Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Antwort zu allen meinen Fragen

Kabbala spricht nicht über unsere imaginäre Welt, sondern über die Korrektur der Seele und wie man die wahre Wirklichkeit erreichen kann. Die wahre Wirklichkeit ist das KLI, in dem der Schöpfer durch ein bestimmtes Maß der Tugend der Anhaftung an Ihn erkannt wird.

Das KLI, oder die Seele, ist in zwei Teile geteilt: Israel, der Teil, der zur Vereinigung mit dem Schöpfer strebt, zum Ziel, und die Nationen der Welt, dies ist der Teil der unfähig dazu ist. Wir verspüren eine gewisse Sehnsucht, den Schöpfer zu offenbaren. Die Wissenschaft der Kabbala ist die Definition der Methode, den Schöpfer der Schöpfung zu offenbaren. Mit anderen Worten, sie spricht über die Enthüllung der Eigenschaften des Gebens und der Liebe in der Schöpfung selbst.

Damit wir die Möglichkeit haben, dieses Ziel zu erreichen, vereinigen sich die Menschen, die das angemessene Verlangen danach haben, in einer gemeinsamen Umgebung. Sie fühlen sich untereinander angezogen und wissen nicht warum und sie kommen zusammen wie elektrische Ladungen oder Metallspäne in einem magnetischen Feld. Dies geschieht, wenn sie sich die Möglichkeit erarbeiten, die Korrekturmethode umzusetzen.

Zuerst wissen sie nicht, dass sie sich selbst zu korrigieren haben. Sie verspüren einfach eine Aufforderung zur wichtigsten Sache: „Warum lebe ich? Was ist der Sinn meines Lebens?“ Irgendwann einmal beginnen sie zu verstehen, dass alle diese Fragen zur Enthüllung des Schöpfers führen, der höheren Kraft die erschafft, erhält, formt, und alle Realität kontrolliert. Es gibt nichts ausser dieser Kraft.

Derart kommt ein Mensch von der Frage über den Sinn des Lebens zur Frage, wie man den Schöpfer enthüllt. Letzten Endes gibt ihm die Enthüllung des Schöpfers die Antwort auf alles. Folglich vereinigen sich diese Menschen, um der Enthüllung des Schöpfers näher zu kommen.

Der Schöpfer ist verborgen, und um Ihn eher als alles andere zu enthüllen, im Sinne von der Enthüllung der Eigenschaften des Gebens und der Liebe, die ausserhalb unserer Natur des Empfangens und des Hasses liegt; um darüber hinauszuwachsen, wurde ich zu einer bestimmten Zusammenkunft von Menschen gebracht. Mit ihnen zusammen beginne ich zu verstehen, dass sich die Frage über die Bedeutung des Lebens zum Bedürfnis gewandelt hat, den Schöpfer als Antwort auf alle Fragen, die ich gestellt habe und stellen werde, zu enthüllen. Den Schöpfer zu enthüllen heisst, die Kraft des Gebens und der Liebe zu enthüllen. Diese Kraft kann nur in der Stufe der eigenen Gleichheit zu ihr verstanden werden, nur wenn auch ich diese Eigenschaft erlange, die Er ist.

Ich muss diese Eigenschaft erwerben, und um diese Errungenschaft sicherzustellen, befinde ich mich unter Menschen, die mir gleichen. Dies wurde absichtlich für mich eingerichtet. Der Schöpfer ist verborgen, weil die Eigenschaft des Gebens zu mir entgegengesetzt ist. Aufgrund ihrer grundlegenden Verschiedenheit fühlen sich diese Eigenschaften gegenseitig nicht und deshalb verspüre ich den Schöpfer nicht. Und es ist unmöglich in Verbindung mit jemandem zu arbeiten, den ich nicht spüre. Ich werde mich definitiv irren und in Selbsttäuschung verfallen.

Somit, anstatt mir Arbeit mit Ihm zu geben, gab mir der Schöpfer Arbeit mit meinem Nächsten. Das ermöglicht mir zuverlässige Überprüfungen durchzuführen und mich selbst in Beziehung zu ihnen zu kontrollieren: Wie sehr schreite ich vom Hass zur Liebe voran?

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichts vom 15/02/2011, Schriften von Rabash

Der richtige Blick auf die Realität

Der Mensch beginnt mit dem Punkt im Herzen, mit einem spirituellen Samentropfen. Er hat nichts anderes von der höheren Welt.

Der Mensch befindet sich in einer Umgebung, ist aber zugleich von ihr getrennt, getrennt durch das Gefühl der Abstoßung und später des Hasses. Alle möglichen Gefühle, die darauf hinauslaufen, dass „es mich und die Umgebung gibt“, bilden im Grunde genommen den Ort des Zerbrechens.

Der ganze Widerstand und die ganze Abstoßung, alle Zusammenstöße, Reibungen und Hindernisse werden durch die Enthüllung einer Distanz zwischen dem Menschen und den Anderen, durch die Enthüllung einer zerbrochenen Stelle zwischen ihm und der Umgebung hervorgerufen. Wenn der Mensch diese Stelle richtig ermittelt, findet er dort den Schöpfer, das Licht, welches seine korrigierte Haltung gegenüber dem Nächsten ausfüllt.

Also liegt mein unkorrigiertes Verlangen zwischen mir und der Umgebung. Sobald ich es korrigiert habe, enthülle ich dort den Schöpfer. Und mein Ich ist lediglich der Punkt des Aufstiegs, der Bestrebung, den ich mitten im Leben bekommen habe und mit dem mein spiritueller Nullpunkt, meine spirituelle Entwicklung beginnt.

Alles kommt unter der Bedingung zum Vorschein, dass ich mir das Bild der Realität, in der ich mich befinde, richtig vorstelle. Wo befindet sich jene Umgebung, die mir die Unterstützung zukommen lassen kann? Denn jedes Mal wird mir die Ablehnung der Umgebung, des Ziels, des Schöpfers offenbart. Jeden Augenblick muss ich mich selbst prüfen: ist in meinen Augen die Höhere Kraft, die Kraft des Gebens, der Schöpfer wichtig? Erhebt sie sich über allen Dingen?

Der Aufstieg, die Erweckung, die Sorge um diese ständige Analyse kann nur unter Einwirkung einer richtigen Umgebung stattfinden.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 16.02.2011

Die Fürsorge für Freunde im Herzen wohnen lassen

Frage: Warum kann ich nicht die Wichtigkeit der Umgebung deutlich erkennen?

Meine Antwort: Du spürst, dass du nicht genug deren Wichtigkeit erkennst, weil du kein entsprechendes Verlangen in dir findest. Die Worte sind verständlich, doch das Herz reagiert noch nicht. Und manchmal hat man sogar keine Lust mehr, zuzuhören.

Das ist natürlich. Man muss einfach immer mehr an dem gemeinsamen Verlangen arbeiten. Alle sollen anfangen, daran zu denken, dass es wichtig ist, dass wir genau das brauchen. Wir streben künstlich nach der Fürsorge füreinander: ich sorge mich für die Anderen, damit sie zusammen mit mir gedanklich Kurs auf das Ziel halten. Ich mache mir ständig Gedanken darüber, in mir entsteht eine regelrechte Angst: halten sie sich an dem Gedanken an das Ziel fest?

Dann erscheint vor mir der Kern der Gruppe – keine Gesichter, keine Namen, sondern das tiefe Verlangen, welches unter den Freunden herrscht. Ist das Verlangen von jedem dazu bereit, sich mit den Anderen zu verbinden, damit sie alle gemeinsam nach dem Ziel streben? Darum mache ich mir Sorgen. Denn wenn das in die Tat umgesetzt wird, werden wir in kurzer Zeit des Studiums ein wenig Licht durch dieses gemeinsame Verlangen anziehen und das Ziel erreichen.

Das Problem liegt nicht am Licht, welches auf uns einwirkt. Das Problem besteht darin, unsere Verlangen zu vereinen, um gemeinsam den Weg zum Ziel zu gehen. In erster Linie muss eine solche Fürsorge im Herzen eines jeden wohnen. Genau das bedeutet Arvut.

Wenn wir ein gemeinsames Verlangen haben, selbst wenn es von einem Teil der Freunde zum anderen „überfließt“, wenn es ständig wirkt und wenn wir nach dem Studium streben, um dieses Verlangen zu realisieren, ohne uns durch andere Ziele ablenken zu lassen, dann rufen wir durch dieses Verlangen, das auf das gegenseitige Geben, den Schöpfer, gerichtet ist, das Licht hervor. Und wir werden während der Vorbereitung auf das Studium und während des Studiums selbst von diesem Verlangen durchdrungen sein.

Darüber hinaus gibt es nichts und kann es auch nichts geben. Es steht geschrieben: „Habakuk kam und fasste zusammen: Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben“. Es gibt keinen größeren Effekt als von einer Handlung, mit deren Hilfe du das Geben erreichen willst. Das Geben wird ebenfalls als „Glaube“ bezeichnet.

Letztendlich ist das eine ganz einfache Sache. Überhaupt enthüllt sich die Wissenschaft der Kabbala jedes Mal mit einer größeren Einfachheit. Und obwohl der Weg schwer ist und Jahre in Anspruch nimmt, haben wir die Möglichkeit, die Entwicklung in hohem Maße zu beschleunigen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011

Alle Mittel sind gleich

Mit Hilfe der kabbalistischen Methode korrigieren wir den Teil „Israel“ sowie den Teil „Völker der Welt“ in uns. Denn sie helfen sich gegenseitig – sowohl durch Hindernisse als auch durch Unterstützung – und handeln gemeinsam.

Der Mensch muss begreifen, dass alles zu seinem Wohl geschieht. Alles, was auf dem Weg enthüllt wird, muss genau so zum Vorschein gebracht werden, und er muss sich nur richtig in Übereinstimmung mit allen Elementen – dem Lehrer, den Büchern, der Gruppe und dem Schöpfer – bringen und auf diese Weise vorankommen.

Man muss begreifen, dass wenn sich alle Bestandteile zu einem Ganzen vereinen, dann bedeutet genau das die Umsetzung des Ziels. Der Mensch darf nicht von dieser Einheit abkommen, indem er die Wichtigkeit eines Bestandteils über den anderen erhebt.

Manche ziehen es vor, ausschließlich nach dem Schöpfer zu streben – daraus entsteht Religion. Religiöse Menschen stellen den Schöpfer über alle Dinge: alle ihre Gebete und Bestrebungen sind auf Ihn gerichtet, und die Nächstenliebe ist etwas Zweitrangiges.

Andere konzentrieren sich auf den Lehrer und fallen in den Chassidismus, in die Verehrung. Der Lehrer ist für sie wichtiger als Freunde und der Schöpfer.

Wiederum andere streben nur nach den Freunden, für sie ist eine gesellige Runde am Wichtigsten. In der Regel ist das in unseren Gruppen nicht möglich, weil wir eine Kraft studieren, die Hass zwischen uns erwachen lässt, damit wir der wahren Korrektur entgegenstreben. Aus diesem Grund können wir keine guten Kumpels sein, wie das in anderen Gesellschaften der Fall ist.

Somit ermöglicht uns ausschließlich die gleiche Haltung gegenüber dem Lehrer, dem Studium, den Freunden und dem Schöpfer, das Ziel zu erreichen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011

Die Erziehung der nächsten Generation

Frage: Welche Art ist die beste, ein Kind zu erziehen, um es auf die Wahrnehmung der spirituellen Welt vorzubereiten?

Meine Antwort: Wir müssen einem Kind die Fähigkeit vermitteln, mit einer Kraft, Liebe genannt, zu arbeiten, die nur von der richtigen Umgebung empfangen werden kann. Das ist das Einzige, was ein Mensch benötigt.

Wichtig ist, dem Kind die richtige Umgebung zu geben. Wenn es beginnt zu spüren, was Liebe und Hass einem menschlichen Gefährten gegenüber bedeuten, wird ihm dieses Gefühl helfen, alle Probleme unabhängig zu lösen. Das Zartgefühl von Liebe und Feindschaft einem menschlichen Gefährten gegenüber ist es, was den Menschen in uns bestimmt.

Alles, was es sieht und hört, wird durch diese Wahrnehmung hinduchgehen und ihm erlauben, alles richtig zu interpretieren. Es wird keine Notwendigkeit bestehen, es zu belehren oder es in irgendetwas hineinzupressen. Ein Kind benötigt nur die Gesellschaft, in der es sich fortwährend entweder mit Konfrontation oder Liebe engagiert, alles um des spirituellen Zieles willen. Eine solche Gesellschaft muss von geeigneten Erziehern, Kabbalisten, geleitet werden.

Ein Kind braucht nicht mehr zu wissen: Keine spezielle Weisheit haben oder „die Anzahl der Engel im Himmel zu wissen.“ Wir müssen ihm lediglich die Fähigkeit geben, einander zu fühlen, und indem wir das tun, werden wir alle Probleme lösen. Es wird beginnen, eine wahre Wirklichkeit zu sehen, denn dies ist die einzige Art, sie zu enthüllen. Es wird sehen, dass alle Menschen miteinander verbunden sind und die Beziehungen zwischen allen verstehen.

Dies sind keine psychologischen Zusammenhänge: Es wird die im Inneren versteckte höhere Kraft und das Programm der Schöpfung enthüllen, gemäss welchem wir alle miteinander verbunden sind.

Aus dem 4. Abschnitt des Täglichen Kabbalah Unterrichts vom 9.2.2011, „Das Wesen der Weisheit der Kabbala“

Sich auf die Qualität konzentrieren

Alles dreht sich um Anstrengung. Ein Mensch muss von dem Prinzip „Ich habe gearbeitet und habe gefunden“ überzeugt sein. Darum schreibt Baal HaSulam in Paragraph 17 von „Einführung zu TES“, dass wir uns dazu verpflichten, uns im Glauben zu stärken, bevor wir studieren, wie es in der „Sittenlehre der Väter“ heißt: „Er ist treu, für Den du dich abmühst, um dir für deine Mühen eine Belohnung zu geben“. Und diese Belohnung wird sein, von der egoistischen Absicht, Lo Lishma, zur altruistischen Absicht, Lishma, zu gelangen.

Vor und während dem Studium muss ein Mensch sich sehen, wie er sich auf diese Veränderung in seinem Innern freut. Darin bestehen alle Anstrengungen. In der gleichen „Einführung“ erklärt Baal HaSulam, dass man darin nicht nachlässig sein darf, weder in Quantität, noch in Qualität.

Als wir anfingen zu studieren, wollten wir uns möglicherweise mit Hilfe des Studiums und des Lichts, das darin gegenwärtig ist, verändern. Doch dann haben wir das vergessen und wir ließen uns davon abhalten, d.h. wir investieren nicht genug in die Qualität der Anstrengungen. Die Quantität mag ausreichend sein, doch das Wichtigste, die Qualität, bis zu welchem Level empfinde ich den Schmerz so stark, dass ich mich nicht vom Ziel abwende, so wie ein kranker Mensch ständig an Heilung denkt. Was immer er tut, alles wendet er an, da mit es ihm besser geht.

Man kann solch ein Bedürfnis nicht alleine erlangen. Das kann man nur mit Hilfe der Umgebung. Sie wird den Menschen an die Wichtigkeit des Ziels binden und nur so wird er in der Lage sein, voranzukommen.

Alle Hilfsmittel die wir haben, zusammen genommen, erkennen wir, dass die Gruppe mit ihren Traditionen, ich selbst, der Schöpfer, der Lehrer, die Unterrichte und die Verbreitung – all das ist notwendig, um ein starkes Bedürfnis nach Veränderung in einem Menschen zu schaffen, herbeigerufen durch die Hilfe des Studiums. Nur an diesem Punkt müssen wir ankommen, nur dies muss das Ergebnis all unserer Anstrengungen sein.

Dann, während des Unterrichts, wird ein wahres Bedürfnis nach dem Licht in uns entstehen und nichts anderes, nicht nach Wissen, nicht nach Unterschieden, nur nach inneren Veränderungen. Und dieses Bedürfnis wird so groß sein, dass es tatsächlich zu Veränderungen führen wird.

Das System der gegenseitigen Fürsorge ist der Schlüssel zum Erfolg

Frage: Wie kann man sich davor schützen, sich mit den äußeren Handlungen zufrieden zu geben?

Meine Antwort: Wenn der Mensch weiß, dass nur die Absicht zum Erreichen des Ziels, welches er ständig für sich klärt, ihn der Spiritualität näher bringt, dann nimmt er die Handlungen nicht als das Wichtigste wahr. Die Absicht ist jenes Kli, in welches er die Belohnung empfängt, deshalb finden alle Klärungen in der Absicht statt. Handlungen ohne Absicht werden überhaupt nicht berücksichtigt.

Es kann sein, dass der Mensch dem Schöpfer Genuss bereitet, jedoch mit der Absicht, den Genuss für sich selbst zu empfangen. Das ist die größte unreine Kraft/Klipa. Einer größeren Stufe des Gebens steht eine größere Klipa entgegen: es ist die gleiche Handlung, doch die Absicht ist entgegengesetzt.

Von außen kann man das nicht erkennen – der Mensch strebt scheinbar der Spiritualität entgegen. Der Pharao, der sich in ihm befindet, – das Verlangen zu empfangen – führt alle Anweisungen des Schöpfers genauestens aus. Der Mensch handelt entsprechend seinem Verlangen und mobilisiert alle Kräfte, jedoch damit es ihm selbst gut geht. Er denkt ständig an den Schöpfer, weil das die Quelle des Genusses ist, und versucht alles für diese Quelle um des eigenen Wohls willen zu tun. Das wird als Pharao, als Todesengel bezeichnet.

Wie in jedem anderen Fall können allein eine klare Vorstellung von dem Ziel und die gegenseitige Unterstützung davor bewahren. Ohne Zusammenwirken gibt es keine Chance, nicht von dem Weg abzukommen und nicht abzustürzen. Die heutige Generation gehört zur Generation der Korrektur, und deren Erfolg hängt nur von der gegenseitigen Unterstützung ab: die Korrektur findet mit Hilfe der Bürgschaft und der gegenseitigen Fürsorge statt. Es gibt keine andere Quelle, aus der die richtige Energie und die richtige Ausrichtung geschöpft werden können.

Und das ist gut, denn damit kann man sich immer beschäftigen, indem man nach einer noch engeren Vereinigung verlangt. Und wenn wir spüren, dass sie nicht echt ist, sondern nur äußerlich, dann ist es ebenfalls gut. Ein solcher Weg ist leichter als ein individueller, obwohl jeder von jedem abhängt. Nur ein gemeinsames Streben nach der Vereinigung und die Annullierung eines jeden hinsichtlich der höheren Stufe – des Lehrers, der Gruppe und der Bücher – können vor der Selbstzufriedenheit bewahren.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 31.12.2010

Wenn das Herz belastet wird

Frage: Wie kann ich mit Freude die Schwere, die mich von der Gruppe und von dem Ziel fernhält, annehmen?

Meine Antwort: Aber das ist doch Annäherung und keine Entfernung. „Opfer“ bedeutet auf Hebräisch „Nähe“ (קרבן – קרוב). Es ist ein weiterer Teil des in mir enthaltenen unkorrigierten Verlangens, von dem ich nichts wusste und mit dem ich nicht arbeiten konnte. Und nun ist er zum Vorschein gekommen.

Das, was sich als Finsternis, als Belastung des Herzens enthüllt, ist der in mir angelegte Teil, der zum Vorschein gekommen ist, und nun kann ich zusätzliches Licht, neues Verständnis und neue Empfindung, daraufhin bekommen. Das ist der Grund, warum wir uns freuen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 09.02.2011

Vorwärts zur Wahrheit!

Frage: Was bedeutet, um die Hilfe des Lichts zu bitten?
Meine Antwort: Wenn der Mensch beginnt, Kabbala zu studieren, glaubt er, dass er ein Verlangen hat. Voller Eifer strebt er danach, etwas zu verstehen, zu erkennen, zu machen. Dieser Drang scheint ihm unaufhörlich und geeignet zum weiteren Vorankommen zu sein.

Erst viel später beginnt der Mensch zu verstehen, dass der Drang nach vorne nicht in ihm selbst erwacht. Dieses zerbrochene Verlangen erlangt er in Zusammenwirkung mit der Umgebung, mit den Freunden. Der Mensch will sich ganz und gar nicht zu einem gemeinsamen Herzen mit ihnen verbinden, er will keine Bürgschaft mit ihnen eingehen. Er sieht deutlich das zerbrochene Verlangen: Übel, Hass statt Liebe, Abstoßung, Unfähigkeit sich zu verbinden.

Dieses Verlangen stoppt den Menschen, damit muss er sich nun an das Licht, das zur Quelle zurückführt, wenden.

Doch wohin muss ich zurückkehren? Zu welcher Quelle? Was ist das für ein Verlangen?
Hier sind zwei sehr unterschiedliche Schritte notwendig, und die Grenze zwischen ihnen ist recht problematisch. Für den Verstand ist es einfacher, doch durch die Empfindung des Menschen scheint ein klarer, deutlicher Schnitt hindurchzugehen: „Mit meinem eigenen Bestreben komme ich also nur bis zum richtigen Ort und nicht weiter. Danach muss ich ein neues Verlangen, welches momentan zwischen mir und meinen Nächsten zerbrochen ist, erlangen“.

Ich muss Hass gegenüber dem Nächsten enthüllen und mit Hilfe des Lichts das Böse darin erkennen. Ich muss enthüllen, dass gerade die Korrektur dieses Hasses die Rückkehr zum Guten bedeutet.
Genau in diesem Moment werde ich das Licht brauchen – keine einfache Erfüllung, sondern die Kraft, die mein Übel korrigiert und mich zur Quelle, zum Guten zurückführt. Und das Gute bedeutet für mich die Vereinigung mit meinem Nächsten.

Diese Dinge muss ich klar erkennen. Ich muss mir darüber klarwerden, dass es so und nicht anders ist. Das Problem besteht darin, dass der Mensch unfähig ist, ohne die Unterstützung der Umgebung an sich selbst zu arbeiten. Er braucht einen äußeren, physischen Beistand, und später, wenn er dem Ziel entgegen strebt, findet er innerhalb der Gruppe Sachen, die sogar von den Freunden selbst unbemerkt bleiben.
Die Arbeit verläuft sowohl äußerlich als auch innerlich, doch sie ist ganz darauf gerichtet, den Ort des Zerbrechens zwischen uns, das Böse, welches in diesem Zerbrechen verborgen ist, und das Gute, welches dessen Korrektur mit sich bringt, zu enthüllen.

In meiner Empfindung muss mir absolut klar sein: das ist die Krankheit, die mich tötet, und nur das Licht, das zur Quelle zurückführt, kann mich retten. Ich selbst bin dazu nicht in der Lage. Die Rettung besteht in der Vereinigung, allein sie ist mein Heilmittel. Alles Andere wird von mir nicht berücksichtigt, ich schreibe das als gegen Null gehenden Einfluss oder als einen negativen, schlechten Einfluss ab.

Durch gemeinsame Anstrengungen müssen wir danach streben, dies auch tatsächlich wahrzunehmen. Und dann können wir nach dem Licht, das zur Quelle zurückführt, verlangen. Ich sehne mich nicht einfach nach etwas Unbestimmtem, ich will nicht einfach irgendetwas erfahren, ich strebe nicht einfach nach der Spiritualität – denn all das ist vom Egoismus durchdrungen. Nein, ich strebe nur nach Vereinigung, ich will ein Bedürfnis nach Verbindung mit den anderen erlangen. Das wird als „Gebet vor dem Gebet“ bezeichnet.

Nur mit solchen Schritten, wenn auch gekünstelt, theatralisch und schweren Herzens, werden wir vorwärts kommen. Vorwärts zur Wahrheit: nicht zur nackten Wahrheit unseres „Leibes“, sondern zur spirituellen, zur richtigen Wahrheit. Darüber steht geschrieben: „Ich wohne unter meinem Volk“.

Wollt ihr den Schöpfer enthüllen? Der „Schöpfer“ ist die Eigenschaft des Gebens. Sie wird nur in unserer richtigen wechselseitigen Beziehung enthüllt. Je mehr wir über sie sprechen, schreiben, diskutieren werden, je konkreter, unmittelbarer, klarer und deutlicher wir es tun werden, ohne zuzulassen, dass es zur Gewohnheit wird, desto näher werden wir an die Umsetzung dieser Eigenschaft herankommen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 08.02.2011

Den Akzent auf die Qualität legen

Alles hängt von den Anstrengungen ab. Der Mensch muss an das Prinzip glauben: „hat sich bemüht und gefunden“. Deshalb schreibt Baal HaSulam im Punkt 17 der Einführung zu TES, dass wir uns vor dem Studium dazu verpflichten, uns in dem Glauben zu festigen, wie es in Die Sprüche der Väter geschrieben steht: „Treu ist Derjenige, für den du dich abmühst, um dir eine Belohnung für deine Mühen zu geben“. Diese Belohnung wird der Übergang von der egoistischen Absicht lo liShma zu der altruistischen liShma sein.

Vor dem Studium und während des Studiums ist der Mensch verpflichtet, sich strebend nach dieser Veränderung in sich selbst zu sehen. Genau darin sind alle Anstrengungen enthalten. In derselben Einführung erklärt Baal HaSulam, dass man weder in deren Quantität als auch in deren Qualität nachlässig sein darf.

Wenn wir mit dem Studium beginnen, dann wollen wir uns vielleicht auch durch das Studium und durch das darin enthaltene Licht verändern, doch dann vergessen wir es und lassen uns ablenken, das heißt, wir geben uns qualitativ nicht genug Mühe. Es kann sein, dass die Quantität ausreicht, doch das Wichtigste ist gerade die Qualität: wie sehr es mich schmerzt – so sehr, dass ich das Ziel nicht aus den Augen verlieren kann, ähnlich einem Kranken, der die ganze Zeit nur an seine Heilung denkt. Egal was er macht, alles ist dazu bestimmt, ihn bei seiner Genesung zu unterstützen.

Ein solches Bedürfnis kann man nicht alleine erlangen. Es kann nur mit Hilfe der Umgebung erreicht werden. Sie wird den Menschen durch die Wichtigkeit des Ziels verpflichten, nur so wird er vorankommen können.

Wenn wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel zusammenfassend betrachten, werden wir sehen, dass sowohl die Gruppe mit ihren Gepflogenheiten als auch ich selbst, der Schöpfer, der Lehrer, die Unterrichte und die Verbreitung dafür notwendig sind, ein starkes Verlangen nach Veränderungen, die durch das Studium hervorgerufen werden, in dem Menschen auszulösen. Allein diesen Punkt müssen wir erreichen, nur er soll das Ergebnis all unserer Anstrengungen sein.

Dann entsteht in uns während des Unterrichts eine wahre Forderung nach dem Licht und nach nichts Anderem: weder nach dem Wissen noch nach der Weisheit, noch nach den Unterschieden irgendeiner Art – nur nach den Veränderungen. Und die Kraft dieser Forderung wird dermaßen stark sein, dass sie wirklich zu Veränderungen führen wird.

Das wird dem Menschen ermöglichen, zu der Tora als „Gewürz“ überzugehen, und von ihr zu der Tora des Lebens anstatt des „tödliches Giftes“, welches er früher genommen hat.

Denn wir enthüllen unseren bösen Trieb mit Hilfe des Lichts. Dieses Licht wird als „Todesengel“ bezeichnet: einerseits zeigt es dem Menschen, dass er spirituell tot ist, andererseits hilft es ihm später, sein egoistisches Verlangen zu töten. Auf diese Weise kommen wir voran.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 07.02.2011