Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen'

JPost: „Warum denken wir uns Theorien und Philosophien über das aus, was nach unserem Tod passiert?“

Die Jerusalem Post veröffentlichte meinen neuen Artikel „Warum denken wir uns Theorien und Philosophien über das aus, was nach unserem Tod passiert?“

Warum muss ein lebendiger Mensch  Theorien und Philosophien über den Tod entwickeln? Er ist ein untrennbarer Teil des Lebens, also warum ist er vor uns verborgen?

Die unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebenen der Natur haben kein Bewusstsein über den Tod. Sie fühlen sich schwach, wenn sie dem Tod nahe sind, aber nur hinsichtlich ihres Überlebens, das zu Ende geht. Daher haben sie keine Fragen über den Tod hinaus, noch über die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft im Allgemeinen. Diese Fragen tauchen nur im Menschen auf, weil wir einen besonderen Punkt über dem körperlichen, tierischen Dasein haben.

Wir fühlen kein Leben, solange wir Keimzellen in unseren Eltern sind. Wir wissen nicht, wie sich unsere Eltern kennengelernt haben und die erste lebende Zelle zustande brachten, aus der wir uns entwickelt haben. Uns fehlt sowohl dafür das Gefühl, wie sich unser Körper allmählich auflöst, solange bis etwas seinen Tod verursacht, als auch dafür, was danach noch übrig bleibt.

Wir verstehen erst recht nicht, dass wir unsere Existenz, im Gegensatz zu Tieren und Pflanzen, in etwas Höherem und Größerem als in unseren Körpern fühlen. Wir können dieses Gefühl nicht genau bestimmen, aber im Allgemeinen nennen wir es „Leben“.

Es gibt ein Auskommen, leben um des Überlebens und der Fortpflanzung willen, und es gibt Leben, das etwas Größerem zuliebe lebt.

Wir verbringen einen Großteil unseres Lebens mit Betrachtungen, Untersuchungen und Forschungen über diesen Punkt, von dem das Leben stammt, und wie wir ein erfülltes Leben haben  können. Dieses zusätzliche Verlangen über unserem Überlebenswillen bedeutet uns viel. Wir sind bereit, dafür zu schuften und zu leiden.

Die Entwicklung der Menschheit führt uns allmählich zu einem zunehmend größeren Wunsch, nämlich, den Zusatz von Leben über unsere reinen Überlebensbedürfnisse hinaus zu verstehen. Was in unserer Zeit besonders offensichtlich wird, ist die Tatsache, dass die ewige Frage nach Sinn und Zweck des Lebens stärker erwacht als in irgendeiner anderen Ära, während wir einen Überfluss von Lebensnotwendigkeiten haben – mehr als in jeder anderen historischen Periode.

Die Antwort auf diese Frage ist jedoch schwer fassbar.

Die unzähligen Theorien, Phantasien und Methoden, die wir entwickelt haben, ob religiös oder säkular, sind alles unbegründete Spekulationen.

Warum?
Das liegt daran, dass die Form unseres gegenwärtigen Lebens in unserer angeborenen körperlich-materiellen Natur eingeprägt ist, die ein Verlangen ist, Genuss und Vergnügen zu empfangen. Wir fühlen und identifizieren uns mit diesem Verlangen und sind nicht fähig, uns etwas außerhalb davon vorzustellen.

Unsere Empfindungen, Gedanken, Sehnsüchte und Phantasien zielen auf die Erfüllung unseres Wunsches zu genießen ab.

Aber ist das unser einziger Wunsch? Wenn wir nur den Wunsch hätten zu genießen, dann wären wir wie Tiere, die ausschließlich in einem instinktiven Trieb gefangen sind, um uns in jedem Moment unseres Lebens maximal zu erfüllen.

Wir haben jedoch einen sehr kleinen Punkt, einen Funken, der von einer höheren Ebene kommt als unsere tierische Existenz. Aufgrund dieses Erwachens in uns stellen wir die Fragen: „Was ist der Sinn des Lebens?“ und „Wofür leben wir?“

Dieser Punkt erweckt auch negative Empfindungen in uns – Unzufriedenheit, Leere, Depression, Hilflosigkeit und Verzweiflung – die unsere Generation mehr als jede andere spürt. Wir haben unser Leben so organisiert, dass wir uns von Sorgen über die Versorgung unserer Bedürfnisse befreien können, und gerade deshalb kommt die Frage nach der Bedeutung des Lebens auf, wofür immer lautere Forderungen auftauchen. Infolgedessen entstehen viele neue Probleme in der menschlichen Gesellschaft.

Wir glauben, dass wir in der Menschheit alle möglichen Arten von Verlangen nach Geld, Ehre und Wissen haben, nach allen möglichen Dingen, die über das Niveau von Essen, Sex und Familie hinausgehen. Wir haben jedoch wirklich nur die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens, die eine Antwort erfordert.

Es gibt unterschiedliche Ebenen des Gefühls und des Bewusstseins für diese Frage in verschiedenen Menschen, und sie hat einen wichtigen Einfluss auf unser tägliches Leben.

Die verschiedenen Eigenheiten, Kulturen, Bräuche und Überzeugungen jeder Nation sind letztlich Antworten auf die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens. In unseren Grundbedürfnissen nach Nahrung, Sex und Familie sind wir im Wesentlichen alle gleich. In dem Moment, in dem wir unsere sozialen Wünsche nach Geld, Ehre und Wissen erfüllen, wird unser Leben von der Eigenschaft geprägt, wie die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens in uns auftaucht und wie wir darauf reagieren. Wir unterscheiden uns genau darin, wie wir auf diese Frage antworten.

Wir bewegen uns in verschiedene Richtungen und versuchen, die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens zu beantworten. Wenn uns jedoch eine wahre Antwort fehlt, die uns dauerhafte Erfüllung bringt, werden wir immer wieder leer und verzweifelt zurückbleiben. Als Folge davon erleben wir heute eine Minderung unserer mentalen und emotionalen Entwicklung. In früheren Epochen hatten wir einen viel größeren Respekt vor Philosophie, Wissenschaft und Kunst. Heute jedoch wendet sich die Gesellschaft dem erhöhten Komfort und der Bequemlichkeit zu und schätzt Technologien, die als Mittel zu diesem Zweck dienen können.

Trotz all dieser Annehmlichkeiten und Ablenkungen bleibt es wahr, dass wir immer mehr leiden werden, wenn wir keine befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens finden, während die jüngere Generation sich heute mehr auf Technologien konzentriert, doch das wird ein Ende haben. Mit immer weniger Antrieb, eine Familie zu gründen und Kinder zu gebären, wollen sie keine „gewöhnlichen Tiere“ sein, die wie in einer Herde leben, denn die Frage nach dem Sinn des Lebens lebt und atmet in ihnen. Bis jetzt antwortet die jüngere Generation passiv: „Wir sind nicht in euerm Spiel. Du willst leben und erfolgreich sein, also sei es. Das Spiel ist nicht für uns.“ Die nächste Stufe nach dieser Generation wird gescheiter sein und ihre Reaktion wird viel wütender ausfallen. Je mehr wir der Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens ausweichen, desto mehr werden wir den Aufstieg und Fall aller Arten von Verzerrungen sehen, die versuchen an ihrer Stelle zu erscheinen. Die Legalisierung und Förderung von harten Drogen wird zunehmen, um uns zu beruhigen. Es werden ständig neue Technologien entstehen, um unser Leben einfacher zu machen, damit wir Zufriedenheit empfinden, wenn wir den ganzen Tag in unseren Wohnungen sitzen. Aber solche Bemühungen werden nicht anhalten.

Wenn wir allerdings unsere Herzen antworten lassen, nur diese eine sehr berühmte Frage, dann bin ich sicher, dass alle Fragen und Zweifel am Horizont verschwinden werden, und du wirst auf ihren Platz schauen, um sie verschwinden zu sehen. Diese empörte Frage ist eine Frage, die die ganze Welt stellt, nämlich: „Was ist der Sinn des Lebens?“ Mit anderen Worten, diese zahllosen Jahre unseres Lebens haben uns so schwere und zahlreiche Schmerzen und Qualen gekostet, für die wir leiden, um sie gänzlich zu vervollständigen; wer ist es, der sie genießt? Oder noch genauer, wen erfreue ich? Es ist in der Tat wahr, dass die Historiker müde geworden sind, wenn sie darüber nachdenken, besonders in unserer Generation. Niemand möchte darüber nachdenken. Doch die Frage bleibt, bitter und vehement wie eh und je. Manchmal trifft es uns unerwartet, pickt uns in unsere Gedanken und erniedrigt uns in Grund und Boden, bevor wir den berühmten Trick finden, gedankenlos in den Strömen des Lebens für immer zu fließen. 
Yehuda Ashlag, Einführung in das Studium der Zehn Sefirot.

Vor Jahrhunderten prophezeiten das Buch Sohar und der berühmte Kabbalist des 20. Jahrhunderts, Yehuda Ashlag (Baal HaSulam), dass sich ab dem Ende des 20. Jahrhunderts die Frage nach dem Sinn des Lebens in der gesamten Menschheit intensivieren und immer mehr Menschen dazu auffordern wird, ihre wahre Antwort zu suchen. Diejenigen, die unzufrieden sind mit dem, was unsere Kultur in der Zwischenzeit ausprobiert, um diese Frage zu erörtern, werden immer wieder verschiedene Ansätze, Methoden und Umgebungen vergeblich untersuchen und irgendwann werden sie sich voraussichtlich in die Weisheit der Kabbala vertiefen. Die Weisheit der Kabbala ist eine Methode, die ewige Realität wahrzunehmen und das, während wir unser gegenwärtiges Leben leben. Eine solche Wahrnehmung zu erhalten, beantwortet schließlich Fragen wie „Was passiert, wenn du stirbst?“ und „Was ist der Sinn des Lebens?“, weil wir dadurch Zugang zu unserem spirituellen Leben haben, das nach dem Tod unserer Proteinkörper weiterlebt. Indem wir uns mit der Methode befassen, erfahren wir signifikante Veränderungen, die eine völlig andere Wahrnehmung der Realität enthüllen. Wir entdecken eine dauerhafte Erfüllung, eine tiefere Verbindung mit anderen und mit der kausalen Kraft der Realität, und wir entwickeln ein Gefühl der Ganzheit und Harmonie mit der Welt um uns herum. Diese wundersame Weisheit steht allen offen und erwartet jeden, der aufrichtig danach strebt, den Hauptgrund dafür zu finden, warum wir hier auf diesem Planeten erschienen sind.

 

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Blitz-Antworten vom Kabbalisten

Frage: Welche Grundsätze bestimmen den Erfolg in  der Verwirklichung meines Punktes im Herzen?

Antwort: Es gibt nur einen Grundsatz: über die Gruppe – zum Schöpfer. Alle anderen kabbalistischen Grundsätze kannst du nur in dem Maße anwenden, im welchem du die spirituelle Leiter aufsteigst.  Denn dann wirst du sehen, aus der Praxis heraus,  wie sie auf dich anwendbar sind.

Frage: Sind nach dem Gesetz „das Allgemeine und das Individuelle sind gleich“ alle kabbalistischen Grundsätze für alle Ebenen der Welten universell?

Antwort: Ja, weil der Unterschied zwischen den Stufen nur in der Stärke der Kraft des Gebens, des Empfangens und der Verbindung zwischen ihnen liegt.

Frage: Was ist mit Arbeit in der Kabbala gemeint? Wer ist der Arbeitgeber, wer ist der Arbeitnehmer, was ist das Wesen der Arbeit?

Antwort: Unter Arbeit in der Kabbala wird Arbeit mit dem Egoismus, mit seiner Korrektur verstanden. Der Egoismus wir vom Schöpfer, vom Höheren Licht  korrigiert. Mit Arbeiter ist der Mensch gemeint,  weil er den Schöpfer darum bittet. Nur in Übereinstimmung mit unserer Bitte, unserem Gebet, dem Erheben von MAN kommt das Licht von oben herab, welches die egoistische Absicht hin zur altruistischen korrigiert.

Frage: Welches ist die richtige Beziehung zur Umgebung?

Antwort: Unter Umgebung verstehen wir eine Gruppe, durch die ich die Verbindung mit dem Schöpfer erreiche. Die richtige Beziehung mit der Umgebung ist die gleiche Beziehung, die zwischen mir und dem Schöpfer existieren sollte.

Frage: Was bedeutet, den Egoismus zu manipulieren?

Antwort: Dies bedeutet, nicht den Egoismus an sich zu manipulieren, sondern die Absicht ihm gegenüber. Das heißt, den Egoismus soll man nur in dem Maße anwenden, in dem ich die Absicht habe, ihn für das Geben, für die Verbindung zu verwenden.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 26.11.2017

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Wie können Emotionen mit dem Verstand abgestimmt werden?

Frage von Facebook:

Wie können wir Emotionen mit dem Verstand abgleichen, da unsere Emotionen als Antworten aus Lebenssituationen entstehen, die weit von der rationalen Art und Weise entfernt sind, wie unsere Welt läuft.

Antwort: Unsere Emotionen haben nichts mit unserer Intelligenz zu tun. Sie manifestieren sich, weil sie aus dem Verlangen hervorspringen. Und Verlangen ist unsere angeborene Natur.

Die Vernunft ist ein zusätzlich erworbenes System, das entwickelt wurde, um Emotionen zu sammeln, sie auszusortieren, zu vergleichen, zu zügeln usw. Aber im Allgemeinen ist die Vernunft den Emotionen gegenüber schwach; gegenüber den Verlangen ist sie sekundär.

Frage: Ist es möglich, Emotionen zu zügeln?

Antwort: Es gibt keinen Grund dafür. Man muss einen Zustand der ausgeglichenen Emotionen erreichen. Schließlich können negative Emotionen mit positiven ausgeglichen werden und dann kann man sich mit ihnen wohlfühlen, weil beide, negative und positive Emotionen, zusammen auf ein hohes Ziel hinarbeiten werden.

Und man weiß, dass man das alles benötigt. Man kämpft nicht gegen seine Natur an oder gegen die Menschen um einen herum. Im Gegenteil, man tritt in einen Zustand ein, in dem man in Harmonie miteinander ist. Das Plus eines Menschen wird durch das Minus eines anderen kompensiert. Wir sind so erschaffen, dass, wenn sich jeder von uns auf richtige Weise mit den anderen verbindet, wir ein ideales System formen würden, und all unsere Plusse und Minusse würden perfekt zueinander passen.

Frage: Also sind die Plusse und Minusse auf der Welt verteilt, damit sie sich verbinden?

Antwort: Das ist das Problem. Wir haben keine andere Wahl.

Wir versuchen, etwas miteinander zu tun, wir werden entmutigt, weil nichts hilft, und schließlich sterben wir.

In der Tat müssen wir erkennen, dass wir selbst nichts tun können und wir den Schöpfer bitten müssen, uns zu helfen. Dann wird Er mit dem höheren Licht auf uns scheinen, unter dessen Einfluss wir uns schnell zu dem richtigen Mosaik zusammensetzen und einander vervollkommnen werden.

Dann werden wir die perfekte Kombination untereinander haben, jeder mit jedem. Alle positiven und negativen Emotionen werden ergänzt, jeder Mensch wird für den anderen notwendig sein.

So werden wir zur Perfektion gelangen.

 

Aus KabTV`s „Neues mit Michael Laitman“, 24.04.2018

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Freude an Fehlern

Wenn ich in etwas einen Fehler sehe, freue ich mich darüber. Es ist schließlich ein Zeichen dafür, dass ich eine Korrektur vorgenommen habe, da ich einen neuen Fehler entdeckt habe. Das heißt, ich bin über meinen vorherigen korrigierten Zustand glücklich. Ich bin auch über meinen gegenwärtigen Zustand glücklich, da ich jetzt eine Gelegenheit habe, eine Korrektur durchzuführen und das genießen kann. Es stellt sich heraus, dass ich in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, zu jeder Zeit und in allen Zuständen freudvoll bin.

Die Vollendung steht über dem Wissen und der Empfindung. In den Gefühlen fühle ich Ärger und Probleme, nach einer genauen Überprüfung, warum, woher und aus welchem Grund sie kommen – freue ich mich darüber. Das sind zwei unterschiedliche Stufen.

Es kommt alles von einem großartigen System, welches mir Probleme und Schwierigkeiten gemäß meiner Fähigkeiten offenbart. Ich muss meine Einstellung ihnen gegenüber korrigieren. Dieses System steht vor mir. Wenn mir Verdorbenheit gezeigt wird, ist das ein Zeichen, dass ich eine Korrektur vornehmen muss. Außer meiner Einstellung gibt es nichts zu korrigieren.

Ab dem Moment, in dem ich die Verdorbenheit sehe, denke ich darüber nach, woher sie kommt und wer sie zu welchem Zweck geschickt hat. Ich arbeite dann daran und korrigiere es. Ich bin die ganze Zeit glücklich. Die höhere Kraft, die sich um mich sorgt, baut meine Seele auf. Ich muss versuchen, mich an den Handlungen des Schöpfers festzuhalten, gleichgültig ob sie mir als schlecht oder gut erscheinen.

Ich erinnere mich daran, woher die Probleme kommen. Ich folge ihnen nicht in dem Wissen und den Empfindungen, die sie in mir wecken. Ich bleibe stattdessen auf einer Stufe über ihnen und begreife, dass alles zu meinem Vorteil geschieht. Ich möchte mich an den anheften, der mir den Schlag gab und möchte die Hand, die mich traf, küssen. Ich möchte mich trotz der Schläge an den Schöpfer anheften. Wenn mir das gelingt,  kann ich mich von der körperlichen Stufe entfernen und in Verbindung mit der spirituellen Stufe  über der körperlichen Stufe existieren.

Ich freue mich über die offenbarten Mängel, da sie bereits vorher existierten, jedoch verborgen waren und ich dadurch dachte, dass ich perfekt sei. Wenn ein Mangel aufgedeckt wird, ist es eine Erlösung, da dadurch ein Mensch die Möglichkeit erhält, zu korrigieren, was er korrigieren kann.  Ich begrüße alle Probleme und Störungen, die der Schöpfer mir bringt, da er sie nur wegen der Korrektur schickt. Er bestraft uns nie. Der Schöpfer gibt zu, dass er den bösen Trieb geschaffen hat. All unsere Probleme kommen vom Egoismus. Es gibt keinen Mangel, der mir persönlich gehört. Meine einzige Schuld ist die, dass ich nicht das getan habe, was ich erfüllen konnte – das ist meine ganze Untat.

Alle Probleme existieren nur, damit ich meine Einstellung ihnen gegenüber korrigieren kann, indem ich feststelle, dass sie vom Schöpfer kommen und ich ihm dafür dankbar bin. Es wird nichts anderes benötigt. Alle Korrekturen werden innerlich, durch eine Änderung der Einstellung vorgenommen. Man muss in einen Zustand kommen, in dem mir die ganze Welt zeigt, wo ich meine Denkweise korrigieren muss, dann wird alles gut.

Materielle Handlungen sind ein Kinderspiel. Die wahren Handlungen sind unsere Einstellung gegenüber den Handlungen des Schöpfers an uns. Das wird die Arbeit des Schöpfers genannt. Freude äußert sich, indem ich gemäß der Empfindung in meinem Wunsch zu empfangen Schwierigkeiten habe. Gemäß der Empfindung im Glauben (das erworbene Verlangen zu geben) befinde ich mich in einem Aufstieg. Die Kluft  zwischen den beiden Wünschen gibt mir die Freude. Ohne den Schlag, den ich für das Verlangen zu genießen bekomme, würde ich keinen neuen Wunsch zum Geben entwickeln.

 

Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbalaunterrichts, am 17.05.18 , Shamati Artikel 40

Wer ist ein wahrer Freund?

Frage: Wer ist für mich ein wahrer Freund?

Meine Antwort: „Freund“ (Hawer) kommt vom Wort „Verbindung“ (Hibur). Ich meine damit nicht die Freunde, die sich verbunden haben, um zusammen Spaß zu haben: im Stadion oder in der Bar. In der kabbalistischen Gruppe nennt man einen Freund denjenigen, mit dem ich mich verbinde, damit ich zwischen uns ein gemeinsames Verlangen zum gegenseitigen Geben erbaue. Aus diesem Verlangen heraus wollen wir das offenbaren, was sich altruistische Eigenschaft nennt.

Danach, wenn wir erfahren, was die Eigenschaft des Gebens bedeutet, können wir unser Gefäß erweitern und vertiefen, wir können nach der höheren Kraft innerhalb der zwischen uns offenbarten Eigenschaft des Gebens suchen. So ein Fortschreiten verbindet uns miteinander: die Seele mit der Seele! Wir erfahren, dass wir einem System angehören, und dass sich unsere Seelen nahe stehen. Es ist eine Verbindung von Teilen einer einzigen Seele, deswegen sind wir zusammen gekommen, aus diesem Grund hat uns das höhere Licht in einer Gruppe versammelt.

Ich sehe keine Gesichter, ich schaue nicht darauf, wer mir gefällt und wer nicht, ob ich mich dementsprechend jemandem annähere oder ihn abstoße. Ich nehme alle an! Denn wenn er gekommen ist, muss er ein Teil dieses Puzzles sein und dadurch steht er uns nahe. Wir können ohne ihn dieses Puzzle nicht zusammenbauen. Mit jedem dazukommenden Menschen ergänzen wir das Puzzle, den Aufbau der gemeinsamen Seele.

Derjenige wird Freund genannt, mit dem wir uns seelisch verbinden und die gemeinsame Seele zwischen uns ergänzen. Nach der Annullierung des Egoismus, der uns trennt und uns daran hindert, unsere Puzzleteile zusammenzukleben, können wir uns aneinander „festkleben“. Das ist ein wahrer Freund.

Natürlich werden wir Aufstiege und Abstiege erleben und uns gegenseitig helfen. Ich verstehe den Freund, ich nehme ihn wahr, wenn er absteigt und Hilfe braucht. Irgendwann werde auch ich fallen und seine Unterstützung benötigen. Es ist alles erlaubt außer Zynismus gegenüber der Gruppe und dem spirituellen Weg. Wenn meinen Freund plötzlich so ein zynischer Geist erfasst hat, ist das ein Problem. Die Probleme auf dem Weg sind aber unausweichlich und wir überwinden sie zusammen. Deswegen werden wir Freunde genannt.

Kabbalalektion zu einem Artikel von Rabash 03.07.2013

[#111387]

Kabbala Akademie

Überprüfe dich selbst: Fühlst du die Größe des Schöpfers?


Der Schöpfer empfindet ein enormes Vergnügen daran, dass Ihn seine Geschöpfe genießen, um so zu werden wie Er. Wenn wir mit Ihm in Verbindung sind, müssen wir versuchen, Ihm diese Freude zu bereiten.

Ich muss mich selbst, meine Stimmung überprüfen, ob ich die Größe des Schöpfers spüre oder nicht? Wenn mir die Tatsache fehlt, dass ich in der Welt des Schöpfers lebe, der mich und alles um mich herum erfüllt, dann fehlt mir immer noch seine Größe.

Es gibt kein größeres, tieferes oder unendlicheres Vergnügen, als das, welches aus der Offenbarung des Schöpfers kommt. Dies erfüllt den gesamten Horizont eines Menschen, der nichts anderes mehr sieht, als diesen Hintergrund. Heute müssen wir versuchen, in diesem Zustand zu sein: Der Schöpfer ist der konstante Hintergrund, der die gesamte Realität ausleuchtet und wir müssen die ganze Wirklichkeit mit Ihm verbinden. Wir müssen die Realität als Mittel zur Offenbarung Seiner Größe sehen. Die Größe des Schöpfers entfernt uns von allen Problemen, Störungen und Hindernissen. Die ausnahmslose Freude und Erfüllung stammen ebenso von der Größe des Schöpfers ab. Gleichgültig an welchem Ort, wird jeder Mangel durch den Mangel an der Größe des Schöpfers hervorgerufen, der nur dadurch korrigiert wird, wenn wir die Realität mit Ihm ausfüllen. Ich lösche die Probleme nicht aus, denn wenn sie verschwinden, verliere ich das Bedürfnis nach der Größe des Schöpfers.

Mein egoistisches Verlangen wäre erfreut, denn so würde ich nichts brauchen. Wie kann ich dann die Dunkelheit erwecken? So wie geschrieben steht: „Jeder wird seinem Nächsten helfen“ – wir bilden zwischen uns neue Bedürfnisse gegenüber der Größe des Schöpfers. Aus diesem Grund geschah das Zerbrechen, damit wir durch die Verbindung zwischen uns die Wichtigkeit zur Offenbarung des Schöpfers schaffen können.

 

Aus dem 3. Teil des täglichen Kabbala Unterrichtes „Die Lehre der Kabbala und ihr Wesen“  27.5.18

Kläre alles mit dem Schöpfer

Frage: Sollte der Schüler der Gruppe voll und ganz zustimmen? Oder gibt es hier einen Platz für seinen inneren Kampf?

Antwort:  Selbst wenn der Schüler der Gruppe nicht zustimmt, muss er verstehen, dass seine Meinungsverschiedenheit vom Schöpfer kommt.
Warum sollte er die Gruppe bekämpfen? Er muss mit dem Schöpfer kämpfen, mit den Hindernissen, die von Ihm kommen!

Alles kommt vom Schöpfer! Ich muss alles mit Ihm regeln. Warum gibt Er mir solche Hindernisse? Damit ich den Kontakt zu Ihm aufbaue. Ich muss ihn mit Ihm aufbauen und nicht mit der Gruppe.

Der Schöpfer erweckt im Menschen alle möglichen negativen Eigenschaften. In der linken Linie nimmt er die schlechten Eigenschaften auf und in der rechten Linie die Guten. Deswegen bezieht er sich zur Gruppe in der Weise, dass beide Linien in ihm der Schöpfer sind, in der entgegengesetzten und in der direkten Form.  Er sollte beide in die Gruppe bringen und sie darin einschließen, um ihr die richtige Ausrichtung zu geben.

Und so arbeiten wir: es gibt zwei Linien und die Dritte wird aufgebaut, wenn man bereits in Kontakt mit der Gruppe ist und dem Schöpfer in ihr.

Die Menschen müssen sich ständig selbst kontrollieren, um nicht zu vergessen, dass all ihre Gedanken und Gefühle vom Schöpfer kommen, der ihnen die ursprünglichen Parameter und die Verlangen von jedem gibt. Mit diesen Gedanken und Gefühlen werden wir uns richtig zum Zehner verhalten und so den Schöpfer in ihm offenbaren.

 

Aus KabTV’s “Die Letzte Generation” 10/30/17

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Der Geschmack für Schönheit bleibt

Frage: Warum hat der Schöpfer so viel Interessantes, Wundervolles und Schönes in dieser Welt erschaffen? Der Mensch hat den Wunsch, alles auszuprobieren und zu kosten. Der Schöpfer gab ihm sowohl Möglichkeiten als auch Wünsche. Warum sollten wir dagegen angehen?

Antwort: Man braucht nicht dagegen angehen. Aber wenn sich ein Mensch seine höhere Mission zu eigen machen kann, wird alles andere für ihn uninteressant. So heißt es: „Große Fische fressen kleine Fische auf“.
Wenn ich also den Sinn des Lebens studiere und verstehe, dass ich auf bestimmten Wegen zu ihm kommen muss, dann ist alles andere auf dem Weg nicht mehr als ein Mittel.

Frage: Wird dabei dem Menschen nicht der Geschmack für die Schönheit in dieser Welt genommen?

Antwort: Dem Kabbalisten wird nichts weggenommen. Im Gegenteil, er hat noch mehr Geschmäcker, Wünsche und Verlangen. Ich liebe immer noch gute Musik, schöne Natur und Reisen. Ich schaue gerne den Kanal „National Geographic“, Tierwelten, Ethnographie und die Kulturen der Völker der Welt.

Aus dem Unterricht in Russisch, 28.01.2018

[# 227784]

Der Sinn des Lebens besteht darin, seinen Sinn zu erlernen

Frage: Gibt es außer dem Hauptziel, die obere Welt zu erreichen, noch andere höhere Ziele, die mit natürlichen Begabungen und Eigenschaften eines Individuums zusammenhängen, die verfolgt werden sollten, obwohl sie noch nicht das Verlangen für die Suche nach der oberen Welt entwickelt haben?

Antwort: Und warum sollte sich das Individuum von irgendetwas verwirren lassen? Um ein großartiger Musiker zu sein? Sagen wir mal, ich beginne 12 bis 14 Stunden pro Tag mit dem Üben eines Musikinstruments, um schön spielen zu können. Ist das der Sinn meines Lebens?!

Was erreiche ich damit? Eine große egoistische Erfüllung. Sie verbeugen sich vor mir, respektieren mich, ich werde bekannt, ich verdiene viel Geld, ich gehe auf die Bühne, alle stehen auf und applaudieren!

Anmerkung: Nicht nur das. Die Leute hören der Musik zu und werden in gute Stimmung versetzt.

Mein Kommentar: Ja, die Leute schreien vor Freude, das ist schön und was dann? Am Ende werden ich und meine Zuhörer dennoch sterben und damit endet alles. Ist das der Sinn des Lebens?

Alle sind in einer solchen „Mausefalle“ gefangen. Aber es gibt Menschen, Kabbalisten, mit einem ungeheuren Verlangen, das Wesen der Existenz zu erfahren. Sie sagen: „Wir müssen den Schöpfer erreichen, weniger werden wir nicht akzeptieren! Den Sinn des Lebens, die Erlangung des Punktes, aus dem alles entsteht, und nicht weniger“.

Frage: Und wenn wir die Wissenschaftler berücksichtigen würden, die zum Beispiel Kriseninterventionen entwickelt haben, die Leben retten. Die Menschheit benutzt sie seit Jahrhunderten. Gibt es darin keine Bedeutung?

Antwort: Sie verbessern einfach das tierische Leben der Menschen. Es gibt keinen Sinn in unserer Welt, es besteht keine Notwendigkeit, danach zu suchen! Wir sehen was wir sind und wie alles endet. Menschen werden geboren, leben und sterben, und dies über Generationen, solange die Erde uns trägt. Es gibt nichts anderes. Ist es also sinnvoll, die Bedeutung der Existenz von Proteinen auf diesem Planeten zu diskutieren?!

Frage: Es stellt sich also heraus, dass der Sinn des Lebens darin besteht, seinen Sinn zu erfahren? Kabbalisten sagen, dass dieser in der Anhaftung an den Schöpfer besteht.

Antwort: Natürlich. In diesem Leben. In dieser Welt.
Du musst den Schöpfer erreichen, Ihn offenbaren, Ihn erfahren. Währenddessen erreichst du den Zustand der Ewigkeit und Vollkommenheit, ohne zu sterben, ohne dich mit dem Körper zu identifizieren, der als ein absolut unnötiger Teil übrig bleibt, ein gebrauchter Teil einer Rakete.

Du bist dazu verpflichtet, dies zu erreichen und es klar und deutlich zu erleben, wie ein Kind, das alles in den Mund steckt, denn nur durch den Geschmack kann es erfahren, was es ist. Deshalb wird dies Taamei Tora genannt, „Geschmäcker von Licht“.

 

Aus der Kabbala-Lektion in Russisch 1/28/18

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Die Selbstaufopferung

Frage von Facebook: Muss ein Kabbalist buchstäblich sich selbst opfern und nicht nur in Bezug auf sein Ego?

Meine Antwort: Es ist nicht ganz klar, was „sich selbst opfern“ bedeutet. Keiner opfert etwas, für niemanden. Der Mensch entscheidet selber, was er in jedem Augenblick seines Lebens besser machen sollte. Deswegen, wenn es für ihn von Vorteil ist, dann macht er es, wenn nicht, dann macht er etwas anderes. Er handelt immer ausgehend von seinem Verlangen und kann niemals eine Handlung darüber machen. So etwas existiert nicht.

Replik: Wir sprechen immer davon, dass wir uns über den Egoismus erheben und ihn unterdrücken sollen…

Meine Antwort: Das wird auch gemacht. Das macht man aus einer bewussten Absicht heraus, aus einem bewussten Verlangen. Deswegen gibt es nichts, was über die Grenzen unserer Verlangen hinausgehen würde.  

Es geht darum, dass wir uns auf höhere Verlangen vorbereiten können. Es existiert eine absolut klare Berechnung innerhalb des tierischen oder spirituellen Körpers, und alles nimmt nur auf diese Berechnung Bezug.

In der Kabbala kommt das Wort „das Opfer“ („kurban“) vom Wort „kirwa“, „itkarwut“, was Annäherung bedeutet. Das heißt, sich in einen dem Schöpfer näheren Zustand zu bringen. Was opfere ich, wenn ich mich Ihm annähere?…

Die Wissenschaft der Kabbala ist die Wissenschaft darüber, wie man das Beste, das Günstigste, das Höchste erlangt.

Frage: Also, die ganze Zeit über existiert die Berechnung: Wenn es für mich günstig ist, mache ich das?

Meine Antwort: Unbedingt. Dabei ist das eine harte, klare, ausgewogene Berechnung.

Frage: Wo befindet sich dann das Geben?

Meine Antwort: Das Geben wird auf dieser rigorosen Berechnung aufgebaut. Deswegen ist es richtiges, wahres Geben. Weil ich zu dem Gedanken und zur Entscheidung komme, dass ich geben möchte. Alles ist auf dem klaren Verlangen aufgebaut, auf dem Streben, auf der Berechnung eines Menschen, ansonsten ist es unseriös.

 

Aus dem Fernsehprogramm „Nachrichten mit Michael Laitman“, 08/05/2018

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