Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Bildung&Erziehung'

Die Bumerang-Generation

Meinung: Die Wirtschaftsschwierigkeiten, die im Westen auf keine Weise überwunden werden können, wechseln die sozialen Gewohnheiten: in den USA und Europa ist die Zahl der Jugendlichen, die unter die Fittiche der Eltern zurückkehren, rasant gewachsen. Erst nach ein paar Jahren können sich  die Jugendlichen eine eigene Wohnung leisten. Für Amerika ist das eine kleine, soziale Revolution – die Bumerang-Kinder (Zurückkehrende).

Dasselbe geschieht in Europa: bei den Eltern leben 67 % der Spanier zwischen 18 und 29 Jahren, die Ursachen sind ökonomischer Natur. In Italien liegt die Zahl bei 61 %. Ähnliche Daten gibt es in Großbritannien, Irland, Polen, und überall nennen die Experten Finanzprobleme als deren Ursache. Alles in allem haben wir hier ein einzigartiges Beispiel der Verbindung und gegenseitigen Hilfe der Generationen.

Meine Antwort: Allgemein sagt das etwas über das Ende der egoistischen Entwicklung aus, was überall beobachtet wird, die Selbstsucht hat sich erschöpft, aber jetzt wird nur eine Leere empfunden, und dann kommt die Einsicht, ob mit Leiden oder mit dem Begreifen – der Notwendigkeit der weiteren Entwicklung zum Begreifen des Sinnes der Existenz, d.h. der Offenbarung des Schöpfers.

Beide zusammen an einem Steuerrad

Frage: Angenommen, ich strenge mich für eine Annäherung mit meiner Frau an, aber ich finde keine Gegenseitigkeit. Gibt es hier eine Grenze, wo ich sagen kann, dass ich nach der Reaktion des Partners ein wenig bremsen und abwarten soll?

Meine Antwort: Ich soll dem Partner helfen und nicht einfach die Annäherungsversuche einstellen, bis ich entschieden habe, dass ich mich genug bemüht habe und deshalb zur Ruhe kommen kann. Ich erkenne einfach, dass ich durch meine gute Beziehung meine Ehefrau verwöhnen und schwächen werde. Sie kann eine so gute Beziehung meinerseits nicht ertragen und dabei im Punkt des Gleichgewichtes bleiben.

Sogar dann, wenn ich mich von übermäßiger Barmherzigkeit und Liebe abhalte, tue ich das aus Liebe. Ich handele genauso wie man in Bezug auf Kinder handelt, denen gegenüber man nicht zu gut sein darf, um sie nicht zu verwöhnen.

Man muss sich daran orientieren, dass wir alle Tiere sind und an uns arbeiten sollen, um zu Menschen zu werden. Und das ist nur durch die gegenseitige  Arbeit innerhalb der Familie und später in der ganzen Gesellschaft möglich.

Frage: Welches Ergebnis gilt hier als wünschenswert?

Meine Antwort: Man kann mit den Ergebnissen dann zufrieden sein, wenn wir beginnen, einander zu fühlen. Ich nähere mich meiner Frau nicht mehr so an, als ob ich mit dem Auto zu einem fernen Ziel fahren würde, sondern wir befinden uns neben einander und drehen zusammen am Steuerrad. Wir sollen fühlen, dass wir gemeinsame Verlangen haben: ihre und meine, und diese zu zweit lenken. Unsere beiden Selbstsüchte sind unten geblieben, und unser gemeinsames Verlangen, einander zu geben, befindet sich oben. Wir arbeiten gemeinsam wie zwei Wissenschaftler, wie zwei Menschen an unserem Tier.

Auszug aus dem 46. Gespräch über das neue Leben, 01.08.2012

Der Aufstieg über den Genderunterschied

Frage: Vor kurzem wurde die Existenz des Gruppenintellekts wissenschaftlich bewiesen. Einige führende amerikanische Universitäten haben Forschungen durchgeführt, die Menschen auf  kleine Gruppen teilten. Es war bestimmt, dass ein von den Hauptfaktoren, die das Ergebnis beeinflussen, die Zahl der Frauen in den Gruppen ist. Könnten Sie das kommentieren?

Meine Antwort: Ich habe diese Experimente nicht untersucht, deswegen kann ich sie auf keine Weise kommentieren. Ich habe persönlich keine Daten zu diesem Thema.

Ich kann nur eines sagen: da der größte Teil unserer Gesellschaft aus Frauen besteht, müssen wir sie natürlich in die Besprechungen mit aufnehmen. Die Gruppen können auf männlich, weiblich und gemischt unterteilt werden.

Es geht darum, dass  Gruppen von zehn Menschen wünschenswert wären, um nach dem sexuellen Merkmal zu teilen. Die Genderunterschiede beeinflussen doch ziemlich wesentlich den Lauf unserer Gedanken und deshalb sollte man versuchen, die Männer von den Besprechungen nicht abzulenken, so dass sie sich verpflichtet fühlen, die besondere Rolle vor den Frauen oder die Frauen vor den Männern zu spielen.

Wir müssen einen solchen Zustand anstreben, dass die sexuellen Merkmale untereinander nicht beachten werden, sondern nur das neue Niveau der Wechselbeziehungen gesehen wird. Mit dem Wort „sexuell“ meine ich sowohl die mentalen als auch die körperlichen Merkmale – alles, was mit den Begriffen „der Mann“ und „die Frau“ verbunden ist. Das bezieht sich nicht nur auf das Äußere, sondern auf die ganze Weise: die Art der Gedanken, des Herangehens – des Ganzen. Wir unterscheiden uns sehr voneinander.

Deshalb müssen die Seminare zuerst separat für Männer und Frauen durchgeführt werden. Erst wenn sie sich mit der Wichtigkeit der Aufgabe verbunden haben und über sich hinaufgestiegen sind, kann man die Gruppen mischen. Es passiert, nachdem sie die Fragen der Erziehung, der Bildung, der Beziehungen im Kollektiv, der Beziehungen des Menschen mit der Natur, oder vielleicht sogar besser damit, was sie nicht berührt, vielfach besprochen haben.

Wenn eine Frau sich vor mir befindet, werde ich automatisch auf ein anderes Niveau des Umgangs umschalten, versuchen, sie nicht zu verletzen, mich mit freundlichen Worten zu unterhalten, auf irgendwelche Weise Phrasen zu besprechen, anzuhören …

Es ist ein ganzes System. Hier ergibt  sich ein ganz anderes Niveau des Umgangs – nicht nach dem Intellekt, nicht nach dem natürlichen Wesen. Wir sind verschieden und zwischen uns entsteht diese besondere Beziehung des Umgangs. Wir müssen diesen Unterschied überwinden,so dass es ihn nicht mehr gibt und ich den Gesprächspartner wie „Unisex“ sehe. Das heißt wir werden gleich in allem, ohne Rücksicht auf unsere Herkunft.

Und manchmal ist es umgekehrt: wenn wir zum Beispiel die Fragen in der Familie besprechen, müssen wir diese Probleme hervorheben. Denn wir sind schon einander beim Aufbau des Höheren nicht gleich, wir sollen klären, worin wir auf dem folgenden Niveau unserer  Integralvereinigung ungleich bleiben: darin, dass wir Männer – Frauen, Ehemänner-Ehefrauen sind. Denn wir steigen dorthin nicht “körperlos” hinauf! Wir steigen innerhalb unserer Natur hinauf und diese verleiht uns ein ganzes Spektrum der Probleme.

Wir klären den Unterschied zwischen den Männern, den Frauen und den Kindern auf, und zwar in einem Format, das sich vom runden Tisch unterscheidet, dann führen wir die Menschen allmählich zum Tisch, an dem sie sich über die Unterschiede erheben und im Namen des nächsten Ziels – der Integralvereinigung zu arbeiten beginnen.

Auszug aus dem TV-Programm „Kollektives Wissen” – 2, 14.05.2013

Wünsche es und du wirst dich ändern

Frage: Wie kann ein gewöhnlicher Mensch sich ins Integralsystem einreihen? Wie geschieht der Prozess der Bildung des Integralgedankens bei ihm?

Meine Antwort: Der gewöhnliche Mensch reiht sich ins allgemeine Integralsystem genauso wie wir auch ein. Er befindet sich praktisch in ihm, aber er soll es nur selbst wünschen, sich dort   mit seinen Gedanken, Absichten, Bemühungen einzureihen. Da er in unserer Gesellschaft existiert, bedeutet es, dass er auch in der Integralgesellschaft seinen Platz hat, seine Nische, und ohne ihn wird sie auch nicht vollständig sein.

Deshalb wird von ihm das innere Einverständnis gefordert, die Notwendigkeit zu begreifen, sich in das Integralsystem einzuschliessen, zu dem wir ihn mit der Integralerziehung und Integralausbildung allmählich hinführen. Und dann erhält er die Einwirkung, die ihn zu ändern beginnt.

Auszug aus dem TV-Programm „Kollektives Wissen“ – 2, 14.05.2013

Das Gleichgewicht annulliert alle Widersprüche

Frage: Wie soll man der Menschheit all die existierenden Widersprüche, von denen sie nichts ahnt, erklären? Die Menschheit interessiert sich offenbar wenig für jene Forschungen, die die Wissenschaftler auf der Suche nach Higgs-Boson in CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) auf dem großen Teilchenbeschleuniger betreiben. Die Existenz des Higgs-Teilchens ist noch nicht nachgewiesen. Wenn das passieren würde, dann würde das bedeuten, dass die Masse, also die ganze Welt, jederzeit verschwinden könnte, weil Higgs-Boson äußerst instabil ist. Wie erklären Sie das Ihren Schülern?

Meine Antwort: Ich sehe da keine Widersprüche, weil ich die Welt nur in Form von zwei Kräften wahrnehme: positiver und negativer Kraft, oder der Eigenschaft des Gebens und des Verlangens zu genießen. Dabei ist es unwichtig, wie sie genannt werden.

Diese zwei Kräfte bauen miteinander das ganze Universum auf, und nicht nur unsere Welt, die wir mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen, sondern auch die höhere Welt, die wir nicht empfinden können.

Um die höhere Welt wahrzunehmen, müssen wir die Eigenschaft des Geben erwerben und auf die höhere Stufe aufsteigen.

Wir befinden uns noch auf dem elementaren, egoistischen Niveau des Erhaltens und streben danach, alles zu absorbieren. Die Tora lehrt uns, dass man „den Nächsten lieben soll“. Bei der richtigen Übereinstimmung zwischen dem Erhalten und dem Geben, wenn der Mensch dieses Gleichgewicht erreicht, beginnt er zu verstehen, dass genau dazwischen diese Welt verschwindet und an ihrer Stelle die höhere Welt – die Welt der Kräfte erscheint.

Aus der Sendung „Globale Krise“, 19.03.2013

Wie können wir einander verstehen?

Frage: Nach der Methode der Integralen Erziehung sollen die Beziehungen zwischen Männern und Frauen warmherzig und gut sein. Aber in der Praxis sehen wir, dass die Frau die ganze Zeit über unzufrieden ist und dass von ihr ein kolossaler Druck ausgeht. Wie kann man richtig mit diesem Zustand arbeiten?

Meine Antwort: In den Seminaren muss man die richtige Ergänzung von Mann und Frau auf verschiedenen Niveaus besprechen. Ich denke, dass sie als Ergebnis der Integralen Erziehung solch ein gegenseitiges Verständnis erreichen sollten, dass es keine Aufteilung mehr in „dazu bist du verpflichtet” und “dazu bin ich verpflichtet“ gibt. Allmählich wird es eine solche gegenseitige Kombination und Umverteilung der Pflichten, der gegenseitigen Hilfe geben, dass jedem klar sein wird, wie leicht es ist, so zu handeln.

Hier kann man keine Ansprüche stellen. Die Ansprüche entstehen, wenn es kein Verständnis von irgendeiner Seite gibt: welchen Teil und was soll sie erfüllen?

Für mich persönlich, obwohl ich übrigens die Natur des Menschen verstehe, war es mit meiner Frau nicht ganz einfach, bis wir die täglichen 40 Minuten langen Morgenspaziergänge begonnen haben und in dieser Zeit über alle Fragen ruhig sprechen konnten. Die Gespräche während der Spaziergänge lassen uns einander besser verstehen. Dabei haben wir die Vereinbarung: nicht zu schimpfen, keine Ansprüche zu stellen. Wir bewegen uns die ganze Zeit über unseren natürlichen Eigenschaften und so kommen wir zum richtigen Verständnis beliebiger Umstände.

Aber das Problem ist, dass die Menschen keine Zeit dazu haben. Ich denke, dass man sie auf den Seminaren ausbilden muss, wie die Zeit für einen solchen Umgang miteinander zu finden ist. Wir hoffen, dass die Menschen in nächster Zukunft auch dafür genug freie Zeit haben. Aber das müssen wir ohnehin organisieren.

Sogar mein Lehrer rief alle Schüler mindestens eine Viertelstunde am Tag zusammen, um die Methodik, die Bedingung der gegenseitigen Entwicklung in Ruhe mit der Frau zu besprechen. Das ist eine sehr ernste, soziale Arbeit. Wenn wir das zusammen mit den Kindern machen würden,  wenn wir einen Runden Tisch in der Familie veranstalten würden, wäre die Welt anders.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 04.04.2013

Unendliche Entwicklung

Frage: Wie lange soll die integrale Ausbildung dauern? Oder ist das ein ständiger Prozess?

Meine Antwort: Der Mensch entwickelt sich lebenslang. Deshalb darf man den Prozess seiner Ausbildung nicht beenden. Wie kann man aufhören für ihn zu sorgen, wenn er sich weiter entwickelt?

Dieser Prozess soll lebenslang bis zu dem Moment andauern, an dem der Mensch nicht mehr physisch in der Lage sein wird, daran teilzunehmen. Denn jeder, der an diesem riesigen System teilnimmt, ist ein Teil der Menschheit. Und wenn wir auch nur einen einzigen Menschen nicht berücksichtigen, wird dieses kleine Zahnrad dem riesigen Mechanismus, dem System,  fehlen und seinen Lauf verletzen.

Deshalb bilden wir den Menschen darin aus, sich die ganze Zeit in einem solchen Zustand aufzuhalten, um ein aktiver Teil dieses riesigen Mechanismus der Zivilisation zu sein.

Auszug aus dem Gespräch über die Integrale Bildung und Erziehung, 04.04.2013

Die höchste Quelle wahrnehmen

Frage: Bei der Erziehung von Jugendlichen sehen wir, dass es jede Menge Nuancen gibt, die man systematisieren muss. Was ist das Wichtigste in der Integralerziehung der Teenager?

Meine Antwort: Das Wichtigste ist die Vermittlung der klaren inneren Überzeugung, dass alle Probleme des Lebens, der Welt, der Gesellschaft, der Persönlichkeit, nur mit Hilfe eines Teams gelöst werden können. Die richtige Gruppe ist die Quelle, die dem Menschen immer eine richtige Antwort gibt, und wenn er dementsprechend handelt, erhält er immer einen Gewinn.

Diese feste Überzeugung, die Gewohnheit, so zu handeln, zerstört nicht die Individualität des Menschen und verwandelt ihn nicht in ein Rädchen unter den Massen. Im Gegenteil, der Mensch wird hervorgebracht, weil er dank der Gruppe hinaufsteigt, er kann mit der Gruppe arbeiten

Im Endeffekt wird der Mensch auf ein solches Niveau gehoben, dass er sogar die verborgenen Kräfte der menschlichen Natur, der menschlichen Wechselwirkung zu empfinden beginnt, wovon Freud und andere Psychologen träumten. Er beginnt alle Verlangen, alles, was unsere Vernunft beeinflusst, als die höchste Kraft, die höchste Quelle zu empfinden.

Und deshalb ist unsere Aufgabe, dem Menschen den Kontakt mit der höchsten Quelle zu geben, damit er von dem ausgehend weiß, wie man im Leben handeln muss.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 04.04.2013

In der Gruppe sind alle gleich

Frage: Es gibt Situationen, in denen eine starke Gruppe beginnt, den Menschen mit Führungsqualitäten und einem organisatorischen Talent zu „vergessen“, die Gruppe bemüht sich, ihn allen gleichzustellen. Wie geht man in so einer Situation vor?

Meine Antwort: In der Vorzeit galt: Wenn der Kopf raushängt, muss dieser abgerissen werden.

Die Gruppe darf und muss es nicht zulassen, dass irgend ein Kopf höher hängt als andere. Alle sind gleich! In allem! Die Gruppe ist die Gemeinschaft, es darf keine Hervorhebung geben.

Wenn ihr bemerkt, dass es in eurer Gruppe einen Menschen gibt, der besondere Fähigkeiten hat, einen Druck ausüben kann, geduldig und ein großes Verlangen hat usw., gebt ihm eine Aufgabe außerhalb der Gruppe, testet ihn darin; danach entfernt ihn aus der Gruppe. Gebt ihm irgendetwas Nebenläufiges, damit er keinen Bezug zur Gruppe hat, um in ihr unnötigen Klatsch und Streitereien zu vermeiden. Solange dieser Mensch in der Gruppe ist, darf er sich nicht erlauben, herauszustechen. Das ist auch eine Art von Test: Verfügt er über einen starken Willen, sich ständig zu beobachten, um für die Gruppenhomogenität zu sorgen.

Führt mit ihm ein Einzelgespräch durch: „Obwohl du aus der Gruppe herausstichst, schaue und lerne von den anderen. Das ist deine Aufgabe. Du muss dich genauso benehmen, wie die anderen es tun, du darfst in keinem Fall über den anderen stehen. Nur so musst du dich zeigen. Das ist nicht der Ort und Platz, um alles, was in dir kocht, auszuschütten“. So wird er sich trainieren.

Frage: In welchem Fall muss man ihn aus der Gruppe entfernen: Wenn er nicht in der Lage ist, sich allen anzugleichen? Wenn er es aber versucht, sich die Mühe gibt, das zu tun?

Meine Antwort: Die Gruppe kann ihm keine Versuche verzeihen. Wenn er sich unter Kontrolle hat, lasst ihn in der Gruppe, gebt ihm aber die Möglichkeit, seine Organisationsfähigkeiten zu entwickeln.

Wenn er aber über diese Fähigkeiten nicht verfügt, nur ein Angeber und Möchtegern ist, dann gewöhnt er sich allmählich daran, nicht aus der Gruppe abzuheben. Es gibt aber Menschen, die sich daran nicht gewöhnen können, wie kleine Kinder urteilen : “Wie kann ich bloß mit den anderen zusammensitzen?“. Diese müssen dann aus der Gruppe entfernt werden.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 04.04.2013

Die Zukunft der Medizin

Frage: Wie stellen Sie sich das Gesundheitssystem in der zukünftigen, integralen Gesellschaft vor?

Meine Antwort: Ich denke, dass es in der zukünftigen, integralen Gesellschaft eine solche Medizin nicht geben wird.

Die Quelle aller Krankheiten ist das Ungleichgewicht in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen. Erst wenn sie wieder richtig funktionieren, werden die Menschen automatisch gesund sein. Und wenn die Zeit kommt, die “letzte Reise” anzutreten, wird der Mensch ins Bett gehen, einschlafen und nicht mehr aufwachen – absolut ruhig, ohne Angst oder andere Probleme. Alles wird sehr glatt verlaufen.

Wir sollen verstehen, dass es in unserer Welt nichts Zerstörerisches außer unserer Selbstsucht gibt. Alle übrigen negativen Einwirkungen, Eigenschaften, Vorfälle, alles, was uns erscheint, alles, was wir wahrnehmen – sind nur Erscheinungsbilder unserer Nichtübereinstimmung mit der Natur, unserer Selbstsucht, die nur bezüglich der integralen Verbindung untereinander und nichts anderem gemessen wird.

Wenn ich zum Beispiel jetzt zwei Portionen statt einer essen will, dann bin ich noch kein Egoist. Oder wenn ich noch ein paar Stunden länger schlafen will, dann ist mein Verhalten noch keine Selbstsucht. Ein Egoist ist derjenige, der sich von der richtigen Verbindung mit den anderen abgestoßen fühlt und der alle von der richtigen Verbindung mit ihm selbst abstößt. Dabei verletzt er die natürliche Balance der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Auszug aus dem TV-Programm „Medizin der Zukunft“, Teil 4, 07.04.2013