Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Wir sind alle unterschiedlich und das ist gut so

Die „Wahrheit“ ist immer gefragt, aber in der Praxis wird sie von der Gesellschaft nicht akzeptiert. Die Wahrheit ist in der Praxis zu schwer umzusetzen, denn sie zwingt dazu, jeden in der Gesellschaft gleichzustellen, so dass jeder seinen Teil entsprechend seiner Anstrengung erhält.

Hier werden wir mit dem Egoismus eines jeden konfrontiert und seiner Unfähigkeit, etwas zum Wohle eines anderen zu tun. Dazu ist er nur aus Verzweiflung bereit, wenn er sich davon mehr für sich selbst verspricht. Es ist daher unmöglich, menschliche Beziehungen auf Wahrheit zu gründen.

Die Menschen sind alle unterschiedlich: Einige haben starke Eigenschaften, andere sind stark in ihrer Anzahl. Es gibt immer wieder Spannungen und Missverständnisse zwischen ihnen, die auf die Unterschiede in der menschlichen Natur zurückzuführen sind. Es gibt kluge und tatkräftige Menschen, es gibt faule und mittelmäßige Menschen. Natürlich werden die Tatkräftigen und Hartnäckigen schließlich als Anführer hervorgehen, während die Masse bereit ist, passiv zu bleiben und den Anführern zu folgen.

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Was ist zu tun, wenn der Chef ein Diktator ist?

Kommentar: Igor schreibt Ihnen: „Lieber Michael Laitman, ich wende mich an Sie und bitte um Rat. Mein Chef ist ein Diktator. Seit fünf Jahren kann ich mich kaum zurückhalten, um ihm nicht eine zu verpassen.

Ich liebe meinen Job, und ich hasse ihn. Er beobachtet jede meiner Bewegungen. Alle seine Bitten sind keine Bitten, sondern Befehle, alle seine Gespräche sind reine Moralpredigten. Es gibt nichts Menschliches an ihm, nichts Warmes. Ich nehme das nur in Kauf, da ich weiß, dass ich nirgendwo anders einen solchen Job finden werde. Wie man das auf Dauer aushält – ich weiß es nicht. Lieber Michael, was würdest du an meiner Stelle tun?

Antwort: Ich würde versuchen, mich so zu verändern, dass ich diesen Mann lieben könnte. Dann würde alles tausendmal besser laufen.

Frage: Ist das in diesem Zustand möglich? In dem Schreiben heißt es direkt, dass „ich ihn einfach hasse“.

Antwort: Ich denke, in einem solchen Zustand ist das umso mehr möglich. Vielleicht merkt er plötzlich, dass es nichts Schlimmes gibt, er hat sich darauf eingestellt und sieht es so. Er bereitet sich innerlich schon darauf vor, den Chef zu hassen.

Frage: Das heißt, wenn Igor sich so sehr bemüht, seinen Chef zu lieben, wird er herausfinden, dass er gar kein Diktator ist?

Antwort: Er ist kein Diktator. Alles hängt von Igor ab.

Frage: Und wie wird der Chef diese Liebe wahrnehmen? Als Kriecherei, als Spiel?

Antwort: Nein. Igor muss überhaupt nichts zeigen. Er soll in seinem Inneren arbeiten.

Frage: Innerlich? Sie meinen, er könnte sagen: „Ich will mich ändern, ich will ihn lieben, trotz allem“?

Antwort: Ja, „ich möchte ihn wirklich lieben“. Alles wird sich dann ändern. Wie können wir sonst die Liebe zu unserem Nächsten erreichen? Denken Sie nicht, dass es irgendwann passieren könnte, sondern jetzt, ganz konkret. Wenn es einen Menschen gibt, den man hasst, ist es die beste Gelegenheit, sich zu verbessern.

Frage: Das ist Ihr wichtigster Ratschlag?

Antwort: Natürlich ist es das. Es gibt nichts anderes. Es ist der Schöpfer, der es absichtlich so einrichtet, damit man sich neu formt und so eine spirituelle Stufe erreicht.

Frage: Einen angenehmen Zustand?

Antwort: Natürlich!

Frage: Bei der Arbeit und überall sonst?

Antwort: Auf jeden Fall! Die Folgen davon werden die besten sein.

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 04.10.2021

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Vorbereitung auf den integralen Unterricht

Frage: Wie kann man die Arbeit eines jeden Lehrers in der integralen Ausbildung am sichersten gestalten um eine effektive Verbreitung zu erreichen?

Antwort: Das Wichtigste bei der Arbeit mit Menschen ist es Anerkennung, Respekt und Empathie von der Gruppe zu bekommen.

Wir wollen das an den Orten, an denen wir integrale Erziehung und Bildung verbreiten, verwirklichen. Wir beginnen damit, ein Netz von Verbindungen zu knüpfen, damit die Menschen zusammen sind. Sie sollen verstehen, wie sie das Kollektiv verbessern können, wie viel bequemer, einfacher und froher sie dadurch sein können.

So können sie sich und die Atmosphäre, in der sie leben, gesünder gestalten und sich glücklich fühlen. Wir müssen diesen Zustand zunächst künstlich aufrechterhalten, bis wir ihn durch die innere Verbindung zwischen uns erreichen.

Zu diesem Zweck wird ein Verantwortlicher ernannt, der sich um die Teammitglieder kümmert, sie sollen einen ständigen Auftrieb erhalten, d. h. der Verantwortliche wählt bestimmte Texte und Clips aus, organisiert Telefonate zwischen ihnen während des Tages usw.

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Die Eigenschaft des Gebens und der Liebe beherrschen

Frage: Ich habe mit vielen Psychologen gesprochen und versucht zu verstehen, was das Problem der Psychologie ist. Sie sagen, dass es sehr schwierig ist, Methoden zu finden, um den Egoismus in den Griff zu bekommen, da er ständig zunimmt, vor allem jetzt.

Wie gehen die Kabbalisten mit der Tatsache um, dass der Egoismus ständig wächst? Wie kann man das ausgleichen?

Antwort: Kabbalisten sagen, dass man den Egoismus nicht ausgleichen muss, es ist nicht notwendig, überhaupt etwas dagegen zu tun. Man muss einfach die ganze Zeit daran arbeiten, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zu meistern, sich über das Ego zu erheben und nicht auf dieser Stufe zu bleiben. Dies ist der Ansatz der Kabbala.

Indem wir uns über das Ego erheben und die Eigenschaft des Gebens, der Liebe, der Verbindung, der Zusammenarbeit und der Kommunikation miteinander erlangen, beginnen wir zu erkennen, wie vielfältig das Ego ist, wie stark es in uns ist und wie schwierig es für uns ist, es zu bekämpfen.

Gleichzeitig zeigen wir in uns Eigenschaften, die das Gegenteil von Egoismus sind. Dann können wir über die Kombination von egoistischen und altruistischen Eigenschaften sowohl in der Psychologie als auch in der Wissenschaft der Kabbala lernen.

Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“, 15.10.2021

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Segen

Als Segen bezeichnet man das höhere Licht, das einem Menschen als Antwort auf seine Bemühungen zuteil wird, es hält ihn fest und befähigt ihn zu spirituellen Handlungen. Deswegen müssen wir vor jeder Handlung zu einem Segen kommen.

Segen bedeutet, dass ich die Einschränkung, den Schirm und das reflektierte Licht erreicht habe und daher bereits das direkte Licht empfangen und im Umfang meines Segens damit arbeiten kann. Die Kraft des Gebens, die in meinem Wunsch zu genießen liegt, wird als Segen bezeichnet.

Deshalb muss man vor jeder Handlung zuerst den Segen erlangen: man dankt dem Schöpfer dafür, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, die Handlung mit der Absicht des Gebens auszuführen.

Aus einem Unterricht , 09.12.2021

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Um Hilfe bitten ist die wichtigste Arbeit

Es ist unsere Aufgabe, den Schöpfer um Hilfe zu bitten. Wir denken, dass es keine Arbeit ist, um Hilfe zu bitten. Die spirituelle Arbeit muss bei jedem Schritt, wenn ich mich mit dem Schöpfer verbinde, mich durch die Gruppe an Ihn wende und von ihm empfange, immer mit meiner Bitte enden. Ich erneuere ständig meine Verbindung zu Ihm.

Deshalb basiert unsere Arbeit auf dem Gebet, der Bitte und dem Dank – immer in dieselbe Richtung.  Ich muss meinen Kontakt mit dem Schöpfer ständig erneuern, denn das ist das Wichtigste. Er hat alles für mich vorbereitet, damit ich meine Verbindung zu ihm aufbauen kann.

Aus dem 1. Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 9.12.21, Schriften von Baal HaSulam, Shamati #121 „Sie ist wie ein Handelsschiff“

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Wie wir Konflikte in unseren Beziehungen bewältigen können- eine Lösung die tatsächlich funktioniert (und keiner will)

Jede Beziehung geht durch Krisen. Sie mögen unangenehm sein, sind aber unvermeidlich. Die Bewältigung von Konflikten stellt eine Notwendigkeit dar, ohne die keine Beziehung Bestand haben kann. Jeder Konflikt, den wir meistern, stärkt die Beziehung. Das Problem besteht darin, dass wir Konflikten lieber ausweichen, weil sie uns entweder unangenehm sind, oder auch Angst machen. Wenn wir lernen, Konflikte als unausweichlich zu akzeptieren, können wir unsere Verbindung mittels der Überwindung derselben auf eine höhere Stufe erheben. Konflikte werden uns dann nicht mehr ängstigen, im Gegenteil, wir werden sie als Gelegenheit begreifen unsere Beziehung zu vertiefen.

Der Ursprung von Konflikten liegt in einander entgegengesetzten Interessen der jeweiligen Partner begründet. Ich will etwas und mein Partner etwas anderes, möglicherweise sogar das genaue Gegenteil von dem was ich will. Dies gilt für jede Art von Beziehung- egal, ob es sich um einen Partner, ein Haustier oder aber nur um irgendein Gerät oder eine Maschine handelt (denk an die Flüche mit denen du dein Auto überschüttest, wenn es an einem kalten Morgen nicht anspringt).

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Zwei Ebenen der Propheten

Ein Prophet ist ein Mensch, der mit dem Schöpfer in Verbindung steht.

Daher hat der Prophet mehrere Funktionen, Aufgaben und Handlungen. Einerseits ist er wie ein Mittler zwischen den Menschen und dem Schöpfer, er ist ein aktiv handelnder Vermittler, er ist kein Philosoph oder einfach klug. Er spricht mit dem Schöpfer oder hört ihn zumindest.

Es gibt zwei Ebenen der Propheten: „Ich hörte“ und „Ich sah“. Man nennt es „ich hörte“, wenn der Mensch sich auf der Ebene von Bina befindet, „ich sah“ bedeutet, dass er auf der Ebene von Chochma ist. Und beide Ebenen zusammen erheben ihn auf die Ebene von Keter.

Im Menschen gibt es Wünsche, die er mit dem Wunsch der höheren Kraft zur Übereinstimmung bringen muss. Das bedeutet, dass es Gegenseitigkeit, Gleichheit der Form und Verständnis geben sollte. Und daraus entsteht ein Zwiegespräch zwischen dem Propheten und dem Schöpfer.

Jeder Mensch ist fähig, eine solche Ebene zu erlangen, die ihm ermöglicht, zu verstehen und zu fühlen, auf welche Weise er mit dem einen oder anderen Propheten verbunden sein kann, aber es ist nicht einfach, das zu erreichen.

Aus der Fernsehsendung „Geheimnisse des ewigen Buches“,

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Unter dem Einfluss der Außenwelt

Frage: Meine Frage betrifft den Alltag. Wie vermeide ich die Aufmerksamkeit von Menschen, die ich in meiner Umgebung nicht sehen möchte, da sie einen destruktiven Einflusses auf mich haben könnten? Wie schaffe ich es, sie nicht zu verletzen, um Konflikte zu vermeiden? Warum schickt der Schöpfer sie mir auf meinem Lebensweg?

Antwort: Es geht darum, dass es sich nicht um äußere Personen handelt, sondern dass sie in uns existieren. Man muss seine inneren Gefühle und Eigenschaften ordnen und dann sieht man, wie sie nicht mehr auf uns einwirken.

All dies wird in uns durch dasselbe Höhere Licht, das absolut den ganzen Raum ausfüllt, ausgelöst, damit wir alles Negative ins Positive verwandeln können. Diese Menschen rufen in uns eine zusätzliche, kritische Analyse hervor, man muss sie anhören und Ihre Meinung stärken.

Dann wird man sehen, dass es diese Menschen außerhalb nicht gibt. Sie sind in uns. Es sind äußere Erscheinungsformen unserer inneren persönlichen Zweifel und Widersprüche.

Gehen Sie frei mit ihnen um, nur mit der Absicht, die Wahrheit zu erlangen. Schlagen Sie sich nicht auf eine Seite, sondern analysieren Sie jeden Zustand. Wenn Sie das immer noch nicht machen können, dann machen Sie sich klar, dass Sie noch solche ungelöste Probleme haben, zumindest erkennen Sie sie schon. Bis dahin schreiben Sie das auf und vergessen sie für eine Weile.

Aus einem Gespräch der MAK-Videokonferenz

25.10.2021

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Wie entstand das Universum?

Alles begann mit dem Wunsch zu geben.

Der Wunsch zu geben ist die Grundlage der Schöpfung. In diesem Wunsch begann ein entgegengesetzter Wunsch zu erscheinen, der Wunsch zu empfangen, welcher der Anfang der Schöpfung ist.

Der Wunsch zu empfangen existiert, um dem Wunsch zu geben zu dienen. Wo ist dieser Wunsch zu geben? Warum spüren wir ihn nicht?

Wir können den Wunsch zu geben nicht einfach so entdecken. Aber wenn wir selbst einen Wunsch zu geben entwickeln, dann können wir diesen Wunsch entdecken, und seine Enthüllung wird „die Enthüllung des Schöpfers“ oder „die Enthüllung der höheren Kraft“ genannt. Das heißt, der Wunsch zu geben ist die ursprüngliche Kraft, die im Universum vorhanden ist, und der Wunsch zu empfangen, der unsere (die der Schöpfung) Substanz ist, ist die zweite Kraft.

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