Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Zustand'

МAN, das alles beinhaltet

Eine Frage, die ich erhielt: Wir sollen МaN (Gebet) erheben. Befindet sich diese Handlung innerhalb des Verlangens?

Meine Antwort: МaN bedeutet, dass ich um die Kraft des Gebens bitte. Aus Malchut heraus wende ich mich an Bina, und bitte folglich Bina um die Fähigkeit, zu geben. Denn ich muss solchen Zustand erreichen, dass mich dieses Gebet (МaN) vollkommen erfüllt, und es genügt mir auch, ich freue mich darüber, МaN zu erheben.

Wie ist dieser Zustand in der Tora beschrieben? Du kommst ins Tageslicht. Der Tag bedeutet: du hast nichts, und gehst durch die Wüste, um МaN – den Wunsch des Gebens zu suchen – und wenn du ihn findest, dann belebt er dich, und befriedigt all deine Geschmäcker. Alles, was du dir wünschst, befindet sich darin. Was ist das aber für ein Geschmack? Woher kommt er? Was beinhaltet МaN? Es kommt zu dir von Bina, dann reicht dir nur die Möglichkeit, den Schöpfer zu bitten: „Ich habe eine Verbindung zu Ihm. Ich kann Ihn um etwas bitten. Mehr brauche ich nicht“. Will ich aber das Verlangen haben, worin ich den Schöpfer enthüllen werde? Nein. Mir genügt folglich nur das Streben danach. Es ist für mich die vollkommene Erfüllung. Die Verbindung mit dem Schöpfer durch die Gruppe füllt mich aus. Um welche Verbindung geht es? Woher hat man die eigentlich? Sie gibt nichts. Aber ich kann mich trotzdem an Ihn wenden? Es reicht vollkommen. Dieser Zustand heißt auch „ich gehe durch die Wüste“, die Erwerbung der Eigenschaft „Chafez Chesed“ (nichts für sich wünschend). Denn du hast nichts in der Wüste, und du wünschst in der Wirklichkeit nichts für dich selbst. Du erwirbst jedoch die Korrektur seitens der Eigenschaft des Gebens – die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, und deine Erfüllung darin.

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Das Wichtigste ist die Vorbereitung des Verlangens!

Kabbalisten sagen, dass der Sohar der wirksamste Teil von der Tora bzw. von allen kabbalistischen Büchern ist.

Weshalb ist dies so? Alle heiligen Bücher werden heilig (Eigenschaft von Bina) genannt, weil sie aus der Höhe der spirituellen Erkenntnis geschrieben sind, deshalb, während wir sie lesen, können wir das Licht, das uns zum Schöpfer (zur Ähnlichkeit mit Ihm) zurückführt, anziehen. Doch das Verlangen zu genießen kann nur durch das Verlangen nach Korrektur korrigiert werden (Es gibt kein Licht, keine Erfüllung, ohne das Verlangen). Darum müssen wir verlangen, dass das Licht auf uns einwirkt und in uns Veränderungen durchführt. Dieses Licht nennt sich „das umgebende Licht“, weil es uns vom Weiten leuchtet.

Unter der Einwirkung des Lichtes wird sich unsere Absicht von der bösen zur guten verwandeln. Danach, in dem Maße der Ähnlichkeit des Verlangens mit dem Licht, wird das Licht es ausfüllen.
Aus diesem Grund muss das Verlangen nach Korrektur dem Studium der Tora vorausgehen. Davor müssen wir aber unsere Natur als schadend (für uns selbst) empfinden. Und unsere böse Natur besteht aus unserer Unfähigkeit, uns miteinander zu verbinden! Denn unsere Verbindung ist genau jenes Gefäß, in welchem wir unser höheres, spirituelles Leben enthüllen können.

Deshalb müssen wir versuchen, die Verbindung miteinander zu erlangen, uns miteinander zu vereinigen, wie es über das Stehen am Berg Sinai geschrieben steht: „wie ein Mensch mit einem Herzen“, „ganz Israel sind Freunde“, „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Und wenn wir unsere Unfähigkeit, uns zu verbinden, erkennen und spüren, dass das uns beim Erreichen des guten Zustandes stört, dann entsteht in uns ein wahres Gebet, das Verlangen nach Korrektur – MaN.

Die Vorbereitung zum Studium der Tora besteht somit in den Anstrengungen – Bemühungen, uns zu verbinden, zu spüren, wie unfähig wir dazu sind, und diesen Zustand als das Böse, als Hindernis auf dem Weg zum Guten zu erkennen. Das Studium der Tora erfolgt nach der richtigen Vorbereitung, MaN entsteht dann von selbst. Wir können jetzt schon, während des Lesens des Buches Sohar, daran denken und das klären, und unterdessen wird das Licht uns bei unserer Arbeit helfen.

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Die Handlung plus die Absicht

„Der Schöpfer – ist barmherzig und schafft nur das Gute“. Wir müssen es als das einzige Axiom der Spiritualität annehmen.Denn von oben kommt nichts Schlechtes, und es wird uns nur das absolut Gute offenbart, weil das Licht sich in der absoluten Ruhe befindet- das ganze Problem ist nur im Gefäß, im Wunsch der Schöpfung.

Folglich hängt alles vom Menschen ab, von seiner Bemühung und Vorbereitung. Die Handlung kann sowohl das Erhalten als auch das Geben sein, und die Absicht kann auf sich oder auf den anderen gerichtet sein.

Wir beginnen unsere Entwicklung mit dem „Erhalten für sich“, aus der doppelten Verhüllung, aus Lo Lishma. Die Handlung ist hier – das Erhalten, die Absicht – für sich. Dann kommen wir, dank unseren Bemühungen, zur Stufe „das Geben für sich“.

Beim Übergang vom „Erhalten für sich“ zum „Geben für sich“ hat sich nur die mechanische Handlung geändert. Wir sind in der Lage, diesen Zustand zu erreichen!

Wir sind aber nicht in der Lage, die Absicht zu verändern, denn nur das Licht kann sie korrigieren, dafür können wir die Handlung vom Erhalten auf das Geben umstellen – weil dies auch in unserem Sinne ist!

Und wir geben – um sich besser zu fühlen! Diese Arbeit heißt „sich den Freund zu kaufen“.

Um aber vom „Geben für das Erhalten“ zum „Geben für das Geben“ zu kommen – muss man die Absicht verändern, wofür die Einwirkung des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, notwendig ist.

Ich strenge mich an und begehe die Handlungen, ich bemühe mich, alles in der Gruppe und im Studium zu machen, dennoch erfolgt die Veränderung in der Absicht nur mittels der Kraft des Lichtes.

Und wenn wir zum „Geben für das Geben“ kommen, zur Stufe des Glaubens, Lishma, zur Stufe der Belohnung und der Bestrafung, zur ersten Enthüllung – dann erheben wir uns bewusst zur Stufe „das Erhalten für das Geben“ hinauf, sowohl in der Handlung als auch mittels der Einwirkung des Lichtes (in der Absicht).

Aus dem Unterricht nach dem Artikel Rabasch, 09.06.2010

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Das Prinzip der höheren Gleichheit

Einige Seelen müssen sich einer größeren Korrektur unterziehen, andere einer kleineren, doch wenn sie zu der Wurzel ihrer Seele zurückkehren, erreicht jede von ihnen Vollkommenheit.

Es gibt Seelen, die den Hauptsystemen von Adam haRishon angehören: dem Gehirn, dem Herzen, der Leber, den Nieren, sprich den wichtigen Teilen der Gesamtseele.

Andererseits ist in einer Vollkommenheit auch eine beliebige Zelle an der Ferse genauso wichtig, wie eine Gehirnzelle.

Nur in unserer materiellen Welt kann ein Mensch ohne ein Arm oder ein Bein oder ohne einen Teil der Organe überleben.

Doch die spirituelle Welt ist vollkommen, darum ist der eine in ihr gleich wichtig wie der andere.

Selbst wenn ein Einziger seine Korrektur auch nur zu einem Prozent nicht abgeschlossen hat, gibt es keine Gesamtkorrektur. Selbst wenn alle anderen bereits korrigiert sind, wird es seinetwegen nicht zum Ende der Korrektur kommen.

Wir verstehen dieses spirituelle Prinzip nicht, bei dem alle wichtig sind, sich aber in der Wurzel ihrer Seelen unterscheiden.

Doch wenn wir zu der Welt der Unendlichkeit zurückkehren, wird keiner von uns einen Unterschied zu den anderen spüren.

Wenn er alles erfüllt hat, wozu er entsprechend seinen Parametern verpflichtet war, bedeutet das, dass er sich vollständig verwirklicht hat.

Aus diesem Grund, obwohl die meisten Seelen der Stufe Nefesh angehören, eine kleinere Anzahl der Stufe Ruach, eine noch kleinere Anzahl der Stufe Neshama und nur einige wenige der vollen Stufe NaRaNCHaY, scheint gemeinsames Licht für alle!

Das gesamte Licht der Unendlichkeit erfüllt alle in der korrigierten Gesamtseele.

Wir in unserer Welt mit unseren unkorrigierten Eigenschaften können das nicht begreifen, weil wir uns in einer solchen Unvollkommenheit befinden, dass wir uns den korrigierten Zustand der Seele noch nicht einmal vorstellen können.

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Es ist unmöglich, den Weg allein zu gehen

Wenn ich auch nur für einen Augenblick die Unterstützung der Umgebung verliere, stürze ich sofort ab. Ich selbst habe keinen Ansatzpunkt in der Spiritualität, wo ich mich am Schöpfer, am Geben, festhalten kann.

Ich kann mich entweder nur innerhalb meines spirituellen Gefäßes befinden – wenn ich mit den anderen verbunden bin und von ihnen Unterstützung bekomme – oder außerhalb davon. Kaum verliere ich diese Unterstützung, stürze ich sofort ab.

Es ist unmöglich, allein voranzukommen und etwas zu erreichen. Du wirst dich keinen Augenblick an der Spiritualität festhalten können.

Wenn jemand glaubt, dass er allein vorankommen – selbständig kabbalistische Bücher lesen, irgendwelche Handlungen vollbringen und sich an dem spirituellen Weg festhalten – kann, dann ist das eine Täuschung.

Er wird sich selbst belügen und vergeblich hoffen, dass er vorankommen kann. Ohne sich in die Gruppe einzubringen und ohne die Verbindung, die sich gegenseitige Bürgschaft nennt, haben wir nicht die geringste Möglichkeit, uns auch nur einen einzigen Augenblick an der Spiritualität festzuhalten.

Sich in der spirituellen Umgebung zu befinden, bedeutet nicht, sich physisch in ihr aufzuhalten. Das Wichtigste ist, inwiefern du dich von ihr beeinflussen lassen willst.

Du willst dich doch unter Einfluss der höheren Kraft, des Schöpfers, stellen. Wenn ich aber einfach allein kabbalistische Bücher lese, werde ich nicht unter Seinen Einfluss geraten, weil das Gelesene durch meinen egoistischen Filter hindurchgehen wird. Ich werde das Buch so wahrnehmen, wie ich es verstehe und empfinde, wie ich es sehen will!

Und nur wenn das Gelesene zu mir durch die Umgebung kommt, werde ich mich unter Einfluss des Schöpfers befinden, der „in Seinem Volk wohnt“ – das höhere Licht, der Schöpfer, befindet sich in der Gruppe, in der Versammlung der Seelen.

Allein haben wir keine Chance, spirituell voranzukommen. – nur zusammen! Wir müssen ganz genau verstehen, dass nur Verbindung das Werkzeug zur Enthüllung des Schöpfers ist…

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Wie man den „Verdienst der Väter“ erben kann

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet „Verdienst der Väter“?

Meine Antwort: In dem Gesamtsystem der Seelen gibt es einen Teil, der seine Korrektur bereits durchlaufen hat. Das sind die Stammväter.

Dieser Teil befindet sich bereits in dem korrigierten Zustand, der mit Licht erfüllt ist. Diese Seelen waren sehr hell, deshalb konnten sie ihre Teile in dem Gesamtsystem des Adam HaRishon vollständig korrigieren. Doch wie können wir uns jetzt korrigieren?

Wir können die Korrektur dadurch erreichen, dass wir uns ihnen anschließen. Wenn ich versuche, das zu tun, dann bin ich ein Gerechter. Denn ich will den gleichen Zustand wie sie erlangen und den Schöpfer sowie die Schöpfung rechtfertigen.

Dann beginnt der „Verdienst der Väter“ auf mich zu wirken (anders wirkt er nicht), und ich empfange von ihnen das Licht, das zur Quelle zurückführt.

Dafür brauche ich ein System, das sich kabbalistische Gruppe nennt, um innerhalb dessen die Empfehlungen umzusetzen, die mir diese Kabbalisten (Väter) gegeben haben.

Sie erzählen mir, was ich mit mir machen muss, um mich in ihren korrigierten Teil im Gesamtsystem der Seelen einordnen zu können.

Das bedeutet, „von dem Verdienst der Väter Gebrauch zu machen“. Sie haben mir die Kabbala (die Tora) gegeben, haben erzählt, wie die Korrektur zu erreichen ist sowie wie die von ihnen im Gesamtsystem bereits durchgeführte Korrektur benutzt werden soll.

Ich muss meinen Körper nicht mehr quälen, es reicht, lediglich das umgebende Licht durch ihr korrigiertes System anzuziehen.

Meine Wahl besteht nur darin, mich in die Gruppe einzuordnen, durch die ich mich auf das korrigierte System, das sich „Väter“ nennt, ausrichten kann.

Die „Väter“ haben Korrekturen im zerbrochenen System von Adam HaRishon durchgeführt, mit deren Hilfe alle, jederzeit und in jeder Situation, sich durch die richtige Umgebung den Vätern angleichen und sich somit ihnen anschließen und von ihnen Licht, das zur Quelle zurückführt, empfangen können, – die Kraft des von ihnen erfassten Lichtes kann genutzt werden.

Wir in unserer kabbalistischen Gruppe wollen uns jener korrigierten Gruppe der Seelen angleichen, die sich „Väter“ nennt.

Deshalb muss jeder fragen: „Wann werden meine Taten den Taten der Väter gleich sein?“ Auf diese Weise haben wir ein Beispiel, wie wir uns mit unserer Gruppe in ihre Gruppe einordnen können. Darin besteht unsere ganze Wahl und die Nachfolge der Verdienste der Väter.

Wenn unsere Gruppe sich in den korrigierten Teil des Adam haRishon, der sich „Väter“ nennt, einordnet, sich ihren Eigenschaften angleicht und sich mit ihnen vereint, dann machen wir von ihrem „Verdienst“ Gebrauch und kehren zu jenem korrigierten Zustand zurück, der dort existiert.

Aus einem Unterricht nach Artikel von RaBaSH „Verdienst der Väter“, 03.06.2010

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Bund für die Ewigkeit

Es gibt den Begriff „einen Bund schließen“, wenn Vertragspartner sich für die Zukunft zu guten Beziehungen verpflichten, falls sich die Beziehungen verschlechtern, Probleme und Missverständnisse auftauchen, Hass aufkommen und anstelle von Verständnis Unverständnis kommen sollte.

Doch selbst wenn ich in einen Zustand geraten sollte, in dem mir der Vertragspartner offensichtlich als Feind erscheint, werde ich mich ihm gegenüber gemäß dem Vertrag, den ich einst unterschrieben habe, verhalten, nämlich als einem Freund gegenüber. Darin besteht die Kraft des Bundes.

Wann kann ein solcher Bund geschlossen werden? Wenn wir uns nah sind, uns in unseren Eigenschaften ähneln, dann schließen wir einen Bund. Im Moment brauchen wir ihn nicht, denn zwischen uns herrscht Verständnis, ja sogar Liebe!

Doch wir unterschreiben diesen Vertrag für den Fall, wenn ich anfange, Konfrontation und Hass zu empfinden – dann verpflichte ich mich, die gleichen Beziehungen mit Gewalt aufrechtzuerhalten.

Das heißt, ich kann „absteigen“ – dich und mich in den gegenseitigen Hass vertieft wahrnehmen – und doch muss ich mich dir gegenüber genauso wie vorher verhalten. Ich weiß, dass alles von mir abhängt und die gesamte Realität außerhalb von mir geschlossen und vollkommen ist.

Daher kommt auch der Begriff des Bundes: ich stütze mich darauf, dass die gesamten Veränderungen nur in mir drin geschehen, sowohl gute als auch schlechte.

Alles hängt von meiner Sichtweise ab: „Jeder urteilt nach seinen eigenen Mängeln“.

Aus diesem Grund, wenn ich einen solchen Bund schließe, stelle ich mich ein und richte mich darauf aus, dass die Welt gut und vollkommen ist, und die gesamten Veränderungen sich nur in mir vollziehen. Auf dieser Grundlage wird der spirituelle Bund geschlossen, und er besteht ewig!

Einen solchen Bund haben unsere Stammväter (Kabbalisten der vergangenen Zeiten) geschlossen, indem sie ihren Teil der Gesamtseele korrigiert haben, was sich „Verdienst der Väter“ nennt.

Von diesem Verdienst können wir Gebrauch machen, wenn wir uns ihnen anschließen und zu dem Zustand jenes Bundes zurückkehren, welcher zwischen ihnen existiert!

Aus einem Unterricht nach Artikel von RaBaSH „Verdienst der Väter“, 03.06.2010

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Bis zu welcher Stufe soll der Mensch hinaufsteigen?

Jede Seele verbessert den Zustand der gemeinsamen Seele, indem sie sich korrigiert und den übrigen Seelen dabei hilft, sich zu korrigieren und die Korrekturen in die gemeinsame Seele einzubringen.

1. Jeder Mensch soll die Wurzel seiner Seele realisieren, bzw. sein geistiges Gen (Reshimo) zur persönlichen endgültigen Korrektur (Gmar Tikun prati) zu führen.

2. Unser persönlicher, endgültig korrigierter Zustand ist unser vollständiger Einschluss in die gemeinsame Seele Adam Ha Rishon.

Was heißt die gemeinsame Seele Adam Ha Rishon – ist sie das gesamte Ich, oder bin ich nur ein Teil von ihr? Die gemeinsame Seele ist ich alleine, denn alle anderen sind schon korrigiert. Ich nehme deren Wünsche, die ich erfüllen soll. Ich bin wie ein Körperorgan, das dem ganzen Organismus, seinen Anteil, seine Funktion gewährleisten soll. Deshalb verhält sich der gesamte Organismus zu mir, je nach Maß meiner Funktion darin.

Angenommen, ich bin ein Teil des Blut-, Lymphen- oder Nervensystems, und deshalb enthülle ich nur die dazu relevanten Teile des Organismus. Auf diese Weise enthülle ich das gesamte System Adams Ha Rishon bezüglich meiner Seele. Ich schließe diesen riesigen Wunsch der gemeinsamen Seele in mich ein und verhalte mich den anderen gegenüber wie eine Mutter, SaТ de – Bina, wie „die Kuh, die Milch geben will“. Denn ich bin dazu verpflichtet, sie mit den Früchten meiner Arbeit zu erfüllen.

Ich beginne das gesamte System Adam Ha Rishon zu fühlen, wenn ich alle Wünsche an mich anbinde, die wegen mir unerfüllt sind, weil ich meine Arbeit vernachlässigt habe, und dadurch leere Stellen entstanden sind. Denn dies ist mein geistiges Gefäß, mein Wunsch. Er befindet sich in den anderen, ist aber trotzdem meins!

Folglich arbeite ich wie der Schöpfer, der seine Schöpfung erfüllen will. In Bezug auf diesen fremden Wunsch bin ich der Gebende, und er ist der Nehmende.

Und ich verbinde mich mit den anderen und zeige ihnen meine Liebe, wie sich der Schöpfer zur gemeinsamen Seele verhält. Ich verbinde mich aber nur mit jenem Teil der Seele, der für mich relevant ist, mit jenem System, das ich erfüllen soll. So erreiche ich den Zustand, in welchem ich mich wie der ganze Adam Ha Rishon fühle, und dadurch enthülle ich den Schöpfer.

Indem ich mich mit dem gesamten System Adam Ha Rishon assoziiere, mit welchem ich mich verbinden kann, um den Teil meiner Arbeit beizutragen, verbinde ich mich mit seinen Teilen in der korrigierten Form. Denn alle anderen, außer mir, sind korrigiert. Folglich enthülle ich Adam Ha Rishon in seiner wahren Form und gewinne das Leben innerhalb dieser gemeinsamen Seele, Malchut der Welt der Unendlichkeit. Auf diesem Wege soll sich jeder Mensch realisieren: seine persönliche Einstellung und seinen Egoismus korrigieren, die Wünsche der anderen einschließen, sowie erfüllen und empfinden, dass sie seine eigenen sind, um dadurch das gesamte System Adam Ha Rishon zu erreichen, und darin den Schöpfer zu enthüllen.

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Die gesamte Arbeit besteht in der Klärung

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man nach dem Unterricht überprüfen, wieweit man vorangekommen ist?

Meine Antwort: Das Wichtigste ist die Klärung: was will ich, will ich das um meiner selbst oder um des Gebens willen, habe ich dabei eine Verbindung mit Freunden, brauche ich sie oder nicht, handle ich aus dem egoistischen Verlangen heraus oder mit der Absicht zu geben, von Seiten des Schöpfers oder der Schöpfung, über meinem Egoismus oder in ihm drin? Das gesamte Vorankommen basiert auf einer solchen Selbstanalyse.

Es ist möglich, dass diese Klärungen nach einem guten Unterricht mir meinen schlechten Zustand enthüllen, doch sie werden in jedem Fall genauer sein, und das bedeutet, dass ich vorankomme!

Jeder Tag muss ein einfaches Ergebnis mit sich bringen: morgen bzw. zum nächsten Unterricht muss ich mit einem klareren Verlangen kommen.

Ungeachtet dessen, ob ich will oder nicht – das wird ohnehin von oben gegeben. Doch wird dieser Zustand präziser?

Es kann durchaus sein, dass die Klärung dazu führt, dass ich in einer Sackgasse lande und sich alles in Nebel hüllt. Doch das bedeutet ebenfalls eine größere Klarheit und Klärung!

Das Licht, das ich während des Unterrichts empfange, liefert mir Begriffsklärungen. Ungeachtet dessen, ob sie positiv oder negativ sind, lässt mich das eine genauere Analyse durchführen, um mich selbst, meinen Zustand in bezug auf den Schöpfer und das Ziel – in alle Richtungen – einschätzen zu können.

Auf diese Weise wirkt das Licht auf das Verlangen – wenn es dieses für mich ausleuchtet, sehe ich mehr darin.

Selbst wenn ich plötzlich ganz aufhöre, auch nur irgendetwas darin unterscheiden zu können, und völliges Chaos und Nebel, die vorher nie da gewesen sind, sich breit machen, bedeutet das auch, „mehr“ zu sehen. Das sind auch Stufen der Erkenntnis.

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Korrektur in drei Linien

Vorwort zum Sulam Kommentar: Die Rechte Linie kämpft gegen die Linke und will das Licht Chochma der Linken Linie aufheben, um allein das Licht Chassadim herrschen zu lassen. Umgekehrt will die Linke Linie das Licht Chassadim der Rechten Linie aufheben und allein das Licht Chochma herrschen lassen. Aufgrund dieses Streites leuchtet keine von beiden, da dem Licht Chassadim der Rechten Linie das Licht Chochma fehlt, und es ist wie ein Körper ohne Kopf. Und das Licht Chochma der linken Linie ist völlige Dunkelheit, weil es ohne das Licht Chassadim nicht leuchten kann. Für diesen Streit gibt es keine Korrektur, außer durch die Mittlere Linie, die durch den Menschen geschaffen wird, welcher mittels des Gebets dorthin aufsteigt und sich mit dem höheren Licht verbindet… und die Linke Linie zwingt, sich mit der Rechten zu verbinden.

Zwei Linien, die rechte und die linke, werden uns von oben gegeben, doch die Mittlere Linie ist unsere Arbeit. Wir erheben eine Bitte (MaN) um den Schirm und gelangen dadurch zu Korrektur: die Rechte und die Linke Linie verbinden sich, indem sie einander ergänzen und einen Kompromiss erreichen. Es handelt sich um den freien Willen eines Menschen, der sich in ein bereits fertiges mechanisches System der Rechten und der Linken Linie einordnet und dort eine neue Eigenschaft erschafft, die es vorher nicht gab, das Verlangen, dem Schöpfer ähnlich zu sein.

Ich handle durch den Glauben über dem Verstand, durch das Verlangen, das von nichts abhängt, was auch immer geschehen mag. Mich interessiert weder die Rechte noch die Linke Linie, weder Chassadim noch Chochma. Für mich ist nur wichtig, mich mit dem Schöpfer zu verbinden. Deshalb empfinde ich das nicht als Kompromiss (denn die eine Linie kann sich vor der anderen nicht annullieren), sondern lediglich als ein Mittel die Einheit zu erreichen. Deshalb ist dieser Kompromiss auch möglich!

Das ist so, als ob ich zu zwei Menschen kommen würde, die sich wild streiten, und keiner von beiden ist auch nur im Geringsten bereit, von seiner Meinung abzulassen. Doch ich habe nicht vor, sie zu vereinigen und zu versöhnen. Ich habe ein höheres Ziel, ich will etwas Höheres erreichen. Gleichzeitig möchte ich die Kräfte dieser beiden Linien nutzen.

Ich setze ein Ziel, das höher ist als alles andere – ich will mich dem Schöpfer angleichen und mit Ihm verschmelzen. Dann können sich die beiden Linien verbinden und einander ergänzen. In Bezug auf dieses Ziel empfinden sie sich als vollkommen.

Keine der beiden erreicht, was sie will, doch sie geben sich aufgrund ihrer Teilnahme an der Erreichung des Ziels zufrieden. Es leuchtet ihnen die Mittlere Linie, sie ist klein im Vergleich zu den beiden anderen, doch ergründet sie die Vollkommenheit des Schöpfers. Und diese ist eine höhere Vollkommenheit, als die, die jede von ihnen von selbst erreichen könnte, denn sie kommt von der Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Aus dem Unterricht am 30.05.2010

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