Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Buch Sohar'

Buchstaben sind meine Eigenschaften

Sohar, Kap. „Wajikra„, P.156: … Die dreizehn Eigenschaften von Rachamim sind vom Yud abhängig von der oberen Spitze des Yud, Keter in welchem es dreizehn Korrekturen von Dikna gibt.Deswegen besteht Yud aus Waw-Dalet, um auf SoN in ihnen hinzuweisen, von welchem sie zu YESHSUT werden, welche Bina ist, die wieder Chochma wird. weiter…Von dort treten alle Mochin hervor und sie sind die Perfektion von allem, da die Füllung von Waw-Dalet in der Gematria „Jud“ (zehn) ist, d.h. dass sie genauso wichtig sind wie sie.

Eine Frage, die ich erhielt: Der Sohar erzählt viel über Buchstaben. Was ist die Verbindung zwischen Buchstaben, die im Sohar erwähnt werden und Buchstaben, wie Symbole der Einwirkung des höheren Systems auf uns?

Meine Antwort: Das ist dasselbe. Buchstaben sind spiritülle Gefässe, durch welche das Licht audf mich einwirkt. Wir können über das Licht reden, und ihn als ein bestimmten Buchstabe – „Jud„, „Wav„, „Dalet“ bezeichnen. Ein Buchstabe bedeutet eine Eigenschaft des Lichtes, die es erhält, indem es durch den Buchstaben durchgeht, um uns auf bestimmte Art und Weise zu beinflussen. Der Buchstabe ist auch eine Eigenschaft des spirituellen Gefässes, das sich dem Licht angeglichen hat, um es empfinden zu können.

Nach dem Gesetz der Gleichheit der Eigenschaften ist es unmöglich, das Licht zu fühlen, ohne dass ich die Form, in der das Licht auf mich einwirkt, annehme. Wenn z. B. das Licht durch „Waw“ kommt und auf mich einwirkt, dann muss ich auch die Form von „Waw“ annehmen, um mit dem Licht verbunden zu sein. Da ich selbst aus meinem Material, „Waw“ ein Ebenbild von „Waw“ bilde, werde ich nicht zum „Waw„, sondern zum „Dalet“ ( nächster Buchstabe). Denn mein Material ist anders.

Somit haben wir „Jud“ – „Chochma„, welche in den drei Buchstaben mit denen er geschrieben wird, zeigt, in welcher Form er wahrgenommen werden kann. wenn wir „Waw“ und „Dalet“ haben werden, wird sich der „Dalet“ dem „Waw“ angleichen.

Aber Dalet und Waw sind doch verschiedene Buchstaben? Das stimmt, die sind verschieden, aber mit einander kongruent. Da sie aus verschiedenen Stoff geschaffen wurden, nehmen sie solche Formen an. Deswegen existieren so viele verschiedene Buchstabenformen, obwohl jede Form das Geben ist.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 23.05.2010

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Der Sohar offenbart sich uns

Das Buch Sohar wurde uns erst heutzutage offenbart, da wir in unserer Entwicklung die unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufen durchlebten und die menschliche Stufe (der Mensch, „Adam“ – kommt vom Wort „Edome„, was dem Schöpfer ähnlich bedeutet) erreicht haben. Deshalb empfinden wir heute die Krise, die Hilflosigkeit, die Verzweiflung und die Enttäuschung in unserem Leben.

Und aus diesem Grunde wird uns auch das Buch Sohar enthüllt, damit wir unsere Korrektur verwirklichen können – ein solches System unserer Verbindung erreichen, wie es in Malchut der Unendlichkeit existiert, wo wir zusammen in einem Ganzen verbunden sind.

Die erste Etappe der Korrektur heißt „füge dem anderem nicht zu, was dir selbst verhasst ist“. Es ist die Stufe „Chafez Chessed“ (nichts „für sich“ wünschen), „die Rückkehr aus der Angst (aus dem Zittern)“.

Die zweite Etappe der Korrektur befindet sich noch höher – die Stufe „liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“, „die Rückkehr aus der Liebe“, empfangen für das Geben. Diese zwei Korrekturen stehen uns bevor, und sie beide werden in den Beziehungen zwischen den Menschen realisiert.

Denn folglich wird der Schöpfer in unseren korrigierten Beziehungen offenbart – je nach Maß unserer Nächstenliebe und Eigenschaft des Gebens, wie auch gesagt ist: „Von der Nächstenliebe kommt man zur Liebe zum Schöpfer“.

Keine Korrektur erfolgt anders, als in der Gruppe der Kabbalisten, die sich wünschen, die Einheit zu realisieren, bzw. Die Stufe des Menschen zu erreichen. In den gegenseitigen Beziehungen bauen sie das System der Malchut der Unendlichkeit, um darin das Licht der Unendlichkeit, den Schöpfer zu empfinden.

Das Buch Sohar soll uns dazu die Kräfte, den Wunsch und das innere Verständnis geben.

Deshalb muss man sich während des Lesens des Sohar bemühen, in der Absicht zu bleiben, dass wir zusammen ein Ganzes sind, dass unsere Punkte im Herzen, Verlangen zur Spiritualität verbunden sind, und aus diesen allgemeinen Wünschen unser geistiges Gefäß, Schchina, Malchut der Unendlichkeit gebaut werden, worin wir den Schöpfer empfinden werden.

Wir sollen gemeinsam fühlen, gleich den Autoren des Buches Sohar, ähnlich der Rabbi Schimons Gruppe zu sein, und uns bemühen, dieses System der Verbindung zwischen uns vorzustellen, worüber das Buch jedes Mal erzählt. Denn der Sohar spricht nur über die Verbindung zwischen uns, auch wenn er zu ihrer Beschreibung allerlei Formen und Gestalten dieser Welt benutzt. Aber es handelt sich nur um die Kräfte unserer Seele.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 21.05.2010

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Kocht zuerst die Suppe!

Eine Frage, die ich erhielt: Während des Lesens des Buches Sohar malt mir mein Verstand immer Bilder der äußeren Welt.

Wie kann ich daran denken, dass das alles in mir drin passiert und dass es um die Verbindung zwischen uns geht?

Meine Antwort: Ehrlich gesagt, ist das unwichtig. „Was der Verstand nicht schafft, schafft die Zeit“. Die Zeit des Studiums und der Annäherung an die Freunde.

Wer während des Studiums (durch den Verstand) nicht an das Ziel (im Herzen) denken kann, soll auf sein Herz hören.

Das Wichtigste ist, sich ständig am Gedanken festzuhalten, was du von deinem Studium erwartest. Ohne das funktioniert die Tora nicht.

Die Tora wirkt entsprechend der Absicht des Menschen, wie geschrieben steht: „Ich erschuf den bösen Trieb und gab die Tora als Gewürz dazu“.

Hast du den bösen Trieb? Bring ihn mit, dann bekommst du die Tora als Gewürz dazu (als Mittel zu seiner Korrektur).

Wenn du aber keinen bösen Trieb hast, was hilft dir dann das Gewürz? Die Kabbalisten bringen uns einfache Beispiele.

Hast du eine Suppe? Willst du Salz, Pfeffer und allerlei Gewürze dazu geben? Bitte schön! Hast du aber keine Suppe, was nützen dir dann Salz und Pfeffer? Für sich alleine schmecken sie abscheulich.

In unserem Fall müssen wir zuerst „die Suppe“ kochen. Ohne die Suppe brauchen wir nicht nach dem Gewürz zu verlangen. Wir werden noch nicht einmal danach verlangen können!

Erst beim Suppekochen – beim Aufbau der Gruppe – entsteht das Bedürfnis nach dem Gewürz, damit das Licht uns vereint. Die Tora wird nur von denjenigen gebraucht, die den bösen Trieb haben (bei denen er zum Vorschein gekommen ist).

Darum müssen wir an das Lesen des Buches Sohar und an alle unsere Unterrichte vor allem mit der richtigen Absicht herangehen und wissen, was genau wir erwarten, d.h. wir müssen unsere böse Natur bereits vorbereitet haben.

Gibt es etwas, was du korrigieren musst, gibt es in dir den bösen Trieb, dann bekommst du die Korrektur darauf. Wenn du aber das Böse in dir noch nicht entdeckt hast, dann musst du es zuerst suchen.

Wenn du dich selbst als gerecht empfindest, dann ist die Tora nichts für dich, sie ist für Sünder bestimmt, um sie zu korrigieren.

Deshalb enthüllt der Größere unter allen anderen auch den größeren Egoismus, das größere Übel, und er hat etwas, was er korrigieren muss.

Daher ist es unwichtig, wie viel jemand während des Studiums versteht. „Nicht der Kluge versteht die Tora“. Das Wichtigste ist, dass er spürt, dass es etwas in seiner Verbindung mit den Freunden gibt, was er korrigieren muss.

Denn wir müssen uns zu einem Verlangen vereinen, zu der Seele von Adam, wir müssen zu Brüdern durch das Ziel werden.

Selbst wenn wir uns im Moment hassen, einander nicht wollen und verachten, verstehen wir doch, dass unser Ziel die Vereinigung ist.

Darum erwarten wir, dass das Licht kommt, uns zur Quelle zurückführt, wir zu einem ganzen Verlangen werden und sich der Schöpfer zwischen uns enthüllt.

Wie sind Leiden zu vermeiden?

Während der Analyse der eigenen Wünsche muss man so tief in die Materie eindringen, dass man versteht, wie all diese Wünsche zusammen mit ihrer egoistischen Absicht vom Schöpfer stammen. Folglich muss man die Tiefe des Wunsches erreichen und aus der Wurzel heraus begreifen, woher dieser Wunsch eigentlich kommt. Wenn wir aber später enthüllen, dass der Wunsch und seine egoistische Absicht vom Schöpfer kommen, dann werden wir auch verstehen, dass es keine andere Wahl gibt, als dass wir um die Veränderung der Absicht bitten, um damit zum Schöpfer zu kommen!

Andernfalls braucht der Mensch die Tora nicht. Er schreit nicht um Hilfe und wendet sich nicht an den Schöpfer. Er sieht sich nicht als die Schöpfung an, auf welche die Kraft einwirkt, an die man sich auch wenden kann. Unser egoistischer Anfang ist ein Engel, der uns dem Schöpfer näherbringt. Wir bekommen die Schläge und begreifen im Endeffekt, dass sie alle einen Grund haben, und sie alle von jemandem geschickt werden, der sich höher als wir befindet. Man kann zu dieser Schlussfolgerung auf dem Leidenswege kommen, oder aber mit Hilfe des Studiums, der Umgebung und der spirituellen Entwicklung.

„Der Weise sieht die Zukunft“, den sich bildenden Zustand, noch lange bevor er erreicht ist und kann ihn deshalb verändern. Die physischen Leiden dieser Welt verwandeln sich in Liebesleiden, wenn man ein wenig Licht an sich heranzieht und darauf bemessen empfinde ich meinen eigenen Zustand. Dann beginne ich darunter zu leiden, dass ich keine Nächstenliebe und keine Liebe zum Schöpfer empfinde. Genau hier liegt der Ausgangspunkt unserer freien Wahl. Es ist wichtig, an die Wurzel des Leidens zu gelangen, und zu verstehen, dass alles absichtlich von oben geschickt wurde.

Als ein Zeichen dafür, dass die Tiefe und die Wurzel erreicht wurden, dient das Verständnis, dass es keine andere Wahl gibt, und wir beginnen, an den Schöpfer zu appellieren. Wenn wir das Leiden immer noch mit allerlei Gründen in dieser Welt oder mit uns selbst verbinden, dann haben wir den eigentlichen Tiefstand noch nicht erreicht.

Ich vertiefe mich in das Leiden, steige auf seinen Stufen hinunter: Alef, Bet, Gimel (Unbelebtes, Pflanzliches, Tierisches) und denke daran, dass ich Schläge von der Natur bekomme. Wenn das letzte Stadium, Bchina Dalet, erreicht ist, dann wird mir enthüllt, dass sein Ursprung höher als die Natur ist, nämlich der Schöpfer ist, wie der strafende Finger des Schöpfers.

Kann man aber diesen Prozess mildern oder beschleunigen? Ja, es ist möglich! Dafür wurde uns eben die Tora gegeben, um nicht den Weg der Leiden zu betreten, sondern freiwillig den schnelleren und den leichteren Weg zu gehen. Ich organisiere um mich herum die Gruppe, und ziehe von oben mittels des Studiums das Licht heran, z.B. mit dem Studium des Buches Sohar, und komme somit schneller zum Ziel. Dies ist der Weg der Tora. Der Unterschied zwischen den beiden Wegen liegt in tausend Jahren von Leiden.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabasch, 17.05.2010

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Wunderschöne Infusion

Wenn wir den Sohar lesen, müssen wir davon eine Rettung erwarten. Wie Baal Hasulam in seiner „Einfuehrung zu Talmud Eser HaSefirot„, P. 155 schreibt: „Tatsaechlich verbirgt sich darin eine wunderschöne Eigenschaft, die es wert ist veröffentlicht zu werden“ – durch das Studium des Buches, koennen wir uns mir der Quelle, dem Schöpfer, verbinden, der in der anderen Dimension existiert.

Ich befinde mich in meiner Dimension, in einer Entfernung von Ihm, und dieses Buch kann eine Verbindung zwischen mir und Ihm, der höheren Dimension schaffen.

Woher bekomme ich dieses Licht – eine Heilmittel, das im Masse meines Strebens wie eine Infusion Tröpfchen für Tröpfchen in mich einfliesst.

Die Tora fordert nichts unverwirklichbares von mir. Oben kennt man dich besser als du selbst und fordert von dir dementsprechend wie du geschaffen bist.

Man sagt dir: “ Setz dich neben das Buch. Du bist verpflichtet dich mit deiner Umgebung zu verbinden, denn dies ist deine spirituelle Form.“

Jetzt bist du auf deinem Niveau. Du bist ein Egoist, alle sind dir egal, du strebst nur nach egoistischen Vegnügen.

Du weisst nicht einmal, was du genau willst, aber dem Oberen ist es völlig klar. Denn er schafft in dir alle widerlichsten Eigenschaften. Und du spürst nur selten ein bischen was er tut.

Aber als Er das alles in dir geschaffen hat, erwartete Er nur das eine: „Versuch nur ein bischen dich mit Mir zu verbinden – aufgrund von allem was dir von oben gegeben wird.“

Du muss deinen jetzigen, wahren Zustand enthüllen – und dir nur wünschen dem Höheren ähnlich zu werden.

Aber um dem Höheren ähnlich zu werden, muss ich mir diesen Zustand vorstellen, wo ich und die Gruppe sich zusammen befinden, in einem Zustand des gegeseitigen Gebens, in Arvut.

Wenn ich mir mich selbst wie ein Ganzes mit den Anderen vorstelle, wo in diesem Ganzen zwischen uns bereits das Licht wirkt, möchte ich diesen Zustand spüren.

Ich möchte fühlen, dass wir alle gemeinsam sind und das Licht uns erfüllt, denn in dem Mass unserer Vereinigung sind wir dem Licht aehnlich. Gerade diesen Zustand müssen wir uns vorstellen.

Es ist klar, dass wir nicht zusammen sind, und nicht miteinander verbunden sind. Das bedeutet, dass wir im Spirituellen wachsen möchten, uns der höheren Stufe angleichen.

Dann, im Masse deines Strebens, schafft der Sohar eine Verbindung zwischen dir und der höheren Stufe und Tröpfchen für Tröpfchen fließt diese Infusion in dich hinein, Troepfchen des Lichtes, die auch Tröpfchen des Glücks (Masalot) zu dir fliessen lassen.

Es gibt keinen Unterschied zwischen dir und der hoeheren Stufe, ausser dem, dass du auf der höheren Stufe mehr mit den anderen verbunden bist.

Versuch dir diesen höheren Zustand, innere Verbindung mit allen vorzustellen, – dieses gegenseitige Geben nennt man „das höhere Licht“.

Aus dem gleichen Zustand, den du dir vorstellst, von dem du träumst, nach dem du strebst, wirkt auf dich diese Kraft – das umgebende Licht, das dich wie einen Säugling grosszieht.

Aus dem Abendunterricht zum Buch Sohar.13.05.2010

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Das sich umwandelnde Herz

Wir verfügen über die einzige Freiheit der Wahl bezüglich des Wunsches zur Spiritualität, des Punktes im Herzen, den wir über alle übrigen Wünschen erheben können.

Kaum erhebe ich den Punkt im Herzen über das eigene Herz, über alle seine egoistischen Wünsche, das heißt, ich richte mich direkt zum Schöpfer „Isra-El“, so beginnt mein Herz in dem selben Augenblick umgewandelt zu werden, größer zu werden.

Folglich beginne ich das Fallen zu fühlen – die Spiritualität verliert an Wichtigkeit, und es leuchtet nichts vorwärts, es gibt nur die Leere.

Es bedeutet, dass der Punkt im Herzen sich unter den Wünschen des Herzens befindet, und der Egoismus ist dagegen hinaufgestiegen.

Ich beginne wieder, innerlich zu arbeiten, um diese Wünsche zu überwinden und das Spirituelle (den Punkt) höher als sie (als das Herz) zu erheben. Mein Herz bekommt sofort die erneute Last – und auf diese Weise sind entweder die egoistischen Wünsche oder der spirituelle Wunsch wichtiger.

Aus dem Unterricht „Vorwort zum Buch Sohar“, 10.03.2010

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Bewusste und Einfühlsame Absichten

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn der Sohar und der Talmud Esser HaSefirot das gleiche System beschreiben und sie beide nicht durch den Verstand erlangt werden, warum sind dann Fragen bezüglich des Talmud Esser HaSefirot akzeptabel, nicht aber für den Sohar?

Meine Antwort: Der Sohar ist hauptsächlich dafür vorgesehen Absichten aufzubauen. Ich muss ihn lesen und empfangen wie eine Medizin (Segula). Er ist auf eine solche Art und Weise geschrieben, dass eine Person selbstständig schrittweise ihre innere Logik, die Beziehungen zwischen Dingen und Erklärungen enthüllt. Letztendlich kehrt er doch ständig zur gleichen Sache darin zurück. Er spricht stets über die drei Linien (Rechte Linie, Linke Linie und Mittlere Linie) und über nichts anderes.

Daher sollte unsere Einstellung gegenüber dem Sohar einen einzigen Fokus haben: das Verlangen, dass ich von ihm beeinflusst werden möchte. Das Licht der Unendlichkeit gelangt zu mir durch dieses Raster, diese Schablone und erbaut in meinem Material (einfachen Verlangen) ein ihm gleiches System, also das System der spirituellen Welten.

Im Talmud Esser HaSefirot und im Sohar habe ich die gleiche Absicht: das Licht, welches zur Quelle zurückführt, zu empfangen; jedoch füge ich im Talmud Esser HaSefirot mehr Verstand bei, während ich im Sohar mehr nach Empfindungen strebe. Es ist so, als wäre die eine Absicht bewusst und die andere einfühlsam. Auf diese Art arbeiten diese beiden großen Bücher. Doch muss ich von allen beiden nur das Licht, das zur Quelle zurückführt und mich korrigiert, einfordern.

Heranwachsen ist ein normales Wunder

Eine Frage, die ich erhielt: Warum ist die Lesegeschwindigkeit während dem Sohar Studium so wichtig, und wie unterscheidet er sich von anderen kabbalistischen Texten?

Meine Antwort: Während wir den Sohar lesen, versuchen wir, die richtige Geschwindigkeit zu wählen, weil wir einen Eindruck aus dem durchgängigen Lesen des Textes empfangen wollen. Es gleich dem, wie wir mit einem Baby sprechen, das nicht wirklich versteht, worüber wir sprechen. Im Gegenteil, nehmen wir an, ich würde einer Geschichte in einer mir nicht verständlichen Sprache zuhören. Ich könnte immer noch zu erraten versuchen, was jedes Wort bedeutet. Einem Baby fehlt jedoch nicht nur das Wissen der Wörter, sondern auch das Wissen um die Handlungen, die beschrieben werden.

Wenn dem so ist, wozu redet man mit ihm überhaupt darüber? Tatsache ist, wenn wir dies nicht tun, wird es nicht erwachsen werden. Wenn wir zu ihm in einer Sprache sprechen, die es nicht versteht, über Dinge, die es nicht versteht und ihm von einer Welt erzählen, die vor ihm im Moment vollkommen verborgen ist, wir es ihm jedoch so erklären, als verstünde es, dann fängt es im Kind an zu arbeiten und das Verständnis und die Reaktionen erwachen.

Es zeigt sich, dass unser Umgang mit Kindern während ihrer irdischen Erziehung dem Einfluss, den das Licht im Laufe unserer spirituellen Erziehung auf uns nimmt, vollkommen gleicht.

Mit anderen Worten: Erziehung durch das Höhere Licht ist vollkommen natürlich.

Wenn ein Baby damit beginnt, die Dinge, die wir sagen und tun, zu wiederholen, sagt und tut es sie nicht korrekt. Jedoch verstehen wir, dass es so ist, wie es sein soll, und auf diese Art wächst es. Das ist genauso, wie wir uns in der Spiritualität entwickeln. Daher müssen wir das Buch Sohar und das darin enthaltene Licht uns beeinflussen und uns „formen“ lassen, uns so dem Schöpfer ähnlich machen lassen.

Dies ist der natürliche Weg, in eine neue Welt einzutreten. Wir sind uns des stattgefundenen Prozesses, als wir Kinder waren, nicht bewusst, weil wir von den Erwachsenen durch Gefühle und den Verstand in einer Sprache gelehrt wurden, die wir verstanden, während wir Wissen aufnahmen und ansammelten.

Daher lesen wir den Sohar. Gleichgültig, wie sehr wir ihn verstehen oder fühlen, er wirkt in uns wie eine wunderbare Kraft (Segula). Dies ist die gleiche wunderbare Kraft, die in unserem materiellen Leben arbeitet, wenn wir unsere Kinder aufziehen. Es erscheint uns wie ein Wunder, aber es ist vollkommen natürlich und normal.

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Weltweiter Kabbala Kongress vom 7. Mai bis 9. Mai 2010–>

Lass jeden Tag von neuem beginnen


Aus dem Sohar, Abschnitt Shmini (Am achten Tag),Punkt 46:“Und er sprach zu Aaron: „Nimm für dich ein junges Rind“ (Lev,9:2) um für das Kalb zu sühnen in welchem er gesündigt hatte, wie geschrieben steht, „..und machte daraus ein gegossenes Kalb (Ex, 32:4).

Eine der Eigenschaften im Menschen, die „Moses erklimmt einen Berg“ genannt wird, während eine andere sehr erhabene Eigenschaft, „Aaron begeht eine große Sünde“ genannt wird: die Anbetung des goldenen Kalbes. Auf diese Weise arbeiten diese beiden extremen Punkte im Menschen.

Ein Kalb und keine Kuh. Rind bedeutet Ochse, Gwura de Seir Anpin und eine Kuh bedeutet Malchut. Malchut beinhaltet drei Gesichter: das Gesicht eines Löwen, das Gesicht eines Ochsen und das Gesicht eines Adlers. Ein Kalb steht für den Ochsen welcher in Malchut beinhaltet ist.

Wir müssen nicht versuchen uns an die Worte in diesem Text zu erinnern, es spielt keine Rolle ob alles wieder in den nächsten Sekunden aus unseren Gedanken entflieht. Das sollte uns keine Sorgen bereiten. Unsere einzige Sorge sollte es sein, zu versuchen die Worte, die wir lesen, zu fühlen, wenn wir diese lesen und das ist alles.

Wir sollten nicht versuchen uns an irgendetwas zu erinnern. Wenn wir einer gewöhnlichen Geschichte dieser Welt lauschen, müssen wir uns nicht erinnern, was „Kuh“, oder „Kalb“ oder „Mensch“ bedeutet. Wir fühlen einfach diese Begriffe. Das gleiche gilt auch für spirituelle Begriffe, die wir alle nur in uns selbst enthüllen müssen anstatt uns auf mechanische Art daran zu erinnern.
Im Gegenteil, wenn wir uns an etwas erinnern, begeben wir uns in die Gefahr der Annahme, dass wir schon etwas erreicht haben, doch dies ist eine Lüge. Wir werden mit den falschen Dingen zufrieden sein.

Daher ist es besser, sich an gar nichts zu erinnern und „jeden Tag von neuem“ zu beginnen. Wir sollten den Unterricht ohne jegliche Erinnerung verlassen, so also ob wir überhaupt nichts gelesen hätten. Das Wichtigste ist, dass wir uns eingesetzt und auf eine Enthüllung gewartet haben.

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Der Schlüssel zur heiligen Türe zu mir selbst

Wir müssen verstehen, welche Macht im Buch Sohar verborgen ist. Es ist ein Werkzeug oder Hilfsmittel zur Erlösung, das uns gegeben wurde – das einzige Mittel, das imstande ist, eine spirituelle und materielle Revolution in der Welt hervorzurufen. Wenn wir seine Bedeutung verstehen, dann sind wir mit seiner Hilfe in der Lage, uns selbst und die Wirklichkeit zu verändern. Wir werden fähig sein, unser Schicksal zu beeinflussen, sowohl für jeden persönlich als auch für uns alle zusammen.

Alles liegt in unseren Händen. Dieses Buch ist ein besonderer Schlüssel, welcher der Menschheit gegeben wurde, um das System der Kräfte, die sie regieren, aufzuschließen. Wir müssen einfach lernen, wie dieser Schlüssel zu gebrauchen ist, um die heilige Tür zu öffnen – das Tor zum spirituellen System. Dann wird der Schlüssel es für uns öffnen!

Jedes Wort im  Buch Sohar sollte als in jedem von uns existierend begriffen werden. Der Text spricht nur über unsere Innenwelt. Wenn ich den Satz lese: „Lasst uns zum Pharao gehen,“ muss ich mir vorstellen, dass der Schöpfer, Moses und ich alle zusammen in mir sind. Ich muss fühlen, was es bedeutet, „dorthin zu gehen“ – welchem Verlangen oder welcher Eigenschaft ich mich nähern werde, die „Pharao“ oder „böse Neigung“ genannt wird. Die Kraft, die mir dazu verhilft, wird der Schöpfer genannt.

Ich bin außerstande direkt zum Pharao zu gehen, weil ich erkenne, wie groß er ist und wie sehr er mich beherrscht. Nur durch das Festhalten am Schöpfer (oder an die rechte Linie, das Geben, die Tora, das Höheren Licht) kann ich näher an die linke Linie (Übel, Egoismus) in mir herankommen. Und anstatt sie zu zerstören, kann ich mich von ihrer Macht befreien und mich über sie erheben.

Dann werde ich die böse Kraft in eine gute Kraft umformen und das Gute wird mich anstelle des Bösen regieren. All das ist nur durch das Studium des Buches Sohar möglich. Jedes Wort darin stellt irgendeine Eigenschaft von mir, eine Kraft, die Beziehungen zwischen ihnen und die Prozesse, durch die ich hindurch gehe, dar.

Ich muss mir dies alles als Teile meiner Seele vorstellen; ich studiere meine eigene, innere, spirituelle Anatomie. Meine Anstrengungen, dies zu tun, werden das Höhere Licht, welches erneuert, anziehen und mich näher zum Guten bringen.

Lasst uns also mit diesen Sehnsüchten in Geist und Herz das Buch Sohar lesen.