Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Israel'

Nicht der Ort weiht den Menschen, sondern der Mensch den Ort

Frage: Was bedeutet „das erwählte Volk“? Wofür ist es erwählt? Um zu leiden?

Meine Antwort: Es ist für eine besondere Arbeit in der Welt auserwählt, und dieses “Auserwähltsein” zeigte sich im Laufe der ganzen Geschichte. Ja, seine Mission ist schwer und wird auf unterschiedliche Art verwirklicht.

Zuerst gab das jüdische Volk der Welt die „Tora“, die Verbindung mit dem Schöpfer. Verschiedene Teile der allgemeinen Malchut (Völker der Welt) übernahmen diese Verbindung in veränderten Formen. Sie haben die ursprüngliche Idee verloren und wandelten sie für den eigenen Gewinn um.

So sind die Religionen entstanden: das Christentum, der Islam und das Judentum, und zwar in der Form, welche sie nach der Zerstörung des Tempels aufweist. Von hier stammen allerlei Glaubensrichtungen und Methoden, die sich schon vor Abraham gebildet haben.

Insgesamt wird die Idee der Göttlichkeit in jedem der siebzig zerbrochenen Hauptgefäße, sowie in deren „Geschöpfen“ auf eigene Art und Weise gedeutet. Wir stellen uns deshalb das lebenswichtige Paradigma, die Wechselbeziehungen mit der Welt und mit der Gottheit, unterschiedlich vor. Jeder nimmt das Leben auf seine eigene, persönliche Art wahr.

Betreffs des erwählten Volkes: obwohl seine Gefäße zerbrochen sind, besitzen sie dank der vorausgegangenen Vorbereitung die Fähigkeit zu den Handlungen, die auf die Korrektur gerichtet sind. Denn das umgebende Licht (оr makif) stößt die Menschheit vorwärts und entwickelt die Gefäße dieses Volkes auf eine besondere Art und Weise. Hier geht es nicht um das Angenehme oder das Unangenehme eines solchen Weges, sondern nur um seine Besonderheit. Und obwohl sich diese durch schmerzhafte Leiden zeigen kann, kann man damit nichts anfangen.

Was passierte nicht alles in der Geschichte dieses Volkes, wo war es nicht überall gewesen, was hat man diesem Volk nicht alles angetan. Es ist zum „Ziel“, zur letzten Etappe der Selbstrealisierung gekommen. Diese Etappe kann noch Jahrzehnte andauern und von Prozessen begleitet werden, über die ich nicht sprechen möchte… Aber gerade dies ist die Situation und „das Ziel“ nähert sich.

Das sind die Folgen der vorausgegangenen Vorbereitung dieser Gefäße: in ihnen gibt es die Funken des Zerbrechens, und deshalb reagieren sie anders auf das Licht, das zur Quelle zurückführt. Das Licht strömt gleichermaßen in alle Teile, jedoch wacht jedes Volk gemessen an seiner eigener Besonderheit auf, jedes Volk bewegt sich auf seinem Weg. Das Licht kommt bei allen an, aber das Tempo und der Charakter der Veränderungen unterscheiden sich voneinander.

Wenn du das umgebende Licht sehen würdest, das zur rechten Zeit kommt und die ganze Menschheit voranstößt, und wenn du das innere Wesen jedes Volkes kennen würdest, dann wäre es nicht nötig, die Nachrichten zu gucken. Du würdest genau wissen, was mit jedem Volk, mit jedem Menschen geschehen wird…

Frage: Und dennoch, was ist das für ein erwähltes Volk? Wer gehört dazu?

Meine Antwort: Es handelt sich um die Gruppe der Gefäße-Verlangen einer bestimmten „Tiefe“ (Awiut). Sie sind in der Gruppe verbunden, um untereinander die allgemeine, gemeinsame Arbeit durchzuführen, und sich auf diese Weise vorwärts zu bewegen. In diesem Volk gibt es den Funken, der vom egoistischen Verlangen abgetrennt ist – den Funken, den man in Zukunft in die Kraft des Gebens, die im allgemeinen Verlangen des Menschen wächst, umwandeln kann.

Frage: Betrifft das diejenigen, die in Israel leben?

Meine Antwort: Die geographische Lage ist unwichtig. Jedoch gibt es im Land Israel für dieses Volk eine besondere Umgebung und entsprechende inneren Bedingungen, die sich von den anderen Teilen des Volkes, die in der Welt zerstreut sind, unterscheiden.

Es existiert eine Ordnung der Entwicklung verschiedener Teile der Menschheit: unsere weltweite Gruppe, dann das Volk Israel, das im Land Israel lebt, dann das Volk Israel, das außerhalb Israels lebt, und schließlich alle Völker der Welt – wiederum entsprechend ihrer Nähe zur Korrektur.

Einst stellte das Volk Israel die korrigierten Gefäße dar, die sich hinter dem Machsom, hinter dem Parssa befanden. Und später geschah das Zerbrechen und sie tauchten in die egoistische Absicht ein, um mit АCHaP vermischt zu werden und am Ende eine noch höhere, allgemeine Stufe der Korrektur der Welt zu erreichen.

Bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels gehörten diese Gefäße zu Galgalta we-Ejnaim. Sie mussten abfallen und in die Gefäße der Völker der Welt eindringen, obwohl ihnen der Schöpfer ursprünglich die Tora  geben wollte. Und das Volk Israel stellt die Vorbereitungsetappe, das Verbindungsglied dar. Dieses Volk sollte durch alle Schicksalschläge gehen, um die Korrektur der Welt jetzt endlich zu gewährleisten. Wir versuchen eben dies zu tun – zur Avantgarde, zu Bahnbrechern auf dem Weg zu werden. Und deshalb hatte das jüdische Volk die Möglichkeit nach Israel zurückzukehren – damit es von hier aus entsprechend den Wurzeln die Korrektur beginnen konnte.

Frage: Gibt es irgendeine Heiligkeit des Landes Israel im geographischen Sinne?

Meine Antwort: Nein. Aber die Verbindung mit ihm, sogar auf dem unbelebten Niveau, beinhaltet die altruistische Absicht.

Der Mensch (Adam) weiht die Erde, der Mensch (Adam) weiht die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur. Aber wir gehören nicht zur Kategorie „Adam“, wir stellen „die tierische“ Kategorie dar, wobei sogar diese zerbrochen ist. Und deshalb ist „das Land Israel“, d.h. das empfangende Verlangen des unbelebten Niveaus, nicht heilig. Denn ich binde es nicht an mich an, weihe es nicht. Ich lebe im Land Israel einfach so, weil es für mich bequem ist. Wenn man mich hier „erdrücken“ wird, dann werde ich zu einem anderen Ort davonlaufen, so wie es  schon vor zwei Tausend Jahren passierte.

Während des Kongresses in New Jersey traf ich mich mit vielen Israelis, und niemand von ihnen will zurückkehren, außer einigen Alleinstehenden, die mit uns verbunden sind. Die Umfragen zeigen, dass sich – im Gegenteil –  die  Juden in den USA von Israel entfremden und nicht wünschen, damit in Verbindung gebracht zu werden. Sie bevorzugen es, nur amerikanische Juden zu sein, gleich den Vertretern anderer Völker. Und obwohl sie sich ärgern, wenn ich darüber im Blog schreibe, ist das die Statistik der Umfragen, auf die sie selbst antworten. Und dasselbe sehe ich in den Gesprächen und den Vorlesungen, die in Amerika durchgeführt werden.

Natürlich beschuldige ich sie nicht. Es ist ganz natürlich: wenn man in einem Land lebt, wird man darin egoistisch gefestigt und will, dass  dort alles gut ist. Und über das Land des Auszugs erinnerst du dich einmal in einigen Jahre. Die Mehrheit der amerikanischen Juden, mit denen ich mich traf, waren niemals in Israel. Was sollen sie tatsächlich dort tun?

Frage: Soll man also in Israel leben, um die Korrektur zu vollenden?

Meine Antwort: Baal HaSulam schreibt, dass der Mensch, der sich zur Spiritualität ausrichtet, auch zum Land Israel strebt . Immerhin gibt es etwas Anziehendes hier. Diese Anziehungskraft kann man nicht mit Worten erklären, sie wird von jenem Funken hervorgerufen, der in uns gelegt ist. Und deshalb kommen Menschen hierher, die nicht jüdischer Herkunft sind, um die Kabbala zu studieren und  Sie fühlen, dass es hier die Quelle, eine andere, besondere Stelle gibt, in der du dich ganz anders, sonderbar fühlst. Das hat  nichts mit der Dynamik im äußerlichen Leben zu tun, sondern es hat eben tiefere Gründe…

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash, 14.05.2013

Die Rollen, die uns befallen

Frage: Die Kabbalisten schreiben über die Kategorie „Israel“, in der alle unzertrennlich miteinander verbunden und vollständig voneinander abhängig sind. . Was ist das für eine Kategorie? Wer gehört dazu?

Meine Antwort: Ich werde dir ein Geheimnis verraten:  ich war gestern tagsüber kein „Israel“. Gegen Abend hat sich mein Zustand ein wenig verändert: ich kam bis nach „Jerusalem“, stieg später „ins Tal“ hinunter, traf dann „die Löwen“, stieg folglich zum „Himmel“ hinauf und flog weg…

Und heute früh, als ich aufgewacht bin, verhielt ich mich weder wie „Israel“, noch wie „die Völker der Welt“ – ich war ein „Tier“ …

Als „Israel“ (ישראל) wird das empfangende Verlangen bezeichnet, das sich „direkt zum Schöpfer“ richtet (Jaschar-El – ישר – אל).

Wenn du nach irgendwelchen Eiweißsubstanzen fragst, dann weiß ich nicht, nach welcher Kategorie sie sich verhalten. Zuerst muss man ihre Verlangen und die Absicht prüfen, dann wird dir später klar sein, ob sie „Israel“ sind und wenn ja, auf welchem Niveau sie sich befinden. Sagen wir, vor dir würde ein gebürtiger Grieche und ein gebürtiger Jude sitzen, wenn du aber in sie hineinschaust, könnte der Grieche „Israel“ und der Jude „Sünder“ auf „der tierischen“ Stufe sein.

Alles wird definiert durch das Verlangen und die Stärke der Absicht. Selbstverständlich korrigiert sich „Israel“ zuerst. Wenn es in mir den Teil „Israel“ und den Teil „Völker der Welt“ gibt, so werde ich zuerst die reineren Gefäße/Verlangen korrigieren.

Diese Ordnung wird auch auf unsere Welt projiziert: hier gehören wir zu „Israel“ und sind deshalb verpflichtet, ob wir wollen oder nicht, uns jetzt bereits zu korrigieren.

Jedoch werden die Juden auch im spirituellen Sinn in diese zwei Teile aufgeteilt: „Israel“ und „Völker der Welt“. Wieviele Vertreter von „Israel“ wird man unter dem jüdischen Volk antreffen? Möglicherweise nur eintausend aus 12-14 Millionen…

Frage: Wer soll dann die Pflicht auf sich nehmen, zum “Volk Israel“ wie “ein Mensch mit einem Herzen“ zu werden?

Meine Antwort: Derjenige, der sich als Teil dieses Volkes fühlt. Das sind schon die inneren Details der Wahrnehmung, die man weder mit Worten noch nach dem Pass beurteilen kann.

Frage: Und Sie waren gestern nicht unter diesem Volk?

Meine Antwort: Nein. Gestern Abend war ich unter „den Völkern der Welt“, und heute früh bin ich als „Tier“ aufgewacht. Ich hoffe, dass ich im Laufe des Tages „ein guter Junge“ sein werde und bis zur Stufe „des großen Hohepriesters“ wachsen werde.

Ich werde natürlich mehrmals fallen, fast bis zum Zustand von Aman und anderen Bösewichten hinuntersteigen. Sie werden sich in mich „einkleiden“, und ich werde mich wie sie fühlen, ich werde mich in diese Personen, die in der Tora beschrieben sind, wahrhaftig einleben.

Die Tora umreißt die inneren Konturen, beschreibt die inneren Rollen, die wir auf dem Weg zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer wiedergewinnen sollen. Ich kann Ihm nicht hundertprozentig verglichen werden, bevor ich in die Rolle von Aman, Hitler oder dem Pharao nicht hineinschlüpfe. Ich muss mich sowohl von diesen, als auch von anderen reinen Seelen des Gebens, die ihnen entgegenstehen, beeinflussen lassen. Erst dann werde ich tatsächlich korrigiert.

Somit geht es nicht nur darum, um einfach als „Tier“ aufzuwachen. Wenn sich alles eben darauf beschränken würde, dann wäre ich sofort „aus dem Spiel“. Man darf den spirituellen Weg überhaupt nicht mit dem Körper verbinden, damit was du jetzt mit deinem materiellen Blick siehst. Das ist der grausame Fehler. Richte niemals nach äußerlichen „Bildern“ und den Empfindungen des Körpers – richte nur gemäß den Verlangen und Absichten.

In der ganzen Realität gibt es nur das empfangende Verlangen, das gebende Verlangen und die Absicht, die das egoistische Verlangen so korrigiert, dass es gebend wird.

Das ist alles. Außer dem gibt es nichts weiter – nur drei Parameter: das Licht, das Gefäß und der Schirm zwischen ihnen.

Frage: Was ist mit den sechshunderttausend Bürgen, über die Baal HaSulam im Artikel „Bürgschaft“ schreibt? Sollen sie aufwachen und auf dem Weg zur Korrektur vereinigt werden?

Meine Antwort: Ich werde dir wiederum ein Geheimnis verraten: kaum dass du in solche Zustände gelangen wirst, in denen du sechshunderttausend Bürgen brauchen wirst, wirst du sie sofort finden. Sie werden plötzlich vor dir stehen, als ob sie immer da gewesen wären …

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“, 07.05.2013

Mission Impossible?

Baal HaSulam, „Die Bürgschaft“: Jeder Angehörige des Volkes Israel sollte sich darin verpflichten, sich um alle zu sorgen, und zwar mindestens genauso sehr wie er sich gemäß seiner Natur um seine eigenen Bedürfnisse sorgt.  

Diese Einstellung erscheint irgendwie unrealistisch. Wie kann man dies verwirklichen? Denn wenn diese Bedingung bereits im Geschöpf hinterlegt wurde, ob wir wollen oder nicht, müssen wir sie erfüllen. Eigentlich machen wir viele Sachen gegen unseren Willen, manchmal glauben wir sogar, dass wir etwas wirklich wollen.

Aber jeder vernünftige Mensch kann erkennen, was von der Natur ausgeht, wie sie in uns verschiedene Reize, Gedanken und Verlangen weckt, ohne uns nach unserer Meinung zu fragen. Wir entscheiden darüber nicht im Voraus, sondern entdecken diese in uns erst im Nachhinein.

Heute sehen wir bereits, dass uns das System im Endeffekt dazu verpflichtet, ihm gleich zu werden. Was tun? Auf diese sich annähernde Perspektive mit Schrecken reagieren? Zittern wie vor einem Vulkanausbruch, vor dem man nicht wegrennen kann?

Oder können wir trotzdem irgendetwas tun? Wie dem auch sei, die Kabbalisten behaupten, dass die Bürgschaft für uns notwendig ist. Und wenn wir die moderne Welt betrachten, sehen wir auch, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach auch keinen anderen Ausweg mehr geben wird.

Wenn wir uns dagegen wehren, erwecken wir nur den ganzen Egoismus in uns und im Endeffekt vernichten wir damit am Ende die Erde. Denn tatsächlich denkt keiner, dass er in der Lage ist, sich wirklich zu verbinden. In unseren Augen ist es einfach nicht zu realisieren bzw. in die Tat umzusetzen, es ist einfacher zu sterben, jedoch ist auch eine solche „Erlösung“ nicht einfach zu erlangen…

Also wenn uns diese Bedingung gestellt wird, müssen wir lernen, wie wir sie schleunigst umsetzen. Es ist schon klar, dass dieser Weg die Rettung von den Leiden darstellt, welche noch schlimmer sind als der Tod, da sie durch die meist gehasste Sache der Welt  hervorgerufen wurden – irgendetwas, das wir einfach nicht akzeptieren können. Deswegen müssen wir alle Prinzipien erforschen, die uns irreal erscheinen:

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, die Bürgschaft, Bruderliebe. Verschmelzung in einem Herzen. Hier versteckt sich auch die Lösung – nicht nur Mittel und Wege, um den Leiden zu entgehen, sondern eine unerwartete Gelegenheit: Wir haben es nicht vermutet, aber unterdessen, dank der Liebe zum Nächsten, wird uns die ewige Welt enthüllt.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel “Die Bürgschaft“, 22.04.2013

Israel in den Schriften und im Geist

Baal HaSulam, „Die Nation“: Es ist eine Schande zuzugeben, dass wir einen der wertvollsten Verdienste während des Exils verloren haben. Das Wichtigste dabei war der Verlust des  Bewusstseins für die Staatsangehörigkeit, das natürliche Gefühl, welches verbindet und jeden von uns und jede Nation stützt. Die Fäden der Liebe, welche die Nation verbinden, die so natürlich und urtümlich in allen Nationen sind, haben sich degeneriert und  von unseren Herzen losgelöst, sie sind weg.

Einmal mehr besteht die einzige Hoffnung darin, die natürliche, nationale Liebe, die sich in uns verdunkelt hat, zu entdecken und zu entzünden. Diese Arbeit geht allem anderen voraus.

Als erstes sollten wir nicht vergessen, dass wir tatsächlich nicht eine Nation wie alle anderen Nationen sind. Die Erschaffung der Welt,  die „70 Nationen der Welt“ (die zehn Sefirot mal sieben), stammen von Seir Anpin in der Welt von Azilut. Es gibt verschiedene Formen von Malchut, jede Nation hat typische Eigenschaften, die eine bestimmte Eigenschaft  des Schöpfers zeigt. Letztendlich vereinen sich alle Nationen in dem Bild von Seir Anpin, dem Schöpfer.

Also, wo ist in diesem Bild der Ort von Israel? Israel ist die Absicht, die Sehnsucht danach, das aktivierende Element und nicht mehr als das. „Israel“ bedeutet, „direkt zum Schöpfer“ (Yashar-El), und es muss alle Nationen der Welt in diese Form  bringen. Diejenigen, die einen Punkt im Herzen haben, einen „Funken“ des zerbrochenen Massach (Schirm), führen diese Mission aus.

Wir waren einmal eine einzigartige Nation, die sich von allen anderen Nationen unterschied, die auf besonderen Beziehungen, welche auf dem Prinzip „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, oder zumindest „füge keinem anderen das zu, was dir selbst verhasst ist“, beruhte. Dieses System wurde bereits von Abrahams Gruppe gegründet und wurde bis zur Zerstörung des Tempels auf verschiedenen Stufen beibehalten. Während dieser ganzen Zeit lebten wir jenseits des Machsom (Schirm), im Geben.

Im Großen und Ganzen ist die Bedingung für die Existenz des Volkes Israel, die uns das Überqueren des Machsom und das Erreichen des spirituellen Lebens ermöglicht, eine gute gemeinsame Verbindung. Wenn diese Verbindung verloren geht, werden wir nicht mehr „Israel“ im spirituellen Sinn genannt und sind nicht mehr im „Land Israel“, das heißt im Verlangen direkt auf den Schöpfer gerichtet.

Heute leben wir unter den Nationen der Welt, die uns hassen und der Grund dafür ist klar. Wenn die Gefäße (Wünsche) von der Ebene von Azilut auf die Ebene der Hüllen fallen, auf die unreinen Welten BYA, befinden sie sich selbst unter dem „Druck der Evolution“, der sie zwingt ständig voranzuschreiten.

Allgemein gesprochen gibt es Lichter, Funken und Gefäße. Die Gefäße spüren, dass sie von den Funken abhängen, das heißt von den Menschen mit dem Punkt im Herzen, ohne die es unmöglich ist, das Licht zu empfangen. Folglich übernehmen sie all unsere Bräuche: unsere Religion, Sitten, Moral, Gesetze und so weiter. Auf der anderen Seite hassen sie uns, weil sie von uns nicht das erhalten, was sie brauchen. Das ist so, da sie unbewusst etwas anderes erwarten.

Dies wird so lange fortgesetzt, bis wir den Völkern der Welt  zeigen, dass wir unsere Rolle ernsthaft in die Praxis umsetzen wollen. So werden wir wieder das Volk Israel, das im Land Israel lebt und seine Rolle in Bezug auf die 70 Nationen der Welt erfüllt. Dies ist so,  da insbesondere sie die „Materie“ der Schöpfung sind, diejenigen, die die Gleichheit der Form mit dem Schöpfer erreichen müssen.

Wir sind nur ein Massach, eine Absicht, die Eigenschaft  von Bina, während der Hauptteil Malchut ist. Die richtige Kombination und Zusammenarbeit zwischen uns und den Völkern der Welt ist die Basis für unser Fortschreiten zum Schöpfungsziel. Das Volk Israel kann nicht für sich selbst existieren, ohne die Völker der Welt. Wir müssen die Gemeinsamkeit und Korrektur erreichen und das hängt nicht von der Welt ab, sondern davon, wie wir entsprechend den Zeiten und den aktuellen Bedingungen, die wir erfüllen müssen, handeln. [105160]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die israelische Nation“, 15.04.2013

Die Vorhut der allgemeinen Seele

Frage: Was müssen die Schüler tun, die im Ausland leben und aus verschiedenen Kulturen stammen, um sich als Teil des israelischen Volkes zu fühlen?

Meine Antwort: Ich werde versuchen zu erklären, worin der Unterschied zwischen den Juden nach ihrer Herkunft (Genen) und den Menschen ohne diese Gene, aber mit dem Streben zum Schöpfer, „JascharEl„, besteht.

Über den „Ger„, den Menschen, der in das Judentum übergetreten ist, wird gesagt, dass er dadurch “neu” geboren wird. Das heißt, er ist zu 100 % und sogar noch mehr Jude, weil er aus dem mehr fernen Verlangen stammt und infolge der Korrektur dem Schöpfer näher sein wird und Ihn mehr verinnerlicht. Rabbi Akiwa, von dem unsere ganze Tora stammt, kam aus der Familie der “Geren”. Es gab viele Kabbalisten, die aus den Völkern der Welt gekommen sind, und zwar in der Periode, in der sich das Volk Israel auf einem hohen spirituellen Niveau befand.

Darin gibt es keine Erniedrigungen, ganz im Gegenteil,  gerade unter den Völkern der Welt befindet sich das ganze Verlangen, das wir korrigieren müssen. Es wird gesagt, dass der Schöpfer zuerst die Tora den Völkern der Welt geben wollte, das heißt, ACHaP korrigieren wollte. Und Israel oder Galgalta we-Ejnaim ist nur das Übergangsglied in dieser Korrektur.

Deshalb sind die Menschen, die sich der allgemeinen Korrektur nähern und nach ihrer Herkunft keine Zugehörigkeit zum Volk Israel haben, jener Vorhutteil des ACHaP, jene „Pioniere“ aus der ganz allgemeinen Seele, welche die Korrektur braucht. Das heißt, diese Menschen sind ihr wichtigster Teil.

Und deshalb nähern sie sich uns an und sind die “Übergangsbrücke” zwischen uns und der ganzen Welt. Ich hoffe sehr, dass sie die Methode der integralen Bildung entwickeln und diese an die ganze Menschheit verbreiten. Denn in allen Ländern herrschen verschiedene Kulturen, verschiedene Mentalitäten, und nur auf diese Weise kann man der Welt helfen, sich zu korrigieren.

Solche Menschen erwartet eine viel größere Belohnung und ihre Arbeit ist wichtiger als die Arbeit derjenigen, die zum Volk Israel von Geburt an gehören, weil sie den wahren Übergang darstellen und die Verlangen АCHa”P einschließen, sich dabei aber auf die Stufe G“E erheben.

Dieses Bild ist noch nicht deutlich zu erkennen, aber im Endeffekt wird allen klar sein, wie reich und wichtig der Begriff  „Ger“ ist, wie viele Rollen, die im Laufe der Korrektur notwendig sind, in diesem Begriff verhüllt sind. “Ger” ist eine Mission, die Pflicht, zum Übergangselement zwischen G“E und АCHa“P zu werden und das Verlangen, sich für die Korrektur zu erheben, zu genießen.

Das Volk Israel stammt auch aus den Völkern Babylons. Die spirituellen Funken wurden im allgemeinen Verlangen allmählich, eine Schicht nach der anderen offenbart, angefangen mit Adam HaRishon. Und dann wurden diese Funken, die nach dem Zerbrechen blieben und die “Punkte im Herzen“ hießen, in Abraham und noch in Tausenden von Babyloniern, die er aus Babylon weggeführt hat und nach Kanaan brachte, offenbart.

Diese Menschen waren von vornherein ein Teil der ganzen Menschheit, und wurden dann in der Gruppe mit einem allgemeinen Verlangen und der Bereitschaft den Nächsten wie sich selbst zu lieben, vereinigt, um innerhalb dieser Vereinigung die höhere Kraft zu offenbaren. Genauso werden jetzt in dieser Gruppe diejenigen vereinigt, die dieser Versammlung schon damals angehörten, und die darin noch nicht waren, aber jetzt aufwachen.

Jeder von uns, sowohl derjenige, der sich zum materiellen Volk Israel verhält, als auch derjenige, der sich zum spirituellen Israel verhält, hat seine eigene Mission im allgemeinen System. Sie ist uns nur noch nicht bekannt. Aber gewöhnlich haben die Menschen aus den Völkern der Welt, die sich an das Volk Israel anschließen, eine sehr wichtige Mission, die in der Zukunft offenbart wird.

Denn gerade sie setzen den Prozess der Korrektur in Bewegung. G“E können sich selbst nicht bewegen, weil es in ihnen kein Verlangen, keine Triebkraft gibt. Deshalb wird gesagt, dass „die Völker der Welt die Söhne Israels auf den Schultern tragen und zum Aufbau des Tempels hinaufführen“.

Es ist unmöglich, zum Schöpfer, zum spirituellen Gefäß, das “der Tempel” heißt, ohne Bewegung seitens der Völkern der Welt zu kommen – weil nur diese Menschen diese Mission, diesen Prozess, das Ziel verstehen. Israel kann das selbständig niemals schaffen. Deshalb ist unsere Arbeit mit der ganzen weltweiten Gruppe, die Sorge um unsere Brüder, die allen Völkern, allen Gruppen in der Welt angehören, so wichtig. Die Wichtigkeit dieser Gruppen wird immer mehr und mehr offenbart werden.

 Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Nachfolge der Erde“, 15.04.2013

Der Sprung des Nachshon

Frage: Das israelische Volk fürchtete sich davor, ins Rote Meer (Yam Suf – Schilfmeer) zu springen, bis  Nachshon sich entschied, dies zu tun. Wahrscheinlich war es nicht einfach dies zu tun.

Meine Antwort: Das war  tatsächlich nicht einfach. Wir sehen, dass in allen Stufen der spirituellen Entwicklung Schwierigkeiten auftauchen. Es gibt immer wieder jene, die bereit waren umzukehren. Unser Ego ist so vielschichtig, dass es nicht so ohne weiteres möglich ist, es aufzugeben, es zu verlassen,  oder zumindest festzustellen, dass es schlecht ist.

Für den Menschen ist es schwer, sich vor anderen zu annullieren. Wenn ich nicht als erster handele, bedeutet das,  dass es mir lieber wäre, wenn  es jemand anderer tut. Wäre das ein Verlangen nach  Liebe und Einheit?  Es stimmt, dass in diesem Moment  diese Angelegenheit noch nicht verständlich war. Und wir sehen, dass danach  „das Goldene Kalb“ und viele andere Probleme auftauchen sollten..

Frage: Was symbolisiert „der Sprung des Nachschon“?

Meine Antwort: Im Menschen gibt es eine Besonderheit, die nach dem Motto “Glaube über dem Verstand” vorgeht: „Besser der Tod, als ein solches Leben“. Dann “springt” der Mensch ins Meer – egal, was dann mit mir passiert. Dabei handelt es sich nicht um unseren jetzigen Zustand. Die Handlung, die als „der Sprung des Nachshon“ bezeichnet  wird, erfordert  Vorbereitung.

Sie ist erforderlich, um die nächste Stufe zu erreichen – aber sind wir tatsächlich bereit, sie auszuführen? Vorerst sind wir von ihrer Realisation ziemlich entfernt, obwohl dieser Moment sich schnell nähert. Zweifellos befinden wir uns aber auf den Stufen der Erlösung. Die Idee von Frieden und Ganzheitlichkeit liegt in der Verbindung der Herzen; darin besteht unsere Rettung und das muss als Alternative zur gegenwärtigen Situation in Ägypten stattfinden.. Deshalb ist  all unsere Arbeit, Verbreitung, unser Lernen  in RichtungVerbindung und Einheit gerichtet. Wir können nur mittels Hilfe von Verbindung und guter gegenseitiger Beziehung gerettet werden.

 

Es lebe die Freiheit!

Frage: In der Regel wurde das israelische Volk gehasst und aus verschiedenen Ländern vertrieben. Was aber Ägypten betrifft, so wirkte das Land im Gegenteil auf das Volk Israels anziehend.

Meine Antwort: Man hat uns aus dem Land ins Land so lange vertrieben, bis in uns das Verlangen entstand, gegen die Selbstsucht zu kämpfen. Denn wir werden erst dann befreit, wenn wir daraus hinaufsteigen wollen, um vereinigt zu werden. Deshalb sammelten und ergänzten wir im Laufe der ganzen Periode der Vertreibung unsere Unglücke und Leiden.

Heute haben wir einen solchen Zustand erreicht, in welchem wir einfach verpflichtet sind, unsere Aufgabe zu realisieren, d.h., vereinigt zu werden. Das ist eben die Handlung, welche für den Aufstieg über die Selbstsucht notwendig ist. Dann werden wir die Freiheit, das Land Israels erreichen. Jetzt stellen wir uns diesen Zustand noch nicht vor – wenn du von Niemandem abhängst, dich vor Niemandem fürchtest, keinerlei Druck verspürst und die Freiheit im vollen Sinn dieses Wortes empfindest.

Auszug aus dem Programm „Die Kabbalisten schreiben. Der Ausgang aus Ägypten“, 04.03.2013

Die Söhne Israels haben infolge der Arbeit gestöhnt

Frage: Was bedeutet die Aussage: „…und die Söhne Israels haben infolge der Arbeit gestöhnt“?

Meine Antwort: Das bedeutet, wir erheben die Hände und schreien: „Hilf uns! Wir sind nicht fähig, dem Pharao zu entfliehen, d.h. von der Selbstsucht zum neuen Leben fortzulaufen“.

Warum können wir nicht? Wofür ist dieses Spiel organisiert? – Um die höhere Kraft zu offenbaren! Wenn wir eine Möglichkeit hätten, aus Ägypten selbst auszuziehen, dann hätten wir keine Probleme. Aber in diesem Fall werden wir die höhere Kraft, die Kraft des Gebens und der Liebe nicht real offenbaren. Sie soll uns ausfüllen, von uns enthüllt und empfunden werden. Beim Auszug aus Ägypten wird sie zuerst wie etwas Verlockendes offenbart – und zwar in Form einer Wolke oder der Feuersäule. Aber dann offenbaren wir sie tatsächlich.

Auszug aus dem Programm „Die Kabbalisten schreiben. Der Ausgang aus Ägypten“, 04.03.2013

Der feste Griff des Pharaos

Frage: Laufen wir heute von der Selbstsucht weg oder tauchen wir darin ein?

Meine Antwort: Sowohl das Eine, als auch das Andere. Der Pharao, unsere Selbstsucht, steigert sich ständig – so wie geschrieben steht: „Ich (der Schöpfer) habe sein Herz erbittert“. Einerseits, sagt der Schöpfer zu Moses: „Lass uns zum Pharao gehen“. Andererseits, wird der Pharao mit jedem Schlag stärker. Je mehr der Mensch im Geben gefestigt wird, indem er die Vereinigung und ein weniger egoistisches Leben anstrebt, desto stärker wird seine Selbstsucht, die ihn festhält und ihm nicht gestattet, davon wegzulaufen. Das dauert so lange, bis dieser Kampf seinen Gipfel – „die zehnte Todesstrafe“ erreicht hat.

Diesen Prozess, der als „Auszug aus Ägypten“ bezeichnet wird, sollen wir heute durchleben. Dafür wurde uns die Tora gegeben, die darüber erzählt und erklärt, wie er zu verwirklichen ist. Wir sind somit heute verpflichtet, diesen Auszug zu realisieren.

Auszug aus dem Programm „Die Kabbalisten schreiben. Der Ausgang aus Ägypten“, 04.03.2013

Die Wurzel aller Vertreibungen

Frage: Warum sagen wir: „Erinnere dich an den Auszug aus Ägypten“, wenn es sich dabei um den Feiertag Pessach handelt? Es gab doch auch andere Vertreibungen: aus Babylon, Griechenland, Rom. Warum sollen wir uns gerade an den Auszug aus Ägypten erinnern. Wo liegt der Sinn darin?

Meine Antwort: Die Vertreibung aus Ägypten ist die Wurzel aller Vertreibungen. Alle übrigen Vertreibungen bauen quasi darauf auf. Diese Vertreibung ist die schwierigste, sie ist grundlegend. Der Mensch steigt über seine Selbstsucht auf und ist sich zum ersten Mal bewusst, was die spirituelle Welt, was die Eigenschaft des Gebens bedeutet anstatt der Eigenschaft des Empfangens, mit welcher wir geboren werden und in welcher wir existieren.

Wir nehmen die Welt durch die Gefühle wahr, wollen ständig genießen und eigennützig existieren. Die Umwandlung in den Sinnesorganen erfolgt dann, wenn ich beginne „meine Selbstsucht zu annullieren“, mich mit der Welt gleichzusetzen, an andere zu geben, mich außerhalb des Körpers zu empfinden, damit mein Herz sich nur dort aufhält. Das alles heißt Auszug aus Ägypten. Alle übrigen Vertreibungen geschehen bereits außerhalb von mir.

Auszug aus dem Programm „Die Kabbalisten schreiben. Der Auszug aus Ägypten“, 04.03.2013