Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Entwicklung'

Zehn Trends, die die Welt verändern

Meinung: (J. Galtung, Mathematiker, Soziologe, Begründer der Transcend-Methode): Zehn Trends, die die Welt verändern:

– fünf globale Trends – entfalten sich im globalen Raum zwischen den Staaten und Regionen: Untergang der USA, Untergang des Westens, Schwächung der Länder und Stärkung der Regionen, Aufstieg der Schwachen, Wachstum von China.

– fünf soziale Trends – entfalten sich im sozialen Raum zwischen den Gruppen von Menschen: Stärkung der Nationen, Stärkung der Zivilgesellschaft, Aktivitätsanstieg bei den jungen Menschen, Stärkung der Rolle der Frauen, Verstärkung der Ungleichheit und Rebellionen.

Kommentar: Diese und andere Trends sind das Ergebnis der Entwicklung unserer egoistischen Verlangen, die sich immer mehr miteinander verbinden, bis hin zu einem Ganzen. Und genau diese innere Verbindung unserer Verlangen stellt eine globale, integrale, gegenseitig verbundene, gegenseitige Bürgschaft, sprich die moderne Welt dar.

Wenn wir alle diese Trends zu einem Ganzen verbinden und uns ihre Form des gegenseitigen Gebens vorstellen, erhalten wir eine Formel für unsere gute Entwicklung. Andernfalls werden die gleichen Trends die Menschheit durch einen neuen Weltkrieg auseinanderreißen.

Der Natur zuvorkommen

Unsere Aufgabe besteht aus zwei Teilen: einerseits müssen wir an uns selbst arbeiten, andererseits müssen wir dem Rest der Menschheit helfen. Sie spürt bereits die Krisenerscheinungen, und in der nächsten Phase müssen wir uns mit ihr vereinigen, um gemeinsam den Weg fortzusetzen.

Dabei werden wir natürlich die allgemeine Bewegung anführen, weil die Menschen einfach nicht wissen, wie man zum Ziel gelangt. Wir müssen zur „Zugkraft“ werden – zu jenem Teil der Menschheit, der sie vorwärts bringt.

Um die Menschen anzuführen, müssen wir uns in erster Linie um uns selbst kümmern. Es ist jedoch wichtig, daran zu denken, dass wir die spirituelle Erweckung nicht bekommen hätten, wenn wir nicht die ganze Welt korrigieren und sie anführen müssten. Und das wird uns heute nicht gelingen, wenn wir nur an unseren eigenen Aufstieg denken werden. Wir müssen an alle Menschen denken, uns um die ganze Welt kümmern, um sie zur globalen Vereinigung, zu einer gemeinsamen Seele zu bringen, zurück zum Ursprung. Für diese Aufgabe wurden wir erweckt, und so sollte auch unsere Ausgangsabsicht sein.

Wie können wir uns aber selbst entwickeln und zugleich den richtigen Kurs an die ganze Welt weitergeben? Die allgemeine Regel unserer Arbeit besteht darin, dass es eine einzige Kraft gibt, genannt „Licht“ oder „Schöpfer“, die die Welt beherrscht und beeinflusst. Sie bestimmt und lenkt alles. Um uns bewusst in ihre Tätigkeit einbetten zu lassen, müssen wir wollen, dass sie unsere Entwicklung beschleunigt. Ohne diesen Wunsch wird sie sich nach dem ursprünglichen Programm in uns entwickeln – mithilfe von starken negativen Impulsen, die ganze Massen bewegen.

Und darum besteht unsere ganze Arbeit darin, der Forderung nach der beschleunigten Vorwärtsbewegung Kraft zu verleihen, die die negativen Erscheinungen des ursprünglichen Programms der Natur überholt. Um dies zu tun, müssen wir stets begreifen, dass wir vor einer einzigen Kraft stehen, die auf uns einwirkt. Und wir müssen sie zu einer intensiveren, beschleunigten und effektiveren Einwirkung vorantreiben, wir müssen sie buchstäblich in die richtige Richtung „ziehen“.

Genauso zieht der kleine Junge seine Mutter an der Hand. Wenn er sie aber in die falsche Richtung zieht, wird es nicht funktionieren; sie werden nicht nach seinem Wunsch ins Kino gehen, wenn er in den Kindergarten muss. So müssen auch wir immer danach streben, uns in die richtige Richtung fortzubewegen und uns wünschen, diese einzige Kraft zu finden, außer der es nichts gibt. Ich möchte sie studieren, herausfinden, wie sie funktioniert, in welche Richtung sie geht. Und deshalb bestehe ich darauf, dass sie sich mir offenbart, denn dann werden ihre Handlungen für mich klar sein.

Das alles weiß ich und verlange deshalb von ihr, die Geschwindigkeit meiner Entwicklung zu beschleunigen Jedes Mal „ziehe“ ich sie in die richtige Richtung, als würde ich meine Mutter mit einem noch stärkeren Wunsch und Eifer in den Kindergarten ziehen, als sie selbst hat.

Aus der 1. Lektion des Kongresses in Deutschland, 05.08.2011

Keine Liebe ohne Hass

Wenn es sich um die spirituellen Begriffe handelt, dann geht der Hass der Liebe voran.

So, wie es geschrieben steht: „Ich habe den bösen Anfang geschaffen und zusätzlich die Tora für seine Korrektur gegeben, weil das in ihr verborgene Licht zur Quelle des Guten zurückführt.

Die gute Quelle ist die Liebe. Aber sie kann nicht offenbart werden, wenn nicht zuerst das Böse, der Hass und die Abneigung enthüllt werden. Es gibt kein Ende ohne den Anfang. Man muss sich daran gewöhnen, dass die Liebe und der Hass immer in gegenseitiger Wechselwirkung stehen.

Deshalb finden wir in der Gesellschaft sowohl den Hass als auch die Liebe, und wir verstehen, dass dass das eine ohne das andere unmöglich ist. Wir sind keine schönen Engel, die auf dem unbelebten Niveau konserviert sind, sondern Menschen mit ihrer gesamten grausamen Selbstsucht.

Sofern du danach streben wirst, die anderen zu lieben, insoweit wirst du nur noch den größeren Hass empfinden. Nur dann wirst du mit dem Auszug aus Ägypten und der Ankunft am Berg Sinaj ausgezeichnet werden. Der Berg des Hasses, „der Berg Sinaj“  ist ein Ergebnis unserer ganzen vorhergehenden Arbeit.

Der Turm zu Babel war nur der Anfang, dort wurde noch nichts offenbart. Und deshalb werden 20 Generationen der ersten Kabbalisten, von Adam HaRishon bis zum Abraham, die Stammväter genannt. Es war nur die Anfangsvorbereitung, denn dort wurde kein so großes Verlangen empfunden.

Das erste Mal wurde das Verlangen in Babylon empfunden, und von da aus nimmt die Wissenschaft der Kabbala ihren Anfang. Dort gab es einen kleinen Berg des Hasses, „den Turm zu Babel“, über den man sich erheben konnte. Dort wird die Kabbala, die Wissenschaft über die Vereinigung, geboren. Von da aus stammen die Menschen, die eine Kraft haben, sich über den eigenen Egoismus zu erheben. Auf diese Weise überwiegt die ganze Zeit die Liebe den Hass.

Deshalb ist es nicht tragisch, dass heute der Hass in unserer Welt geöffnet wird. Man muss nur der Krankheit mit dem richtigen Medikament vorbeugen, so dass wir nicht zu lange warten sollen, bis die Schläge uns zur Entwicklung vorantreiben. Den Hass muss man mit dem Verständnis bewusst offenbaren, damit wir ihn richtig verwenden können und uns sicher sind, dass wir es wirklich tun.

Auszug aus dem Unterricht zum Tag der Liebe „Tu Be-Aw“, 15.08.2011

Kabbalisten über die Wahrnehmung der Realität, Teil 3

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

Alles ist im Voraus vorbereitet

Alle Bemühungen des Lehrers sollen darauf gerichtet sein, die Schüler nicht an sich zu binden und sie selbständig zu machen, damit ihre Blicke keinesfalls auf ihn, sondern durch ihn auf den Schöpfer gerichtet werden. Der Schüler soll lernen, nicht dem Lehrer, aber dem Schöpfer gleich zu sein.

Unsere gesamte Entwicklung ist eine Art Nachahmung des Schöpfers. Sofern unsere Eigenschaften und Handlungen dem Schöpfer ähnlich sind, dementsprechend bereiten wir Ihm den Genuss.

Baal HaSulam. Das Geheimnis der Entstehung liegt in der Geburt.

Was bedeutet die „gegenseitige Bürgschaft“?

Frage: Was bedeutet die „gegenseitige Bürgschaft“?

Meine Antwort: Die gegenseitige Bürgschaft ist eine solche Verbindung unter uns, bei der ich alle anderen Menschen als meine Familienmitglieder betrachte.

Es ist schwer vorstellbar, dass so etwas möglich ist, und doch müssen wir einen solchen Zustand in unserer inneren Entwicklung erreichen, in dem jeder Mensch auf der Welt die ganze Welt, die sich in ihm befindet, wahrnehmen kann.

Denn wie nehme ich meine Familie wahr? Ich spüre jedes einzelne Familienmitglied in mir, sie sind ein Teil von mir. Ich fühle, was ich wem geben soll, um wen ich mich kümmern soll, wen ich unterstützen soll. Ich habe meine alten Eltern, meine Kinder, meine Enkelkinder, ich habe Ausgaben, Verpflichtungen, Schulden, der eine ist krank, der andere braucht Hilfe usw.

Dementsprechend wird während unseres gemeinsamen Familienrates unter der Berücksichtigung der Bedürfnisse jedes Einzelnen eine Prioritätenliste dieser Bedürfnisse erstellt: was müssen wir als erstes, als zweites, als drittes usw. tun.

Wenn wir mit einer solchen Einstellung gegenüber der Welt auftreten, wie in einer Familie, dann wird jeder von uns zu einem harmonischen Teil dieser Welt. Zu einem solchen Zustand wird uns die Natur bringen – entweder durch Schläge oder durch unser Verständnis.

Die unendliche Vollkommenheit ist in jedem Augenblick verborgen

Frage: Ich erinnere mich heute, wie ich in der Kindheit immer davon träumte, schneller erwachsen und selbständig zu werden. Und als ich ein Erwachsener wurde, begann ich plötzlich die Sachen zu schätzen, die ich als Kind hatte. Gibt es solche Momente in der Vorbereitungsperiode, die wir besonders schätzen müssen oder muss sie einfach schneller vorangehen?

Meine Antwort: Im Spirituellen geschieht es nicht genauso wie im materiellen Leben; denn das Spirituelle sieht die Vollkommenheit auf jeder Stufe vor. Und eben darin besteht die Schwierigkeit – denn du musst auf jeder Stufe einen Mangel finden, um voranzukommen.

Jeder spiritueller Zustand ist ein Teil der Unendlichkeit. Eben dieser Teil wird dir geöffnet, und alles Übrige bleibt verborgen. Deshalb scheint es dir so zu sein, als ob alles schon die Welt der Unendlichkeit wäre! Du bekommst volle zehn Sefirot auf deiner Stufe.

Und vor allem darfst du die Vergangenheit nicht bedauern, obwohl es auch einen besonderen Zustand gibt, in welchem wir über die Vergangenheit nachdenken, um schneller voranzukommen. Später wird uns bewusst, dass in der Vergangenheit geschehene Ereignisse für unsere Entwicklung notwendig waren. Wir denken auch daran, wie vollkommen die Höhere Bestimmung war und wie klein wir waren, die es nicht verstanden haben, dass wir uns schon damals in der Welt der Unendlichkeit befanden und aus Mangel an geeigneten Kelim nichts gesehen haben.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 28.07.2011

Der Wind der Veränderung

Ich betrachte die Globalisierung und Integration, die in unserer Zeit enthüllt werden, als positiv. Vorher wurde die Welt durch einen egoistischen Impuls, der in unserm Innern von einer Generation zur nächsten, von Jahr zu Jahr größer wurde, angetrieben. Der Mensch entwickelte sich auf egoistische Weise, veränderte die Gesellschaft, die Technologie, sein Leben und die Natur. Doch nun findet dieser „Trend“ sein Ende und jetzt, mit dem Aufkommen der neuen Richtung wird alles anders sein.

Die Natur ist plötzlich geschlossen und hat sich selbst als „rund“, als integral dargestellt. Wir können die Natur nicht länger verändern – im Gegenteil – sie sagt uns: „Nun bist du dran, dich zu verändern“. Die Natur wird sich nicht mehr verändern. Sie hat den globalen integralen Zustand erreicht. Das wurde zu einer gegebenen, neuen und unzerstörbaren Form und wir müssen uns von nun an dieser Form angleichen.

Dieser Prozess geschieht unter Druck. Die Natur äußert sich immer mehr als integral und wir müssen in unseren Beziehungen untereinander ebenfalls integraler werden. Andernfalls werden wir leiden, weil uns die Ähnlichkeit zur Natur fehlt.

Zum Beispiel zeigt sie uns die globale Erwärmung und wir müssen dies mit mehr Wärme untereinander erwidern. Der Wind auf der Erde bläst stärker und wir müssen mit „neuer Energie“ durchtränkt werden. Gleichheit der Form ist notwendig, eine Gleichheit von Charaktereigenschaften.

Aus diesem Grund werden Schockwellen über die gesamte Menschheit gehen, denn ob wir wollen oder nicht, wir werden in eine globale Form „gekleidet“. Und was ist das Erste, das wir enthüllen? Dass unser Egoismus nicht länger funktioniert. Diktatoren und Unabhängige verlieren ihre Macht, isolierte Regierungen sind erfolglos und separate Organisationen erzielen keine Ergebnisse. Die Einzigen, die wirklich handeln können, sind Menschen, die fähig sind, sich zu vereinen.

Das hat zur Folge, dass die Macht von separaten, einzelnen Regierungen zum Volk überwechselt, das weiß, wie man sich vereint. Schließlich ist es „rund“ und integral und die Regierung ist es nicht.

Nun startet auf der ganzen Welt eine Bewegung: Die Menschen werden die Regierung immer mehr unter Druck setzen. Ihre Handlungen mögen unorganisiert und spontan sein, doch sie sind miteinander verbunden. Und die Regierung wird plötzlich entdecken, dass sie angstvoll vor dem Volk steht und jetzt weiß, was zu tun ist. Sollen sie die Menschen weg jagen? Doch das Gleichgewicht der inneren Kräfte hat sich verändert und man kann nichts mehr dagegen tun. In der Vergangenheit war alles einfach: Lasst sie auf der Straße rausschreien, was ihnen auf dem Herzen liegt, lasst sie ein paar Geschäfte niederreißen und wenn ihnen eine Woche später die Nahrung ausgeht, werden sie wieder spuren. Heute jedoch funktioniert diese Herangehensweise nicht mehr. An einigen Orten sind die Herrscher und Regierungen schon gezwungen, aufzugeben und sogar zu fliehen.

Das ist das globale integrale Format, das geeigneter für die Menschen ist, die sich vereinen, als für egoistische Regierungen, die nicht vereint sind und Konflikte untereinander haben und sogar innerhalb ihrer selbst uneins sind. Das vorige System ist dem neuen Modell so entgegengesetzt, dass nicht eine einzige Regierung ihre Macht behalten wird, wenn sie nach den alten Regeln spielt. Sie wird von der gleichen hochgepriesenen „Demokratie“ „abgemurkst“. Ein Diktator würde länger bleiben, wenn er die richtigen Leute auf seine Seite bringt, wohingegen mit dem Wirrwarr parlamentarischer Demokratie genau das Gegenteil geschieht – sie wird überall auf ihren Untergang verweisen.

So macht jede vollständige Stufe sich selbst ungültig: Sie drückt die Unfähigkeit aus, uns selbst einzuschränken und wird durch die nächste ersetzt. Alles Gute, was wir in der vorherigen Phase erreicht haben, wird nicht nur nutzlos, es wird auch schädlich und daher wird das Alte begraben. Das ist es, was wir sehen werden.

Daher bedeutet die Menschen zur Einheit und Bürgschaft zu führen, sie zur Gleichheit mit der neuen natürlichen Form zu führen, die in unserer Zeit enthüllt wird. Indem wir diese Gleichheit erlangen, werden wir Erfolg haben, aufblühen und aufsteigen – sogar im materiellen Sinn und besonders in der spirituellen Entwicklung.

Was Israel betrifft, wird sich der Tumult nicht beruhigen und die Proteste werden nur anwachsen. Die Menschen werden sich in allen Fragen vereinigen und werden gegen die Regierung vorgehen. Dies kommt aus ihrem Inneren. Die Menschen spüren, dass diejenigen, die an der Macht sind, wertlos sind. Die Zeit der bejubelten Führer ist vorbei. Die Politiker sind dermaßen in „Marktbeziehungen“ verstrickt, dass man das nicht mehr umkehren kann. Die Menschen spüren eine Flut an Energie, weil die gesamte globale Natur hinter ihnen steht.

Wohin führt dieser globale Prozess schließlich? Zu einer Weltregierung. Die regionalen Unterschiede werden bleiben, definiert durch den Charakter und die Religion der Bevölkerung, doch die Grenzen werden vollständig abgeschafft. Sie sind schon verschwommen. Die gemeinsame Regierung wird eine Regierung von Weisen sein und sie wird vereint sein, ohne eine Unterteilung in klein oder groß. Jedermann wird in diese Einheit eintreten und nur die Einheit für wichtig nehmen.

Letzten Endes ist nichts Weitere nötig: Wenn wir vereinigt sind, entsprechen wir der Höheren Kraft. Einheit ist Gleichheit und Gegenseitigkeit – Bürgschaft. Auf diese Weise sind die derzeitigen Entwicklungen in der Welt der Anfang einer neuen Entwicklungsphase, einer neuen Realität, der Entstehung einer neuen Gesellschaft.

Aus dem 5. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 20.07.2011, „Arvut“

Die unsichtbare Pipeline der gegenseitigen Hilfe

Heute ist es schon Tatsache, dass wir nicht unabhängig voneinander existieren können. Auch früher waren wir miteinander verbunden, nur war das uns nicht bewusst.

Nun aber wird es uns offengelegt, um uns zu zwingen, unsere Arbeit zu erledigen. Und vorher waren wir in der Tat nicht so sehr voneinander abhängig. Es wurde nicht von uns verlangt – wir befanden uns im Wachstum und in der Entwicklung, wie ein Kleinkind, von dem man noch keine ernsthafte Arbeit erwarten kann, welche ein erwachsener Mensch erledigt. Denn ein Kleinkind ist noch nicht dazu in der Lage.

Aber jetzt sind wir in unserem Egoismus gewachsen, und das gesamte System offenbart sich. Dieses enthüllte sich im Laufe von Jahrtausenden – Menschen wurden immer enger miteinander verbunden.

Im alten Babylon haben die Menschen versucht, sich zu verbinden – sofort brach die Krise aus, und die Menschen wurden über die ganze Erde verstreut; so ging die Verbindung verloren. Und wieder versuchten sie sich zu verbinden, indem sie durch Kriege, Katastrophen, Entdeckung neuer Kontinente, Entwicklung der Religionen gegangen sind – all das stellt die Entstehung verschiedener Arten von Verbindungen innerhalb des Systems dar. Bis wir endlich in der heutigen „globalen“ Welt angekommen sind!

Und darum darfst du dich nicht aufregen, dass du von materiellen Problemen abgelenkt wirst! In dem Maße, in dem die Welt leidet, wirst auch du leiden, entsprechend deiner Stellung und Wichtigkeit im Gesamtsystem.

Daher gibt es in der Welt diejenigen, die besser leben, und diejenigen, die schlechter dran sind. Die Welt befindet sich in einer Art mittleren Allgemeinzustand;, doch jeder empfindet ihn anders, weil ihre Seelen sich in verschiedenen Zuständen der Gesamtstruktur der Seelen befinden, und jeder hat seine eigene Stufe, seine Rolle, seinen Arbeitsplatz – wie bei den Körperteilen eines Körpers.

Das Prinzip ist ganz einfach: Wenn es allen gut geht, dann wird es auch dir gut gehen! Aber wir dürfen nicht einfach darauf warten, dass es allen gut geht, sondern uns wünschen, dass es passiert … Und nicht, weil ich erwarte, dass es mir selbst dadurch besser gehen wird – es wird bereits „um des Gebens willen“ sein.

Selbst wenn es für sich selbst ist, „lo liShma„, ist es bereits gut. Wir sehen, dass der Mensch nach und nach zu diesem Verständnis geführt wird. Gerade diese Abhängigkeit, die wir heute in der gesamten Welt vorfinden – zwischen allen Ländern und Völkern – enthüllt uns, dass der Eine sich unmöglich gut fühlen kann, wenn es einem Anderen schlecht geht.

Wir sehen, dass zwischen uns eine Art interne Verbindung besteht, durch die, wie durch eine unterirdische Pipeline, Probleme fließen – von Land zu Land, von Nation zu Nation. Wir selbst verstehen nicht, warum dies geschieht. Genau das ist die schrittweise Enthüllung des höheren Systems, damit wir dieses endlich vor uns sehen können. Wir können uns nirgendwo davor verstecken.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 08.07.2011

Dimension Erziehung neu definieren

Meinung: (B.Wulfson, Historiker, PhD., Prof.): Unabhängig von dem riesigen wissenschaftlichen Fortschritt ist es dem Mensch nicht gelungen, in die Geheimnisse des Bewusstseins durchzudringen. Die echte Natur des Menschen bleibt in vieler Hinsicht ein wahres Rätsel. Keine der modernen philosophisch-pädagogischen Theorien sind im Stande, der Erziehung zeitgerechte Hauptziele und Methoden zu verleihen.

Es wird offensichtlich, dass vor allem für die Überwindung der Krisensituationen in der Entwicklung des Menschen nicht die Veränderungen der öffentlichen Strukturen notwendig sind, sondern viel mehr die tiefen Veränderungen im Bewusstsein und dem Verhalten des modernen Menschen. Veränderungen im Bewusstsein würden seine Innenwelt veredeln, sein Streben mit neuem Inhalt füllen und seine Vorstellung über das Gute und Böse neu definieren. Die Aufgabe besteht in der zielgerichteten Bildung des humanistischen Bewusstseins des Individuums, der Gruppe, der Gesellschaft und letztendlich der gesamten Menschheit.

Humanismus ist nicht in der biologischen Natur des Menschen begründet. Deshalb fordert er alle Bemühungen der Erzieher sowie wesentliche Veränderungen des Erziehungssystems .

Vor uns – Absturz

Meinung: (M. Chasin, Analytiker): Die Bankiers und Finanziers haben Angst, die Macht an der Welt zu verlieren. Deshalb versuchen sie mit allen Mitteln, die natürliche Entwicklung der Ereignisse zu verhindern. Das ganze Finanzsystem Europas ist aggressiven Attacken von Spekulanten und internationalen Ratingagenturen ausgesetzt.

Man kann dahinter eine Absprache erkennen, aber die Prozessbeteiligten haben ernsthafte Begründungen: Das Schuldenvolumen ist so groß, dass es unmöglich ist, es zurückzuzahlen. Denn die Schuldenbildung war aus der Sicht der Refinanzierung geformt und nicht aus der Sicht einer Rückzahlung.

Heute steht das Weltfinanzsystem vor der Frage: Was tun mit den Schulden?

Das Problem liegt darin, dass das gegenwärtige System der Entscheidungsbildung nicht in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen, die gegen große Konzerne gerichtet sind bzw. Druck auf ein Land auszuüben mit dem Ziel, ihr Parlament zu zwingen, ein Gesetz über Steuererhöhungen und die Reduzierung von Staatsausgaben zu billigen. Die Finanzinstitute können ihre Interessen wahren – Strauss-Kahn ist dafür ein Beispiel.

Die Bankiers und die Finanziers haben Angst, die Macht an die Welt und die Politiker zu verlieren. Und wenn dazu noch berücksichtigt wird, dass man sich für die Krise verantworten muss, wird die Lage der Finanziers noch besorgniserregender. Aus theoretischer Sicht sollen Politiker eine Frage zu den Regeln im neuen Finanzsystem stellen. Aber sie haben nichts, was sie sagen können. Und die Löcher des alten Systems werden immer größer.

Es wird offenkundig, dass sich eine solche Situation fortsetzen wird, bis die Entwicklung der Krise die politischen Prozesse beschleunigen wird. Aber dann wird die gesamte Situation schon nach einer Revolution ‚riechen‘. In der Zwischenzeit aber wird der Konservativismus der politischen Maschine die negativen Prozesse in der Wirtschaft nicht aufhalten können, und – sie werden noch weiter wachsen.