Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'der Schöpfer'

Sinn des Lebens Teil 2

Warum leiden wir? 

Selbst wenn wir uns auf die Suche nach einer Antwort, der berühmten Frage, die von allen Menschen gestellt wird, begeben: „Worin besteht der Sinn unseres Lebens?“…, kommen uns diese Jahre unseres Lebens, bis wir die Frage beantworten können, teuer zu stehen. Wir erfahren dabei zahlreiche Leiden und Qualen. Wer kann das genießen? (Baal HaSulam, „Einführung zu Talmud Esser HaSefirot“)

Frage: Besteht der Sinn des Lebens darin, den Schöpfer zu erkennen? Warum leiden wir in dieser Welt unter vielen Qualen?

Antwort: Wir wollen den Schöpfer nicht offenbaren. Wir sträuben uns mit Händen und Füßen dagegen, uns Ihm anzunähern, denn diese Annäherung ist mit großem Leid verbunden.

Der Schöpfer ist die Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Wir sind die egoistische Eigenschaft des Empfangens, die Eigenschaft des Hasses, der Abweisung gegenüber anderen.

Aus diesem Grund fühlen wir uns, wenn wir uns nach und nach den Eigenschaften des Schöpfers annähern, denen des Gebens, der Liebe, der Anteilnahme usw., sehr schlecht. Wir laufen sofort instinktiv davor davon.

Bemerkung: Ich habe im Gegenteil das Gefühl das der Mensch unter einem Mangel an Empfangen leidet. Er leidet nicht darunter, dass er kein Geber wie der Schöpfer ist.

Antwort: Ich spreche nicht von den Menschen, die in unserer Welt instinktiv handeln, sondern von denen, die gehört haben was die Kabbala sagt und wie wir zu einem Zustand kommen können, in dem wir uns über den Egoismus, der uns ständig erniedrigt und einschränkt, erheben können.

Frage: Der Mensch ist der Wunsch zu Empfangen. Der Schöpfer verursacht im Mensch Leiden, in dem Er ihn nicht empfangen lässt. Daraus entsteht ein Mangel, aus dem heraus der Mensch mit der Suche nach dem Sinn des Lebens und nach dem Schöpfer beginnt. Kann ein Mensch über den Sinn des Lebens nachdenken, wenn es ihm gut geht, wenn er erfüllt ist und genießt?

Antwort: Nein, das kann er nicht.

Frage: In einem Ihrer Interviews wurden Sie Folgendes gefragt: „Stimmt es, dass die Kabbala nur etwas für Verlierer ist?“ Brauchen demnach normale Menschen, die sich gefunden und eine Beschäftigung haben, keine Kabbala?

Antwort: Sie können nichts tun. Sie kaufen sich ein schönes Leben. Ein Mensch der leidet spürt, dass Leiden nicht bedeutet, nichts zu essen zu haben oder von allen Seiten bedrängt zu werden. Es geht darum, dass er wissen will, wofür er lebt. Wir sprechen über das Leiden auf der Stufe des „Menschen“, nicht auf der Stufe des Tieres in uns.

Frage: Kommt ein Mensch, der auf der körperlichen Ebene leidet, zum Studium der Kabbala?

Antwort: Das tut er nicht, auch nicht wenn er einen Mangel an seinen Lebensgrundlagen hat. Nur dann, wenn er keinen Sinn im Leben sieht! Er hat alles außer dem Sinn! Selbst in unserer Generation, in der die Menschen viel besser als vor 100 oder 1000 Jahren leben, fühlen sie sich unglücklich.

Fortsetzung folgt…

Aus den TV-Programm „Grundlagen der Kabbala“, 14.01.2019

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Der Weg zum höchsten Ziel, Teil 2

Der Abstieg der Höheren Kräfte in unserer Welt.

Frage:  Was ist die Ursache und Wirkung der herabsteigenden Höheren Kräfte?

Antwort: Es gibt zwei Zustände: Primäre und Sekundäre, Ursache und Wirkung. Die gesamte Schöpfung entsteht durch diesen Ursache-Wirkungs-Prozess.

Wir wollen die Schöpfung von der höchsten Wurzel, dem Schöpfer offenbaren. Er ist die Ursache von allem und alles andere ist Seine Wirkung, d.h. das allmähliche Herabsteigen aller Gesetze und Eigenschaften auf unsere Welt. Das ist das Werk des Schöpfers/ der Natur.

Der Schöpfer oder die Natur ist dasselbe. Die Natur im weiteren Sinn, die alles in sich einschließt.

Frage: Was ist mit dem Begriff „ Abstieg“ gemeint?

Antwort: Der Schöpfer ist eine Eigenschaft des Gebens, der Liebe, der Emanation. Es ist eine absolut gute, absolut vollständige Funktion, von der alle Kräfte und Eigenschaften unserer Welt herabsteigen, so dass wir uns alle unter Ihm befinden. Das ist der Grund, warum die Kräfte des Schöpfers zu uns herabsteigen.

Fortsetzung folgt….

Aus dem Unterricht, 18.08.2019

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Der Weg zum höchsten Ziel, Teil 1

Grundlagen der Kabbala

 Die Kabbala ist Ursache und Wirkung von absteigenden Höheren Kräften, die ständigen und absoluten Gesetzen unterworfen sind, sie sind miteinander verbunden und zielen darauf ab, die Höhere lenkende Kraft des Schöpfers durch den Menschen in dieser Welt zu offenbaren.(Baal HaSulam, „Die Wissenschaft der Kabbala“)

Die Kabbala sagt, dass wir in unserer Welt durch das konsequente Studium und die Offenlegung der Naturgesetze zur Erkenntnis der Höheren Welt, der Höheren Kraft des Schöpfers kommen können.

Wir werden Ihn, der alle Teile der Schöpfung verbindet, als absolutes, klares und höchstes Gesetz offenbaren. Indem wir den Schöpfer offenbaren, werden wir die gesamte Schöpfung verstehen, denn Er schließt alles ein.

Alles ist in ihm, einschließlich wir. Nur auf dem Weg zu dieser Einheit, dieser gemeinsamen Kraft, dem gemeinsamen System, verwirren wir uns in verschiedenen kleinen, privaten Situationen und Verbindungen. Im Allgemeinen offenbaren wir nur den Schöpfer, denn es gibt nichts außer Ihm.

So steht es geschrieben:“ Es gibt niemanden außer Ihm.“ Das ist die erste Voraussetzung, um die Grundlage der Kabbala zu bestimmen. Das heißt, die Kabbala beschäftigt sich damit, den Schöpfer, durch den Mensch in unserer Welt zu enthüllen. Der Mensch, der die gesamte Kette von sich bis zum Schöpfer studiert und ihn so nach und nach offenbart.

Fortsetzung folgt….

Aus dem Unterricht 18.08.2019

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Familie und Ehe, Teil 9

Wer trägt in der Familie die Verantwortung?

Frage: Wer sollte in der Familie die Verantwortung übernehmen?

Antwort: Die Mitte zwischen Mann und Frau sollte der Verantwortliche sein, derjenige, der sich an den Schöpfer gewandt hat. Mann und Frau und der Schöpfer ist zwischen ihnen, und Er trägt die Verantwortung.

Frage: Und wer sollte die Verantwortung übernehmen bevor er sich offenbart?

Antwort: Wie können Sie entscheiden, wer die Verantwortung trägt? Warum sollte es überhaupt einen Verantwortlichen geben? Der Fokus sollte auf Verbindung, Kooperation, Vereinigung und gegenseitige Einbeziehung gelegt werden.

Wir müssen einen Zustand erreichen, in dem wir alles ohne Worte verstehen, uns gegenseitig unterstützen und geistig kommunizieren. Wir brauchen überhaupt nicht reden, da die Frau ihrem Mann normalerweise Vorwürfe macht: „Du redest nie mit mir.“ Der Mann ist es gewohnt, etwas mehr zu schweigen, und die Frau spricht im Allgemeinen mehr.

Aber in Wahrheit ist es die beste Voraussetzung wenn sie überhaupt keine Kommunikation benötigen auch nicht durch Berührung. Sie nehmen sich beide als einen Organismus wahr.

Und so fühle ich meinen Partner, meine Kinder und meine Familie. Deshalb heißt es: „Die Frau eines Mannes, wie sein Körper.“ Es ist möglich sich auf diese Weise gegenseitig zu spüren.

Frage: Um den Schöpfer wirklich zu offenbaren, muss man also einen Fremden als eine Person fühlen, die einem am nächsten ist?

Antwort: Ja. Denn es ist unmöglich nur mit Hilfe der Familie, eine Verbindung mit dem Schöpfer zu erreichen.

Frage: Es ist also möglich, aber diese Verbindung wird nur gering sein?

Antwort: Ich kann es mir nicht einmal vorstellen. Es ist sehr schwierig. Ein Mensch braucht einen gesunden Egoismus, der ihn „aus sich selbst heraus führt“.

Er braucht denselben inneren Egoismus, wenn er sich seine Familie oder einige andere Menschen als ihm nahestehend vorstellt, so dass es einen Unterschied zwischen den einen und den anderen, äußeren und inneren, geben wird.

Und dann kann er sich orientieren, in sich selbst alle möglichen Formen der Kommunikation mit anderen aufbauen und so vorankommen.

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Aus KabTV „Grundlagen der Kabbala“, 1.1.19

Familie und Ehe, Teil 7

Begib dich über dein Ego hinaus

Frage: Sie sagten, dass man seine erste Liebe instinktiv mit 12 Jahren oder sogar noch früher erfährt. In weiterer Folge empfindet man zum ersten Mal Liebe für seine Kinder. Und all dies, nur um an sich selbst zu spüren, wie man sich seinen Mitmenschen  und der gesamten Menschheit gegenüber korrekt verhält?

Antwort: Ja. Und dann gegenüber dem Schöpfer.

Frage: Sind diese Beziehungen ähnlich?

Antwort: Sie offenbaren sich jedesmal auf einer anderen Stufe.

Wenn man über kindliche Liebe oder Liebe zu seinen Kindern, der Familie spricht, ist damit jene Liebe gemeint, die in jedem als Keim vorhanden ist und die jeder entwickeln muss.

Wenn man jedoch über Liebe zu etwas Fremden spricht, übersteigt dies die Grenze unseres Egoismus, der sich auf einen bestimmten Blickwinkel beschränkt: ”Dieses und jenes gehört mir.” Alles, was mir gehört, liebe, ziehe ich an und schätze es. Alles was außerhalb meines Egos liegt hat hingegen keinen Wert. Ich brauche es sogar möglicherweise gar nicht und will nichts damit zu tun haben. 

Genau hier ist es also notwendig, an sich selbst zu arbeiten, erkennen, was jenseits des eigenen Egos liegt. Und Außerhalb davon befindet sich praktisch der Schöpfer. Wenn man also beginnt sich auf das zu beziehen, was jenseits des Egos liegt – bezieht man sich bereits auf den Schöpfer.

Frage: Heißt das also, dass jemand, der ein großes Ego besitzt  in seiner Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass er sogar seine Familie nicht als sein Eigen nennt?

Antwort: Ja. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass man nicht über das eigene Ich hinausgehen kann. Möglicherweise bringt einem das Erkennen des Bösen in seiner Erkenntnis voran.

Unsere Weiterentwicklung basiert auf Kontraktion und Expansion: einatmen – ausatmen, ausatmen – einatmen. Deshalb kann es jemanden, der ein großes Ego besitzt und für niemand, außer für sich selbst empfindet zu tieferer Erkenntnis des Schöpfers führen, auch wenn er es vielleicht nicht wahrnimmt.

Selbst die größten Kabbalisten waren, vor  Erlangung ihrer Korrektur, sehr große Egoisten. 

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Aus der Fernsehsendung „Die Grundlagen der Kabbala“, 01.01.2019

Wie schließt man einen Vertrag mit dem Schöpfer ab?

Frage: Der Hauptgarant ist der Schöpfer selbst. Wir schließen einen Vertrag mit Ihm, in dem Wissen unter uns ab, dass Er hinter jedem von uns steht.
Wenn jemand in der Gruppe fällt, versuchen wir ihm ein Seil zuzuwerfen, wenn es nicht funktioniert, dann wenden wir uns an Ihn: „Du hast einen Vertrag mit uns, deshalb bitten wir Dich, Deinen Teil des Vertrages zu erfüllen. Wir haben alles getan, um einem Freund zu helfen, aber wir haben keine Kraft. Du bist ein Teil unseres Vertrages, daher bitten wir Dich, ihn jetzt herauszuziehen.
Verstehen wir das richtig oder nicht?
Antwort: Nein. Warum wendet ihr euch nicht gleich an den Schöpfer? Glaubt ihr, ihr könnt etwas tun?
Frage: Wir denken, dass wir unseren „halben Schekel“ investieren, unseren Preis zahlen, an die Grenze kommen müssen, bis wir merken, dass wir nicht in der Lage sind, etwas zu tun, und Ihn erst dann bitten sollten.
Antwort: Im Prinzip ist das richtig. Jedoch ist es besser, gleich zu verstehen, dass niemand außer dem Schöpfer helfen kann.
Frage: Wie schließen wir diesen Vertrag ab, dass wir das Gefühl haben, dass Er auch daran beteiligt ist?
Antwort: Der Schöpfer nimmt nicht daran teil, sondern bestimmt den Vertrag. Er ist derjenige, der deine Bürgschaft aufrechterhält. Schließlich hält Er das ganze System aufrecht.
Was versteht man unter der Bürgschaft? Jeder ist in einem vollständig geschlossenen System ein Garant für die anderen. Wenn er seine Bestimmung nicht erfüllt, wird alles zusammenbrechen. Aus diesem Grund muss man den Schöpfer sofort als eine Kraft einbeziehen, die in uns handelt.
Eine andere Sache ist, dass wir uns an Ihn wenden und sagen können: „Ja, wir sind nicht in der Lage, dieses Netz von Kräften aufrechtzuerhalten. Lass uns verstehen, wo wir anfangen müssen, führe uns, hilf uns, gib uns Kraft! Gib uns ein Verständnis dessen, was zu tun ist! Mach es!“ Das ist eine große Freude für Ihn.

Aus dem Kongressunterricht Nr. 7 in Moldawien. 08.09.2019 
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Die Pflicht aller Seelen

Du siehst also die absolute Verpflichtung, die dem ganzen Volk Israel auferlegt wurde, jedem, wer es auch sei, sich mit dem inneren Teil der Tora und deren Geheimnissen zu beschäftigen, ohne die die Schöpfungsabsicht im Menschen nicht erreicht wird. Aus diesem Grunde durchlaufen wir Lebenskreisläufe, eine Generation nach der anderen bis hin zu unserer Generation, in welcher die Seelen versammelt sind, die das Ziel, für das sie erschaffen wurden, noch nicht erreicht haben. (Baal HaSulam Vorwort zum Buch „Mund der Weisen“)

Baal haSulam sagt, dass wir die Wissenschaft der Kabbala offenbaren müssen, damit sich alle Seelen (und jeder von uns ist Träger eines Teilchens der gemeinsamen Seele) in einer gemeinsamen Seele, genannt „Adam“, vereinen können, und so einen Zustand vollständiger Identität mit dem Schöpfer erreichen können, d.h. dass sie auf das Niveau absoluten Wissens, Unsterblichkeit, Vollkommenheit aufsteigen können.

Frage: Können wir uns aus Sicht der Kabbala vorstellen, dass die Schöpfung ein großes Verlangen zu empfangen ist, das, sich ständig weiterentwickelnd, alle möglichen Metamorphosen auf der historischen Achse durchläuft? Und jeder Mensch ist ein persönliches Verlangen zu empfangen?

Meine Antwort: Ja. Die Verlangen, die wie in einem Kaleidoskop miteinander spielen, klären ständig die verschiedenen Seiten des Schöpfers  und allmählich verbinden sie sich miteinander. 

Frage: Sind das also dieselben Seelen?

Meine Antwort: Ja. Die gleichen Seelen steigen in die Welt herab, nur auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Kombinationen miteinander.  

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Blitzantworten eines Kabbalisten, 21.04.2019

Frage: Wie können wir die Freunde beeinflussen, um unsere Verbindung zu verbessern?

Antwort: Wir müssen ihnen ein Beispiel für eine gute Verbindung zeigen, das wird sie beeinflussen.

Frage: Wenn ich einen Wunsch habe, der nicht vom Lehrer erfüllt wird, wie kann er dann erfüllt werden? Muss ich dazu den Lehrer verstehen?

Antwort: Ihr könnt euch jedes Ziel setzen, alles mögliche verstehen, aber dieses Verständnis sollte im Zehner sein, dann werdet ihr durch nichts eingeschränkt und werdet keine Fehler machen. Erfasst den Lehrer, erfasst den Schöpfer – alles, was ihr möchtet – aber unbedingt im Zehner.

Frage: Woher weiß ich, ob mein aktueller Wissensstand, mit dem Stand meiner Seele übereinstimmt?

Antwort: Nein. Dein heutiger Wissensstand entspricht noch nicht der Wurzel deiner Seele. Die Wurzel aller Seelen befindet sich in der Welt von Azilut. Heute befinden wir uns nicht einmal in der Welt von BYA (Brija, Yezira, Asija). Ich hoffe das ihr noch im Laufe des Jahres fühlen werdet wie wir uns der Welt von Azilut nähern. 

Frage: Sind wir eine schlechte Kopie des Schöpfers oder sind wir Seine umgekehrte Form?

Antwort: Nein, wir sind keine schlechte Kopie, sondern eine völlig entgegengesetzte, in jeder Hinsicht verdorbene Kopie von Ihm.

Frage: Wenn ein Kabbalist diese Welt und das, was in ihr passiert betrachtet, sieht er dann darin den Kraftfluss, den Intellekt, den Gedanken des Schöpfers?

Antwort: Sicher. Er fühlt den Plan des Schöpfers, der sich allmählich in unserem Bewusstsein verwirklicht. Er erkennt, dass wir Sein Gedanke sind.

Frage: Befinden wir uns in dieser Welt „inmitten einer klaffenden Leere“?

Antwort: Je nachdem, wie man das wahrnimmt, im Prinzip ja.

Frage: Mit welchen Werkzeugen und Grundsätzen lenkt der handelnde, höhere Verstand die Welt?

Antwort: Das Werkzeug ist sehr einfach: Licht und Verlangen. Sie sind sich einander entgegengesetzt, aber das Verlangen hat die Möglichkeit, die Absicht vom Licht zu bekommen und sich dadurch dem Licht anzugleichen. Das Verlangen kann sich dann, bis zu einer vollständigen Verschmelzung, dem Licht annähern.

Frage: Wird es zu unserer Zeit das Ende der Tage geben? Wird das ein Ereignis werden?

Antwort: Das Ende der Tage wird es dann geben, wenn ihr euch über unsere Welt erhebt. Dann werdet ihr diese Welt im spirituellen Kli ohne Zeit wahrnehmen. Dies wird als „Ende der Tage“ bezeichnet.

Frage: Warum ist das Ziel der Schöpfung verborgen, nicht greifbar und von mir nicht erwünscht? Andere irdische Ziele sind nicht verborgen.

Antwort: Das Ziel der Schöpfung ist nicht vor euch verborgen. Ihr seid es selbst, die es durch eure Eigenschaften verhüllt.

Das spirituelle Ziel ist höher als das irdische Ziel. Ihr habt dafür keine entsprechenden Sinnesorgane. Aus diesem Grund wird gesagt, dass es verborgen ist. Findet die entsprechenden, ähnlichen, gleichwertigen Eigenschaften und ihr werdet das Spirituelle wahrnehmen.

Frage: Wenn es unsere Welt nicht gibt, was bedeutet dann „Ewigkeit“ im Munde eines Kabbalisten?

Antwort: Die Ewigkeit ist die Welt der Unendlichkeit, in die wir gehen, wenn wir die Stufen aller Welten hinaufsteigen. Unsere Welt existiert nicht einmal. Dies ist der scheinbare Mittelpunkt aller Welten.

Aus dem Unterricht vom 21.04.2019

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Was ist der Unterschied zwischen Kabbala und Philosophie?

Frage: Wikipedia sagt: „Kabbala und Philosophie sind zwei Systeme des Wissens über die Welt und den Menschen, die auf der gleichen Frage basieren – der Frage nach dem Sinn der Existenz.

Was die Ursprünge der Philosophie betrifft, so schrieb der deutsche Philologe und Humanist Johann Reichlin (15. bis 16. Jahrhundert): „Mein Lehrer Pythagoras ist der Vater der Philosophie, er hat seine Lehren nicht von den Griechen, sondern von den Juden übernommen, deshalb sollte man ihn als Kabbalisten bezeichnen. Er war der Erste, der das unbekannte Wort „Kabbala“,  seinen Zeitgenossen mit dem Wort „Philosophie“ ins Griechische übersetzte.

Heißt das, die Griechen haben von der Kabbala gelernt?

Antwort: Die Griechen lernten von den Kabbalisten bereits in der Zeit der jüdischen Propheten.

Damals waren die Völker miteinander in Kontakt und die Juden akzeptierten alle, die lernen wollten: Wer lernen will, ist willkommen! Wie im alten Babylon: Es gab diejenigen, die sich Abraham anschließen wollten und jene, die es nicht wollten, es aber auch später noch tun durften. Die Kabbala war offen für alle.

Frage: Worin besteht der Unterschied zwischen der Kabbala und der Philosophie? Berücksichtigt die Kabbala, im Vergleich zur Philosophie keine abstrakten, spekulative Argumente gegenüber der Seele und zu Gott?

Antwort: Ja, denn die Philosophie hat kein geeignetes Werkzeug, um auf den Menschen zu zugehen, in ihm „zu bohren“, seine Wünsche in all seinen Abstufungen zu studieren und seine Absichten zu untersuchen: um meinetwillen, um der anderen willen, was ist der Unterschied.

Die Philosophie studiert nicht, wie man aus sich heraustreten kann, wie man seine Wünsche steigert und senkt, wie man im Auf- und Abstieg arbeitet etc. Das heißt, die Kabbala ist eine vollständige Wissenschaft, eine gewaltige innere spirituelle Psychologie.

Frage: Können wir sagen, dass Philosophen Menschen sind, die zwar von der Kabbala heraus studiert haben, aber kein Verständnis für den Schöpfer erlangt haben, d.h. keinen Bildschirm erworben haben, sondern auf der Stufe des Wissens geblieben sind und daher diese Wissenschaft zur Philosophie entwickelt haben?

Antwort: Natürlich. Da sie nicht in der Lage waren, die Höhere Welt und den Schöpfer zu begreifen, entwickelten sie sich, aus ihren Schlussfolgerungen heraus, in Richtung des logischen Denkens. 

Deshalb ist Philosophie keine Wissenschaft. Heute werden nur noch die Menschen Philosophen, die ihr Leben im vergeblichen Denken verbringen wollen.

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 13.12.2018

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Zwei Kräfte, die vom Schöpfer kommen

Frage: Es gibt zwei Kräfte, Kraft des Empfangens und Kraft des Gebens, Gut und Böse. Wenn all dies der Schöpfer ist, wer ist dann derjenige, der diese beiden Kräfte wahrnimmt?

Antwort: Der Mensch entwickelt sich in seiner natürlichen Eigenschaft, die wir Egoismus nennen. Sie wird uns vom Schöpfer gegeben. Er hat uns mit dieser Eigenschaft erschaffen. Er sagt „Ich habe Egoismus geschaffen.“

Jetzt müssen wir diese Eigenschaft in das Gegenteil umwandeln, in das Geben und die Liebe. Woher kommt die Eigenschaft des Gebens? Vom Schöpfer. Nur der Egoismus entwickelt sich in uns, selbst dann, wenn wir den Schöpfer nicht darum bitten. Das Geben entsteht dagegen in uns, wenn wir den Schöpfer dazu drängen.

Unsere Aufgabe ist es, Ihn immer durch die Gruppe zu bitten, den Egoismus den der Schöpfer ständig in uns entwickelt, mit dem Altruismus  in Einklang zu bringen. Dann werden wir wie auf zwei Beinen gehen, das ganze Universum verstehen und alle Welten jenseits von Zeit, Raum und Bewegung fühlen.

So kommen beide Kräfte vom Schöpfer. Eine ist die Kraft des Schöpfers, die Kraft der Hingabe und Liebe. Seine zweite Kraft, ist die Egoistische, die von Ihm aus dem Nichts erschaffen wurde.

Aus dem Unterricht, 07.04.2019

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