Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Ein Korrigierter Zustand

Frage: Sie sagten, dass wir ständig zum korrigierten Zustand zurückkehren und ihn im Gedächtnis behalten müssen. Was ist dieser Zustand?

Meine Antwort: Der Punkt ist: Wenn jemand in einer nicht zu großen Gruppe eine integrale Verbindung mit anderen Leuten erreicht, erinnert er sich daran, er hat einen Eindruck, der Reshimo (Erinnerungen) genannt wird. Dieser Eindruck ist gefühlsmäßig, und er wird in ihm wie eine Erinnerung gespeichert, aber es ist eine aktive Erinnerung.

Das bedeutet, dass wir mit Hilfe eines jeglichen Zustandes, der ihm ähnelt, stets das Reshimo realisieren können, und wirklich beginnen können, es erneut zu erfahren, darin zu leben, und plötzlich in ihm die Erleichterung zu fühlen, das Fehlen von Beschränkungen, Wärme, Sicherheit und den Ausweg aus jeder Krise, usw.

Wenn jemand anfängt, aus sich selbst auszusteigen und sich mit anderen zu verbinden, erkennt er, dass all die Probleme, die er früher empfunden hat, von ihm empfunden wurden, weil er eine andere Wahrnehmung der Realität hatte, „für sich“ und nicht „von ihm ausgehend“.

Also ist es am wichtigsten, einen sehr präzisen Eindruck wechselseitiger Zusammenarbeit mit der Welt um einen herum, mit der Umgebung, in einer Person zu hinterlassen und ihr Gewohnheiten beizubringen, und wie sie aus unterschiedlichen Zuständen wieder in diesen grundlegenden Zustand zurückkehren kann. Dann werden wir dorthin auf anderen, höheren Niveaus zurückkehren, ungeachtet möglicher Unterbrechungen, mit Hilfe unterschiedlicher Umgebungen, in jeder Umgebung.

Frage: Wie oft muss jemand tagsüber in den korrigierten Zustand zurückkehren?

Meine Antwort: Er sollte sich ständig darin befinden. Ich versuche, jeden Zustand, in dem ich mich befinde, in den korrigierten Zustand zu verwandeln.

Frage: Wie kann er intensiviert werden, wie kann er stärker und kraftvoller werden?

Meine Antwort: Es ist möglich, ihn durch den Widerstand zu intensivieren, den man fühlt, um zu ihm zurückzukehren. Schließlich wird der gefühlte Widerstand, wenn ich ihn überwinde, ein Koeffizient  der Intensität. Meine Erfahrungen von Zusammenarbeit, die Gegensätzlichkeit der Zustände „zu mir“ und „von mir weg“ wird dementsprechend klarer sein, besser unterschieden und stärker.

Frage: Wenn Sie dieses Phänomen beschreiben, sehe ich es als einen individuellen Prozess, aber wir sagen doch immer, dass es sich um einen Gruppenprozess handelt?

Meine Antwort: Es ist ein Gruppenprozess, aber wir sprechen hier über eine individuelle Anstrengung innerhalb des Gruppenprozesses. Später, wenn der Prozess sich als ein Gruppenprozess stabilisiert, wird jeder anfangen, eine vereinte Partnerschaft zu fühlen. Das ist der Zustand, in dem Individuen zu einem Ganzen werden, genau wie viele Tropfen in Eins ineinanderfließen, in dem keine Aufteilung gespürt wird, sondern es vielmehr die Empfindung eines großen, vereinten Tropfens gibt.
Aber wir sagen, dass sich diese Zustände ständig ändern – Gruppen lösen sich auf und verbinden sich wieder. Wir sprechen nicht über eine Gruppe, oder über die Tatsache, dass die Menschheit zu einer solchen Gruppe geworden ist. Daher wird hier die individuelle Komponente meiner Arbeit mit der gesamten Umwelt zu Hauptsache.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 27.02.2012

Ein innerer Wandel

Die bloße Tatsache, dass jemand gemäß der Methode der integralen Erziehung studiert, verändert ihn in einer Weise, dass sein Beispiel und seine Gefühle die Welt verändern, in der er lebt, und er die Welt als einen völlig anderen Ort empfindet. Man kann sagen, dass man, indem man eine imaginäre Welt für jemanden erschafft, seine natürlichen, psychologischen und innerlichen Parameter verändert. Im Großen und Ganzen entwickeln wir uns heute auf eine absolut tierische Art und Weise, und wir erkennen, dass wir nicht fortfahren können, auf diese Art zu existieren. Das bedeutet, dass wir die Welt nur durch unsere Wahrnehmung verändern können, und das ist es, was wir tun.

Hier fangen wir bereits an, zu fühlen, dass sich ein wirklicher, echter innerlicher Wandel in jemandem ereignet, und wir können sehen, wie er sich innerlich verändert, und die ganze Welt anders wird. Das Leben ist im Grunde genommen ein Gefühl von etwas, das nicht wirklich existiert; es ist schlicht so, wie du es empfindest.

Also müssen wir kontinuierlich sehr ernsthafte psychologische Arbeit leisten, in Workshops, dabei Bekanntschaften machen, in unseren Gefühlen, in den Definitionen: Was bedeutet Wirklichkeit, relativ und objektiv, was ist Gesellschaft, wo bin ich, und was ist der Zustand, an dem wir festhalten sollten, weil sich alles ständig verändert und sehr vage ist? Plötzlich werden die Welt und ich zu etwas, das unbestimmt ist, abhängig, und wo du jemanden in jede Richtung führen kannst, in die du willst: Wo werden wir sein?

Wir müssen dieses Gefühl haben, denn einerseits bezieht es sich auf die Möglichkeiten, die jemand hat. Andererseits sollten diese Gefühle frei sein, und eine Person muss empfinden, dass sie die Welt ändern kann und sich selbst, und sich an andere binden kann. Andere werden diese Welt auch wahrnehmen, die in Wirklichkeit ein winziges Abbild ist, eingefroren in unserer Vorstellung, in unseren Eindrücken, und verändert werden kann.

Die Hauptsache ist, das richtige Bild für eine Person zu beschreiben, und was es sein sollte: Ein vollständiger Ausstieg aus sich selbst nach draußen und die Empfindung der einzigen Kraft in der Natur, welche die Kraft des Gebens und der Liebe ist, von Güte und wechselseitiger Zusammenarbeit. Wenn wir dieses Bild dieses Gefühl im Geist einer Person stabilisieren, und die Gesellschaft es unterstützt, beginnen wir, uns ohne Angst zu verändern, und es wird wirklich einen innerlichen Übergang von der egoistischen Wahrnehmung der Realität in mich hinein zur externen Wahrnehmung von mir ausgehend geben.

Auszug aus dem Gespsräch über die integrale Erziehung, 27.02.2012

Das neue Modell des Menschen

Frage: Was ist die Rolle des Leiters, des Moderators, in einer Gruppe der integralen Bildung und Erziehung?

Meine Antwort: Es ist viel leichter, die Theorie zu studieren, als eine Gruppe von Leuten zu leiten und sie durch praktische Lektionen zu lehren, indem man sie zu Schlussfolgerungen bringt, zu denen sie allein nicht gelangen können. Andererseits kommen diejenigen, die gemäß dieser Methode studieren, zu diesen Schlussfolgerungen und erfahren die Methode an sich selbst und erfinden eine Methode, sich selbst zu verbessern – in dem Moment, wenn sie plötzlich zu spüren beginnen, dass die Gruppe der „Künstler“ ist, der bildhauerisch etwas völlig Neues aus ihnen formt.

Mit diesem unerwarteten Gefühl und diesem Eindruck nehmen sie wahr, wie weit sie sich ändern können. Und außerdem wird plötzlich normal, was zuvor unlogisch erschien, und was zuvor nicht fassbar war, wird plötzlich viel leichter wahrgenommen und angenommen, und sogar Dinge, mit denen sie vorher nicht einverstanden waren, erscheinen plötzlich anders.

So fangen sie zunächst damit an, den Einfluss der Gesellschaft auf eine Person zu studieren. Gleichzeitig entdeckt jeder einzelne ganz überraschend, wie abhängig er von seiner Umgebung ist und in welchem Ausmaß er durch die Umgebung manipuliert werden kann.

Wir können das mit einer Unterstützergruppe zum Abnehmen vergleichen, oder mit den Anonymen Alkoholikern, oder mit einer Gruppe von Leuten, die versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören usw. Es geht nicht darum, eine bestimmte Gewohnheit loszuwerden und eine völlig neue Persönlichkeit zu formatieren: Es geht nicht um deine Formatierung gemäß demselben egoistischen Muster, sondern darum, eine gänzlich neue Perspektive zu erlangen, eine neue Natur, einen neuen Verhaltenskodex, und die Leute zu verändern.

Manchmal mag das ziemlich unangenehm sein, oder zumindest sehr überraschend, denn man denkt nicht einmal daran, dass man sich so leicht verändern kann, indem man die Umgebung nutzt. Die Umgebung ist bereit, einem dabei zu helfen. Wenn sie entsprechend einer bestimmten Methode agiert und den Leuten erklärt, in was sie sich verwandeln sollen, dann gibt es eine präzise, wechselseitige Zusammenarbeit in der Gruppe, wenn sie zusammen spielen, und dieses gemeinsame Spiel verwandelt sie, genau wie in einem Theater, in völlig neue Menschen. Und mehr noch, die Rolle, die sie spielen, bleibt ein Teil von ihnen.

Es gibt hier viele „Wenns und Abers“; die Frage ist, ob die Rolle, die sie anfangen zu spielen, für immer Teil von ihnen bleibt. Bleibt sie Teil von ihnen, wie der dauerhafte Speicher eins Computers? Oder ist es vorübergehend und ändert sich vielleicht durch unterschiedliche Merkmale, Funktionen und andere Rollen? Das hängt von der Leitung ab, die jemand erfährt, und von der Leitung der Gruppe, und davon, ob diese Gruppen ein ständiger Anreiz werden, die die Menschen beeinflussen.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 27.02. 2012

Die Methode, um den „blinden Fleck“ aufzudecken

Frage: Wenn Spezialisten mit Leuten arbeiten, stoßen sie oft auf Eigenschaften in einer Person, die für alle offensichtlich sind, aber die eigentliche Person erkennt nicht, dass sie sie hat. In der Psychologie wird dieses Phänomen als „blinder Fleck“ bezeichnet. Können diese Eigenschaften in den Gruppen für integrale Erziehung diskutiert und offengelegt werden?

Meine Antwort: Das wird nicht funktionieren. Ihr könnt darüber nur auf eine völlig indirekte Weise sprechen, indem ihr sagt, dass alle von uns diese Zustände erfahren, nicht nur du oder ich.

In jedem Artikel über integrale Erziehung wird darüber geschrieben, dass wir während dem Übergangsprozess von einem egoistischen Zustand in einen altruistischen anfangen, zu verstehen, wahrzunehmen und zu begreifen, dass es Dinge gibt, die wir tatsächlich nicht wahrnehmen, bestimmte, besondere „blinde Flecke“. Aber es gibt sie wirklich. Die Leute um uns herum können sie in uns sehen, sie verstehen, dass wir bis jetzt nicht erkennen, dass wir in diesem „blinden Fleck“ existieren. Es ist, als blendete mich ein gewaltiges Licht, und ich kann überhaupt nichts sehen, aber die anderen können mich und alles um mich herum sehr gut sehen.

Im Allgemeinen existiert man immer in einem derartigen Zustand, aber wir können darüber nur entsprechend dem Niveau einer Person sprechen. Wir können nicht direkt auf diesen „blinden Fleck“ zeigen, aber wir können jemanden indirekt zu diesem Zustand führen, indem wir ihn über einen alternativen Weg herunterholen. Aber nie direkt, das wird nicht funktionieren; im Gegenteil, es wird den Zustand nur verschlimmern.

Er muss es durch die anderen erkennen, indirekt, und es erfahren. Zuallererst muss er das nötige Gefühl für diesen Zustand finden. Er muss lernen, dass er hier irgendetwas nicht versteht, dass es etwas gibt, das er nicht spürt, und es muss weh tun.

Auf einmal beginnt es, ihn innerlich zu schmerzen, er wird sich enttäuscht fühlen, wie wenn er etwas nicht versteht, orientierungslos ist, und erkennt, dass etwas in anderen Leuten passiert und bislang nicht in ihm; in anderen Worten muss er anfangen, sich neidisch, eifersüchtig und stolz zu fühlen. Es sind diese Gefühle, die ihn gewöhnlich blenden und nichts erkennen lassen. Jeder hat diese Zustände. Sie begleiten einen bis zur vollständigen Korrektur. Immer!

Aber wir müssen verstehen, dass diese „blinden Flecken“ die Zustände sind, die wir korrigieren müssen. Und dieser „blinde Fleck“ muss uns immer vorwärts leiten wie ein Blitzlicht einer Kamera. Daher müssen die Gruppe und alle anderen irgendwie ihre Fähigkeiten, ihre Haltung und ihre Beziehungen benutzen, um mir die Empfindung des „blinden Flecks“ zu beschreiben, den es mir misslingt, in mir wahrzunehmen, und die Tatsache, dass ich von meinem Stolz geblendet werde, meinem törichten Egoismus, und meiner Beschränktheit; und hier muss ich über mich hinauswachsen.

Dies ist eine sehr komplizierte Methode. Wir werden darüber in Zukunft sprechen und die unterschiedlichen Ansätze und Lösungswege dazu diskutieren. Wir müssen jedem und der gesamten Menschheit helfen, diesen „blinden Fleck“ vor sich zu sehen. In anderen Worten müssen wir allen helfen, zu erkennen, dass dieser bislang-nicht-aktivierte Bereich an Begreifen unsere nächste Stufe ist; durch die Erkenntnis des Bösen kommt es zur Verwirklichung der Tugend, dass du anfängst, Güte hinter dem Bösen wahrzunehmen.

Aber im Allgemeinen ist der „blinde Fleck“ schlicht unser offensichtlicher Egoismus, der uns nicht erlaubt zu empfinden, dass wir uns darin befinden. Wir glauben, alles sei normal und richtig, und wir spüren nicht, dass wir in den Augen der anderen dumm und beschränkt erscheinen. Wenn wir es spüren könnten, würden wir brennen vor Neid, Eifersucht und Stolz, was uns zwingen würde, aus diesem Egoismus herauszutreten.

Und deswegen müssen wir sehr sorgfältig eine versöhnliche Methode darlegen, jemandem seinen „blinden Fleck“ aufzudecken.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 27.02.2012

Sieh dich selbst von der Seite

Frage: Angenommen, wir filmen eine Klasse der integralen Erziehung. Könnten die Instruktoren dann sich selbst bei der Arbeit sehen?

Meine Antwort: Ich denke, das ist es, worauf es am meisten ankommt, das wichtigste Instrument, deswegen führen wir überall Videoaufnahmen ein. Wenn jemand sich von der Seite betrachtet, ist es für ihn viel einfacher, seine „blinden Flecken“ zu erkennen, die Fehler in seinem Benehmen, die es ihm üblicherweise misslingt, wahrzunehmen.

Kommentar: Aber wir müssen damit sehr vorsichtig umgehen…

Meine Antwort: In aller Regel zeigen wir gewöhnlich nicht direkt darauf. Das funktioniert nicht, da es eine Person nur brechen kann. Wir müssen jemanden zu der Erkenntnis bringen, dass er über sich hinauswachsen muss, dennoch auch mit der Hilfe von anderen, indem er sich an ihnen ein Beispiel nimmt, wobei er immer spürt, dass er sich unterhalb von ihnen befindet.

In diesem Fall gibt es keinen Lehrer und keinen Schüler. Hier kann ein Schüler in den Augen des Lehrers höher scheinen als der Lehrer. In Wirklichkeit wird der Lehrer immer so empfinden, wie wenn er niedriger als seine Schüler ist. Jeder, der wirklich eine Stufe über anderen steht, wird empfinden, wie wenn er niedriger als die anderen ist. Und das wird ihm helfen, aufzusteigen und höher zu sein. Entsprechend arbeitet hier der Egoismus für uns; er beginnt, uns zu helfen.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 27.02.2012

Ein wirklicher Wandel

Frage: Welcher Anteil der Bevölkerung muss an der integralen Erziehung teilnehmen, um das Bewusstsein der gesamten Gesellschaft zu verändern?

Meine Antwort: Ich denke, dass wenn 20 – 30 % der Bevölkerung von der Idee gegen die Krise inspiriert wird – ich würde es sogar die Idee unserer Erlösung aus einem kritischen Zustand nennen – dann würde sich das automatisch auf die anderen übertragen und sie würden sich auch dafür interessieren, die Notwendigkeit des Studiums der integralen Methode verstehen und nachvollziehen. Mehr noch, wenn Firmen weiterhin scheitern und die Nachfrage nach bestimmten Dienstleistungen weiterhin sinkt infolge der Erschöpfung der materiellen Fähigkeiten der Bevölkerung, werden die Leute verstehen, dass sie wirklich über einen bestimmten Wandel nachdenken müssen.

Wenn diese ernsthafte, aufklärende Arbeit bezüglich der Krise unter der Bevölkerung geleistet wird, verursacht das einen bestimmten Kurs, und Konsequenzen, und die Lösungswege auf der regionalen, städtischen, staatlichen Ebene und im Weltmaßstab – die Leute werden tatsächlich zuhören. Aus diesem Grund werden die Leute, wenn ihnen eine Methode angeboten wird, durch weitergehende integrale Erziehung die Krise hinter sich zu lassen, das ziemlich ernst nehmen.

Es ist notwendig, interessante Diskussionen zu organisieren, unterschiedliche Leute mit direkt entgegengesetzten Sichtweisen dazu einzuladen, wo sie versuchen, die Dinge während der Debatte zu durchschauen.

Auszug aus der TV-SendungExperimentelle Stadt-Krisenlösung“, 02.03.2012

Eine Gesellschaft zum Schutz der Natur oder der Seele?

Frage: Ich habe drei Kinder, und so war ich sehr besorgt, als Sie sagten, dass unsere Generation all die natürlichen Ressourcen erschöpft, und für unsere Kinder nichts mehr zum Weiterleben übrig lässt. Wie können wir diese Situation verbessern?

Meine Antwort: Unsere allgemeine Familie schließt sieben Billionen Leute ein, und wir müssen an jeden denken, wenn wir uns darum sorgen, was wir für die nächste Generation übrig lassen werden, und nicht nur für deine drei Kinder oder deine Enkel. Aber unterdessen sehe ich, dass wir das Leben genießen, die lebensnotwendigen Ressourcen verbrauchen, ohne uns darüber irgendwelche Gedanken zu machen oder etwas zu empfinden, ohne uns um die zu sorgen, die nach uns kommen werden. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie blind unser Ego ist, und dass es nicht versteht, was es tut.

Wenn wir das Verhalten all der Länder und Regierungen betrachten, sehen wir, dass niemand an die Zukunft denkt. Unser einziges Begehren ist, mehr Ressourcen aus der Erde herauszuholen, mehr Waren zu produzieren, und sie wegzuwerfen. Die Tatsache, dass wir gleichzeitig Luft und Wasser verschmutzen, hält uns nicht auf. Ich bin eine Menge um die Welt gereist, und ich sehe, dass selbst in Ländern, die nicht industrialisiert sind, die Umwelt schrecklich verschmutzt ist. Es gibt kaum noch Orte, die noch natürlich und sauber sind, alles ist vergiftet.

Das ist so lange ein natürlicher Prozess, wie uns ausschließlich die Kraft des Egos leitet. Wenn es keine andere Kraft gibt, um dem Ego etwas entgegenzusetzen, die Kraft des Gebens, die sie ausgleichen kann, wird uns das töten. Wir werden es nicht verhindern können. Erst einen Moment vor dem Ende, wenn wir keine Wahl haben, werden wir „Hilfe!“ schreien, und dann werden wir gerettet werden. Aber es ist besser, diesen Zustand nicht zu erreichen; es ist besser, die Weisheit der Kabbala so weit wie möglich zu verbreiten, bevor wir diesen Zustand erreichen.

Wir sollten verstehen, dass es nicht helfen wird, wenn wir nur als eine Gesellschaft zum Schutz der Natur die äußerliche Umweltverschmutzung bekämpfen. Uns wurden all die ökologischen Probleme gegeben, damit sie uns in Richtung auf die Korrektur unserer Seele drängen. Wenn wir uns nur mit der Verbesserung unserer Umwelt beschäftigen, werden wir nichts korrigieren, indem wir das tun.

Jetzt fangen auch Wissenschaftler an, das zu verstehen, und sagen, wenn wir beginnen, alternative Energiequellen zu benutzen, um die Umwelt zu bewahren, wird das nur zu anderen, unerwarteten Auswirkungen führen. Zum Beispiel haben die Generatoren, die durch Windenergie betrieben werden und für sehr umweltfreundlich gehalten werden, tatsächlich eine starke Auswirkung auf die globale Erwärmung, so dass die Energieproduktion durch sie nicht mehr gerechtfertigt ist. Schließlich drücken sie die Luft mit enormer Kraft zu Boden und verursachen dadurch mehr Schaden als Nutzen.

In der Natur ist alles so eingerichtet, dass wir ein Gleichgewicht mit ihr nur erreichen, indem wir uns in Richtung auf das Ziel der Schöpfung entwickeln. Alles andere, das wir unternehmen, egal wie gut es erscheinen mag, verursacht nur Leid. Egal, wie sehr wir uns bemühen, die Natur zu schützen, nichts wird helfen.

Es hat ein solches Ausmaß, dass wir aufhören können, darüber nachzudenken, den Lebensraum der Erde und ihre natürlichen Ressourcen zu bewahren, der Schutt, der sie vergiftet, das Plastik, das die Meere und Ozeane füllt, sondern wir sollten uns vielmehr mit unserer innerlichen Korrektur beschäftigen. Dann wird alles innerhalb kürzester Zeit gut laufen, da die höhere Stufe alle darunterliegenden Stufen korrigiert.

Im Buch Sohar und in dem Artikel „Einführung in die Weisheit der Kabbala“ von Baal HaSulam wird gesagt, dass alles von der Korrektur des Menschen abhängt, während die natürlichen Stufen des unbelebten, pflanzlichen und tierischen mit ihm auf- und absteigen ohne jede eigene Rechnung. Also wird uns der Umweltschutz nicht weiterhelfen. Stattdessen ist das Wichtigste, sich um unsere Seele zu kümmern.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch Schamati, 09.05.2012

Lehren, aber nicht brechen

Wenn ich in die Gesellschaft einbezogen bin, möchte ich an alle anderen Seelen geben, all den Verlangen, die außerhalb von mir sind. Aber was kann ich ihnen geben? Dann empfange ich (I) ein großartiges Licht vom Schöpfer, das Licht von Ein Sof (Unendlichkeit) (∞ ), das durch mich hindurchgeht zu anderen.

Irgendwann wird jeder von uns dem Schöpfer ähnlich in seiner Beziehung zu anderen – der Eine, der gibt, der jeden spürt und füllt.

Zur selben Zeit sind wir alle verschieden, und niemand kann den Platz eines anderen einnehmen. Jeder hat seine eigenen, besonderen Fähigkeiten, die ihm erlauben, sich anderen anzuschließen und ihnen etwas zu geben, das nur er ihnen geben kann. Es ist diese Fähigkeit, die jemanden dem Schöpfer ähnlich macht in seiner Einstellung zu anderen.

Die Weisheit der Kabbala sagt uns, dass niemand gedrängt oder unterdrückt werden sollte. Die Erziehung sollte frei sein: Wir lehren die Leute über gegenseitige Bürgschaft, wechselseitige Verbindung, beiderseitige Hilfe und gemeinsame Erfüllung, aber ohne Zwang. Wenn wir irgendetwas davon jemandem vorschreiben, werden wir ihn seiner Fähigkeit berauben, sich auf richtige Weise mit anderen zu verbinden und seinen einzigartigen Beitrag zum Wohle aller zu leisten. Er wird nicht fähig sein, in seiner Haltung zur Welt wie der Schöpfer zu sein, und wird sich zur Stufe des Schöpfers erheben können, zur Stufe des Einen, der gibt.

„Geben“ ist, wenn ich vom Schöpfer empfange und das Licht, das für andere gedacht ist, durch mich hindurchleite. Um jemanden zu befähigen, das zu tun, müssen wir ihm die richtige Erziehung zukommen lassen, ohne jeglichen Druck oder Unterdrückung, gemäß dem Prinzip: „Erziehe jedes Kind auf seine eigene Art“. In anderen Worten, entwickle seine Eigenschaften, aber bedränge nicht, zwinge nicht, und brich es nicht.

Dies ist eine besondere Methode, und wir müssen lernen, wie wir sie anwenden können. Wenn wir unsere Kinder auf diese Art erziehen, werden sie zu ganzen und erfolgreichen Menschen werden. Das liegt daran, dass wir ihnen beibringen werden, sich problemlos mit anderen zu verbinden, und sie dadurch mit den Mitteln versorgen werden, näher zum Licht zu gelangen. Dadurch wird es für sie leichter sein, die allgemeine Kraft zu erkennen, die in der Natur verborgen ist. Darin besteht die Einzigartigkeit unserer Erziehung.

Einer Person in dieser Welt fehlt tatsächlich nur eines, nämlich zu wissen, wie man sich mit anderen Leuten verbindet. Wenn jemand lernt, wie man sich verbindet, wird er fraglos in allem Erfolg haben. Darin besteht die Korrektur der Welt. All unsere anderen Geschäfte sind nur Lügen. Wir verwirren uns selbst durch eingebildete Erfolge, nach denen es stets Enttäuschungen gibt, und die Krisen und unsere Schwierigkeiten wachsen weiter.

Das Erfolgskriterium

Frage: Nach welchen Kriterien kann ein Mensch bewerten, ob sein Studium der integralen Methodik erfolgreich war?

Meine Antwort: Wenn der Mensch in ständigem Kontakt mit seiner virtuellen oder physischen Umgebung bleibt, und dieser Kontakt ihm einen innerlichen Ausgang in das allgemeine Gefühl ermöglicht, in den allgemeinen Gedanken, in die allgemeine Bewegung, Empfindung, die Suche des Ziels, die Analyse des Zustandes, dann ist seine Zeit nicht umsonst und verloren. Das heißt, der Ausgang aus „sich“ in „außer sich“ soll eine ständige Bestrebung, soll die Bewegung des Menschen sein, dann wird sein Leben anders verlaufen.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 27.02.2012

Sich um andere sorgen

Frage: Was verstehen Sie unter dem Wort „Liebe“?

Meine Antwort: Ich meine, dass jeder von uns ständig mit den Sorgen der anderen Menschen lebt.

Ebenso, wie wir es in der Gruppe organisieren, wenn wir beginnen, nach einem Trainingsplan zu arbeiten, wenn jeder von uns wünscht, für den anderen eine Zustand zu erschaffen, der so aufgehoben wie möglich ist. Das heißt ich soll andere Menschen verstehen und ihre Bedürfnisse spüren können. Ich soll an sie entsprechende Signale senden können: verbal, physisch, innerlich usw.

Ich soll in gegenseitiger Bürgschaft mit ihnen sein, das heißt, dass jeder von uns den anderen das Empfinden gewährleistet, dass man überzeugt sein kann, aufeinander gleichermaßen in dieser Weise einzuwirken. Und deshalb erheben wir uns ständig über unsere Selbstsucht und korrigieren dadurch unsere egoistischen Eigenschaften.

Eine solche wechselseitige Arbeit ist die wichtigste Arbeit in der Gruppe.

Nach der Aneignung dieser Methode werden wir dennoch wiederholt in selbstsüchtiges Verhalten zurückfallen, und daher erneut Hindernisse empfinden – bis die vollständige Korrektur, bis der endgültige Aufstieg über die Selbstsucht erreicht sind.

Aber in beliebigen Zuständen innerhalb der Gruppe und sogar draußen – zu Hause und bei anderen Menschen – werde ich sofort dieselbe Idee, dieselbe Praxis erleben. Und im Ergebnis werde ich auf die richtige Weise mit der gesamten Welt zusammenwirken.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 27.02.2012