Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Belohnung'

Jom Kippur: Eine Bitte um Korrektur

Im Prozess der spirituellen Entwicklung gibt es einen besonderen Zustand, der Jom Kippur (von dem Wort „kapara“ – „Erlösung“) genannt wird und der die Korrektur aller Sünden bedeutet, für die ein Mensch Reue zeigt und um Korrektur bittet.

Denn es ist klar, dass wir selbst nichts korrigieren können, und die Sünden, die wir begangen haben, sind gar nicht unsere, denn es ist der Schöpfer, der die böse Neigung geschaffen hat, die uns beherrscht und uns zur Sünde zwingt.

Wir sind nicht schuldig, dass wir in den Egoismus eingetaucht sind, der uns jedes Mal dazu bringt, nur an uns selbst zu denken und nicht an andere oder an den Schöpfer. Deshalb sind sowohl die Sünden als auch ihre Korrektur nicht unsere Schuld und nicht unser Verdienst, weil der Schöpfer alles tut. Er hat alle Sünden und alle ihre Korrekturen für uns vorbereitet, und wir befinden uns zwischen dem einen und dem anderen, wie in einem Schraubstock.

Unsere Aufgabe ist es, alles mit dem Schöpfer zu verbinden, sowohl die Sünden als auch die Korrekturen. Wir können Sünde und Korrektur nur dann miteinander verbinden, wenn wir verstehen und spüren, dass beides vom Schöpfer kommt und nicht von uns. Der Schöpfer steht über den Sünden und über den Korrekturen. Er ist eine besondere höhere Macht, die über allem steht.

Deshalb ist Jom Kippur ein Tag der besonderen Freude, der uns erlaubt, uns noch höher über die Schöpfung zu erheben, uns mit der höheren Macht zu verbinden und ihre Ebene zu erreichen. All die Sünden und der Egoismus, die vom Schöpfer geschaffen wurden, und die Korrekturen, die dank Ihm erreicht werden, sind notwendig, um die Stufe zu verstehen, die über den bösen und guten Neigungen liegt, das heißt, um den Schöpfer zu verstehen, der auf keine andere Weise erreicht werden kann.

Der Schöpfer ist von der gesamten Schöpfung getrennt, und es ist möglich, diese Essenz nur auf diese Weise zu erlangen, durch die Erfahrung unserer Trennung in vollem Umfang. Wenn wir uns miteinander verbinden, vereinen wir uns mit dem Schöpfer.

Wir erheben uns über Übertretungen, über Strafe und Belohnung und nehmen diese Korrekturen vor, damit wir nur mit ihrer Hilfe den Schöpfer erreichen, der von der gesamten Schöpfung getrennt ist. Der Schöpfer hat all diese Zustände für uns vorbereitet, damit wir zu Ihm gelangen können: eins, einzigartig und vereint.

Jom Kippur ist das Hauptsymbol für den Prozess des Erreichens der höheren Kraft, die von der gesamten Schöpfung losgelöst ist.

Ohne Vereinigung, ohne Gedanken an das gesamte Welt Kli, ohne Gedanken an gegenseitige Hilfe und an die gesamte Menschheit ist es unmöglich, auch nur die kleinste spirituelle Offenbarung zu erreichen. Alle Völker sind dazu bestimmt, sich über ihren individuellen Egoismus zu erheben und zum System von Adam HaRishon zurückzukehren, um wie ein Mensch, wie in einem einzigen Verlangen zu werden.

Jom Kippur ist ein spiritueller Zustand, in dem der Mensch offenbart, dass seine Übertretung darin besteht, dass er dachte, er selbst würde übertreten und nicht sah, dass alles vom Schöpfer kommt. Das heißt, er hat nicht erkannt, dass „es außer Ihm nichts gibt“.

Er dachte, er würde alles selbst tun und bewertete seine Gedanken und Wünsche in seinem Egoismus. Aber jetzt will der Mensch seine Fehler korrigieren, all diese unreinen Unterscheidungen, die nicht mit der einen, einzigartigen und vereinten höheren Kraft verbunden sind. Und genau darum betet er und bittet den Schöpfer.

Das ist das Wesen des Tages des Gerichts (wörtlich übersetzt, aber gewöhnlich wird er Tag der Sühne genannt) – der Tag, an dem der Mensch alle Zustände und Klärungen, die er nicht der höheren Kraft zuschreiben konnte, sühnen und korrigieren will. Schließlich besteht unsere ganze Aufgabe darin, alles, was in der Welt geschieht, der höheren Kraft zuzuschreiben und uns selbst nur als eine Schöpfung zu betrachten, die zu hundert Prozent von ihr kontrolliert wird.

Der Aufstieg über 125 spirituelle Stufen ist eine zunehmende Identifikation mit der höheren Kraft bis zur vollständigen Vereinigung mit ihr. Wenn wir das Kli, das vom Schöpfer absichtlich zerbrochen wurde, vollständig korrigieren und es auf Seine Ebene anheben, dann sind wir bereit, den wahren Weg zum Verständnis und zur Vereinigung mit dem Schöpfer zu beginnen.

Aber das sind die Geheimnisse des Endes der Korrektur. Wenn wir dies gemeinsam erreichen – alle Schöpfungen, die jetzt in dieser Welt sind, und diejenigen, die nicht in ihr sind – dann werden wir weitergehen und herausfinden, was der Schöpfer für uns nach der letzten Korrektur vorbereitet hat.

An Jom Kippur zeigen wir, dass nicht nur das Gute, sondern auch das Böse vom Schöpfer kommt und beide gleichwertig sind. Der Mensch sollte sowohl für das Böse als auch für das Gute segnen, weil er durch diese beiden Kräfte die Vereinigung mit dem Schöpfer erreicht.

Diese Vereinigung mit der höheren Kraft ist unser gemeinsames einziges Ziel, und deshalb muss jeder vergangene Zustand als eine Einladung zur Vereinigung verstanden werden. Es spielt keine Rolle, was ich fühle oder was in meinem Verstand, meinem Herzen, meinem Körper oder in meinen Beziehungen geschieht, dadurch wird mir gezeigt, wo ich die Vereinigung mit der höheren Kraft hinzufügen und verstärken kann.

Der Sinn des Fastens an Jom Kippur ist, dass wir nur durch die Kraft des Glaubens handeln, ohne die Kraft des Empfangens zu nutzen.

[271448]

Aus der täglichen Kabbala-Lektion, 26.9.2020

Wahlfreiheit und Belohnung

Frage: Wenn der Mensch die Lenkung der höheren Kraft fühlt, kann er dann eindeutig Belohnung und Bestrafung erkennen? Wenn dem so ist, wo bleibt dann seine Entscheidungsfreiheit?

Antwort: Wahlfreiheit besteht immer darin, zumindest fragen zu können, was ich noch tun kann, um mit meinen Eigenschaften, Handlungen, Gedanken und Wünschen dem Ebenbild des Schöpfers näher zu kommen.

Frage: Erkennt der Mensch, der den Schöpfer offenbart, eindeutig Bestrafung und Belohnung?

Antwort: Ja und nein. Es hängt davon ab, was für sein Vorankommen besser ist. Vielleicht verbirgt er es vor sich, will es nicht sehen, damit seine Einstellungen ehrlicher und erhabener sind, oder im Gegenteil, er verbirgt es nicht vor sich und prüft, inwieweit es auf ihn wirkt, um sich in einen erhabenen Zustand zu versetzen, in welchem das Ergebnis der Handlung seine Einstellung nicht beeinflusst.

Frage: Es scheint, dass der Zweck der höheren Kraft darin besteht, unsere Handlungen vom Ergebnis zu trennen, so dass es keine Verbindung gibt. Warum?

Antwort: Man kann andernfalls keine Handlungen des Gebens durchführen, wenn sie vom Ergebnis abhängen. Die Belohnung muss sich aus dem Prozess ergeben.

Wenn ich jetzt versuche, mich mit anderen Menschen zu verbinden oder die höhere Kraft zu offenbaren, ist der Prozess die Belohnung.

Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“, 31.05.2022

[299326]

Die Wahrnehmung von Handlungen und Güte des Schöpfers

Eine Frage, die ich erhielt: Was sind Handlungen des Schöpfers und Seine Güte?

Meine Antwort: Das ist die Güte, welche die Welt erfüllt und in meinen korrigierten Verlangen vorgefunden wird. Sogar in diesem Augenblick bin ich von der Welt der Unendlichkeit umgeben, die von absoluter Güte erfüllt ist, doch ich habe keine Befähigung, sie zu spüren.

Die Güte Schöpfers ist das, was ich anstelle des Übels, das ich jetzt spüre, erkennen werde. Mein Egoismus wächst ständig und dadurch zeigt er mir, dass alles schlecht ist. Er zeigt mir zwei Gegensätze: das Licht und das gleiche Licht in der Form von Dunkelheit. Auf diese Weise spürt jemand das Licht in dieser Welt, da er entgegengesetzt zur Eigenschaft des Gebens ist.

Je stärker das Licht an mir arbeitet, umso härter und dunkler erscheint mir das Leben, weil ich mich im Gegensatz zum Licht befinde. Das Licht, das in Bezug auf alle Seelen und nicht nur in Bezug auf mich enthüllt wird, zeigt mir, dass alles, was mir geschieht, von der gesamten Welt abhängt.

Daher versteht die Welt nicht, warum sie plötzlich Flauten und Trägheit durchmacht. Unterbewusst spürt ein Mensch, dass er von jedem abhängig ist. Wie also soll er handeln? Er muss fähig sein, zu prüfen, wann er gibt und wann er empfängt. Jedoch die Enthüllung unserer globalen Verbindung trübt unser Verlangen zu empfangen und macht uns hilflos. Wenn mir gesagt wird, dass ich eine Arbeit beenden soll und bekomme Geld dafür, verstehe ich das. Doch ich kann nicht ohne eine Belohnung arbeiten!

Die Problematik hier ist, dass das Licht sich selbst zunehmend enthüllen wird, während sich die Verbindung zwischen uns zeigt. Wir werden ihren Einfluss als verstärkte Dunkelheit und Krise spüren. Doch wenn wir anfangen, miteinander das Spiel des Gebens zu spielen, werden wir korrigiert. Die Wissenschaft der Kabbala, selbst als ein Spiel, wird die Menschheit im gegenseitigen Geben mit der Quelle, die uns korrigiert, vereinen. Als Ergebnis werden wir uns gewiss in einem korrigierten Zustand wiederfinden.

Zur Kabbala Akademie

 

Die Mittlere Linie innerhalb des Menschen und der Gesellschaft

Frage: Was ist die mittlere Linie innerhalb eines Menschen?

Antwort: Die mittlere Linie in einem Menschen ist seine Seele. Wenn ein Mensch die rechte und die linke Linie in sich kurzschließen würde, würde er damit die Ansätze seiner Seele verbrennen, die für seine Entwicklung bestimmt sind.

Frage: Und was ist die mittlere Linie in einer Gesellschaft?

Antwort: Es sollte Gesetze in der Gesellschaft geben, die helfen können, einen Menschen so zu erziehen, dass er nur an seine Mitmenschen denkt und nicht an sich selbst. In diesem Fall wären all seine Handlungen wohlwollend und würden von der Gesellschaft gefördert, und er würde angemessen belohnt werden.

Wenn er aber nicht zum Wohle aller, sondern nur für sich selbst handeln würde, würde er bestraft werden. Dann würde er durch Belohnung und Bestrafung von der richtigen Gesellschaft erzogen werden.

Das heißt, die mittlere Linie innerhalb des Menschen ist sein Schirm, eine anti-egoistische Kraft, die es ihm ermöglicht, sowohl seine natürliche egoistische Eigenschaft des Empfangens um seiner selbst willen, als auch die in uns manifestierte altruistische Eigenschaft, die einen Teil des Schöpfers darstellt, aufzunehmen.

Und in einer korrigierten Gesellschaft werden unter der mittleren Linie die Gesetze verstanden, die diese beiden Kräfte ausgleichen.

Aus dem TV-Programm „Spirituelle Zustände“, 23.07.2021

[#285797]

Lo liShma

Frage: Wie kann man prüfen, ob sich ein Mensch im Zustand von Lo Lishma befindet; was kennzeichnet den Zustand von Lo Lishma, von dem aus wir Lishma erreichen?

Antwort: Lo Lishma, bedeutet, dass ein Mensch auf der Suche nach der Wahrheit ist. Er hat davon bereits einiges gehört und hat theoretisch eine Vorstellung davon, was es bedeutet, aber gleichzeitig ist er noch in der Absicht, für sich selbst zu empfangen.

Wir können Lo Lishma nach einer Skala von 0 % bis 100 %, an einem Beispiel messen, in dem sich ein Freund von mir 1000$ leiht. Hier würden 0% Lo Lishma betragen, wenn der Freund die gesamten 1.000$ an mich zurückgeben muss.

Wenn er mir aber 999$ zurückgibt und ich es so akzeptiere, als hätte er mir die gesamten 1000$ gegeben, ist es 1% von Lo Lishma. 100% sind es, wenn er mir 0$, also einen leeren Umschlag zurückgibt und ich es, nach der Überprüfung mit meinen Sinnen, als den gesamten Schuldbetrag akzeptiere. Das zeigt mir, wie sehr ich mich über mein Verlangen zu empfangen erheben kann.

Aber natürlich ist all dieser Fortschritt nur durch den Einfluss des Umgebenden Lichts (Or Makif) möglich. Aber wenn wir von Lo Lishma zu Lishma übergehen, dann beginnen wir, das Direkte Licht (Or Yashar) zu aktivieren.

Baal HaSulam gibt eine Interpretation von Lo Lishma in der Einführung in das Studium der Zehn Sefirot: „In der Tat bedeutet das Ausüben von Tora und Mizwot in Lo Lishma, dass man an den Schöpfer, an die Tora und an Belohnung und Bestrafung glaubt. Und er engagiert sich in der Tora, weil der Schöpfer das Engagement befohlen hat, aber er verbindet sein eigenes Vergnügen damit, seinem Schöpfer Zufriedenheit zu bereiten.“

[120659]
Aus dem 1. Teil der Täglichen Kabbala-Lektion 15.11.13, Shamati #64 „Von Lo Lishma zu Lishma

Naturgesetze und Rechtsnormen

Frage: Sie schreiben, dass Nächstenliebe und Bürgschaft die Gesetze der Natur sind. Ihre Nichtbefolgung verursacht alle Probleme und Katastrophen, mit denen die Menschheit im Laufe der Geschichte konfrontiert wird.

Ist es möglich, die Schäden der Nichteinhaltung dieser Rechtsnormen wissenschaftlich zu belegen, sie aufzuzeigen und sie dann als Gesetze einzuführen, so dass sie zumindest in einer äußeren Erscheinungsform vom Staat geschützt werden?

Antwort: Man kann der Gesellschaft keine Gesetze, und Verhaltensregeln auferlegen, denen sie nicht folgen kann, obwohl sie schön, korrekt und vielleicht sogar wahr sind. Es gibt sie in der Natur.

Die Menschheit ist noch nicht so weit, dass sie ihnen folgen kann. Sie kann nur das leisten, was sie erkennt und als Notwendigkeit ansieht. Sie muss verstehen, dass sie diese Gesetze in sich selbst umzusetzen und einen schützenden Rahmen dafür schaffen muss usw.

Wir wissen zum Beispiel, dass es ein Gesetz der Bürgschaft gibt, nach dem lebende Organismen auf niedrigeren Ebenen zusammenwirken. Wir können es dennoch nicht als Staatsgesetz einführen, da die Menschen ohnehin nicht in der Lage wären, es zu befolgen.

Wir offenbaren physikalische, chemische und andere Gesetze der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur, die vor uns liegt und in der wir uns befinden. Wenn wir diese Gesetze verstehen, erklären wir sie allen, da ihre Nichteinhaltung sofort mit Bestrafung verbunden ist. In der Natur gibt es jedoch auch solche Gesetze, deren Einhaltung oder Nichteinhaltung keine unmittelbare Belohnung oder Bestrafung nach sich zieht.

Frage: Wir sehen also nicht sofort die Konsequenzen? Oder wir sehen, aber können die Ursache nicht mit der Wirkung verbinden?

Antwort: Ja. Daher können wir diese Naturgesetze nicht als Gesetze für die Gesellschaft einführen. Wir müssen die Gesellschaft dazu bringen, ihr Handeln auf der Stufe der irdischen Wissenschaften zu erkennen, oder sie muss in sich die Gesetze des moralischen Verhaltens, den richtigen Umgang miteinander empfinden.

Erst dann kann man sie dort hinführen. Andernfalls wird man die Gesellschaft zerbrechen, Revolutionen auslösen und das bekommen, was in Russland geschah, als gute Beziehungen zwischen Menschen gewaltsam eingeführt wurden, obwohl sie als Egoisten überhaupt nicht verstanden was von ihnen verlangt wurde.

Aus der Fernsehsendung „Kommunikationsfähigkeiten“, 09.10.2020
[274446]

Spirituelle Motivation

Frage: Inwieweit ist das Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche in einem integralen Ansatz zur Motivation angemessen?

Antwort: Wir sehen, das die Natur dieses Prinzip ständig anwendet. Sie fragt uns nicht, sie drängt uns nur, das ist alles.

Frage: Halten Sie das Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft für akzeptabel?

Antwort: Ja. Auf jeden Fall verstehen wir nur das: entweder Zuckerbrot oder Peitsche. Die Natur, die Gesellschaft kann uns nicht anders beeinflussen, denn wir verstehen nur Belohnung und Bestrafung. Der Unterschied liegt in ihrer Form.

Frage: Was sind die Merkmale der kabbalistischen Motivation?

Antwort: Dies ist eine ganz andere Ebene. Wir erheben uns über Belohnung und Strafe, d.h. über das Wissen, wir versuchen nur durch die Kraft des Gebens, der Liebe, ohne selbstsüchtige Motive zu gehen. Hier eröffnen sich ganz andere Welten, andere Verhältnisse. Man nennt es Glauben über dem Verstand.

Frage: Woher nimmt man die Energie, wenn es keine egoistischen Motive gibt?

Antwort: Von oben. Unsere Natur verfügt über eine sehr interessante, ich würde sagen, einzigartige Energiequelle, die einem Mensch mit einer spirituellen, nicht egoistischen Motivation versorgen kann. Der Mensch wird dann die Arbeit tun.

Die Kabbala verfügt über eine Methode, wie wir diese Energie, diese Motivation, die wir mit unseren Sinnen nicht fühlen, erhalten können.

Frage: Glauben Sie, dass Kinder einfacher zu motivieren sind als Erwachsene?

Antwort: Natürlich, da sich Kinder zu bestimmten, spezifischen Themen, Objekten, Belohnungen hingezogen fühlen. Sie sind also leicht zu manipulieren. Bei Erwachsenen ist es viel schwieriger. Am schwierigsten ist es einem Erwachsenen beizubringen, sich selbst zu manipulieren.

Aus dem Fernsehprogramm, „Kommunikationsfähigkeiten“, 28.08.2020.

(273710)

Grundeinkommen – nach Bedarf

Frage: Durch die Idee eines Grundeinkommens ist es jetzt gelungen, in den Mainstream vorzudringen. Mancherorts wird es sogar erprobt. Bis vor kurzem war es noch eine Utopie, aber plötzlich haben sich die Zeiten geändert, die ein Unterstützer dieses Modells sind. Glauben Sie nicht, dass es sich um einen Ausgleich handelt? Wenn man über das Grundeinkommen spricht, meint man den gleichen Betrag für alle.

Antwort: Nein, das Grundeinkommen sollte jedem nach seinen Bedürfnissen gewährt werden. Die Tatsache, dass es heute für alle gleich ist, liegt nur daran, dass man das Problem irgendwie loswerden möchte.

Frage: Wer kann den Bedarf eines Menschen bestimmen? Unsere Natur ist so beschaffen, dass wir immer betrügen.

Antwort: Nein, hier geht es nicht um unsere Natur, wenn jeder so bleibt wie er heute ist, leiden alle darunter. Das eigentliche Grundeinkommen besteht darin, dass jeder so viel bekommt, wie er braucht, nicht mehr als das und zwar aus seiner eigenen Entscheidung heraus.

Frage: Können Sie sich vorstellen, welches Selbstbewusstsein ein Mensch haben muss, um sagen zu können: „Ich brauche genau so viel und nicht mehr“?

Antwort: Selbsterkenntnis ist sehr einfach – ein Mensch sollte an die höchste Belohnung glauben und dabei annehmen, dass er für den Versuch, nur das zu nehmen, was er wirklich braucht, belohnt wird. Er erhält die größte Anerkennung für die Erfüllung dieser Bedingung.

Anmerkung: Hier erreicht man eine neue Stufe: ohne das Verständnis einer höheren Kraft ist es unmöglich.

Antwort: Ohne den Schöpfer, ohne Gott, ohne eine höhere Macht, ohne einen höheren Zustand, ohne eine höhere Belohnung und Strafe, – Sie können es auch Paradies nennen – ist es unmöglich.

Frage: Wie unterscheidet sich das von Religion? Die meisten Menschen sind religiös, aber wir sehen, dass es sie in keiner Weise beeinträchtigt. Von welcher Art Glauben sprechen Sie?

Antwort: Ich spreche vom Glauben, wenn wir eine höhere Macht spüren, mit ihr in Kontakt kommen, uns mit ihr austauschen, gegenseitig empfangen und geben und aus diesem Grund existieren.

Frage: Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Solange der Mensch keine höhere Macht spürt, kann er nicht sagen: „Ich brauche genau so viel und ich gebe dir alles andere“?

Antwort: Nein, das wird er nicht tun. Andernfalls wird sich der Sozialismus entwickeln.

Der Glaube ist ein Empfinden für den Schöpfer, ein Gefühl der gemeinsamen Kraft, die das ganze Universum in sich birgt.

Aus der Fernsehsendung „ Kommunikative Fähigkeiten“, 11.09.2020

[273922]

Freude der Sehenden und Wehmut der Blinden

Frage: Ich glaube, dass ich jedes Ihrer Worte verstehe. Warum bringt mir das keine Freude?

Meine Antwort: Wegen der mangelnden Erkenntnis der Wichtigkeit.

„Ja, ich verstehe, doch was habe ich davon?“

„Du erlangst mehr, als die ganze Welt hat“.

„Na und? Was geht mich das an, was die anderen haben? Ich hab’s doch nicht“.

„Und was willst du?“

„…“

Der Mensch muss zusammen mit der Gruppe an der Steigerung der Wichtigkeit des Ziels arbeiten. Wenn er sie nicht spürt und nicht schätzt, dann geschieht das nicht wegen seines großen Verstandes, sondern wegen der Dummheit und der Verhüllung.

Seine Verlangen sehen nicht das, was sich vor ihm befindet. Er ist blind. Für ihn ist die Welt finster und leer.

„Mach die Augen auf!“

„Ich will nicht“.

Nur wenn der Mensch die Wichtigkeit des Ziels erkennt und sich von dem Feuer der Gruppe durchdringen lässt, wird er die Kraft für das richtige Vorankommen erhalten. Ohne jedoch die Freude zu spüren, kommt er nicht voran.

Wenn der Mensch von der Wehmut übermannt wird, dann kann er machen, was er will, das wird nicht zum Ziel führen. Denn in seinem Inneren grenzt er sich ein und wendet sich einer anderen Richtung zu.

Ohne Freude ist es unmöglich, den richtigen Kurs zu halten. Das ist soviel wie unter den Schlägen des Schöpfers zu weinen und sich unterwürfig darüber auszulassen, wie gut es mir dabei geht. Eine solche Lüge zeugt von einer falschen Verbindung.

Lass es in der Gruppe Turbulenzen, Anspannung und selbst kleine Uneinigkeiten geben – denn das sind Anzeichen von Energie und Verlangen. Und gleichzeitig soll es Freude geben, die von der Wichtigkeit des Ziels hervorgerufen wird, das uns vorne leuchtet.

Für Verzweiflung ist hier kein Platz. Im Grunde genommen bedeutet Verzweiflung Hochmut: „Ich bin nicht mit dem, was ich habe, zufrieden. Der Schöpfer nimmt mich nicht ernst, dabei habe ich etwas Besseres verdient. Ich kann mich mit wenig zufriedengeben, doch mit einer Null bin ich nicht einverstanden“.

Mir wird das Fehlen der Erfüllung gezeigt, damit ich nicht um der Belohnung willen arbeite, und dazu bin ich nicht bereit. Ich muss eine Belohnung sehen, dann werde ich mich freuen und hinter ihr herlaufen.

Der Mensch versteht nicht, dass ihm verschiedene Möglichkeiten gegeben werden, um einen Schritt nach vorne zu tun. Wie ein dummes Kleinkind stellt er Bedingungen und ist trotzig.

Was eben der Verstand nicht schafft, schafft die Zeit. Der Trotz und der Verzicht auf den Einschluss in die Gruppe können sehr viele Jahre kosten, bis der Mensch aus der Verzweiflung herauskommt und nach vorne schreitet.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 12.10.2010

 

 interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >    Kabbala Akademie

 

Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst – Das ist Deine Belohnung!


Frage: Was denken Sie über die Verbreitung der Kabbala unter den Massen des Christentums und des Islam? Die Anwendung der Methode der Kabbala auf das Studium des Evangeliums bringt enorme Erfolge. Der Mensch beginnt zu verstehen, dass er nicht nur Märchen über Zaubertricks liest, sondern über das Bestreben, etwas in der spirituellen Welt zu verändern. Man will das jedem erklären, der es noch nicht weiß oder versteht. Ich denke, Sie sollten das Ihren christlichen Studenten erklären, besonders da das Alte Testament einen Großteil der Bibel ausmacht. Wenn sie das erst mal verstehen, wenn sie erst mal das Glück von wahrer Erlangung spüren, ohne von ihrer Kultur und Religion losgelöst zu sein, dann werden sie es wohl noch mehr unterstützen.

Antwort: Religion steht in keinster Weise mit Kabbala in Verbindung, sondern steht ihr sogar gegenüber. Religion wurde der Menschheit vor der Enthüllung der Kabbala als Rahmenbedingung fürs Leben in der Zeit der Dunkelheit gegeben. Und deshalb stirbt Religion in unserer Zeit aus, obwohl dieser Prozess ein langer ist und es möglich ist, dass es in der Zukunft dennoch Religionskriege geben wird.

Wir sprechen keine religiösen Juden an und wir verbreiten Kabbala nur unter dem säkularen Volk. Es ist nichts Neues, dem religiösen Volk zu zeigen, dass die Tora eine tiefere Bedeutung enthält. Doch sie sind nicht daran interessiert, weil das an den Fundamenten ihres Glaubens rüttelt – dem egoistischen Prinzip unserer Welt: „Mach bestimmte Handlungen und du wirst eine Belohnung dafür bekommen“.

Die Kabbala andererseits, widerspricht dem Egoismus und sagt einem, dass man überhaupt nicht s für seine Handlungen bekommen wird (man wird nichts in seinen Egoismus bekommen, natürlich nicht). Ihre ganze Belohnung besteht darin, von dem Höheren Licht zu „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ korrigiert zu werden.

Dies ist etwas, das Sie nur zu Leuten sagen können, die schon durch alle ihre egoistischen Verlangen hindurchgegangen sind und einen „Punkt im Herzen“ haben – das Verlangen nach dem Schöpfer oder der Bedeutung des Lebens. Menschen, die immer noch durch Glauben befriedigt werden, haben noch keinen „Punkt im Herzen“ und darum können wir jetzt nicht zu ihnen sprechen. Die Kabbala enthüllt einem Menschen das Gesetz der spirituellen Entwicklung. Diese Entwicklung kann nur stattfinden, wenn sie frei und ungezwungen ist – und dies ist ein weiterer Aspekt, der fundamental entgegengesetzt zur Religion steht.

Verwandtes Material:
Blog-post: Wo ist in Kabbala Jesus Christus zu finden?
Blog-post: Religion und Kabbala sind Gegensätze
 
Kabbala Akademie