Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Erkenntnis'

Aus dem Abdruck den Stempel erkennen

Frage: Wie ist der eigene Aufstieg zu bemessen: nach dem Wachsen der Selbstsucht oder nach der Größe des Gebens?

Meine Antwort: Man kann das Geben niemals bemessen. Es hat so lange keine Grenzen, keine Form und keine Umrisse, bis es sich auf den Wunsch zu erhalten einkleidet.

Wir befinden uns immer in den egoistischen Gedanken. Aber wenn wir sie überwinden und uns auf den Schöpfer ausrichten, dann werden dadurch die Höhe und die Form des Wunsches zu geben sichtbar.

Nach der Höhe wird er mit der Größe des Wunsches zu erhalten verglichen, über dem wir uns im Geben aufhalten wollen. Somit wenden wir uns in der genauen Übereinstimmung mit unserem egoistischen Impuls an den Schöpfer.

Denn Er hat in uns diesen egoistischen Wunsch, diesen fremden Gedanken gebildet. Indem ich mich erhebe und meine Bitte an Ihn ausrichte, ziehe ich eine Art Maske an, ich kopiere Ihn und finde auf diesem Wege Seine Form.

Der Schöpfer kopierte Seine Form auf meinen Wunsch der Genüsse, und ich mache die Rückkopie von diesem Wunsch, wodurch ich zur Grundform des Schöpfers, zum Wunsch des Gebens zurückkehre.

So komme ich zur Erkenntnis, zum Verständnis und zur Empfindung des Schöpfers: vom Stempel zum Abdruck – und zurück.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Wenn  das Gute wächst,  wächst auch das „, 04.12.2011Böse

Die Hauptsache sind Definitionen

Seit Menschengedenken wurden in allen kabbalistischen Büchern die spirituelle Erkenntnis bzw. die spirituelle Welt beschrieben. Aber unter den Massen wurden sie entsprechend den irdischen Begriffen entstellt. So kam es dazu, dass das Prinzip des Glaubens zur blinden Überzeugung wurde:

– ich glaube daran, dass „sich irgendwo im leerem Raum ein Koffer dreht“ (oder jegliche andere Annahme, einschl. Schöpferexistenz).

– Hast du ihn denn gesehen?

– Nein, aber ich glaube.

Das wird unter den Massen Glauben genannt: Jemand hat mir davon erzählt, was er nicht mal selbst gesehen hat, und ich wiederhole mit Enthusiasmus seine Geschichte.

Eine der der wichtigsten Aufgaben der zusammengesetzten Teile unserer spirituellen Arbeit besteht darin, dass der Mensch in sich die fehlerhafte Vorstellung der Massen über den Glauben und Religion abschafft und zu der ursprünglichen Bedeutung dieser Begriffe zurückkehrt: Die Wissenschaft der Kabbala und das Erkennen des Schöpfers.

Im Artikel „Das Wesen unserer Religion und Ihr Ziel“ nennt Baal HaSulam die Wissenschaft der Kabbala – das Mittel zur Erkenntnis des Schöpfers. Aber in unserer Welt wurden aus der Kabbala die Religionen aller möglichen Konfessionen und Glaubensrichtungen gemacht.

Wenn wir auf falsche Definitionen stoßen, müssen wir eine Korrektur in sich durchführen, indem wir ständig zu den richtigen Bedeutungen zurückkehren. „Religion“ – bedeutet die Wissenschaft der Kabbala, „der Glaube“ – bedeutet eine Offenbarung des Schöpfers, der Eignenchaft des Gebens, des Lichtes Chassadim. „Vollkommener Glaube“, – das perfekte Empfinden des Schöpfers, das Licht Chochma, welches in das Licht Chassadim eingekleidet ist.

„Glaube über dem Verstand“ – der Weg im Geben über dem Empfangen. Ich schwimme quasi über den Wellen von egoistischen Wünschen. Unter dem Segel der Eigenschaft des Gebens, das ihnen genau angepasst wurde. (Was ist ihnen entgegengesetzt? Dies wurde sicher nicht richtig verstanden. Ich würde das einfach weglassen)

„Israel“ – diejenigen, die direkt zum Schöpfer gerichtet sind. Andere heißen „Völker der Welt“. In jedem von uns, bis er sich vollständig korrigiert hat, existieren beide Zustände. „König Israels“: Der Mensch befindet sich im Zustand „Israel“ und spürt dass der Schöpfer in ihm herrscht. „König der Völker“: Der Schöpfer herrscht ebenfalls im Menschen, aber ohne seine Zustimmung oder Kenntnis.

Alles hängt von den Definitionen ab und wir müssen sie sehr gut auswendig kennen, so dass diese beim Lesen eines Textes von selbst in den Sinn kommen. .

Auszug aus einem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 02.01.2011

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Entscheide dich für einen lebendigen Born

Frage: Was soll man mit den Menschen tun, die das Material selbständig studiert haben und mit bereits gefestigten, eingebildeten „Axiomen“ kommen, die die anderen Studierenden nur durcheinander bringen?

Meine Antwort: Die Gruppe muss sich in ihrem kabbalistischen Zentrum wie ein Embryo im Mutterleib isolieren. Die wachsende Seele bedarf des Schutzes! Sie muss wie ein Embryo oder ein Kleinkind mit Fürsorge umgeben werden, um sie herum muss eine geeignete Umgebung erschaffen werden, wie „Arche Noah“.

Solange die Schüler die spirituelle Erkenntnis noch nicht erlangt haben und noch nicht begreifen, was sie tun oder wohin sie gehen, wirft es sie von einer Seite zur anderen, von einem Zustand zum anderen, denn jedes Mal werden unterschiedliche neue Systeme in uns gebildet. Und während wir dabei sind, uns aufzubauen, werden wir immer solche instabilen Zustände durchlaufen, und aus diesem Grund dürfen wir nicht unter dem Einfluss von mehreren Faktoren stehen, sondern nur eines Faktors.

Baal HaSulam schreibt in dem Artikel zum Abschluss des Buches Sohar, dass, wenn der Schüler sich nicht an den Lehrer anheftet, wie ein Embryo im Mutterleib, und sich nicht mit dem Höheren verbindet, er nicht voran kommt. Das ist ein Gesetz, das sowohl in der spirituellen als auch in der materiellen Welt wirkt, solange wir uns im Vorbereitungsstadium befinden und mit unseren egoistischen Eigenschaften arbeiten.

Wenn der Schüler das nicht macht, wird ihm nichts helfen. Er kann sehr schlau sein und über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, doch er wird keine spirituelle Erkenntnis erlangen. Darum steht geschrieben: „Tausende gehen in den Unterrichtsraum hinein und nur einer kommt zum Licht heraus“. Und alles nur aus Nachlässigkeit, aus fehlender Bereitschaft, genau der Idee des Lehrers – jenes Menschen, der die Spiritualität an dich weitergibt – zu folgen.

Ich selbst brauche das überhaupt nicht, ihr wisst, wie mir jegliche Verehrung zuwider ist. Doch für den Schüler ist es notwendig, eine solche Haltung in sich zu entwickeln.

Man muss nur ganz am Anfang des Weges eine Entscheidung treffen, wie geschrieben steht: „Der Mensch lernt nur dort, wohin sein Herz ihn trägt“.

Wie könnt ihr also jemandem erlauben, in euer Zentrum, in euer Haus zu kommen und euch durcheinander zu bringen? Ich hätte so etwas niemals zugelassen.

Wir werden ohnehin nicht klären können, wer recht und wer unrecht hat – alles ist relativ. Und wenn du dich spirituell entwickeln willst, darfst du niemandem glauben – du selbst muss die Quelle, aus der du trinken willst, wählen. Jeder muss für sich selbst den Lehrer aussuchen, der seine Fragen und Erwartungen beantwortet und Mentor für sein Vorankommen sein kann.

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses in der Arava, 30.12.2010

Kabbalisten zu Tora und Geboten, T.13

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

(Anmerkungen in Klammern sind von mir)

613 (TARJAG) Ratschläge und 613 Anweisungen.

Wir müssen Tora und Gebote ausführen, weil gerade dies uns „reinigen“ soll (und nicht weil der Schöpfer es uns so geboten hat oder um eine Belohnung dafür zu bekommen).
„Reinheit“ bedeutet Reinheit vom „Verlangen mit der egoistischen Absicht zu empfangen“, was „Schmutz“ (Unreinheit) genannt wird, da es in seinen Eigenschaften dem Schöpfer, der nur reines Geben ist, entgegengesetzt ist.
Deshalb ist es bis zur vollständigen Reinigung unserer Gefäße unmöglich eine höhere Erfüllung (das Empfinden der Ewigkeit und der Vollkommenheit) in ihnen zu empfangen. Denn alles, was in ein schmutziges Gefäß hineingelegt wird, verdirbt entsprechend dem Gesetz der Gleichheit der Eigenschaften.
Deshalb brauchen wir die richtigen Ratschläge von den Kabbalisten, die selber schon den Weg der Korrektur gegangen sind, die uns helfen können, unsere Gefäße, die egoistischen Wünsche zu reinigen. Das wird auch das „Kaschern“ (Koschermachen) genannt, damit wir all das Gute und die Vergnügen, welche uns in der Offenbarung des Schöpfers bereitet werden, empfangen können.
Dafür wurden uns die 613 Gebote (Anweisungen) gegeben, die in der Sprache des Sohars „613 Ratschläge“ genannt werden. Diese Ratschläge sagen uns, wie wir unser Gefäß, unsere Wünsche von der Unreinheit des egoistischen Empfangens reinigen können.
Wie es im Vorwort zum Sohar geschrieben steht: Die Gebote der Tora heißen in der Sprache des Sohars „Pekudin“ (hebr. Investitionen, Einlagen), und außerdem heißen sie auch „613 Ejtin“ (hebr. Ratschläge, Anweisungen). Und der Unterschied zwischen den beiden besteht darin, dass in jeder Korrektur die Vorder- und die Rückseite existieren.
Die Zeit der Vorbereitung heißt „die Rückseite“ und die Zeit der Erkenntnis (des Empfangens) „die Vorderseite“. Dementsprechend gibt es in der Tora und den Geboten eine Unterteilung in „tun und hören“*.

Und wenn der Mensch die Tora und Gebote wie derjenige, der „Sein Wort vollzieht**“ (d. h. seinen Egoismus korrigiert), hält, und er noch nicht „hören“ kann, heißen für ihn die Gebote „613 Ejtin“ (Ratschläge) und das ist die Zeit der Vorbereitung, „die Rückseite“.
Und wenn der Mensch gewürdigt wird, die „Stimme seines Wortes***“ (die Eigenschaft des Gebens in sich) zu hören, werden 613 Gebote zu Pekudin, abgeleitet vom hebr. Wort „Pikadon“ (wörtl.-Einlage, das Empfinden des Lichtes in sich).
Rabasch. Schalavej Sulam. „Die Heiligkeit und die Reinheit in der Arbeit“. Art. 28, 1991

*[Ex. 24:7]
** [Ps. 148:8]
***[Ps. 103:20]

Ein kurzer Augenblick und das ewige Leben

Das Verlangen verleiht der Erfüllung Geschmack. Jeder Schluck Wasser ist heiß ersehnt, wenn ich von Durst gequält werde. Selbst wenn die Erfüllung nur zum Teil eintritt, ist das Verlangen dafür sehr groß – und der Unterschied zwischen ihnen ruft das Gefühl des Lebens hervor.

Also wird das Leben nicht an dem Verlangen und nicht an der Erfüllung als solche gemessen, sondern an deren Gegensatz. Je höher die Anspannung, der Unterschied zwischen ihnen ist, desto mehr Leben, Energie spüre ich.

Es sieht schlecht aus, wenn mein Gefäß leer ist, aber auch wenn es voll ist. Es geht darum, das leere Gefäß an die Erfüllung heranzuführen und den Augenblick, in dem sie aufeinander treffen, einzufangen.

Wie kann dieser Augenblick festgehalten werden? Denn selbst der größte Genuss vom Essen, Sex, Ruhm schwächt ab und erlischt. Ich lebe von einem Augenblick zum nächsten, mein Leben flackert kaum, es bricht aus dem Nichtsein heraus und stützt sich wieder hinein.

Wie es in einem Lied heißt, „gibt es nur einen Augenblick zwischen der Vergangenheit und der Zukunft“ – zwischen dem vor mir aufflackernden Licht und der Finsternis, die es jeden Augenblick zu verschlingen droht. Der momentane Genuss ist noch nicht vorbei, und ich muss bereits den nächsten für mich vorbereiten, um das Gefühl des Lebens nicht zu verlieren.

Doch die Verlangen wachsen ständig, und die Welt versinkt in Verzweiflung. Die zukünftigen Genüsse locken nicht mehr, die „Durchgangserquickungen“ verdecken die aufkommende Finsternis nicht, und das Leben wird sinnlos.

Unser Leben erlischt, weil wir den kurzen Augenblick der Erfüllung nicht halten können. Das muss gelernt sein – über den eigenen Egoismus aufzusteigen, ihm entgegen zu wirken. Dann geht der Mensch durch „zehn ägyptische Plagen“ hindurch, lässt seine Verlangen unten und kommt zum „Berg Sinai“, d.h. zum Licht, welches in der Lage ist, ihm den Schirm zu verleihen.

Die spirituelle Erkenntnis ist auf einem besonderen Gefäß, Kli, aufgebaut, welches es ermöglicht, sich über dem Verlangen, im Geben zu halten. Nachdem das gebende Kli aufgebaut ist, erlangt der Mensch die Möglichkeit, ständig im Kontakt mit Genuss zu sein und zugleich nicht das Verlangen auszulöschen – denn es wird nicht das Verlangen selbst erfüllt, sondern die sich über das Verlangen erhebende Absicht zu geben.

Der Mensch erlangt die Vollkommenheit, wenn er gibt, wenn er aus sich herausgeht und im Genuss lebt, den er an die Anderen zurückgibt. Sein Leben, das ewige Leben, besteht nicht im eigenen Verlangen, sondern im reflektierten Licht, das ihre Verlangen erfüllt und Freude dem Schöpfer schenkt.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 24.12.2010

Weiter gibt es nur Aufstiege!

Eine Frage, die ich erhielt: Wie können wir sicher sein, dass es kein Zerbrechen mehr geben wird?
Meine Antwort: Wir befinden uns auf der letzten, der niedrigsten Stufe. Wir können nicht mehr absteigen, es gibt nichts Schlimmeres als unseren Zustand.
Von hier und weiter kann es nur Aufstiege geben. Es kann kein Zerbrechen geben. Was soll sich in uns sonst noch zerbrechen, wenn wir von der Spiritualität getrennt sind?.. Das Spirituelle wurde zerbrochen, die Absicht zu geben, der Schirm, die Erkenntnis des Schöpfers.
Wir befinden uns in einem Zustand der völligen Finsternis. Weil wir aber die Spiritualität nicht wahrnehmen, können wir als Ausgleich dazu nicht spüren, wo wir uns befinden. Noch können wir lediglich unterscheiden, dass es uns schlecht geht. Doch schlecht geht es uns nicht, weil der Schöpfer verhüllt ist, nicht, weil wir Ihm nicht geben können. Schlecht geht es mir persönlich, Er interessiert mich nicht.
Das ist der Zustand des Zerbrechens und des Abstiegs in die Gewalt von Klipot. Selbst wenn in dir also irgendein Gedanke an den Schöpfer erwacht, dann nur daran, wie du Ihn benutzen kannst, aber nicht daran, wie du Ihm Genuss schenken kannst. Du stellst Ansprüche: „Wann wird es mir gut gehen?!“
Was soll in diesem Zustand noch zerbrochen werden, wenn wir uns in einem solchen Tiefschlaf ohne jegliche Bewegung befinden? Wir enthüllen unseren schlimmsten Zustand – schlimmer als Klipot. Denn Klipot sind der böse Trieb, den ich in dem mir leuchtenden Licht enthülle.
Und dann kann ich unterscheiden, welche Verlangen in mir den Klipot angehören – „stürmischer Wind“ (Ruach Seara), „große Wolke“ (Anan Gadol), „fressendes Feuer“ (Esch Mitlakachat), wo Klipat Noga und wo die Heiligkeit ist. Vor mir erscheint deutlich der Aufbau meiner Seele. Um solche Klärungen zu erreichen, muss man zu einer sehr hohen spirituellen Stufe aufsteigen.
In unserem jetzigen Zustand sind wir jedoch nicht in der Lage, etwas zu erkennen, alles ist reizlos und leer. Wir lesen, was die Kabbalisten schreiben, und für uns sind das bloß Worte mit unterschiedlicher Buchstabenfolge. Was haben wir davon?.. Deshalb steht uns kein Zerbrechen bevor, wir können nicht mehr tiefer absteigen.
Auszug aus Unterricht über „Talmud Esser haSefirot“ vom 22.12.2010

Woran erkennt man einen Kabbalisten?

Heutzutage bezeichnen sich viele Menschen als Kabbalisten, während sie unter dem Namen der Kabbala alles, was ihnen in den Sinn kommt, verbreiten. Woher sie ihr Wissen haben, ist unklar, denn sie haben bei niemandem studiert.

Man kann die Wissenschaft der Kabbala nicht selbst ergründen: angefangen mit Adam wird die Kette der Kabbalisten, die die Methode der Erkenntnis der höheren Kraft in jeder Generation an ihre Schüler weitergeben, weitergeführt.

Aus diesem Grund kann keiner einfach so behaupten, dass er eine Erleuchtung hatte und zum Kabbalisten geworden ist – so etwas gibt es nicht.

Um ein Kabbalist zu werden, muss man sehr tief und eng mit dem Lehrer verbunden sein, indem man seine Ratschläge im Laufe des Studiums „von Mund zu Mund“ (Pe el Pe) genau befolgt. Ein solches Studium unterscheidet sich von Grund auf von der üblichen Form der Weitergabe von Wissen. Es gründet auf der Erschaffung von gemeinsamen mit dem Lehrer spirituellen Gefäßen/Kelim.

Wenn du alles tust, um mit dem Lehrer verbunden zu sein, fließt in dich mit der Zeit das über, worüber er verfügt. Und das hängt nicht von den Kenntnissen oder irgendwelchen besonderen Auszeichnungen ab, sondern nur von dem Ausmaß der Verbindung mit dem Lehrer.

Allerdings ist dieser Weg nur einzelnen (auserwählten Persönlichkeiten „Jachidej Sgula“) vorbehalten. In unserer Generation müssen aber alle den Schöpfer erkennen und die höhere Welt enthüllen – jeder für sich und die ganze Menschheit zusammen. Es können jedoch nicht alle so eng mit dem Lehrer verbunden sein.

Deshalb ist die Herangehensweise heute anders: der Lehrer, ein Kabbalist, der die Enthüllung von seinem Lehrer, einem bekannten Kabbalisten, erhalten hat, unterrichtet alle, die es wünschen. In dem Ausmaß, in dem jeder dazu in der Lage ist, zu hören, dass man sich an den Lehrer annähern, sich mit ihm verbinden und verschmelzen, ihn verstehen und ihm recht geben muss, in dem Ausmaß kommt er voran.

Diese Wissenschaft wird nicht vererbt, nicht durch den Verstand erworben, sondern fließt buchstäblich in den Schüler durch die innere Verbindung mit dem Lehrer über.

Unsere Generation entwickelt sich als erste auf diesem Wege. Die einen Schüler stehen dem Lehrer nah, die anderen weniger, doch allmählich kommen alle voran.

Woran erkennt man einen Kabbalisten? – Ein Kabbalist lehrt, wie man den Schöpfer enthüllen kann, indem er sich auf die Urquellen stützt, die er von seinem Lehrer erhalten hat. Er erklärt, wie man Verlangen/Kelim entwickeln kann, in denen sich der Schöpfer enthüllt, denn Kabbala ist die Wissenschaft der Enthüllung des Schöpfers dem Menschen in dieser Welt.

Aus einem Programm „Kabbala für Anfänger“, 1.12.2010

Kabbalisten über Tora und Gebote, T.3

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Gebote

Das Gebot ist ein Geheimnis von Kli (das Wesen der Erkenntnis). In ihn kleidet sich das Licht, oder der Name (Offenbarung) des Schöpfers, das sich auf dieses Gebot (Korrektur) bezieht, wie es geschrieben steht: Das Gebot ist ein Leuchter (das gespiegelte Licht, „Ohr Choser“) und die Tora – das Licht (das direkte Licht, „Ohr Jaschar“).

Baal HaSulam. Vorwort zum Buch „Mund des Weisen“ (heb. Pi Chacham).

In jedem der 613 Gebote gibt es ein Teilchen des Lichtes, das dieser Stufe und dem bestimmten Organ der Seele (des Lichtes) und des Körpers entspricht. Wenn der Mensch ein Gebot erfüllt (sein Verlangen korrigiert), indem er (in den korrigierten Wunsch) das (diesem Wunsch) entsprechende Licht heranzieht und das (Erfüllen mit dem Licht, die Offenbarung des Schöpfers) wird der innere Aspekt des Gebotes genannt.“

Rabasch. Stufen des Leiters (Shlavey HaSulam). Die Bedeutung des gemeinsamen Gebets. Art. 7, 1985-86.

Alle 620 Namen (613 Geboten der Tora und sieben Geboten der Weisen) sind im Wesentlichen fünf Teilen der Seele, NaRaNCHaY, denn die Gefäße von NaRaNCHaY sind nichts anderes wie das Licht der Tora, das sich in jedem Gebot befindet. So stellt es sich heraus, das die Tora und die Seele dasgleiche sind.

Baal HaSulam. Brief 17.

Wie man den Höheren erkennen kann

Eine Frage, die ich erhielt: Jeder untere Parzuf der Welt Azilut, sowie auch die Welt Adam Kadmon, kleidet sich in den Höheren ein. Was bedeutet „einkleidet“?

Meine Antwort: Einkleidet bedeutet erkennt. Ich kleide mich in dir ein – in deine Vernunft, in deine Handlungen. Dies bedeutet, dass ich sie erkenne.

Der Höhere steigt zu dem Unteren herab, damit sich der Untere in ihm einkleiden kann. Und dann, wenn sich der Untere an ihn klammert, beginnt der Höhere ihn auf eine höhere Stufe zu erheben, um ihm damit zu helfen, sie zu erkennen.

Der Untere empfindet dies so, dass der Höhere ihn gebärt, ihm alles gibt und sich um ihn kümmert. Und da sich der Untere selbst auch entleert und weitere Parzufim gebärt, möchte er den Höheren erkennen: Wer er ist, was stellt er dar, warum und zu welchem Zweck existiert er.

Denn jetzt empfindet er selbst auch genau solche Bedürfnisse sich um seine unteren Parzufim zu kümmern. Um sie zu erfüllen wendet er sich an den Höheren, denn nur aus der Welt der Unendlichkeit kann er sich erfüllen.
Es stellt sich heraus, er wird dazu verpflichtet, eine Verbindung mit dem Höheren herzustellen. Diese Verbindung mit dem Höheren wird „Einkleiden“ genannt.

Von der einer Seite hat der Untere eine Bedürfnis, dem noch Unteren (ihn bezüglich) noch mehr zu geben. Von der anderen Seite führt dieses Bedürfnis ihn zur Verbindung mit dem Höheren. Von der dritten Seite, ist er zur Erkenntnis des Höheren vorbereitet, denn er und der Höhere ähneln wie zwei Wassertropfchen einander.

Dieses Einkleiden von Parzufim ist immer völlig identisch. Der Untere indem er sich in den Höheren einkleidet, sieht in dem Höheren dasselbe Modell, wie in sich. Er sieht in dem Höheren seinen ganzen Aufbau, wie sein Spiegelbild. Deshalb hat er kein Problem damit, den Höheren zu erkennen. Deshalb bedeutet das Einkleiden Erkenntnis. Der Untere sieht sich so, wie ihn der Höhere sehen möchte.

Aus einem Sohar-Unterricht, Das Vorwort, 10.12.2010

Wie man Gewissheit und Freiheit erlangt

Eine Frage, die ich erhielt: Seit ich angefangen habe, Kabbala zu studieren, fühle ich mich so klein, wie ein winziger Embryo, und ich werde immer unsicherer.

Woher soll plötzlich die wahre Gewissheit über diese einzige Kraft zu mir kommen, die über das ganze Universum regiert, mir all diese Probleme bereitet und in der meine einzige Stütze ist?

Meine Antwort: Für gewöhnlich gibt die Religion dem Menschen die Gewissheit, wenn er glaubt, dass es einen Schöpfer gibt, der gut ist und für ihn sorgt, und dass man sich auf Ihn verlassen kann. Dieses Weltbild dringt tief in den Menschen ein und unterstützt ihn, darum sprechen die Kabbalisten sich nicht gegen die Religion aus.

Doch es kommt die Zeit, in der ein neues Verlangen im Menschen entsteht, und er kann sich nicht mehr wie früher mit dem blinden Glauben zufrieden geben. Er entwickelt sich und wächst aus diesem heraus, ihm reichen dessen traditionellen Handlungen nicht mehr – er will den Schöpfer erkennen!

Idealerweise müssten wir aus der Religion (Dat) zur Erkenntnis (Daat) aufsteigen und, wie es geschrieben steht, „den Schöpfer erkennen“. Doch in der Praxis funktioniert das nicht.

In der Praxis kann das nur durch die Verbindung mit der kabbalistischen Gruppe erreicht werden, es gibt kein anderes Mittel. Die Gruppe muss für dich einen Ort darstellen, wo du den Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens, erreichen kannst.

Das Gefühl der Unsicherheit entsteht nur aus Mangel an der Eigenschaft des Gebens. Sobald du bereit bist, zu geben, wirst du die völlige Gewissheit spüren und frei von dir selbst sein! Das Geben bedeutet Bina.

Dann wirst du ohne jegliche Angst leben können, in Sorge lediglich um das Eine: „Wann werde ich durch meine Taten die Taten von „Stammvätern“ erreichen? – Wann werde ich an den Schöpfer geben können? Das heißt, noch höher als Bina aufsteigen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“ vom 13.12.2010