Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Studium der Kabbala'

Butterbrot mit Liebe

Frage: Wenn ich keine professionelle Arbeit im Bau des neuen Zentrums leisten kann, und einfach nur Sandwiches vorbereite –  kann ich mich dadurch an das Zentrum der Gruppe anheften?

Antwort: Natürlich, warum nicht? Du bereitest die Sandwiches vor, um die Freunde zu befriedigen.

Beim Rabash war es üblich, Pessach nach den Regeln von Baal HaSulam durchzuführen, die sehr streng waren. Rabash trank viel Kaffee, etwa 10 Tassen pro Tag, so war es üblich bei den Bewohnern in Jerusalem. Um sich mit dem Kaffee für Pessach zu versorgen, musste man jede Kaffeebohne von allen Seiten prüfen. So musste man 15 Kilogramm Kaffee auslesen.

Ich bin in meinem Charakter furchtbar ungeduldig. Für mich war sitzen und die Kaffeebohnen auszulesen eine Qual. Ich habe mehr Zigaretten geraucht, als Bohnen ausgelesen. Dann hat Rabash zu mir gesagt: „Komm, ich werde dir beibringen, wie man es macht“. Es war noch im ersten Jahr, als ich bei ihm zu lernen angefangen habe.

Er hat sich vor mir an den Tisch gesetzt, auf dem der hohe Berg der Kaffeebohnen lag, hat eine Kaffeebohne genommen, sie angeschaut und gesagt: „Ich prüfe diese Kaffeebohne, damit meine Freunde eine Tasse Kaffee trinken können, ich will es für sie machen“ – und er hat die Bohne zur Seite gelegt. Dann hat er eine andere Kaffeebohne genommen und gesagt: „Und diese prüfe ich, damit mein Lehrer eine Tasse Kaffee trinken kann! Ich mache es für ihn“. Und so jede Kaffeebohne…

Und wenn du Sandwiches vorbereitest, hast du natürlich oft die Möglichkeit solche Worte zu sagen. Es hängt nicht von dir ab, ob du über irgendwelche professionellen Fertigkeiten verfügst oder nicht. Es steht geschrieben, dass „nicht der Kluge lernt“, deshalb spielt es, selbst wenn du keinen großen Verstand hast, keine  Rolle. Jedem sind alle ihm notwendigen Mittel gegeben, keiner soll über seine Fähigkeiten klagen. Alle seine  Eigenschaften sind richtig und sollen so sein, anderenfalls würden seine physischen und geistigen Fähigkeiten sowie seine Umgebung nicht der Wurzel seiner Seele entsprechen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 27/12/13

Tore des Begreifens der Weisheit

Buch Sohar. Das Vorwort. Artikel „Zwei Punkte“, Punkt 121:…Das ist die Bedeutung der Schlösser an den Toren. Zuerst trennen wir uns vom Schöpfer, all die vielen Widersprüche über Seine Einzigartigkeit, welche wir in dieser Welt schmecken. Dennoch, wenn man sich anstrengt die Tora und die Gebote mit Liebe einzuhalten, mit unserer Seele und Kraft, wie uns geboten ist—unserem Erschaffer Zufriedenheit zu geben—beeinflussen uns all jene Kräfte der Trennung nicht, irgendetwas von der Liebe zum Schöpfer mit unseren ganzen Seelen und unserer ganzen Kraft abzuziehen. Vielmehr wird in diesem Zustand jeder Widerspruch, den wir überwunden haben, zu einem Tor für die Erlangung Seiner Weisheit.

Frage: Was bedeutet „jeder Widerspruch, den wir überwunden haben, wird zu einem Tor für die Erlangung Seiner Weisheit“? Was bedeutet „Widerspruch“?

Antwort: Ein Widerspruch ist etwas, was du zwischen jenem und diesem lösen kannst. Der Widerspruch bedeutet, dass ich nicht sehen, nicht dem zustimmen, und nicht verstehen kann, wie so etwas in der Welt geschieht. Er kann mit Seiner Einzigartigkeit, mit „Es gibt niemanden außer Ihm“, mit dem Guten und das Gute schaffende nicht verbunden werden, es kommt nicht zusammen.

Ich bekomme die Schläge von verschiedenen Seiten, ob es richtig oder falsch ist – ist mir nicht bekannt, ich soll sie aber rechtfertigen. Wenn mir klar wäre, dass dies die Strafe ist und ich für das andere Verhalten die Belohnung bekommen hätte, dann ginge es noch, aber es entspricht nicht meiner Logik. Wie gesagt wird: „dem Gerechten geht es schlecht“. Was kann man tun?…

Diese Zustände heißen „Widersprüche“ – die Widersprüche in der Höheren Lenkung.

Frage: Was macht der Gerechte, dem es schlecht geht?

Antwort: Der Gerechte rechtfertigt den Schöpfer, obwohl es ihm schlecht geht.

Frage: Aber das Schöpfungsziel – ist doch der Schöpfung einen Genuss zu bereiten. Wie wird es ihm helfen, wenn ihm schlecht ist, und er den Schöpfer rechtfertigt?

Antwort: Offenbar, geht es ihm gut. Es ist richtig, dass in ihm Böses ist.. Es ist richtig, dass er deswegen leidet. Aber es stimmt auch, dass er den Schöpfer rechtfertigt. Und deshalb heißt er „Gerechter“. [125828]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar. 13/01/14

Den Boden für den blühenden Garten vorbereiten

Frage: Was ist zu tun, wenn ich keine Freude empfinde? Ich empfinde, dass ein ganzer Berg meiner schlechten Eigenschaften gewachsen ist und ich innerhalb dieses Müllberges lebe.

Antwort: Man muss über dieses Müll hinaufsteigen, dann wirst du die Freude empfinden. Dagegen kann man nichts tun, alle gehen durch solche Zustände durch. Wir sind eine besondere Gruppe, die wie in einer Verarbeitungsfabrik arbeitet und die, die menschliche Selbstsucht in Dünger, den Kompost umwandelt. Darin besteht unsere Mission. Du musst dich einfach in dieser Maschine unterbringen, damit sie dich zermahlt und alles Notwendige macht.

Wenn du nur unter bestimmten Bedingungen zustimmst, dass es angenehm und fröhlich sein wird, dass auch du im Voraus alle Garantien bekommen wirst, dann wirst du niemals von der Selbstsucht abgetrennt.

Die schweren Perioden vergehen und werden, wenn sich der Mensch in der Euphorie befindet, durch Perioden der Begeisterung ersetzt, so liegt der Streifen hinter dem Streifen. Wichtig ist, dass unsere Gruppe jeden beliebigen Mann oder Frau aushält, nichts verbirgt, indem sie ihre Pflicht verstehen, an diesem egoistischen Material zu arbeiten, welches aus Müll besteht und in Heiligkeit umgewandelt wird.

Wenn die Gruppe dazu bereit ist, dann wird sie wirklich vorankommen. Anderenfalls war es nicht nötig, dieses neue Haus zu bauen. Ich sage es im Ernst, ihr sollt verstehen, dass uns nun die ernste Arbeitsperiode bevorsteht, in der sich unser Schicksal entscheiden wird. Die ganze Gruppe soll verstehen, dass wir die ernste Mission haben, für die wir verpflichtet sind, wie ein Mensch zu sein: eine Frau und ein Mann – nicht einer gegen den anderen, sondern einander unterstützend, sich in der allgemeinen Einheit richtig verbindend.

Man muss alle persönlichen Widersprüche und die kleinlichen Auseinandersetzungen vergessen und sich für das Ziel vereinigen. Wenn wir dies tun können, dann steigen wir hinauf und werden zur letzten Generation der egoistischen Welt und realisieren, was die höhere Kraft von uns erwartet. Ich wünsche uns viel Erfolg! [125842]

Auszug aus dem Gespräch während des Mahlzeit, 17/01/14

Geschwindigkeit und Beschleunigung

Frage: Was ist Geschwindigkeit und Beschleunigung in der Spiritualität und wie können wir sie verwenden?

Antwort: Es geht darum, dass die Natur uns zur Entwicklung durch Leiden anstößt; das heißt durch die Empfindung der Abwesenheit der Füllung im gegebenen Zustand und der Möglichkeit der Füllung im Folgenden. Das sind die Evolutionskräfte: Die negativen von hinten und die positiven von vorne.

Je weiter wir voran kommen, desto mehr negative Kräfte sammeln sich von hinten an und nur wenige positive Kräfte ziehen uns nach vorne. Wir sehen, dass wenn wir uns entsprechend unserer egoistischen Natur bewegen, uns vorne kaum etwas leuchtet. Deshalb befindet sich die Welt in einem Zustand der Apathie, in der Depression.

Hier müssen wir den Menschen erklären, dass uns alle negativen Kräfte nicht deshalb anstoßen, damit wir vor ihnen weglaufen, sondern um uns des neuen Weges der Entwicklung bewusst zu werden, und die Absicht, die Beziehung zum Nächsten, zur Welt, zum Schöpfer verändern.

Das Wichtigste ist die Absicht. Die Verlangen sind konstant und steigen zur Realisierung nur in dem Maß auf, in welchem man darauf die richtige Absicht bilden kann. In unserer Welt wird uns die Geschwindigkeit des Aufstiegs von hinten gegeben, und sie bringt uns durch die negative Einwirkung vorwärts, so dass wir uns mechanisch bewegen.

Das Studium der Kabbala ermöglicht uns eine Beschleunigung oder Verkürzung der Zeit, was einander gleicht, mit Hilfe von drei Komponenten: Gruppe, Studium und Verbreitung. Die Geschwindigkeit ist ein von uns unabhängiger Parameter: Auf diese Weise bewegt uns die Natur zum Ziel. Die Beschleunigung hängt allerdings von uns ab.

Die Geschwindigkeit ist nicht die Verkürzung der Zeit. Es ist bekannt, dass der Weg der Korrektur sechs Tausend Jahre dauert – und zwar von der ersten Korrektur Adams vor 5770 Jahre bis zur letzten Korrektur, die wir in 220 Jahre erlangen, ob wir es wollen oder nicht. Das nennet man „Geschwindigkeit“.

Doch es existiert auch die Möglichkeit der Beschleunigung. In dem Maß, in dem wir den Weg beschleunigen, verändern wir ihn qualitativ, weil wir es selbst wünschen. Es gibt zum Beispiel den Unterschied zwischen dem kleinen Kind, das man zum Lernen zwingt, und es damit ständig unter Druck setzt, und dem Kind, das sich für alles selbst interessiert und erfolgreich lernt. Es kann die Schule schneller beenden und fühlt sich in diesem Prozess wohl. Das Gleiche gilt für uns.

Wenn wir die Gruppe wählen und darin eine kleine Welt, eine kleine Gesellschaft mit allen Bedingungen schaffen, die uns vorwärts bringen werden, so werden wir viel schneller zum Ziel kommen als unter Druck. [124723]

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses in Moskau, 13/12/13

Herz spricht zum Herz

Wenn ich dem Freund zuhöre, während er beim Seminar spricht, dann verbinde ich mich mit seinen Worten und habe nicht den geringsten Zweifel oder Kritik daran. Ich nehme diese Worte, als die wichtigste Meinung wahr und ich will in sie durchdringen – mich damit so verbinden, dass sie zu meiner eigenen Meinung wird. Ich will, dass seine Worte mein Herz berühren und sich darin einleben.

Und genauso verhalte ich mich zu jedem Sprechenden. Ich bewerte nie kritisch, was er sagt, sondern will mich einfach mit seinem Gedanken verbinden. Wir öffnen einander vollständig – das Herz spricht zum Herz.

Jeder hebt all seine Zweifeln auf, damit keine Hindernisse vor den Worten des Freundes entstehen, damit sie direkt in das Herz durchdringen, als hätte ich sie selbst in voller Überzeugung ausgesprochen. [125487]

Auszug aus dem Seminar der Einheit, 14/01/14

Qualität und Quantität

Kongress in Moskau. Lektion 2

Frage: Wenn der Mensch seine spirituelle Entwicklung beginnt, benötigt er eine gewisse Motivation, irgendwas, das ihn antreibt – ­Brennstoff. Mit seiner Entwicklung verändert sich sich die Art dieses Brennstoffes oder bleibt sie gleich? In welchem Moment wird der Schenkende wichtiger sein als das Geschenk selbst? Oder ist diese Wichtigkeit auch nur egoistisch?

Antwort: Jener „Brennstoff“, mit dem wir arbeiten (der Grund, warum ich arbeite, warum ich existiere, lebe, mich vorwärts bewege), ändert sich qualitativ und quantitativ. Diese Ursache verbessert sich die ganze Zeit, sie wird präziser.

Wenn für euch früher nur das eigene „ich“ wichtig war, wird langsam, auch wenn notgedrungen, die Gruppe wichtiger werden. Doch dies geschieht nicht, weil die Gruppe für euch für das Erreichen des höheren Ziels notwendig ist; es ist einfach so, wie das Kind den Eltern wichtig ist.

So entsteht allmählich der Zustand, wdass die Gruppe wichtig ist, und später sogar wichtiger als ihr selbst.

Allmählich enthüllt sich in der Gruppe wirklich die höhere Komponente, die Höhere Kraft. Ihr werdet sehen, dass es eigentlich nicht die Gruppe ist, sondern die Schöpfung, die wir Malchut nennen; und darin offenbart sich der Schöpfer. Aber es wird erst dann geschehen, wenn ihr euch zu ihr ebenso verhalten werdet, wie der Schöpfer sich zu euch verhält. Auch wenn dies anfangs in der minimalsten Form erfolgt. [124727]

Das Leben im Geben und der Tod im Empfangen

Um Existenz und Wachstum der Schöpfung zu gewährleisten, muss sie sich zwischen zwei Systemen aufhalten: zwischen Sünde (Klipa) und Heiligkeit (Kedusha). Folglich gibt es fünf unreine und fünf heilige Welten АBYА. Es wird darüber gesagt: „Das Eine gegenüber dem Anderen hat der Schöpfer geschaffen“. Die Seelen befinden sich in der Mitte und gehen die Etappen der Entwicklung durch, wobei sie ständig dem wechselnden Einfluss der beiden Systeme unterliegen.

Derjenige, der sich „von Sünden ernährt“, heißt „Toter“, und der sich „von der Heiligkeit ernährt“, heißt „Lebender“. So entwickelt die Einwirkung der spirituellen Welten die Seelen in der ständigen Veränderung zwischen dem Leben und dem Tod.

 Allmählich gehen wir vom einfachen Verlangen des materiellen, körperlichen Lebens zum spirituellen Niveau über. Dort gibt es weder Leben noch Tod im gewöhnlichen Sinne. Dort sind wir mit dem Körper nicht verbunden – wir steigen über ihn auf und empfinden eine andere Stufe des Daseins.

Folglich gilt unsere Existenz unter der Kraft des Gebens als „Leben“ und die Existenz unter der Kraft des Empfangens als „Tod“. Dies unterrichtet uns darin, wie wir allen Kräften der egoistischen Absicht den bösen Trieb zu entziehen haben, um sie ins Gute umzuwandeln. So bauen wir unser spirituelles Leben auf.

Somit bedeutet das Prinzip des Widerstands, dass, wenn in uns ein Wert hervorgehoben wird, der andere fällt. Zwei Systeme können nicht gleichzeitig wirken. Die Einwirkung eines Systems kommt aufgrund der Abwesenheit der Einwirkung des anderen Systems. So wechseln sie sich entsprechend dem höheren Programm ab, das sich in der Welt Azilut befindet, um uns voranzubringen.

Wenn wir uns dabei unter der Einwirkung des unreinen Systems BYА bewegen, dann entwickeln wir uns „fristgerecht“. Wenn uns aber das reine System BYА bewegt, so beschleunigen wir unsere Entwicklung. [124583]

Auszug aus dem Unterricht „Vorwort zu Buch Sohar“, 01/01/14

Die unauffindbare Weichheit des Daseins

Frage: Sollen wir die Veränderung der Form, die neuen Verlangen anstreben?

Antwort: Natürlich, denn wir müssen dem Schöpfer gleich werden. Wenn meine Form Ihm angeglichen wird, dann werde ich Mensch (Adam) heißen. Darin besteht meine ganze Arbeit.

Aber wie kann ich Ihm gleich werden? Er ist mir unbekannt. „Geben sie mir eine Gestalt, einen Idol – dann …“ Was passiert dann?

In Wirklichkeit soll ich Seine Form suchen. Hierzu muss ich vor allem mein „Material“, Verlangen weicher und für die Veränderungen bereit machen.

Unsere Selbstsucht ist jedoch fest, wie der Felsen. Wie ist sie also zu mildern?

Zu allererst muss die Beschränkung darüber gelegt werden (Zimzum), man muss sich ständig über den egoistischen Wunsch erheben, um darüber  festgehalten zu werden, dann kann das Licht Chassadim herangezogen werden. Wobei unter dem „Licht“, die Form des Materials gemeint ist. Es enthält die Flexibilität, die Elastizität, die Nachgiebigkeit, gleich der Knete oder der Watte.  Das Maß, die Stärke dieser Weichheit, dieser Flexibilität des Materials, heißt „Stufe Chassadim“.

„Ich bin bereit und fähig – mache aus mir, was du willst“ – das ist eben Chassadim. Ich soll diese Stufe erreichen.

Wir verstehen, dass es nur mit Hilfe der Umgebung möglich ist: darin gehe ich allmählich aus meiner Selbstsucht hinaus, erlebe die tiefe „Entspannung“, die Befreiung im Verlangen, um die Fähigkeit zu erlangen, sich der Gruppe hinzugeben. Folglich gehe ich über die ständig wachsende Selbstsucht hinaus, durch alle Stufen „der Nachgiebigkeit“ hinauf. Anders gesagt, stelle ich keine Hindernisse, keine Trennwände auf den Weg des Lichts auf. Gleich dem Schöpfer: wir sehen und fühlen Ihn nicht, Er ist vollkommen unsichtbar.

In unseren Definitionen heißt es: „Tue nichts, was dir selbst verhasst ist“. Aber wie dem auch sei, besteht das Wesen der Korrektur darin, aus sich das flexiblere und nachgiebigere Material zu machen, welches in unserer Welt nicht zu finden ist. Hier müssen wir auf den gewissen Widerstand, auf eine Reaktion stoßen, um wenigstens etwas zu empfinden. In der Spiritualität erreiche ich die vollständige Abwesenheit der Reaktion. Ich bin weder „aus Gummi“, oder aus „Watte“, noch aus etwas viel Weicherem gemacht – ich bin „luftig“.

Diese maximale Weichheit des eigenen Materials lässt es zu, die Form des Schöpfers zu empfinden. Jede korrigierte Form, die sich auf mein Material einkleidet, macht mich mit Ihm bekannt.

Aber wie? Ich werde immer  weicher, nachgiebiger, als ob es mich gar nicht gäbe.

Es geht darum, dass dieses Verschwinden meine vorherige, egoistische Form betrifft. Je nachdem, wie ich an ihr arbeite, sie mildere – begreife ich den Schöpfer. Alles wird durch das Gegenteil verstanden. Gerade infolge der Verbindung zwischen den Gegensätzen, infolge der Analyse, beginne ich Seine Gedanken – das Schöpfungsvorhaben zu empfinden. Er hat das Gegenteil geschaffen, damit ich überhaupt existieren kann: ich gehe durch dieses Gegenteil zu Ihm und entspreche dem, wie Er mich geschaffen hat, ich begreife Sein Gefühl und Seine Vernunft, Sein Programm, Seine Linie des Gedankens. [124490]

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zum Buch Sohar“, 31/12/13

Vor der Wand der Selbstsucht

Frage: Wenn ich mich immer noch innerhalb der Selbstsucht befinde, so ist es mir unklar, wo dieser Punkt ist, in dem ich die Begeisterung fühlen kann?

Antwort: Ich kann es dir noch nicht erklären, aber du fühlst schon, dass es geschieht: ein Durchgang öffnet sich, der nicht von den Organen der Wahrnehmung dieser Welt unterschieden wird. Es gibt hier ein verborgenes Schlupfloch, durch das man gehen kann.

Vor dir befindet sich eine Wand, die sich plötzlich öffnet, und du gehst hinein. “Die Tür und die Öffnung” in die Spiritualität. Wann geschieht das? Wenn du es nicht anerkennst, dass vor dir eine Wand steht. Du entscheidest, dass es keine Wand gibt, und gehst hindurch! Du gehst wirklich weiter, wobei du die Selbstsucht annullieren willst, die dich vom Schöpfer trennt, das heißt du stimmst den Bedingungen der Bürgschaft zu. [124519]

Auszug aus der Vorbereitung zum Kongress, 31/12/13

Das Geschöpf ist immer noch ein großes Fragezeichen.

Baal HaSulam, „ Einführung in das Buch Sohar“: Unser Verstand erfordert, dass Er vollkommen gütig ist, jenseits jeglichen Vergleichs.

Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was wir sehen und was wir fühlen. Wenn wir die Natur nicht aus der Gefühlsebene heraus betrachten, scheint alles perfekt zu sein. Es ist ein perfektes Konzept der Kombination aller ihrer Teile. Jedes einzelne vervollkommnet die anderen und in der Vernetzung zwischen ihnen, bilden alle Elemente weitere komplexere Systeme.

Die Möglichkeit noch komplexer und perfekter zu werden, um sich in ungeahnte Ebenen zu erheben, ist der Natur innewohnend. Dieses Potenzial ist in allen Stufen gegenwärtig. Zum Beispiel nutzen wir nur einen sehr kleinen Teil unseres Gehirns. „Potenziell“ ist es in der Lage, viel mehr zu leisten. Warum nutzen wir es nicht in vollem Ausmaß?

Grundsätzlich, gibt es eine enorme Tiefe in der Natur, große Energiereserven; kurz gesagt, brauchen wir ein Fundament, das uns gestattet, uns ohne „körperliche Bewegung“ mit allem Notwendigen zu versorgen, alles zu entdecken, um zur Stufe der Unendlichkeit, Perfektion aufzusteigen, um uns ohne Anstrengungen, zu stärken. Unerschöpfliche Energie ist allgegenwärtig, aber wir wissen nicht wie wir unsere „Kabel“ daran anschließen können. Die moderne Technologie hat im Bezug dazu eine vollkommen falsche Richtung eingeschlagen und ist dadurch nicht in der Lage, dieses Potenzial zu realisieren.

Aus diesem Grund können wir die Fülle nicht erreichen. Mehr als das, sind wir, gemessen an den Gefühlen, die uns innewohnen, sogar in einem verkehrten Zustand, dem Ideal entgegengesetzt.

Was ist der Grund? Warum schaffen wir es nicht, einander zu ergänzen, wie die Zellen in einem Organismus, die so wundervoll miteinander interagieren? Warum haben wir uns in eine schlechte Richtung entwickelt?

Heute können wir die alten Zeiten nicht mehr nachvollziehen, als man in Stämmen und Kommunen lebte, in welchen jeder jedem nahe war. Menschen waren glücklicher, sie hatten mehr Zeit, sie konnten sich ihren Traditionen widmen, sie nahmen die Erziehung ernst und organsierten wahrhaftige Familien-Atmosphären und all das mit einem guten Gefühl.

Wenn wir dies mit erhobener Nase betrachten, übersehen wir das Wesentliche. Irgendwann in Zukunft werden wir mittlerweile realisieren, dass wir viel primitiver sind, als sie. Immerhin genießen sie das Leben und wir kämpfen uns, mehr schlecht als recht, durch einen Lebensmarathon, ohne absehbares Ende. In ihrer Essenz entbehrt diese Existenz jeglicher Vernunft.

Es stellt sich heraus, dass unsere Entwicklung, letzten Endes, keine gute ist. Währenddessen ist die Natur wie eine Mutter für uns. Ihr zu Eigen ist, das Gebende, weibliche Verlangen, dass alles geschaffen hat, was existiert. Im Moment ist das in unseren Augen nur eine Annahme. Dennoch ist es ernsthaft genug, um eingehender betrachtet zu werden.

Baal HaSulam schreibt darüber: Wir können unsere Entwicklung durch Zeichen nachvollziehen, die aus einer positiven Kraft erwachsen. Mehr als das, wird auf dem negativen aufgebaut: Ich kann mich keinen Millimeter bewegen, ohne das Gefühl eines Mangels zu spüren.

Was treibt uns von hinten an? Ein Stock. Was lockt mich nach vorne? Vergnügen. Wir können beide Attribute der Natur zuschreiben. Auf der anderen Seite verstehen wir, dass beide Extreme dazu dienen, uns in Richtung des Guten, zu leiten.

Kurz gesagt, hat Baal HaSulam darauf hingewiesen, dass die gesamte Schöpfung vorbereitet ist, aber für die Zeit unseres Daseins bleibt ein großes Fragezeichen stehen. [123983]

Auszug aus dem Unterricht nach der „Einführung zum Buch Sohar“, 25/12/13