Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wenn sich das Licht und die Reshimot treffen

Frage: Manchmal bin ich über die eigenen Gedanken erstaunt. Woher kommen sie?

Meine Antwort: Vom Schöpfer.

Frage: Wenn ich aber über meine Gedanken nachdenke, geht das auch von Ihm aus. Wo bin ich selbst?

Meine Antwort: Ich soll nun alles auf Seine Rechnung setzen, alles der einzigen Quelle zuschreiben, dem Licht, das von oben strömt und  unten die Reshimot erweckt. Das Treffen zwischen dem Licht und Reshimot erschafft  die Realität, die mein „ich“ darstellt. Daraus bildet sich meine Wahrnehmung der Wirklichkeit.

Ich durchlaufe fünf Stufen der Entwicklung: wenn ich meine Quelle, den Schöpfer begreifen will, dann habe ich die fünfte Stufe erlangt. Folglich möchte ich meine Wurzeln – das Licht und die Reschimot begreifen. Mit anderen Worten, ich stelle die Frage über den Sinn des Lebens: Wie entsteht das Leben? Warum, wofür und wie?

Gewöhnlich erscheint diese Frage infolge schlechter Empfindungen, wenn es mir also schlecht geht. In diesem Fall erklären die Kabbalisten, dass ich nichts alleine  verstehen oder tun kann. Zuerst soll ich das System erschaffen, in welchem ich als Reshimo und als Licht handeln werde.

In diesem System gibt es mich und meinen Nächsten, was mir darin folglich erlaubt, die Reshimo und das Licht zu erwecken. Dann beginne ich, dem Schöpfer gleich zu werden, wie geschrieben steht: „Aus Deinen Handlungen erkennen wir Dich“.

Ein solches System heißt eben die Gruppe.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Welt“, 01.03.2013

Das Hindernis in den Punkt im Herzen einkleiden

Frage: Was bedeutet die Aussage: „ein Hindernis in den Punkt im Herzen einkleiden“?

Meine Antwort: Die Hindernisse erscheinen infolge des Zerbrechens der Gefäße, des Verlangens. Im Herzen gibt es den Funken, der von diesem Gefäß geblieben ist und der sich hinter einer großen Menge trennender Verhüllungen versteckt. Sie werden allmählich, nacheinander offenbart, damit du daraus die dicken Wände des korrigierten Gefäßes, zumindest die ersten zehn Sefirot, aufbauen kannst.

Wenn der Mensch die Probleme dieser Welt richtig wahrnimmt und nutzt, und zwar indem er sich mit dem Schöpfer sogar bei den schwersten Hindernissen verbindet, dann baut er im Endeffekt sein Gefäß, das Verlangen mit solchen Eigenschaften und Fähigkeiten auf. Folglich beginnt er zu fühlen, wo genau er sich befindet.

Gleich dem Kleinkind, das direkt nach der Geburt nichts oder wenig wahrnimmt. Die Zeit vergeht: ein Tag, zwei Tage, eine Woche, und es beginnt seine Umwelt zu entdecken. Plötzlich hört es Stimmen, reagiert auf das eingeschaltete Licht, beginnt zu sehen. Ebenso brauchen wir auch die spirituellen Gefäße, die Entwicklung der Wahrnehmung, um die höhere Welt empfinden zu können.

Die Hindernisse sind somit keine äußerlichen Probleme, sondern nur meine zerbrochenen Gefäße. Es ist ein Fehler, sie als Hindernisse zu bezeichnen. Welche Hindernisse können in der Schöpfung existieren? Wir steigen einen Berg zum Palast des Königs hinauf, weil wir diesen Berg selbst brauchen. Das ist eben der Berg des Hasses, den wir in Liebe umwandeln sollen, damit der Berg Sinai (Hass) zum Berg des Schöpfers wird.

Die unkorrigierten Verlangen heißen die Hindernisse, und es gibt keine anderen Hindernisse. Das, was mich vom Punkt der Verschmelzung, vom Ziel entfernt, ist eben ein Hindernis, das ich mit dem Punkt im Herzen verbinden soll. Wenn der Mensch sich nicht verwirren lässt, und sich ständig auf das Ziel ausrichtet, dann offenbart er gerade dieses Bild der Realität.

Wenn aber plötzlich schwerwiegende Probleme mit dem Geldverdienst oder mit der Gesundheit entstehen, dann soll man diese auf dem materiellen Niveau lösen. Ich sah am Beispiel meines Lehrers Rabash, wie schwer er gearbeitet hat, um das Brot für die Familie zu verdienen. Man soll dennoch gleichzeitig in zwei Richtungen gehen. Einerseits habe ich ein Problem, das ich verpflichtet bin zu korrigieren, indem ich alle Kraft zu hundert Prozent einsetze, als ob „mir niemand außer mir selbst helfen würde“. Gleichzeitig soll ich mich daran erinnern, dass dieses Hindernis von oben und nicht von den Menschen in meiner Umgebung kommt.

Ich vollziehe diese Arbeit aus Leibeskräften und richte sie in dieselbe Richtung, auf den Schöpfer aus. In diesem Fall binde ich dieses Hindernis an die Heiligkeit an und komme mit ihrer Hilfe voran.

Hat der Schöpfer nicht genug Geld, will Er, dass der Mensch in seinen Lebensproblemen versinkt? Aber diese Situationen sind für unsere Entwicklung notwendig, und für jeden Mensch gehen sie in eine bestimmte Richtung: Finanzprobleme, Gesundheitsprobleme, Probleme in der Familie. Denkt  nicht darüber nach, ob jemand mehr und jemand weniger Glück hat. Jeder erlebt die optimalsten, die besten Zustände für die Entwicklung seiner Seele, wir haben nichts zu befürchten.

Deshalb soll man nicht darum bitten, dass der Schöpfer dieses Hindernis entfernt und das Schicksal ändert, sondern man soll die Verbindung mit Ihm suchen, den eigenen Kopf beugen, um in der Verschmelzung mit Ihm alles zu durch leben, was uns gegeben ist. Vor dem Anfang der Handlung soll ich sagen: „Niemand wird mir helfen, außer ich selbst!“ und nach Vollendung der Handlung: „Es gibt Niemanden außer dem Schöpfer“.

Wenn ich aber sage, dass „Mir Niemand helfen wird“, bedeutet das eben nicht, dass ich vom Schöpfer abgetrennt werde, als ob es Ihn nicht geben würde. Ich erledige alles selbst „als ob Er nicht dabei sein würde“, aber tue alles in der Verschmelzung mit Ihm. Ich gehe zur Arbeit und verdiene Geld, denke dabei aber ständig an den Schöpfer. Ich beachte nicht die Tatsache, dass Er mich ständig begleitet, und denke nur daran, dass ich alles selbst ausführe.

Als ob wir mit Ihm gute Partnern wären: wenn ich etwas ausführe und dabei verdiene, dann nimmt Er daran passiv teil. Er ist mein Partner und Er begleitet mich ständig, führt in diesem Moment aber keine Handlungen aus. Auf diese Weise korrigiere ich mich, meine Teilnahme.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 19.02.2013

Das Schicksal ändert sich infolge des Aufstiegs

Das Schicksal verändert sich gewaltig gemäß dem Aufstieg. Jedem werden seine eigenen Hindernisse gegeben, so dass man die anderen nicht beneiden soll. Es gibt solche inneren Probleme, die von außen nicht sichtbar sind, und es kommt einem so vor, als ob der Mensch das Beste besitzen würde, dass ihn lebenslang nur der Erfolg begleiten würde, dass er niemals finanzielle Schwierigkeiten hätte. Aber wir wissen nicht, welche inneren oder äußeren Hindernisse er überwindet, die dem fremden Auge nicht sichtbar sind. Darin gibt es keine Nachsicht für Niemanden.

Je mehr es um die innere Korrektur geht, desto qualitativer wird sie, weshalb ihre Kraft mächtiger ist als die Korrektur durch äußere Probleme. Das kann man mit einem Arbeiter vergleichen, der eine ganze Woche hindurch arbeiten muss, um dasselbe wie eine  Fachkraft zu verdienen, die dieselbe Summe für lediglich einen Tag bekommt. Alles hängt von der Wurzel der Seele ab.

Wir beschäftigen uns gerade mit den wichtigsten Arbeiten. Es ist eine niedrige, eine grobe Arbeit – die Arbeit für die Korrektur der Welt auf ihrer untersten Stufe, dort wo sie sich jetzt befindet. Diese Arbeit ist aber etwas Besonderes und Ehrenvolles. Man muss das fühlen, verstehen und dafür danken.

Wir arbeiten an unserem Gefäß. Alle offenbarten Probleme sind Mittel für die Korrektur der zerstörten Einheit. Ich wiederhole jeden Tag, dass die Verbreitung für euch wichtig ist, dass es dabei um eure eigenen Gefäße geht, dass ihr dadurch niemandem einen Gefallen tut. Der Schöpfer braucht eure Arbeit nicht – ihr selbst braucht sie zu allererst, wo sonst werdet ihr die Offenbarung empfinden?

Wenn der Mensch aber innerhalb des Zerbruchs versumpft und von da aus die Welt wahrnehmen will ohne sich zu korrigieren, dann gleicht er einem Kind, das nicht wachsen will und fordert, dass man ihm im Alter von zwei Jahren alle Sachen gibt, über die die Erwachsenen verfügen. Das bedeutet, dass es sich in seiner Entwicklung verspätet und die Möglichkeiten, die ihm gegeben werden, nicht nutzt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 19.02.2013

Mit starker Hand und mit überströmendem Grimm

Auszug aus dem Artikel “Mit starker Hand und mit überströmendem Grimm” (Shamati 70): Er sagte, dass wir wissen sollten, dass von denjenigen, die in den Dienst des Schöpfers eintreten möchten, um sich wahrlich an Ihn anzuheften und das Gemach des Königs zu betreten, nicht jeder zugelassen wird. Sondern man prüft den Menschen: Wenn es in ihkeinen anderen Wunsch gibt, außer dem Wunsch nach der Anhaftung (Dwekut), dann lässt man ihn herein.

Und wie prüft man einen Menschen, ob es in ihm nur einen Wunsch gibt? Man bereitet ihm Hindernisse, indem man ihm fremde Gedanken und fremde Boten schickt, um ihn zu hindern, auf dass er diesen Weg verlassen möge und sein Leben wie alle anderen lebe.

Und wenn der Mensch alle Schwierigkeiten überwindet, alle Barrieren durchbricht, die ihn hindern, und ihn kleine Dinge nicht zurückweisen können, dann schickt ihm der Schöpfer mächtige Klipot und Merkawot (Streitwagen), auf dass sie den Menschen davon ablenken, sich einzig an den Schöpfer und an nichts anderes anzuheften. Das heißt „mit starker Hand“ weist ihn der Schöpfer zurück.

Man braucht viel Zeit, um endlich zu verstehen, dass alles, was ein Mensch empfindet, vom Schöpfer kommt, um ihn auf das Ziel zu richten. Es gibt keine Handlung, keine Tat, keinen Vorfall, die den Menschen nicht zum Ziel, das heißt zur Verschmelzung mit dem Schöpfer führen würden. Der Mensch kann das keinesfalls beeinflussen, weil alles laut der informativen Gene (Reshimot) geschieht. Die Intensität und der Charakter der Offenbarung dieser Reshimot hängt davon ab, wie wir die vorhergehenden Reshimot durchgearbeitet haben.

Aber alles erfolgt entsprechend dem Programm, nach dem der Mensch ein starkes Verlangen zur Verschmelzung, das dem spirituellen Verlangen gleicht,  offenbaren soll, das heißt ein Verlangen, das konstant ist und in der vollen Kraft nur zum einzigen Ziel gerichtet ist. In der Spiritualität gibt es „kein ein bisschen“, sondern nur ein Maximum, so dass alle Verlangen des Menschen ebenso unerschütterlich sein sollen.

Deshalb zeigt der Schöpfer seine starke, herrschende Hand und stellt den Menschen vor schwierige Fragen, Probleme, verwirrt ihn, damit der Mensch nach der Überwindung dieser Hindernisse gestärkt wird. Er soll alle Richtungen klären und nur eine wählen, wonach es unmöglich sein wird, ihn vom Weg abzulenken.

Dafür stellt der Schöpfer den Menschen vor immer schwierigere Probleme, wie in der Parabel über den Menschen geschrieben ist, der zum Palast des Königs entlang des Berges hinaufsteigt und dem grausamen Wächter auf dem Weg begegnet. Und das alles dafür, dass im Menschen nur ein starker Wunsch bleibt,  vom Streben in die spirituelle Welt zu gelangen, explodiert, das heißt das Geben, die Selbstannullierung, die Erweiterung eigener Grenzen erreicht.

Dieser Zustand gleicht der Geburt, an der zwei Kräfte teilnehmen: die Kraft, die von innen hinausstößt, und die Kraft, die den Ausgang nach draußen versperrt. Die Spannung zwischen diesen Kräften steigert sich so lange, bis sie für die Öffnung der Türen ausreichend wird, wonach schon der Durchbruch geschieht. Dann kommt der Neugeborene nach draußen.

Diese zwei Kräfte stehen einander entgegen: die Kraft des Schöpfers und die Kraft der Schöpfung, sie erreichen im Endeffekt einen solchen Druck, der für den Durchbruch genügt. Wie es gesagt ist: „Am selben Ort, zur gleichen Zeit und mit derselben Frau, denn es entsteht eine solche Konzentration der Anstrengung, die zur Realisation führt.

Auszug aus der Vorbereitung zur Unterricht, 19.02.2013

Antworten auf die Fragen der Blog-Leser, vom 18.02.2013

Frage: Wenn ein Mensch einem anderen verzeiht, weil er weiß, dass der andere Mensch nicht schuldig ist, dann hindert ihn doch dieses Wissen daran, die Leiden zu empfinden, die uns unsere Nächsten bereiten?

Meine Antwort: Die Leiden bereiten uns weder die Menschen, die uns nahe stehen, noch fremde Menschen. Die Leiden kommen vom Schöpfer, und wie es im Buch Schamati gesagt wird: „sind alle Leiden dieser Welt nur die Vorbereitung zu den wahren Leiden – zu den Leiden der Liebe zum Schöpfer“.

Frage: Kann die Seele sterben?

Meine Antwort: Die Seele ist „ein Teil des Schöpfers“, der einheitlichen, schöpferischen Kraft des Gebens, und nur unsere Selbstsucht, die alles teilt, empfindet sie wie „einen Teil“, d.h. wie etwas Abgesondertes.

Zu sterben, d.h. aufzuhören “Lebenszeichen zu empfinden“, kann der sogenannte „Keim der Seele“ sein – die ersten Impulse der Kraft des Gebens und des Verlangens, das den Menschen zur Entwicklung, zur Methode der Kabbala bringt. Wenn der Mensch keine Bemühungen für den Aufstieg unternimmt, dann können „die Impulse“  schwächer werden oder komplett aufhören.

Frage: Die Absicht ist ein Gebet von vielen?

Meine Antwort: Die Absicht ist ein Ziel, mit dem der Mensch seine Verlangen verwendet, oder anders gesagt – der allgemeine Hintergrund, wo das Leben der Verlangen verläuft.

Man muss sich bemühen, damit die Absicht zum ständigen „Gebet für viele Menschen wird“.

Frage: Ich bezweifle, dass der kabbalistische Weg der wahre Weg zu Gott ist? Das heißt, es gibt viele Religionen, und ob wir tatsächlich die richtige gewählt haben? Viele sagen, dass es eine Sekte ist.

Meine Antwort: Die Kabbala begrüßt die Zweifel, weil sie nicht nur ein unvermeidlicher, sondern auch ein notwendiger Teil der Entwicklung sind. Was die Kabbala betrifft, um ihre Frage zu beantworten – ob dieser Weg richtig ist, und wohin er führt, ob es eine Sekte ist oder nicht, das soll der Mensch sich selbst, sich persönlich beantworten. Wenn er jedesmal eine fremde Meinung ohne die eigene Erfahrung annehmen wird, dann kann diese Einstellung zum schwerwiegenden Hindernis in seiner Entwicklung werden.

Frage: Wer war im Laufe der Geschichte der stärkste Kabbalist: Solmon, Mosche, Rabbi Akiwa oder noch jemand anders?

Meine Antwort: So darf man die Frage nicht stellen. Jeder Kabbalist hat seine eigene Mission in dieser Welt, und durch ihre Arbeit ergänzen sie einander.

Frage: Wie lernt man, richtig zu empfangen?

Meine Antwort: Das Empfangen ist ohne Verlangen, das in der Kabbala als „Kli“, Gefäß bezeichnet wird, unmöglich. Das Licht befindet sich in der absoluten Ruhe, wenn das richtige Verlangen entstehen wird, so wird es sich sofort mit dem Licht ausfüllen. Und wir nehmen die Verlangen aus der Umgebung wahr. Deshalb besteht unsere ganze Arbeit in der Konstruktion der richtigen Umgebung, die uns ermöglichen wird, die spirituellen Verlangen den Materiellen zu bevorzugen.

Ein großes Plus über die minimalen einzelnen Minusse

Frage: Wie ist die Richtigkeit in der Arbeit zu prüfen?

Meine Antwort: Die wahrhafte Arbeit erfolgt dann, wenn ich die Umgebung, die Gruppe dafür benutze, um aus eigener Kraft unsere starke, gegenseitige Vereinigung zu offenbaren. Ich soll seitens der Gruppe eine gute, direkte  Beziehung zu mir offenbaren, welche ich in Form der Beziehung zwischen mir und dem Schöpfer, Der sich in die Gruppe einkleidet, wahrnehme. Und von meiner Seite aus soll ich die gleiche Beziehung in die Gruppe einbringen: direkt, warm, freundlich, mit vollkommener Offenheit zur Verbindung, und zwar entsprechend meiner Stufe.

Wir haben keinen anderen Ort außer der Gruppe, wo wir uns treffen könnten, um unsere Verbindung zu realisieren. Dabei bedeutet die Gruppe, dass ich keine besonderen persönlichen Beziehungen mit jedem Gruppenmitglied aufbauen soll, sondern ich verhalte mich zu allen gleich, und wünsche, den Schöpfer in der Verbindung zwischen uns zu offenbaren.

Wir sind verschieden, jeder bringt seine eigenen Besonderheiten in die Gruppe, seine ganzen Ansprüche und Probleme, alle erlebten negativen Zustände. Mit all diesen Unterschieden, mit unseren Minussen (Mängeln) (-) kommen wir in die Gruppe, und arbeiten daran bis jeder Einzelne sie ins Plus (+) umgewandelt hat. All unsere Plusse werden in einem großes „Plus“ vereinigt, so dass wir auf diese Weise den Schöpfer aufbauen, damit sich dieses Plus über unsere Minusse erhebt.

Im Minus erreiche ich die eigene Unabhängigkeit und bleibe ich selbst, mein „Ich“ (аlef -nun-jud) verschwindet nicht. Und in unserem Plus erreichen wir den Zustand „es gibt mich nicht“ (alef-jud-nun), denn dort will sich der Mensch annullieren, sich in der Gruppe auflösen. Auf diese Weise erlangen wir die vollkommene Veränderung: von einem Pol bis zum anderen Pol und schließen beide Kräfte ein. Das was wir haben, heißt das Wissen, außerdem gibt es noch den Glauben über dem Verstand. Das heißt, wir bevorzugen ständig das Geben, das wir über das Empfangen stellen.

Darin besteht eben die Arbeit, die man nur in der Gruppe realisieren kann. Der Unterschied (delta) zwischen „ich“ und „es gibt mich nicht“ wird immer die Höhe meiner Stufe bestimmen, auf der ich das eigene Licht NaRaNCHaY empfinden werde.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 17.02.2013

Die Grenzen zwischen dem Empfangen und dem Geben aufzeichnen

Sobald der Mensch Ansprüche an den Schöpfer empfindet, entsteht sofort eine Verhüllung, infolge welcher er nicht mehr direkt zum Schöpfer ausgerichtet ist, sondern ein anderes Ziel verfolgt. Der Schöpfer ist die einzige Kraft, die gut ist und das Gute schafft. Wenn du direkt auf Ihn ausgerichtet bist, dann kannst du keine Ansprüche haben. Nachdem du von der richtigen Richtung abweichst, entstehen in dir sofort Unzufriedenheit und Klagen.

Kehre zum richtigen Weg zurück und setze deine Reise fort, wonach du wieder den Weg verlassen und beginnen wirst, dich über dein Leben zu beklagen. Infolge der Unzufriedenheit und deren Überwindung kommst du jedes Mal näher an den Schöpfer, ähnlich dem Schiff, das mit den Wellen vorankommt. Du kannst dich nicht direkt zum Schöpfer ausrichten, weil es in dir keine Eigenschaft des Gebens, sowie keine guten und das Gute schaffende Eigenschaften gibt. Du sollst dein neues Wesen über der Eigenschaft zu Empfangen, aus ihrem Gegenteil aufbauen. Dabei schaffst du nicht die Eigenschaften selbst, sondern nur deren Abdruck.

Es ist bekannt, dass man eine Statue entweder aus einem Mangel, oder aus einem Überschuss heraus meißeln kann. Man kann einen großen Block nehmen und daraus alles Überflüssiges wegmeißeln, so dass nur die Form bleibt. Man kann aber auch Gips nehmen und daraus eine Skulptur modellieren. Auf jeden Fall ist das Wichtigste hier der Umriss, die äußerliche Form. Wir bauen diese äußerliche Form über dem Verlangen zu empfangen auf, wir klären jedesmal, wo ihre Grenze mit dem Verlangen des Gebens verläuft.

Deshalb besteht unsere Arbeit gerade darin, die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu erreichen, und aus diesem Grund wird der Mensch als „Adam“ bezeichnet, das heißt „ähnlich dem Schöpfer“. Die Arbeit besteht darin, den Schöpfer zu rechtfertigen. Ich kann mich nicht darauf einstimmen, gut zu werden, schöpferähnlich zu werden, außer Dem es niemanden gibt. Indem ich Ihn aber rechtfertige, gleiche ich mich seiner Form an, ich bringe mich an Seine Form näher heran.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 17.02.2013

Rutsche nicht in den Sumpf des Lebens!

Niemand kann mir sagen, was ich tun sollte. Ich muss das klären und selbst entscheiden, welches Ziel fiktiv und welches real ist. Ich muss die Verantwortung für die Schritte, die ich unternehme, übernehmen. Wozu wurde mir sonst dieses Leben gegeben?

Mein Leben ist, als wäre ich in der Mitte eines Sumpfes, in dem es nur wenige Stellen gibt, auf die ich treten kann, um ihn zu überwinden und nicht einzusinken. Es muss meine Entscheidung sein. Kein anderer kann meine Füße bewegen und sie auf die richtige Stelle stellen.

Wenn ich ausrutsche, werde ich für einige Jahrzehnte im Sumpf des Lebens ertrinken. Falls das geschieht, muss ich verstehen, dass es geschehen musste. Ich sollte alles in meiner Macht Stehende tun, um alles im Voraus zu klären. Mache ich dann später dennoch einen Fehler und ertrinke für einige Jahrzehnte, ist das ein Zeichen dafür, dass es geschehen musste. Ich weiß zwar jetzt nicht, warum und wozu, aber das werde ich später herausfinden. Es ist so, wie über die direkte und indirekte Vorsehung gesagt ist: „Von hinten und von vorne umfasst du mich.“

Frage: Wie kann ich meine eigene Entscheidung treffen, wenn ich völlig unter dem Einfluss der Umgebung (einer spirituellen Gesellschaft oder einer Äußeren) stehe?

Meine Antwort: Das ist alles dein freier Wille – von der spirituellen Gesellschaft so viel wie dir möglich ist, beeindruckt zu sein, und nicht mit „erhobener Nase“ umherzulaufen und dich nicht jedem gegenüber überlegen zu fühlen. Sonst wirst du nicht in der Lage sein, von ihnen positiv beeindruckt zu werden.

Dies bedeutet aber nicht, dass du zu den Freunden kommen kannst und sie fragst, was du tun solltest: ob du ins Ausland gehst, um Geld zu verdienen, oder nicht. Du darfst andere nicht für dich entscheiden lassen. Deine Entscheidung muss das Ergebnis deiner inneren Klärungen sein, das Ergebnis deiner Bemühungen, dich selbst der Gesellschaft zu unterwerfen, das heißt, der spirituellen Idee, der Sehnsucht nach Verbindung und Einheit, der Entwicklung in Richtung Anhaftung an den Schöpfer über dem Verstand. Das bedeutet die Gesellschaft, die kollektive Kraft für mich. Insofern du dich der spirituellen Idee unterwirfst, wirst du entscheiden, was im Leben für dich wichtig ist.

Dann schaue ich zurück und sehe nicht meinen Körper! Er verschwindet irgendwo in meinem vorherigen Leben, ist längst von meinem Pfad eliminiert. Ich muss ihn mit etwas Grundnahrung versorgen, und das tue ich. Elementare Bedürfnisse bedeutet, dass ich etwas tue, weil ich es muss, da ich für meinen Körper sorgen muss. Ich zwinge mich, über meinen tierischen Körper nachzudenken, der „elementares Bedürfnis“ genannt wird. Doch halte ich mich in all meinen anderen Gedanken in der Gruppe und der Verbindung auf, und dann treffe ich die richtige Entscheidung.

Diese Verbindung stützt mich und lässt mich nicht gehen. Ich hafte so stark daran an, dass ich mich nur um irgendein elementares Bedürfnis sorgen kann, wenn ich mich dazu zwinge. Wir können dies daran testen, wie glücklich ich mich fühlen dürfte, wenn ich mich nicht um meinen Körper zu kümmern hätte, sondern mich 100% nur um die Gruppe und den Schöpfer sorgen könnte – und nicht auch nur 1 % um mich selbst.

Doch wenn ich anfange, mich nur um die elementaren Bedürfnisse meines tierischen Körpers zu sorgen, dann realisiere ich plötzlich, dass er nicht zu mir gehört! Dann wird die Beschäftigung mit meinem Körper und meiner Familie zu einer spirituellen Arbeit. Ich empfand sie als meins, solange ich etwas egoistischen Profit von ihnen erhielt. Wenn ich jedoch keinerlei Profit von diesen notwendigen Beschäftigungen erhalte, ist es einfach ein Spiel, das mir gegeben wurde, ein Hilfsmittel, eine Möglichkeit für spirituelle Klärung.

Auszug aus dem Unterricht nach den Schriften von Baal HaSulam, 04.02.2013.

Den Zeiger vom Hass zur Liebe umdrehen

Frage: Wer sind die Feinde des Menschen, wenn sich die ganze Welt in seinem Inneren befindet?

Meine Antwort: Alle deine Verlangen und Gedanken sind deine Feinde.

Gewöhnlich spielen die Menschen um dich herum keine wichtige Rolle, wenn sie dich nicht stören oder beunruhigen. Aber gerade die Menschen, die deine Feinde sind, sind eine wirkungsvolle Hilfe für deinen Aufstieg. Man soll nur verstehen, wie diese Hilfe zu verwenden ist.

Wenn es deine Freunde aus der Gruppe betrifft, so bist du verpflichtet, sie von den Feinden zu den Lieblingsfreunden umzuwandeln. Dabei spielt es keine Rolle, ob er dich hasst oder du ihn. Normalerweise bist du selbst für die schlechten Beziehungen verantwortlich, deshalb sollst du sie auch selbst verändern: vom Hass zur Liebe.

Das ist gar nicht einfach. Beginne, in deinem Inneren solche Berechnung auszuführen, und du wirst sehen, wieviel Arbeit darin eingeschlossen ist.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 11.02.2013

In den heißen Umarmungen des Lichtes

Frage: Kommt in jedem Augenblick das Erwachen von Oben zu uns, und wie soll man darauf richtig reagieren?

Meine Antwort: Nicht nur das Erwachen, sondern überhaupt unsere ganze Existenz ist nur dank der Höheren Kraft möglich, die uns die ganze Zeit unterstützt und wie ein Magnet ein Metallteilchen in der Luft festhält; sie führt mit uns allerlei Handlungen aus.

Daran gibt es keine Zweifel. Ohne die höhere Kraft könnte das Material der Schöpfung nicht existieren, es könnte sich nicht verändern und hätte sich niemals selbst empfunden. Das alles macht das Licht.

Und unsere richtige Reaktion besteht darin, uns zu bemühen, die eigene Sensibilität, die feine Aufnahmefähigkeit zu erhöhen, um zu erkennen, was die höhere Kraft mit uns veranstaltet, und zu verstehen, wie man antworten soll, um sich an ihre Eigenschaften, an die von ihr ausgeführten Veränderungen, an ihre Einwirkung auf uns anzuschließen und ihr anzugleichen.

Das bedeutet, dass in jedem leeren Zustand, den mich der Schöpfer empfinden lässt, ich mich an Seine Handlung anschließe und mich darin einkleide, wie sich das weibliche Verlangen in das männliche einkleidet. Somit nehmen wir ständig an der allgemeinen Handlung teil, wie es die Partner tun. Auf diese Weise soll ich mich bemühen im Leben zu handeln, dann werde ich den vollkommenen Zustand, die Verschmelzung, erreichen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 03.02.2013