Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen'

Blitz-Antworten vom Kabbalisten

Frage: Welche Grundsätze bestimmen den Erfolg in  der Verwirklichung meines Punktes im Herzen?

Antwort: Es gibt nur einen Grundsatz: über die Gruppe – zum Schöpfer. Alle anderen kabbalistischen Grundsätze kannst du nur in dem Maße anwenden, im welchem du die spirituelle Leiter aufsteigst.  Denn dann wirst du sehen, aus der Praxis heraus,  wie sie auf dich anwendbar sind.

Frage: Sind nach dem Gesetz „das Allgemeine und das Individuelle sind gleich“ alle kabbalistischen Grundsätze für alle Ebenen der Welten universell?

Antwort: Ja, weil der Unterschied zwischen den Stufen nur in der Stärke der Kraft des Gebens, des Empfangens und der Verbindung zwischen ihnen liegt.

Frage: Was ist mit Arbeit in der Kabbala gemeint? Wer ist der Arbeitgeber, wer ist der Arbeitnehmer, was ist das Wesen der Arbeit?

Antwort: Unter Arbeit in der Kabbala wird Arbeit mit dem Egoismus, mit seiner Korrektur verstanden. Der Egoismus wir vom Schöpfer, vom Höheren Licht  korrigiert. Mit Arbeiter ist der Mensch gemeint,  weil er den Schöpfer darum bittet. Nur in Übereinstimmung mit unserer Bitte, unserem Gebet, dem Erheben von MAN kommt das Licht von oben herab, welches die egoistische Absicht hin zur altruistischen korrigiert.

Frage: Welches ist die richtige Beziehung zur Umgebung?

Antwort: Unter Umgebung verstehen wir eine Gruppe, durch die ich die Verbindung mit dem Schöpfer erreiche. Die richtige Beziehung mit der Umgebung ist die gleiche Beziehung, die zwischen mir und dem Schöpfer existieren sollte.

Frage: Was bedeutet, den Egoismus zu manipulieren?

Antwort: Dies bedeutet, nicht den Egoismus an sich zu manipulieren, sondern die Absicht ihm gegenüber. Das heißt, den Egoismus soll man nur in dem Maße anwenden, in dem ich die Absicht habe, ihn für das Geben, für die Verbindung zu verwenden.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 26.11.2017

[#225498]

Wie können Emotionen mit dem Verstand abgestimmt werden?

Frage von Facebook:

Wie können wir Emotionen mit dem Verstand abgleichen, da unsere Emotionen als Antworten aus Lebenssituationen entstehen, die weit von der rationalen Art und Weise entfernt sind, wie unsere Welt läuft.

Antwort: Unsere Emotionen haben nichts mit unserer Intelligenz zu tun. Sie manifestieren sich, weil sie aus dem Verlangen hervorspringen. Und Verlangen ist unsere angeborene Natur.

Die Vernunft ist ein zusätzlich erworbenes System, das entwickelt wurde, um Emotionen zu sammeln, sie auszusortieren, zu vergleichen, zu zügeln usw. Aber im Allgemeinen ist die Vernunft den Emotionen gegenüber schwach; gegenüber den Verlangen ist sie sekundär.

Frage: Ist es möglich, Emotionen zu zügeln?

Antwort: Es gibt keinen Grund dafür. Man muss einen Zustand der ausgeglichenen Emotionen erreichen. Schließlich können negative Emotionen mit positiven ausgeglichen werden und dann kann man sich mit ihnen wohlfühlen, weil beide, negative und positive Emotionen, zusammen auf ein hohes Ziel hinarbeiten werden.

Und man weiß, dass man das alles benötigt. Man kämpft nicht gegen seine Natur an oder gegen die Menschen um einen herum. Im Gegenteil, man tritt in einen Zustand ein, in dem man in Harmonie miteinander ist. Das Plus eines Menschen wird durch das Minus eines anderen kompensiert. Wir sind so erschaffen, dass, wenn sich jeder von uns auf richtige Weise mit den anderen verbindet, wir ein ideales System formen würden, und all unsere Plusse und Minusse würden perfekt zueinander passen.

Frage: Also sind die Plusse und Minusse auf der Welt verteilt, damit sie sich verbinden?

Antwort: Das ist das Problem. Wir haben keine andere Wahl.

Wir versuchen, etwas miteinander zu tun, wir werden entmutigt, weil nichts hilft, und schließlich sterben wir.

In der Tat müssen wir erkennen, dass wir selbst nichts tun können und wir den Schöpfer bitten müssen, uns zu helfen. Dann wird Er mit dem höheren Licht auf uns scheinen, unter dessen Einfluss wir uns schnell zu dem richtigen Mosaik zusammensetzen und einander vervollkommnen werden.

Dann werden wir die perfekte Kombination untereinander haben, jeder mit jedem. Alle positiven und negativen Emotionen werden ergänzt, jeder Mensch wird für den anderen notwendig sein.

So werden wir zur Perfektion gelangen.

 

Aus KabTV`s „Neues mit Michael Laitman“, 24.04.2018

[227800]

Freude an Fehlern

Wenn ich in etwas einen Fehler sehe, freue ich mich darüber. Es ist schließlich ein Zeichen dafür, dass ich eine Korrektur vorgenommen habe, da ich einen neuen Fehler entdeckt habe. Das heißt, ich bin über meinen vorherigen korrigierten Zustand glücklich. Ich bin auch über meinen gegenwärtigen Zustand glücklich, da ich jetzt eine Gelegenheit habe, eine Korrektur durchzuführen und das genießen kann. Es stellt sich heraus, dass ich in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, zu jeder Zeit und in allen Zuständen freudvoll bin.

Die Vollendung steht über dem Wissen und der Empfindung. In den Gefühlen fühle ich Ärger und Probleme, nach einer genauen Überprüfung, warum, woher und aus welchem Grund sie kommen – freue ich mich darüber. Das sind zwei unterschiedliche Stufen.

Es kommt alles von einem großartigen System, welches mir Probleme und Schwierigkeiten gemäß meiner Fähigkeiten offenbart. Ich muss meine Einstellung ihnen gegenüber korrigieren. Dieses System steht vor mir. Wenn mir Verdorbenheit gezeigt wird, ist das ein Zeichen, dass ich eine Korrektur vornehmen muss. Außer meiner Einstellung gibt es nichts zu korrigieren.

Ab dem Moment, in dem ich die Verdorbenheit sehe, denke ich darüber nach, woher sie kommt und wer sie zu welchem Zweck geschickt hat. Ich arbeite dann daran und korrigiere es. Ich bin die ganze Zeit glücklich. Die höhere Kraft, die sich um mich sorgt, baut meine Seele auf. Ich muss versuchen, mich an den Handlungen des Schöpfers festzuhalten, gleichgültig ob sie mir als schlecht oder gut erscheinen.

Ich erinnere mich daran, woher die Probleme kommen. Ich folge ihnen nicht in dem Wissen und den Empfindungen, die sie in mir wecken. Ich bleibe stattdessen auf einer Stufe über ihnen und begreife, dass alles zu meinem Vorteil geschieht. Ich möchte mich an den anheften, der mir den Schlag gab und möchte die Hand, die mich traf, küssen. Ich möchte mich trotz der Schläge an den Schöpfer anheften. Wenn mir das gelingt,  kann ich mich von der körperlichen Stufe entfernen und in Verbindung mit der spirituellen Stufe  über der körperlichen Stufe existieren.

Ich freue mich über die offenbarten Mängel, da sie bereits vorher existierten, jedoch verborgen waren und ich dadurch dachte, dass ich perfekt sei. Wenn ein Mangel aufgedeckt wird, ist es eine Erlösung, da dadurch ein Mensch die Möglichkeit erhält, zu korrigieren, was er korrigieren kann.  Ich begrüße alle Probleme und Störungen, die der Schöpfer mir bringt, da er sie nur wegen der Korrektur schickt. Er bestraft uns nie. Der Schöpfer gibt zu, dass er den bösen Trieb geschaffen hat. All unsere Probleme kommen vom Egoismus. Es gibt keinen Mangel, der mir persönlich gehört. Meine einzige Schuld ist die, dass ich nicht das getan habe, was ich erfüllen konnte – das ist meine ganze Untat.

Alle Probleme existieren nur, damit ich meine Einstellung ihnen gegenüber korrigieren kann, indem ich feststelle, dass sie vom Schöpfer kommen und ich ihm dafür dankbar bin. Es wird nichts anderes benötigt. Alle Korrekturen werden innerlich, durch eine Änderung der Einstellung vorgenommen. Man muss in einen Zustand kommen, in dem mir die ganze Welt zeigt, wo ich meine Denkweise korrigieren muss, dann wird alles gut.

Materielle Handlungen sind ein Kinderspiel. Die wahren Handlungen sind unsere Einstellung gegenüber den Handlungen des Schöpfers an uns. Das wird die Arbeit des Schöpfers genannt. Freude äußert sich, indem ich gemäß der Empfindung in meinem Wunsch zu empfangen Schwierigkeiten habe. Gemäß der Empfindung im Glauben (das erworbene Verlangen zu geben) befinde ich mich in einem Aufstieg. Die Kluft  zwischen den beiden Wünschen gibt mir die Freude. Ohne den Schlag, den ich für das Verlangen zu genießen bekomme, würde ich keinen neuen Wunsch zum Geben entwickeln.

 

Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbalaunterrichts, am 17.05.18 , Shamati Artikel 40

Wer ist ein wahrer Freund?

Frage: Wer ist für mich ein wahrer Freund?

Meine Antwort: „Freund“ (Hawer) kommt vom Wort „Verbindung“ (Hibur). Ich meine damit nicht die Freunde, die sich verbunden haben, um zusammen Spaß zu haben: im Stadion oder in der Bar. In der kabbalistischen Gruppe nennt man einen Freund denjenigen, mit dem ich mich verbinde, damit ich zwischen uns ein gemeinsames Verlangen zum gegenseitigen Geben erbaue. Aus diesem Verlangen heraus wollen wir das offenbaren, was sich altruistische Eigenschaft nennt.

Danach, wenn wir erfahren, was die Eigenschaft des Gebens bedeutet, können wir unser Gefäß erweitern und vertiefen, wir können nach der höheren Kraft innerhalb der zwischen uns offenbarten Eigenschaft des Gebens suchen. So ein Fortschreiten verbindet uns miteinander: die Seele mit der Seele! Wir erfahren, dass wir einem System angehören, und dass sich unsere Seelen nahe stehen. Es ist eine Verbindung von Teilen einer einzigen Seele, deswegen sind wir zusammen gekommen, aus diesem Grund hat uns das höhere Licht in einer Gruppe versammelt.

Ich sehe keine Gesichter, ich schaue nicht darauf, wer mir gefällt und wer nicht, ob ich mich dementsprechend jemandem annähere oder ihn abstoße. Ich nehme alle an! Denn wenn er gekommen ist, muss er ein Teil dieses Puzzles sein und dadurch steht er uns nahe. Wir können ohne ihn dieses Puzzle nicht zusammenbauen. Mit jedem dazukommenden Menschen ergänzen wir das Puzzle, den Aufbau der gemeinsamen Seele.

Derjenige wird Freund genannt, mit dem wir uns seelisch verbinden und die gemeinsame Seele zwischen uns ergänzen. Nach der Annullierung des Egoismus, der uns trennt und uns daran hindert, unsere Puzzleteile zusammenzukleben, können wir uns aneinander „festkleben“. Das ist ein wahrer Freund.

Natürlich werden wir Aufstiege und Abstiege erleben und uns gegenseitig helfen. Ich verstehe den Freund, ich nehme ihn wahr, wenn er absteigt und Hilfe braucht. Irgendwann werde auch ich fallen und seine Unterstützung benötigen. Es ist alles erlaubt außer Zynismus gegenüber der Gruppe und dem spirituellen Weg. Wenn meinen Freund plötzlich so ein zynischer Geist erfasst hat, ist das ein Problem. Die Probleme auf dem Weg sind aber unausweichlich und wir überwinden sie zusammen. Deswegen werden wir Freunde genannt.

Kabbalalektion zu einem Artikel von Rabash 03.07.2013

[#111387]

Kabbala Akademie

Überprüfe dich selbst: Fühlst du die Größe des Schöpfers?


Der Schöpfer empfindet ein enormes Vergnügen daran, dass Ihn seine Geschöpfe genießen, um so zu werden wie Er. Wenn wir mit Ihm in Verbindung sind, müssen wir versuchen, Ihm diese Freude zu bereiten.

Ich muss mich selbst, meine Stimmung überprüfen, ob ich die Größe des Schöpfers spüre oder nicht? Wenn mir die Tatsache fehlt, dass ich in der Welt des Schöpfers lebe, der mich und alles um mich herum erfüllt, dann fehlt mir immer noch seine Größe.

Es gibt kein größeres, tieferes oder unendlicheres Vergnügen, als das, welches aus der Offenbarung des Schöpfers kommt. Dies erfüllt den gesamten Horizont eines Menschen, der nichts anderes mehr sieht, als diesen Hintergrund. Heute müssen wir versuchen, in diesem Zustand zu sein: Der Schöpfer ist der konstante Hintergrund, der die gesamte Realität ausleuchtet und wir müssen die ganze Wirklichkeit mit Ihm verbinden. Wir müssen die Realität als Mittel zur Offenbarung Seiner Größe sehen. Die Größe des Schöpfers entfernt uns von allen Problemen, Störungen und Hindernissen. Die ausnahmslose Freude und Erfüllung stammen ebenso von der Größe des Schöpfers ab. Gleichgültig an welchem Ort, wird jeder Mangel durch den Mangel an der Größe des Schöpfers hervorgerufen, der nur dadurch korrigiert wird, wenn wir die Realität mit Ihm ausfüllen. Ich lösche die Probleme nicht aus, denn wenn sie verschwinden, verliere ich das Bedürfnis nach der Größe des Schöpfers.

Mein egoistisches Verlangen wäre erfreut, denn so würde ich nichts brauchen. Wie kann ich dann die Dunkelheit erwecken? So wie geschrieben steht: „Jeder wird seinem Nächsten helfen“ – wir bilden zwischen uns neue Bedürfnisse gegenüber der Größe des Schöpfers. Aus diesem Grund geschah das Zerbrechen, damit wir durch die Verbindung zwischen uns die Wichtigkeit zur Offenbarung des Schöpfers schaffen können.

 

Aus dem 3. Teil des täglichen Kabbala Unterrichtes „Die Lehre der Kabbala und ihr Wesen“  27.5.18

Kläre alles mit dem Schöpfer

Frage: Sollte der Schüler der Gruppe voll und ganz zustimmen? Oder gibt es hier einen Platz für seinen inneren Kampf?

Antwort:  Selbst wenn der Schüler der Gruppe nicht zustimmt, muss er verstehen, dass seine Meinungsverschiedenheit vom Schöpfer kommt.
Warum sollte er die Gruppe bekämpfen? Er muss mit dem Schöpfer kämpfen, mit den Hindernissen, die von Ihm kommen!

Alles kommt vom Schöpfer! Ich muss alles mit Ihm regeln. Warum gibt Er mir solche Hindernisse? Damit ich den Kontakt zu Ihm aufbaue. Ich muss ihn mit Ihm aufbauen und nicht mit der Gruppe.

Der Schöpfer erweckt im Menschen alle möglichen negativen Eigenschaften. In der linken Linie nimmt er die schlechten Eigenschaften auf und in der rechten Linie die Guten. Deswegen bezieht er sich zur Gruppe in der Weise, dass beide Linien in ihm der Schöpfer sind, in der entgegengesetzten und in der direkten Form.  Er sollte beide in die Gruppe bringen und sie darin einschließen, um ihr die richtige Ausrichtung zu geben.

Und so arbeiten wir: es gibt zwei Linien und die Dritte wird aufgebaut, wenn man bereits in Kontakt mit der Gruppe ist und dem Schöpfer in ihr.

Die Menschen müssen sich ständig selbst kontrollieren, um nicht zu vergessen, dass all ihre Gedanken und Gefühle vom Schöpfer kommen, der ihnen die ursprünglichen Parameter und die Verlangen von jedem gibt. Mit diesen Gedanken und Gefühlen werden wir uns richtig zum Zehner verhalten und so den Schöpfer in ihm offenbaren.

 

Aus KabTV’s “Die Letzte Generation” 10/30/17

[225627]

Der Geschmack für Schönheit bleibt

Frage: Warum hat der Schöpfer so viel Interessantes, Wundervolles und Schönes in dieser Welt erschaffen? Der Mensch hat den Wunsch, alles auszuprobieren und zu kosten. Der Schöpfer gab ihm sowohl Möglichkeiten als auch Wünsche. Warum sollten wir dagegen angehen?

Antwort: Man braucht nicht dagegen angehen. Aber wenn sich ein Mensch seine höhere Mission zu eigen machen kann, wird alles andere für ihn uninteressant. So heißt es: „Große Fische fressen kleine Fische auf“.
Wenn ich also den Sinn des Lebens studiere und verstehe, dass ich auf bestimmten Wegen zu ihm kommen muss, dann ist alles andere auf dem Weg nicht mehr als ein Mittel.

Frage: Wird dabei dem Menschen nicht der Geschmack für die Schönheit in dieser Welt genommen?

Antwort: Dem Kabbalisten wird nichts weggenommen. Im Gegenteil, er hat noch mehr Geschmäcker, Wünsche und Verlangen. Ich liebe immer noch gute Musik, schöne Natur und Reisen. Ich schaue gerne den Kanal „National Geographic“, Tierwelten, Ethnographie und die Kulturen der Völker der Welt.

Aus dem Unterricht in Russisch, 28.01.2018

[# 227784]

Der Sinn des Lebens besteht darin, seinen Sinn zu erlernen

Frage: Gibt es außer dem Hauptziel, die obere Welt zu erreichen, noch andere höhere Ziele, die mit natürlichen Begabungen und Eigenschaften eines Individuums zusammenhängen, die verfolgt werden sollten, obwohl sie noch nicht das Verlangen für die Suche nach der oberen Welt entwickelt haben?

Antwort: Und warum sollte sich das Individuum von irgendetwas verwirren lassen? Um ein großartiger Musiker zu sein? Sagen wir mal, ich beginne 12 bis 14 Stunden pro Tag mit dem Üben eines Musikinstruments, um schön spielen zu können. Ist das der Sinn meines Lebens?!

Was erreiche ich damit? Eine große egoistische Erfüllung. Sie verbeugen sich vor mir, respektieren mich, ich werde bekannt, ich verdiene viel Geld, ich gehe auf die Bühne, alle stehen auf und applaudieren!

Anmerkung: Nicht nur das. Die Leute hören der Musik zu und werden in gute Stimmung versetzt.

Mein Kommentar: Ja, die Leute schreien vor Freude, das ist schön und was dann? Am Ende werden ich und meine Zuhörer dennoch sterben und damit endet alles. Ist das der Sinn des Lebens?

Alle sind in einer solchen „Mausefalle“ gefangen. Aber es gibt Menschen, Kabbalisten, mit einem ungeheuren Verlangen, das Wesen der Existenz zu erfahren. Sie sagen: „Wir müssen den Schöpfer erreichen, weniger werden wir nicht akzeptieren! Den Sinn des Lebens, die Erlangung des Punktes, aus dem alles entsteht, und nicht weniger“.

Frage: Und wenn wir die Wissenschaftler berücksichtigen würden, die zum Beispiel Kriseninterventionen entwickelt haben, die Leben retten. Die Menschheit benutzt sie seit Jahrhunderten. Gibt es darin keine Bedeutung?

Antwort: Sie verbessern einfach das tierische Leben der Menschen. Es gibt keinen Sinn in unserer Welt, es besteht keine Notwendigkeit, danach zu suchen! Wir sehen was wir sind und wie alles endet. Menschen werden geboren, leben und sterben, und dies über Generationen, solange die Erde uns trägt. Es gibt nichts anderes. Ist es also sinnvoll, die Bedeutung der Existenz von Proteinen auf diesem Planeten zu diskutieren?!

Frage: Es stellt sich also heraus, dass der Sinn des Lebens darin besteht, seinen Sinn zu erfahren? Kabbalisten sagen, dass dieser in der Anhaftung an den Schöpfer besteht.

Antwort: Natürlich. In diesem Leben. In dieser Welt.
Du musst den Schöpfer erreichen, Ihn offenbaren, Ihn erfahren. Währenddessen erreichst du den Zustand der Ewigkeit und Vollkommenheit, ohne zu sterben, ohne dich mit dem Körper zu identifizieren, der als ein absolut unnötiger Teil übrig bleibt, ein gebrauchter Teil einer Rakete.

Du bist dazu verpflichtet, dies zu erreichen und es klar und deutlich zu erleben, wie ein Kind, das alles in den Mund steckt, denn nur durch den Geschmack kann es erfahren, was es ist. Deshalb wird dies Taamei Tora genannt, „Geschmäcker von Licht“.

 

Aus der Kabbala-Lektion in Russisch 1/28/18

[226144]

Die Selbstaufopferung

Frage von Facebook: Muss ein Kabbalist buchstäblich sich selbst opfern und nicht nur in Bezug auf sein Ego?

Meine Antwort: Es ist nicht ganz klar, was „sich selbst opfern“ bedeutet. Keiner opfert etwas, für niemanden. Der Mensch entscheidet selber, was er in jedem Augenblick seines Lebens besser machen sollte. Deswegen, wenn es für ihn von Vorteil ist, dann macht er es, wenn nicht, dann macht er etwas anderes. Er handelt immer ausgehend von seinem Verlangen und kann niemals eine Handlung darüber machen. So etwas existiert nicht.

Replik: Wir sprechen immer davon, dass wir uns über den Egoismus erheben und ihn unterdrücken sollen…

Meine Antwort: Das wird auch gemacht. Das macht man aus einer bewussten Absicht heraus, aus einem bewussten Verlangen. Deswegen gibt es nichts, was über die Grenzen unserer Verlangen hinausgehen würde.  

Es geht darum, dass wir uns auf höhere Verlangen vorbereiten können. Es existiert eine absolut klare Berechnung innerhalb des tierischen oder spirituellen Körpers, und alles nimmt nur auf diese Berechnung Bezug.

In der Kabbala kommt das Wort „das Opfer“ („kurban“) vom Wort „kirwa“, „itkarwut“, was Annäherung bedeutet. Das heißt, sich in einen dem Schöpfer näheren Zustand zu bringen. Was opfere ich, wenn ich mich Ihm annähere?…

Die Wissenschaft der Kabbala ist die Wissenschaft darüber, wie man das Beste, das Günstigste, das Höchste erlangt.

Frage: Also, die ganze Zeit über existiert die Berechnung: Wenn es für mich günstig ist, mache ich das?

Meine Antwort: Unbedingt. Dabei ist das eine harte, klare, ausgewogene Berechnung.

Frage: Wo befindet sich dann das Geben?

Meine Antwort: Das Geben wird auf dieser rigorosen Berechnung aufgebaut. Deswegen ist es richtiges, wahres Geben. Weil ich zu dem Gedanken und zur Entscheidung komme, dass ich geben möchte. Alles ist auf dem klaren Verlangen aufgebaut, auf dem Streben, auf der Berechnung eines Menschen, ansonsten ist es unseriös.

 

Aus dem Fernsehprogramm „Nachrichten mit Michael Laitman“, 08/05/2018

[#228504]

Ein temporärer Rückzug, um noch einmal zu springen

Frage: Wenn ich das Ego in mir enthülle, fühle ich manchmal, dass ich es nicht loswerden kann, dass ich das Ziel nicht erreichen kann.

Antwort: Das stimmt. Aber das ist schon die nächste Ebene. Zum Beispiel brachte ich gestern einem Freund ein Geschenk und ich dachte, dass ich ihn wirklich liebte und dass ich ihm sehr ergeben war. Und heute entdecke ich, was ich gestern nicht verstanden habe: Es stellt sich heraus, dass ich das getan habe, um die Sache für meinen eigenen Vorteil zu berechnen. Gestern konnte ich meinen Gedanken nicht bis zum Ende sehen, ich konnte mein Verlangen nicht erkennen, nur meine Liebe zu dem Freund wurde mir offenbart. Und nun stellt sich heraus, dass ich an dieser Liebe mein eigenes Interesse verfolgt habe.

Was gestern vor mir verborgen war, offenbart sich heute. Was soll ich jetzt tun?

Erstens bereue ich nicht, was gestern passiert ist. Ich tat, was ich tat, gemäß meinen Kräften, und dank meiner Handlung kann ich heute die nächste Ebene enthüllen, ein stärkeres Verlangen, das viel tiefer ist in der Absicht, für mich selbst zu empfangen. Na und? Jetzt nähere ich mich der Korrektur.

Das passiert immer wieder und so heißt es: „Was für den Oberen Verschwendung ist, ist für den Niederen Nahrung.“ Jetzt versuche ich mich zu bemühen, mich dem Oberen anzugleichen, und Er gibt mir ein Beispiel: „Schau, das bin Ich, kannst du wie Ich sein, was bedeutet, nicht die Gefäße des Empfangens zu benutzen, sie einzuschränken und an Mir festzuhalten, und dein Bestes zu geben, um so zu handeln wie Ich“.

Das bedeutet, dass ich mein ACHaP einschränke und mit meinen GE an Sein ACHaP anhafte und so aufsteige. Zuerst muss ich meine GE von meinem ACHaP isolieren. Ich annulliere sie und führe die erste Einschränkung (Zimzum Alef – SA) darauf aus und benutze nur die Gefäße des Gebens gegenüber dem ACHaP des Oberen.

Wenn wir gleich werden, werden meine GE und Sein ACHaP zu zehn Sefirot. Dadurch halte ich mich am Oberen fest und „komme“ zu Ihm, und werde jetzt ein „Embryo (Ubar)“ genannt, und der obere ACHaP wird für mich zum Mutterleib. So steige ich ständig zu Ihm auf, indem ich mich immer mehr annulliere.

Frage: Aber gerade in diesem Moment möchte ich normalerweise aus der Gruppe fliehen. Wie kann ich drinnen bleiben? Wie kann ich trotz allem die Arbeit fortsetzen?

Antwort: Ich kann nur eines sagen: Dein Drang, aus der Gruppe zu fliehen, zeigt an, dass der Schöpfer, das Licht, dir mehrere zusätzliche Wünsche zeigt, durch die du nun in den Oberen eintreten kannst. Ohne diese Störungen könntest du in Ihn nicht eindringen. So entwickelst du jetzt die richtige Einstellung zu Ihm.

Die Flucht ist auch notwendig, da du sonst das zusätzliche Verlangen nicht spüren würdest. Du musst das zusätzliche Verlangen spüren, es bereuen, wieder zu der Gruppe zurückkehren und anfangen zu arbeiten, um das Licht zu empfangen, das das Verlangen korrigiert. Wenn du den zusätzlichen Wunsch korrigierst, wirst du wieder in den oberen Teil aufgenommen. Ein solcher Kreis sollte gezeichnet werden.

Angenommen, du haftest dich an den Oberen, aber du hast die obere Welt noch nicht betreten. Jetzt kommt eine gewisse Störung: (Boom!), und von dem Schlag, den du auf den Kopf bekommst, vergisst du alles. Dies geschieht, damit du den gesamten Kreis durchläufst, dich wieder mit der Gruppe verbindest, zum Ausgangspunkt zurückkehrst und fortfährst.

                               

So „verdaust“ du den Wunsch, der erwacht ist, der dich in verschiedene Richtungen wirft. Plötzlich kommst du nicht mehr in den Unterricht oder du nutzt deine Freizeit nicht gezielt (du gehst ins Kino anstatt zu verbreiten). Du musst das starke Verlangen, das du empfangen hast, spüren (+), es bereuen (-) und dich der Gruppe zuwenden. Dann, wenn die Gruppe dich durch das reformierende Licht (O“M) beeinflusst, entscheidest du dich, wieder am Oberen anzuhaften, egal was passiert.

Schließlich kehrst du zurück, nachdem du eine größere Kraft erlangt hast, die es dir ermöglicht, die Störung zu überwinden, du gelangst wie ein Embryo in die obere Welt und bleibst an der „Wand der Gebärmutter“ anhaften.

Nach den theoretischen Erklärungen kann dir nur eine starke vereinte Gruppe helfen, nur darin kannst du Fortschritte machen. Dementsprechend sollte sich ein Mensch, der weit weg von den Freunden lebt, darüber noch mehr Sorgen machen.

Es ist nicht gut, wenn ein Mensch über große Entfernungen mit Freunden in Kontakt treten muss; es ist noch schlimmer, wenn er nicht live am Unterricht teilnehmen kann, und was noch schlimmer ist, wenn er nicht zu einer Gruppe gehört. Man sollte ständig darauf achten, dass die Störungen in der Verbindung zwischen uns vorteilhaft und nicht schädlich sind.

 

Aus dem 4. Teil der täglichen Kabbalalektion, Shamati 9 vom 1/23/13

[98724]