Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Ist der Frieden zwischen Mann und Frau möglich?

RABASH, Band 3, Artikel „Verschiedene Zustände“: „Wenn ein Mann und eine Frau würdig sind, so herrscht die Shechina zwischen ihnen“.

Man sollte fragen: stehen sie nicht einander gegenüber? Und wie ist es möglich, dass zwischen ihnen Frieden herrscht?

Doch genau dann, wenn der Mensch würdig ist, d.h. das Empfangen ins Geben verwandelt, was „Empfangen um des Geben willen“ bedeutet, herrscht der Frieden zwischen ihnen.

Sonst gibt es keine Einigung zwischen ihnen: der Eine unterwirft sich einfach dem Anderen und die Kategorie der Unterwerfung gehört nicht zur Liebe und Vollkommenheit, weil der Unterworfene immer darauf wartet, die Macht wieder zu erlangen.

In der Wissenschaft der Kabbala verkörpert der weibliche Teil das Empfangen und der männliche Teil das Geben. In jeder Seele gibt es einen männlichen und einen weiblichen Teil, die Kraft des Empfangen und die Kraft des Geben, das Verlangen zu genießen und den Schirm, und sie müssen ausbalanciert sein.

Das Verlangen zu genießen, die weibliche Kraft ist die Hauptkraft, die Schöpfung, doch darüber muss es einen Schirm geben, und der Schirm ist die männliche Kraft.

Wenn diese Kräfte sich im Gleichgewicht befinden, dann bedeutet das: Mann, Frau und die Shechina, die Kraft des Schöpfers, zwischen ihnen.

Sie arbeiten mit dem höheren Licht, dem Schöpfer, zusammen und es erfüllt sie mit Hilfe von Siwug de Hakaa (Paarung durch Schlag). Es entsteht eine Verbindung dieser drei Kräfte: von Mann, Frau und dem höheren Licht, welches das Kli ausfüllt.

In unserer Welt ist die Kraft des Schöpfers jedoch verborgen, Männer und Frauen existieren getrennt voneinander, niemand verpflichtet sie, sich zu vereinen und wir können keine Verbindung zwischen ihnen feststellen.

Wenn wir nach dem Licht, nach der Kraft des Schöpfers streben, werden Männer und Frauen, gezwungen sich zu verbinden, weil wir ohne die richtige Verbindung zwischen uns den Schöpfer nicht enthüllen können.

„Mann und Frau und die Shechina (die göttliche Anwesenheit) zwischen ihnen“ – auf diese Weise müssen wir gezwungenermaßen zur richtigen Verbindung zwischen Mann und Frau kommen, damit sich die höhere Welt zwischen ihnen enthüllt.

Frage: Was bedeutet, zur richtigen Verbindung zu kommen?

Antwort: Ein Mann und eine Frau müssen sich auf gleicher Höhe bewegen und in ihrer Bedeutsamkeit gleich sein und jeder muss den Anderen ergänzen, wie das vor Adams Sündenfall war.

Vor der Trennung von Adam und Eva waren sie quasi „ein Körper“, und auf diese Weise müssen wir uns wieder vereinen.

Frage: Warum wurden Adam und Eva getrennt?

Antwort: Damit wir spüren, wie unvollkommen jeder von uns für sich alleine ist und dass wir nur durch die Verbindung untereinander die gleiche Höhe mit dem Schöpfer erreichen können. Gerade durch diese Erkenntnis werden wir den Schöpfer enthüllen, wir werden Ihn zwingen, sich in uns zu enthüllen.

Wenn wir uns nicht verbinden, wird Er sich nicht enthüllen – das ist die Bedingung der Bürgschaft zwischen uns drei.

Kabbala Grundkurs

Wie ist das Licht der Korrektur einzufangen?

Frage: Was ist das Licht der Korrektur, wo befindet es sich, wie zieht man es heran?

Antwort: Wir befinden uns in der vollkommenen Realität, die vom Schöpfer geschaffen ist, welche sich uns aber anders darstellt.

In der wahrhaften Realität gibt es alles, was wir wollen: die Unendlichkeit, das Licht, die Vollkommenheit, die Ewigkeit, den Schöpfer. Und hier, in dieser Welt sehen wir eine ganz andere Realität – die Dunkelheit, das Böse, die Selbstsucht.

Eine Treppe mit 125 Stufen trennt eine Realität von der anderen ab, sie hilft mir meine Natur zu verändern.

Der Unterschied besteht eben darin, dass wir hier nur diese Welt empfinden und uns in der Finsternis, in den Leiden und in der Selbstsucht aufhalten – und für die wahrhafte Realität muss ich die Absicht „des Gebens“, die Liebe erreichen.

Solange ich mich in der Natur dieser Welt befinde, habe ich keine Chance, die Spiritualität zu erreichen, weil sie eine völlig andere Dimension darstellt, in die ich nicht eintreten kann. Es gibt jedoch eine „wunderbare Kraft“ (Sgula), die mir helfen kann.

In der Geisteswelt sind alle verbunden – und im Gegensatz dazu sind in unserer Welt alle voneinander getrennt. Dort herrscht die Liebe – hier der Hass. Dort ist das Geben – hier die Selbstsucht, das Licht – die Dunkelheit, das Gute – das Böse. Das heißt alles ist einander entgegengesetzt, wie es geschrieben steht: „Ich sah die Kehrseite der Welt!“

Und wir wären somit ganz hoffnungslos, wenn da nicht ein Detail da sein würde, das zum Glück nicht entgegengesetzt ist! Es ist das Ende des Rettungsseils, womit ich mich in die Spiritualität bringen kann.

Jedem von uns ist in dieser Welt der geistige Funke gegeben, „der Punkt im Herzen“, er steht symbolisch für das Ende des Seils, das zu uns aus der Geisteswelt heruntersteigt. Er ist jedem von uns aus dem vollkommenen Zustand gegeben, wo ich mich in der Harmonie und dem absoluten Komfort befinde.

Aber es ist nur ein Punkt, und ich weiß nicht, was ich damit machen muss, ich fühle nur die schwache Zugehörigkeit zum Höheren. Und außerdem ist mir das Buch gegeben, das „Sohar“ heißt.

Das materielle Buch befindet sich in dieser Welt, aber im spirituellen Raum gibt es „das Buch“, das das Öffnen, das Licht bedeutet. Und der Titel, „Sohar“ bedeutet den höheren Glanz.

Somit befindest du dich in der irdischen Welt, zusammen mit dem Buch, das in irgendeiner chinesischen Druckerei gedruckt ist, aber du willst in die höhere Welt hinauf, zur Wurzel zurückkehren! Dieser Punkt zieht dich nach vorne!

Und jetzt sollst du dich bemühen, mit anderen vereinigt zu werden, um zusammen das Buch „Sohar“ zu lesen, das Licht anzustreben, damit es dich beeinflusst.

Das ist alles! Alles andere hängt nicht von dir ab, weil es die gegebenen Eigenschaften sind: das Böse, und der Hass. Du kannst mit ihnen selbst nichts machen. Bezüglich der Höheren Welt hast du nur zwei Mittel: die Gruppe und das Buch.

Und wenn du sie verwendest, dann ziehst du das riesige Licht an dich heran, das auf dich einwirkt. Es heißt „Sohar“ (der Glanz) oder das umgebende Licht, das zur Quelle zurückführt. Es ist das, was dich verändert. Das Licht arbeitet an dir und bringt dich zu deiner Wurzel zurück.

Kabbala Akademie

Ich will die Wahrheit!

Bemerkung: Sie spielen mit der Freundschaft und der Liebe wie Kinder in der Sandkiste, d.h. das was ihr nicht fühlen könnt….

Antwort: Dies ist nicht unsere Erfindung. Das schreiben die Kabbalisten – Menschen, die das Spirituelle bereits erfasst haben und uns erklären, dass es keinen anderen Weg gibt.

Wenn ich einen halben Schritt in Richtung zum Ziel mache ist es für mich ein großer Erfolg. Ich kann mir nicht vorstellen, wo ich mich im Bezug zum Schöpfer befinde und daher ist ein halber Schritt für mich sehr wichtig. Ich möchte mein nutzloses materielles (tierisches) Leben den Erkenntnissen des Schöpfers widmen.

Wenn du nicht willst, dann nicht. Was bleibt dir sonst noch in diesem Leben?

Bemerkung: Das ist alles ein Spiel, ich will die Wahrheit…

Antwort:  Die Wahrheit erhältst du dann, wenn du entsprechende Empfindungen für das Spirituelle hast. In der Zwischenzeit musst du wie ein Kind spielen. Wir bewegen uns gemäß der Natur. Ein Kind gewinnt, an Erfahrungen bis es im Geist, im Herz und in seinen Sinnen, zur Reife gelangt. Für uns ist das eine ernste Arbeit. Es dauert 20 Jahre bis das Kind erwachsen wird und etwas im Leben zu verstehen beginnt. Bei uns ist es genauso, es kann 20 Jahre dauern. In der Tat ist alles ein Spiel, aber ein Spiel mit klarer Absicht.

Kinder verstehen nicht, dass sie spielen, da sie alles selbstverständlich aus der Natur nehmen. Wir begreifen, dass wir spielen müssen und deshalb schaffen wir uns die richtige Umgebung. Wir spielen darin, um uns auf die Stufe eines Erwachsenen, das heißt eines Kabbalisten, erheben zu können.

Aus dem Fernsehprogramm „Die letzte Generation“ 22.03.2018

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Authentische Kabbala oder authentisches Business?


Frage: Sie machen immer witzige Bemerkungen über das Kabbala-Zentrum und ich kann einfach nicht verstehen, warum. Sie gehören ebenfalls zur Abstammung der Nachfolger, die das kabbalistische Wissen weitergeben. Rav Berg studierte mit Ashlag und ist auch sein Nachfolger. Hängt das damit zusammen, dass Sie mit dem Kabbala-Zentrum liiert waren und es nicht Ihnen übergeben wurde? Und dann eröffneten Sie Ihr eigenes Zentrum? Ich las Ihre Bücher, auch A Guide to the Hidden Wisdom of Kabbalah . Es ist ein Buch ohne Religion oder Spiritualität – es ist pure Wissenschaft. Ich mochte das, aber das Kabbala-Zentrum bietet den Menschen Spiritualität und das Einhalten der Feiertage und dazu kommt, dass sie durch Brandwein Nachfolger von Rav Ashlag und dem Ari sind. Es schmerzt mich, einen Menschen in der Kabbala zu sehen, der andere Menschen wegen ihrer roten Armbänder und ihrem Glauben verhöhnt. Verhalten Sie sich damit nicht anti-kabbalistisch?

Meine Antwort: Persönlich halte ich Berg für einen gescheiterten Kabbalisten. Er hatte einfach keinen echten Lehrer. Berg studierte mit keinem echten Kabbalisten; Sie können Ashlag oder Brandwein danach fragen. Kein authentischer Kabbalist hätte ihm beigebracht, Kabbala gegen Geld zu verkaufen. Und ich wollte dieses Zentrum nie. Ich hatte einen Lehrer: den letzten großen Kabbalisten, der älteste Sohn von Baal HaSulam und sein spiritueller Nachfolger – Rav Baruch Ashlag. Ich hatte nie eine Verbindung mit dem Kabbala-Zentrum. Einmal war ich dort, um eine Einführungsvorlesung zu halten und verstand sofort, dass es dort nichts zu lernen gab. Nachdem ich ein Jahr mit Rav Baruch Ashlag gelernt hatte, bot ich den Lehrern vom Kabbala-Zentrum Unterricht an, damit sie wenigstens etwas lernten. Die Folge war, dass sie sein Zentrum verließen und zu meinem Lehrer kamen und zu Kabbalalisten wurden. Diese Kennenlernen und mein Besuch seines Zentrums fanden 1980 statt, aber ich eröffnete mein Zentrum erst 1995. Bitte sagen Sie mir: welche kabbalistischen Quellen werden in diesen „Kabbala“-Zentren benutzt? Welche Werke großer Kabbalisten werden dort studiert? Schließlich empfängt ein Mensch ausschließlich durch ihr Studium das Bewusstsein der Erkenntnis vom Übel und dessen Korrektur (Or Makif). Und was mich betrifft, ob ich Berg beneide: Ich habe einmal in Los Angeles unterrichtet und er bot mir einen Job als Lehrer in seinem Zentrum an. Ich sagte, gerne, vorausgesetzt, dass wir nur aus den Originalquellen unterrichten. Er lachte, als ich ihm das sagte und antwortete: „Wer wird dir dafür die Menge Geld bezahlen, die ich im Moment erhalte?“ und er hatte Recht…

 interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >  Kabbala Akademie

Frau = Verlangen

Frage: Zum Thema Frauen als Führungskräfte der Nationen: Was die Frauen als Führer von Nationen betrifft… da es nicht mit dem spirituellen System übereinstimmt und da es „nur eine Wahrheit und nur einen Weg dahin gibt (derselbe Weg, auf dem wir aus der Welt der Unendlichkeit herabgestiegen sind),“ bedeutet das, dass eine Frau nicht aus der Welt der Unendlichkeit herabgestiegen ist und nicht dahin aufsteigen kann und deshalb keinerlei Gründe hat, Kabbala zu studieren?

Antwort: Ihre Schlussfolgerung ist unklar. Eine Frau hat eine Wurzel im Schöpfungsgedanken, denn sie repräsentiert das geschaffene Verlangen. Ein Mann andererseits repräsentiert die Eigenschaften des Schöpfers und verwirklicht Korrektur basierend auf dem Verlangen der Frau. Beide müssen in der spirituellen Korrektur Partner sein, jeder in seiner eigenen Funktion.

Frage: Ich empfinde hier ein Paradox. Männer und Frauen funktionieren auf verschiedenen Frequenzen und verstehen einander nicht sehr gut. Ferner braucht der Mann, um das Ziel zu erreichen, das Verlangen der Frau. Wenn die Höhere Kraft das Einzige ist, das Menschen zu „gegenseitigem Verständnis“ bringen kann, wie sollte der männliche Teil fragen, um das weibliche Verlangen wahrzunehmen?

Antwort: Verlangen werden „durch die Luft“ transportiert, sie „lungern“ sozusagen „in der Luft herum“. Menschen müssen nicht miteinander sprechen, um voneinander die Verlangen wahrzunehmen.

Frage: Wenn Gott Adam erschuf, warum musste Er nach der Abtrennung Adams, eine Frau erschaffen?

Antwort: Es ist gerade der weibliche Teil des Mannes, der Natur, der das Verlangen erschafft alles zur Korrektur zu bringen.

Frage: (von einer Frau): Darf eine Frau fragen, sodass ein Mann schließlich das Verlangen nach Korrektur in seinem vollen Umfang empfindet?

Antwort: Das ist das Einzige, das Männer zwingt, um Korrektur zu bitten – für beide, für den Mann und für dich. 

Kabbala Grundkurs

Sich das Unmögliche wünschen

Frage: Wenn wir versuchen, die Kraft zu realisieren, die von der höheren Stufe zu uns herabsteigt, dann kommen wir zu der Erkenntnis, dass es unmöglich ist…

Meine Antwort: Absolut richtig. Wir versuchen, das Unmögliche zu tun, etwas, das über unsere Kraft geht.

Kann man vom Esel fordern, dass er die Opernarie singt? Er ist dazu nicht fähig, weder nach der Art seiner Entwicklung, noch gemäß seinen physischen Möglichkeiten. Und wir befinden uns in einer noch weit schlechteren Position. Der Esel hat wenigstens ein Gehör und einen Stimmapparat, wir aber haben nichts von der spirituellen Welt. Wir sind von ihr absolut abgeschnitten.

Denn die spirituelle Welt ist die Eigenschaft des Gebens. Wie kann man sie im egoistischen Wunsch empfinden? Kann sich das Geben ins Empfangen einkleiden? Kann sich das Feuer ins Wasser einkleiden? Natürlich nicht.

Und deshalb ist unser großer Wunsch nicht einfach auf die Abstraktion gerichtet, sondern darauf, dass uns das höhere Licht korrigiert. In diesem Wunsch sollen drei Komponenten verknüpft sein: Israel, die Tora und der Schöpfer. Anders gesagt: ich, die Gruppe und das höhere Licht. Nur das wird mich korrigieren, und alleine werde ich nichts erreichen.

Und deshalb müssen wir МaN auf dem Kongress „die Bürgschaft“ erheben – der Wunsch, die Bitte, das Bedürfnis, dass die Höhere Kraft uns korrigiert. Darin liegt das ganze Wesen, die ganze Aufgabe des Kongresses.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“, 01.12.2011

Der Staat einer gegenseitigen Bürgschaft

Die nächste Gesellschaftsordnung der Welt wird auf der gegenseitigen Bürgschaft beruhen.

Die einfachen Menschen wollen lediglich leben, sich am Leben erfreuen, Sicherheit für ihre Zukunft haben, Garantien für ihre Kinder, eine anständige Kultur, Hobbys, Freiheit, Rechte, Arbeit, und die Möglichkeit zur Entwicklung haben.

Aber diese guten, einfachen Menschen wollen von einer Vereinigung nichts hören.

Wie können wir ihnen erklären, dass sie ohne Voranschreiten in Richtung auf die Vereinigung, welche die nächste Etappe der Menschheitsentwicklung darstellt, auf Krisen, Hunger und Tod zusteuern werden?

Obwohl wir schon vor vielen Jahren über die Krise der Gesellschaftsordnung gesprochen haben, über alles, was den Menschen bis hierhin gebracht hat, verstehen es weder die Führungskräfte noch die einfachen Menschen. Weder das Geld, noch die Macht oder die alten Führungsmethoden funktionieren.

Man sagt, dass sie die Welt in eine ausweglose Sackgasse geführt hat, wobei sich nur unsere veraltete Vorstellung über die Welt in dieser Sackgasse befindet.

Wir haben uns unter dem Druck der in uns entstehenden Verlangen entwickelt, und diesen Prozess nennen wir Evolution. Obwohl wir nicht anerkennen wollen, dass wir in diesem Prozess von der Natur gelenkt werden, handeln wir dennoch infolge der in uns entstehenden Verlangen und Gedanken, auch wenn uns diese Erkenntnis nicht behagt.

Wir werden in einem derartigen Maß von der Natur gesteuert, sind in so großem Maß ihre Sklaven, erfüllen in solchem Maß ihre Befehle, dass wir es schon nicht mehr bewusst wahrnehmen und glauben, dass wir frei seien. Aber es ist keine Freiheit, sondern eine Sklaverei, welche als solche nicht wahrgenommen wird, weil wir der Ausführung von den Befehlen seitens der Natur nicht widersprechen. Wir denken, dass es unsere Wünsche sind.

Wir haben in unserer Gesellschaft, unter der Anweisung der Natur, die Macht und das Geld zu einem Mittel der Lenkung gemacht, der Reichtum wurde zum Sinn des Lebens, Demokratie wurde zu einem Beruhigungsmittel der Massen. Der ganze Planet frisst sich selbst auf, ohne darüber nachzudenken, wie er dann leben wird, wenn alle Ressourcen zu Ende gehen werden. Wie wunderbar, dass die Krise begann, bevor die Ressourcen der Erde ausgeschöpft wurden.

Wir haben uns in die Welt des Wettbewerbs und der Konkurrenz hineingetrieben – dazu haben wir uns irreale Ziele und Werte ausgedacht. Wie wunderbar, dass die Krise begann, noch bevor wir aus Verzweiflung,über die Ausweglosigkeit unserer Existenz begonnen haben, in unbewußter Wut und aus dem Gefühl eigener Wertlosigkeit uns selbst und den Planeten zu zerstören!

Die Krise zeigt uns im Voraus, noch vor unserem vollständigen Bankrott, die Sackgasse unserer egoistischen Entwicklung, und führt uns auch ohne unseren Willen an die Vereinigung in ein einheitliches System heran, zu einer gegenseitigen Bürgschaft. Es obliegt dem Plan der Natur, uns zur Ähnlichkeit mit ihr zu bringen. Und ausgerechnet diesen Prozess sollen wir bewusst durchleben.

Im Ergebnis erreichen wir die vollständige Kenntnis des gesamten Systems der Natur, sowie ein Leben auf der Ebene der Ewigkeit und Vollkommenheit.

Die gegenseitige Bürgschaft kann nur bewusst erreicht werden, auf erzwungene Weise wird sie niemals funktionieren. Die integrale Welt erfordert eine integrale Zusammenarbeit, unabhängig von jeglichen Unterschieden (Rassen, Nationalitäten, Religionen, politischen Ansichten, Klasseneinteilungen usw.). Sie ist eine freiwillige Union aller Menschen und ist deshalb als Ergebnis einer globalen, integralen Erziehung zu realisieren.

Die Gesellschaft der gegenseitigen Bürgschaft verpflichtet sich, jedem das Notwendige zu geben, um eine würdige Existenz zu ermöglichen: Unterbringung, Beihilfe, soziale Sicherheit, Gesundheitsversorgung, Erziehung der Kinder und sonstiges.

Da die Welt nicht mehr die Steigerung unnötiger Produktion anstreben wird, sondern sich nur auf die Herstellung des Notwendigen konzentriert, wird der Arbeitstag begrenzt sein, die übrige Zeit wird dann dem Lernen und der Erziehung gewidmet. Unsere Bemühungen und der Sinn unserer Existenz werden die Offenbarung der höheren Welt, sowie die Enthüllung der integralen Vereinigung sein.

Folglich wird die Basis der Konkurrenz verschwinden, und ein gemeinsamer, gleicher Wohlstand aller Menschen auf der Erde wird zum Ziel der materiellen Existenz. Die Gesellschaft wird sich nicht um die Schaffung von Arbeitsplätzen, sondern um das Studium der Menschen sorgen, da es die gütigen Kräfte der Natur enthüllen wird.

Jede technische Neuentwicklung wird aufgrund der Notwendig ihrer Einführung, sowie ihrer Gemeinnützigkeit bewertet. Diese Bewertung basiert nicht auf der Begeisterung für den technischen Fortschritt, sondern ist ein Ergebnis der nachhaltigen Wirtschaftlichkeit.

Deshalb ist eine vollkommene Abwesenheit des technischen Fortschritts möglich – die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse erfolgt stattdessen durch die bereits existierende materielle Umgebung sowie durch die spirituellen Bestrebungen.

Es werden nur die lebensnotwendigen Wissenschaften und Techniken entwickelt, was zu größeren Einsparungen im Bereich der Naturressourcen führen wird. Das Nichtvorhandensein des Wettbewerbs, die Erfüllung des Arbeitsplanes im Laufe eines Arbeitstages, und dies nur im Maße der Notwendigkeit für die Existenz der Gesellschaft, werden die Menschheit in das Gleichgewicht mit der Natur bringen.

Denn der Mensch wird zu seinem menschlichen Alltag nur das Notwendige hinzuzufügen.

Die Gesellschaft stellt einen Körper dar und funktioniert nach dem Prinzip des tierischen Organismus, der nichts Überflüssiges produziert, sondern nur die Erreichung der Homöostase beabsichtigt.

Wie in jedem tierischen Körper ist der Kopf, (der Rat der Weisen) für alles verantwortlich, und die Menschen nehmen deren Entscheidungen nicht automatisch an, sondern aufgrund der umfassenden Erziehung und Bildung, die in ihnen die notwendigen Eigenschaften geformt haben, um die Entscheidungen der Weisen zu verstehen und zu akzeptieren.

Die Notwendigkeit der Bildung und der Erziehung besteht darin, dass der Mensch die menschliche Stufe begreifen wird, welche er – gemäß dem Plan der Natur und der Evolution – infolge der Vereinigung, und nach der Erreichung der Eigenschaften des Gebens, der Einheit und der Liebe erreichen soll.

Der Unterschied zu den vergangenen Etappen der Evolution besteht darin, dass wir heute verpflichtet sind, den Sinn unserer Existenz und der Entwicklung zu begreifen.

Die Werbung wird überflüssig sein. Die komplette Buchhaltung, die Banknoten werden sich erübrigen und durch Gutscheine ersetzt.

Die Versorgung des Einzelnen wird davon unabhängig sein, wo er arbeitet und überhaupt ob er arbeitet.

Industrie und Versorgung (kein Handel) werden nur auf der Ebene der Versorgung mit dem Notwendigen, nach einem Plan des vernünftigen Verbrauchs arbeiten. Dabei werden große Investitionen in die Umwelt getätigt, welche von den vergangenen Generationen geschädigt wurde.

Es wird den Ausdruck „freiwillige Bemühungen“ nicht geben, da jede Arbeit als freiwillig verstanden wird. Eine große Aufmerksamkeit wird den Orten der Massenerholung gewidmet werden.

Die Gemeinschaft wird nicht über eine zahlenmäßig überwiegende Masse von Arbeitslosen besorgt sein – die umweltfreundliche Reinigung der Waldgebiete wird organisiert werden, um die Natur in ihren natürlichen Zustand zurück zu bringen. Der Sinn wird nicht im bloßen Tun liegen, sondern in der gegenseitigen Fürsorge. Folglich wird sich das Alter des irdischen Lebens qualitativ an spirituelles Alter annähern.

Der Staat einer gegenseitigen Bürgschaft ist somit eine Gesellschaftsordnung der sozialen Gerechtigkeit, worin jeder Mensch den Platz einnehmen soll, an dem er am nützlichsten für die Gemeinschaft ist. Die Regierung wird aus einem Gremium von Menschen gebildet, die die nächste Etappe in der Entwicklung der gesamten Gesellschaft ausarbeiten, welche die Menschheit ans Schöpfungsziel, an das Ziel der Natur führen wird.

Die Religion und der Glauben werden keinen Bezug zum Staat haben.

Die letzte sozio-ökonomische Weltordnung, Arvut (Vereinigung), wird nach der
Regel „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ gebaut. Der Übergang zu einer derartigen
Gesellschaftsordnung ist nur mit der freiwilligen Zustimmung der überwiegenden Mehrheit der Beteiligten und ohne gewaltsamen Umsturz der vorherigen Ordnung möglich.

Der Weg zur gegenseitigen Bürgschaft

Das Wichtigste an unseren Diskussionen an runden Tischen ist, die Erklärungen dafür zu geben, dass man zur gegenseitigen Bürgschaft nicht von selbst gelangt, sondern infolge eines ernsthaften Studiums des Systems der gegenseitigen Abhängigkeit der Natur – für die Einbettung des Menschen als eines integralen Bestandteils in sie.

Nur eine solche Kombination zwischen der Natur und allen Menschen, wenn alle sich im vollkommenen Gleichgewicht befinden, d.h. wenn der Mensch in der menschlichen Gesellschaft in voller Harmonie nehmen und geben kann, wie das in den Zellen eines Körpers geschieht, wird als gegenseitige Bürgschaft bezeichnet.

Doch zuerst müssen wir die Elemente der gegenseitigen Bürgschaft erlernen: des gegenseitigen Entgegenkommens, der Verbindung – trotz aller Gegensätze, die uns trennen und die uns der Egoismus extra vorsetzt. Wir müssen die Gegensätze zwischen uns als Übungen wahrnehmen, über die wir uns erheben müssen, – und gerade auf diese Weise wachsen, wie die Kinder durch ihre Spiele wachsen.

Genau darin bestehen unsere Vorwärtsbewegungen zum Zustand der gegenseitigern Bürgschaft, sprich der vollkommenen gegenseitigen Verbindung, wie in einem gesunden Körper.

Dies ist das Ziel der ganzen Schöpfung – deshalb spüren wir in dem Ausmaß der Erreichung dieser Verbindung, in ihr, das gegenseitige Geben, die Liebe, die Teilnahme, die Verschmelzung der Verlangen, die Verbindung dessen, was uns gestört hat. Es verschwindet nichts, alle widersprüchlichen Elemente bleiben bestehen – und über ihnen bauen wir unsere gegenseitige Beziehung auf.

Diese Methode der Verbindung muss trotz der Widersprüche geduldig erklärt werden – und im Menschen wird sich allmählich die Evolution des Bewusstseins vollziehen, im Ausmaß der Aneignung der wechselseitigen Verbindung über den aufkommenden Widersprüchen.

Es ist ein langer Weg zur Wiederherstellung der zerbrochenen Verbindung zwischen uns – auf diese Weise bewegen wir uns fort und erreichen die vollständige Korrektur der Menschheit und ihre Verbindung mit der Natur zu einem Ganzen.

So kommen wir zu Malchut der Welt der Unendlichkeit, in welcher all ihre Widersprüche, Gegensätze, der pure Egoismus und zu gleicher Zeit über ihm der reine Altruismus zusammentreffen – und die Erkenntnis des Schöpfungsgedanken offenbart sich uns.

Die Schechina zwischen uns offenbaren

Der Sohar offenbart uns die Schechina, die Verbindung zwischen uns, in allerlei Formen und Gestalten. Diese Verbindung wird anhand verschiedener Sprachen und unterschiedlicher Situationen beschrieben.

Wenn wir uns wünschen, uns diesem Zustand, über welchen wir lesen, anzugleichen, ohne das Verständnis worüber wir lesen und worum es sich eigentlich handelt, dann bedeutet dies, dass wir uns wünschen, in Erkenntnis dessen zu sein, was wir studieren. Wir streben danach, in diesem Netz, in einer gemeinsamen Seele, worin der Sohar offenbart wird, in der Versammlung der Seelen, die nach dem Schöpfer streben, in der heiligen Schechina zu,sein. Unter „Heilig“ versteht man, dass dieses Netz sich auf dem Niveau des gegenseitigen Gebens, in der gegenseitigen Bürgschaft befindet.

Wenn wir den Sohar mit der Absicht lesen, den Schein der Schechina zwischen uns zu offenbaren, dann wird das Licht zu uns herangezogen, das zur Quelle des Guten, zum Schöpfer, zurückführt. Dieses Licht wird aus denselben Zuständen herangezogen, die sich hinter den Wörtern des Sohars verhüllen. Und wir wollen uns demselben Netz in der richtigen Verbindung zwischen uns annähern.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 30.08.2011

Was wird aus uns werden?

Vom Anfangszustand, in dem alle Seelen noch zusammen waren (Σ), sind wir in die Welt des Zerbrechens übergegangen und fielen dann in unsere Welt. Ferner, nach der Entwicklung des Egoismus und der gegenseitigen Durchdringung aller seiner Teile, erreichten wir einen Wendepunkt (1995); von da an müssen wir unser Ego korrigieren, um zu unserem ursprünglichen Zustand zurückzukehren.

Allerdings, während der erste Zustand mit Hilfe des Lichts, des Schöpfers, erschaffen wurde, erschaffen wir den Endzustand selbst. Hier liegt ein großer Unterschied – denn wir werden dem Licht, dem Schöpfer, ähnlich. Genau darin besteht das Schöpfungsziel.

Wir werden ohne Selbstwahrnehmung geboren, wie ein Samentropfen in der Gebärmutter, der noch nichts darstellt. Danach durchlaufen wir eine Vorbereitungsphase, gewinnen an der Kraft des Guten (+) und an der Kraft des Bösen (-), und dank dieser Kräfte können wir uns auf dem spirituellen Weg entwickeln.

Jeder führt seinen eigenen inneren Krieg, und zusammen führen wir Kriege in der Gesellschaft, in der Menschheit, bis wir die Wahrheit enthüllen, indem wir uns in der mittleren Linie bewegen. Dabei ergeben das Plus und das Minus ein Ganzes in uns. Das Minus sind die Kräfte unseres Egoismus und das Plus sind die Kräfte des Lichts in uns. So schreiten wir voran.

Diese harte Arbeit müssen wir bewusst führen. Im Grunde genommen ist es das Wichtigste, was wir tun müssen. Denn wir müssen zu unserem ursprünglichen Zustand zurückkehren, ihn tief in unserem Inneren enthüllen. Dafür werden wir weiser, empfindsamer und entwickelter.

Aus dem heutigen laufenden Zustand heraus beginnen wir, tief in uns hineinzutauchen: in die Welten von Assija, Yezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon – und erfassen letztendlich die Welt der Unendlichkeit (∞). Das Wichtigste, was wir erreichen, ist die Erkenntnis des Bösen in uns.

Denn wir ergründen alles innerhalb unseres Egos. Indem wir es ins Geben verwandeln, tauchen wir immer tiefer ein und enthüllen höhere Welten in ihm, bis es ganz, die ganze Malchut der Welt der Unendlichkeit, die wir im ursprünglichen Zustand hatten, sich durch die Absicht zu geben verwandelt.

So gelangen wir durch den zweiten Zustand, der unseren ganzen Weg mit einschließt, zum dritten.

Nach Baal HaSulam ermöglicht uns die kabbalistische Methodik, das Böse – den Egoismus – in uns selbst zu enthüllen. Indem wir es korrigieren, dringen wir immer tiefer ein und dort, in ihm, offenbaren wir alle Welten, die ganze spirituelle Realität. Denn abgesehen vom Verlangen zu empfangen hat der Schöpfer nichts mehr erschaffen. Durch das Zerbrechen hat dieses Verlangen eine egoistische Form angenommen, und nun müssen wir es zum Geben korrigieren.

Heute nehmen wir uns selbst in einer erbärmlichen, dunklen, begrenzten Realität wahr. Man kann sie nur wahrnehmen, wenn man dem Licht entgegengesetzt ist. Wir sind wie ein Samentropfen, der nicht die geringste Ahnung hat, was aus ihm wird.

Wenn wir jedoch das Licht anziehen, damit es uns entwickelt und unser Verlangen zu empfangen zum Geben verändert, erkennen wir es, wir erkennen den Schöpfer entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften, bis unser Verlangen und das Licht einander ähnlich werden.

Aus der dritten Lektion des Kongresses in Deutschland, 06.08.2011