Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Weg zur gegenseitigen Bürgschaft

Das Wichtigste an unseren Diskussionen an runden Tischen ist, die Erklärungen dafür zu geben, dass man zur gegenseitigen Bürgschaft nicht von selbst gelangt, sondern infolge eines ernsthaften Studiums des Systems der gegenseitigen Abhängigkeit der Natur – für die Einbettung des Menschen als eines integralen Bestandteils in sie.

Nur eine solche Kombination zwischen der Natur und allen Menschen, wenn alle sich im vollkommenen Gleichgewicht befinden, d.h. wenn der Mensch in der menschlichen Gesellschaft in voller Harmonie nehmen und geben kann, wie das in den Zellen eines Körpers geschieht, wird als gegenseitige Bürgschaft bezeichnet.

Doch zuerst müssen wir die Elemente der gegenseitigen Bürgschaft erlernen: des gegenseitigen Entgegenkommens, der Verbindung – trotz aller Gegensätze, die uns trennen und die uns der Egoismus extra vorsetzt. Wir müssen die Gegensätze zwischen uns als Übungen wahrnehmen, über die wir uns erheben müssen, – und gerade auf diese Weise wachsen, wie die Kinder durch ihre Spiele wachsen.

Genau darin bestehen unsere Vorwärtsbewegungen zum Zustand der gegenseitigern Bürgschaft, sprich der vollkommenen gegenseitigen Verbindung, wie in einem gesunden Körper.

Dies ist das Ziel der ganzen Schöpfung – deshalb spüren wir in dem Ausmaß der Erreichung dieser Verbindung, in ihr, das gegenseitige Geben, die Liebe, die Teilnahme, die Verschmelzung der Verlangen, die Verbindung dessen, was uns gestört hat. Es verschwindet nichts, alle widersprüchlichen Elemente bleiben bestehen – und über ihnen bauen wir unsere gegenseitige Beziehung auf.

Diese Methode der Verbindung muss trotz der Widersprüche geduldig erklärt werden – und im Menschen wird sich allmählich die Evolution des Bewusstseins vollziehen, im Ausmaß der Aneignung der wechselseitigen Verbindung über den aufkommenden Widersprüchen.

Es ist ein langer Weg zur Wiederherstellung der zerbrochenen Verbindung zwischen uns – auf diese Weise bewegen wir uns fort und erreichen die vollständige Korrektur der Menschheit und ihre Verbindung mit der Natur zu einem Ganzen.

So kommen wir zu Malchut der Welt der Unendlichkeit, in welcher all ihre Widersprüche, Gegensätze, der pure Egoismus und zu gleicher Zeit über ihm der reine Altruismus zusammentreffen – und die Erkenntnis des Schöpfungsgedanken offenbart sich uns.

Ich bin ein Schaffner des Lichtes!

Frage: Wie können wir unsere Beziehungen zum Licht und dem Genuss regulieren, wenn wir keinen Schirm haben, und uns noch nicht in der Spiritualität befinden ?

Meine Antwort: Wir können uns heute allmählich, um die Erschaffung einer solchen Gesellschaft kümmern, die in uns das Verlangen zur Offenbarung des Lichts hervorrufen würde, damit es durch uns durch geht und uns zu einem Einheitssystem verbindet.

Die Wissenschaft der Kabbala verfolgt nur ein Ziel, den Menschen darin zu überzeugen, sich vom ganzen Herzen mit den anderen zu verbinden: „Liebe deinen Nächsten, wie Dich selbst“.

Wenn der Mensch sich diesem Zustand annähert, dann beginnt er zu empfinden, wie das Licht im Inneren buchstäblich zu pulsieren beginnt, und sich gegen seine Selbstsucht durchsetzt. Und in dem Maß, in welchem der Mensch sich für das Licht öffnet, damit es durch ihn zu den anderen Menschen überspringt, in diesem Maß wird er zum Schaffner des Lichts. Es wird allmählich infolge der Arbeit, in der Gruppe offenbart.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 16.10.2011

Zusammenfassung der Prinzipien und Ratschläge aus dem Morgenunterricht vom 23.10.11

*Der spirituelle Genuss ist nicht die Belohnung für die von uns investierte Anstrengung, wie es in unserer Welt üblich ist, sondern der Genuss liegt indem ich arbeite, denn über die Arbeit habe ich Verbindung zum Arbeitgeber, dem Schöpfer. Und somit ist die Belohnung nicht das Resultat meiner Handlung, sondern die Handlung selbst.

*In dem abgeschlossenen Bündnis muss sich die höhere Kraft, welche das Bündnis realisiert, befinden. Im Bündnis muss es eine bestimmte Bedingung geben, welche uns zum Ziel bringt, eine Handlung, die mich dem Ziel nähert – innerhalb der Gruppe, in der Verbindung, mit der Neigung zur Verbindung. Genauso wie ich mich bemühe, mich mit ihnen zu verbinden und ich jetzt darin einen Genuss verspüre, genauso stelle ich mir auf klare Weise dieses Bündnis auch in seiner letzten Stufe vor, die ich erlange – auch dort wird sich das Bündnis in der Gruppe realisieren, und der Schöpfer wird dann Sein Bündnis einhalten.

*Im Großen und Ganzen ist die Einhaltung des Bündnisses: ich zusammen mit der Umgebung und dem Schöpfer, und gemeinsam gelangen wir zu einem Ganzen.

Frieden auf der Welt

*Die Natur befindet sich immer in gegenseitiger Bürgschaft; Pflanzen und Tiere befinden sich immer in Harmonie, und der Mensch befindet sich immer mehr ausserhalb dieser Bürgschaft. Damals waren wir Affen, Tiere, und wir haben begonnen, uns in Richtung Mensch zu entwickeln, und wir haben es geschafft, das Gesetz der Bürgschaft mehr und mehr zu aufzulösen. Aber jetzt finden wir uns an der Grenze, indem wir es anerkennen und zur Bürgschaft zurückkehren müssen – aber bewußt. Zur Erneuerung der gegenseitigen Bürgschaft, welche unserer Natur entgegensetzt ist, damit wir aus dem getrennten Zustand zur einheitlichen Form zurückehren.

*Wenn es ein System gibt, welches unsere Welt allmählich prägt , so müssen wir uns ausnahmslos diesem System fügen. Und indem wir uns diesem globalen, integralen System anpassen, welches sich jetzt in der Welt offenbart, müssen wir einander helfen und uns dem anderen gegenüber verpflichten – denn wir sind voneinander abhängig, und dagegen können wir nichts machen.

* Heutzutage kann niemand mehr diese oder jene Grenzen festlegen und man kann auch nicht jeden so lassen, wie er gerade ist. Dazu sind wir nicht fähig, da die Welt kleiner geworden ist.1 Wir nutzen alles aus, unsere Ressourcen, wir sind voneinander abhängig. Deshalb, wenn sich das globale System offenbart, in dem wir alle gemeinsam verbunden sind, sind wir entsprechend diesem gemeinsamen Bürgschaftsprinzip verpflichtet: dass sich jeder um den anderen ausnahmslos kümmert, und wir haben die Erlaubnis, uns zur Einhaltung dieses Prinzips zu verpflichten.

*Wenn dem Menschen bewusst ist, wo er sich befindet, wovon er abhängig ist – dann haben wir unser Ziel erreicht; dieses Gefühl der Abhängigkeit, die Erkenntnis des System, die gegenseitige Bürgschaft führen uns zu einem Zustand, in dem alles funktioniert, wie die Schraube in einer Maschine, wie ein kleines Kind. Deshalb ist die Bildung so wichtig – um die Augen zu öffnen und zu verstehen, wo wir uns befinden.

*Auch in unserer Gruppe müssen wir sehr schnell verstehen, wovon die Erlangung des spirituellen Lebens abhängig ist – das Erlangen der Enthüllung des Systems der gegenseitigen Bürgschaft, in welcher nur mit ihrer Hilfe – in gegenseitiger Verbindung, in Harmonie zwischen allen und in gerechter Verteilung zwischen allen, im aufrichtigen Verhalten zwischen allen, von allen diesen Dingen – die Erlangung des spirituellen Lebens abhängig ist.

Je schneller wir das einsehen werden, desto fähiger werden wir, von unserer Stufe aus dieses der Mehrheit der Menschen weiterzuleiten, von der hohen Stufe zur Stufe der Welt – materielles Leben im gegenseitigen materiellen Zusammenhalt. Schütten wir ihnen dieses Wissen aus, die Erziehung, diese Fülle, alles was uns durchströmt! Auch bei den Kelim, welche die Erziehung sind, und bei der Füllung, welche die Lichter sind, das Lebensgefühl, Lebendigkeit.

*Gegenseitige Bürgschaft ist ein Prozess, in welchem wir uns langsam, stufenweise entwickeln, und alles ist abhängig davon, wie sehr wir dieses System verstehen werden, und wie sehr fähig sind die Mehrheit der Menscheit von einem Zustand in den anderen zu führen.

*Die Krise bricht aus, um Dich und das Finzanzsystem zur Veränderung zu bringen. Die Krise ist nicht dazu da, damit du sie korrigierst, sondern damit du dich über sie auf eine höhere Stufe erhebst. Deshalb, sobald wir anfangen werden, uns mit der Erziehung, Bildung zu beschäftigen und der Mensch sich daraus resultierend verändert, wird die Krise von allein verschwinden.

Vorbereitung auf den Unterricht

*Unsere Absicht, in jedem Augenblick unseres Lebens, sollte sein – wir sind eins.

*Alles findet statt, um uns zu verpflichten, einzusehen, dass wir ein gemeinsamer Körper sind. Dass wir uns bemühen, uns auch so zu verhalten, und dass von der anderen Seite das Licht kommt und aus uns einen Körper macht, indem wir uns in einer Seele wiederfinden, welche sich stufenweise korrigiert, wie die Seele Adam Ha Rishon, das Ebenbilds des korrigierten Geschöpfes.

*Wir müssen uns in Gruppen zusammenhalten – wie ein Mann mit einem Herzen, in dem sich der Schöpfer befindet, welcher Seine Versprechen und Sein Bündnis einhält- „Eins empfängt Eins“ .

Globaler Protest – Bericht

Mitteilung: Am vergangenen Tag fanden in 951 Städten der 82 Länder der Welt Proteste gegen die Wirtschaftspolitik der Regierungen nach dem Beispiel der amerikanischen Bewegung „Occupy Wall Street!“ statt. Die Demonstranten skandierten Parolen und protestierten gegen die Kürzung von Sozialausgaben im Rahmen der Bewältigung der Wirtschaftskrise.

Auf den Philippinen protestierten die Demonstranten vor der US-Botschaft gegen den „amerikanischen Imperialismus“. In London versuchten einige Tausende von Menschen, die Londoner Aktienbörse zu stürmen.

In Frankfurt erhoben die Protestteilnehmer vor der Europäischen Zentralbank (EZB) Plakate mit den Aufschriften „Ihr spekuliert mit unserem Leben“ und „Ihr verzockt unsere Zukunft“. In Italien gingen bis zu 200 Tausend Menschen auf die Straßen. Die Radikalen fingen an, Schaufenster zu zerschlagen und Molotowcoctails auf die Autos zu werfen.

In Madrid nahmen bis zu 500 Tausend Menschen an der Demonstration statt. Dennoch verlief alles friedlich.

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In New York nahmen etwa 5000 Menschen an der Demonstration am Times Sqaure teil. Einige Demonstranten haben versucht in das Citibank-Gebäude einzudringen, meldet die BBC.

Die Bewegung „Occupy Wall Street!“ wurde im Sommer dieses Jahres in den USA ins Leben gerufen. Ihre Initiatoren wurden von den arabischen Revolutionen inspiriert. Die Protestteilnehmer haben keine zentrale Führung, die Verbindung wird über Twitter gehalten. Sie sind durch gemeinsame Parolen vereint. Sie behaupten, dass die Finanzinstitutionen an der Wirtschaftskrise schuld sind und kritisieren die Maßnahmen der Regierung zu ihrer Unterstützung.

Kommentar: Weder die Regierung noch die Protestteilnehmer wissen um die Ursachen, den Verlauf und das Ziel der Krise – der Krankheit. Daher existiert bei ihnen auch kein Verständnis über die Heilungsmethode. Proteste können nur dabei helfen, das Gefühl der Sackgasse zu verschärfen. Es ist jedoch notwendig, das Wissen über die wahre Ursache dessen, was mit der Menschheit geschieht, zu verbreiten – allmählich, in dem Maße der Hilflosigkeit und vollkommenen Ratlosigkeit werden sie zuhören und die richtige Entscheidung treffen. Die Frage ist nur, wann…

Der Gewinn ist nicht bloß das Geld

Frage: Möglicherweise sollen wir den Menschen das neue Ziel erklären, wenn wir über die Wirtschaftskrise sprechen. Denn das Ziel der gegenwärtigen Wirtschaft ist den Gewinn zu generieren.

Meine Antwort: Wir wollen auch einen Gewinn erzielen. Aber einen unendlich großen Gewinn. Denn das Schöpfungziel besteht im Wohlergehen der Geschöpfe, damit sie das Gute und die Harmonie erlangen.

In Wirklichkeit, wird der Wirtschaftserfolg nicht anhand des Geldes, sondern anhand verschiedener Faktoren und Werte gemessen, die das geldliche Äquivalent sind: die Macht, die Gesundheit, die Arbeitslosigkeit, die Rente, die Kinder, die Geburtenzahl und die Sterblichkeit, das Wohlergehen usw… Es gibt eine Menge Berechnungen. Eigentlich schließt die Wirtschaft die ganze menschliche Natur ein.

Jedoch können wir nicht alles berechnen. Und deshalb kam die Krise, damit wir die richtigen Berechnungen ausarbeiten. Und dafür muss man zur neuen Wirtschaft übergehen: mit Hilfe der Schirme werde ich die ganze Wirklichkeit wahrnehmen können, und sie ins Wirtschaftssystem aufnehmen.

Frage: Was wird es anstelle des Gewinns in dieser neuen Wirtschaft geben?

Meine Antwort: Die Erfüllung. Wieviel in meiner Tasche und in meiner Seele liegt, wieviel meine Familie, mein Volk und die Welt haben, so groß wird meine Erfüllung sein. Als ob ich und die gesamte Welt eins wären, und ihr Wohlergen für mich wichtig wäre.

Heute möchte ich lieber zehntausend mit einem Partner verdienen, als zwanzigtausend mit dem anderen. Wie kann ich dann meinen Gewinn berechnen? Das Geld spiegelt die reale Situation in diesem Fall nicht wider.

Ein anderes Beispiel: ich bevorzuge mit den Partnern zu arbeiten, die zehntausend Euro verdienen, aber nur wenn ich selbst dabei elftausend verdiene. Es ist für mich viel besser, als zwanzigtausend in der Umgebung der Kollegen mit den Gehältern in der Höhe von dreißigtausend zu verdienen. Wie ist dann mein Gewinn zu bestimmen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Verhaltenswirtschaft, welche uns zeigt, dass die Menschen sich in der Arbeit ganz und gar nicht nach den rationalen Kriterien richten. Der Mensch ist sogar bereit, auf die große Geldsumme zu verzichten, wenn er wissen wird, dass der Andere doppelt so viel bekommt.

Die Wissenschaftler kennen das Problem, aber wissen nicht, wie sie es lösen können. Hier kann uns der Artikel von Baal HaSulam „Frieden in der Welt“ helfen.

Frage: Das wahrhafte Ziel der Wirtschaft ist das Gefühl der Sicherheit. Das Wohlergehen des Landes und der Menschen hängt davon ab, inwiefern die Bürger glücklich sind. Wird die Menschheit in dieser Richtung erfolgreich sein?

Meine Antwort: Sie soll es versuchen. Je schneller alles ausprobiert wird, desto besser. Außerdem bleiben der Menschheit nicht so viele Varianten übrig.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 02.10.2011

Deutschland: Projekt zur Rettung der EU

Bericht des Spiegel: Die deutsche Regierung hat einen Gesetzesentwurf zur Stärkung des Euro-Rettungsfonds EFSF und Erhöhung der Beteiligung Deutschlands von 123 auf 211 Milliarden Euro verabschiedet – der EFSF soll künftig Anleihen kriselnder Euro-Länder aufkaufen, vorsorglich Kredite verleihen und Staaten Geld zur Stabilisierung ihrer Banken bereitstellen können.

Mein Kommentar: Das wird nichts nützen! – und bald werden wir Zeugen des Zusammenbruchs der EU sein, wenn sie keine sofortigen Schritte in Richtung wahrer Vereinigung unternimmt. Nicht die Folge, sondern die Ursache, die auf das Ziel hinweist, muss behandelt werden – wir müssen uns integral durch die gegenseitige Bürgschaft weltweit miteinander verbinden.

Das ist die Richtung unserer Entwicklung, und wenn unsere Schritte ihr entsprechen, dann kommen wir im Leben vorwärts und entwickeln uns komfortabel. Wenn wir uns jedoch nicht in Richtung unserer Evolution entwickeln, wird sich die Kraft unserer Entwicklung weiter auf uns einwirken, uns zum Ziel vorantreiben und von uns in der Umgebung, in der Gesellschaft und in jedem von uns als eine unversiegbare Quelle der Leiden und Probleme wahrgenommen werden. Und durch viele Leiden werden wir zur Vernunft kommen und die Annäherung akzeptieren!

Der Tag, an dem dein Schicksal entschieden wird

Alles hängt vom Menschen ab und basiert auf der Erschaffung der Mittel für das spirituelle Vorankommen, sprich auf dem Aufbau der Umgebung. Durch diese Umgebung zieht er die Kraft an, die zur Quelle zurückführt. Denn indem er die Umgebung für sich aufbaut, baut er im Grunde genommen seine zukünftige, spirituelle Welt auf.

Während er sich in diese Umgebung einordnet, beginnt er zu fühlen, dass er sein Ego verlässt und in den Nächsten, den er wie sich selbst liebt, hineingeht. Auf diese Weise tritt er aus seiner inneren Welt, die er zuvor als „diese Welt“ wahrgenommen hat, hinaus und nimmt im Inneren der Gesellschaft, in der Verbindung zwischen allen, die höhere, spirituelle Welt wahr.

Und in dieser spirituellen Welt enthüllt er ihre Eigenschaft – die Eigenschaft des Gebens -, die sie ausfüllt, sprich den Schöpfer. Das alles beginnt mit der ersten Veränderung, die als „Jahresanfang“ (Rosch ha Schana) bezeichnet wird.

Der Mensch hat eine große Vorbereitungsarbeit bis dahin hinter sich gebracht: er hat versucht, eine Umgebung um sich herum zu formen und die Kräfte anzuziehen, die ihn verändern sollen, er hat alles ausgeführt, was in den Büchern steht, hat dieses Wissen an die anderen verbreitet, um die Anzahl der Menschen zu vergrößern, die das Schöpfungsziel anstreben. Dadurch hat er das allgemeine kollektive Verlangen nach der Erreichung des Ziels vergrößert, und es hat begonnen, stärker auf ihn einzuwirken.

Und dennoch sieht er keinen Erfolg. Die Kabbalisten schreiben viel über diesen Zustand, diesen Punkt, diesen Wegabschnitt. Es ist ein absolut besonderer kritischer Punkt, der nicht umsonst den Namen „Tag des Gerichts“ trägt: hier wird entschieden, ob du vorankommst oder absteigst – ob du dich selbst zum Leben oder zum Tode verurteilst.

Im Grunde genommen bestimmt der Mensch diese Entscheidung durch seine gesamte vorangegangene Arbeit – hat er es geschafft, die Unterstützung der Gruppe für sich aufzubauen und die Kraft der Bürgschaft von ihr zu bekommen, damit sie ihm bei allen harten Gerichten, sprich bei riesigen egoistischen Verlangen, die sich im Menschen enthüllen und denen er nicht aus eigener Kraft widerstehen kann, hilft.

Es ist klar, dass wir nicht in der Lage sind, gegen ein egoistisches Verlangen, das sich in uns enthüllt, anzukämpfen, mag es auch noch so klein sein. Und nur wenn wir uns mit der Kraft der Umgebung ausrüsten, werden wir die höhere Kraft erhalten. Denn es steht geschrieben, dass „der Schöpfer in seinem Volk wohnt“ – in der Verbindung zwischen den Seelen, zwischen den Freunden herrscht die Kraft ihrer Vereinigung, die sich Schöpfer nennt.

Der Schöpfer ist die allgemeine Eigenschaft des Gebens, die wir selbst Teil für Teil zusammenfügen. Darum wird der Schöpfer als „Bore“ bezeichnet – „komme und siehe“. Denn wir müssen uns diesem Zustand annähern und erkennen, dass dies eine Erscheinung innerhalb der eigenen Verlangen ist.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 07.10.2011

Rabashs Erben

Es ist so gekommen, dass Baal HaSulam seine ganze Methodik an seinen ältesten Sohn Rabash (Rav Baruch Ashlag) weiter gegeben hat – dadurch, dass der Sohn sich vor ihm annulliert hat. Es war nicht einfach, eine solche Selbstannullierung zu vollbringen, denn der Vater hatte keine Nachsicht mit seinem Sohn.

Anderenfalls hätte er nicht genügend Anstrengungen unternehmen sowie Härte und Entschlossenheit beim Erreichen des Ziels an den Tag legen können. Baal haSulam war sehr streng, und dennoch schaffte es sein Sohn, auf alles zu verzichten und sich zu annullieren, obwohl es alles andere als einfach war, gerade weil er sein Sohn war.

Darum konnte Rabash die Hoffnungen erfüllen, die sein Vater auf ihn setzte. In der Geschichte gab es nur einzelne herausragende Beispiele dafür: Abraham, Rashbi, Baal HaSulam.

Heute begehen wir den Gedenktag von Rabash – seinen Todestag. Wollen wir hoffen, dass wir dessen würdig sind, die gleichen Bediengungen zu erfüllen und an seine Lehre anzuknüpfen. Denn nicht zufällig heißt unsere Organisation „Bnei Baruch“, was übersetzt „Söhne von Baruch“ bedeutet.

Die flüchtigen Gedanken quer durch „Schamati“ – Der Grund für die Schwierigkeit, sich vor dem Schöpfer zu annullieren

Die Schwierigkeit unserer Arbeit, welche vollständig auf die Aufhebung unseres Egos, sowie auf die gegenseitige Verbindung gerichtet ist, besteht darin, dass wir die Wichtigkeit dieser Arbeit nicht fühlen.

Ich ignoriere diese Wichtigkeit: „Warum soll ich mich verbinden? Mit wem?.“ Ich betrachte diese Menschen, ihre Gesichter und Charaktere und fühle kein Bedürfnis, mit ihnen vereint zu werden. Ich befinde mich in einer solchen Verhüllung, deren Realität mich von der Vereinigung abhält.

Deshalb raten die Kabbalisten die Umgebung, die Gruppe aufzubauen, damit uns darin die Wichtigkeit der Vereinigung, die Wichtigkeit der Liebe zu den Freunden offenbart wird. Diese Wichtigkeit ist ein Indikator für meine innere Arbeit und für unsere gegenseitige Verbindung. Und wenn ich nicht versuche, die Kraft, die Wichtigkeit der Vereinigung zu finden, dann können viele Jahre vergehen, bis ich den anderen Menschen näher komme, mich mit ihnen im Herzen verbinde. Auf diese Weise bekomme ich nichts und begreife kaum etwas.

Ich hörte viele Fragen von den Menschen, die mit uns schon lange studieren: „Ich studiere seit vielen Jahren. Was geschieht mit mir? Warum komme ich nicht voran?“. Ich habe ihnen nicht geantwortet, aber in Wirklichkeit wollte ich sagen: „Du befindest dich hier zehn Jahre?! Aber ich sehe dich so, als ob du erst jetzt gekommen wärst.

Hast du dich mit der Gruppe verbunden? Hast du versucht die Schechina aufzubauen, den Ort, an dem das höhere Licht offenbart wird? Hast du dich ums Gefäß gekümmert, worin die Enthüllung geschieht, über welches Du jetzt nachfragst? Es ist aber deine Aufgabe! Hast du sie gelöst? Warum zählst du dann die zehn Jahre auf? Möglicherweise gingst du im Laufe von diesen Jahren zurück, und nicht vorwärts?“

Der Mensch prüft sich nicht richtig, nicht nach den gemachten Bemühungen, sich mit den anderen Menschen zu verbinden, und zählt die Jahre nach dem gewöhnlichen Kalender auf, entsprechend der Erddrehung um die Achse und um die Sonne. Hat der Mensch sich wirklich mehrmals bemüht, um das Ziel zu erreichen? Er blieb doch ein solcher, wie er war, so dass kein einziges Jahr vergangen ist.

Auszug aus der 6. Lektion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011

Die echte Arbeit

Frage: Warum wird uns das Netz unserer zerrissenen Wechselbeziehung nicht offenbart? Warum wird uns der Grund des ganzen Übels nicht gezeigt, damit wir begreifen, an welcher Stelle man sich bemühen muss?

Meine Antwort: Weil wir uns dann wegen der Auswegslosigkeit korrigieren würden. Unsere Bemühungen wären dann einfach die gewöhnliche egoistische Arbeit. Als ob man das Geld für die Ernährung verdienen würde. Im Spirituellen wird diese Arbeit nicht angenommen, weil ich mich einfach aus der Angst vom Hunger bemüht hätte.

In Wirklichkeit soll ich mich uneigennützig für das Ziel bemühen wollen. Dabei kann ich nicht das geringste Bedürfnis für dieses Ziel verspüren. Meine Natur verpflichtet mich dazu ganz und gar nicht, deshalb kann ich in mir den ganzen freien unabhängigen Wunsch entwickeln. Das Geben bedeutet für mich nichts, ich brauche es nicht, da ich unabhängig bin, wie der Gott, Der über alles herrscht.

Und dann offenbare ich die Abhängigkeit von den anderen und will ihnen etwas geben, ich will ihnen dienen, will mich als der Unbedeutendste, als der Niedrigste unter ihnen aufhalten.

Anderenfalls wird die Arbeit nicht von mir, sondern vom Schöpfer gemacht. In meiner spirituellen Arbeit gibt es einen Punkt, den Punkt der Freiheit. Diesen Punkt muss man ständig vergrößern. Denn dieser Punkt ist uns in dieser Welt nicht bekannt. An diesem Punkt kann ich unabhängig sein und nichts machen. Die ganze Welt liegt mir zu Füßen ohne jegliche Bemühung meinerseits. Hier entsteht die Möglichkeit für die echte spirituelle Arbeit.

Um diesen Punkt zu erreichen, bekomme ich die Schläge und Probleme, aus denen ich lernen kann. Aber später, wenn ich die spirituelle Welt wirklich kennenlernen werde, wird meine Arbeit in das Gegenteil umgewandelt. „Nimm alles!“ – wird mir gesagt. Und ich werde auf dieses Geschenk verzichten.

Auszug aus dem Unterricht nach der Zeitung „Die Nation“, 20.09.2011