Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Zustand'

Was bedeutet „Befehl“ in der Spiritualität?

Eine Frage, die ich erhielt: Das Kapitel aus dem Sohar, das wir jetzt lesen, heißt „Und du befehle mir“ (Tezaveh). Was bedeutet eigentlich „Befehl“ in der Spiritualität?

Meine Antwort: Dies ist ein Befehl, der auf uns auferlegt ist. Und obwohl wir uns in die Arbeit des Schöpfers einreihen, vor allem sollen wir uns ständig bemühen, unseres Wunsches und des Grundes unserer Erschaffung bewusst zu sein.

Denn wir sind ohne diesen Gedanken keine Geschöpfe. Als ein Geschöpf wird derjenige bezeichnet, der auch empfindet, dass er sich in einem dem Schöpfer entgegengesetzten Zustand befindet.

Aber dieses Verständnis genügt immer noch nicht. Es ist nur das erste Begreifen der eigenen Natur. Danach soll der Mensch versuchen, sich dem Schöpfer anzugleichen. Erst dann enthüllt er, dass er dazu überhaupt nicht in der Lage ist.

Wenn er aber weiterhin danach strebt, das nächste Niveau des Begreifens seiner Natur zu erreichen, enthüllt er noch, dass er sich dem Schöpfer gar nicht angleichen WILL.

Somit ist er nicht nur dem Schöpfer entgegengesetzt und nicht dazu fähig, Ihm ähnlich zu werden, sondern er WILL es auch nicht.

Gleichzeitig erhöht der Mensch in seinen Augen jedes Mal die Wichtigkeit des Schöpfers, die Wichtigkeit des Ziels und sieht den eigenen Zustand als erniedrigend und winzig.

Er setzt fort, weiter zu suchen und nur dann versteht, dass zwischen den Seelen ein System der Verbindung existiert, woraus er die zusätzlichen Kräfte bekommen kann. Dann wird er sich wirklich wünschen und es auch schaffen, sein Gegenteil zum Schöpfer zu enthüllen sowie entdecken, dass er keine Möglichkeit und auch kein Verlangen danach hat, sich dem Schöpfer anzugleichen

Zugleich wird er die dringende Notwendigkeit in der Korrektur, in der Möglichkeit, dem Schöpfer zu geben, empfinden – die viel größer ist, als seine anfängliche Notwendigkeit.

Folglich wendet sich der Mensch an Ihn, mit solch „schwerer Ausrüstung“, die er mit der Kraft der Gruppe erworben hat, mit der Eigenschaft der Bürgschaft, innerhalb welcher der Schöpfer existiert und dieses System unterstützt, weil er die nötige Bitte ausformuliert hat. Und davor kann er keine richtige Bitte empfinden.

Auf diesem Wege erreicht der Mensch die Einwirkung des Lichtes, die ihn zur Quelle zurückführt. Somit verwirklicht er seine Wahlfreiheit und kommt zu einem Zustand, in welchem der Schöpfer ihm die Kräfte gibt.

Dann beginnt er zu sehen, was er innerhalb dieses Lichtes korrigieren soll, wie es auch geschrieben steht: „In Deinem Licht werden wir das Licht sehen“. Der Mensch beginnt, den Befehl des Schöpfers zu verstehen – was genau korrigiert werden soll, nämlich seine 613 nicht korrigierten Eigenschaften, eine nach der anderen.

Er versteht, worin jede Eigenschaft, jede Kraft und jeder Wunsch verdorben ist, wie diese zu korrigieren sind und was er aufgrund der Korrektur erwirbt, wie er auf das gesamte System einwirkt und dadurch auf den Schöpfer, indem er Ihm die Möglichkeit sich zu enthüllen gibt.

Auf diese Weise geht er schrittweise den gesamten Prozess der Tora und der Gebote durch, korrigiert alle Wünsche durch die Absicht zu geben um des Gebens willen und sogar zu empfangen um des Gebens willen, das heißt wenn man nicht für den eigenen Genuss, sondern um des Schöpfers willen das Licht empfängt.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 31.05.2010

Eine einfache Formel für Spiritualität

Wenn du in den Freunden kein großes Bestreben nach Spiritualität erkennst und dich von der Umgebung nicht beeindrucken lässt oder dich fürs Geben nicht begeistern kannst, dann bedeutet das, dass du dich selbst nicht einbringst. Fang an, in Freunde zu investieren, und du wirst sehen, wie sie dich daraufhin beeinflussen werden.
Das ist eine äußerst einfache Formel! Ich bringe mich in die Gruppe ein und erreiche einen solchen Zustand, in dem wir anfangen, uns gegenseitig zu beeinflussen.

Unser Kreis verwandelt sich in ein spirituelles Gefäß (Kli), in dem sich unsere ganzen Verlangen nach Spiritualität, die ganzen Punkte im Herzen vereinen, und über ihnen entsteht ein anti-egoistischer Schirm, unser gegenseitiges Geben.

Jetzt, wo wir uns alle gegenseitig beeinflussen, müssen wir überprüfen, ob wir das um des Gebens an den Schöpfer willen tun. Wenn ja, dann haben wir einen Schirm und reflektiertes Licht. Und die höhere Kraft wird sich uns augenblicklich enthüllen, gemäß der Ähnlichkeit unserer Eigenschaften.

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Eine psychologische Veränderung, die die Welt auf den Kopf stellt

Eine Frage, die ich erhielt: Warum schreibt Baal HaSulam, dass der Übergang zur Natur des Gebens nicht mehr als ein psychologisches Problem ist? Was ist so schwer daran?

Meine Antwort: Das psychologische Problem besteht darin, anzufangen, alles als ein beabsichtigtes äußeres Einwirken auf uns wahrzunehmen.

Später werden sich alle Welten für uns vereinen, doch noch ist das für uns eine Frage der Psychologie.

Wir müssen versuchen, uns ein wenig von uns selbst zu lösen, als ob wir uns von der Seite betrachten und einschätzen würden (Betrunkene haben manchmal ein ähnliches Gefühl der Spaltung).

Das Wichtigste ist, sich selbst einer Analyse zu unterziehen und zu erkennen, dass alles, was mit mir geschieht – sowohl im Herzen als auch im Verstand, und überhaupt in meinem ganzen Leben – der Schöpfer mit mir macht, Er erfüllt mich, steuert mich und spielt mit mir. Ich bin nicht ich, sondern Sein Spiel, und ich selbst beobachte es.

Was kann ich tun? Ich werde gänzlich von der inneren Erfüllung beherrscht, die Er mir gibt. Doch Er gab mir noch einen weiteren Punkt, den „archimedischen“ Punkt, damit ich von diesem Punkt aus mich selbst betrachten und sagen könnte: „Alles, was du denkst und was du spürst, kommt von Ihm“.

Frage: Und wie kann ich mich über diesen Zustand erheben?

Meine Antwort: Ich muss von Ihm verlangen, meine Natur zu verändern. Jedes Mal schafft er besondere äußere Bedingungen für mich, und jedes Mal muss ich Ihn darum bitten, dass Er die Bedingungen in mir drin (meine Eigenschaften) verändert und sie in Einklang mit den äußeren (Eigenschaften des Schöpfers) bringt.

Es ist so, als ob wir an einen Ort mit besonderen äußeren Bedingungen, die wir nicht aushalten können, gelangen würden. Für gewöhnlich wollen wir in solchen Fällen die Umgebung zu unseren Gunsten verändern.

Die „psychologische Veränderung“ besteht darin, zu verstehen, dass wir nicht die äußeren Bedingungen verändern, sondern uns selbst an die äußeren Bedingungen anpassen müssen, weil es unmöglich ist, sie zu verändern.

Wir können uns selbst an die neue Umgebung anpassen, dann werden wir uns in ihr wohlfühlen! Diese psychologische Veränderung bedeutet eine neue Einstellung gegenüber den Veränderungen, die die Menschheit heutzutage durchmacht.

Wir aber wollen immer noch, wie auch im Laufe unserer ganzen Geschichte, die Umgebung verändern und die Welt nach unseren Vorstellungen gestalten.

Doch wir befinden uns bereits in einem anderen Programm, und diese Welt (d.h. der Schöpfer, der das alles inszeniert) verlangt jetzt von uns, dass wir selbst anfangen uns ihr entsprechend zu verändern.

Um mich herum entstehen neue Bedingungen: es kommt Finsternis in die Welt, alles gerät durcheinander, zieht sich zusammen, wird kompliziert und beängstigend – doch ich muss darum bitten, nicht die Welt um mich herum, sondern mich selbst zu verändern.

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Zuviel Wohlstand?


Ich erhielt folgende Frage: Was ist der Unterschied zwischen den „sieben fetten und den sieben mageren Jahren“? Wie wirken sie sich in unserer Welt aus?

Meine Antwort: „Die sieben fetten Jahre“ (sieben guten Jahre) bezeichnet die Zeit, in der die Menschheit nach Wohlstand strebte. Wir wollten durch technische, wissenschaftliche, soziale und politische Revolutionen ein gutes Leben erreichen. Noch vor wenigen Jahren beanspruchten die Amerikaner die Erfolgreichsten zu sein, da Amerika eine Konsum-Gesellschaft ist. Je größer der Konsum, desto größer der allgemeine Wohlstand. Jetzt entdecken wir, dass eine Kultur des Konsums nicht zukunftsfähig ist; wir zerstören uns und unseren Planeten. Wir können mit dem Weg des Konsumverhaltens nicht voranschreiten, da alles Grenzen hat.

Zukunftsvoraussagen in der Zeit meiner Kindheit malten ein ganz anderes Bild von unserem gegenwärtigen Zustand. Mir wurde gesagt, dass ich als Erwachsener nur noch vier statt acht Stunden zu arbeiten hätte, den Rest der Zeit könnte ich für kulturelle Aktivitäten nutzen, Ich hätte zwei Monate Ferien und die Kinder der Zukunft hätten eine gute Ausbildung und wären kulturell entwickelter.

Heute jedoch arbeiten die Menschen zwölf Stunden und haben kaum Urlaub. Ausbildung und Kultur sind in einer schrecklichen Krise. Die Familien brechen auseinander. Die Mehrheit der Menschheit lebt in Verzweiflung und Depression und ist von Antidepressiva oder „Modedrogen“ abhängig. Wir sind in einem Zustand, der das Ende der „sieben fetten Jahre“ einläutet und den Beginn der „sieben mageren Jahre (die sieben schlechten Jahre) markiert. Die „sieben mageren Jahre“ entstehen, um die Menschheit zur Entscheidung zu bewegen, eine solche Existenz aufzugeben.

Was sollen wir tun? Die Menschen des alten Babylon standen vor dem gleichen Dilemma, als ihr Egoismus genauso wie der unsrige explodierte. Abrahams Ratschlag zur damaligen Zeit passt also genauso in unsere Zeit.

„Es gibt zwei Lösungen. Willst Du Dich über die ganze Erde verbreiten, obwohl die Bestimmung des Geschöpfes die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer ist?“ „Fliehe nicht vor Deiner Aufgabe“, warnte Abraham, „Es ist unausweichlich, dass Du in viereinhalbtausend Jahren zu ihr zurückkehren musst“. Abraham sprach natürlich von unserer Zeit.

Kabbala Akademie

Lass das Licht leuchten!

Eine Frage, die ich erhielt: Das Geben – ist das eine Handlung oder ein Wunsch, zu geben?
Meine Antwort: Was kann man dem Schoepfer schon geben, wenn er keinen Mangel hat, ausser deiner Einstellung zu ihm? Und sogar diese braucht er nicht.

Das Einzige, das ihm fehlt – dass du so wie Er wirst. Nur dadurch kannst du ihm Genuss bereiten. Warum? Weil du dann im bestmoeglichen Zustand bist.
„Aber ich moechte nicht im bestmoeglichen Zustand sein! Ich moechte nur an das Geben denken!“ Wenn du ans Geben denkst, denkst du , wie du den bestmoeglichen Zustand erreichen kannst.
Es ist wichtig, was dich bewegt: Das Geben an den Schoepfer und dafuer erreichst du den vollkommenen Zustand, oder du moechtest diesen Zustand erreichen, weil er der beste ist, und das Geben an den Schoepfer siehst als eine Art Bezahlung… um wessen willen arbeitest du?

Es kann kein Wunsch zu Geben existieren, ohne seine Umsetzung. Wenn du dies willst, bist du verpflichtet, diesen Wunsch umzusetzen.Die Handlung des Gebens und der Wunsch zu geben sind dasselbe.
Im Spirituellen gibt es keine physischen Handlungen – den Wunsch zu geben zu erreichen – darin besteht unser ganze Arbeit. Denn was kannst du dem Schoepfer geben? Nur den Wunsch, ihm zu geben!
Wir enthuellen das Licht “ Chochma“.Wen bezueglich sollen wir dieses Licht enthuellen – bezueglich den Schoepfer oder die Schoepfungen?

Das Licht Chochma erfuellt das ganze System. Du enthuellst nur dich selbst, dein Gefuehl, dass du geniesst, gibst, unbegrenzt wirst. Nur dein Wunsch (Kli) aendert sich.

„Ich gebe dem Schoepfer!“ Was gibst du?.. Hat er denn etwa frueher kein Licht gehabt und jetzt hat er es? – Du gibst ihm deine Einstellung. Deine Einstellung zu Ihm heisst Handlung.

Dein Wunsch ist schon die Handlung. Aber dieser Wunsch muss vollendet sein, sonst zaehlt er nicht als Wunsch.
Er muss sich nach allen vier Stufen des direkten Lichtes entwickeln. Dann, sicherlich, aus der vierten Stufe, erreicht sein gespiegeltes Licht Keter, das heisst Geben.

Aber wo gibt es das Geben in Keter? Es fuehlt, dass es dem Schoepfer gibt, und das genuegt. Denn der Schoepfer hat keine Wuensche (Kelim), weder fuer Geben noch fuer Nehmen. Er hat nichts.
Aber wenn du fuehlst, dass du Ihm gibst – das ist ein Genuss fuer Ihn, denn er befindet sich in dir. Du erlaubst dem Licht zu leuchten!

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Methode zur spirituellen Erziehung

Eine Frage, die ich erhielt: Wie zieht der Höhere den Niedrigeren die spirituelle Leiter hoch?

Meine Antwort: Der Höhere geht zu seinem Zustand des Kleinseins (Katnut) über und steigt zum Niedrigeren herunter, so zeigt er sich ihm klein.

Genauso wie wir, wenn wir mit Kindern spielen, mit ihnen auf gleicher Höhe sein müssen – wir müssen sie das Spiel gewinnen und erfolgreich sein lassen.

Wir nehmen mit ihnen Kontakt auf, wie ein Erzieher, der sich unter Kindern befindet und sich so verhält, als ob er einer von ihnen wäre, und dann fängt er allmählich an, sich zu verändern, damit sie in ihm ein Beispiel eines korrigierten Kindes – ein Muster des erwünschten Verhaltens – sehen können.

Aber er muss ihnen unbedingt ein Beispiel eines Kindes und nicht eines Erwachsenen geben, denn von einem Erwachsenen werden sie nicht lernen.

Sie lernen nur von Kindern, die wie sie selbst sind , denn bekanntlich übt die Umgebung nur dann einen Einfluss aus, wenn die Menschen gleich sind.

Freunde müssen untereinander gleich sein, dann können sie einander als Beispiel dienen. Wenn ich spüre, dass ein Freund größer ist, als ich, dann ist er kein Freund mehr für mich. Ich lerne nur von denen, die so sind wie ich.

Das Gleiche geschieht in der Spiritualität: der Höhere steigt zu dem Niedrigeren herunter und wird ihm in allem gleich, deshalb verbindet er sich mit ihm.

Der Niedrigere annulliert sich nicht vor dem Höheren, denn sie sind quasi gleich, deswegen verbinden sie sich auf gleicher Ebene. Danach kann der Höhere selbst aufsteigen und den Niedrigeren mit sich hochziehen.

Um mit dem Höheren aufsteigen zu können, muss der Niedrigere seine empfangenden Verlangen (ACHaP) annullieren, aber mit den gebenden Verlangen (Galgalta we Ejnaim) mit ihm auf der gleichen Ebene in Verbindung bleiben.

Wenn der Höhere zu mir heruntersteigt, empfinde ich ihn nicht mehr als den Höheren, er wird genauso wie ich.

Wenn ein Zweimeter-Mann mit einem Kind spielt und sich mit ihm zusammen freut oder ärgert, sich wie ein Kind verhält, dann empfindet das Kind ihn nicht als einen Erwachsenen. Es denkt, dass er genauso ist, wie es selbst. Sonst kann zwischen ihnen kein Kontakt entstehen!

Die Wahrheit ist, dass ich mich mit keinem verbinden kann, wenn er sich nicht auf der gleichen Stufe, auf der gleichen Ebene, in genau den gleichen Eigenschaften wie ich befindet – nicht mehr und nicht weniger. Dann entsteht zwischen uns eine Verbindung, sonst nicht!

Das ist wie bei Hochfrequenzwellen, bei denen im Unterschied zu Langwellen selbst bei einer kleinen Überschreitung der Frequenzgrenze die Verbindung unterbricht.

So müssen wir auch für die spirituelle Verbindung eine absolut genaue Übereinstimmung erreichen – nicht mehr und nicht weniger, auf gleicher Ebene. Sonst kann kein Kontakt entstehen und der eine nicht in den anderen eindringen.

Wie kann man den Schöpfer verstehen

Eine Frage, die ich erhielt: Warum ist das geistige System so kompliziert, dass die Schöpfung nun um das eine bittet und etwas völlig anderes bekommt?

Meine Antwort: Ihre Herangehensweise ist eigentlich falsch. Der Schöpfer und die Schöpfung verstehen einander, arbeiten zusammen, und es gibt zwischen ihnen keinerlei Streitigkeiten – unter der Bedingung, dass sie zu Partnern werden.

Dann bekommt die Schöpfung, um was sie bittet, denn der Schöpfer weiß im Voraus, worum sie bitten wird, und gibt ihr alles, was notwendig ist, sodass es keine Probleme gibt.

Das Problem entsteht nur dann, wenn die Schöpfung nicht entsprechend der Reihenfolge der Stufen bittet, das heißt um den Selbstgenuss bittet, und deshalb die Belastung des Herzens und die Leiden bekommt – damit sie sehen kann, dass ihr Zustand schlecht und ihre Richtung falsch ist.

Deshalb erscheint es der Schöpfung so, dass der Schöpfer sie nicht versteht und nicht macht, was für sie notwendig wäre, da es keine richtige Verbindung zwischen der Schöpfung und dem Schöpfer gibt, folglich hat sie viele Ansprüche an den Schöpfer:

„Wo ist denn alles geblieben, was ich bekommen möchte?! Warum korrigierst Du mich nicht?! Warum erfüllst Du mich nicht?!“.

Aber kaum findet das Geschöpf die Verbindung zum Schöpfer, weiß es genau, welche Portionen des Lichtes es bekommt und warum, woran man mit „dem Glauben über dem Verstand“ arbeitet, oder woran nur mit eigenen Kräften usw.

Der Schöpfer ist daran interessiert, dass der Mensch Ihn erkennt und mit Ihm zusammen schreitet. Aber worin besteht seine Verbindung zum Schöpfer eigentlich? – Im Glauben über dem Verstand.

Die Schöpfung möchte sich mit dem Schöpfer unter dem Machsom verbinden, innerhalb der empfangenden Wünsche, und der Schöpfer antwortet ihr: „Nein! Steige zu Bina hinauf, erreiche die Eigenschaften des Gebens – dort werden wir einander verstehen! Dort wirst du keine Schwierigkeiten haben, mich zu verstehen!“.

Es steht geschrieben: „Der Schöpfer hat einen geradlinigen Menschen geschaffen, und die Menschen haben eine Menge der Berechnungen (Umwege) erdacht“. Eine Menge der Berechnungen – erfolgen innerhalb des Wunsches „zu genießen“, da es darin eine riesige Auswahl allerlei Wünsche gibt.

Aber wenn du diese Wünsche nur mit der Absicht zu Geben abdeckst, dann hast du keine Berechnungen mehr, es gibt nur eine Berechnung, einen Adressat.

Aus einem Unterricht zum Buch Sohar, 25.05.2010

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Für wen soll ich das Licht bitten?

Eine Frage, die ich erhielt: Für wen bitte ich das Licht, das zur Quelle zurück bringt, für mich oder für meine Freunde?

Meine Antwort: Der Mensch bittet, indem er von dem tiefen inneren Bedürfnis ausgeht, aus dem Verlangen. Das Verlangen muss für die Gesellschaft sein. Denn wenn wir über die Spiritualität sprechen, gibt es in der Spiritualität keine persönliche, individuelle Rechnung.

Man kann nicht sagen, dass ich in der Spiritualität existiere. Ich – heisst ein System, eine Gemeinschaft der Seelen, in der ich eingeschlossen bin. Deswegen kann der Mensch dort im Spirituellen nicht alleine stehen, von den anderen abgetrennt.

Für welches Leben erbittet er die Kraft? Die Lebenskraft für den gemeinsamen Körper der einen Seele. Er muss die Kraft bitten, um diesem Körper zu geben. Sein ganzes Leben wird davon bestimmt, wie viel er an das gemeinsame System hingibt.

Deshalb, auch wenn sein Gebet durch den Wunsch, die Kräfte zu empfangen, verursacht wird, ist ein Gebet dafür, die Kräfte an den gemeinsamen Körper der Seele zu geben. Deshalb ist es unwichtig, ob er für sich oder für andere bittet – das ist dasselbe Gebet.

Wenn wir davon sprechen, dass es ein „Gebet der Einzelnen“ und ein „Gebet der Vielen“ gibt – sprechen wir von dem noch unkorrigierten Gebet. Es gibt kein anderes Gebet – nur das „Gebet von Vielen“ – das Gebet für die Gesellschaft.

Aber solange sich der Mensch in dem noch nicht komplett korrigierten Zustand befindet, bittet er zum Teil für sich und zum Teil für die Gesellschaft. Dementsprechend wird er korrigiert, er wird genauer ausgerichtet oder seine Richtung wird verfeinert, damit er fühlt, wo es besser ist und wo schlechter, und so kommt er zum richtigen Gebet.
Aus einem Unterricht nach dem Buch Sohar, 24.05.2010

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In der Einfachheit liegt die Genialität

Alles kommt von HaWaYaH (Yud-Hej-Waw-Hej) – dem gemeinsamen, einzig bestehenden System, und nimmt seinen Anfang in der Wurzel – in der Spitze des Yud (Kuzo shel Yud).

Das ist Keter, „Bestehendes aus dem Bestehenden“ (Jesh mi Jesh). Dort gibt es Licht und Verlangen (Kli), „Etwas aus dem Nichts“ (Jesh mi Ajn), die sich zusammen ausbreiten.
Das Licht wirkt auf das Verlangen ein, das dann verschiedene Formen annimmt, das heißt, das Verlangen zu genießen verändert ständig seine Eigenschaften entsprechend dem Licht.
Der Sohar erklärt, wie alle Eigenschaften aus dem Licht, welches das Verlangen zu genießen erschaffen hat, entstehen, „Etwas aus dem Nichts“, und wie das Licht an diesem Verlangen arbeitet.
Dies ist wahrhaft eine Entwicklungssymphonie: das Einwirken des Lichts auf das Verlangen, der Mangel an Erfüllung, der sich unter dem Einfluss des Lichts verändert, indem er verschiedene Formen und Eigenschaften annimmt und in sich Eigenschaften des Lichts und seine vorherigen Formen einschließt, welche die nachfolgenden Zustände noch mehrere Stufen später beeinflussen.
Der Sohar erklärt uns, wie aus nur zwei Kräften – dem Verlangen zu geben und dem Verlangen zu genießen – die gesamte Vielfalt der Schöpfung entsteht. Und all das ist unmittelbar mit uns verbunden, denn in unserer Welt gibt es auch nichts anderes außer zwei Kräften – schwarz und weiß, Eins und Null, Gut und Böse.
Ganz gleich, über welche Ebenen wir sprechen – die gesamte Schöpfung, unser ganzer Eindruck, all unsere Gefühlsformen und Bilder der Realitätswahrnehmung bestehen aus zwei Kräften.
Die Kabbalisten haben geschafft, diese zwei Kräfte sehr schön in Form von Buchstaben zu erklären. Wenn wir später diese Formen betrachten, werden sie zum Leben erweckt, mit Lebensgeist erfüllt.
An den Buchstaben beginnt man zu erkennen, wie diese Eigenschaften, der Schöpfer und die Schöpfung, miteinander verbunden sind, wie sie ineinander greifen und einander durchdringen, in welcher Richtung, auf welche Art und Weise, worin sie miteinander verschmelzen und worin noch nicht, welche Einschränkungen es gibt.
Uns fehlen die Worte, um diese Beziehungen auszudrücken. Doch der Buchstabe, das Symbol bietet dir ein Modell. Und indem du dieses Modell wahrnimmst, schaltest du in dir die Gesamtheit der Empfindungen, der Beziehungen und all dessen, was in einem Buchstaben enthalten ist, ein.
Und in einem Buchstaben gibt es alles. Er scheint nur eine einfache Form zu sein, doch diese Einfachheit schließt in sich tausende von vorherigen Formen ein, die er bei seinem Abstieg von oben nach unten angenommen hat.
In der Kabbala geht alles aus dringlicher Notwendigkeit hervor. An der Natur selbst, an der Struktur des Menschen und seiner Wahrnehmung haben die Kabbalisten erkannt, dass es keine andere Möglichkeit gibt, die Beziehung zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung auszudrücken, als mithilfe von diesen Symbolen, Buchstaben.

 

Gen des Gebens

Je mehr wir dem Licht entgegenstreben, desto besser wird unsere Zukunft sein, denn wir selbst rufen die Enthüllung des Lichtes hervor.

Das Licht durchleuchtet immer stärker diese Welt, und diejenigen, die sich ihm entgegenbewegen, nehmen diesen Zustand als gut wahr, alle anderen aber als schlecht.

Zuerst entwickelt das Licht die ganze Welt (unser Universum, die Erde und alles, was sich auf ihr befindet) auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe, indem es nur das egoistische Verlangen wachsen lässt.

Das ist die materielle Entwicklung, die maximal bis zur tierischen Stufe möglich ist. So wird die Materie durch das Licht entwickelt.

Doch wenn der Egoismus die tierische Stufe erreicht hat, kann er nicht mehr weiter wachsen und empfindet seine vollkommene Machtlosigkeit. Er sieht sich in einer Sackgasse und vor sich nur die Dunkelheit.

So gelangt die Welt zur Krise und Verzweiflung. Doch all das geschieht unter der Einwirkung des Lichts, das zeigt, dass wir nichts mehr haben, womit wir unser Verlangen zu genießen füllen können.

Wir konnten es noch nie füllen, wir hofften nur auf die Zukunft und strebten immer danach.

Doch jetzt, wo die Zukunft nicht mehr vor uns leuchtet und wir unser Verlangen auf der tierischen Stufe völlig ausgeschöpft haben, spüren wir keine weiteren Entwicklungsaussichten mehr. Wozu, wofür?

Und nun findet sich die Menschheit vor einer blinden Mauer wieder, ohne jegliches Ziel und Hoffnung für die Zukunft.

Deshalb wird genau jetzt die Wissenschaft der Kabbala enthüllt, die uns erklärt, wofür das alles geschieht – damit wir jetzt selbst zu Partnern des Lichts werden und die Stufe des Menschen, dem Schöpfer ähnlich, erreichen.

Das ist unser nächster Entwicklungsschritt – von der tierischen Stufe zur menschlichen überzugehen.

Doch ohne die Erkenntnis ist das nicht möglich. Malchut der Welt der Unendlichkeit kommt endlich zur Vollendung des Ziels der Schöpfung, das vom Schöpfer gesetzt wurde – Er wollte, dass die Schöpfung Ihn erkennt, unabhängig, aber Ihm ähnlich wird.

Und zurzeit beginnt die Schöpfung, dieses höhere Ziel umzusetzen.

Wir alle sind die erste Generation, in der dieses besondere Informationsgen (Reshimo), das sich auf die menschliche Stufe bezieht, enthüllt wird, und wir müssen es realisieren.

Deshalb wird das Licht, das jetzt in dieser Welt wirkt, immer zum Nachteil für das egoistische Verlangen handeln, um uns zu helfen, sich darüber zu erheben.

Andererseits wird das Licht denjenigen helfen, die dieses „Gen des Gebens“ in sich realisieren wollen.

Der Schöpfer hat sich uns angenähert… Er hat uns das Buch Sohar, die Wissenschaft der Kabbala, die weltweite Krise enthüllt – die gesamte Situation und alle Mittel, die uns erlauben, diese neue Entwicklungsrichtung zu erkennen und sie umzusetzen.

Wir müssen uns nur selbst dem Licht entgegenstrecken, und wir werden erkennen, wie gut Er ist.

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