Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Wie man das Buch Sohar liest


Ich erhielt zwei Fragen darüber, wie man das Buch Sohar liest und sich damit verbindet

Frage: Ich versuche das Buch Sohar, das Sie übersetzt haben, zu studieren. Ich las den Teil mehrere Male, in dem Sie darüber sprechen, wie man sich mit dem Material verbindet, um tiefer in den inneren Teil zu gelangen – aber bis jetzt wirkt es nicht. Ich fühle mich nicht, als ob ich voranschreite und ich denke, dass mir Definitionen fehlen, so wie auch die Dinge im Talmud Esser HaSefirot klar definiert sind. Existieren diese Definitionen und wenn ja, wo kann ich sie finden? Oder gibt es eine andere, besondere Annäherung an das Buch Sohar?

Meine Antwort: Das Buch Sohar sollte nur gelesen werden, um das Licht der Korrektur auf sich selbst zu ziehen. In dem Grad, in dem das Licht Sie beeinflussen wird, werden Sie anfangen, den Sohar (was Glanz bedeutet) zu empfangen und in dem Maße, in dem Sie das Licht fühlen, die Eigenschaft des Schenkens, werden auch Sie verstehen, was das Buch Sohar sagt.

Zusätzlich gibt es vier Einführungen zum Buch Sohar, und um das Buch zu verstehen, ist es unerlässlich sie zu kennen (oder zumindest allgemeine Kenntnis darüber zu haben).

Frage: Kürzlich beschloss ich, dass ich das Buch Sohar lesen werde. Während der Buchwoche kaufte ich die komplette Serie. Allerdings sprach ich mit einer Person, die mir erzählte, religiöse Autoritäten hätten diese Buchserie mit einem Fluch belegt und diese Serie sei „unrein“.

Meine Antwort: Sie können mit dem Lesen dieser Bücher weiter machen, wobei das nur Menschen empfohlen wird, die alle Arbeiten von Baal HaSulam studiert haben. Zusätzlich gibt es vier Einführungen zum Buch Sohar, und es ist unmöglich, das Buch Sohar zu verstehen, ohne diese Einführungen vollständig zu verstehen!

Verwandtes Material:
5 Dinge, die Sie über den Sohar wissen sollten
Studium des Sohar
Vorwort zum Buch Sohar
Einführung zum Buch Sohar
Artikel zum Abschluss des Buches Sohar

Kabbala lehrt Liebe und Schenken – sonst nichts!


Ich erhielt zwei Fragen darüber, ob die spirituelle Korrektur die Einhaltung physischer Rituale erfordert:

Frage: Sie sagen dass es möglich ist, die spirituelle Korrektur zu erreichen, ohne die physische Befolgung der jüdischen Gebote. Sagen Sie das vielleicht nur aus Gründen der Verbreitung der Kabbala in der ganzen Welt? Oder vielleicht meinen Sie ja in Wirklichkeit, dass die Menschen diese Gebote nicht durch ihr einfaches Lesen verstehen können? Wenn Sie die Antwort nicht in diesem Blog veröffentlichen können, würde ich gerne eine persönliche Antwort erhalten.

Meine Antwort: Der Schöpfer schuf das Verlangen ‚Freude zu empfangen‘ mit der Absicht „zum eigenen Wohl“, und so finden wir uns in dieser Welt wieder. Wir wurden auf diese Weise erschaffen, um unsere Absicht in „zum Wohle des Nächsten oder des Schöpfers“ zu korrigieren, in allen unseren 613 Verlangen. Diese Korrektur geschieht unter dem Einfluss des Höheren Lichtes, Or Makif, welches während des Studiums der Kabbala hinabsteigt.

Das duldet keinen Bezug auf die Befolgung der religiösen Rituale. Ein Mensch kann die Korrektur und spirituelle Erlangung ohne die physische Befolgung der Gebote, oder vielmehr der Traditionen, erreichen. Das trifft für beide – Juden und die Nationen der Welt – zu. Mehr noch, jeder Mensch kann seine Religion beibehalten, denn die Religion ist nichts anderes als der nationale kulturelle Rahmen. Die Kabbala lehrt uns nur über die Absicht „zum Wohle des Nächsten“, wie man andere liebt und ihnen gibt – und nichts anderes.

Frage: Bei Ihnen dreht sich alles um Spiritualität und die Revolution der Liebe. Aber was ist mit der Verbindung der Wurzel mit den Zweigen? Letztendlich sind die leblosen, pflanzlichen und tierischen Levels auch Stufen des ‚Verlangens zu empfangen‘. Sie sprechen immer über die Innerlichkeit ohne etwas Äußeres und das verwirrt mich. Baal HaSulam schreibt am Ende des „Vorwort zum Buch Sohar“, dass das Innere dem Äußeren vorgezogen werden sollte. Aber es scheint so, dass Bnei Baruch 100 % ihrer Aufmerksamkeit dem Inneren schenken und 0 % dem Äußeren! Das ist schwierig und verwirrend. Warum nicht eine kleine Veränderung vornehmen und dem Äußeren ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schenken? Warum nicht beide Teile kombinieren? Widme 90 % deiner Aufmerksamkeit dem Inneren und 10 % dem Äußeren. Das wird wirklich allen helfen! Was denken Sie?

Meine Antwort: Wir bei Bnei Baruch tun das eigentlich – wir folgen den Traditionen. Aber denken Sie wirklich, dass alle Menschen in der Welt – die im Moment der Korrektur näherkommen – die physischen Gebote des Judentums befolgen müssen, sogar wenn es nicht ihre Tradition ist? Im Artikel „Aufbau der Gesellschaft der Zukunft“ schreibt Baal HaSulam, dass jeder Mensch seine Religion beibehalten kann!

Verwandtes Material:
Blog-post: Religion und Kabbala sind Gegensätze
Blog-post: Schau nach vorne, nur nach vorne!
Blog-post: „Der Frieden“ von Baal HaSulam
Blog-post: Absicht und Handlung

Das Geheimnis der Heiligen Bücher


Zwei Fragen, die ich erhielt über das geheimnisvolle Schicksal heiliger Bücher

Frage: Alle heiligen Bücher, die nichts mit der irdischen Welt zu tun haben, wurden jahrelang als Vorbild fürs Leben und für die Kultur benutzt, und leider verursachten sie mehr Leiden als Erleuchtung. War dies ein Fehler?

Meine Antwort: Man brauchte dies, um die Eigenschaften des Egoismus mit denen des Schöpfers, die in uns verdorben waren, zu mischen, damit wir dann später, wenn diese beiden Gegensätze sich vermischt haben, in der Lage sind, uns selbst zu korrigieren, indem wir das Licht der Korrektur (Or Makif) erwecken. Fehler passieren nur aus unserer Sicht, unserem Verständnis, von dem, was geschieht, aber nicht in dem, was in Wirklichkeit geschieht.

Frage: Warum wurde Das Buch Sohar geschrieben und dann für so viele Jahre verborgen? Warum kam es dann so früh in diese Welt, wenn die Menschen seiner nicht bedurften?

Meine Antwort: Es wurde zu einer Zeit geschrieben, als „Licht“ Seelen in unserer Welt auftauchten, am Beginn des Exils der spirituellen Stufe, auf der 125sten Stufe des Erlangens. Doch es wird jetzt gebraucht, am Ende des Exils aus der spirituellen Welt, beginnend mit der niedrigsten Stufe (Stufe Null), von Menschen, die erkannt haben, dass es keinen anderen Weg gibt. Und das Buch Sohar selbst spricht davon.

Verwandtes Material:
Blog-post: So verwenden sie kabbalistische Quellentexte richtig!
5 Dinge, die Sie über den Sohar wissen sollten!

Alle Kräfte stammen aus einer Quelle – negative und positive


Eine Frage, die ich erhielt: Im Buch Dvarim wird gesagt: „Und es gab keinen anderen Propheten in Israel wie Mose.“ Und der Midrash antwortet darauf: „Es gibt keine in Israel, aber er kann unter den Nationen der Welt gefunden werden. Wer also ist er? Er ist Bilam.“ Bedeutet dies, dass Bilam auf der gleichen Stufe wie Mose war? Wenn Bilam ein Prophet war, dann nahm er den Schöpfer wahr. Doch wie kann das sein, wenn Bilam der Inbegriff des Willens für sich selbst zu empfangen war? Er war so im Körperlichen gefangen, dass die Weisen sogar sagten, dass er bei seiner Eselin schlief – mit anderen Worten, er hatte keinerlei Verlangen zu geben. Wir sagen jedoch, dass man einen Schirm (Masach) – der das Verlangen zu schenken ist – erlangen muss, um den Schöpfer zu enthüllen. Wie konnte dann Bilam den Schöpfer enthüllen?

Meine Antwort: Wir sprechen über die Kräfte des Schöpfers, die von oben auf uns herabsteigen – eine positive Kraft, die rechte Kraft und eine negative Kraft, die linke Kraft. Klipot werden von der linken Kraft des Schöpfers hervorgerufen und sie sind eine entgegengesetzte Reflexion von Ihm. Aus diesem Grund kennt der Pharao den Schöpfer und selbst seine Mager/Magier (zoroastrische Priester) kennen Ihn. Sie sagen zum Beispiel: „Diese Sache liegt in den Händen Gottes“ usw.. Mit anderen Worten: wir haben es mit entgegengesetzten Kräften zu tun – positiven und negativen, die aus einer Quelle stammen und es ist unser Ziel, diese in uns auf die richtige Weise zu verbinden. Und indem wir sie in uns verbinden, erlangen wir die Form des Schöpfers.

Verwandtes Material:
Blog-post: Kain und Abel sind in jedem von uns!
Blog-post: Klipot und Reschimot (fortgeschritten)
Blog-post: Klipot (Schalen) – hilfreich und schädlich
Shamati Artikel 1: Es gibt nichts außer Ihm

Licht ist alles, was im Kli empfangen wird


Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet Licht im spirituellen Sinn? Was ist der Unterschied zwischen dem Licht in den unteren spirituellen Welten im Vergleich zu den Oberen, die dem Schöpfer näher sind?

Meine Antwort: Alles, was im Kli (der Seele) empfangen wird, nennt man Licht. Sieh dir diese Definition in Talmud Esser Sefirot an. Der Unterschied zwischen den Lichtern besteht nicht in und an den Lichtern selbst, sondern in den Gefäßen, den Kelim, den Verlangen, welche sie füllen – dem Ausmaß des Schenkens, der Kraft der Korrektur.

Genauso ist das Licht in unserer Welt einfach und weiß, aber es besteht aus den sieben Lichtern oder Farben, weil es potentiell durch die sieben Arten des Kli enthüllt werden kann. Jedoch existiert es nicht aus sich selbst heraus. Es gibt kein Licht außerhalb des Kli; es gibt keinen Schöpfer außerhalb der Schöpfung.

Wir studieren lediglich Materie und ihre Form. Wir sind nicht fähig, die abstrakte Form und das Wesen zu studieren, weil wir diese nicht auf bewährte Weise erreichen können. Im Weltraum gibt es kein Licht sondern nur Dunkelheit, denn es gibt kein Objekt, das es stoppen oder reflektieren könnte – es gibt dort kein Kli.

Wenn Licht durch Glas hindurch tritt, absorbiert das Glas eine Komponente des Lichtes und es wird folglich als absorbiertes Licht wahrgenommen. Absorbiert das Glas rote Wellen, wird das Licht als rot wahrgenommen. Demnach sehen wir nicht das Licht an sich, sondern nur seine Ausdrucksform in der Seele. Genauer gesagt: die Reaktion der Seele oder des Verlangens auf etwas außerhalb in den spirituellen Welten wird Licht genannt. Mit anderen Worten, das Licht ist die Eigenschaft des Schenkens, welche die Seele erlangt hat und die es nun wahrnimmt. Wir sehen also nicht das Licht, sondern die Eigenschaften des Kli oder der Seele, die durch etwas, das Licht genannt wird, wiedergegeben wird.

Verwandtes Material:
Blog-post: Was ist das Höhere Licht?
Blog-post: Die Physik des Höheren Lichtes
Blog-post: Es werde Licht!
Kabbala Heute Artikel: Licht – Die kabbalistische Bedeutung

Wie wir im Dunkeln herumtasten, um die spirituelle Wahrnehmung zu erreichen


Gestern ging ich in eine Ausstellung mit dem Titel „Ein Gespräch im Dunkeln“. Wir betraten eine völlig abgekapselte Halle, in der es ganz dunkel war. Unser Führer erklärte, dass man die Welt im Dunkeln anders wahrnimmt – nicht mit unseren Augen, die uns normalerweise 80% unserer Information liefern, sondern durch den Gebrauch anderer Sinne. Und diese kompensieren irgendwie den Verlust unserer Sicht.

Genauso müssen wir uns bei der Entwicklung der spirituellen Sinnesempfindung klarwerden, dass wir im Dunkeln sitzen. Wir müssen nämlich fühlen, dass wir unser Leben in dieser Welt nicht durch den Gebrauch unserer 5 Sinne wettmachen können, auch wenn wir alle unsere 5 Sinne haben, sind wir immer noch im Dunkeln. Dieses Gefühl müssen wir erlangen, um unser spirituelles Gefühl zu entwickeln. Und das ist genau das, was der Menschheit heute passiert – sie merkt so langsam, dass sie in der Dunkelheit sitzt.

Unser Sehvermögen ist eine innere Vision. Wir nehmen alles innerhalb von uns wahr. Es ist möglich, das gleiche Bild durch die Übertragung von elektrischen Signalen zum Gehirn zu schaffen. Wichtig ist, dass man das innere Bild wahrnimmt, welches sich auf der Kehrseite des Gehirns befindet. Worin liegt daher der Unterschied, ob ich Augen habe oder nicht? Das Wichtige daran ist, dass das Bild in meinem Bewusstsein geschaffen wurde und das gleiche kann ich mit anderen Sinnen und zusätzlichen Eigenschaften bekommen.

Darum fragte ich meinen Führer – der nicht blind geboren wurde (wenn man blind ist, kann man keine Bilder der Welt miteinander vergleichen), ob er wohl fähig war, seine restlichen Sinne so zu entwickeln, dass sie ihm ohne Sehvermögen das Gefühl geben könnten, auf der Straße zu sein, das Gefühl zu haben, vor einer Ampel zu stehen, zu wissen, dass es dort Menschen und Autos und Passagen gibt und um ihn herum etwas geschieht…

Immerhin sind doch alle unsere Sinne miteinander verbunden und alles hängt von ihrer Entwicklung und Übung ab. Grundsätzlich sind wir in der Lage, das gleiche Bild, welches wir mit unseren Augen sehen, auch ohne diese zu sehen. Das Bild mag anders aussehen, doch wir würden uns problemlos orientieren können.

Wir müssen auch merken, dass unsere irdischen Sinne nicht wirklich auf dem Gebiet funktionieren, wo wir gerade existieren. Darum können wir nicht mit den Problemen, Schlägen und Frustrationen fertigwerden, die wir erleben, da die Information, die wir durch den Gebrauch unserer 5 Sinne, unseres Verstandes und unserer Wünsche, empfangen, nicht ausreicht.
Das bedeutet, wir tappen im Dunkel. Wenn wir ein Gerät hätten, mit dem wir herausfinden könnten, wer Schlechtes über uns denkt, dann würden wir wissen, wer unsere Feinde sind. Doch besitzen wir weder solch ein Gerät noch solch eine Sinnempfindung und wir meinen plötzlich, dass wir mit dieser Welt nicht mehr fertig werden – und das wird Dunkelheit genannt.

Was sollen wir nun tun? Wir brauchen nur die Sinnesempfindung entdecken, die uns die Verbindung mit der Quelle eröffnet. Dann werden wir sehen, wozu diese Schläge alle da sind, den Grund, warum sie uns gegeben wurden. Und dann werden wir das Licht und die Dunkelheit laut Kabbala definieren. Und wir haben es fast schon geschafft, weil die globale Krise bereits vor der Türschwelle steht und uns ein Gefühl der Dunkelheit gibt.

Verwandtes Material:
Shamati 16: Tag des Schöpfers und Nacht des Schöpfers

Es gibt keinen Zwang in der Spiritualität


Eine Frage, die ich erhielt: Kann jemand, der alles was ihm zur Verfügung stand, für die Verbreitung, die innere Arbeit, die Gruppe und die Liebe für die Freunde aufbrachte, jemand, der an Kongressen teilnahm und mit all seiner Kraft und seinem Wunsch dafür arbeitete, mit einmal diesen Weg verlassen und sich einem anderen Rav zuwenden? Wie kann jemand so leidenschaftlich dafür sein und sich für das Ziel aufopfern und gleichzeitig nach einem anderen Lehrer suchen?

Meine Antwort: Alles ist möglich. Ich habe schon alles erlebt. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg und andere sollten sich nicht einmischen, auch ich nicht. Wir sollten den Menschen helfen und ihnen alles geben, aber danach bleibt alles ihnen selbst überlassen. Die spirituelle Entwicklung des Menschen entspricht seiner eigenen Wahl; es gibt keinen Zwang, wenn es dazu kommt, dass jemand seinen spirituellen Weg betritt. Dies ist die einzige Herangehensweise, die sich als echt erweist und jeden anziehen wird, und nur diese Einstellung dem anderen gegenüber wird wahre Sorge und Liebe ausstrahlen und entspricht dem Naturgesetz.

Das Schöpfungsziel für jeden Menschen ist, aufgrund seiner freien Wahl eine vollkommene Gleichheit mit dem Schöpfer zu erlangen. Darum können wir diese Methode lediglich an die Oberfläche bringen, den Menschen die Gruppe und unsere Kraft anbieten, doch letztendlich liegt es am Menschen, welche Wahl er trifft! Wenn Sie Menschen fragen, die in der Gruppe waren und bereits seit 15 – 20 Jahren mit mir studieren, werden sie Ihnen sagen, dass ich niemals Fragen stelle, sogar wenn jemand die Gruppe verlässt oder plötzlich verschwindet. Die Seele des Menschen sollte ihm sagen, wie sie zu korrigieren ist.

Verwandtes Material:
Blog-post: Unsere Seele wird es uns lehren
Blog-post: Jeder geht seinen eigenen Weg
Unterricht zum Artikel „Körper und Seele“ (Baal HaSulam)
Rabash-Artikel: Wann hört man auf wiedergeboren zu werden?

Himmel und Hölle in der Kabbala


Fragen, die ich über das Leben in den Höheren Welten erhielt

Frage: Was bedeutet „Himmel“ aus der Sicht der Kabbala?

Meine Antwort: Himmel ist das Licht von Chochma. Der „Garten“ ist Malchut. Malchut gefüllt mit dem Licht von Chochma wird Garten Eden genannt. In diesem Zustand ist Malchut für die Seelen die Malchut der Welt Atzilut.

Mit anderen Worten, der Garten Eden bezieht sich auf einen Ort (oder ein Zustand), wo die Seelen mit dem Licht von Chochma gefüllt sind. Einfach ausgedrückt: der Garten Eden ist Malchut der Welt Atzilut. Der Höhere Garten Eden ist Bina der Welt Beria und der Niedere Garten Eden ist Yesod de Malchut von der Welt Assiya. Natürlich bezieht sich das nicht auf die üblichen Vorstellungen der Leute über den Himmel und seine Bewohner. In der Spiritualität gibt es keinen Raum, kein Abbild, Geräusche etc., sondern nur Kräfte ohne Materie. Die Seele ist ein Verlangen. In dem Maße, in dem sie dem Schöpfer gleicht, der Eigenschaft von Geben und Liebe, wird sie mit der Empfindung des Schöpfers erfüllt, der Empfindung dieser Eigenschaft innerhalb sich selbst. Diese Empfindung wird „Himmel“ genannt und es gibt keinen Himmel außer diesem.

Frage: Gebraucht eine Person das System von ABYA de Kedusha schon vor dem Machsom?

Meine Antwort: Dieses System beginnt erst über dem Machsom. Schauen Sie sich das „Vorwort zum Buch Sohar“ an, wo von der Erreichung der Malchut de Assiya gesprochen wird.

Frage: Wie hat sich der Parssa nach dem Zerbrechen der Gefäße (Shwirat ha Kelim) in der Welt von Nekudim wieder verstärkt, um zu vermeiden, noch einmal zu zerbrechen?

Meine Antwort: Um das Licht zu empfangen ist es nötig, von BYA zu Atzilut aufzusteigen – dies ist eine der Verstärkungen des Parssas.

Frage: Warum ist Ejn Sof (Unendlichkeit) umgeben von Igulim (Kreise)?

Meine Antwort: Weil jeder gleich ist und es keine Begrenzungen gibt.

Frage: Gibt es in der Kabbala Dinge wie den Teufel oder andere böse Kräfte oder sind dies nur Metaphern für den Egoismus?

Meine Antwort: Das Einzige, das geschaffen wurde, ist das Verlangen. Es ist verschiedenartig, bestimmte Arten haben verschiedene Namen. Meine Wahrnehmungen von mir selbst und von meiner Umgebung sind ebenfalls Verlangen oder Kräfte, aber wir empfangen sie als Überträger auf einem Fernsehschirm, als Bilder. In Wirklichkeit sind die einzigen Dinge, die existieren, die Kraft des Empfangs (Schöpfung) und die Kraft des Gebens (der Schöpfer). Sie stellen das gesamte Bild dar, das wir sehen. Wenn wir diese Kräfte erlangen, sind wir sofort von der Illusion des sichtbaren Bildes der Welt frei und daher beschreibt Kabbala unsere Welt als unwirklich und geträumt.

Verwandtes Material:
Kabbala Heute Artikel: Die Spirituelle Traumwelt leben
Michael Laitman: Aufbau der Welten, Lektion 1
Michael Laitman: Aufbau der Welten, Lektion 2
Michael Laitman: Aufbau der Welten, Lektion 3

So verwenden Sie kabbalistische Quellentexte richtig!


Zwei Fragen, die ich über kabbalistische Texte erhielt

Frage: Ich stelle fest, dass sich die Kabbala darauf konzentriert, das Leben zu verändern. Doch kann ich keine Anweisungen finden, wie ich am besten alle grundlegenden Texte von Humasch, Mischnah, Talmud, Halachot und anderen einordnen kann. Wie soll man sie verwenden? Brauchen wir sie überhaupt? Und wie rücken wir diese ins rechte Licht ?

Meine Antwort: Sobald Sie Kabbala lernen, werden Sie auch andere Quellen lesen und beginnen zu verstehen, dass sie alle über Spiritualität oder den Schöpfer sprechen. Das heisst, sie sind ebenfalls Kabbala, nur sind sie in einem anderen Stil geschrieben! Ich habe gerade eine gekürzte Übersetzung des wöchentlichen Tora-Abschnittes gepostet. Warum? Weil der größte Kabbalist aller Zeiten, Moses, in diesem Buch den Aufstieg der Seele des Menschen auf den 125 Stufen der Leiter der Gleichartigkeit mit dem Schöpfer beschreibt. Wir müssen nun diesen Aufstieg verwirklichen – wir alle zusammen und jeder einzelne von uns individuell – , uns auf jedem Level immer mehr vereinigen, damit wir am Ende des Aufstieges letztendlich die einzige Seele von Adam werden. Keine andere Quelle erklärt diesen Weg so präzise und in so vielen Einzelheiten!

Der Sohar ist ein Kommentar der Tora. Unser nächster Schritt ist, schrittweise damit zu beginnen, das Buch Sohar in diesem Blog zu studieren und dann werden wir anfangen zu verstehen, was uns wirklich in der Tora überliefert wurde. Dann, nach der Tora (Humasch), werden wir auch in der Lage sein, Mischnah, Talmud und Halachot auf diese Weise zu lernen. Jedes dieser Bücher spricht nur von der Korrektur des Menschen, seiner Seele oder dem egoistischen Verlangen – Yetzer Ra – das vom Schöpfer erschaffen wurde. Und danach wurde uns die Tora (Tavlin) gegeben, ausschließlich für dessen Korrektur. Diejenigen, die in ihrem Innern den Egoismus nicht spüren, studieren nicht Tora. Sie lesen einen „leeren“ Text anstelle dessen, was Moses ihnen gab. Sie werden nur in der Lage sein, alle diese Bücher korrekt zu „verinnerlichen“, nachdem Sie sich selbst genau darauf abgestimmt haben, wie heilige Bücher zu verwenden sind (Heiligkeit ist etwas, das Ihnen die Eigenschaft von Heiligkeit gibt – Liebe und Geben).

Frage: Als ich Kabbala an der Hochschule studierte, wurde das Buch Sefer HaBahir mehrere Male genannt, doch Sie erwähnen das Buch nicht auf Ihrer Homepage oder während Ihres Unterrichtes. Hat dieses Buch jemals existiert?

Mein Antwort: Ja, das Buch Sefer HaBahir existiert. Wir lernen jedoch hauptsächlich aus den Werken von Baal HaSulam, der der letzte Kabbalist war und sich daher am besten für die Korrektur unserer Seelen eignet. Außer seinen Werken studieren wir auch die Texte von Rabash, Ramchal und Tanach.

 

So einigen Sie sich mit ihrem Partner!


Frage: Was muss ich tun, damit ich nicht mehr nur solche Dinge wahrnehme, die mich von anderen Menschen trennen? Es fällt mir schwer, die guten Taten zu sehen, die die Menschen vollbringen. Ich versteife mich auf ihre schlechten Handlungen, obwohl ich merke, dass mich dies in der Gruppe von meinen Freunden trennt. Ich muss sagen, dass dies hauptsächlich in Beziehung mit Männern so ist, einschließlich meines Mannes. Obwohl es mir mit Frauen ebenso geht, wobei es mir hier jedoch gelingt, es ins Gleichgewicht zu bringen. Was soll ich tun?

Frage: In einem Ihrer Gespräche über Beziehungen sagten Sie, wenn sich ein Paar über etwas streitet, wäre es das Beste, stumm zu bleiben und nicht zu streiten und dieses Schweigen würde zu einem neuen gegenseitigen Verstehen und einer neuen Basis in Ihrer Beziehung führen. Man würde sogar ein Beispiel setzen für seinen Partner. Würden Sie bitte etwas mehr darüber berichten? Das ist wirklich ein wunder Punkt in meiner Beziehung und ich glaube, dass es vielen Ehepaaren so geht.

Meine Antwort: Wenn Sie bei einem Streit schweigen, Kompromisse finden, dann zwingen Sie Ihren Partner dazu, das Gleiche zu tun. Das Schließen von Kompromissen führt zur Vereinigung und zum Verständnis, einem Verstehen davon, dass wir uns über unseren Egoismus hinaus vereinen müssen. Auf diese Weise entwickeln wir Respekt für den anderen, sogar für seine Schwächen und verstehen seine Natur, was wiederum zur Liebe führt, ungeachtet der unkorrigierten Eigenschaften des Partners. Wie es im Psalm von König David heisst: „Liebe bedeckt alle Sünden“. D.h. die Sünden bleiben bestehen, aber Ihr Beiden lernt, Euch über sie hinwegzuheben und euch dort zu vereinigen.

Verwandtes Material:
Unterschied der Geschlechter – Teil 1
Unterschied der Geschlechter – Teil 2
Paarbeziehung
Relationships – The Purpose of Creation
Relationships – Man and Woman
Relationships – A Woman’s Nature
Relationships – Family
Relationships – Upbringing
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