In der Natur gibt’s keine Sackgassen. Die Sackgassen, die sie uns in den Weg stellt, sind nur dazu da, damit wir hochspringen, diese Hürde überwinden und uns weiterentwickeln.
Sackgassen gibt’s nur auf unserer Ebene, wie Stufen. Wie klettert ein kleines Kind die Stufen einer Treppe hinauf? Es krabbelt mühsam auf allen Vieren und so weiter. Deswegen werden uns diese Enttäuschungen, Höhen und Tiefen gegeben. Wir wachsen mit deren Hilfe.
Frage: Heißt das, dass das Wachstum eines Menschen darin besteht, diese Sackgassen zu überwinden, aber sie dabei wahrzunehmen? Ist das richtig?
Antwort: Wahrnehmen? Er kann nicht einmal aufstehen, er krabbelt auf allen Vieren!
Frage: Heißt das, dass ich zu einem Gefühl einer Sackgasse vor mir kommen muss?
Antwort: Ja. Du musst verstehen, dass es Hindernisse vor dir gibt – das sind nämlich die Stufen einer Leiter des Aufstieges.
Frage: Wohin gehe ich denn? Hier ist die Leiter. Wohin gehe ich von Sackgasse zu Sackgasse?
Antwort: Du gehst, um den Sinn des Lebens zu verstehen, um den Sinn des Lebens zu begreifen.
Frage: Worin besteht er? Ich steige doch zu etwas hinauf. Wohin steige ich von Sackgasse zu Sackgasse hinauf?
Antwort: Ich steige hinauf, damit diese Stufen des Aufstiegs in mir solche Wünsche, Eigenschaften und Qualitäten hervorbringen, in denen ich den Sinn des Lebens offenbaren kann. Und den gibt es! Ich sehe ihn aber nicht, ich fühle ihn nicht, ich kann ihn weder anfassen, noch wahrnehmen.
Und als Ergebnis dieser Aufstiege, wenn ich wie ein kleines Kind auf allen Vieren von Stufe zu Stufe krieche und versuche, mich hochzuziehen, entwickle ich in mir Verstand und Gefühle, um den Sinn dieses Aufstiegs zu begreifen.
Und auf einmal verstehe ich, dass dieser Sinn zwischen den Stufen liegt.
Frage: Gibt es ein Ende dieser Stufen?
Antwort: Es ist irgendwo ganz weit weg, fast nicht greifbar. Wozu auch? Ich fange an zu fühlen, dass dies nämlich das Leben ist.
Das ist nämlich das Leben, wenn du auf jeder Stufe Enttäuschungen hast, die Notwendigkeit, Kraft zu finden, die Notwendigkeit, ein genaues Ziel, einen Vorsatz zu finden. Sonst hast du keine Kraft: wofür, warum, was wirst du als das richtige Ziel, als die richtige Entscheidung betrachten oder nicht. Und so weiter.
Das heißt, im Ergebnis des Aufstiegs von diesen Stufen, wirst du dich als wachsend und schöpferisch wahrnehmen.
Frage: Was treibt mich jedoch an? Ist das der Wunsch, diese Sackgasse zu überwinden oder mich an etwas oder Jemanden anzunähern?
Antwort: Nein, du willst gar nicht mehr so sehr eine bestimmte Endstufe erreichen. Du fängst an, Freude daran zu empfinden, dass du sie durchläufst. Zwischen den Stufen fängst du an, die Weisheit, die Klarheit dieser Stufen zu fühlen.
Frage: Werde ich anfangen, diese Lenkung zu fühlen?
Antwort: Das nennt man „mi maasecha ikarnucha“ – „aus deinen Taten erkenne ich dich“, dass du aus den Stufen selbst, aus der Art und Weise, wie sie für dich geschaffen wurden, und gleichzeitig, wie du geschaffen wurdest, um dich über sie zu erheben, aus all dem beginnst du, den Schöpfer dieser Stufen zu erkennen. Und das ist das Wichtigste.
[348021]
Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“
Abgelegt unter: Allgemein, Natur, Spirituelle Arbeit, Verlangen - Kommentare deaktiviert für Sackgasse, Schöpfer und der Sinn des Lebens