Ein Patent für ein glückliches Leben

Glück – das ist die Erfüllung der schärfsten Wünsche des Menschen. In der Regel entsteht es im Kontrast zum Gefühl der Unzufriedenheit.
Zum Beispiel schenkt der Hunger das Gefühl des Genusses an der Speise, die Trennung – das Gefühl der Freude beim Wiedersehen mit einem geliebten Menschen usw. Mit anderen Worten: Wir sind so geschaffen, dass wir das Positive nur aus dem Negativen heraus empfinden können.
Da stellt sich die Frage: Lohnt es sich überhaupt, nach Glück zu streben, wenn wir uns zuerst in Leiden stürzen müssen, um uns danach glücklich zu fühlen?
Die Sache ist die, dass die kabbalistische Methode dem Menschen ermöglicht, Glück gleichzeitig mit dem Gefühl des Mangels zu empfinden. Das heißt, in dem Moment, in dem ich etwas koste, empfinde ich sowohl die Sehnsucht nach diesem Geschmack als auch seine Erfüllung.
Ich muss das nicht zeitlich trennen – jetzt leide ich, und dann empfange ich. Deshalb haben Menschen, die sich mit der spirituellen Praxis beschäftigen, keine Frage der Zeit. Sie existieren außerhalb von ihr und durchlaufen gleichzeitig Zustände von Leiden und Erfüllung, Hunger und Sättigung.
Das ist die Weisheit der Kabbala – die Wissenschaft des Empfangens! Sie lehrt den Menschen, das Erwünschte nicht in einem Monat oder einem Jahr zu empfangen, sondern genau in dem Moment, in dem er es wünscht. Dabei wirken zwei sich scheinbar widersprechende Kräfte – Minus und Plus – gleichzeitig in einem Paar.
In unserer Welt gibt es das nicht. Hier gibt es einen großen Minus, zu dem wir praktisch keinen Plus erhalten. Das Empfangen von Genuss nach der kabbalistischen Methode hingegen ruft in uns selbst das Verlangen danach und seine Erfüllung hervor.
Frage: Aber wie kann man das tun? Wie kann man dennoch glücklich werden in dieser Welt?
Antwort: Das ist nur möglich, wenn ich mich nicht selbst, sondern durch andere erfülle. Darin liegt das Geheimnis des Glücks, denn mich selbst kann ich niemals erfüllen. Wenn ich aber die Wünsche anderer empfinde und in mich aufnehme, dann erfülle ich, indem ich sie erfülle, auch mich selbst – denn ihre Wünsche werden zu meinen. Es zeigt sich, dass ich mich selbst durch die Existenz in anderen erfülle.
Das Geheimnis besteht darin, dass ich aus mir heraustrete, außerhalb meiner selbst Wünsche entdecke, sie als meine annehme und erfülle. Das heißt, sowohl das Verlangen als auch seine Erfüllung befinden sich außerhalb von mir, doch genau das ist meine Seele.
Frage: Erfüllen wir dabei auch die materiellen Wünsche eines Menschen?
Antwort: Wir stillen alle seine Wünsche – aber nur in einem bestimmten Maß. Die materiellen Wünsche eines Menschen werden nur in dem Maß erfüllt, das für seine Existenz notwendig ist, nicht mehr. Die spirituellen Wünsche hingegen – in dem Maß, in dem wir gemeinsam aufsteigen wollen, denn mein Aufstieg und sein Aufstieg sind miteinander verbunden und ergänzen sich gegenseitig.
So schenkt uns das Erfüllen der Wünsche anderer das Gefühl des Glücks.
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Aus der TV-Sendung „Kurze Geschichten“, Teil 2





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