Mund ins Ohr“ inspirieren lassen, und das auf der Stufe, auf welcher kein spirituelles Geben möglich ist.

Aber darin ist eine besondere, große Kraft enthalten, welche dir zulässt, ständig den neuen Anfang zu nehmen, die Verbindung mit der Spiritualität mittels der Verbindung unserer Verlangen aufzubauen, welche dir heute als die materiellen Körper erscheinen. Auf diesem Wege wachen wir auf, um das Ziel der Schöpfung zu erreichen und um immer höher aufzusteigen, bis wir am Ende der Korrektur ankommen.

Und nur, wenn wir die endgültige Korrektur, alle vorhergehenden Stufen, einschließlich die Stufe dieser Welt, erreichen, werden sie alle, wie ein Teppich zusammengerollt, sich an Malchut der Welt der Unendlichkeit anschließen. Diese Schlusshandlung wird als „Sivug rav paalim u-mekabziel“ – die große Verschmelzung beschrieben. Und danach kehrt die ganze Realität in die Unendlichkeit zurück.

Aber bis dahin werden wir in der Empfindung dieser Welt auf der untersten Stufe der spirituellen Treppe existieren, weil wir ohne sie niemals die geistige Handlung selbständig ausführen werden. Deshalb bestimmt der Mensch selbst, inwiefern er zur Heiligkeit aufsteigen will, aus der Stufe dieser Welt, welche vom Spirituellen ganz abgetrennt ist. Somit bietet diese Stufe immer die Freiheit der Wahl für den Eingang in die spirituelle Welt.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 29.07.2011

Eine Wahl ohne Varianten

Baal HaSulam, „Die Bürgschaft“: „Das heilige Volk“ ist eine Endform der Belohnung für die Verschmelzung mit dem Schöpfer, die eine vollständige Belohnung beinhaltet, die man sich nur vorstellen kann.

In der Welt gibt es Menschen, die spirituell erwachen – die Gruppe. Diese Menschen sind verpflichtet, die Korrektur zu verwirklichen, die Kraft der Bürgschaft zu erwerben und dank dieser Kraft die Korrektur der ganzen Welt zu ermöglichen.

Außerdem sollen sie das Gesetz befolgen: „Ihr werdet Mir ein Reich der Priester sein“. Mit anderen Worten: Es handelt sich um den Zustand „Chafez Chesed“. Die Priester haben keinen Besitz, sie sind wie „Bina“, die Eigenschaft des Gebens. Diese Eigenschaft sollen wir anstreben.

Was die Eigenschaft „das heilige Volk“ betrifft, ist dies schon das Verlangen zu genießen, das wir mit der Absicht des Gebens verwenden. Dadurch können wir diesen Wunsch auf die Stufe der Heiligkeit erheben und kommen zur Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Diese Einheit, diese Kraft und dieser Zustand sollen in der Gruppe herrschen. Hier gibt es keine Varianten, weil es sich um die Naturgesetze handelt. Wenn wir dieses Gesetz nicht freiwillig befolgen, dann wird die Natur uns mittels der Leiden dazu zwingen. Hier gibt es keine Kompromisse. Es gibt nur ein Programm mit einem Parameter der freien Wahl: du kannst deine Entwicklung beschleunigen, bevor die Natur dich dazu erzwingt, die Korrektur vorzunehmen.

In jedem Moment der Zeit ist dieses Programm im Betrieb. Gerade jetzt läuft das Programm. Unsere Aufgabe besteht darin, uns schneller als dieses Programm zu realisieren. So schreiten wir zum Ziel voran – gehen den guten und schnellen Weg, ohne Schläge von hinten.

Also, wir haben zwei Meilensteine auf unserem spirituellen Weg – „das Reich der Priester“ und „das heilige Volk“. Sie fordern, dass wir die Kraft des Gebens, der Nächstenliebe und der Verschmelzung mit dem Schöpfer erreichen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“, 26.07.2011

Wecke die Freunde in dir auf

Frage: Wie zeigt sich mein Bedürfnis nach der Bürgschaft?

Meine Antwort: Es zeigt sich darin, dass ich ständig an meine Chaverim denke sowie innerlich besorgt bin, dass sie an das Ziel denken. So wecke ich sie auf, die innere Arbeit durchzuführen, weil die Wörter hier nicht helfen würden. Die Wörter würden die Stärke dieser inneren Anstrengungen sogar mindern. Unsere ganze Arbeit wird nicht außen, sondern in unserem Inneren geführt. Wichtig ist, inwieweit ich mich darin bemühe, die Freunde in mir zu beleben, damit wir zusammen die Bürgschaft erreichen.

Wir werden die Bürgschaft niemals aus eigenen Kräften erreichen, deshalb fordern wir die Offenbarung des Schöpfers. Denn die Bürgschaft ist jene Kraft des Schöpfers, die uns untereinander verbindet. Wir können die Verbindung zwischen uns sowie die Kraft des Gebens nicht selbständig erreichen. Nur wenn das Licht des Schöpfers sich zwischen uns befinden würde, könnte es funktionieren. Sonst nicht.

Heute sind wir nur vom Hass verbunden. Aber wenn das Licht zwischen uns herrschen wird, dann werden wir die Kraft der Liebe und des Gebens erreichen. Die Bürgschaft ist also jene Kraft, die den Raum unserer Wechselbeziehungen ausfüllt.

Wir sollen nach ihr streben, obwohl wir selbst solche Bürgschaft nicht erreichen können. Wenn wir in uns das richtige Bedürfnis nach Bürgschaft aufbauen, um mit ihrer Hilfe den Schöpfer zu erreichen, dann wird sie wie aus der Dunkelheit zum Vorschein kommen. Und „für den Schöpfer“ bedeutet – für die Eigenschaft der absoluten Nächstenliebe.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“, 26.07.2011